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29. Jahrgang.

Mukös, Montag, bett 27. Januar 1902.

JIS21.

mit Unterhaltung--AnlageIklustrirte Sonntags-Zeitung"

Kaisers Geburtstag.

am heutigen Tage, gestützt auf das in dieser

von

die Geschicke des Vaterlandes mit klarem Blick

stolze Wort von demersten Diener des Staates'

aussprach. Das ganze Volk bringt ihm deshalb und starker Hand lenken!

Unser Kaiser Wilhelm II. vollendet heute, den 27. Januar, sein 43. Lebens­jahr. Das deutsche Volk, von den Alpen bis zur Nordsee, von Memel bis nach Elsaß-Lothringen, nimmt an diesem Fest­tage seines Herrschers lebhaften Äntheil: weiß es doch, daß der deutsche Kaiser, mehr als irgend ein anderer Herrscher, sich um das Wohl und Wehe seiner Unter« thanen bekümmert und nach besten Kräften bestrebt ist, die sozialen Unterschiede, die die Gesellschaftsordnung nun einmal mit fich bringt, in ihrer Einwirkung auf das Volk in seiner Gesammtheit zu mildern. Rag er dabei dann und wann nicht das treffen, was der Einzelne fich gewünscht haben mag, er Allen recht zu machen ist bekanntlich jene Kunst, die bisher Niemand

gekannt hat und das deutsche Volk versagt ihm deshalb sein Vertrauen niemals. Es weiß das redliche Streben seines hoch­herzigen Monarchen zu schätzen und ver­ehrt ihn, weil er im Gegensatz zu so manchen Herrschern eine richtige Auffaffung von der hohen Bedeutung seines Amtes,

seinen Rechten und Pflichten hat, weil er erkannt Wer hschatzung begründete Vertrauen, seine Glück- Hat, daß sein großer Ahne recht hatte, als er das Esche dar. Möge er noch recht lange Jahre

sMerfehlteFreihandels-Argumente.

Den Freihändlern war von jeher der Hin­weis auf Frankreich und auf deffen Weizrnzölle sehr unbequem. Frankreich hat seit einer Reihe von Jahren einen Weizenzoll von sieben Franken für de» Doppelzentner Weizen und hat damit genau dikjrnigen Erfolge erzielt, die die deutschen Freunde eines erhöhten ZollschutzeS für die Land- wirthschafi im Auge haben. Den französische« Bauern ist damit geholfen worden. Die Einfuhr des fremden Weizens ist ganz erheblich herabze- drückt worden. Die Einfuhr deS fremden Weizens ist ganz erheblich herabgedrückt worden, um mehr als die Hälfte. Sie betrug vor der Einführung der. erhöhten Weizenzölle mehr als l1/» Millionen Tonnen jährlich und macht jetzt nur noch rund 550000 Tonnen aus. Es lohnt sich für de« französischen Bauern wieder, Weizen anzubauen, und deswegen baut er ihn auch wieder an; und dem französischen Brodefser hat es infolge deffen nach der Erhöhung der Setreldezölle ebenso wenig an dem nöthigen Weizen gefehlt, wie vorher. Auch der Brodpreis ist dadurch nicht gestiegen. Der erhöhte Einfuhrzoll hat nur bewirkt, daß der Wetzenpreis im Jnlande wieder die normale Höhe erreichte, bei der der Bauer bestehen kann, hat durchaus nicht alsBrodwncher^ gewirkt zum Schaden des BrodverbraucherS und zum über­mäßigen, unberechtigten Verdienste des Land- wirthes.

Diese Thatsachen reden eine deutliche und überzeugende Sprache Und dazu kommt nun noch, daß die französische Politik zum aller-

Der Spekulant.

Original-Roman von HanS Dahlen.

20) ------(Nachdruck verboten)

Das war eine schweigende Mahlzeit! Wie Gewitterschwüle tastete es auf dem erschreckten Grmüthe des Mädchens. Der Vater sprach kein Wort und war ganz ruhig, schien sogar froh. Und es war auch eine teme Freude, die sein Herz mit wilder Flamme durchwärmte, die Freude darüber. Verirrte wieder auf den rechten Weg leiten, von E nzelnen und von K-anze« Famllien nahes Unglück abwenden zu können. Ob er vor der Krankheit in gleicher Weiss ge­handelt haben würde? ES war möglich, viel­leicht gewiß. Aber er handelte jcht so auS höheren Beweggründen: er wollte nicht nur mehr wie früher Gutes thu«, wo es ihm be­liebte, sonder« wo er eS vermochte. Es sollte der Beginn der Sühne für seine Schuld sein. Und wenn wirklich seiner schwachen Gesundheit oder gar seinem Leben in de» nächst»« Stunden Ge­fahr drohte waS galt es ihm jetzt? Wenn himmlische Fügung sein Leben als Opfer an- nehmen wollte, nachdem sie es ihm kaum «eu ge­schenkt, so wollte er gewiß nicht klagen und eS geduldig hinnehmen, denn seine Schuld war groß.

Rach Tisch kam Haffelbeck mit dem Bericht, die Leute tobten und rasten. Es sei kein Wort mit ihnen zu reden. Neue Verhaftungen seien vor genommen worden, nachdem man den Platzauf­seher halbtodt geschlagen habe. Eben werde Militär von der Garnison aus reqmiiit.

größten Thrile von Radikalen und Sozial- öemokratcn gemacht wird, daß an der Spitze des HandelSmmmerrumS gerade ei« Sozial- Demokrat stcht, Herr Millerand. Weder ihm noch seinen sozialdemokratischen und radikalen Freunden ist es j-malS ei«gefallkn, diese höheren Getreidezölle wieder beseitige« zu wollen, die unter dem Einfluß des MmisteriumS Meline eingeführt worden waren. Herr Millerand und Genosien faatn sich nicht nur, daß es auch fo gehe. Sie scheu vielmehr, daß der französische Bauer dabei gedeiht, ohne daß dem Brot- Verbraucher ei« Nachtheil zuqesüat wv und sie haben, zum Unterschiede vox ihren deutsche« Gestnxungsgrxoffr», so viel V«rstä«bu ß für die wirthschaftlichen Bedürfnisse ihres La s, daß sie ihre» Bauernstand unbedingt erhalte «ollen. Thatfächlich find die ftanzöstschen Landarirthe i» die Lage versetzt worden, über 800 000 Tonne« Weizen mehr auf dem eignen Markte verkaufen zu könne» und dafür mindestens 130 bis 140 Mlllwnen Franke« zu vereinnahmen, die sonst so» den Franzosen für russische», amerikanischen und andere» ausländischer! Weizen aujkgegebe» wurde«, namentlich zu Gunsten der großen Getreidehändler. Der Weizen der Händler blühte. Aber der Weizen der sran- zöflschen Bauern wurde dabei zu Munde ge­richtet.

Auf einmal glaubten unsere Freihä-rdler eine Entdeckung gemacht zu haben. Sie behaupteten nämlich, der französische Getreidezollstrhr nur auf dem Papier". Die sogen. Centralstrlle für Handelsverträge versandte an die Z-ituxM« ein

ES wird Zeit," sagte Johann Wilhelm ent­schlossen. Haffelbeck rieth nochmals ab selbst­verständlich vergebens, und zog sich fast weinend zurück. Thilda schlang die Arme um den Vater unb brach in Thränen aus.Geh' nicht, geh' nicht!" flehte sie unaufhörlich.

Aber es ist meine Pflicht, Kind!" Dann nimm mich wenigstens mit Dir!" Johann Wilhelm umfaßte seine Tochter mit liebevollem Blick.Mein muthiges Mädchen!" flüsterte er, von Rührung überwältigt,Dein Wunsch sei gewährt!"

August kam und meldete, es sei angespannt. Ec half Thilda, seinen Herrn vollständig anzu­kleiden und trug ihn zum Wagen vor dem die muthigen Vollblutpferde ungeduldig scharrten und den Boden stampften.

Klatschend fiel der Wagenschlag in's Schloß, die Pferde zogen an, und der Wagen rollte stadt- wärts. Haffelbeck stand am Kontorfenster, die Feder hinter dem Ohr. Heute konnte er nicht arbeiten, sogar der nimmermüde Schefer nicht, der rastlos im Zimmer auf und ob wanderte, von der Flurthür dis zur Glasthür des Neumann'schen Piioatkontors. Im Vorbeitzehen fuhr er müdem spitzen Finger über den Thürgriff und zog ihn schwarz von Staub zurück. Würde jemals die Messingklinke vom Gebrauch wieder blank werden, oder ein Schauer durchlief seinen hageren Leib, und plötzlich wuchs die Furcht in ihm riesen­groß, daß er zu zittern begann.Sagten Sie etwas?" wandle er fich an Haffelbeck, nur um wieder den Klang einer menschlichen Stimme zu hören.

Der Prokurist fuhr zusammen und drehte sich hastig um. Er hatte die Frage schon wieder

Flugblatt, in dem die nachfolgende Behauptung aufgestellt wurde:Die französischen Weizenzölle, die den deutsche» Agitatoren et« so wirku«gsvolles Argument bisher geboten haben, stehen thatsäch- lich nur auf dem Papier, denn sie gelten nicht gegenüber der Weizrneinfuhr aus den französischen Besitzungen Algier und Tunis, und gerade dort­her stammen 96 v. H. der französischen Weizen­einfuhr.

Schon die Behauptung, daß Algerien und Tunis Länder mit hoher Weizenerzeugniß seien, kennzeichnet das Sachverständniß der Freihandels­gelehrten. Wer von derlei Dingen nur geringe Kenntniß hat, weiß ganz genau, daß in Algerien und Tunis Weizen nur gebaut werden kann, wenn man künstliche Brwäfferung dabei zu Hilfe nimmt; und daß solche Länder keine Weizen­kammern für Frankreich sein können, liegt auf der Hand. Die Weisen derEentralstelle" haben sich damit wieder einmal gründlichst blamirt. Sie berufen sich jetzt in ihrer Verlegenheit auf dieNachrichten für Handel und Gewerbe", dir vom Reichsamte des Innern herauSgegeben werden. Dort haben sie einmal folgenden Satz gefunden:Die Versorgung Frankreichs mit Weizen wurde in den beiden letzten Jahren in den Kolonieen Algier und Tunis fast ausschließlich ermöglicht, und die Inanspruch­nahme der Vereinigten Staaten, Rußlands, Indiens und Argentiniens, die 1898 in erheb­lichem Maße nothwendig geworden war, er­übrigte im letzten Jahre beinahe vollständig." Die Behauptung wird dadurch nicht richtiger, daß sie den genannte»Nachrichten" entnommen sein soll. Man ersieht daraus nur, wie fabelhaft leichtfertig die Gelehrte» vorn Freihandel mit den Thatsachen und mit ihren Behauptungen umspringen. Die vorher angeführten amtlichen Ziffern widerlege« alle diese Jrrthümer voll­kommen und in unwiderleglicher Weise. Die Weizeueiufuhr nsch Frankreich geht, einzig vom Jahre 1898 abgesehen, ständig zurück und wird für 1901 von Sachverständigen nur noch auf 400000 Zonuett geschätzt; und diese 400000 Tonne« stamm n fast susschließlich aul den Koloniren Frai kceichS selbst.

ES kommt j.; gar nicht darauf an, daß der französische Staat höhere Einnahmen aus den Getretdezölleo habe. Solche Zölle führt man doch nicht ein, um dem Staate höhere Ein­nahmen zu verschaffe«. Und we«« der Staat i« Folge der Erhöhung solcher Zölle seine Ein­nahmen auS denselben so gut wie gänzlich ver­liert, dann freue« fich diejenigen erst recht, die die Zölle erhöht habe«. Den« das ist der beste Beweis für die erhöhte Erzeugung im Jnlande; und diese will man ja gerade.

Dotsch»* Reich.

Berlin, 25. Januar.

* Gin- * *e*e gute des -Steifer» Hier die Lt»«st. Ja Gegenwart des Kaisers fand Samstag Mittag 12 Uhr im königlichen Kunst- gewerbemuseum die feierliche Enthüllung zweier GlaSfenster statt, die, vom Direktor dieser

vergessen. Seine blaugewordenen Lippen verzöge« sich, er atymete schwer und stöhnte aus tiefster Brust:

Wenn daS nur gut geht, Schefer. wenn das nur gut geht! Und das gnädige Fräulein ist auch mitgefahren"

Wir stehen alle in Gottes Hand," sagte Schefer andächtig und vertrauensvoll uno begann die Addition, die ihm sorb.-n zum fünften Male ein onderrs Ergebniß geliefert hatte, von neuem.

* *

7.

Trotz der Leere, welche die frühe Nrchmittags- stunden m den Straßen heroorrref, fand fich hier und da ein B-kannter, der mit offensichtlicher Verwunderung dem im schnellsten Trabe vorbei- fahrenden M lliorär nackbuckte. Johann Wilhelm aber erwiderte keinen G, soxdkra blieb ruhig in feinen Decken und Hüllen liegen. Die frische kalte Last griff ihn doch mehr an, als er ge­glaubt hatte und er fühlte fich sehr müde.

Weder er noch Thilda sprach'» ein Wort. Sie hatte fich im Fond deS Wagens ganz dicht an den Vater gedrängt und hielt feine Hand fest in der ihrigen.

Wenn sie Furcht hegte, fo war es nur um den Val«,

MrMen Häuser und schattigen Straßen, die sonnbeschienenen, freie« Plätze, auf den sich klingelnd die Wagen der Straßenbahn kreuzten, siogen mit Windeseile vorbei. Schon wurden die Häuser ärmlicher, zahlreiche klein- Kaufläden traten an die Stelle der glänzenden Kaufhäuser. Durch die steil abfallenden Seitengaffen zur rechten

Anstalt Prof. Ernst Ewald entworfen, den Kaiser und die Kaiserin Friedrich in altdeutscher Tracht darstellen, den Kaiser als ge- panzerte» Ritter, der jugendlich dargestellten Kaiserin di- Hand reichend. Nach einer kurzen Ansprache des Kultusministers Dr. Studt ge­dachte der Generaldirektor der königlichen Museen v. Schöne der Förderung, die der Anstalt durch de« Kaiser und die Kaiserin Friedrich z» Theil ge­worden ist. Der Kaiser dankte in seiner A«t- wort zunächst Herm von Schöne, betonte, daß die Anstalt, auS dem idealen, hohen und reinen Sinne seiner Elter« entfproffen, auch in diesem Sinne weiter geleitet werden müsse, und fuhr dann fort:

Ans die schweren Prüfuxgsjahre, die in de» letzte» Jahrhunderten über unser «eit und Vaterland dahin- gestürmt find, zerstört und unserem Bolte genommen haben, dar sollte dies, Anstalt wieder in baS Volk hinein- tragen. Die töstlichrn Sammlungen, die hier ausge­stellt find, zeugen non der Kunst und der Liebe zur Kunst und von dem Berstäxdniß für dieselbe bei unser» Vorvätern, und Ich meine, daß die Aufgabe dieser An- stalte» nie bester im Sinne Meiner Eltern durchgeführt werden tarnt, als wenn dieses Aefühl für die Kunst in dem Bolte wieder lebhaft angeregt wird, so zwar, daß kein Gegenstand in Gebrauch genommen rottb, der nicht einer tünstlerischen Form fich erfreut, und daß bte künstlerische Form sich stets wieder anlehnt an das b e- währte Schöne, waS uns auS früheren Jahr­hunderten überliefert ist. Denn daS liegt in dem Wesen eines jeden Menschen: was der Mensch einmal Schöne- geschaffen hat, das bleibt für alle Jahrtausende schön, und wir, die wir nachfolgen, h rben nur das Schöne fest­zuhalten und es unseren Lebensbedürfnisten anzupaffen. Und daS mögen sich auch die Schüler dieser Anstalt stets wieder vor Augen halten. Bon einer idealen Figur wie der Meines Vaters, an der Sette Meiner seligen Mutter, seiner Gattin, getragen von der Liebe seines Voltes, ist der Segen herabgeströmt; eine herr­liche Gestalt, der der Staub der Straße nicht einmal an de» Saum der Gewandes reichte. Und ebenso das herrliche, verllärte Bild Meiner Mutter - diese sorgende Frau, deren jeder Sedant« Kunst war, und bei der Aller, sei es noch so einfach, daS für daS Leben gestaltet werde» sollte, von Schönheit durchweht war. Sin Hauch der Poesie umgab sie. Deren beider Sohn steht vor Ihnen -IS ihr Erbe und Vollzieher. Und so, wie Ich es schon früher ausgesprochen habe, sehe Ich eS auch als Meine Aufgabe an, im Sinne Meiner Elter» die Hand über Meinem deutschen Volte, fettttt Heranwachsende» Generation zu halten, daS Schöne in ihm z« pflegen, die Kunst in ihm zu ent­wickel», aber nur ix festen Bahnen und in fest gezogene» Grenzen, die in dem Gefühl für Schönheit und Harmonie ixt Menschen liegen. Und so spreche Ich von ganzem Herzen den Wunsch für dieses hochragende Haus und für feine Anstalten aus, daß aus ihm ei» Segen in Hülle und Fülle über unser Boll strömen möge, daß deS Bolles Geschmack, sein Ver­gnügen und seine Freude am Schönen von hier auS gepflegt und angeregt werden, damit jetzt, wo wir wieder so »eit gelangt find, daß unser Voll mehr für die Kunst zu thux vermag, als in früheren trüben Zeiten geschehen konnte, wir auch wieder auf die Stufe unS erheben, auf der unsere Väter vor Jahrhunderten standen. DaS ist von Herzen Rein Wunsch!"

+ Die der trrm-atls«.

tifcher Dampserlinierr. Bei uns in Deutsch­land hat man zwar schon viel gehört von den riesigen Syndikaten in Amerika, von den Trusts, und auch vernommen, daß unter diesen Riesen­bildungen der Stahltrust die riesigste ist. Aber ganz deutliche Vorstellungen von dem Umfange dieser Ringbildungen haben nur wenige Leute bei uns. Dieser Stahltrust in den Vereinigten Staaten von Amerika umschließt ein Kapital von vier-

Hand ward der ruhige, silbern blickende.Epiegel des Fluffes sichtbar, auf dem Schiffe auf und nieder glitten. Der Hafen war nahe.

Und jetzt zeigten sich die ersten Spuren des Streiks: aus den Wirtschaften tönte Johlen und Schreie«, während sonst in ihnen um diese Tages­stunde vollkommene Ruhe zu herrschen pflegte. Unter den Thüren der Miethshänser standen Gruppen von Frauen In erregtem Gespräch, einige meinten, die meisten trugen Säuglinge auf dem Arm. Der Millionär ward erkannt, und das laute Gespräch verstummte; manches Augenpaar sah mit frischer Hoffnung dem davoneilenden Wagen nach; gewiß, er nahm die Richtung zum Stätteplatz, wo Neumann mit ihren Brüdern, mit ihren Männern sprkchen würde. Er war als gut» müthig bekannt. Würde es ihm gelingen, die Streikenden zur Arbeit und zum Verdienst zurück­zubringen? Oder würde der Undank der arbeitet seiner Güte den Weg versperren? Sie, die Frauen und Mütter, erkannten längst, daß der Millionär nur da« Beste seiner Leute im Auge hatte. So hatte er den ganzen langen Winter hindurch die Maurer und Zimmerer in Lohn gehalten, obschon er kaum Arbeit für sie hatte. Andere Unter­nehmer ließen ihre Leute bei den ersten Frösten laufen; aber die Mannsleute wollten so etwa« nicht einsehen; die glaubten noch, er hätte ihrer rointerüber bedurft, und nun, wo das gute Wetter begann, fingen sie an zu streiken.

Die Straße bog rechter Hand in scharfer Kurve aus; in kühnem scharfem Bogen lenkte August um den Häuservorsprung und ließ die Pferde dann plötzlich in langsame Gangart fallen. Hinten lag der Stätteplatz.

(Fortsetzung folgt.)