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FuldaerMZeitung
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"TSXSRSSyJÄi“* mit Anterhallungs -Beilage „Issustrirft Sonntags-Aeitttilg" ~
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..Jß 14. Jutöcr, Samstag, den 18. Januar 1902. 29. Jahrgang.
«M Vom Zolltarife.
Bei Der Etatsberathung im preußischen Abge- mdnetenhause haben Minister Freiherr von Rhetnbaben und naS ihm Graf v. Bülow auch des Zolltarife- Erwähnung gethan. Von vielen Seiten ergeht immer wiederholt an die Regierung die Bitte, klipp und klar zu sagen, was für eine Stellung sie zu den landwirthschastlichen .Zöllen einntmmt: ob sie unverrückbar fest an den Zollsätzen ihres Tarifentwurfes beharrt, oder ob sie den Wünschen der gesammten deutschen Land- wirthschaft wenigstens ein klein wenig entgegen lammen und einer Erhöhung der Mindestjätze für die Getreidezölle zustimmen will.
Der konservative Abg. Dr. v. Hsydebrand und der Centrumsredner Dbg. Fritzen gaben den anwesenden Ministern durch Hinweise auf ven Zolltarif von neuem Gelegenheit, sich darüber zu äußern. Aber die Antworten lauteten aüch diesmal wieder unbestimmt. Finanzminister von Rheinbaben äußerte, er könne „eine bestimmte Erklärung darüber nicht abgeben". Was nützt es also, daß der Reichskanzler nachher sagte: „Ich möchte keinen Zweifel darüber lassen, daß auf dem Standpunkte, den der Herr Finanzmtnister eben vertreten hat, die ganze königliche Staats» regierung steht"? Was für einen Zweck hat er, wenn Freiherr v. Rheinbaben „im Jntercsse gerade der Lrndwirthfchaft bittet, über die (vorgeschlagene) Linie nicht hinauszugehen", da man sonst „das gefährde, was die Regierung aus ganzem Herzen für dir Landwirthschaft vorschlägt"? Damit ist nur in neuen Watten das alte Lied wiederholt, daß es der Regierung am angenehmsten sein würde, wenn ihr Tarifentwurf in unveränderter Form die Umwandlung in das Gesetz erführe; das trifft aber auf olle Gesetzentwürfe der Regierung zu, sodaß wir solcher Versicherungen vom RegierungS- ckische aus gar nicht erst bedürfen. Schließlich wäre das ganze Parlament nur noch eine überflüssige äußere Form: Die Regierung macht Ent würfe, das Parlament sagt drei Mal jr, und dann ist der Entwurf in unveränderter Form Gesetz. Ob nun Herr Minister von Ryeinbabrn „aus ganzem Herzen" etwas vorschlägt, oder nicht, das ändert nichls an der Lage der Dinge. Wenn der Lavdwirthschaft oder irgend einem andern Erwerbszweige mit schönen Worten geholfen werden könnte, dann würde es glänzend mit unserer wirthschastlichrn Lage bestellt sein. Denn an schönen Worten sind Minister bekanntlich niemals arm.
Mit Geduld muß man also die täglich mehrstündigen Sitzungen der Zolltarif-Kommission deS Reichstages über sich «gehen lassen und sich schon immer vorher mit dem unliebsamen Gedanke« befreunden, doß dos Ergebniß endloser Verhandlungen et« Nichts sein werde!
Die Zolltarif'Kommission des Reichstages hat am heutigen Freitag den fünften Para-
Der Spekulant.
Original-Roman von HanS Dahlen.
13) ------(Nachdruck verboten)
„O je,“ sagte F.au Tchefer, stolz u-».d verlegen zugleich, „ich kann nickt abkommen wegen der Hausarbeit, und mein Man« darf noch nicht an die Lust. Der Heinrich aber, der kann ckommm."
„Gut", sagte Neumann, zu Heinrich gewandt, „wir erwarten Sie schon zum Mittagrssen." Tann stieo, er mit Thilda die Treppe "hmab. Heinrich leuchtete mit der Tischlampe.
Vom untersten Flur sah Thilda nochmals em- Por und sah oben das von der Lampe hell bestrahlte Gesicht deS Jugendfreuntes über die Treppenbrüsturg gebeugt. „Aber nicht auS- dleiben!" rief sie herauf und etiti dem Vater nach, in die Nackt hinaus.
Zu Haus- sanden sie Frau Marie in Thränen. „Hans ist abgereist," schluchzte sie. Johann Wilhelm schickte ferne Tochter zu irgend einer Besorgung aus dem Z mmer. Dann fitzte er sich nieder und zündete langsam die gewohnte Crgarre an, deren Genuß et sich bei ScheftrS «egen der Krankheit drs Buchhalters versagt hatte. Während er die ersten Rauchwö.kchen mit gespitzten Lippen von sich stieß, sah er «ach seiner Frau hinüber, die noch immer weinend den Kopf gegen die seiden bezogene Plüschwand des Divans gepreßt hielt. Die kunstvolle Frisur, an deren Aufbau Frau Streppke heute Vormittag -vielleicht eine Stunde lang im Schweiße ihres Angesichts gearbeitet hatte, war zerdrückt und zer-
graphen des Tarifgesttzes erledigt, der die Gegenstände aufzühlt, die vom Zoll befreit bleiben sollen. Es log-n auch hierzu svzial- remokratische AbanderungsantrZge vor, die indessen gleich den anderen Anträgen ihrer Art abgelehrt wurden. Rach eisern Antrags des CrntrumSabgsordneten Spahn wurde beschlossen: „Unter Zustimmung des Bundesrathes kann durch Verordnung des Reichskanzlers bestimmt werden, daß für die Angehörigen eines Staates, der Gegenseitigkeit nicht gewährt, die in den Sätzen'l u«d 2 vorgesehene!, Begünstigungen ganz oder thstlroeift außer Anwendung bleiben solle«." Die rächfle Sitzung der Kommission findet am Dienstag, den 21. Januar statt.
G England.
D-r moderne Engländer liebt noch immer dm alt-.nglischeu ftierlichen Pomp. Wen« das Parlament eröffnet wird, kommen König uwb Königin in einer golöstrotzevden Prachtkarosse angefahrrn. Der Körrig trägt eine mit Gold überladene Uniform, die Königin, noch ganz r-ach der Art der Märchenköniginne«, eine goldene, mrt Diamanten reichlich besetzte Krone auf dem Haupte — ein lustiges Schauspiel für die in den Straßen versammelte Menge, eine kleine Täuschung über das in der That in England außerordentlich stark verblaßte Mvnarchenthum. Und daß König Eduard derlei Schauspiele dem Volke besonders prächtig zu gestalten versteht, ist ohne weiteres anzunehmen; denn er hat für solche Veranstaltungen von jeher ein hervorragendes Talent besessen. Die Menge vergißt dann über dem Goldr und aller der entfaltenden Pracht das Elend in Südafrika; der äußere Glanz überstrahlt, wenn auch nur kurze Zeit, das innere Elend.
Wie die Hmchrlei im Pcunkaufzuge, so des Spiel mit Worten: König Eduard rühmt in der von ih n selbst verlesenen Thronrede die „Homani- tät" der britischen Soldat«« in Südafrika: „Trotz des ermüdenden Ehwakters oes Kampfes zeigten — so lautet dir fragliche Stell« in der Thronrede — meine Soldaten durchweg Freudigkeit in der Ertragung der Beschwerden der Guerilla- Krieg-führung und eine Humanität, sogar zu ihrem eignen Schaden, in bet Behandlung des Feindes, die das höchste Lob verdient." Und während sonst die ganze Thronrede schweigend von den versammelten Parlamentsmitgliedern anyehört wurde, wurde diese Stelle von der „Humanität" der britischen Soldaten in Südafrika durch laute» Beifall ausgezeichnet.
Es sieht so aus, als habe man in den oberen Londoner Regionen ganz allgemein auf diese fade Heuchelei sich verabredet. Denn auch in dem Hause der edlen Lords erklang zunächst der Lobeshymrrus auf die englischen Krieger in dem mit Füße« getretenen Burenlande. Einer der edle».Lords, Lord Spencer, schloß sich, so muß der amtliche Draht der Welt verkünden, „in herzlicher Weise dem Lobe und der Bewunderung, die den britischen Soldaten (in drr Thronrede) gezollt werden, an." Aber damit war der G pftl der Heuchelei noch nickt erklommen. Lord Salisbury, der britische Ministerpräsident, leistete in zaust, die unter gelegte Hcarwolle drang in grauen Flocken durch die künstlich gewellten Strä-men d,s blonden Haare-; von de» im Lauft der Jahre ein wenig voller gewordenen Wangen war st-ll?vweift der P. d:r sortrrwischt Kurzum, F.au Marie schien aufrichtig betrübt zu fein.
„So" am wartete Joham Wilhelm ruhig. „Also üer Sohn ist wieder abpererst. Und darum zerfließt die Mutter i« Thränrn. Alle Achtung vor Deinen Gefühlen, Marie, aber, wenn der Jangs es über sich bringen konnte, ohne Abschied von Schwester und Vater zu nehmen, auf und davon zu geben, so verdient er nicht, daß man darum bekümmert ist."
Frau Marie warf das spitzenbefttzfe Taschentuch z-rknüLt zu Boden.
„Das ist doch nicht so traurig," meinte sie, immer noch schluchzend, „daß er wieder zu feinen Freunden gefahren ist, wo er Vergnügen hat und wo er kein sauertöpfisches Gesicht si-hl —" ein zorniger Blick iraf Johann W.ihelm, „aber — “
„Run, aber?"
Frau Marie kämpfte sichtlich einen inneren Kampf; sie fuhr mit ihren saffianlsderr.en Hausschuhen an der Seitenfüllung einer wunderschönen, hochpolirten Akazienkonsole auf und nieder, daß matte Streifen auf dem goldbraunen Grunde entstanden, und verstärkte das kreischende Geräusch, indem sie mit den langgezogenen, wohlgepflegten Fingernägeln auf dem Setdenbezug« des Dioans schabte.
„Aber — nun, Du mußt es ja doch noch einmal erfahren — gerade tst er fort, da schickt der Bürgermeister herüber — Gräfin Polauco kommt dennoch, trotz ihrer Absage."
seiner Erwiderung auf Lord Sperrer noch erheblich mehr darin. Er behauptete nämlich frisch weg: England sei in Südafrika „unbillig angegriffen worden" — „die Buren hätten den Frieden gebrochen, die Rechte Englands verachtet und die Befitzungen des Königs mit Elend und Verwüstung überzogen. . . ." Und die edlen Lords spenden ihren Beifall! Was soll man daran merkwür- diger finden: di« schier unglaubliche Fälschung der Thatsachen, deren der greift englische Mmifter- präsidrnt sich schuldig macht, oder die geradezu einzige Keckheit, mit der in dieser Weise auf die Dummheit oder auf die Mitheschelei der Engländer M«b anderer Menschen spekulirt wird?
Natürlich soll Alles die Antwort fein auf die Ausführungen der Redner, die im deutschen Reichstage mit England, mit Herrn Chamberlain und mit dem Burenkriege in Südafrika sich befchäfligte». Und da kann man nur einen Schluß daraus zfthen: nämlich de«, daß England in feiner Stellung und in feinem Staatsgiwiffen sich ganz außerordentlich schwach fühlen muß, da es in seiner Entblößung und Scham zu so elenden Mitteln seine Zuflucht nimmt, um feine moralischen Blößen zu decken. So würdelos benimmt sich nur der, der sich vollkommen in die Sage getrieben fühlt, der vor Verlegenheit und auch innerlicher Furcht kaum noch seiner selbst Herr ist. Denn daß man andere Leute durch solche hohle Ruhmredereien über die wahre Sachlage hinwegtäufchm könnte, als einige Wlglänsrr, dis geflissentlich einer solchen Täuschung sich hinzugebsn scheinen, können die politischen Drahtzieher m London selbst nicht glauben.
Die Thronrede des Königs Eduard enthält noch einen andern Sutz, der an innerlicher Unwahrheit seines Gleichen sucht. „Der Schauplatz des Krieges ist erheblich kleiner geworden; sie Industrie wird in meinen neuen Kolonien wieder ausgenommen." Unter „meinen neuen Kolonften" find natürlich Transvaal und der Oianje-Freistaat gemeint. Run, diese „neuen Kolonien" werden dem Herren in London schon «och genug zu schaffe« mache«. Vielleicht erleben wir noch den Tag, an dem die ganze britische Herrlichkeit in Südafrika zusammenbricht und der letzte britische Beamte und Soldat von einer mächtigen Volksbewegung nach dem Hafen von Kapstadt gedrängt wird — „zu Schiff nach England". Eins Nation aber, deren Politik, deren Staatsmoral auf der Grundlage so gröblicher Heuchelei aufgebaut ist, kann unmöglich beanspruchen, von den Kal- turvölkem der Erde mit Hochachtung betrachtet zu werden.
Dr«jsches Msich-
Berlin, 17. Januar.
* Heute Mittag sand im Rittersaale des Gtadtscylosfts die Aufnahme von 6 neuen Rittern des KHwarzsK Adlrro»de«s durch den Kaiser statt. Paarweise wurden ausgenommen Prinz Eitrl Friedrich und btt Großherzog von Mr cklenburg- Schwerin, als deren Pathen der Kronprinz und Prinz Heinrich fungitten; sodann
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Johann Wrchslm stand auf und trat dicht vor den Litz Frau Maries. „Em Zufall setzt mich in die Lage," sagte er scharf, „den Zusammenhang der ganzen Geschichte zu errathrn. Ich will ganz kurz fein und lange Worte sparen. Hans ist noch ein dummer Junge —"
„Er ist Drin Sohn," warf Frau Marie spitzig ein.
„Wohl. Und eben darum würde ich nie in seine Heirath mit der Polanco einwilligen. Es wird auch wohl nicht mehr als eine bloße Laune von ihm fern."
Mit der Gräfin Polanco meintest Du gewiß. Im übrigen kann ich Dir nur sagen, daß Hans fest entschlossen ist, jene Dame zu heirathen."
„Und Bu magst wissen, liebe Marie, daß ich ihn in diesem Falle gänzlich enterben würde."
Fran Marie brach wieder in Thränen aus. „Rcderwater!“ schluchzte sie in tiefster Empörung. „So könntest Du handeln?"
„So würde ich handeln."
„Aber — mein Gott, sie find ja doch schon verlobt!"
Johann Wilhelm lachte auf. „So weit wären wir also schon? DaS ist doch stark! Da werde ich mir den Burschen sofort herdepeschiren."
„Als ob er daraufhin käme!" höhnte Frau Marie. „Er wird so rote so wieder zurück- fahren, da dir Gräfin nun doch nach hier kommt."
Das war richtig. „So, dann wollen wir avch vorläufig über die Sache kein Wort roei.er verlieren!" Vorläufig l"
„Will sehen, waS dft Zukunft' bringt," ent- Segnete Frau Marie, bemüht, einen hsssnungs-
der Oberstschenk Herzog zu T-achrnöerg un& und General Lentz-, die Generäls Graf Fincken« stein und v. Lmdcqrist. Hierauf fand ein Kapitel des Schwarzen Adlerorsens statt, an das sich eine Frühstückstafel anschloß.
ss AmrriLa Hahrr des ^ri*ge* Keiurich gestaltet sich zu einer Kundgebung ersten Ranges. Der Prinz wird begleitet werden vom Staatssekretär der Marine, dem Admiral von Tirpttz, von seinem Hofmarschall, dem Vizeadmiral Freiherrn von Seckendorfs, dem Generaladjutanten General von Plessen und mehreren anderen hervorragenden Offizieren. Aus dem Silberschatzs des Kaisers bekommt der Prinz die kostbarsten Stücke mit auf die Reise, so daß die Feste, die er an Bord der Kaiserpacht „Hohen- zollern" veranstalten wird, in jeglicher Hinsicht glänzend aurfallen werden.
* Wieder ein MsiN Zwischen dem Land- rath von Springe, Herrn von Bennigsen, dem ältesten Sohne des früheren Oberpräsidenten der Provinz Hannover und dem königlichen Domänenpächter Altenhagen wurde gestern ein Zweikampf auSirrtrageu. Herr v. Bennigsen erhielt, wie dis «Germ Mia'meldet, einen Schuß in die Brust, er wurde von feinem Bruder in Las Henriettenstist nach Hannover gebracht, wo er schwer verwundet darniederliegt. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Der Duellgegner Alter Hagen reiste sofort nach Hameln ab, um sich der "Behörde zu stellen. Die Veranlassung zu dem Duell soll, wie behauptet wird, eine Dame gegeben haben. — Ern anderer Sohn der nationalliberalen Parteiführers v. Bennigsen, welcher jetzt Landeshauptmann von Neu-Guinea ist, hatte tm Jahre 1895 als Finanzdirektor von Deutschostaftika ebenfalls ein Duell, weswegen er zu drei Monaten Festung vrrurtheilt, aber unmittelbar nach Antritt seiner Straft auf der Festung Wesel begnadigt morde* ist. Der aeftern im Duell verwundete Landrath von Bennigsen ist dem ,Hann. Kour/ zufolge ver- heirathet mit der Tochter des Domänen-- pächters Frnherrn von Schweben in Springe, welche die Veranlassung zum Duell gegeben haben soll. Der Forderung ging eine Auseinandersetzung mit dem Gegner Altenhagen in b? ffm Wohrrung voraus. Das Duell fand in '- achftrr Nähe des kaiserlichen Jagdschlosses Saupark statt. Bennigsen ist gleich nach dem ersten Kugelwechsel kampfunfähig gewacht worden. Er würde in ein nahes Haus gefchafft, roo ein Arzi aus Springe den ersten Verband anlegte. Alsdann wurde der Verletzte rnittels TragkorbeS unter Begleitung feines Bruders, des Gouverneurs v. Bennigsen aus Neuguinea, und seines Vaters, deS Oberpräfidenten a. D. von Bennigsen, in das Krankenhaus gebracht. Frau Landrath o. Bennigsen Hütte bereits am Dienstag vor dem Duell das Haus verlssftn, um zu ihrer Schwester nach Leipzig zu fahren. Die fünf Kinder des Landraibs wurden auf das Gut des Großvaters nach Bennigsen gebracht.
h DoveSs zur Kr»«Rt«»ei»steuer. Der erste Grund zu einer Verständigm^ über die Branntweinsteuer ist geleat. Am Donnerstag hat gegen Abend im Reichstage eine freie Be- rathung van Brrtretern mehrerer Parteien freudigen Klang in ihre Stimme zu lögen. „Haus hat bei seiner Herzensroabl die Sym- paihien und den Segen ferner Mutter.^ MU dlitzersden Augen Und fliegendem Athem rauschte sie hinweg.
Ti-faufsruftrnd fant Johann Wilhelm auf einen Stuhl am Fenster. Im Ltchtkreis der Kaslaternen, die hier draußen noch in Herrschaft waren, tanzten wieder die Schnseflocken wie silberne Motten, die dem Lichte zustrebten, und breiteten eine neue, jungfräulich weiße Decke auf de» tagsüber durch Fußstapsen und Wagenspuren beschmutzten Schnee, der mit fahlem Schein weithin schimmerte, wahrend sich das Dunkel der Nacht fast köcperlich dicht darüber legte.
Der Millionär senkte das Haupt in die Hand, weiche auf der Stuhllehne ruhte, und dachte mit steigender Erbitterung an das letzte Gespräch mit Frau Maris zurück. Am meisten kränkte ihn trotz allem die Gefühllosigkeit, wckche sein Sohn ihm gegenüber gizeigt hatte, sowie die Vrrblrnörrvg feiner Frau. Der Herzensangelegenheit an und für sich legte er w<nia Bedeutung bei; sein Sohn, der keinerlei Energie befaß, oder die Polaneo würde mit sich reden lcssen. Bevor er zu einer solchen Heirath ferne Zustimm mm gäbe — lächerlicher Gedanke! sähe et noch lieber seine Thtloa al8 Frau des Buchhalters sohncs. Er lachte auf. Wie sonderbare Ideen kamen ihm h:ute Abend! Thilda und Hemrich Scheftr —; aber schon konnte er an diesem' Gedanken gar nichts Lächerliches mehr finden. Heinrich war ein braver Junge und Sohn des Buchhalters und früheren Diurnistin; seine Thilda hingegen war dft Tochter de»