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Jts. 11.
JuLöct- Mittwoch, den 15. Januar 1902.
29. Jahrgang.
lachte aus vollem Halse, mährend der unglückselige Besucher dasaß und schier zu verzweifeln schien.
„Wie viel haben Ihnen die Banditen denn abgeknüpft?" fragte endlich der Polizeipräfident, um wieder, wie es sich für die ganze Scrnerie ziemte, bai Praktische zu berühren.
„Meine ganze Baarschaft," jammerte der Bürgermeister, „dreihundert Mark."
„Freuen Sie sich, daß es nicht mehr ist!" war die ganze Antwort, die den Armen trösten sollte. „Werde Ihne« gleich die Summe überweisen lassen."
Der Polizei« Lhef klingelte, gab dem Bürgermeister eine Anweisung und ließ ihn von dem eintretenden Ktuppk« zur Kaffe führen. Dann gab er ihm die Hand zum Abschied und sagte chm dabei: „Hätten Unterricht billiger haben können, sparen aber sitzt Herumlaufe« mit meinem Schallow. — Grüßen Sie Schwiesen! Morgen!"
Der Bürgermeister von Schwiesen «ar fast zu Thränen gerührt, als er dem Polizeipräsidenten von Berlin die Hand drückte.
Der Polizeipräfibent lächelte mit amtlicher Freundlichkeit und ließ sich, als der Bürgermeister fortzegange» war, seinen Schallow komme», mw ihm das tragikomische Abenteuer des arme« Schwiesener Bürgermeisters zu erzählen.
Beide lachte« herzlich dabei.
Ei» paar Stunden später saß der Polizeipräsident in voller Arbeit, als Stuppke eintrat und meldete: „Der Bürgermeister von Schwiesen."
„Schon wieder? Ist ja heute gar nicht tost zu kriege«!" rief der Polizeipräsident ungeduldig.
„Zu Befehl, Herr Präsident, es ist ein anderer."
„Mn anderer Bürgermeister von Schwiesen?" rief mit weit aufgesperrten Augen der Polizeipräsident und sah St/ppke an, als ob er ihn auf seine Nüchternheit hin untersuchen wollte.
„Bielleicht hat Schwiesen zwei Bürgermeister, wie Berlin. Schwiesen wird Weltstadt!" sagte Stuppke.
„Ruhe!" schrie der schon sehr nervös gewordene Polizeipräfident. „Soll eirtrete«!"
Der Bürgermeister von Schwiesen. Böttchermeister Kramer, trat ein, ein älterer freundlicher und etwas schlicht aursehender Herr, der mit künstlicher Gewandtheit auf den Polizripräfiden- test zuschritt, vo« dem er scharf argrblickt rvmde und sehr viel Worte machte, al- er mittheilte, er sei der dem hochwohllöbl. Polizeipräsidium »om Magistrat in Schwiesen angekündizte Bürger- meister, der zu deut in dem Schreiben angedeute- iex Zwecke nach Berlin gekommen und dem fördernde« Wohlwollen der Behörde« empfohlen sei.
„Der war schon heute Morgen da!" rief der Polizeipräfident, der überzeugt war, daß er einen Betrüger vor sich habe.
Der Bürgermeister von Schwiesen konnte nicht mißverstanden haben und traute doch seine« Ohren nicht. Der Polizeipräsident klingelte. Stuppke erschien. „Schallow soll kommen!" Schallow kam sofort.
„Kennen Sie den Manu, Schallow?" rief der Polizeipräsident diesem entgegen.
Schallow sah den Bürgermeister von Schwie- en genau an. Nein, er kannte ihn nicht, und er kannte doch bei Verbrecher-Album genau. Er wollte es aber nochmals genau durchsetzen, viel- richt fand sich ein Porträt darin, das auf die Spur führte. Er ging wieder fort, um sich an die Arbeit zu machen.
Der Polizeipräfident blieb mit dem Bürger- meister allein und nahm diesen in ein scharfes Verhör. Der Bürgermeister war gestern Abend von Schwiesen mit dem Acht-Uhr-Zugs angekom- me» und war im „Central-Hotel" abgestiegen. Merkwürdig, genau wie der andere! Er wäre cho» in der Frühe auf das Polizeiprästdium ge- omme«, «en« ihm nicht ein vertrauenerweckender Mann, der auf der letzten Station in fein Koupee grstiege«, gesagt hätte, daß der Herr Polizei- iräfident sich in den Vormittagsstunden nicht prechen ließe ur-d vor dem zweiten Frühstück nicht recht genießbar sei. Da- habe ihm der Mann wir jemand gesagt, der e8 genau wisse, und der Man« habe überhaupt eine« so guten Eindruck auf ihn gemacht, daß er ihm seinen Namen genannt und mitgetheilt habe, zu welchem Zwecke er nach Berlin fahre. Er habe ihm ein- ach eine Kopie des Briefes des Magistrats gezeigt, welche er als Legitimation mitgebracht abr.
Der Bürgermeister von Schwiesen hatte beretts diese Kopie aus einer kolossalen Brieftasche heraus- rsucht und hielt «u« daS Dokument in der Uternden Hand.
„Ist es beim möglich?!" rief der Polizei- Prästdent.
„WaS soll denn möglich sein?" fragte der Bürgermeister und fuhr dann fort: „Mein neuer
muß er eine umfaffrndere Abwehr der neuen antichristlichen Kulturkampfbeweg- u n g, die vom kirchenfeindllchrn Sozialismus und Liberalismus gefördert wird, aufnehmen. De« Kampf, de« er gegen diese beiden, der christlichen Kultur feindliche» Mächte vo« Anfang an geführt hat, muß i» neuer Gestal geführt werden. Alle bisher erprobten Mitte bei Volksvereins müssen diesem Abwehrkampfe dienstbar gemacht werde«. Neue Aufgaben verlangen aber auch vermehrte Mittel! Jetzt güt es daher, noch einma bei alle« Säumigen, die bisher der Einführung des Vereins beziehungsweise dem Anschluß ei dknselvrn passiven Widerstand entgegengesetzt habe», anzuklopfen und sie an ihre Pflicht zu erinnern, in diesem uns aufgedrungenen Kampfs für ussrren Glauben und unsere Kirche sicht chiilnahmSlos zuzusehen, sondern mit Hand anzulegen und den Verein zu unterstütze», der neben seinen wichtigen sozialen Aufgabe« mit in erster ßüie diesen Kampf auszufechten übernimmt.
)( Der Verein der Vereine.
Der Begin« eines neue» Jahres ist im katholischen Vereinsleben eine besonders wichttge Zeit, da es barm vor Allem gilt, unseren Vereine« die alten Mitglieder zu erhalt?« und Reue hinzuzugewinnen. Es muß daher auch wieder auf demjenigen Verein die Aufmerksamkeit gelenkt werden, welcher in unserem Bereinsleben die erste Stelle entnimmt, wenigstens ein nehme» soll, und dennoch von vielen Katholiken «och zu wenig gekannt und gewürdigt, an manchen Orte« recht stiefmütterlich behandelt wird. Dieser „Verein aller Vereine", um mit dem Abgeordneten Dr. Lieber zu redrn, „das weite Himmelsgewölbe, das sich; wölbt über den Palästen und Hütte« der sämmt- lichen übrigen katholischen Vereine", soll der Volksoerein für das katholische Deutschland sein. Kein deutscher katholischer Man», der sich seiner Pflichten bewußt ist, darf heute in diesem Vereine fehlen, bai ist bie ernste Mahnung, welche die Osnabrücker Generalversammlung der Katholiken Deutschlands mit dem größten Nachdruck ausgesprochen hat. Und es ist wohl angezeigt, diese Mahnung jetzt zu Beginn eines neuen Jahres zu wieder, holen; jetzt vor Allem gilt cs ja zu zeigen, daß die Katholiken Deutschlands , eine solche, von ihre« bewährtesten Führern ausgesprochene Mahnung nicht ungehört verhalle» lassen werden.
Oder können die deutsche« Katholiken in den schweren Kämpfen der Gegenwart eine einheitliche Organisation, wie ste der VoMvrrrin bittet, etwa entbehren? Line treffliche Antwort auf diese Frage gab fa Nummer 10 drs letzten Jahrganges , Der christliche Bauer", Organ der christliche« Bauernvereine Bayern».
„Der katholische Volksoerein", hieß e« da, „ist eine Nothwendigkeit; denn unsere Zeit gleicht einem großen Kampfplatze, wo Ehristenthu« und Gottesleugnung am bie Weltherrschaft ringen. Neben dem religiösen Kampfe geht tiefes Mißbehagen und laute Unzufriedenheit über unsere wirthschaftlichen Verhältniffe durch alle Kreise des Volkes. Da« Verlangen nach einer Neugestaltung unserer Er werb «verhältniffe ist allenthalben erwacht. . . Der Volksoerein für da« katholische Deutschland kämpft für bie Erhaltung des katholischen Glaubens und arbeitet für bie soziale, gesellschaftliche Verbesserung auf christlicher Srunblage. Er ist darum ein besonderer Gegner der Sozialdemokratie, bie im «eiste der gotte«leugnerischen Weltanschauung unsere sozialen und politischen Verhältniffe umgestalten will und die, wenn ste wirklich zur Macht gelangte, nur Verwirrung und Trümmer schaffen könnte..."
Nachdem ,Der christliche Bauer' sodann bier Fage deS Anschlusses ganzer Ver- eine an ben Volke verein als ein AuS- hilssmittel bezeichnet hat, um die weitere Ausbreitung des VolttverttnS zu fördern, weift er auf de« Nutzen des letzteren hin, der aus den Mittel« ersichtlich fei, womit der Volksverein arbeite. „Dazu gehört vor Allem die Aufklärung des katholische« Volkes über bie brennenden Fragen der Gegenwart. Dazu venheilt der Volksoerein Schriften millionenweise in seinen Flugblättern, achtmal im Jahre an bie Mitglieder in feinen VereinShefteu. Die Probe ist schon in der Zollfrage gemacht. Dank der ausklärenden Thätigkeit bei katholischen Volks Vereins erkennen Arbeiter und Handwerker, die ihm angehSren, die Nothlage der Landwirthschast und die Nothwendigkeit einer mäßigen Erhöhung der landwirthschaft- lichen Zölle an. Dari« liegt aber für die Erreichung der Forderungen der Landwirthschast ein großer Vortheil. Umgekehrt ist es aber auch nothwendig, daß bie Bauern Einblick gewinnen ' in die Lage der Arbeiter und Hand-V werker, und so ein Berftändniß für ihreI Forderungen faffen. Dann schlingt der katho- ! lische Verein bai Band der Brüderlichkeit um alle Erwerbsstände und macht den Grundsatz: Leben und leben laffen zum Gemeingut des deutschen Volkes." — i
Mözen diese treffliche« Winke überall, vor Allem aber in Bayern, selbst recht oiel Brachluug < und Befolgung finden!
Jahr um Jahr hat bet Volksverein neue Gebiete sozialer Thätigkeit mit erfreulichem 1 Erfolg bebaut und dabei gleichmäßig allen 11 Ständen seine Wirksamkeit gewidmet. Aber noch manche neue Aufgaben werden an die | Thore des Volksoerews pochen. Zur Zeit | j
Der Bauernfänger.
Eine Berliner Seschichte.
Der Polizeipräfident von Berlin trat gegen 10 Uhr Morgens in fein Bureau. Es war en einem kalten Dezemdertagr; aber in dem Bureau herrschte eine angenehme Temperatur, der man es sofort Mmerkte, baß hier auf Kost;« des Staates geheizt wurde. Der Polizeipräsident fetzte sich an den Schreibtisch vor bie «»gelangten Briefschaften. Zuerst öffnete er bie Schreiben, welche er mit kundigem Blicke als die vo« Be- hördL« erkannte. Eine« ber ersten, in eisern mit thalergroßem Siegel verschlossenen Umschlag ver- arrlaßte ihn, die elektrische Klingel in Bewegung zu setzen.
Ein Beamte, der da« Amt eines Polizei- Kammerdieners bekleidete, trat geräuschlos ein.
„Stuppke," sagte der Pslizewräsideut zu ihm, während er den eben gelesene« Brief noch i« ver Hand hielt, „da wirb vom Magistrat in Schwiesen der Bürgermeister bei uns angemelbet. Soll hier Bauernfang studiren, weil in letzter Zeit etliche Baurrnfänger in Schwiesen aufgetaucht find. Wenn der Mann kommt, gleich 'reinführen, er heißt — der Polizeipräsident blickte tn de» Brief — Kramer, werde ihm ben Kriminal- schutzixami Schallow beigebe«, der ja Bescheid weiß!"
„Na, ob!" wagte Stuppke zu sagen.
Der Polizeipräsident sah ihn wegen dieser Bemerkung fast erschrocken an, van« in einet Anwandlung von unbeschreiblicher Güte, wie einen große« Verbrecher begnadigend, sagte er mit einer leichten Bewegung bei Kopfes: „'s ist gut. Schallow kann komme«!"
Stuppke ging mit einer militärisch strammen Wendung ab, froh, wegen seiner unbegreiflich kecken „Na ob" »och so gut davongekommen zu sein. Der Polizeipräfibent überflog noch einmal den Brief des Magistrat« der guten Stabt Schwiesen und dabei streifte eine gewisse Heiterkeit feinen strengen Ausdruck.
„Nicht übel," sagte er dabei so schroff vor sich hin, daß bie Cigarre zwischen seinen Lippen einen Seiteusprung machte.
Schallow trat ein. Schallow war der be» scheidwiffende Kriminalschutzmann, dessen hervorragende Kenntnisse auf dem Gebiete des Bauern- fangs von ben Berichterstattern der Presse oft lobend hervorgehoben und eben noch von Stuppke durch feine zweisilbige Bemerkung in das hellste Licht gerückt worben waren.
„Befehlen, Herr Prästbent —'
„Schallow," sagte der Höchstkommaudirrnde, „da kommt zur Abwechslung wieder 'mal ein Bürgermeister, der Bauernfang hier an der Quelle stndiren soll, damit sie in seiner Weltstadt wisse», wie mit ben Kerls umspringen. Heißt Kramer, ehrsamer Bürgermeister. Werde ihn an Sie weise«. Zeige« Sie ihm Schlupfwinkel und Jnbioibuen und sagen ihm, wie damit umzusprinzen! Wirb ja nicht viel nütze«. Aber kann das dem Mann? doch nicht sage« und ihn abweisen. Ist ja Behörde. Wisse« also Bescheid, Schallow, tösr.en’S kurz mache«, habe» mehr zu thun!"
Schallow sagte nichts, er war überhaupt wortkarg, besonders dem Polizeiprästdertteu gegenüber, der immer alle sagte, waS zu sagen war.
Kaum war Schallow abgetreten, so meldete S.uppkt de« Bürgermeister von Schwiesen, de« Böttchermeister Kramer.
„Könnt' wohl nicht früher kommen. Besuch bei tagschlafender Zett," murmelte der Ehrs. Dan» sagte er: „Eintreten!"
Der Eintretende war eine gewöhnliche Erscheinung, wie sie der Uebetgang vom Bauer zum Bürger charakterifirt. Man sah ihm die
- kleine Provinzialstadt an. Er verbeugte sich breit und würdevoll mit dem Stolze, den eine hervorragende Stellung in der Stadt Schwiesen einflößt, und mit der Ungeschicklichkeit, die et seiner
’ Erziehung und seinem Umgänge verdankte.
„Morgen," sagte der Polizeipräfident, der ■ sich ein ganz klein wenig erhoben hatte. Dann wies er auf einen Stuhl und setzte hin,»: „Bitte!"
Der Gast setzte sich bescheiden ««der.
„Der Herr Bürgermeister komme« so früh," begann der Polizeipräsident.
»Ich bitte deshalb um Entschuldigung. Es war so unruhig im Hotel, u*b dann möchte ich auch den Tag so nützlich wie möglich verwende», damit ich in längstens zwei Tagen wieder davon reisen lan». Schwiesen ist klein, mutz aber trotzdem verwattet werden. Glauben Sie Excellenz, baß es so rasch gehen wird?"
„Bin nicht Exzellenz, einfach Polizeipräfident oder Herr von," warf der Erfragte ein. „Können ganz gut in zwei Tage» wieder ab» dampfe«. Werde Ihnen einen Beamte» mit» gebe», Schallow, Kriminalschutzmann Schallow, kennt bie Bauernfängerei gründlich, wird Ihnen alles Nöthise zeigen und mittheilen, daß Sie in Schwiesen Maßregeln treffen könne«. Wird frei» sich wenig nützen."
„Meinen Sie?" fragte der Bürgermeister ängstlich.
„Ratürllch," antwortete der Polizeipräsident, „Bauernfänger find gerissene Jungen; selbst uns, die immerfort damit zu thun Haven und doch auch nicht auf be« Kops gefallen, geben die Gauner manchmal was zu rache«. Uns!"
„Nicht möglich!" sagte derart verblüfft der Man» aus Schwiesen, als hätte ihm bet Polsi zeipräfibent erzählt, der Kölner Dom sei gestoh- len worben.
„Also —." Mit diesen Worten deutete bet Polizeipräfibent seine Bereitwilligkeit an, bem Besuchet zum Abschiede bie biedere Rechte zu schütteln, wie ein Man«, dessen Augenblicke kostbar find. 8bet daS „Also" hatte keine Wirkung. Der Gast blieb fitzen.
„Haben Sie noch 'was?" fragte ihn der Polizei-Ehes.
„Noch eine Bitte," sagte der Man« aus Schwiesen. „Der Magistrat hat mich in dem Schreiben, in welchem er mich ankündigte, an Sie auch für den Fall geroiefen, daß ich Geld brauchte, und e« ist mir gestern Abend etwas paffkt, waS mich ganz blank gemacht hat."
„Nanu!" rief der Polizeipräfident. „Was pafftet? Heraus damit!" Und et beugte sich Übet die Lehne seines Sessels zu dem Fremden, nm kein Wort von bem, was er hären sollte, zu verlieren, währenb ein vielsagendes Lächeln die Strenge seines Ausdruckes verscheuchte.
„Ich komme gestern Abend mit dem Acht- Uht-Zuge an, fahre in das „Central-Hotel", mache mich sauber und gehe „Unter den Linden" spaziere«. Prächtig war es. Die Hellen Schaufenster, die vielen Menschen —"
„Weiß schon," drängte der Hörer. „Kenne die Linde«. Weiter!"
„Da kommt ein älterer Herr auf mich zu, >er mir ein Taschentuch zeigt und mich fragt, ob ch daS verloren hätte, es läge da auf der Straße. Ich dankte und sagte: Nein. Dann wolle er es >em Schutzmann geben. So kamen wir ins Gespräch und bummelten. ES war ein wirklich liebenswürdiger Mann, der viel zu erzählen wußte, und ich war sehr froh, als er mich auf« orderte, mit ihm in eine einfache aber solide Weinstube zu gehen und zu Abend zu essen."
.Wurde da nicht Klavier gespielt und gesunken?" unterbrach ihn der Polizeipräsident, ber mmer heiterer zugehört hatte.
„AÜerbingS, es war höchst unterhaltend. An unserem Tische saßen noch einige Herren, in welchen mein Begleiter Landsleute fand. Diese Herren spielten ein merkwürdiges Spiel, das igentlich gar kein Spiel war, sondern ein Kunst- Ück. Der Spieler hatte in ber linken Hand ben i iique-Bube«, in ber rechten zwei anbere Karten, und nachdem er bie drei Karten auf ben Tisch c eworsen hatte, sollte man rathe», welche von men ber Maue-Bube —a
Ei» Gelächter des Polizeipräfidenteu unter» »rach den Erzähler, der den Lachenden halb er. iaunt und halb beleidigt ansah. Der Polizei- »rästdent war aufgesprungen und rief: „DaS ist >roßsrtig! Lieber Freund! Sie haben gestern Ibend Bauernfang an ber Quelle stndirt, können Examen mache«, brauche« gar nicht weiter zu arbeiten, Ihr liebenswürdiger Begleiter, Sanner in Folio, hat Sie gewarnt vor Spiel, hat selbst aber mehrmals Pique-Buben herauSgefischt und ernennen, bann find Sie selbst in die Falle ge« angen und haben auch richtig alles verloren. 8eiß alles, als ob ich babri gewesen wäre. Sind ganz gemeinen Bauernfängern auf ben Leim gegangen, brauche« sich gar nicht weiter in Berlin zu bemühe«!" Und der Polizttprästdent