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*CTfl^Tn(CTatf J. Parzelle» iu Sulkr. *' mit Anterhaktungs-Meikage „IssuHrirte Sonntags-Zeitung"
Jts. 6.
Juwel, Donnerstag, den 9. Januar 1902,
29. Jahrgang.
LU Eröffnung des preußischen Landtages.
Ministerpräsident Graf Bülow eröffnete heute (Mittwoch) den preußischen Landtag mit der Verlesung folgender Thronrede:
Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtags! Seine Majestät der Kaiser und König haben mich mit der Eröffnung des Landtags der Monarchie zu beauftragen geruht. Die Ungunstder allgemeinen wtrthschaftlichen Berhältnisse hat auf die Gestaltung der Staatssinanzen im laufenden Etatsjahr nicht ohne Einfluß bleiben können. Während die Rechnung für das Borjahr 1900 noch mit einem beträchtlichen Mehrertrag abschloß, ist für das Etatsjahr 1901 nach den bisherigen Ergebniffen ein günstiger Abschluß nicht zu erwarten, indem namentlich die Einnahmen der Staatseisenbahneu wesentlich hinter dem Voranschläge zurückbleiben werden. Der Entwurf deS Staatshaushalts- Etats für »902 wird Ihnen alsbald vorgelegt werden. In demselben habe« die Einnahmen des Staates im Hinblick auf den Rückgang der Ueberschüffe der Staatsbetriebe besonders vorsichtig und deshalb niedriger, als im laufenden Etatsjahre veranschlagt werden müffen. Auch fällt in das Gewicht, daß die Deckungsmittel für den eigenen Bedarf Preußens durch die ungünstige Gestaltung des finanziellen Verhältnisses zum Reiche eine nicht unerhebliche Schmälerung erleiden. Wenn gleichwohl Einnahmen und Ausgaben ohne Rückgriff auf den Staatskredtt das Gleichgewicht halten, so ist dies wesentlich dem Umstande zu verdanken, daß durch eine reichliche Bemeffung des ExtraordinariumS in den letzten Jahren eine Reserve für minoer günstige Zeiten gewonnen ist. Es ist daher möglich gewesen, nicht nur für die regelmäßig nothwendigen Ausgabesteigerungen die erforderlichen Mittel verfügbar zu machen, sondern auch auf den verschiedensten Gebiete» der Staatsverwaltung neuen Ausgaben gerecht zu »erden.
Zur Berbefferung der Wohnungsverhält« »isfe der in staatlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter und der gering besoldeten Beamten sind zu wiederholten Malen mit Ihrer Zustimmung staatliche Mittel bereit gestellt worden. Da ein Fortschreiten auf diesem Wege im Interesse der staatlichen Arbeiter und Beamten dringen» erwünscht ist, wird Ihne» alsbald ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, in dem höhere Mittel als bisher, zugleich unter Ausdehnung des Kreises der zur Berücksichtigenden, von Ihne» erbeten werden. An der im Vorjahre angekündigten Absicht, die bisherige Dotation der Pro- vtnzialverbände durch Ueberweisung weiterer Etaatsrentrn zu erhöhen, hält die EtaalSregierung ungeachtet der ungünstigeren Gestaltung der Finanzlage fest. Die erhebliche Steigerung der Armen« und Wegelasten läßt namentlich in de» wirthschaftlich schwächeren Provinzen und den zugehörigen engeren Kommunalverbänden eine wirksame Erleichterung durch den Staat geboten erscheinen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird Ihnen unverzüglich zugehen.
In Folge der allgemeinen wirthschaftliche« Lage sind die Betriebsleistungen und hiermit die Betriebseinnahmen der Staatseiscnbahn zurückgegangen. Wenn dementsprechend auch der Betriebsaufwand einzuschränken ist, so wird bi« Eisenbahuverwaltung dennoch durch Erhöhung der Bauthätigkeit
Der Spekulant.
6) Original-Roman von Hans Dahlen.
--(Nachdruck verboten)
Johann Wilhelm tröstete seine Frau, die ganz unglücklich aussah. „Närrchen,* sagte er leichthin, „laß Dich das alles noch nicht kümmern. Bis zum Frühjahre ist noch weithin."
„Du hast Recht," entgegnete sie. „Inzwischen will ich beten, daß die Veränderung nicht eintriit — und daß Du glücklich wirst," fügte sie weh- müthig lächelnd bei.
Johann Wilhelm schwieg und trank nachdenklich seinen Wein au». Es war mittlerweile spät geworden; kein Laut drang mehr von draußen herein, auch im Hause war es ktrchensttll. Frau Marie zeigte unverkennbare Spuren von Müdigkeit, und er schickte sie energisch zu Bett. „Willst Du denn noch aufbletben?" fragte sie verwundet t, schon von der Thür her. „Ja, geh' nur. Ich habe noch zu thun."
Frau Marte gab sich gern mit dem Bescheid zufrieden: sie war sehr ermüdet und sehnte sich nach Ruhe. Johann Wilhelm war allein.
In Wirklichkeit hatte er nicht« mehr zu thun, es war nur ein Vorwand gewesen. Er wollte allein sein und ungestört den Gedanken nachgehen, die ihn bewezten.
Die Luft im Zimmer war dumpf und verbraucht; er erhob sich unv trat ans gartenwärt« gelegene Fenster, öffnete beide Flügel und blickte in die sternklare Nacht. Ein leiser, frischer Wind regte draußen die thaubefeuchteten Schwingen und strich kühlend über die heiße Stirn des Speku-
vermehrte Arbeitsgelegenheit geben und die GewerbethätiMt im Lande durch Zuweisung umfangreicher Aufträge nach Möglichkeit unterstützen. Die Staatsregierung hofft hierdurch zur Ueber- windung der gegenwärtigen wirthschaftlichen Schwierigkeiten beizutragen. — Die Erweiterung des Staatseisenbahnnetzes und dir Unterstützung deS Baues von Kleinbahnen im Lande wird die Bewilligung erheblicher Mittel erfordern.
Die Regierung Er. Majestät des Kaisers erachtet die Ausgestaltung unserer wajserwirth schaftlichen Verhältnisse im Jntereffe der Landeskultur und des Verkehrs fortdauernd als ein dringendes Bedürfniß für alle Theile des Vaterlandes, sie wird Ihnen seiner Zeit eine neue Vorlage unterbreiten.
Der Gesetzentwurf, betreffend die Heranziehung gewerblicher Unternehmungen zu Vorausleistungen für de» Wegebau, konnte wegen des Schluffes des Landtags im vorigen Jahre nicht mehr vorgelegt werden: er fall alsbald an Sie gelangen. Die Gesetzvorlage, betreffend die Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M., welche die Linderung der Wohnungsnoth durch Schaffung von Baugelände bezweckt, wird Ihrer Entschließung von neuem unterbreitet werden. Die durch die wiederholten WüterungSunbilden hervorgerufene schwierige Lage der Landwirthschaft in den östlichen LandeS- theilen, namentlich in den hart betroffenen Provinzen Posen und Wefipreußen, haben das landesväterliche Herz Sr. Majestät deS Königs mit Sorge und tiefer Theilnahme erfüllt. Die Staatsregierung hat die zur Erhaltung zahlreicher, insbesondere kleinerer Landwirthe im Besitz- und Nahrungsstande noihwendigen Maßregeln in Voraussetzung Ihrer Zustimmung ungesäumt zur Durchführung gebracht. — Die neuere Entwickelung der Rechtswissenschaft hat namentlich seit dem Inkrafttreten des bürgerlichen Gesetzbuchs eine Erweiterung und Vertiefung des Rechtsstudiums zur Folge gehabt, für welche der diesem bisher zugemeffene dreijährige Zeitraum nicht mehr ausreicht. Eine Vorlage, welche dem Bedürfnisse nach einer Verlängerung der Studiendauer unter gleichzeitiger Abkürzung deS juristische nBorberei tu ngSdienstes Rechnung trägt, wird den Gegenstand Ihrer Beschlußfassung bilden. Hieran anschließend wird auch die Vorbereitung für den höhere» Verwalt« gSdienst eine andere Regelung erfahren.
Die Verhältniffe in den doppelsprachigen LandeStheilen de» Ostens der Monarchie haben eine Gestalt angenommen, welche die ernsteste Aufmerksamkeit der Regierung erheischt. Es ist eine Frage der Selbsterhaltung für den preußischen Staat- in seinen östlichen Provinzen dem Deutschthum die politische und wirthschaftliche Stellung zu erhalte», auf welche cS durch seine lange, unter der »eisen Fürsorge der hohenzollernschen Fürsten geleistete Kulturarbeit gerechten Anspruch erworben hat. Die königliche Etaats- regierung wird die Pflichten, welche ihr bte Pflege des Deutsch thums im Osten und die Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen auferlegen, mit Festigkeit und Stetigkeit erfüllen. Sie zählt dabei auf die wirksame und furchtlose Mitarbeit der deutschen Bevölkerung in jenen Landestheile» und nicht minder auf die Unterstützung des gesammten Volkes, das ein Zurückdrängen deutscher Sprache und Sitte als einen Angriff auf die nationale Ehre und Würde empfindet.
Meine Herren! Die Regierung Tr. Majestät des n'in ui ..........—■■»»—
lauten. Eine innige Wrhmuth wanbelie ihn an. Waren es noch Folgen der Aufregung, die ihm in den vergangenen Tagen zugesetzt hatte? Waren es Nachwirkungen des abendlichen Ge- sp-ächS mit Frau Marie? Oder kam die Weh- muth als Begleiterin der Nacht in ihrer stillen, hchten Göße? Johann Wilhelm seufzte laut auf, so wey war rhm ums Herz. Ihm fehlte eben das Glück!
Als er das l-.tzte Wort halblaut vor sich hi» sprach, zuck'e er wie von einem Peitschenhieb getroffen zusammen. Glück! Er haßte nachgerade das kleine Wort, welches dennoch so unendlichen Inhalt barg, deffen Besitz er vergeblich anstrebte.
Was hatte er eigentlich von seinem Gelbe, von seiner Million? Nur die Freude des Besitzes, und das war nichts. Ihm hob sich keine Stunde voll größerer Bedeutung auS der eintönige» Stunderischaar seines arbeitsreichen Tages, kein Tag voll tieferen Gehalts aus der grauen Sturm flath der Zeit. Immer wieder die gleiche Arbeit, die gleichen Sorgen — er hatte keine Zrit, glücklich zu sein! Ha — wieder die ungewollte Erinnerung an den armen Schreiber. Um GotteSwillen, warum war denn dieser Mann glücklich? Warum seine Frau? Er zermarterte sein Gehirn, um eine Artwort zu erlangen. Weil sie ihre Pflicht thaten? Er hatte ebenfalls dis f einige noch nie vernachlässigt. Ob bis Relision ihnen den goldene« Schimmer des Glück? auf den Lebensweg spreitete? Aber hatte er nicht auch auf die Ausübung seiner religiösen Pflichten stets die gleich peinliche Sorgfalt verwendet, so weit es
Königs rechnet auf ihre verständnißvolle und patriotische Unterstützung bei Lösung dieser wtchtlgen Aufgabe». Möge die gemeinsame Arbeit in der bevorstehenden Tagung Ergebnisse zeitigen, die dem Baterlande zu dauerndem Segen gereichen! Auf Befehl Sr. Majestät deS Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet.
Die königliche Botschaft wurde von den Ab. geordneten, die erschienen waren, mit Schweigen ausgenommen. Bravo ufe einzelner Herren ertönten, als der Ministerpräsident die Stelle von der Polenfrage verlas. Das dreifache Hoch auf den Kaiser, auSgebracht von dem Abg. von Kröcher, fand stürmische» Widerhall.
Was den Inhalt der Thronrede augeht, so interessirt am meisten der Abschnitt über bte Kanalvorlage. Siekommtnichtwieder! So freilich drückt sich die Thronrede nicht auS. Sie umschreibt vielmehr: die Regierung hält an ihrem wafferwirthschastlichen Bauplane fest und wird dem Landtage „seiner Zeit" eine neue wasser- wirthschafiliche Vorlage machen. Also dtesma nicht, und daS ist vorläufig die Hauptsache. Daß später, wenn daS neue AvgeordnetenhsuS tm nächsten Jahre gewählt sein wird, die preußische Regierung ihre Kanalvorlage noch einmal bringen werde, daran hat noch Niemand gezweifelt. Daß sie schon jetzt nicht nnederkehren werde, weil sie ganz einfach aus Rücksicht auf die allgemeine politische Lage nicht wiederkehren konnte, war für den ernsthaften Politiker längst klar. Die Treiberei im entgegengesetzten Sinne hatte keine Bedeutung.
Im klebrigen kann man auch auf diese Thron- rede den hrrzebrachten Ausdruck anwenden: Sie bringt uns keine Ueberraschungen mehr. Wir wußten bereits Alles, wie es kommen werde, und es war uns schon wiederholt gesagt worden, daß dem Landtage in seiner bevorstehenden Tagung Gesetzentwürfe von besonders hervorragender Bedeutung nicht zugehen würden. An Wichtigkeit obenan steht *' as Gesetz über die Dotation der Provinzen, da; aber nicht mehr unbekannt ist, Es wird dem Landtage eine Vorlage über Bei- befferung der WohnungSverhältniffe der Arbeiter und gering besoldeten Beamten in den staatlichen Betrieben zugeb m, ferner eine Eisenbahn-Borlage, die „erhe buche M ttck" erfordern wird. Von Wichtigkeit ist ferner bte Ankündigung eines Gesetzent- wurfes über eine Aenderung in der Einrichtung des juristischen Studiums: Verlängerung der Studiendauer unter gleichzeitiger Abkürzung des juristischen Vorbereitungsdienstes. Auch die Vorbereitungen für den höheren Verwaltungsdienst sollen eine andere Regelung erfahren.
Auch die Pole»frage hat in der Thronrede besondere Erwähnung gefunden. Nach den Worte» derselben „erfordern die Verhältniffe in den doppelsprachigen Landestheilen die ernsteste Aufmerksamkeit der Regierung." Es wird als .eine Frage bet Seibsterhaltung für den preußischen Staat" bezeichnet, in seinen östlichen Provinzen „betn Deutschthum die politische und wirthschaftliche Stellung zu erhalten, auf welche eS gerechten Anspruch erworben hat." Aber was die Regierung in diesem Sinne au besonderen Maßregeln plant, wird in der Thronrede nicht einmal angedeutet.
ihm uö^lich war, wie auf seine weltlichen Geschäfte ? Freilich, die Religio» mit ihren erhabenen Wahrheiten begeisterte ihn nicht, brachte nie den gnadenreichen Aufschwung in seine Seele, der diese vom Irdischen loSreißt und mit allen ihren Kräften auf das Göttliche richtet, allein er lebte doch schlecht und recht wie ein or^entücher Chrisienmensch; waS war es nur, daS ihn vom Glücke fernhielt?
Vielleicht der Mammon? Es war rechtlich erworbenes Geld; nein, fette Million trug sicherlich n cht bte Schuld biran, daß ihm das Glück fehlte. Wie sagte Schefer? Er hatte keine Zett —
Johann Wilhelm schlug mit her Faust auf das marmorne Fenstersims, daß es ihn bis zum Ellenbogen hinauf schmerzte. „Zum Henker, ich will mit Zeit nehmen!" rief er ärgerlich. Die Stimme tiang in der einsamen Stille der Nacht überlaut. ®r schrak zusammen und wandte sich tts Zimmer zurück „Ich werde mir Zett schaffen." sagte er nochmals und begab sich zur Ruh^.
Sein Entschluß stand fest. —
Es war daS Erste, an das er «ach einer unglückliche» Nacht sich erinnerte; er hatte stundenlang in pe nigendem Halbschlummrr gelegen und im Traum lange Unterredungen mit dem Diurnisten Schefer geführt.
Während er fein Frühstück — heute ziemlich spät - einnahm, ließ er seinen Buchhalter zu sich befch- den. Bald darauf trat Haffelbeck mit unterwü fi,tem Morgengruß ein. . Neumann musterte bte k ette, verwachsene Gestalt seines Buchhalters, der ganz verlegen an den schwarzen,
Deutsches Keich«
Berlin, 8. Januar.
* Die Höhe der Neichoschvld bat zur Zeit den Nominalbetrag von 2 695 650 000 Mark erreicht; für diesen Nsminalbetrag find erlöst worden — da die betreffenden Schuldverschreibungen im Durchschnitt nickt zum vollen Nennwerthe oerwerthet worden sind — nur 2 523439733 Mark. Die bis heute der Ber- waltuna des Re ches eröffneten A»leihekredite abzüglich der eingetretene» Ermäßigungen — soweit für den einzelnen Zweck nicht die ganze anschlagsmäßige Summe verwandt worden ist — betragen 2633283 592 M. Da von diesen, wie eben erwähnt, em Betrag von 2 523439733 Mark reabjht ist, so bleibt noch ein Rest an Anleihekrediten in Höhe von 109 843858 Mark. Der neue Etat für 1902 verlangt einen weiteren Anleihetredit von 181058995 M. Wird er in voller Höhe bewilligt, so werden die Anleihekredite zusammen rund 292 Mill. Mark betragen. Werden für diesen Betrag wie bisher 3prozentige Konsols ausgegeben, und diese im Mittel zu einem Kurse von 87 genommen, so müffen, um diesen Anlrihekcedit zu decken, weiter Konsols im Nennwerthe von rund 335 Mill. Mark auSgegeben werden. Alsdann würde der Nominalbetrag der Reichsschuld in Summa 2695 4- 335 gleich 3030 Mill. Mark betragen, also bereits in die dritte Milliarde gehen. Wir kommen also in die dritte Milliarde ebenso rasch hinein, wie wir in die zweite Milliarde hineingekommen sind, nachdem za Beginn der Regierung des jetzigen Kaisers die Rrichsschuld 720 Millionen Mark betragen hatte. Der Kurs, zu welchem die Schuldverschreibungen im Durchschnitt begeben sind, beträgt für die 4» prozentige, jetzt 3'/,proz. Rrichsschuld 99 0455 Prozent, für dir 3'/-proz.Rrichsschuld 101.10236 Prozent, für die 3proz Reichsschuld 87,2048 Prozent, so daß der Zinsfuß, zu welchem die Reichskaffe den erhabenen Erlös za verzinsen hat, sich beläuft für die frühere 4proz., j?tzt 21/fptci. Schuld auf 3,5337 Prcz., für die 3Veproz. Schuld auf 3.4618 P^oz., für die 3proz. Schuld auf 3,440 Proz Der Zinsvor- th-.il des Reiche- bei Begebung von 3proz. Lchuldtitres zum Kurse von 87 ist dennoch höchst gering. Zur Zeit stehen allerdings diese Konsols im Kurse auf etwas über 90. Doch ist es fraglich, ob diese Höhe sich halten wird.
h Kauptmann Ireiyerr von IeMtzsch. Im preußischen Jnfanterte-Rrgiment Nr. 32 ist kürzlich der Hauptmann Freiherr von Feilitzsch angestellt worden, der in Ostastrn bestraft worden war wegen vorschristswibiger Behandlung von Untergebenen. Vorher gehörte der Hauptmann dem bäuerische» Heere a». Aber die Angabe einiger Zeitungen, daß ihm vom bayerischen Kriegsminister ausdrücklich der Wiedereintritt in das bayerische H-er verwehrt worden sei, ist unzutreffend; der Hauptmann hat nämlich gar nicht erst den Versuch gemacht, wieder in das bayerisch- Heer ausgenommen zu werde«. Nun aber wttd gesagt, man habe in Berlin gewußt, daß der Hauptmann in Boyern nicht wieder angenommen werden würde, wenn er
glänz-rrden Schreibärmeln puffte und vielleicht eine Zurechtweisung erwartete.
„Setzen Sie sich, Haffelbeck!"
Der kleine Verwachsene gehorchte freudig. Sein Chef bot ihm einen Sitz an, war also gewiß nicht unzufrieden mit ihm.
Johann Wilhelm theilte ihm mit, daß et sich von nun an weniger um daS Geschäft kümmern werde als bisher, und sich in Zukunft durch ihn werde vertreten kaffen müssen. Ob er der vermehrte« Arbeitslast auch gewachsen sei?
Der kleine Buchhalter reckte sich empor, daß die Schultern krachte». „Gewiß, Herr Prinzipal!"
„Ich werde Ihnen Prokura ertheilen."
Haffelbeck erröthete vor Freude und dienerte wirbt rholt. „Ick werde mich des Vertrauen- und der Ehre würdig machen."
Neumann schwieg lächelnd. Haffelbeck hielt ich für entlassen. Johann Wilhelm winkte ihm u bleiben. „Ich erhöhe Ihr Monatsgehalt um ünfzig Mark."
Haffelbeck wurde erst bleich, dann blutroth. Vor Freude vermochte er nur unzusammen- hängende Dankesworte zu stammeln.
„Schon gut," meinte Johann Wilhelm. „Sie utb nicht verheirathet?" fragte et gleich darauf.
„Nein, Herr Prinzipal."
„Konnten Sie mit Ihrem bisherigen Gehalt gut auskommen?"
„Danke, ganz gut, Herr Prinzipal."
„Und wem wird zu Gute kommen, was Sie etzt mehr verdienen?"
„Meiner alten Mutter!" entgegnete Haffelbeck thränenden Auges. Es lag eine solche Innigkeit,