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fer 3n(er«k 3. Pc rat He» tu jhiüo. mit Ilnterhattungs -Anlage „IMflrirte Sonntags-Zeitung" pete»sga$e Nr. 8 CBarpwiie).

JuLöcl, Samstag, den 4. Januar 1902.

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Mochen-Kandschan.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 4. Januar.

Wohlthätiae Stille herrschte während der weih­nachtliche« Festzeit auf dem Felde der Politik, namentlich bei unS in Deutschland. ES ist au» dieser letzte» Woche auch nicht ein einziger politischer Ereigniß von irgendwie hervorragender Bedeutung aus unserem deutschen Vaterlande zu verzeichnen.

Bedeutungsvoll in anderem Sinne find zwei Fürstenreden, die in Gotha gehalten worden sind. GS galt dort, die dreihundertjährige Wiederkehr de» Geburtstages des Herzog» zu feiern, der in der Ge­schichte al» Ernst der Fromme verzeichnet ist. Der Regent deS Landes, Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg, hielt dem früher» Landesfürsten eine glänzende Gedächtnißrede; vor allem hob er 'darin hervor, daß Herzog Ernst sich große Mühe lieget« habe um einen Bund aller evange- Tischen Kirchen in Deutschland: Was damals nicht möglich war, sollte e» heute nicht mög­lich sein? Der Kaiser war bei dem Feste zugegen und ging in seiner Erwiderung auf de« Gedanken -em. Er «einte, er selbst habe sich schon lebhaft mit -dem Gedanken und mit der Möglichkeit seiner Aus- führung beschäftigt; er fürchte nur, der Selbständig­keit Anderer zu nahe zu treten, und er möchte daS auch nicht einmal in Gedanken thun. Das ist da» Hinderniß: Die verschiedenen protestantischen Landes­kirchen in Deutschland wollen gar nicht unter einen Hut gebracht sein! Am besten wird dieser Thatbestand gekennzeichnet durch eine Aeußerung der konservattvc« ,Kreuz-Zeitung', die bekanntlich ganz und gar auf protestantisch-orthodoxem Standpunkte steht. Zur Zeit — so schreibt sie — besteht hier noch der Wunsch, eS bei der bisherigen Selbständig­keit zu belaffen. Wenn auf diese Weise nicht ein­mal für Preuße« die Herbeiführung einer einheitlich gestalteten evangelischen Kirche in absehbarer Zeit zu erwarten ist, so kann man sich von den Schwierig­keiten, die sich einem über eine große Anzahl selb­ständiger Staaten sich erstreckende« Bunde der evangelische« Kirchen entgegenstellen, leicht ein Bild mache». An einen solchen wird erst zu denken sein, wenn diese auch innerlich wenigsten» einiger­maßen einheitlich gestaltet find. Leider können wir nicht einmal dem Kirchenregimente der größten der deutschen Lande»kirchen ... da» Zeugniß ««»stellen, daß e» die Wichtigkeit dieser Aufgabe bereit- in »ollem Umfange erfaßt habe. . ." Darin liegt'»: Die Einigkeit im Inner« fehlt. Des­wegen kann auch der äußere Bund nicht von Bestand sein!

„Die schlechtesten Früchte sind *6 nicht, woran die We-pen nagen" — die alten Worte des Dichters Bürger hat der Kaiser auf fein Bild- «iß geschrieben, da» er dem Ministerialdirektor Alt- hoff in Berlin zu Weihnachten geschenkt hat. Alt­hof ist der Leiter de» Hochschulwesens und wurde in Lieser Eigenschaft zum Gegenstände mehrfacher An­griffe in dem wenig erquicklichen Streite um den Fall Spahn. Damit ist bewiesen, daß der Kaiser diesen ganzen Streit mit aufmerksamem Auge ver­folgt hat und e» für geboten erachtete, von neuem zu zeigen, daß er die Ernennung des Dr. Martin Spahn zum Professor der Geschichte an der Univer­sität Straßburg durch««» billigt.

In Württemberg besteht zwischen der Landesregierung und der Kammermehrheit eine Meinungsverschiedenheit darüber, ob der Vertrag mit der Verwaltung der Reichspost über die Ein-

Drr Schein kann trügen.

Auf der Tuftl eines erste« Gasthofes einer Residenzstadt ging es sehr lebhaft zu; Fremde und Ewheimische waren an derselben versammelt, essend, trinkend und schwatzend, link« und rechts, Herüber, hinüber, wie Gelegenheit und Neigung es ein gaben.

Da wurde plötzlich die allgemeine Aufmerk­samkeit auf eie — eigentümliches Goldstück ge­lenkt, welches ein junger Kaufmann, der lange Indien bereist hatte, von dort mitgrbracht haben wollte. Dieses Goldstück war achteckig, von ganz besonderem Gepräge und zeigte auf der Vorder- »nd Rückseite höchst phantastische und abenteuerliche Figuren.

Man machte sich gegenseitig auf die Selten- heit und Schönheil dieses Goldstückes aufmerksam und bat zuletzt, eS möge von Hand zu Hand gehen, damit em jeder der Anwesenden es genau betrachten könne. Dies geschah auch. Man prüfte, bewunderte und erging sich über de» Ursprung, die Anfertigung und den Werth der Goldstückes in allerlei Vermuthungen, wie solche eben ein jeder nach Kenntniß und UrtheilSfähig- keit haben zu können glaubte.

Das Goldstück kam auch an einen ziemlich am Ende der Tafel fitzenden Herrn, wie es schien, war er höherer Offizier, der tndeß in der eifrigen Unterhaltung, die er mit seinem Nachbar pflog, sich bis dahin kaum hatte hören lasse».

führung der einheitlichen Postwerthzeichen der «achträglichen Genehmigung durch den Landtag bedürfe, oder nicht. Die Regierung sagt ganz ent­schieden nein Mub will es nach den vorliegenden Be­richten sogar auch auf ein unmittelbare» TadelS- votum der Kammer ankommen laffen; die Finanz­kommission der Abgeordnetenkammer hat einen Be­schluß im entgegengesetzten Sinne gefaßt, mb jeden­falls wird die Mehrheit der Kammer selbst diesem Beschlüsse beitrete«. Alrdann wird sich ja zeigen, ob die Regierung aal ihrer Zurückhaltung herauStreten wird oder nicht.

Mit erfreulicher Strenge geht man in unseren Schutzgebieten gegen solche Leute vor, die sich Mißhandlungen der Eingeborenen zu Schulden kommen lasse«. In Kamerun sind des­wegen drei Kaufleute verurthellt worden: Die Handlungsgehilfen Wittenberg ««»Hamburg und Kelte «ich aus Köln zu je fünf Jahren und der Handlungsdiener Hansloog au» Bremen zu einem Jahre Gefängniß. Ein Händler vom Stamme Haunde wollte seine Schuld nicht an die Firma Pagenstecher zahlen, der die beiden ersten $terur= theilten angehörten. Da wurde Wittenberg wüthend und er ließ e» zu, daß der zahlungsunwillige Händler durch seine schwarzen Untergebenen auf scheußliche Weiße zu Tode gemartert wurde: eS wurde ihm ei» zugespitzter Pfahl von hinten her durch de» Körper getrieben. Keltenich ließ in Bane einen Neger an einen Baum binden, begoß dessen Hände mit Pettoleum und zündete dasselbe an . . . und da» soll „Tropenkoller" fein! Der Richter hat sich um diesen Einwand gar nicht gekümmert; aber nach unseren Begriffen find die Strafen noch gar nicht hoch bemessen, obwohl auch das Eigenthum der Verurtheilten von Rechtswegen eingezogen wurde. Hanlloog hat einem Negerhäuptling mit der Nil­pferdpeitsche ein Auge ausgeschlagen und es nicht einmal für nöthig befunden, der Vorladung zu folgen, die deswegen vom Stationsvorsteher gegen ihn er­lassen wurde!

Freiherr von Ow, der neu ernannte Weih- bischos für Regensburg, ist der erste Weihbischof in Bayern. Er ist im Jahre 1855 geboren und 1884 zum Priester geweiht worden. Wahrscheinlich wird demnächst auch für die Diözese Eichstätt ein Weih- bischof ernannt werden.

Ein häßliches Attentat ist in der Weih­nachtsnacht gegen den Bischof Giani verübt worden. Ein betrunkener Man« RnmenS Tadüei sprang wäyrend der WeihnachtSmeffe plötzlich vor den Hochaltar, um den Bischof niederzuschlagen, der die Messe zelebrirte. Der trunkene Mann wurde aber noch zu rechter Zeit ergriffen und von Gens- darmen in die Haft abgeführt.

In San Rem» an der italienischen Riviera ist am letzten Sonntag infolge einer Magenblutung Franz XaverKrau S gestorben, Professor an der Universität zu Freiburg i. Br. Ei« Mei^erwerk hat uni der Verstorbene hinterlasse« in einer Geschichte der christ­lichen Kunst; und auch mit anderen Werken, die der Kunstgeschichte angehören, hat er sich bleibende Denk­mäler gesetzt. R. i. p.!

Wie in Frankreich, so hätten am liebste» au'ch in Spanien radikale Geister das gute Einvernehmen zwischen der Regierung und dem Vatikan vernichtet. Aber auch die liberale Richtung de» Herrn Sagasta ist in Spanien noch nicht so weit vom rechten Pfade abgeirrt, «m solchen sBestrebungen zu unterliegen. ES ist zwischen der spanischen Regierung «nd dem Vatikan eine Vereinbarung abgeschlossen worden, so daß man auf vorläufige B seitigung der drohenden Krise hoffen kann. Da» Konkordat vom Jahre 1851 bleibt nach diesem Uebereinkommen unverändert bi» stehen, nur wird da» Kultulbudget um etwa ein Viertel verringert.

Zum erstenmal ist in diesen Tagen in Frankreich da» neue sogenannte Vereinsgesetz gegen einen Orden angewandt worden, nämlich gegen die in Pari»

Auch jetzt blickte er nur flüchtig auf, nahm die Münze tn die Hand, betrachtete sie erst gleich- gütig, dann mit etwa- mehr Aufmerksamkeit, und warf sie dann mit einem leichten „Ah! dal kenne ich schon!" vor sich hin auf den Tisch, daS unterbrochene Gespräch wieder aufnehmend.

Bald darauf wurde der Gegenstand verlasse« und von dem Goldstück «ar nicht mehr die Rede.

Als man sich endlich zum allgemeinen Auf­bruch« nach der Beendigung der Tafel anschickte, bemertte man, wie der Eigenthümer der selt­samen Münze, jener junge Kaufmann, suchend im Kreise der Anwesenden umherblickte.

Ich bitte recht sehr de« Herrn, an welchen zuletzt die mir gehörige Münze gelangte, fie mir nun zurückzugeben !" sagte er laut, aber in sehr höflichem Tone.

Man schaute verwundert auf und sich gegen­seitig an und schien allgemein in der sicheren Vor­aussetzung zu fein, daß daS Goldstück sich schon längst in den Händen des EigenthümerS befinde. Indessen behauptete ein Jeder, eS weiter gegeben zu haben; Niemand konnte über das Berdleibe« derselben Auskunft ertheilen. Man suchte und forschte, es fand sich nichts.

In Folge dessen bemächtigte sich begreiflicher­weise eine allgemeine Verlegenheit und Bestürzung der Gesellschaft; mußte man doch glauben, es sei ein Dieb unter derselben. — Doch war es un­möglich, auf diesem Gedanken zu bestehe«, wenn man Haltung und AenßereS der Gesellschaft beob­achtete.

«nsässtge Klostergenossenschast der Augustinerinnen der hl. Maria von Loretto. Die Genoffenschast wurde ausgelöst, und ihr Vermöge» wird von Gerichtswegen liquidirt, und zwar mit der Begründung, daß „die Klostergenossenschast, der nur drei Personen angehöre«, ihr Gebäude mißbräuchlicher Weise einer nicht ge­nehmigten Kongregation überlassen habe."

Die polnische Bewegung will nicht zur Ruhe komme«. Au» der Provinz Posen laufen fortge­setzt ungünstige Berichte ein über Verweigerung deutscher Antworten durch polnische Kinder im Reli­gionsunterrichte; man weiß nicht, wa» die Regierung machen sollte, um wieder geordnete Zustände in die Schulen der Provinz Posen zu bringen. Schließlich würde eben nicht» andere» übrig bleiben, als der Religionsunterricht wieder in panischer Sprache an polnische Kinder zu ertheilen. Im galizischen Landtage wollten die Polen im Anschlüsse an eine Interpellation au die Regierung in ausführlicher Debatte Widerspruch erheben gegen die Polenpolitk der preußischen Regierung und besonders gegen die Wreschener Vorgänge. Auf einen Wink von Wien her hat man da» aber unterlasse«, dafür eine andere Kundgebung zu veranstalten: In leidenschaftlichen Weise wurde eine Erklärung des Fürsten Czartoi ry»ki mit Beifall überschüttet, worin dieser sagte die Polen hätten in ihrem beleidigenden Gefühle nur die Antwort des verdoppelten Eifers in der Arbeit für da» Wiederaufblühen bei polnischen Volkes. In Wien wird man sich darüber schwerlich sehr gefreut haben.

Nicht nur der galizische Landtag ist in Oesterreich an der Arbeit. Dasselbe gilt auch von allen übrigen Landtagen der Monarchie. Davo» intereffirt den Reichsdeutschen immer am meisten die böhmische Landstube. Dort ist nun wieder die Frieden»- schalmei von der Regierung für die beiden kriegführen­de» Parteien geblasen worden, also für die Deutsche« und für die Tschechen. Der Herr Statthalter erklärte «ämlich in der Eröffnungsfitzung, die Regierung »erbe wiederum an betbe Bolksstämme herantreten, damit sie untereinander FciebenSbedingungen, oder doch wenigstens einen Waffenstillstand vereinbaren. Leider ist diese Bereitschaft der Regierung «och keine Bürg­schaft für einen guten Erfolg. Die Tschechen beharre» vorläufig noch immer auf ihrer Forderung eine» selb­ständigen böhmischen Königreiches; und auf dieser Grundlage gibt e» keine Verständigung.

In Serbien ist schon wieder ein Kriegsminister abgedankt, der britte seit der Vermählung de» Helden Alexander mit seiner „jungen" Gattin Draga. Diese will durchaus ihre Brüder in der Armee zu außer­ordentlichen Würden gebracht sehen, und kein Stieg»« Minister gibt sich dazu her. Jetzt ist der eine der drei Brüder für drei Jahre nach Brüssel abkomman- birt worden zum militärischen Studium; nachher soll er wahrscheinlich vorn Leutnant sofort zum General befördert werden. Im serbischen Parlament schlägt die Opposition schon sehr kräftige Töne gegen Alexander und Fra« Draga an.

Das bulgarische Parlament, die Sobranje, hat mit 79 gegen 76 Stimmen eine Anleihe-Bor - läge verworfen, die die Regierung eingebracht hatte. Da» Ministerium Karawelow wird voraus­sichtlich im Amte bleiben und die Sobranje auflüsen. Vielleicht gibt nun diese Ablehnung dem Fürsten Ver­anlassung zum genaueren Nachdenken über seine Re» gierungSweise.

In Südafrika geht es den Buren so gut, wie e» eben möglich ist. Jedenfalls haben die Engländer wieder mehrere Niederlagen erlitten, darunter eine recht kräftige; und Präsident Steijn hat in einem nach Europa gerichteten Briefe geschrieben, die Buren seien voll Hoffnung und dächten nicht daran, die Goldfelder oder gar ihre Unabhängigkeit au die Engländer preis­zugeben. Den derbsten Schlag hat wieder der uner­müdliche be SBet gegen bie Briten geführt, nämlich am 24. Dezember bei Tweefontein.

Wa» mit Chile unb Argentinien werden

Es galt nunmehr, t« ler allgemeinen V-r wirrirug den rechten Ausweg zu finden.

Sin älterer Herr von offenbar hervorragender Stellung erhob sich plötzlich und sprach mit starker Stimme: „Meine Herren, da keiner im Besitze de» fraglichen Goldstückes fein will, fo sind wir alle, die wir u«» in diesem Saale befinde«, für den Fall veranlworüich, dessen Untersuchung wir unserer eigenen Ehre schulden. Ich mache Ihnen deshalb den Vorschlag, von dem anwefenoen Wirthe unsere Taschen vtfitire« zu lassen und biete meine Person zuerst zur Verfügung an. Wir, der Wirth und ich, stehen dann an der Thür Wache, damit Niemand, ohne genau untersucht zu fein, den Saal zu verlassen vermag. ES ist keine andere Behandlung der Sache mögüch, meine Herren! Ich wiederhole, daß wir die Aufklärung derselben unserer Ehre schuldig find!"

Eine allseitige Zustimmung zu diesem Vor­schläge äußerte sich unter den Anwesenden, als in dcm Augenblicke, wo man zur Ausführung desselben schreiten wollte, jener höhere Offizier, der vorhin die Münze nur leichthin betrachtet und vor sich hingeworfen hatte, sprach: „Meine Herren, ich überlasse Ihnen, zu thun und zu lasse», was Sie begehren; aber ich für meinen Theil werde mich einer Untersuchung nicht unterwerfen. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich nicht im Besitze des abhanden gekommenen Goldstückes bin. Mehr verlangen Sie von mir nicht; ich würde eS nicht gewähre». Hier ist meine Karte und — Sie sehen: ich bin ein Offizier, meine Herren!"

~ 29. Jahrgang.

wird, weiß «och kein Mensch. Die kürzlich günstige Lage hat sich wieder verschlimmert. Aber ob es zum Kriege komme» wird, ist «och vollkommen ungewiß. Benezuala weigert sich noch, die deutsche» Ent­schädigungsansprüche anzuerkennen — bi» e» eben dazu gezwungen wird!

-nicht üb« bit tihmtg des Ausschuss» Irr lttlttvnkchttuug» - AustsU Hesse« - vsssu

vom 17. Dezember 1901.

Am 17. Dezember hielt der Ausschuß der LandesoersicherungSanstalt Hessen- Nassau eine ordentliche Sitzung im GitzungS- saale der Versicherungsanstalt ab. Außer de» Ausschußmitgliedern nahmen an der Sitzung Theil: der Vorsitzende des Vorstandes, Landes­hauptmann der Provinz Hessen-Nassau, Freiherr Riedesel zu Essenbach, sowie die übrigen Mit­glieder des Vorstandes.

In da» Ausschuß-Präfidium wurde« wieder- gewählt: Rechtsanwalt Haeufer zu Höchst als Vorsitzender, Lackirer Stolz von Wiesbaden als Stellvertreter deS Vorsitzenden, Privatmann R u e tz in Kassel al» Schriftführer, Schreiner Brink­mann in Kassel als 1. Beisitzer, Fabrikant Eickenfcheidt als 2. Beisitzer.

Die RechnungS - Piüfungs-Kommifsion hatte am 1s. Dezember die Rechnung der BrrsicherungS» Anstalt über ihre Einnahmen und Ausgaben ia 1900 einer eingehenden Prüfung unterzogen. Auf Antrag deS KommiffionSmitgliedes Stolz wurde die Rechnung für abgehört erklärt und dem Vorstand Entlastung erlheilt. Hierbei ge­nehmigte der Ausschuß die Ueberschrettung des Haushaltsplanes bei den Ausgaben für Kranken- fürforgezwrcke, welche 39 404,51 Mk. betrug. Es waren zur Krankenfürforge in 1900 168 000 Mk. vorgesehen, während sich die wirklichen Ausgabe» auf 207 404,51 Mk. beliefe«.

Die bisherigen Mitglieder der RechnungS- PrüfungS-Kommifston: Privatmann Karl Ruetz in Kassel, Lackirer Joseph Stolz in WieSbadr» und Schreiner Heinr. Brinkmann in Kassel »ahmen ihre Wiederwahl an.

Der Haushaltsplan für 1902 wurde nach de» Anträgen des Vorstandes festgestellt.

Bon dem Beschluß deS Vorstandes, ia welchem sich derselbe für die Vernichtung der OuttrungSkartenund Anlegung von Sammelkarte» entgittig entschieden hatte, nahm der Ausschuß unter Zustimmung Kenntniß.

Zur Berathung stand ferner die Frage des Neubaues eines Verwaltungsgebäudes. I« einem Vortrag über diesen Gegenstand legte der Landes­hauptmann dar, daß mit Rücksicht auf die jetzige geringe Feuerficherhrit der Aufbewahrungsräume für die Quittungskarten und Sammeikarten, so­wie durch die Unzulänglichkeit der gegenwärtige» Bureauräume der Nruöau eines Verwaltungs­gebäudes unumgänglich fei. Der Ausschuß er­kannte die Nothwendigkeit eines Neubaues ein­stimmig an und ermächtigte den Vorstand der Versicherungsanstalt, tn Gemeinschaft mit der bereits früher gewählten Baukommisston, be­stehend in den AuSfchußmftgliedern Rechtsanwalt Haeufer-Höchst, Lackirer Stolz-Wiesbaden, Privat­mann Ruktz-Kaffel unb Schreiner Brinkmann- K ffel, einen geeignete« Bauplatz zu erwerbe«.

Danach erfolgte die Wahl einiger Beisitzer für die Schiedsgerichte für Arbeiter-Versicherung i» Kassel und Wiesbaden.

Aller Augen richteten sich zuerst groß und erstaunt cuf de» Sprecher, dann vorwurfsvoll, zuletzt mit dem Ausdruck des höchsten Mißtrauens. Obwohl die Haltung deS Offiziers höchlichst im- pontrte, fo war doch fein etgenthümlicheS Auf­treten dem allgemein gebilligten Vorschläge gegen­über geeignet, den Verdacht deS Diebstahls auf ihn zu lenken. — In der Thal richtete» sich be­reits drohende Blicke auf ihn, denen er jedoch stets ruhig begegnete.

In diesem Augenblicke wurde stark an die vorher von innen verschlossene Tbüre des Saale» geklopft. Der Kellner, welcher vorher an der Tafel servirt hatte, bat um Einlaß. Indem der Wirth öffnete, fragte er den jungen Mann nach seinem Begehren. Verwundert ob der Aufregung, die er vorfand, sah sich derselbe im Kreise um und sagte dann, zu dem Wirthe gewendet, fast ängstlich: „Emer der Servietten, die ich vorhin von der Tafel hier entfernte und ich draußen eben zufammenfalten wollt«, entfiel dieses Gold­stück. Ich komme, um es seinem Eigenthümer zurückzubringen.

Eine freudige Ueberraschung ergriff die Ge­sellschaft, als man die fo peinlich vermißte Gold­münze erkannte.

ES war eine allgemeine Bewegung, die sich erst löste, all man sich zu dem Offizier wandte, Nl uhig lächelnd in einer Ecke stand. Aber der Beschämung, die auf manchem Antlitz lu > lagerte, konnte man doch nicht umhin, den selben zn fragen, warum er dem vorherigen Bor