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Rotattonsbrutf «. Verlag oet <uibaer Re« tlenbruaetei in Snlöa. gernfpre her Ur. 9.

JV8 219 ö.

Fulda, Donnerstag, den 28. Dezember lauö.

3?. Jahrgang.

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tun;,'für das erste

ziSWWWWWWWWWWW Quartal ISO 6, Preis 1,50 Mark (ohne Bestellgeld und Bringerlohn), wolle man im Interesse geregelterLieferung umgehend veranlassen.

(:)Religion ist Privatjache."

Mit besonderer Vorliebe wählt die sozial- demok.altsche Presse die höchsten christlichen Fest­tage aus, um in drastischer Illustration der Lüge, daß die Religion der Sozialdemokratie Privalsache" sei, ihrem Haß gegen das Christentum freien Laus zu lassen durch Ver­höhnung alles dessen, was jedem Christen heilig ist. Auch das W e i h n a ch I s s e st hat dem Zentralorgan der Sozialdemokratie, dem .Vor­wärts', An lass geboten zu Aeußerungen, die sich als unoerhüllte Blasphemien daritellen. Er feiert den Sozialismus als den wahren Erlöser der Menschheit und preist die blutigen Greuel in Rußland als den ausgehenden neuen Stern, der der Welt das Heil verkünde, das Erlömngseoangelium des Sozialismus.

Man könnte in Anbetracht dessen, daß der .Vorwärts' heute unter der Leitung eines Stadthagen und einer Rosa Luxemburg sieht, über eine solche Ausgeburt eines kranken sozialdemokratischen Hirns mit Stillschweigen hinweggehen, wenn nicht der Umstand mitipräche, daß tiefe an Narrheit grenzenden Blas­phemien einzig und allein darails berechnet sind, die letzten Hemmnisse zu beseitigen, die einer Ueberlragung der Vorgänge in Rußland auf Deut'chland entgegenslehen. Diesen Zweck hat der .Vorwärts' im Auge, wenn er sich den An­schein gibt, ais gälte für ihn noch die urspüng- > i ch e christliche Lehre, tue nach ihm nur durch Selbstsucht und Heuchelei verdorben worden ist.

Herr Stadthagen weiß zu gut, daß auch unter den Genossen", soweit sie wirkliche Ar­beiter sind, noch häufig genug Erinnerungen an die Heilswahr heilen des Christentums lebendig sind, und daß in manchen sozialdemokratischen Familien wenigstens noch ein Rest religiösen Empfindens vorhanden ist. Di-sen Rest zu vernichten ist das Z el der Blasphemien des .Vorwärts'. In geradezu wahnwitzigen Aus­lastungen unterfängt sich das Blatt, die ganze Wirksamkeit und Kulturarbeit des Chrttlenlums zu leugnen und an seine Steve den St impf Aller gegen Alle mit der erniedrigendsten Knechtschaft Älter im Gefolge, wie er die Quintessenz des Sozialismus bildet, zu stellen. Der .Vorwärts' predigt tueErlösung der Mafien" durch sich selbst und nennt Alles, was in christlichem Geiste für die arbeitenden Ria ff en geschaffen wurde, elende Heuchelei".

Man biaucht den Mick nut durch die Ver­gangenheit schweifen zu lassen und ihn h ule nach Rußland zu richten, um einen Schauder zu empfinden vor demErlöserevangelium" der ian an fierten und irregeleiteten Mafien. Wenn irgend etwas Heuchel i ist, so ist es der G'.aube derführenden Geister" des Sozialismus an die Straft und die Wirkungen dieies Evangetiums. Mehr und mehr tritt im heutigen Sozialismus der persönliche Zug herror, der Zug des persön-

Der Weihnachtsbaum.

Erzählung von A. Straßburger.

5J (Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Scheuerlern, der keine Ahnung von dem hatte, was in Steinbergs Herzen vorgegangen war,' nahm ihn unter den Arm und führte ihn in ein neben dem Saale befindliches Zimmer, das zu­fällig leer war. Hier sank Steinberg auf einem Sopha zusammen.

Ich will Dir Wasser bestellen", sagte Scheuec- lein in Hast. Der Auftritt war ihm höchst un­angenehm. »Das kommt von den nächtlichen Schwiemeleien!" fügte er vorwurfsvoll hinzu.

Steinberg faltete die Hände krampfhaft und sah starr vor sich hin.

So sage mir doch, womit ich Dir helfen kann?" fragte Scheuerlein.

Da sprang Steinberg wild empor.Helfön?" schrie er. und die Verzweiflung verzerrte die Züge seines sonst schönen Gesichtes,helfen? O ja", schrie er,Du könntest mir helfen, wenn Du ein geladenes Pistol hier hättest. Doch nein, ich bin nicht eines Schußes Pulver wert. Ein Strick allein ist meiner würdig."

Damit stürmte er durch die Tür, die nach dem Hausflur führte. Sein Begleiter, dem man im Saale gesagt hatte, Steinberg sei plötzlich er­krankt, trat eben in das Zimmer. Scheuerlein teilte ihm in wenigen Worten den ihm unerklär­lichen Vorfall mit, wonach dieser dem Steinberg nacheilte.

Scheuerlein ging hierauf in den Saal zurück. O Gott, dachte er, was wird man von diesem Menschen doch noch erleben muffen t Welch ein iKnbcuer Mensch war er einst, und fegt! ---

Die Geschäfte, die Scheuerlein im Saale noch zu verrichten hatte, drängten die Gedanken an Stein- berg nach ttn* nach in den Hintergrund

lichen Ehrgeizes, der dieFührer" antrerbt, eine herostratifche Rolle zu spielen.

Was hat diewiffenschaitliche Sozialdemo, kratie" nicht schon alles alsIrrlehren" über Bord geworfen! Geblieben ist aber und ge­wachsen das Verlangen Einzelner nach der Be­herrschung der Mafien. Die Vorgänge in Ruß­land sind Warnungszeichen für alle zivili­sierten Völker, Warnungstaseln gegen dasEr­löserevangelium des Sozialismus", das in der Henscha't der blinden Mafie besteht.

Die sozialdemokratische Presse spricht von der Fackel der Revolution im Osten als demneuen ©iern von Bethlehem". Mit solchen Blasphemien möchte sie demErlöser Sozialismus" den Weg bahnen. Auch wir glauben, daß die in Rußland entzündete Fackel der Revolution grell rn die Köpfe und Herzen gar V eler leuchten wird. Aber nicht im Sinne des .Vorwärts'. Die Er­eignisse i« Rußland und ihre Ausbeutung durch die deutsche sozialdemokratttche Presse dürfte manchem deutschen Arbeiter endlich zeigen, wo­hin der Weg führt, den der Soziali-mu'geht.

Deutscher Reich.

Berlin, den 27. Dezember 1905.

§ Herr Oberlandesgerichtspräsident Dr. Spahn ist, wie bereits gemeldet, auch tm Reichs­tagswahlkreise Bonn-Rheinbach wieder ausgestellt worden. Mit großem Eifer wird von der lozial- demokratischen Agitation gegen Dr. Spahn durch die Behauptung g.arbeitet, daß dieser im Gegen­sätze zum Zentrum die Steuer-Vorlagen der veibündeteu Regierungen durchsetzen wolle und insbesondere die Tabak-, Bier-, Qusttungs- und Frachtbriefsteuer begünstige. Herr Abg. Müller- Fulda hat bereits in einer am 17. Dezember in Frankfurt a. M. abgehaltenen Versammlung der Arbeiter- und Gewerkschaftssekretäre diese Be­hauptungen als durchaus grundlose Ver- leumdung gekennzeichnet und versichert, daß Herr Dr. Spahn diesen Sleuerprojekleu in völliger Uebereinflimmung mit der Zentrumsparlei gegen­überstehe. Die.Germania' bemeift dam:Wir können dies auf g.unö guter Informationen nur bestätigen. Die Behauptungen der sozial­demokratischen Agitatoren sind in diesem Falle ein zu plumpes Manöver, um nicht in ihrer Ab­sicht leicht durchschaut werden zu können. Bei der entschiedenen Abneigung, welche in ländlichen und Arbeiterkreisen gegen die Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer besteht, und ebenso in den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes der Siäole gegen die Quittung»- und Frachturkundensteuer, hofft man in beiden Wahlkreisen mit der er­wähnten Behauptung Stimmung gegen Herrn Dr. Spahn zu machen. Diese Spekulation dürfte jedoch gänzlich verfehlt fein, kein Zentrumswähler oder Walstmann wird sich dadurch abhalten lassen, dem in langjähriger Täligkest bewährten Herrn Kandidaten seine Stimme zu geben "

Die Einkommensteuer in Preußen hat der .Statist. Korr' zufolge im Jahre 1905 um 10 8 Millionen Mark zugeiwmmen. Die Zahl der Zensiten hat um 260 0 0 und deren steuer­pflichtiges Einkommen um 550 Millionen Mark zugenommen.

Die Börsenst.-uer hat, iv e berichtet, in den ersten acht Monaten des laufenden Etats­jahres über 5 Millionen Mark mehr eingebracht, als

Alles war abgetan, besser und schöner, als es die Lehrer zu hoffen gewagt hatten. Man reichte sich die Hände, und alle gingen frohen Herzens nach Haufe. Als Schenerlcin feine Stube erreicht hatte, sank er auch fast zusammen. In der letzten Nacht hatte et gar nicht, in der vorletzten nur zwei Stunden geschlafen. Er warf sich auf das Sopha, deckt sich mit dem Schlafrock zu und ver­sank in wenigen Minuten in einen tiefen Schlaf.

Es mochten vielleicht drei, vier Stunden ver- gangen sein, da fühlte sich Scheuerlein an dem Arm ergriffen und hörte sich bei seinem Namen nennen. Er schlug die Augen auf und sah Stein­berg vor dem Sopha stehen.

Mensch", rief er in fast zürnendem Tone, Du verfolgst mich ja wie mein böser Geist! Vor dem Feste mußte ich Deinen giftigen Spott hören, während des Festes erscheinst Du in halb trunke­nem Zustande und gießest mir durch tolle Reden Galle in meinen Freudenbecher, und fetzt störst Du mich ans einem Traume, der mir das schöne Fest noch einmal in verklärter Gestalt vor der Seele voriiberführte, wahrscheinlich um nun Deine giftige Kritik gegen dasselbe loszulassen."

Fürchte nichts!" sprach Steinberg.Bin ich Tein böser Geist gewesen, so sei Du in erhöhtem Maße jetzt mein guter! Tein Fest hätte mein Tod werden können, aber ich hoffe zu Gott, es wird mein Leben werden!"

Julius, ich verstehe Dich nicht", sagte Scheuer­lein, indem er sich aufrichtete.Seh Dich und erzähle mir, was Dich in eine fo unerklärliche Stimmung gebracht hat."

Steinberg schien tief erschüttert.Du wirst erstaunen", sagte er.Höre! Deine Schülerin Elife Steinberg ist mein Kind, ihre verstorbene Mutter ist die von mir schmählich betrogene und verlassene Auguste Hohlsekd."

Und zusammen brach dec Spötter, bittere Tränen weinend."--

Scheuerlein saß einige Minuten wie erstarrt vor Erstaunen.

Was gedenkst Du denn aber nun zu tun?" fragte et darauf.

veranschlagt war. Die.Deutsche Tageszeitung' meint dazu:Es ist anzunehmen, daß sie im ganzen Eiatsjahie den Voianschlag um nicht weniger als 20 Millionen Mark überschreiten werden. Angesichts dieser Entwickelung erscheint eine roefenihdie Erhöhung der Börsensteuein sehr zweckmäßig und vollkommen unbedenklich." Die bisherigen Erfahrungen reichen unietet Ansicht nach zu einer Erhöhung der Börfensteuer doch wohl nicht aus.

.*. Der Verband der Gesellschaften mit beschränkter Haftung Hai an das Abgeordneten­haus eine Eingabe gerichtet, der in der Ein- kommensteuernovelle enthaltenen Bestimmung betr. der Be'teuerung der G. m. b. H. ferne Zustim­mung zu vertagen. Zum Schluß der Eingabe heißt es:Der unterzeichnete Verband gibt sich der gewiffen Hoffnung hin, daß das hohe Haus die Dorgeidjlagene Einführung der ungerecht'en und rumoien Doppelbesteuerung als rotöer« spi-chend den bis jetzt bezüglich der G. m. b. H. maßgebend gewesenen gesetzgeberischen Tendenzen und als im allgemeinen wirtschasttichkN Inieresse höchst schädlich verwerfen wi,d."

* Der vierte Nachtrags-Etat für die Schutz­gebiete in der Höhe von BO.GOi>,<mO Maik ist dem Reichstage jetzt zugegangen. BszumW.No- uember 1005 sind, wie aus den beige)fiateti Er läuterungen ersichtlich ist, zur Nieder wer tting des Ausstandes inSüdwestasrika in-gesamt 177,673,973 Mark ausgegeben worden. Von den zur Nieder­werfung des Aufstandes bewilligten Mitteln in der Höhe von 185,910,05" Mark waren dem­nach am 1. Dezember 1905 noch 8,267,013 Mark übrig. Bei dem jetzigen Stande der Schutztruppe sind unter Anrechnung der noch veriügbaren Mittel für die Zeit vom 1 Januar 1906 bis zum 1. April 19u6 noch weitere 2f> Millionen Mark notwendig. Es sollen außerdem 1^00 wettere Pt erde beschafft werden, welche 2,60<M >00 3)iart kosten und außer­dem 1000 Dromedare im Werte von 2,uv0,000 Mark.

§ Der Gesetzentwurf betr. Heber« nähme einer Reichsgarantie in Bezug auf eine Eisenbahn von Duala nach den Manenguba-Bergen, die vom Reichstag in der vorigen Session nicht erledigt wurde, ist dem Reichstag wieder zu gegangen. Der Entwurf hat die gleiche Fassung wie der in der vorigen Session vorgelegte. Dagegen ist der Entwurf der Bau- und Betriebskonzessioi: für die Kamerun- Eiienbahngesellschast insotern abgeänhert, als die Beschlüsse dec Reichstags-Kommission für den Reichshckushaltsetat aus der vorigen Session und die bei der zweiten Beratung de? Entwurfs im Plenum aus der Witte des Hauses gegebenen Anregungen Berücksichtiaung gesunden haben.

Eine Interpellation betr. den mangel­haften Schutz der bedrohten Reichsdeutschen in den russischen Ostseeprovinzen werden Blätter- meldungen zufolge die Konservativen bei Wieder­beginn der Session im Reichstage einbringen.

** Berlin, 27. Dez. 1905. Der Kaiser hörte heute vormittag im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Zimlkabiuets Herrn v. Lueanns. In dem Befinden des früheren Verkehrsministers von Thielen, der an einer leichten Lungenaffektion erkrankt war, ist eine Besserung eiugetreten. Das Gesetz übet die Verlängerung der Giltigkeitsdauer des Gesetzes betr. die mili­tärische Strafrechtspflege im Kiautschougeb>ete vom 25. Juni 1905 ist im .Reichsanzeiger' veröffentlicht.

O könnte ich die Arme aus der Erde holen!" sagte Steinberg.Doch solche Wünsche sind fa vergebens! Aber dem Kinde will ich ein Vater sein und an ihm gut zu machen suchen, was ich an der Mutter gesündigt habe. Scheuerlein, schaffe mir zu morgen früh das Kind hierher: heute bin ich zu erschüttert, um mich ihm als Vater zeigen zu können. Aber von morgen an soll es bessere Tage haben, so lange mir Gott das Leben schenkt."

Bruder", sagte Scheuerlein,fetzt bist Du auf einem guten Wege. Der Allmächtige segne Dein Unternehmen!" Und er reichte Steinberg voll Herzlichkeit die Hand.

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Am Nachmittage -es nächsten Tages hielt vor dem Kirchhofe der Vorstadt eine Droschke. Ein bleicher Mann stieg aus derselben und ein bleiches Kind. Das Kind, ein Mädchen, trug neue, warme Kleider. In der Hand hielt es einen Kranz von Immergrün. Steinberg und Elise denn diese waren es betraten den Kirchhof und gingen den Hauptweg schweigend hinab. Eine weiße, glänzende Schneedecke lag über den Gräbern, die Luft war mild, bell schien die Sonne.

Wirst Du das Grab auch finden, oder soll ich den Totengräber rufen?" fragte der Vater.

Ich finde es gewiß", antwortete Elise.Ein Tannenbaum steht daneben, unter den ich mich immer gesetzt habe, wenn mit die Pfleaeeltern im Sommer erlaubten, der Mutter ein Sträuß­chen herzutragen."

Gingst Du denn oft her, mein Kind?"

Fast alle Sonntage, und dann pflückte ich vorher dort drüben immer ein Sträußchen Feld­blumen. Auch stehen an der Kirchhofsmauer wilde Rosen, von denen ich, als sie blühten, für die Mutter pflückte. Nickt wahr, lieber Vater", fuhr das Kind nach einer Pause fort,wenn jetzt der Frühling wieder kommt, bann gehst Du mit mir immer her?" Dann nehmen wir der Mutter rote Rosen mit, denn weißer ober wilder bedarf sie nun nicht mehr."

Die Ernennung des bisherigen Kon­suls in Alerandrien, des Freiherrn von Hnmboldt - Dachroeden zum ©cneraltouiul in Kapstadt wird im ,Reichsauzeiger' betanntgegeben. Reichskanzler Fürst Bülow empfing am Dienstag abend den Bolschaster der Vereinigten Staaten von Amerika Charlemaine Tower, sowie den Professor Peabody. Dem Unter st aats- sekretär im Reichspostamt Sydow ist der Charakter als Wirtlicher Geheimer Rat mit dem PrädikatExzellenz" verliehen worden. D e r frühere Uulerstaatsiekret är im Reichs­schatzamt W. von Fischer ist am Dienstag in Berlin gestorben. Ter Verstorbene trat 1899 aus dem württembergischeu Staatsdienst m den Reichs­dienst als Direktor im Reichsschatzamt und wurde 19ol Uutcrnaats)cfretär. Im Frühjahr 1905 zwang ihn ein körperliches Leiden, in den Ruhestand zu treten.

Ausland.

* Französische Spionage-Affären? In Mar- stille wurden zwei Deuttche na» ens Georg Wolf, angeblich Besitzer eines Patentes auf eine Stickerei- ma chine, und sei i Sekretär Ludwig Wieger unter dem Verdachte der Spionage verhaftet. Man soll bei Wolf Skizzen von Küstenne esttaungen und Notizen über die Dampfschiffahrttverbuidung zwischen Marseille und Noidaftika geiuntren haben. Aus Belfort wird berichtet, daß dort der Tagelöhner Karl Kilttan ausMülhauieni. E. wegen Sptonageverdachtes verhaftet worden sei.

* Dänemark und Frankreich haben nun­mehr gleich Schweden, Deulichtand und England Maßregeln zum Schutz ihrer Staatsangehörigen in den ru'ssschen Ostfeeprovinzen getroffen.

* Das neue italienische Kabinett ist «ch vor Weihnachien zustande gekommen. i)lad) der ,Agenzia Stefanr' war es schon am Sonntag gebildet und setzt sich wie folgt zusammen: Fortis: Präsidium und Inneres; Senator Marquis de San G'uliano: Aeußeres; Finoc- ch'aro-Aprile: Justiz; Senator Vacchelli: Finanzen; Carcano: Schatz; General Marnoni d'Intignano; Krieg; Admiral Mirabello: Marine; Deputierter de Marims: Unterricht; Deputierter Tedeeco: Ceffentliche Arbeiten; Deputierter Mariengo- Bastia: Post und Telegraphen; Graf Malvezzi: Ackerbau.

* Aus Portugal wird gemeldet, daß der König am Dienstag das Entlasiungsge uch des Kabinetts angenommen und Luciano de Castro beauftragt bat, ein neues Kabinett zu bilden.

* Der Rücktransport der Mandschureiarmee, mit dem man es ohnehin wcht eilig hatte, er­leidet eine neue Verzögerung. Wie die ,Nowoja Wremja' milteill, ist von der Baikairingbahn eine Drahtmeldung eingegangen, derzusolge der Bahndamm in großer Ausdehnung durch einen Felsrutich zerstört worden ist. Die Ausbesserung erfordert etwa 6 Tage. Der Rückbeiörderung der Mandschureiarmee droht somit eine mehr­tägige Unterbrechung.

* In der unruhigen Neger-Republik San Domingo stimmt es wieder einmal nicht. Dem amerikanischen Staatsdepartement zugegangene Kabelmeldungen vom Dienstag schildern die Lage in Santo Domingo als ernst. Einem Gerücht zufolge hat Präsident Morales, der mit der Haltung des Kabinetts unzufrieden fein soll, mit wenigen Anhängern die Hauptstadt verlassen und beabsichtigt, sich mit den Anhängern des

Des Vaters Augen schwammen in Tränen. Warum nickt mehr weißer Rosen?" fragte er. Ja, siehst Du", fuhr das Kind fort,im Traume sah ick die Mutter, rind sie sagte mir, wenn Du Deinen Vater findest, dann erhalte ich vom Ewigen meine rote Rose wieder zurück und werde selig fein. Sieb, lieber Vater, dort ist der Baum. Ach der schöne Baum! Sieh, er ist so groß, wie unser Christbaum im Saale war. Wie es in den Zweigen blitzt, gerade als ob Lickt- lein darin brennten. Nicht wahr, guter Vater, das ist der Christbaum, den der liebe Gott für die arme Mutter bescheert hat? Oder auch wohl für die lieben Toten alle, die hier ruhen? Und sieh nur, ein Vöglein büpft in den Zweigen. Dort fliegt's! Ach, es hätte sich nicht fürchten sollen vor uns, das nute Vöglein. Gewiß hat's der Mutter schöne Lieder vorgesungen.

Sie traten fetzt znm schmucklosen Grabe, das der Vater mit dem grünen Kranze schmücken wollte.

Hier oben ist's, lieber Vater", sagte Elise. Wenn Tu hierher den Kranz least, dann ist's gerade so, als setzest Du ihn der Mutter auf ihr schwarze? /war."

Du hast Reckt, mein Kind", sagte der Vater, und er legte der Kranz auf die bezeichnete Stesse. Dann hob er sein Kind auf den Arm und drückte es an sich, daß feine heißen Tränen die Wangen desselben benetzten.

Als Elise den Vater so weinen sah, weinte sie auch und legte ein Aermchen um feinen Hals. Dann strich sie seine Wange und tagte:Weine nun nickt mehr, lieber Vater! Glaube mir, die Mutter lächelt jetzt so freundlich und bittet Gott, daß er-es uns Wohlergehen lasse."

Das Kind ahnte es nicht, welche brennende Gedanken und Gefühle seine Worte im Herzen des Vaters anregten. Wie oft hatte Scheuerlein vergebliche Versuche gemacht, ihn aus feiner ver­derblichen Richtung herauSzureißen. Gewaltige Erschütterungen mußten kommen, um eine Um­wandlung in ihm hervorzubringen. Sein Gemüt hatte dem harten Erdreich geglichen, das erst