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erscheint t»glich, wtt »«»nahm« der Som» «no reitrfegt. Pkrtel« jähr! Bejngspreil ohne Bringerkbit und veuevs«ldi»5ulda und aurmärt»; Mt so pfg.

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3. von.Bft in «ulbo.

Maer W Zeitung

moeoisieuege:Mdaer Seschichttblätter".

wod)«Mfage:Illustrierte Somrtagrzeitung"

M*$eig<*: we ei* fpatege petttzeil« -der deren «an» 15 Pfg. Rtftemen die petitzeile 25 Pfg.; bei wieder h-lnnge* wir- entspr.

Kobatt gewährt.

«-tat,-nidrnck u. Verlag -er jiulbaer Ne- tltnbrudtrei in Sulba.

Zernipre her M. <>.

M 294.

Fulda, Samstag, den 23. Dezember 1905.

3?. Jahrgang.

Zweites Mtcrtt.

Bist du es, der da kommen soll, oder müssen wir aus einen anderen warten ?

Im Leben des großen WiistenpredigerS will eS Abend werden. Noch aber hat er eine Aufgabe zu lösen. Seine Jünger, die unter dem Eindruck feiner Persönlichkeit stehen, gilt es für denjenigen zu gewinnen, dessen Wegbahner er nur gewesen tvar. Von draußen war ihm Kunde geworden in seine Haft auf der Feste Machärus, daß den jeitige, den er einst am Ufer des Jordan als das Lamm Gottes begrüßte, wunderbare Taten ver­richte. Jetzt hält er den Zeitpunkt für gekommen, seine Jünger diesem Einen zuzusühren. So schickt er sie zu dem großen Wundertäter, daß sie sich dort selbst die Antwort holen auf die Zweifel, die ihr Inneres quälen, und also formuliert er ihnen die Frage an jenen einen Großen:Bist du es, der da fominc» soll, oder solle» wir auf einen anderen warten?" (Matth. 11.)

Da wird ihnen die Antwort:Meldet, was ihc gehört und gesehen: Blinde werde» sehend, Lahme gehend. Aussätzige rein, Taube hörend, Tote stehen auf, Armen wird frohe Botschaft tef» kündet."

Wahrlich eine Tätigkeit, wie sie des Messias, des Heilandes der Menschheit, würdig. Daß das Gw iitentum diese Tätigkeit seines göttlichen Stif­ters fortgesetzt bis auf de» heutigen Tag und foctteven'wird bis zum Ende der Zeiten, darin Ia-:! dex Beweis, daß es und nur es der Heiland, dte Zrovrwt'-chait mt die Menschheit ist, nicht zuletzt c,:t die W.'.»'chheit der Gegenwart, die aus schweren soznilen Krisen nach einer Rettung verlangt.

Blinde werden sehend! Wie ist doch die Mensch- beit die Irre gegangen, ehe ihr das Licht auf der Höhe aufging und hineinleuchtete in die Finster« nie. ulib wie geht sie wiederum in die Irre, wo sie liefern Lichte den Rücken gekehrt! Sie sah und fiel i nicht die Wahrheit über Inhalt und Ziel des Menschenlebens. Die aufgestanden sind mit der I-Türen Verheißung, die Mensißbeit in das Reich der Waerbeit und des Glückes führen zu wollen: - waren es, Blinde als Führer von Blin­den I Erft im Lichte des Glaubens kann dir Ren.s-afteil die volle Wahrheit erkennen. SRch» i und Mensckenstreben erhält erst in \t:?<» Lichte 'Zinn und Wert. Nicht mehr ist : 'S Levo» de-.' Einzelne» wie der ganzen Mensch« ei: ein ewiges Wälze» des SijyphnsblockeS dec Arbeit! -- .Was soll uns denn daS ewige ~ vtxvxxk - »ein, das Leben des Einzelnen, : crfi-.lt einen Ewigkeitswert. Das ist das Licht, das los Christentum der Welt bringt!

Lni-m? gehen:Mich erbarmet des Volkes!" ! t riier der göttliche Heiland gesprochen, und er ;> xrri Volke gegangen, um ihm zu helfen von i.-ftier Nsr und seinem Elend. DaS Volk mit 'eine V t und seinem Elend war auch vor ihm da. . Psite hoben es gesehen. Manch' einer hat vnck. beredte Werte gefunden! Aber als es galt '-i i-vl\ii, Hand an zulegen, den Vorurteilen der fj.'t >: . rirne zu bieten, da waren sie gelähmt .--s - . c Kraft ".c Ende. Christi Wort und Beu x--:d rber bat Lahme gehen gemacht. Wer mag r?: iene. weiche von seinem Geiste erfüllt ' j? gen sind in die Menschheit, um ihr "e s Licht des Glaubens zu entzünden, jene, dr.> l-ineb-aegangen sind in das Volk, um es ?n l-.-bren und zu heben, es zu retten t-ch> der V ^riaknng durch die politische Macht des rv-«v- teil Staates und die noch absolutere und brm-'tere des Kapitals, fette, die in der Berfech- '.."t. der.Re^'e des Volkes diesen beiden Mächten ,fc.'.v;-. -etreten sind mit einem Non licet: Es ist di« isicht erlaubt! Ja, wer könnte sie zählen alle, die berührt von des Heilandes Wort aufgc- t. -MgE«si»£&t-"^5»tiii«He»3as3eeeaeHaseoei^eieeieei

9er Weihnachtsbaum.

Erzählung von A. Straßburger.

2] (vtachdruck verboten.)

Als ein gute» Zeichen war es von den Lehrern angesehen worden, daß sich sämtliche Redaktionen der Zeitungen bereit erklärt hatten, den ziemlich langen Ausruf unentgeltlich aufzunehmen.

Schott die nächste Konferenz bewies, daß der Lehrer Wort in vieler Herzen gedrungen tvar. ES waren eine Menge Geldsendungen von einem Ttllrr ii-3 zum Zwanztgmarkstiick, wie auch Spiel­sachen, Schreibmatertalicn, Tücher und andere 'cchcti bereits in ziemlicher Menge eingelaufen.

Frohen Herzens hatten sich die Lehrer getrennt. Scheu erteilt betrat eben seine Stube und berech­nete wie vielen Kindern wohl würde beschert wer­te n können, trenn jede der folgenden Konferenzen ein gleiche? Resultat brächte, als jemand klopfte. Auf seinHerein" erschien ein Maler, Namens Steinberg.

Juli S Steinberg war ein Landsmann Scheu- crleinS. Etwas war da, das beide vereinte, daS war die Kunst, obgleich sie ein jeder von ihnen anders an?faßte. Ss.ffl hatten sie nichts mit einander ge­mein. Tem Scheuerlein ging es eigen bei dem Anblicke seines Landsmannes. Ein Etwas an ihm zog ihn au, ein Anderes stieß ihn zurück. Als Steinberg sckon auf der Akademie glänzte, befand sich Scheuerlein noch in seiner Heimat. Damals 'tiitg er mit ganzem Herzen an Steinberg. Es war ein Frendentag für ihn, wenn der schmucke Maler mit den hellen Augen und dem gekräuselten Bärtchen zum Besuch kam. Steinberg gewann bei einer Konkurrenz den Preis und hatte bereits seine .<?:Jtrcife nach Italien, angetreten, als Scheuer- Irin nach der Hauptstadt kam. Seit zwei Jahren befand sich Steinberg jetzt wieder hier. Er hatte

standen sind im Dienste einer sich selbst verzehren­den Menschhettsliebe.

Aussätzige werden retn. Der Unglückliche, der am Aussätze erkrankte, ward ausgestoßen aus der Gesellschaft der Menschen und scheu gemieden, eben wie ein Pestkranker! Aber so war auch aus- gestoßen und verachtet der Arme und der Arbeiter. Die körperliche Arbeit schlug alle, welche sie üben mußten, mit dem Aussatz der Verachtung und stieß sie hinunter in die Sklaverei. Diese Aus­sätzigen rein gemacht, die Arbeit zu Ehren ge­bracht und damit der Sklaverei den Todesswß versetzt zu haben, ist eine der größten Ruhmes­taten des Christentums.

Taube hören. Sollte die menschliche Gesell­schaft umgeformt und auf ein höheres Niveau em­porgehoben werden, dann mußte ihr das Gehör geschärft werden, daß sie überhaupt mal die Not- und Hülferufe der Armen und Elenden hört! Wie unbegreiflich taub gegen diese muß doch eine Ge- feflfdKift sein, die sich, wie die Gesellschaft der römischen Hochkultur, die Lehre bieten läßt, um den Armen mache sich schlecht verdient, wer ihm zu essen und zu trinken gibt, denn er verlängere ihm nur sein elendes Dasein! Da mußte ei» Gott kommen, und diesen Menschen erst zurufen:Was ihr dem Geringsten unter den Menschen tut, das habt ihr mir getan," um sie hörend zu machen für die Notrufe des Volkes und seine Forderungen. Wenn heute die Worte vom Rechte des Menschen, vom Rechte by Frau, vom Rechte des Kindes, kurzum von den Menschenrechten Gebär finden, vergesse man nicht, daß es langer Arbeit bedurfte, um der MenMeit das Gehör zu öffnen für diese Rufe.

Tote stehen auf: Aber was nütze» alle Worte, was nützt alles Reden über die Schönheit des Gute» und ber Tugend, über die Schönheit bec Barmherzigkeit unb Humanität unb über soziale Gerechtigkeit, wenn nicht zugleich die Kraft gegeben Itnrb. sie zu lebendiger Tat werden zu lassen? Hat Jesus der Menschheit auch diese Kraft gebracht? Lassen »vir diese Frage beantworten durch de» Unglaube». ES ist Houston Stewart Chamber­lain. der eben das von JesuS rühmt, daß er die wichtigste unb folgenschwerste Entdeckung gemacht habe, weil er jene Kraft entdeckt habe, welche allein die Vergänglichkeit überwindet.Christus wieS hin auf eine verborgene Kraft, drinnen tu der unerforschten und unerforschlichen Welt des Menscheninnern, eine Kraft, fähig den Menschen selber völlig umzngestalten, fähig arrS einem elett- den, leibbedrückten Wesen ein mächtiges seliges zu machen. Der Blitz war sonst lediglich ein Zer­störer gewesen, die Kraft, die er uns entdecken lehrte, dient »untnehr der fiieblichen Arbeit und dem Wohlbehagen; ebenso war der menschliche Wille von jeher die Saat alles Unheils unb Elends, das über das Menschengeschlecht nieder- ging jetzt sollte er zur Wiedergeburt dieses Ge­schlechtes dienen, zur Entstehung der neuen Men­schenart. Daher die unvergleichliche, weltgeschicht­liche Bedeufimg des Lebens Christt . . . Was das Griechentum für den Intellekt, das tat Christus für das sittliche Leben: eine sittliche Kultur hat die Menschheit erst durch ihn gewonnen." (Grund­lagen des 19. Jahrhunderts S. 206207.) Unb diese Kraft, die Christus der Welt gebracht Hai, macht fort und fort Tote lebendig, indem sie bu Todesstarre, in welche die Ichsucht die Menschen versenkt, durch die Lebenswärme des höchstge­spannten Idealismus anfbebt.

Armen wird frohe Botschaft verkündet. Ja, für alle die Armen und Elenden, und dazu zahlen nicht bloß die äußerlich Armen, sondern auch btc innerlich Armen für alle hat Christus ine Frohbotschaft des Heikes. Diesen bringt Christus die frohe Botschaft der Erlösung von Gewisfens- und Herzensqual, jenen die frohe Botschaft der sozialen Gerechtigkeit. Friede den Menschen auf Erden! __

aus Italien^mehrere bedeutende Bilder einge- sandt, in den letzten drei Jahren ober war sein Name auf der Kunstausstellung nicht vertreten gewesen. Sein Inneres und Aeußeres hatte sich in auffallender Weise verändert. Mit der Jugend­blüte schien auch sein Streben verloren gegangen zu sein. Mit ernften und großen Stoffen gab er sich nicht mehr ab. Seine Musen wohnte» jetzt in einer Bierstube, ja die Bayerische Bter- stube war die eigentliche Akademie seines Lebens geworden. Jetzt ließ er seine Stoffe nicht mehr reifen in heiliger Künstlerbrust, sondern fand sie auf dem Krämermarkt ordinärer Gedanken und Einfälle, der allabendlich am Biertische aufge- schlagen war. Wir sind weder dem Bayerischen Biere, noch den Orten feind, an welchen es ge- fchänkt wird, sondern haben es einzig und allem mit der bestimmten Bierkneipe zu tun, in der Julius Steinberg Stammgast war. Dort präsi­dierte die Negation gegen alles, waS im öffent­lichen Leben geschah. Der Bier-Philosoph er­kannte außer sich nichts in der Welt ort; er saß zu Gericht über alles, was im Himmel und au: Erden geschah. AlleS suchte er durch die Beize des Hohnes und der Lächerlichkeit in das Nichts zu zersetzen, wahrscheinlich aus dem insfinktartigen Triebe, alles andere sich gleich zu machen. Dies verletzte Scheuerlein, weshalb er auch den Ver­kehr mit ihm möglichst gemieden.

Nun, Du bringst uns gewiß etwas zu unse­rem Feste", sagte Scheuerlein.

Steinberg lachte laut auf, indem er seine Finger an das Licht hielt, und sagte darauf:Da müßte ich ja toll fein, wenn ich es mir einfallen ließe, solchen Schwindel zu unterstützen!"

Schwindel?" fragte Scheuerlein etwa- ge­reizt.

Ein neues Lachen erfolgte.Ersten-", sagte Steinberg,ist das, was Ihr tut nichts als eine Wichtigtuerei."

Nun, ich weiß schon", entgegnete Scheuerlein,

daß Dir die Ueberzengung fehlt, irgend em Mensch könne eine gute Sache um chrer selbst willen tun." . ,

Um ihrer selbst willens" höhnte Sternberg. Grandiöse Redensart! Um ihrer selbst willen! Ich sage Dir, Egoismus, nichts und gar nichts als Egoismus ist's, ber die Welt regiert von oben bis unten!" __

Nun, ich muß gestehen", sagte Scheuerlern, baß ich nicht geglaubt habe, es könne jemanben auf dem Erdenrunde geben, ber ein solches Unter­nehmen, wie wir es inbezug auf bie armen Kru­der vorhaben, tadeln könnte."

Wenn Du es betonst, davon sprrchst, daß ^hr für arme Kinder etwas tun wollt", entgegnete Steinberg,bann sage ich Dir, daß das Unter­nehmen erst recht zu tadeln ist."

Scheuerlein sah ihn mit Erstaunen an.

Ja, ja, es ist so", fuhr Steinberg in höhnen­der Weise fortDu merkst nur nicht, wo bie Glrcken hängen, da Du auch so ein sentimentaler Narr geworden bist, wie wir deren schon genug haben. Ich sage Dir, Ihr seid blind, sonst würdet Ihr weder Unternehmungen unterstützen, die den Zweck haben, die Arme» mit de» Reichen zu ver­söhnen, noch wurdet Ihr gar aus die faulen Ideen kommen, ähnliche neue Schwindeleien einzusuh- ren. Die Armen mit den Reichen zu versöhnen ist nichts als Verrat. Ich sage Dir, ich wünsche, kein Reicher gäbe einen Pfennig mehr für bte Armen. Dann wäre der Tag da, von dem aus sich eine neue Zeitepoche datieren würbe. Dow , setzte er nach einer Pause hinzu,Euer bischen Kleisterei wirb die morschen Pfeiler der Gesttl- schast auch nicht aufrecht erhalten. Das Einzige wirft es, daß der große Tag noch ein wenig hm- ausgeschoben wird. Aber er kommt! Daun, das sage ich Dir und Euerm hochlöblichen Vereine, dann wird man Euch das alte Spielzeug unb btc abgetragenen Röcke, die Ihr den Armen mit blöd­sinnigen Redensarten reicht, wieder zustellen l

U«»»IMschr SeiUäufe.

(Nachdruck verboten.) K Berlin, 21. Dezember 1905.

Ei» gcutz Keines Weihnachtslexikon oder Abe ber Festfeier:

Aepfel gehören an den Baum und auf bie Teller, auch wenn sie schlecht geraten sind. Nur nicht der Apfel der Zwietracht, der leider alle Jahre gerät. Vergl. Nüsse.

Arbeiten, die (»genannten Weihnachts­arbeiten find nett, wenn Vernunft, Maß und Liebe dahinter stecken. Noch »etter ist bie all­tägliche, bescheidene Arbeit als treues Familien- glteb.

Arme habt ihr immer unter euch, aber zu Weihnachten gilt besonders das Wort des Hei­landes, daß man Ihm tut, was man ihnen tut.

Baum, der Weihnachts- oder Christbaum, Sinnbild der immergrünen Hoffnung, im Lichte des Glaubens aus den Gaben der Liebe auf- ragenb.

Bücher, gute, sind bie nützlichste» unb preis­wertesten Weihnachtsgeschenke.

Christkind, das heilige, für Christen das Haupt und Herz der häuslichen Feier, bei bett Modernen" durch denWeihnachtsmann" ver­drängt.

Dank ist Anstands- unb Gewissenspflicht des Empfängers: aber bet Geber, wenn er klug ist, rechnet nicht auf Dankbarkeit, sonbern gibt, um Freude zu machen.

Deitmer, Pfarrer in Steglitz, Bettelt für den Zehlendorfer Kirchbau unb hat auch zu Weih­nachten sein Geschäft offen. Vergl. Nienkemper.

Eltern, die zu Weihnachten viel Last und Sorge haben, sollen denken, was ihre heiligen Standesgenossen in Bethlehem am Vorabend zu ertragen sind zu entbehren hatten.

Einfachheit ist immer gut, auch an beut festlichsten Tage.

Faden, der rote, in dem ganzen Weih- nachtsgetriebe mutz die aufrichtige Liebe sein.

Fleischteuerung muß znm Feste ver­gessen werden.

Freude verschafft man sich am besten da­durch, daß man ben ©einigen rechte Freude macht. Auf Gegenseifigkeit mit Wucherzinsen.

Frieden den Menschen, bie eines guten Willens sind. Ist es denn so schwer, brati zu wollen?

Geiz ist Wahnsinn: ber geizige Geistes­kranke sollte wenigstens zu Weihnachten eine» lichten Augenblick haben.

Geschenke gehören dazu, aber sie sollen ben Geist des Festes nut stützen, nicht erdrücken.

Gnade vor Recht gehen zu lasten, sollten die Erzieher vom Beispiel des allmächtigen Vaters lernen. . . ..

Großeltern fündigen oft, tttbem sie bte Enkel verwöhnen: zu Weihnachten nur läßlich.

Herz zu Herzett, ioentt sich die nicht am Weihnachtsbaum finben, ist alles nichtig. Vergl. Lug unb Trug.

Jungbrunnen, ein wirksamer, ist für die alten Jahrgänge die gemütliche Feier im Orgelpfeifenkreise des Nachwuchses.

Kerze» am Weihnachtsbaum, die leuchtend sich verzehren, sind ein schönes Sinnbild des christlichen Lebens: zur Ehre Gottes unb zum Wohle bet Mitmenschen sein Leben verbrauchet', bis zum letzten Krafttropseu.

K i n b e r müssen alle im Gemüt fein, Ioentt sie das Christkind suchen unb finben wollen.

Krippen geb'"en unter alle christliche» Weihnachtsbäume. Was sonst em Bazar märe, wird durch bie Krippe zum Altar.

Kuchen müssen mit Maß genossen werden, aber zu Weihnachten kann man mit einer Gumim- Elle messen.

Küsse müsse» selten sein, dann sinb sie um so süßer. In ber weihnachtlichen Feierstunde ist der Friedenskuß der dankbaren Liebe am Platze. Vergl. Herz.

Lichter auf einem Baum wachsen in keinem irdischen Walde: und doch ist der lichttragende Weihnachtsbaum wahr und schön. Das kuahre Licht ivächst nicht auf der sündigen Erde, fonbetn kam aus dem Himtnelssaale in die Mitternacht ber Welt; ber helle Baum des Heiles erinnert an bie paradiesische Zett, als vom Baume der Versuchung noch feine Finsternis ausgegangen war.

Liebe wer bie nicht mitbringt zur Weih­nachtsfeier, ber soll sich lieber krank melden; er ist es auch an bet Seele. ~ Mancher glaubt warm zu Heben, aber wen? Sich selbst.

L u g und Trug gibt es auch unter ben Men­schen in ber schönsten Feierstunde. Wer nicht ben rechten Weihnachsgeist im Herzen hat, wird znm Heuchler.

Luxus ist niemals lieblich, aber am Ge­denktage des Stalles von Bethlehem abscheulich.

Makeln: einem geschenkten Gaul u. s. w.

Mette: die häusliche Feier am Vorabend- kann man früh genug beenden, um ohne ueoer- anftrengung bie Morgenfeier m der Shrdje mit* machen zu können. Der Gang durch bte Nacht zum erleuchteten Tempel hat seine besondere Poepe. Wie eine Fahrt zum Alpenglühen und Sonnen- aufgang.

Mißgunst gleicht einem Mester, das nach vorn stumpf, nach hinten scharf rst. Wer sie hat, schneidet sich selbst ins Fleisch der Zufriedenheit.

Mutter: die hohe Priester,n tm Hanse, begeht am Weihnachtsbaume ihre sererltch>.e Amtshandlung. ...

Nase, die Kinder sollen sie nicht vorzeitig in die Weihnachtspakete stecke». Vergl. Schlus- selloch

Nikolaus, der heil. Kinderfreund, braucht unter dem Wettbewerb des Weihnachsbaumes nicht ganz vergessen zu werden. Als Vorspiel der Kinderbescherung betzubehalten, ohne Mehr- kosten, wen» man nur die Gaben klug teilt. Teilen ist gleich verdoppeln, besonders für Kinder.

Nienkemper, Fritz, der unpolitische Bet- telgeselle, möcht gern das Christkind rn Zehlen» dors aus der Scheune in die Kirche bringen Hel- fen. Vergl. Deitmer.

Nüsse gehören nebst Aepfeln zur Bescherung. Sie schmecken umso bester, je länger man sie kam Das Knacken ist lieber außerhalb des Mundes

£) f e «C, der warme, darf neben dem Weih- nachtsbanm nicht fehlen. Der geistige Ofen ist die Gemütlichkeit, zu der jeder fein Schert bet- steuern soll. _

Ostern: Zwischen Weihnachten und Ostern liegen noch mehrere bunte Monate. Aber, wer zu Ostern gut sein will, muß schon Weihnachten anfangen, besser zu werden.

Was wir tun", entgegnete der Lehrer ernst ist Jesu heiligem Gebote gemäß, und Du wirst es mir und meinen Kollegen nicht verdenken, wenn wir Dich nicht für einen Propheten halten, der der Menschheft ein besseres Evangelium zu bringen im Stande wäre. Ihr Klugen setd ub- rrgens doch mit höllischer Blindheit geschlagen. Ihr wollt also die Armen systematisch zu Tigern erziehen? Ich sage Euch, gelange Euch das, so würde Euch der Tiger ebenfalls die blutige Krolle in den Nacken schlagen. Wir leben, das erkenne ich auch, in einer Zeit, in der noch manche voll ti­schen Erschütterungen möglich sind. Webe, wenit dann das heilige Felker der Menschenliebe auf dem Ware der Religiosität erloschen ist.

Ack, schweig doch still", rief SteinbergMit Euch Kerlen ist nichts zu machen x»6r seid blöd­sinnig, wie es die meisten Menschen find! Und wieder schlug er ein Gelachter auf, daß bie Stube ergellte.

Scheuerlein antwortete ihm darauf:Es gibt ein Wort, bas uns mahnt, vorsichtig nut den Perle» ber Wahrhaft umzugehen k"

Ein neues Gelächter erfolgte. Stein be^ er­griff ben Stock, sagte bem Lehrer gute Nacht und machte sich aus ben Weg zur Kneipe. Da wollte er erzählen, wie er es bem Senter »gemocht habe. Es würbe bies, bovon hielt er sich über­zeugt, zu nickt geringer Belustigung ferner Ge- sinnungsgenosten bienen.

Scheuerlein war aufs tiefffe erregt. Er hatte wirklich nicht geglaubt, baß solch etn Unternehmen angegriffen werden würde. Steinberg kam ihm plötzlich vor, wie eine aus der sittlichen Weltotd» nung herausgeristene Kraft, die nur noch zer­fetzend und zerstörend wirken, könne. Erst nach unb »ach beruhigte er sich.

(Fortsetzung folgt.)

In ber prattifche» Durchführung ber vo»l Christus ben Johannesjüngern gegebenen Ant­wort, in der Auffaffung dieser Antwort als eines Arbeitsprogramms hat das Christentum seine Lei­tungsfähigkeit für die Schaffung des sozialen Friedens erwiesen. Mögen Leute, bie vom Geiste »er brutalen Herrenmoral unb der nicht minder gern an ihm unb seiner Forberung ber sozialeii Imitate» Klassenmoral angekränkelt sinb, sich är- Gerechtigkeit, mögen sie beibe, Kapitalismus unb Sozialdemokratie, auf einen anderen warten. Sie warten umsonst. Nimmer hat bte Gewalt, an bte te beibe als letzte Instanz appellieren, eine frohe Botschaft ber menschlichen Gesellschaft gebracht. Die Frage, woher eine solche kommen kann, ist ertebigt für alle, bie eines guten, bie wahre soziale Wohlfahrt ber menschlichen Gesellschaft erstreben­den Willens find. * ______________________