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Zuldaer W Zeitung
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RelatteesbtMÄ #. verte- »ec «albaet le« tiesbniaerel i* SwUa, Seeakper der llr. 1.
M 293.
Fulda, Freitag, den 22. Dezember 1905.
3?. Jahrgang.
Zweites Mkatt.
* Der rskulartag
-es USnigrelchs Bayern.
Die Oesterreicher und Russen waren in der Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 von Napoleon geschlagen. Oesterreich schloß mit Napoleon den Frieden zu Preßburg vom 26. Dezember 1805. Durch diesen Frieden bekam Bayern einen Gebietszuwachs von S00 Quadratmeilen mit l Million Einwohner. Oesterreich verzichtete auf alte SouveränitLlsrechte in Bayer«. Zugleich vereinbarten der Kaiser von Oesterreich und Napoleon, daß Bayern und Württemberg Königreiche würde«. Niedergelegt ist e- im Artikel 7 des Preßburger Friedens, der lautet:
Die Churfürst en von Bayern und Württem- i berg nehmen den Königstitel an, ohne iedoch aufzuhören. Glieder des deutsche« Bundes z« feyu.
i Se. Majestät der Kaiser von Deutschland und I Oesterreich erkennt sie in dieser Würde an. — i (Döllingers Sammlung Band 1 Seite 198).
Völkerrechtlich ist also das Königreich Bayern durch den Preßburger Friede« geschaffen worden. Der Tag des hundertjährigen Bestandes des Königreichs ist aber der 1. Januar. Denn am 1. Januar 1806 nahm Kurfürst Max Joseph den Kö riqstitel an. Die Proklamation Hal folgenden Wortlaut:
i „Durch die unerschütterliche Treue unserer Untertanen, und die vorzüglich bewiesene Anhänglich feit der Bagern an Fürst und Vaterland hat der - bäuerische Staat sich zu seiner ursprünglichen Würre entpvrgelobcn. Wir haben uns daher entickloffen, zur Begründung der Unabhängigkeit der uns von der Vorsehung anvertrauten Station, den dem vormaligen Beherrscher derselben ertge- ftaniTtcn Titel eines Königs von Bayern anzunehmen, und diesen Enlichluh durch eine feierliche Proklamation heule öffentlich in unserer Residenzstadt bekannt machen zu lassen. Unsere feierliche Krönung und Salbung haben wir auf eme günstigere Jahreszeit verschoben, welche wir in Zeiten öffentlich bekannt mache« werden. München, den 1. Januar 1806". (Döllinger, Band 2, Seite 10 und 11.)
Vor der Erhebung Bayerns zum Königreich waren aus dem Hause Wittelsbach folgende Könige hervorgegangen: Herzog Ludwig der Bryer (deutscher König 1-14 und römischer Kotier 1328, Rupprecht der M:de, deutscher König 14(4), Karl X., Kari XI, Karl XiL, PfaiMasen vor? Zweibrücken. Könige von Schweden, Karl Albrecht, , deutscher Kaiser 1742 Seit der Erhebung Bayerns 1 zum Königreich batte das Land folgende Könige: Max I. bis 1825, Ludwig I. von 1828—1848, Max 'L von 1818—1864, Ludwig II. von 1864 bis 1886. Otto L von 1886 bis heute. Au feiner Stelle fühlt Prinz regen! Luitpold die Regierung. Er bat bekanntlich angeardnet, daß eine Feier deS Säkulartages in Rücksicht auf den Krant- heitszustand des Königs nicht statt findet. Man batte «Ügemein angenommen, daß die beiden Kammern Adressen an den Regenten richten taür« den, allein davon verlautet nichts. So wird der Säkulartag ohne jedwede Kundgebung vorüber- gehen.
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i Helen Keiler über ihr Universität^- ; sindium und die LxaMrmnöte.
; In ihrem wunderbaren Buche „Die Geschichte meines 2c6enS“, das jccUn in 17. Auflage erschienen ist (Robert Lutz, Stuttgart gebd. 6,50 <M), berichtet uns die Mannxc taub blinde Helen Keller über die Enttäuschung, die ihr der Benutz der Universität bereitete. BesonSe- res hat dreies Wunderkind, von dem Mark Twain den Ausspruch tat: „Sie größten Wuirüer des 36. Jahrhunderts sind Napoleon und Helen Keller", freilich nicht auf dem Radcliffe Kobsge erfahren: Es ging ihr wie vielen Hmrderten bau hingen Studenten, die wiffensdurstig, mit hoher! Idealen erfüllt Mr alma matter eilen, in dem -schonen Wahn, die Universität bedeute für sie ein geistiges Elysium, worauf sie nach wenigen Semestern «fahren müssen, daß auch die Quellen der Wissenschaft irdischen Ursprungs sind und die Unvollkommenheiten alles Irdischen mit sich führen. Besonderes kann uns daher Helen Keiler zu dem genannten Thema auch nicht sagen. Aber gerade darin liegt der Reiz ihrer Schilderungen, daß dieses taub-blinde Mädchen, welches infolge seiner Gebrechen in einer uns sonst nahezu nnfaß- baren Welt der Eindrücke lebt uns durch die Völlige Gleichartigkeit ihrer inneren Erlebnisse mit denen eines Sehenden und Hörenden, menschlich so nahe tritt. Die Kluft, die uns gewöhnlich von .Helen Kellers Empfindungsleben trennt, ist hier verschwunden — hier ist Helen Kell« unseresgleichen.
Lasten wir nun Helen Keller selbst zu uns sprechen!
Der Kampf um die Zulassung zur Universität war siegreich beendet, und ich konnte nun in das Radcliffe Kollege (Cambridge—Boston) eia- treten, wann es mit beliebte. Gegen Ende 1900 ging daher mein Traum, die Universität zu besuchen, in Erfüllung.
Ich begann meine Studien voller Eifer. Bor mit erblickte ich eine neue Welt, strahlend i« Schönheit und Licht und ich fühlte die Fähigkeit in mir, alles zu erkennen. Ja dem Wunderland des Geistes würde ich ko frei fein wie lede andere.
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JUBILAeMSlBVEC.
Ich bin häufig gefragt worden, in welcher Weife ich die eigenartigen Schwierigkeiten, unter beiten ich die Universität besuche, überwinde. Im Auditorium bin ich natürlich so gut wie allein. Der Professor ist so inert von mir entfernt als ob er durch ein Teleobon 'pracke. Die Vorlesungen werden mir so rasch wie möglich in die Sand buchstabiert, und in dem Bestreben, da? Tcmvo inne zu ballen, gebt mir viel von der Andwiduali- tüt deS Vortragende« verloren. Die Worte eilen durch meine Sand wie Hunde auf der Jagd nach einem Hafen, der ihnen ober oft entkommt Ätzer in dieser Beziehung glaube ich nicht, daß ich viel schlechter daran bin als die Mädchen, die sich ihre Aufzeichnungen machen. Ist der Geist mit dem me^mischen Pro^sse des Hörens befchäftiat und soll man zu oleicher Zeit das Gehörte in fliegen* der Eile zu Pavier bringen, so firaa man, glaub? ich, weder dem bHandelnden Gegenstände noch der Art des Vortrags die gebührende Aufmerksamkeit zuwenden. Ich kann während der Vorlesung«! keine Aufzeichnungen machen, west meine Hände
Wenn wir in der fetzigen Jahreszeit von den Graebniffen großerTreibsagde« lesen oder hören, so kommt man »mwillkürlich auf den Gedanken, daß vielleicht durch Wildpvet de« Mangel an Schlachtfleisch abgeholfen werden oder wenigstens traf den Preis gedrückt werden könne. Die unerbittliche Statist,? aber beweist, daß das in keiner Weise der Fall ist. Mir das Königreich Preuße« liegen 1* be* treffenden ßafclen vor, sie sind auf den ersten Anblick stattlich genug. Im allgemeinen ist der Wildstand im Königreich Preußen get, es werden durchschnittlich im Jahre erlegt: 14000 Stück 9tot- wild, 8500 Damwild, 120000 Rehwild, Su0v Sckwarvvtld, 2500000 Haie«, 300000Äanm*en, .'000 Waldhühner. 25000i«0 Siebbützner, 100 000 Wachteln, 150000 Faianen, 800 Trappe«, 400<j0WEchnepie«, 275000 Wcktzenten, 52000
Waldschnepfen u Bekassinen 92000St.
Die Vorlesungssäle schienen mir mit dem Miste der großen Weisen aller Zeiten erfüllt, und ich hielt die Professoren für Personifikationen der Weisheit selbst.
Aber bald entdeckte ich, daß bas College nicht ganz das romantische Lyrenm war, das universale Athen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Viele der Träume, die meine unerfahrene Jugend entzückt hatten, „verblaßten in dem grauen Lickte deS Alltags". Allmählich begann ich einzusehen, daß der Besuch der Universität auch feine Stätten- feiten habe.
Man tritt hier nicht den großen, weisen Männern Auge i« Auge gegenüber, man fühlt nicht ihren belebenden Hauch. Zwar sind sie gegenwärtig, daS muß zugegeben werden, aber sie scheinen mumifiziert zu sei«. Wir müssen sie von der sie umgebenden Hülle von Gelehrsamkeit befreien, sie zergliedern und analysieren, ehe wir sicher sein können, daß wir einen Milton oder Jesaias vor uns haben und nicht nur eine geschickte Nachahmung. Wir mir scheint, vergesse» viele Gelehrte, daß unser Genuß an den großen Werken der Literatur mckhr von der Tiefe unseres Mitempfindens als von der Schärfe unseres Verstandes abbSngt. Ter Hanptnbktstand ist der, daß sehr wenige ihrer mühsamen Erläuterungen im Gedächtnis hasten. Der Geist wirst sie ab, wie em Baum seine Fruchte abwirft. Mail vermag eine Blume zu kennen, Wurzel und Stengel und alles, ebenso den ganzen Wachstumsprozetz und ist vielleicht doch nickt imstande, die Schönheit der frisch im Tau des Himmels gebadeten Blume z» würdigen. Immer und immer wieder frage ich ungeduldig: „Was sollen mir all diese Erläuterungen und Hypothesen?" Sie schwirren in meinem Geiste hin und her gleich blinden Vögeln, die die Lust mit ihren kraftlosen Schwingen zu zerteilen suchen. — Ich wende mich nicht gegen eine gründliche Kenntnis der berühmten Werke, die wir lesen, sondern nur gegen die endlosen Kommentare und verwirrenden Kritiken, aus denen nur das eine trervorgeht, daß es mehr Ansichten als Menschen gibt.
Aber die Prüfungen sind doch die Haupt- schrecken meines Collegelebens. Obgleich ich ihnen schon oft Nnqe in Ange gegenüber gestanden, sie zu Poden geschmÄtert und in den getreten habe, so erbeben sie sich doch immer wieder von neuem und droben mir bleichen Angesichts, bis ich mich ganz mutlos fühle. Die Tage, die diesen hochnotpeinlichen Verhören vorangehen, werden darauf verwandt, den Geist mit mystischen Formen und unverdaulichen Daten — unschmack- hastem Zeuge — vollzustopfen, bis man wünscht, das; Bücher, Wissenschaft und man selbst auf dem Grunde des Meeres läge, wo es am tiefsten ist.
Endlich naht die gefürchtete Stunde, und glücklich die, die sich gerüstet fühlt, und zur reckten Zeit imstande ist. Gebautem dis ihr in dieser höchsten Not von Nutze» sein können, zu ihrem Beistände herbe iZuführen. Es kommt nur zu häufig vor, daß ter Trompetenstoß ungehört verhallt. Es ist im höchsten Grade verwirrend und erbitternd, daß gerade in dem Augenblick, in dem man fein GedüchttiiL und einen scharfen Unter- fcheidunassinn am nötigsten hat, diese beiden Dinge Flügel erhalten und davonflattern. Die Keuntniffe, die man sich mit so unendlicher Mübe angeeignet bat, lassen einen im Notfälle unfehlbar hn Slick.
„Geben Sie mir einen kurzert Ueberblick über Huß und feine Bedeutung!" — Hntz? Wer war denn das, und was bat er doch gleich getan? Der Name klingt so seltsam vertraut. Man wühlt seinen Vorrat historischer Kemrtnisie um und nm, genau so, als wollte man nach einem Stückchen Seide in einem Lnmpensack suchen. Mau ist überzeugt, es steckt irgendwo im Gebächtnnse ganz oben — mau weiß, man hat es erst gcmz kürzlich gesehen, als man den Beginn der Reformation betrachtete. Aber wo ist es nun? Man fischt allerlwnd WiffenAbrocken heraus — Revolution, Schismen, Ntedermetzelungen, Negierungssysteme — aber Huß, wo steckt der? Mau wundert sich über das, was man alles weiß, was aber jetzt nicht in Frage kommt. In der Berstorrflung packt man feinen Sack und schüttet ibn nm, und dort in einem Winkel steckt der betreffende Mann und brütet «nbekükmnert über seinen Vrivatgedauke», oture eine Abntmg von dem Unl«il zu Hatzen, das er über unser ei neu gebracht hat.
Gerade in diesem Augenblick aber kündigt der Eraminator an, daß die Frist »in ist. Mit einem Gefühl des äußersten Ekels wirft man die Masse Gerümpel in eine Ecke und gebt nach Hause, den Kopf ruigefsiklt mit revolutionären stllänen. die die Abschaffung des göttliche« Rechtes der Pro- lrfloren bezwecken, Frauen ohne die Genehmigung der Befragten zu stelle».
Bekassine«, 1200CW ArammeiSvögel. Die Gesamtzahl ergibt ein Gewicht von 16 Millionen Kilooramm, in ganz Deutschland werden unaeftihr 25 Millionen Kilogramm erbeutet, wovon ober nut 80 Pksrent H» NahrungsZwecke« verwendet werden können. Diete« Gewicht spielt aber im Hauebaliungsbadget der Nation so gtti wie gar ferne Nolle, den« e- deckt erat ««qesätzr 0,6 Prozent des allgemeinen Fleischverbrauches, der sich für eine Bevölkerung von M klionen auf 3l,< Milliarden Kilogramm jährlich belauft. Die Jäger möge, enf dos von itmen erlegte Wild« drei sehr Kol- lein, eS «eidr aber, wie man sieht, immer nur ein Luxusartikel, den sich eben nur bestimmte Klassen der Bevölkerung leisten können.
Ö Gegrünte: 1037.
Hfa/ohu Rebhühner Z&OOQQSt
mit Nufmerkon beschäftigt find. Gewöhnlich; D schreibe ich mir dann zu Hause das, was ich be- DM- halten habe, nieder. Ich fertige meine Exerzitien, m Aufsätze, KrMken, die Arbeite« zu den Semestet- und Iahresprufungen auf meiner Schreibmaschine an, sodaß die Professoren k«ne Schwierigkeiten haben, herauszufinden, wie wenig ich weiß.
Rofrund Sa mm wild 22500 St.
Kram metsregel Wildenten 2V3000St d2OOOOOSt. ß
vermischtes.
* Wm» man dni Pelzkragen dch Kaisers sehen will. Eine tr^ikEuche Geschichte, die sichmechrend deS ketten Beiuches des Kaisers in der Schiffsbau, technischen Gesellschaft in Berlin nbspielte, wird jetzt bekannt. Der Kaiser war tmt einem kostbaren Pelz erschienen, den er in der Garderobe abgeben ließ. Kaum hatte sich der Wacher auf einen Augenblick entfernt, da erschien ein fremder Herr, der den Pelzkragen bewundernd befühlte. Ein im Flnr patrouillierender Kriminalbeamter erspähte den Fremde«, eilte hinzu und nahm den . Palekolmorder" fest. Er wurde auf der Polizeiwache einem hochnotpeinlichen Bechör unterworfen, bei be» er oussatzte: „Jede „verbrecherische'' Absicht hat mir ferngelegen, MW ich habe nur einmal nachsehe» wollen, was für । D einen Pelzkragen der Kaiser tragt* Da man dem Sistierten nichts anderes als übertriebene Rengwr nadnuroeifat vermochte, war der Fall erledigt.
* Wie ttn Hnvd zum LebenKretterwurde, darüber wird den ,Münch. N. Rachr.' auS Arco in Tirol geschrieben: Zwei Herren und eine Dame ans Cassel bestiegen deu fast schneefreien Monte Stivv (18044 Meter). Oberhalb des vorletzten steilsten Abhanges kam ihnen ein Hündchen bellend und winselnd ent»
gegen, und als man ihm folgte, fand man oberhalb eines Felskopses, der das Ende einer schma en Schlucht bildet, einen Gymnasiallehrer aus Lübeck. Er war beim Mineraliensuchen ausgeglitten und durch die Schlucht gestürzt, hatte sich mehrere Verletzungen zugezogen und konnte weder vor noch, zurück. Die Gesellschaft brachte ihn mit Mühe sie s Sicherheit. Ter kleine Spitzhund ist der Lebens- ’ rettet seines Heran geworden.
* Nicht nötig. „Haben Sie auch ein Talent, Fräulein, wie Ihre Schwester?" — „Nein. Ich eilt verlobt Y
HOCHHE<MM/M.
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