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MaerW Zeitung
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Latattonr-rnck n Verlag »er »uldaer Ag tiendrukterei in Sulin Sernf-re her Nr. V
Fulda, Freitag, den 15. Dezember 1905.
M 287.
34 Jahrqanq.
Erstes Wlcrft.
Deutsches Keich.
Berlin, den 14. Dezember 1905.
.♦. In das Herrenhaus berufen ist durch Erlaß vom 11. d. M. „aus befonbetem Königlichen Vertrauen" unter gleichzeitiger Bestellung l«m Kronsyndikus der Staats- und Justizminister Dr. Beieler.
.'. Tie Ausdehnung der autonomen Gestaltung der kommunalen Gewerbesteuer regt em Erlaß an, den der Fmanzminisler und der Minister deS Innern haben ergeben lassen. Bis jetzt sind erst 160—170 Gemeinden dazu über* gegangen, besondere Gemeindegewerbesteuern ein- zmühren, und nur etwa 50 Gemeinden haben »on der Befugnis des Kommunallabgabenqe- setzes Gebrauch gemacht, eine verschiedene Ab- stnfnng der zur Hebung gelangenden Prozente der staat'ich veranlagten Gewerbesteuer einzuführen. Der Erlaß erkennt an, daß gerade in den letzten Jahren die Eiwuhrung besonderer Semeindegemerbesteuern Fortschritte gemacht habe, ist aber der Ansicht, daß diese Besteuerung nicht diejenige Ausbreitung ersahren hat, welche im Jnlereffe einer den Zielen des Kommunalab- gabeuqesstzes gerecht »erdenden Gestaltung des GememdesteuerstzltemS erwünscht wäre. In Uebeteinftiwwnng mit einer Anregung des Ab- ßeordneienhau'es haben die bezeichneten Minister Veranlassung genommen, die Reaierungspräsi- deulen zu ersuchen, erneut und fortgesetzt bei sich darb elender Gelegenheit die Gemeinden in geeigneter Weift — unter Vermeidung jedes Druckes au« die Gemeinden - auf die Vorteile einer den örtlichen Verhältnissen angepaßten auton men Regelung der Besteuerung der stehenden Gewerbe hrnzuweisea und zu einer solchen onzuregen.
* Die Hinausschiebung des Inkrafttretens des deutsch-russischen Handelsvertrages bis zum 1. Juli 1906 ist von der bergisch-märkischen Bergindustrie beim Reichskanzler angeregt worden. Die «Deutsche Tageszeitung" bemerkt mit Recht dazu: „Es bedarf wohl keiner näheren Ausführung, daß die Erfüllung dreies Wunsches ganz ausgeschlossen »st. Die neuen Handelsverträge müssen unbedingt am 1. März 1906 in Kraft treten; sonst würde eine herüoseVerwirrung geschaffen »erben.“
* Ein« Verfügung betr. Grundstücks-Verträge mit Eingeborenen im Schutzgebiete der Marschall-Inseln veröffentlcht der,Reichsanz/. Danach soll daS Recht, mit den Eingeborenen SWrtrdge abzuschließen, welche den Erwerb von Eigentum oder dinglichen Rechten von Grundstücken, oder die Benutzung der letzteren betreffen, a'isschließlich dem FiskuS zuflehen. Alle den Erwerb von Eingeborenenland in den Marschall- Jnieln betreffenden früheren Vorschriften, insbesondere die Verordnung betr. den Erwerb von Grundeigentum re. innerhalb des Schutzaebietes der Marichall-, Brown- und Providence-Jnseln vom 8. Januar 1887 und die Verordnung betr. Verträge mit Eingeborenen über unbewegliche Sachen vom 28. Juni 1888 sollen außer Kratt treten.
* Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei, der nach ursprüngltcher Bestimmung am 28. Januar zusammentreten sollte, wird erst am 4. Februar tuen.
Mariska.
Erzählung von Joseph vom Ehrenberge.
17] (Rachdruck verboten.)
(Schluß.)
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Obwohl niemand Mariska die Schuld ihres Mannes entgelten ließ, lebte sie doch einsam und zurückgezogen mit ihrem Kinde bei der Mutter. Sie suchte Bergessenheit und wollte darum von allen vergessen sein. Sie hatte das alte Leben der Armut wieder ausgenommen und ging wie früher in dem selbstgesponnenen Leinen und aß zu der sauren Milch wieder die Erdäpfel wie in ihren Mädchentagen, und war zufrieden. Wenn ihr nur nicht die Arbeit so schtver gefallen wäre! Oft mußte sie ruhen, um neue Kräfte zu sammeln, und dabei quälte sie der trockene Husten von Tag zu Tag heftiger. „Nicht krank werden,“ bat sie oft, „nur nicht krank werden!“ Was sollte sonst aus ihnen werden? Mit dem Frühling wurde ihr etwas bester.
Ab und zu, aber nicht gerade oft, kam die alte Terez zu den beiden Frauen, von Mariska immer mit aufrichtiger Freude begrüßt. Was ihr aber diese Freude oft trübte, loar der Umstand, bei Terez und Miklos noch in der Schuld zu sieben. Jeden übrigen Kreuzer legte sie zurück, sie wollte niemand etwas schulden, am wenigsten aber Miklos, dem sie ohnedies so viel genommen. Gerade durch dieses Sparen wurde sie oft an ihren früheren Verlobten erinnert. Wenn sie einmal einen erdachten Kreuzer hinlegte, sprach sie bei sich: „Für Miklos!" und ihre Gedanken wanderten zurück zu den schönen. Tagen der Bergangenheit. Unbewußt wob sich in ihrem Herzen ein Band, das sie wieder an Miklos feffelte.
Miklos sah Mariska nur in der Kirche, und
Parlamentarische Nachrichten.
... Die Geschäftsdispositionen des Abgeordnetenhauses nach den Weihnachtsferien, die bekanntlich bis zum 9. Januar dauern, gehen dahin, daß am 9. Januar nur der Etat'vom Finanzminister entgegengenommen wird. Bis Montag den IS. Januar sollen keine Plenarsitzungen abgehalten werden, um der Schulqefetz- kommi'sion und der Einkommensteuerkommission Zeit zur Beratung zu laffen. Die Generaldebatte über den Etat soll drei Tage, vom 15. bis 17. Januar, dauern. Der Rest der Woche soll wieder freibleiben, um den genannten Kommissionen und der Budgetkommission Zeit zu gewähren.
* Die Budgetkommission des Reichstages hat am Donnerstag abend den Bericht über den 2. Rachtragsetat (Eisenbahn Lüderitz- buchl-Kubub) fertiggestellt. Die nächste Sitzung findet am 10. Januar statt mit der Tagesordnung: 3. Rachtragsetat.
.'. Eine Interpellation betr. den Duellzwang in der Armee ist vorn Aba. Roeren (Zentrum) im Reichstage einaebracht worden. Die Interpellation lautet: „Ist es dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß der Leutnant der Landwehr-Artillerie, Rechtsanwalt und Notar Dr. Feldhaus zu Mülheim a. d. Ruhr infolge ehrengerichtlichen Spruchs des Ehrengerichtes des dortigen LandwebrbezirkeS vorn 3. August 1905 wegen Unterlassung der Heraussorderung eines Bel idigerS zum Zweikampfe mit schlichtem Abschied entlasten ist? Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichskan-ler zu ergreifen, um die Wiederholung eines solchen auf Duellnvang hinanslaukenden Verfahrens zu verhindern?"
* Die Forderung für den Eisenbahnbau Lüderitzbucht-Kubub, welche der Nachtraasetat für Deutsch-Südwestafrika enthüllt, ist am Mittwoch von der Budgetkommiffion des Reichstages mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen worden, nachdem von Seiten der Vertreter der verbündeten Regierungen weitere Aufschlüste über den Bahnbau in technischer, wirtschaftlicher und mtli Lrischer Hinsicht gegeben waren. Angenommen morde ferner eine von dem Abgeordneten Erzberger tZenlr.) beantragte Resolution, wonach sämtliches für den Bahnhau erforderliche Gelände von den Grundeigentümern dem Fiskus des Schutzgebietes unentgeltlich z»r Verfügung gestellt werden muß, sowie eine Eraänumgsresolution, welche das Gleiche für alle zum Betriebe der Bahn notwendigen Quellen, auch wenn sie von der Bahn fern liegen, fordert. Da die Sozialdemokratie keinen Einspruch dagegen erhob, daß der Nachtragsetat im Plenum sofort zur »weiten und dritten Lesung gestellt wird, erfolgt die zweite und dritte Letung am Freitag, sodaß die Verabschiedung des Nachtragsetats noch vor den Weihnachtsferien gesichert ist.
Aur dem Reichstage.
12. Sitzung vom 14. Dezember 1905.
Eröffnung ll« Uhr.
Das Handelsprovisorium mit En ; land und der deutsch-bulgarische Handel-., vertrag werden vom Hause m dritter Lesung angenommen.
Darauf wurde die Beratung über Etat-, Flotte und Finanzreform fortgesetzt.
jedesmal verursachte chm das Bild der leidenden Fra« einen neuen Schmerz.
Terez sprach oft mit ihrem Sohne von der Vereinsamten, nnd als der Sommer kam, seufzte sie einmal: Miklos, Miklos, in Deinem Haus fehlt eine junge Frau."
Miklos lachte bei dem Seufzer seiner Mutter, aber an Mariska dachte er nicht.
Als der Herbst die roten Blätter von den Bäumen schüttelte, ging die alte Katbi ruhig in die Ewigkeit, und die letzte Bitte, die sie auf Erden noch aussprach, richtete sie an Terez: „Verlaß mein armes Kind nicht, sei ihm Mutter, wie Du es einmal hast sein wollen."
Wieder waren bei dem Tode ihrer Mutter die zusammengesparten Gulden Mariskas dahingegangen, und um Aufschub bittend, kam sie eines Tages zu Terez und Miklos, die sie ob ihrer Sorge auslachten.
Miklos sprach heute zum ersten Male seit dem Abschied vor zwei Jahren mit Mariska. Sein Herz tat ihm weh, als er sie mit den roten, scharf abgegrenzten Flecken in ihrem Gesichte sah. Sie war von dem ausgestandeneu Leid gezeichnet, für das Grab gezeichnet, wenn ihr nicht Hilfe wurde.
Als er zum Abschied ihre Hand hielt, zog mit der Wärme, die von ihr ausströmte, neue, oder bester, die alte Liebe wieder in fein Herz, denn wer wahrhaft liebt, und Miklos Liebe war eine wahre, aufrichtige gewesen, vergißt nicht so leicht. Wieder standen in seinem Herzen neue Hoffnun- gen und Wünsche auf. Wenn er nur wüßte, wie Mariska denkt!
Wie im Traum verloren ging er die nächsten Tage umher. Das ging ja nicht: selbst wenn ihn Mariska auch aus Barmberzigkett nehmen sollte, was würde seine Mutter sagen. Nein! Er durste nicht mehr daran denken. Terez ahnte, was in ihrem Sokme vorging. Sollte er zum zweiten Male um fein Glück kommen? Hier galt kein Zaudern, ihre Augen sehen hell und klar, und sie wußte nur zu aut sich die Rosen auf Mariskas Wangen zu
Abg. Graf zu Stolberg lkons.s erhob "amen? seiner Partei bestimmten Einspruch gegen b« Behauptung des Grasen Po^adowsky, daß die wohlhabenden Steve in Deut'chland es an Fürsorge für die Arbeiter fehlen ließen. Der Pessimismus des Staatssekretärs sei ungerechtfertigt; denn der vielfach abstoßende Materialismus der Großstadt, den er wohl im Auge gehabt habe, sei dem platten Lande stemd. Hier herrscht rote vor Generationen noch der Idealismus, der das deutsche Volk groß gemacht habe.
Abg. Bebel (Soz.s wandte sich zunächst gegen das Zentrum; man hörte ans seiner Rede deutlich die Eifersucht heraus auf das, was das Zentrum an praktischer Arbeit für das Volkswohl ztt leisten vermag. „Wenn Sie", so mußte er dem Abg. Gröber zugestehen, „über etwas reden, dann macht das einen ganz anderen Eindruck, als wenn wir das tun!" Im Auge halte er hier die Kritik Gräbers an den Zuständen in unseren Kolonien. Nach der Abrechnung mit dem Zentrum kam die mit Bülow und Rheinbaben, die ebenso schwach wie jene war. Etwas feuriger wurde er, als er sich dann mit seinem Freunde v. Kardorff auseinanders etzte. Die ganze Reoe Bebels war schwach nnd bot gar nichts Neues.
Reichskanzler Fürst Bülow erklärte, die Sozialdemokratie suche seit langen Jahren die auswärtige Poliuk der Reichsreg'erung zu diskreditieren, um Deutichland in einen Krieg zu treiben, bei dem sie im Trüben fischen könne. Wenn man daneben begeisterte Friedenstiraden in die Welt ruft, sei das nichts als Schaumschlägerei. Die Bahnen Englands und Deutschlands liefen nicht gegen einander. Deutschland wolle nichts mehr als gleiche Freiheit und gleichen Ellenbogenranm in der Welt, wie andere Länder. Es sei vollständig unwahr, daß wir uns England gegenüber jemals mit aggressiven Plänen getragen hatten, unwahr, daß Deutschland jemals im Begriff gestanden habe, England den Krieg zu erklären, unwahr, daß im vergangenen Winter die Flotte gegen England mobil gemacht sei. Die Vorwärtsmeldung von einem schweren Konflikt zwischen Wilhelm H. und Eduard fei eine blödsinnige Lüge. Mit größter Entschiedenheit trat der Kanzler dem Versuch entgegen, der deutsche Kaiser, der feit 18 Jahren Beweise seiner ehrlichen Friedensliebe gegeben habe, als Friedensstörer bin» zustell en. Wenn die Sozialdemokratie daraus hoffe, Deutschland hx einen Krieg zu fre den, um dann einen neuen Bastillenstnrm zu unternehmen, dann werde ihr das sehr übel bekommen.
Abg. Erzberger (Ztr.) erklärte zunächst, daß es chm bei feiner offenen und ehrlichen Darstellung der von ihm festgestellten Mißstände hx bat Kolonien nur darum zu tun sei, eine Besserung herbeizuführen und bah n ztt roirfen, daß in Zukunft eine einheitliche Kolonialpolitik getrieben werde. Bei seinen mannigfachen Anklagen gegen einzelne Beamten stützte er sich zum Teil ans Atteu, zum Teil auf Zeitungsnachrichten Die Klagen richteten sich vorwieaend auf stark übertriebenen Bürokratismus und Mißgriffe in der Rech spflege Die Polemik der ,Nordd. Alla. Ztg' gegen seine Artikel in der .Köln. Volksztg/ cka akterisiert er als ein leichtfertiges Umgehen mit der Wahrheit und er führte znm Nachweis seiner Behauptung zahlreiche Stellen aus den Akten des Kameruu-Etseubahnsyndikats ufro. an. Den Schluß feiner Rede bildete die bestimmte Forderung des Zentrums, daß das ganze Kolonialsystem gründlich umgeänbert und daß bei der Kolonialarbeit die Förderung des Mtssionsroesens nie aus dem Auge gelassen werbe.
Der Staatssekretär bes Rttswärtigen Freiherr v. Nichthojen antwortete, das Beamtenmaterial in den Kolonien fei mit vereinzelten Ausnahmen ausgezeichnet, man dürfe nicht übersehen, baß die Auswahl der Beamten für die Kolonien nur gering fei und daß die Kolonial-Vertvaltnng gerade zur Zeit unter äußerst schwierigen Verhältnisse» ztl arbeiten haben.
Geh. Legationsrat Helffrich meinte, ein Abge-
deuten. Wer weiß, wenn sonst die beiden Herzen sich finden. Darum will sie diesmal für ihren Sohn handeln.
Sie kommt zu Mariska mit einem glücklichen Lachen. „Mariska, einmal kam Deine Mutter zu mir, um mir zu sagen, daß Du nichts mehr mit Miklos gemein haben wolltest; heute komme ich in einer ähnlichen Angelegenheit zu Dir.“
Mariska denkt nicht anders, als daß ihr Terez sagen wird, sie möge sich fernerhin in bezug auf Miklos keine Hoffnungen machen. „Terez", spricht sie, indem sie sich gewaltsam zu fassen sucht, „ich werde den Weg Deines Sohnes nicht mehr kreuzen; zwischen »ns ist ja alles vorüber."
„Mariska, ist das wahr? Ist alles, wirklich alles vorüber?“
Mariska greift nach ihrem Herzen. Wie weh das dort tut! Jetzt muß sie ihre letzten stillen Hoffnungen und Wünsche auf dieser Welt begraben. Wie könne es auch anders sein, sie, die Urgetreue, die Frau eines Diebes und Selbstmörders, und er, der edle, nute Miklos! Nein, nein! Alles muß ans sein, besser, daß sie sich deffen jetzt al? Gäter bewußt wird.
„Ja, für immer, Terez, sind die Bande zwischen mir und Miklos zerrissen," spricht sie nochmals.
Terez weiß es besser. „Mariska, Du weißt ja noch nicht, was ich von Dir will, und ich hoffe. Du wirst zum Schluffe anders reden. Ich kam zir Dir, um Dich zu bitten, des Miklos Weib zu werden."
Der Uebergang von der Entsagung zur höchsten Glnckseliakeit war zu groß.
Mariska schwankte und mußte sich niedersetzen.
„Miklos liebt Dich noch immer, seine Liebe war nur eine Zeitlang tot, jetzt ist sie wieder auferftan- den, und ich denke, auch Deine Liebe wird auf« ersteben."
„O, wie ich ihn liebe, wie ich ihn immer geliebt habe," stammelte Mariska.
„Was zwischen Euch beiben stand, ist herüber gegangen und fod vergessen fein."
orbnetet, bet unter bas Volk bet Journalisten gebe, bürft sich nicht wundern, wenn er auf eine falsche Behauptung in der Presse eine unzarte Abweisung erfahre. ®r bestritt, daß dem Reichstage falsche Mitteilungen gemacht seien, das Material des Wb« geordneten Erzberger sei zum Teil falsch, zum Teil lückenhaft. Em Prowkoll des Kameruner Eisenbahn-Syndikats, auf bas sich Herr Erzberger berufe, fei ein apokryphisckes Dokument.
Hierauf vertagt sich das Haus.
Morgen 11 Uhr: Eisenvahn Lüderitz-Kubub, (Fortsetzung).
Schluß 11 8 Uhr.
Ausland.
+ Aus Feldkirch (Vorarlberg) wird uns geschrieben: „Am 20. Juni nächsten Jahres werden wir in unserem sonst so stillen Aipen- städtchen eine bedeutsame Feier erleben: Hier haben vor 25 Jahren die deutschen Jesuiten eine weithin berühmt gewordene Knaben-Er- ziehungsanstalt gegründet, und der Gedenktag soll nun durch ein Fest in der Anstalt im nächsten Jahre gefeiert werden. Aus dem ganzen zivilisierten Europa werden sich die ehemaligen Zöglinge bort versammeln, um noch einmal sich der frohen Tage in der liebgewonnenen Erziehungsanstalt zu erinnern und mit den allen Freunden einige frohe Stunden zu verleben. Als äußeres Andenken an diesen Tag ist die Verschönerung der Kongregationskapelle geplant, zu welchem Zwecke die allen Feldkircher 10 Mark an Herrn Grafen Max Droste zu Vischr.mg bei Lüdinghausen lWesttalen) senden mögen. Gewiß werden recht zahlreich die Feldkircher Zöglinge aus Deutschland, Oesterreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Holland, England, Rußland, ja auch aus außereuropäischen Ländern herbeieilen, um das Fest zu einem internationalen zu gestalten und durch rege Teilnahme den ehrwürdigen Patres Sympathie und Dank zxr zollen.
J. K. Tie deutsche Schule in Florenz zählt im neuen Schuliahr 25 Schüler. Der Hauptlehrer und Leiter dieser Schule, Herr Sauerteig, ist Protestant; die Lehrerin der Unterklassen, Fräul-in Mittermeier, katholisch. Beide Lehrkräfte sind vorzüglich. -
* Der Papst hielt am Donnerstag vormittag in der Sala Regia des Vatikans ein öf f ent« liches Konsistorium ab, in dem erben neuernannten Kardinälen Arcoverde de Albuquerque, Erzbischof von Rio de Janeiro, und Cagiano de Azevedo, Majordomus des Vatikans, den Kardinal s h u t aufsetzte. Dem Konsistorium wohnten bei alle in Rom anwe enden K xrdinäle, zahlreiche Bischöfe und Prälaten des diplomatischen Korps, die Malteserriller, Mitglieder des Adels und des päpstlichen Hofes, ferner zahlreiche Geladene. Nach der öffentlichen Feier hielt der Papst ein geheimes Konsistorium ab, dem nur die Kardinäie beiwohnten.
* Die französische Deputiertenkammer setzte am Donnerstag die Beratung des Artikels 2 über die Altersversorgung der Arbeiter fort. Jaures hält an der Verpflichtung der Arbeiter zur Beitragszahlung fest. Das Gesetz dürfe nicht die ganze Last der Altersversorgung den Aibeitgebexn auferlegen, da sonst eine Rückwirkung auf die Löhne eintreten wurde. Die Beitragsleistung der Arbeiter würde für diese eine soziale Bürgschaft bedeuten, da ein mit dem Staate getroffenes Abkommen unverletzlich sein würde.
„O Mutter, Mutter! Miklos wird nicht vergessen können, daß ich eines Diebes Weib war, eine Entehrte bin. Der Fluch der bösen Tat haftet auch an meiner Sohle."
„Du trägst keine Schuld am Verbrecheil Deines Mannes, und was Du schuldig ivarst, hast Du mehr, als genügend gebüßt. Willigst Du also ein, des Miklos Weib zu werden?"
„Wenn er mich nicht verachtet und sich meiner erbarmt, will ich ihm wie eine Sklavin dienen."
„Ich darf Dir also meinen Sohn schicken?"
„Wenn er kommen will, erwarte ich ihn zu jeder Stunde."
Auf dem Heimwege machte sich die alte Frau doch ihre Bedenken. Wenn jetzt Miklos nicht wollte? „Ach was! Was ich gesehen habe, wird schon seine Richtigkeit haben."
„Was hast Du denn heute, Mutter? Dein Gesicht strahlt ja vor Wonne," sprach Miklos, als sie beieinander saßen.
„Sollt ich nicht lustig fein, wenn ich für meinen Sohn eine Frau gefunden habe?"
„Was hast Du?" frug Miklos ganz bestürzt.
„Dir eine Frau gesucht."
Wie Miklos da erschrak.
„Sie nimmt Dich auch mit Freuden," sprach Terez toeiter.
„Aber ich mag sie nicht!" rief Miklos ganz erbost.
Jetzt war die Reihe des Erschreckens an Terez. „Wirklich nicht, Miklos, wirklich nicht?" frug sie ganz betrübt.
„Durchaus nicht!" brauste Miklos wieder auf.
„O", arme Mariska!" jammerte die alte Frau laut.
Miklos horchte auf. „Wen hast Du mir denn ausgesucht," fragt er jetzt neugierig.
Terez wußte nun, wie es stand, und wollte ihrem Sohne den ausgestandenen Schrecken heimzahlen.
„WaZ nutzt es, wenn ich Dir den Namen sage, wenn Du sie durchaus nicht nimmst."