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monatsbeHoge: „Sutoatt GeschichtsblSttel
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32. Jalirqanq.
s^ulda, Mittwoch, den 13 Dezember iwfj.
M 285.
Grsses Mlatt.
Dir Dolksschuldrdgtie m Adgroidilclcii- hausk.
Der zweite Tag der Schuldebatte im Ab« geordnelenhause stand nicht aus der Höhe des ersten Tages. Er bildete eigentlich eine 9iach- lele zu Den Ausführungen, die am Montag von den Vertretern der Hauplparteien gemacht waren. So war es denn auch weder ein Verlust für das Haus, noch ein Verlust für die Oeffentlichkeit, als trotz zahlreicher noch vorliegender Wort- nvldungen em Antrag aus Schluß der Debatte gestellt und vom Hause angenommen wurde.
Mrt einer einzigen Ausnahme, die der konservative Abg. v. d. Gröben machte, der,nebenbei bemerkt, für höhere Beiträge des Staates zu de« Schuliasten eintrat, gehöre der zweite Tag der Debatte ausschließlich den Gegnern der Vorlage. Tie Vertreter der beiden freisinnigen Fraktionen, der Abg. Ernst (fress. Vgg.) und der Abg Cassel (sreis. Vp.l sind von dem Vorwurf nicht freizusprechen, daß sie ihre Polemik gegen den Gesetzentwurf unter Zuhilfenahme von zahlreichen Phrafen und Schlagworten geführt haben, die dem Ernst der Sache wenig entsprachen. Namentlich der Abg. Ernst bewegte sich vollständig auf dem Boden freisinniger Lnt- ariikel gegen das Geietz. Er sprach von der „Erdrosselung der Simultanschule von der „Verkirchlichung der Schulverwaltung" und er» kläite mit Emphase, daß er „feine konfessionelle Rui ur" anerkenne.
Der Abg. Cassel hielt zwar mit dem Ge« brauch von solchen Schlagworten etwas mehr zurück, aber auch er ließ das Wort von der „Zerschmetterung der Selbstverwaltung" durch die Vorlage vom Stapel. Im übiigen stellte er Versassungsbedenken in den Vordergrund und vernichte den Nachweis, daß konfessionelle Schulen im Grunde genommen im Widerspruch mit der Verfassung ständen. Diese Versafsungs- bedenken zurückznweisen, war für den Kultusminister eine nicht allzu schwere Aufgabe. Er konnte sich dabei mich auf eine Entscheidung des Oberverwaliungsgerichtes stützen, welche die Kon'essions'chule als Regel, die Simultanschule als Ausnahme hinstellt.
Schwerer als die sreisinnigen Ausstellungen wogen zweifellos die Bedenken, welche der Wortführer der Polen gegen das Gesetz und namentlich gegen die Äusnahmestellung vorbrachte, die durch dasselbe den Provinzen Posen und West- preußen zugewiesen wird. Diesen Bedenken gegenüber wußte der Kultusminister nichts Stichhaltiges vorzubringen; denn die Bemerkung, daß die Klagen auf polnischer Seite nicht berechtigt seien, konnte nicht als eine Widerlegung gellen. Die Hervorhebung der Opfer, welche der Staat für das Volksschulwesen in Posen und Westpreußen gebrach! hat, trug vollständig den Charakter einer Veriegenheiis-Ausrede, da sie mit der Hauptfrage nicht im Zusammenhänge stand. Zweifellos bedarf dieser Teil des Gesetzentwurfes noch einer eingehenden Erörterung in der Kommission, der die Vorlaae schließlich überwiefen wurde.
Mariska.
Erzählung von Joseph vom Ehrenberge.
15] (Nachdruck verboten.)
Tagelang trieb er es wieder, wie er es vordem getan. Mit Mariska sprach er kein Wort, er suchte nur in ihrem Gesichte zu lesen, in diesem schmalen, vergrämten Gesichte. Die arme Frau ging wie betäubt umher, sie konnte nicht essen, konnte nicht schlafen, grübelte Tag und Nacht darüber, wie das auf ihrem Hause lastende Unrecht gut gemacht werden könnte.
Im Dorfe redete man immer deutlicher, der eine wußte dies, der andere jenes, und alles kam daraus hinaus, daß Ferenez Reichtum auf einem Diebstahle beruhe. Miklos trat, wo er nur konnte, diesen Gerüchten entgegen. Er habe Ferenez nur inbezug auf sein früheres Verlöbnis mit Mariska einen Dieb und Ehrlosen genannt, sonst aus keinem anderen Grunde. Ebensowenig wie er etwas gestohlen, könne er sagen, daß Ferenez ein Dieb sei.
Man glaubte ihm nicht. Eines Abends spra- dien zwei Gendarmen bei Miklos vor. Die alte Terez erschrak nicht wenig, als sie nach ihrem Sohne fragten. Sie wollten nur wissen, erklärten die Hüter des Gesetzes dem selbst betroffenen Miklos, was er vom Gelbe des Ferenez wisse.
Miklos konnte ihnen keine andere Auskunft geben, als daß er durchaus keine Kenntnis besitze, welche Bewandtnis es mit des Bauern Reich- tmn habe. Aber man nennt doch keinen Unverdächtigen ungestraft Dieb, meinte der eine. Wieder setzte Miklos die Gründe seines unbedachten Wortes auseinander, erntete aber nur ein bedenkliches Kopfschütteln. Nach allen möglichen Hin- uud Herfragen gingen sie endlich weiter.
Miklos verwünschte seine Unbedachtsamkeit und wußte nicht, wie er das getane Unrecht gut machen sollte. Nach langem Ueberlegen entschloß er sich, am nächsten Sonntag den Bauern offen im
Man kann es Den Polen nicht verdenken, wenn sie Stellung gegen das Gesetz nehmen. Daß die beiden sreisinnigen Fraktionen Gegner der Vorlage fein würden, konnte nach den Auslassungen der freisinnigen Presse von vornheiein angenommen werden. Die Wortführer der beiden Fraktionen erklärten dann auch unumwunden, daß sie unbedingt gegen das „rückschritt« ltche" Gesetz stimmen würden. DiegutenAuS- sichten des Geietzentwurfs werden dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt. Da der Kultusminister namens der Regierung die ernste Prüfung aller vorgebrachten Abänderungs- vezw. Verbesserungsvorschläge inderKommiision zugesagt und das „tunlichste Entgegenkommen" der Regierung in Aussicht gestellt bat, fo ist die Erwartung berechtigt, daß das Gesetz in einer Form zustande kommt, die dem Prinzip der Konfessionsschule volle Anerkennung bringt, und im klebrigen Verhältnisse schafft, welche eine gedeihliche Entwickelung unseres Volksschulwesens sichern.
Auch unser Wunsch geht dahin, und zwar im Jnteiefse der Erkaltung und siegreichen Entwickelung des christlichen Gedankens und damit im Interesse der Schule, der Familie und des Staates.
Deutscher Reich.
Berlin, den 12. Dezember 1905.
* Eine Abschiedsfeier für Dr. Stübcl, dem scheidenden Kolonialdlrektor, hat am Montag abend im Palast-Hotel in Berlin stattgesundeu. Die Herren der Kolonialabteilung und des Oberkommandos der Schutztruppen waren vollzählig erschienen. Auch eine groue Anzahl der übrigen Mitglieder des Auswärtigen Amts nahm teil. Der Nachfolger Stübels, Erbprinz zu Hohenlohe- Vangenburg, brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Staatssekretär Freiherr von Richthofen iprach in längerer Rede dem Ministerialdirektor Stübel Den Dank für feine hingebende und aufopferungsvolle Tätigkeit aus, worauf Dr. Stübel bewegt mit einem Hoch auf Die Kolonien und den neuen Chef der Kolovialabteilung erwiderte.
* Ehrung des Abg. Pleß. Aus Anlaß Des 80. Geburtstages des Abg. Pleß veranstaltete die Zent'umssraktion des Abgeordnetenhauses am Montag abend im großen Saale des Fraktions- lokales „Weihenstephan" eine besondere Feier. Eine große Anzahl von Fraktionskollegen nahmen Daran teil. Vor dem mit Kränzen geschmückten Platze des Jubilars stand ein großer Kuchen mit 80 Lichter». Der Abg. Dr. Porsch richtete eine Ansprache an den Jubilar, in welcher er dem- selben die Glückwünsche Der Fraktion aussprach. Der Redner wies dabei auf Die erfolgreiche Tätigkeit des Jubilars hin und hob auch besonders hervor. Daß er an Den Plenarsitzungen stets so eifrig teilgeuommen habe, daß man bei ihm auf keinen Fall über den s, viel gerügten Absentismus zu klagen habe, Namens Der Fraktion überreichte der Abg. Dr. Porsch dem Jubilar eine große goldene Schnupftabaksdose. In humoristischer Weise dankte der Abg. Pleß sm Die ihm dargebrachle Ehrung. Er wies dabei Darauf hin, daß ihm, obwohl er in der Kultur- kampfzeit nicht weniger als sieben Mal „gesessen" habe. Der Kultusminister aus Anlaß seines Ge-
Wirtshaus um Entschuldigung zu bitten, mochte daraus entstehen, was immer wollte.
Von Miklos waren die Gendarnien ziim Dorfwirt gegangen und trieben diesen mit ihren Fragen in die Enge. Wie hoch des Ferenez Zeche sich im Laufe der Woche wohl belaufe, wollten sie zuerst wissen. Der Wirt wußte nicht, was er sagen sollte. Doch was konnte es dem Ferenez schaden, wenn er auch die Wahrheit eingestand?
Mit welcher Sorte Geldes er bezahle, forschten sie dann weiter, und ob er nicht ein oder das andere Mal Wertpapiere umsetzte? Das letztere konnte der Wirt mit gutem Gewissen verneinen. Nachdem sie ihm auf das Strengste Stillschweigen geboten, gingen sie wieder ihrer Wege. Wenn sie auch keine Beweise gefunden, der Verdacht gegen Ferenez blieb bei ihnen bestehen, denn feine Geldausgaben gingen auch über die Verhältnisse eines reichen Bauern hinaus.
Sie spürten weiter und weiter, forschten in der Stadt nach des Bauern Absteigequartier, nach feinen Geschäftsfreunden und fanden unter diesen auch einen Makler, der nach längerem Drängen eingestand, an Ferenez schon seit Jahren öfter Wertpapiere umgewechselt zu haben. Die Nurn- mer der Papiere wollte er nicht kennen, da ein Mann, wie Ferenez, ihm über jeden Verdacht erhaben zu fein schien. Ausdrücklich wurde ihm bedeutet, falls der Bauer wiederkäme, die Nummer des verkauften Papiers sofort dem Gerichte anzugeben, und vor allem zu schweigen, wenn er nicht als Hehler angesehen und gestraft werden wollte.
Früher, als der Makler ihn erwartet, kam Ferenez. Nur zum halben Werte nahm der Wechsler das Papier und fand es gut, auch für seine Person, dem Bauern einen Wink zu geben, daß sich das Gericht mit seiner Person und seinen Geldverhaltnissen befasse.
Ferenez erbleichte und ging schnell von bannen. Er fühlte sich in der Stadt nicht mehr sicher, darum eilte er, nach Hause zu kommen. Also hatte sie ibn doch trotz seiner Drohung betraten! Er
burtstages doch die Hand gedrückt habe. Namens des Wablkrenes des Jubilars fibei brachte der Abg. Hövelrr Glückwünsche und überreichte dem Gefeierten eine kunstvoll auSgesührte, reichverzierte Adreffe, an Deren Kops sich das Portrait des Abg. Pleß befindet. Die Festlichkeit hielt die Teilnehmer bis zu später Stunde in angeregter Stimmung zusammen.
* Der Abgeordnete Pleß veröffentlicht in der ,©etmania' eine Danksagung für die zahlreichen Beweise Der Teilnahme, Des Wohlwollens ui b Der FreunDschast, Die ihm aus Anlaß seines 80. Geburtstages zuteil geworben seien. Die Zeichen Der Teilnahme seien ihm nicht nur aus Dem Kreise seiner Wäklerschast, aus Dem Kresse seiner politisier, Freunde, son- Deren auch ans fireifen gekommen. Die ihm im öffentlichen L ben fern ftänDen. Die überaus große Zahl Der KunDgebungeu mache es thtn unmöglich, sie einzeln zu beantroorten, unD so lähe er sich gezwungen. Den Weg Der Oeffent- lichkeit zu wählen.
* Eine Reise des Reichskanzlers nach Italien wirD abermals in Aussicht gestellt. Das ,Giornale D' Italia' will wissen. Der Deutsche Reichskanzler und die Fürstin von Bülow würden in wenigen Tauen in Palermo eintreffen und als Gäste Des Bruders der Fürstin, Fürsten di Camporeale, einen Monat Dort zubringen. Diese Meldung des römischen Blattes wird der »National - Ztg/ als Durchaus unrichtig - bezeichnet.
* Ausführungsanweisungen zum neuen Zolltarif wirD jetzt Den /Herl. Pol. Nachr' zufolge Dei Bundesrat in Angriff nehmen. Wie das genannte Organ hört, h.ben kürzlich im Reichsschatzamt die letzten Beratungen mit Den Kommissaren anDerer beteiligter Ressorts statt- gefunden, um Das amtliche Warenverzeichnis zum Zolltarife im Entwurf erttgültig festzustellen. Es ist Demgemäß auf eine baldige Vorlage Dieser AuSführungsanwei vng zum ZoÜlartse an den BundeSrat zu rechnen. Andere, wie das statische Warenverzeichnis, das Verzeichnis der Massengüter uiro., die im Statistischen Amte ausgearbeitet werben. Dürften wohl bald folgen.
*, Zur polizeilichen Neberwetsung der katholischen Geistlichen schreibt man Der ,Ger- mania' aus' dem Regierungsbezirk Trier: „In den achtziger Jahren wurde ein Geistlicher auf eine neue Stelle versetzt. Der Bürgermeister des Ortes, wo der Geistliche früher gewesen, hatte nichts eiligeres zu tun, als Dem Kollegen in N., «wohin Der Geistliche verletzt roorDen, über den neuen Seelsorger zu berichten. Das Schreiben wurde aber versehentlich statt an Den Bürgermeister an Den betreffenDen Geistlichen geschickt. So war Dieser in Der glücklichen Lage, von Der Beurteilung seiner Perfon Durch Den Bürgermeister Kenntnis zu erhalten. Das Zeugnis lautete: Führung: gut. Alfo ähnlich, wie Der Hauptmann Dem jungen Mann, Der vom Mi itär abgeht unD sich gut geführt Hat, in Den Paß 'chreiht: Führung gut! Muß nicht der innere Mensch knirschen, wenn man sieht, wie em Priester, dessen Person und Stellung ihn doch schützen sollten, nach solch unwürdigem System behandelt wird?!
*# Die Einführung Des Wiederaufnahmeverfahrens in das Disziplinarverfalfren gegen nicht richterliche Beamte bildet den Gegenstand eines Antrags, Den Der Abg. Dr. König-
wirb fein Wort wahr machen und dann mit dem Rest des Geldes in die weite Welt fliehen.
Soviel Einkehrhäuser auf seinem Weg standen, so oft machte er Rast unb trank sich Mut für sein Beginnen. Er fragt sich, wohin er sich wenden würde. Man wird ihn verfolgen, schon morgen werden Die Häscher eine Spur finden und ehe er in einem sicheren Verstecke ist, würde man ihn als Mörder und Dieb ergreifen. Soll er heute noch fliehen, ohne erst nach Hause zu fahren? Er würde auf diese Weise einen Vorsprung von mehreren Tagen gewinnen und sich vielleicht in Sicherheit bringen können.
Nein, das will ich nicht, Rache muß er nehmen, das verräterische Weib strafen nach Verdienst. Er grübelt über Die Art und Weise, wie er sein Vorhaben ausführen wird. Plötzlich lackst er auf und schlägt tote toll auf die Pferde ein. Jetzt hat er gefunden, wie er Mariska strafen toird, und dabei noch der Welt ein Schnippchen schlägt. Freilich muß er dabei auch sein -Leben opfern, aber was liegt ihm am Leben? Besser tot als gefangen und arm. Genossen hat er die Welt zur Genüge. Und die Ewigkeit? ruft eine Stimme in feinem In- nern. Ach was Ewigkeit, spricht er vor sich hin, damit schreckt man Die Kinder, aber nicht einen Ferenez.
Nun fährt Ferenez so schnell er kann, er rast förmlich auf Den Straßen dahin, nur noch einmal hält er vor dem Wirtshaus seines Dorfes; er will Den Abschiedstrunk vom Leben trinken und zu seinem Vorhaben ist es ohnedies noch zu früh. Noch einmal ist er der luftige Ferenez, trinkt bis er satt ist, und fährt dann zu seinem Hause.
Mariska wundert sich nicht wenig, daß ex so früh zurück ist. Sie siebt zwar, daß er getrunken hat, aber er ist doch nicht ganz von Sinnen, wie sonst. Lachend steigt er vom Wagen und spricht Mariska freundlich an, seit Tagen zum erste» Mal.
Abends sitzen sie mit einander am Tische, Mutter und Kinder sind bereits zur Ruhe gegangen. Von diesem und jenem unterhalten sie sich, und da Mariska ihren Mann voller Entgegenkommen
Krefeld (Zentr.) mit Unterstützung einer Reihe von Zentrumsabgcordneien im Al geordneten- hause eingebracdt hat. Demnach mtrd die 9te- gierung um die Vorlegung eines Gesetzentwurfs ersucht, der ,m Abändeiung des Gesetzes vom 21. Juli 1852 betreffend die Dienstvergehen der nicht richterlichen Beamten das Wiederaufnahmeverfahren in das Disziplinarverfahren gegen nicht richterliche Beamte einführt und die Frage wegen Wiedereinsetzung in das Amt sur den Fall regelt, daß das Strasurtest, welches den Verlust des Amtes zur Folge gehabt hat,, im Wiederausnahmeverfahren auigehoben wird."
.. Die Regelung der Schulunlerhaltungs- frage in den Provinzen Posen und Westpreußen soll bekanntlich nicht durch das jetzt dem Abgeordnetenhause vorliegende Volksschul- unterhaltungsgeietz erfolgen. Tie beiden Provinzen sind ausdrücklich von der Geliung des Gesetzes ausgenommen. Um diese Lücke auszu- fütlen und in anbetracht dessen, daß auch in den beiden genannten Prov nzen große Härten und Ungleichheiten bei Ausbringung der Schullasten bestehen, haben Die freikonservativen Abgeord« neten v. Wentzel unD Viereck, unterstützt^von anDeren Mitgliedern der sretkoniervaliven Fraktion, sowie einzelner sJlationaUiberalen und Mtt- oliedern der sreisinnigen Vereinigung, Den Antrag gestellt. Die Regierung zur Vorlegung eines Gesetzentwurfes auszusorvern, Der „Die Schulunterhaltung in Den genannten Provinzen tn gerechter Weise regelt unD Die Dortigen beson- Deren nationalen Schwiengketten berücksichtigt".
* BetressenD Beitreibung der auf Antrag der Handwerkskammer festgesetzten Geldstrafen hat der Minister für Handel unb Gewerbe angeordnet, daß die nicht einziehbaren Kosten in Zukunft vom Staate getragen werden sollen. Der Antrag aus Leistung des Offenbarung 6 eifoeä soll auch nur bann, unb zwar nur mit Genehmigung ber Auisichts - Behörbe, gestellt werden, wenn ausreichend begründet erscheint, baß ber Schuldner Gegenstände seines Vermögens in betrügerischer Absicht verheimlicht.
* Die Uebernahme ber Invalidenversicherung für Seeleute, sowie die Schaffung einer allgemeinen Witwen- und Waisenoersorgunq für deren Hinterbliebenen hat am Montag in An.resenheit von Vertretern der Reichsämter des Innern, sowie des Reichsoersicheriingsarntes eine außerordentliche Genoffenschaftsversammlung ber See» berussgenosseiischafl ein timmig beschlossen.
** Berlin, 12. Dezember 1905. Der Kaiser hörte heute vormittag im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Generaladjutanten Grafen Hülsen-Häseler und nahm mittags an einer Parforcejagd bei Döberitz teil. — Eine Sympathie-Kundgebung für ein gutes Einver »eh m en mit @ n g• land beabsichtigen die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin zu veranstalten. Sie haben zu diesem Zwecke eine Korporationsversammlung auf Sonntag den 17. Dez. einberufen, zu welcher, abgesehen von den Mitgliedern der Korporation, Einladungen an hervorragende Persönlichkeiten Berlins ergehen werden. — Die Verhandlungen betr. den schwedischen Hand e l s- vertrag, welche seit dem 30. Oktober geführt werden, werden vor Weihnachten nicht abgeschlossen sein. Deshalb werden die Verhandlungen im Laufe dieser Woche ausgesetzt und erst nach Neujahr in Stockholm oder Berlin fortgeführt wer. den. Die deutschen Vertreter reisen bereits in
findet, sucht sie die Rede auf die Geldangelegenheit zu bringen, um ihn möglicherweise heute ihre» Plänen gefügig zu machen.
Als sie davon anfängt, blitzt es in Ferencz Augen auf und der Mund verzerrt sich auf eine Weile in triumphierendem Hohn. Darauf hat er gewartet. Jetzt ist ihre und feine Stunde da.
Mariska ist erstaunt, als der Bauer ihrer Rede beipflichtet, noch mehr aber, als er sich bereit erklärt, ihr noch heute abend das Geld zu übergeben, damit sie nach ihrem guten Herzen handeln möge. Für den Augenblick beschleicht sie ein Mißtrauen, und eine innere Stimme schien sie vor ihrem Manne zu warnen. Tapfer unterdrückt sie diese Regung, jeder Mensch hat ja einmal eine gute Stunde, und Ferenez wird in diesen Tagen zur Einsicht gekommen sein. Freudig fragt sie darum: „Ist es wahr, Ferencz, wirklich wahr?"
„Ja, Mariska, es ist wahr, komm, ich will Dir das Versteck zeigen, und Dir sogleich das Geld geben, damit mich die nächste Stunde mein Tun nicht reut. Aber nimm Dein Tuch, es ist kühl und wir müssen in die Scheuer.
Wieder muß Mariska eine geheime Angst unterwürfen. Ferencz schlingt seinen Arm um sie und so gehen sie mit einander über Den Hof in Die Scheuer.
„Ich muß das Tor schließen, damit uns niemand überrascht," spricht Ferencz. Dann dreht er sich um und heißt seine Frau die Laterne anzünden. Als sich Mariska bückt, packt er mit beiden Händen ihren Hals und beginnt sie zu würgen Mariska kann nicht schreien, so fest preßt er ihre Kehle zusammen; vor ihren Augen tanzen rott Räder und immer dunkler wird es um sie her. Ferencz läßt sie halb bewußtlos niebergleiten, kniet neben ihr nieder und verstopft ihr mit dem Tuche den Mund. Als er sie binden will, merkt er, daß er in seiner Aufregung auch den Strick vergessen hat. Kurz entschlossen reißt er Mariska das Tuch vom Leibe, zerreißt es und knebelt ihr Hände und Füße. Dann setzt er sich neben sein Opfer auf die harte Tenne und wartet, denn er will seine Rache ganz genießen.