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Kabatt gewahrt.

Kotatt onsbtutf u. Verlag oer suibaer rlc- tienbruderei in Sulba.

Sernfprt her Nr 9

281.

Fulda, Freitag, den 8. Dezember wuö.

3v. Jahrgang.

Zweites Mtcltt.

Gesetzliche SoMtagsruhe für technische prwatbeamten.

Die Frage der gesetzlich gewährleisteten ^onniagsruhe für die technischen Privatange* stellten ist bisher in der Oeffentlickkeit in unge- nügender Werse erörtert worben. Erst das Ein­treten des Bundes der technisch-industriellen Be- umten hat die Aufmerk'amkeit weiterer Kreise auf diesen Gegenstand gelenkt. Ja seinen Programm- svrderungen stellt der Bund den Leitsatz auf - „Sonntagsorbeit ist verboten. Die Sonntags­ruhe muß mindestens 36 Stunden betragen." Begründet wurde die Forderung folgendermaßen:

.LonntagSarbeit kommt in Konstruktionsbureaus .-.mit oft vor. Aber der Umstand, daß sie nicht fehlt, ist Grund genug, auf ihre durchgängige Be­sen ioung zu dringen. 36 Stunden Sonntagsruhe werden als das Normale angesehen und müssen daher auch für den Angestellten verlangt werden. Wo sich, wie beispielsweise in Hütten, Sonntags­arbeit nicht umgehen läßt, muß ein Ausgleich in schichtweiser Abwechselung gesunden werden. Die SonntagSichickten sind natürlich auf die gesamte Wochentagsarbeit anzurechnen."

Wenn die Sonntagsarbeit in Konstruktions- bureauS weniger vorkommt, so bildet sie für die '^nischen Betriebs beamten die Regel. Tau-

>e dieser Angestellten entbehren während des ganzen Jahres eine ausreichende Sonntagsruhe, ohne daß ihnen für diese Entbehrung ein ent­sprechendes Aequivalent geboten würde. Sofern dies durch die Aufrechthaltung des Betriebes be­dingt ist, läßt sich gegen die Tatsache kaum etwas einivenden. Die technischen Angestellten ver­kennen denn auch keineswegs die praktischen Schwierigkeiten, die sich einer generellen Regelung dieser Frage gegenüberktellen. Wo es der Be­trieb erfordert, erklären sie ohne weiteres die Sonntagsarbeit für zulässig. Darunter darf aber die Dauer der Arbeitszeit der Angestellten nicht leiden. Durch schichtweise Sonntagsarbeit läßt sich dem wirksam begegnen. Diese Sonntags­schichten müsse« aber auf die Wochenarbeit an­gerechnet werden.

ES ist dringend notwendig, daß bei einer demnächst zu erwartenden Revision unserer Ge­werbe-Ordnung auch der Frage der gesetzlichen Sonntagsruhe für die technischen Angestellten Beachtung geschenkt wird. ES handelt sich hier­bei übrigens um einen Akt ausgleichender Ge­rechtigkeit, da die kaufmännischen Privatbeamten insofern von der Gesetzgebung in weitem Maße berücksichtigt sind. Zu bedenken ist ferner, daß sich die Tätigkeit der technischen Beamten vielfach in einer unhygienischen Umgebung vollzieht. Um so notwendiger ist eine gesetzliche Regelung der Sonntagsruhe für diese Beamtenkategorie, damit sie diese zur Erholung, zur eigenen Fortbildung und zur Befassung m t den Angelegenheiten ihres Standes zweckentsprechend ausnützen kann.

* Vie Sozialpolitik in der neuen Reichrtags-Sesfion.

„Die Fortbildung der sozialen Gesetze bleibt eine der Hauptpflichten deS Reiches. Auf Jahre hinaus wird die Gesetzgebung mit der

Mariska.

Erzählung von Josephvom Ehrenberge.

9] (Nachdruck verboten.)

„Nein, ich bleibe nicht; der Groll würgt an meiner Kehle, daß ich fast ersticke. Ich gehe jetzt vor die Tür und dorthin bringst Du mir den Bauern; aber allzulange warte ich nicht!"

Lajos hatte Mühe, den Bräutigam zu wecken und mußte ihn hart am Arme fassen, um ihn zur Tür zu führen.

„Komm!" sprach Mariska kurz.

„Ja, ja, ich komme schon," lallte der Bauer; aber wenn ihn Lajos nicht gehalten hätte, wäre er in den Staub der Straße gefallen, und so blieb nichts übrig, als daß der Bauer am Arme seines Trauzeugen vorangehen mußte, während Maris­ka, zornige Tränen vergießend, ihnen nachfolgte.

„Jetzt laß ihn, er wird seinen Weg nun vol­lends finden," sprach sie an der Tür ihres neuen Heims.

Die alte Mutter, ein Licht in der Hand, trat ihnen entgegen und frug verwundert: „Kommt Ihr schon?" Aber nach einem Blick auf ihren Sohn sprach sie traurig zu Mariska: „Sei will­kommen, meine Tochter, in Deinem neuen Hause; Gott segne Dich!" Dann ging sie weinend und liefe die beiden allein.

Ferencz wollte sich seinem jungen Weibe nähern, aber Mariska wich vor ihm zurück und als er ihr folgte, strauchelte er über einen Stuhl, der ihm im Wege stand und fiel zu Boden, von wo er sich vergeblich aufzuraffen bemühte und endlich fluchend liegen blieb. Mariska setzte sich an den Tisch und grübelte verzweiflungsvoll über ihre Zukunft. Als die Dämmerung anbrach, nahm sie mit zitternder Hand den welken Brautkranz aus ihrem Haar und legte langsam und still Stück für Stück von ihrem Brautanzuge ab, und als sie die goldene Kette von ihrem Halse löste, jarn-

Vereinheitlichung des gesamten Arbeiter- VersicherungsrechteS und mit der Ausge­staltung der Witwen- und Waisen-Für­sorge beschäftigt sein. Gegenwärtig wird ihre Mitwirkung erbeten, um den gewerblichen Be­rufsvereinen den Erwerb der Rechtsfähig­keit zu erleichtern und die Möglichkeit freier Be­tätigung ihrer wirtschaftlichen Interessen inner­halb der durch das gemeine Wohl gegebenen Grenzen zu gewährleisten. Auch mehrere andere Gesetzentwürfe werden sich auf dem Gebiete sozia­ler Aufgaben bewegen." Mit diesen Worten wen­det sich die Thronrede in sozialpolitischer Beziehung an den Reichstag. Wir nehmen diese Worte, so bemerkt dazu die .Soziale Praxis^ (Rr. 9), mit der Ehrerbietung auf, die wir jeder Aeuße rung des Kaisers entgegenbringen und warten ab, wie die Taten der Regierung aussehen wer­den. Was der vom Bundesrate am 24. Novem­ber angenommene „Gesetzentwurf bett, ge­werbliche Berufsvereine" in seinen Einzel­heiten bringen wird, ist dem sonst stets gut un­terrichteten Zentralblatte für Sozialpolitik noch nicht bekannt.

Abgesehen davon wird sich der Reichstag mit einer Neuregelung des Hilsskassenwesens zu befaffen haben, die zur Verhütung schwindelhafter Unternehmungen schärfere Zulassungs-Bkdingun- gen und beständige UeberwachungS - Maßregeln einsührt. Auch der bereits veröffentlichte Gesetz­entwurf über den Versicherungs-Vertrag berührt im weiteren Sinne sozialpolitische Jnier- effen, desgleichen eine Vorlage zur Sicherung der Bauforderungen und ein Entwurf auf Ein- führung des Befähigunas-Nachweises im Baugewerbe, die schon vom Bundesrate angenom­men sind. AuS dem Etats-Entwurf für 19n6 werden folgende sozialpolitische Forderungen bekannt: 5 Millionen für Arbeiter- und Beamten-Wohnungen (wie in den Vor­jahren); Reichszuschuß für die Invalidenver­sicherung 51,6 Millionen (gegen das Vorjahr 1 Million mehr), 179,5(0 Mark zur Erweiterung der Räume der ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt, 30,000 Mark für die Bearbeitung der im November 1904 stattgehabten Erhebung über die Lohnbeschäftigung von Kin­dern in der Landwirtschaft und im Haus­halte.

Wo aber bleibt ein Gesetzentwurf über die Arbeitskammern, der doch vor Jahresfrist ausdrücklich in Aussicht gestellt worden war? In diesen Tagen, wo die Regierung mit außordent- lichen Forderungen für Flottenzwecke auch an die Arbeitermaffeu herantritt und diese mit dem not­wendigen Schutz nach Außen begründet, sollte sie vor allem auch den Schutz der unteren Volks- klaffe im Innern nicht vergessen, und der be­steht in einer kräftigen Sozialpolitik!

Dr. k. weihnachkbücherschau M5.

V.

Kaufens „Neue Weihnachtgrüße", herausgegeben unter Mitwirkung von A. I. Cüp- pers, I. v. Dirkink,, M. v. Ekensteen, Minna Free- richs, M. Herbert, Friedr. Koch-Breuberg, M. Ludolff-Huyn, Ant. Schott (Verlag von Dr.Änmn- Kausen in München), sind, wie kaum bemerkt zu werden braucht, ein einzig zu diesem Zwecke ge­widmetes Geschenkbuch (Eleganter Salonband mit Weihnachtsemblemen und goldgesterntem Blau-

merte sie auf: „Verkauft um Gold und mit un­trennbaren Banden für mein ganzes Leben an das Elend gefesfelt." Dann zog sie ihre Werk­tagskleider an, und als sich das erste Geräusch im Hause vernehmen ließ, ging sie, ohne einen Blick auf ihren Mann zu werfen, hinaus in den dunklen Stall.

Ihre Schwiegermutter sah sie befremdet an. „Laßt nur, Mutter," sprach die junge Frau mit zitternden Lippen, „die Arbeit will ich mit Euch teilen, und Ihr teilt mein Leid mit mir," und als ob sie schon zuviel verraten, ging sie still und schaffte für zwei in dem dämmrigen Kuhstall.

Bei dem Frühstück warf Mariska auch nicht einen Blick auf ihren Mann, und als er sich ihr nahen wollte, sprach sie hart: „Geh!" Und er ging. Ging dorthin, wo er früher alle Tage seine Zeit zubrachte und kam am späten Abend trun­ken heim.

So fing das Leben des Glückes und Wohl­lebens in Mariskas neuem Hause an.

Zu Häupten von Miklos Bett brannte die dünne Wachskerze, welche seine Mutter am Licht­meßtage hatte weihen lassen, damit sie ihr einmal die letzte Stunde ihres trüben Lebens erleuchte. Daran hatte sie nicht im geringsten gedacht, daß sie ihrem Sohne den Pfad in die Ewigkeit wei­sen sollte.

Als der Kranke zu stöhnen aufhörte und immer leiser und leiser atmete, glaubte die geängstigte Frau, fein Ende sei nahe und kniete verzweif­lungsvoll neben dem Lager nieder. „Jesus, Maria, Erbarmen! Was soll mein Leben, wenn er stirbt? Jesus, o Jesus hilf!" wimmerte sie und immer tiefer sank ihr Haupt zu Boden, und unaufhörlich und immer dringender flehte sie: „O Jesus, hilf!"

Die Zeit war auf Erden für Miklos noch nicht um; sein Schlummer führte ihn nicht dem Tode, sondern dem Leben entgegen.

Nach langen, bangen Wochen schlug er heute zum ersten Male sein Auge hell und klar auf und rief nach seiner Mutter. Dany schlief er wie ein

schnitt 3 Die Presse hat die „Neuen Weih­nachtgrüße" glänzend besprochen. Es seien nur einige Proben kurz zittiert. Der „Büchermarkt" schreibt: „Eine Sammlung herrlicher Weihnachts­erzählungen, zu der eine Anzahl unserer bedeu­tendsten katholischen Schriftsteller Beiträge gelie­fert haben". Das „Düsseldorfer Tagblatt" urteilt: „Wir haben lange kein Büchlein mehr zur Hand

humoristischer Gedichte und Vorttäge" (2,40 in tvesentlich erweiterter und von A. Arnhard neu bearbeiteter 2. Auflage Fanny Frühwein sehr empfehlenswerte „F e st g r ii ß e zu mannig­fachen Gelegenheiten".

Dr. P l ü ß' 200 „Rätsel aus Naturge­schichte und Geographie" (kart. 75 J}) bieten der Jugend nützliche Belehrung in Form

Maria!" (Ein Hauptmittel zur Erleichterung

genommen, das uns in jeder Hinsicht so gefallen hätte." Dr. Max Pfeiffer läßt sich im „Bamberger Volksblatt" vernehmen: „Einmal ein Weihnachts­buch, das man befriedigt und erhoben aus der Hand legt. Man kann das Buch, das sich in ge­schmackvoller Ausstattung darbietet, rückhaltlos für jeden Weihnachtstisch empfehlen; jeder, auch der auf Kunstwert Anspruch machende Leser, fin­det seine Rechnung."

Bei dieser Gelegenheit sei auch der von Dr. Armin Kausen in München herausgegebenen „Allgemeinen Rundschau" (Wochen­schrift für Politik und Kultur), deren zweiter Jahrgang demnächst zum Abschluß gelangt (ein stattlicher Kalikoband) mit einigen Worten ge­dacht. Dr. Philipp Friedrich urteilt im jüngsten Novemberheft der „Borromänsblätter": „Aktuelle Themata, Mitarbeit hervorragender Fachleute zeichnen diese vornehme Revue vor allem ans. Neben hochinteressanten Aufsätzen über politische, kirchenpolitische und soziale Themata bieten die Bühnen- und M'isikrundschau, Aufsätze aus Lite­ratur und Kunst nsw. allwöchentlich auch dem verwöhnten Gaumen ein feines Menü."

Aus der VerlagSanstalt vorm. G. I. Manz in Regensburg liegen wieder eine größere Reihe empfehlenswerter Neuheiten vor. Der Pracht­leinenband (11,40 -M „Der Weltapostel Paulus", nach seinem Leben und Wirken ge­schildert von Hofrat Prof. Dr. Franz Xaver P ö l z l, eignet sich ganz vorzüglich als Geschenk für Priester und tiefer veranlagte, gebildete Laien. Der berufene Autor hat auf streng wissenschaft­licher Grundlage eine gemeinverständliche, all­seitige Charakteristik des Völkerapostels gegeben. Drei farbige Kunstblätter, eine geographische Karte und mehrere Register sind dem Werke bei­gegeben.

fraü in der Welt" von Georg Pattß S. J. (elegant geb. 4,50 <£).

Freunde einer würzigen, ursprünglichen, auch der heiteren Laune nicht entbehrenden Poesie sei > G. M. Schulers zweite Gedichtsammlung „Aus meinem Garten" (Salonband 4,80 sehr ans Herz gelegt. Wer Schulers erste Gedichtsammlung „Etwas für dich" kennt,! wird dem Urteil zustimmen, daß die neuen Blüten und Früchte aus Schulers Garten noch farben­satter, reifer, formvollendeter gediehen sind.

Ein putziges Ding ist das Tierepos „K ö n i g Nero" von Franz Xaver Müller, vom Dich­ter selbst als „Hofgeschichte" betitelt, alldieweil der böse Kampfhahn Heißsporn samt, dem Kater Hinz, welche den Marder zur Vernichtung des Friedenshahnes Frühauf gedungen haben, dank der Wachsamkeit Neros, des Hofhundes, selbst dem Marder zum Opfer gefallen. (In steifem Um­schlag 1 D

In dritter Auflage erschien Moritz Schmitz' „Deklamatorium ernster, religiöser und

Ein gutes Buch für Eltern, Lehrer und Seel­sorger ist daS von Geistl. Rat Martin Mühl­bauer verfaßte „Führe die Kinder zu

Erhardstr. 30). Der vorliegende 1. Jahrgang umfaßt zwei Broschüren vom Herausgeber übet Heilpädagogik (60 H) und Schulbankkonstruktion (60 L). Einen interessanten Beitrag lieferte der Altmeister der Pädagogik, Universitätsprof. Dr. O. Willmann, über das Verhältnis von Psycho­logie und Logik zur Pädagogik (40 L). Die volkshygienische Studie von Dr. med. I. Weigl über Erziehung und Genußgifte (40 pj) hat in drei Monaten vier Auflagen erlebt, und von den Vorlesungen über Kindermann, den große» ka­tholischen Bischof, den Vater des modernen Hand­arbeitsunterrichtes (80 H) von Dozent Dr. Tibi- tanzl war nach drei Wochen eine zweite Auflage notwendig. Eine vorzügliche Klarstellung der von feiten mancher Buchhändler und Verleger und von religionslosen Lehrervereinigungen er­zeugten Misere in der Jugendschriftensache sanft einer praktischen Führung durch das Gebiet der Jugendliteratur mittelst eines beigegebenen mu- stergiltigen Kataloges bietet das letzte Heft. Es ist betitelt: „Vorn modernen Elend in der Jugendliteratur" (80 H) und verfaßt von dem auf diesem Gebiete bekannten Lehrer Joseph Lohrer. Die größere Zahl der erschienenen Ar-

anregender Unterhaltung.

Die Manzsche Naturwissenschaft­liche Jugend- und Volksbibliothek ist bereits bis zum 24. Bande fortgeschritten, ge­wiß ein Beweis für das vorhandene BedürfniS nnd die gute Aufnahme in weiten Kreisen. Der Zweck, der Jugend und dem Volke auf christlicher Grundlage fußende Naturbeobachtungen und Naturkenntnisse in gefälliger, anziehender Form und moderner Ausstattung zu bieten, ist durch die bisherigen Bände glücklich gefördert worden Der Preis von 1,50 M für jeden dieser eleganten Leinenbände ist ein sehr wohlfeiler. Von den neueren und neuesten Bänden seien erwähnt: „Auf der Fuchsjagd" von Franz Neureuther (20 Illustrationen), „Das Mikroskop und seine Anwendung" von Pater R. Handmann S. J. (52 Illustrationen), „Unschuldig Verurteilte in Tier- und Pflanzenwelt" von I. A. Ulsamer (23 teils farbige Illustrationen), „Gewerbefleiß im Jnsek tenstaate" von Rektor Joh. Bendel (15 Illustra­tionen), „Lichtscheues Gesindel" von Rich. Borg­mann (29 Illustrationen), „Leuchtende Pflanzen und Tiere" von Dr. Sebastian Killermann (25 Illustrationen), „Die Tierwelt unserer iißwas- fer-Aquarien", von Dr. Friedrich K. Knauer (30 Illustrationen), „Königin Sonne und ihr Hof­staat" von Pater Hermann Hofbauer, G. SS. R. (36 Illustrationen).

Schließlich fei auS dem Manzschen Verlage auch noch die zurzeit von Seminarpröfptt Jolsph Segerer redigierte vortreffliche und inhaltreiche illustrierte Jugendzeitschrift „Efeuranken" in Er­innerung gebracht. Die 25 Jahrgänge bilden eine stattliche Reihe von Geschenkbänden (Origi- nalleinenband L 4,80 M). Der Name „Efeu- ranken" hat einen guten Klang. Was Otto von Schaching schuf und Dr. Alfons Planer fortsetzte, wird auch fernerhin sorglich gepflegt.

Ein auf katholischer Grundlage gegenwärtig einzigdastehendes pädagogisches Unternehmen ist ___ - . , x die Broschürensammlung von F. Weigl, „Päda- und Sicherung der chrrstlichen Krudererziehung.) , logische Zeitfragen" (buchhändlerischer Vertrieb Aus der ganzen Methode der Unterweisung spricht tion y Stahl junior, München; Abonnement, der als Prrester und Schullnspektor erfahrene ^en neuen< vergrößerten Jahrgang auf 3 M Fachmann (geb. 4,50 ^)- <sn zweiter verbesserter ermäßigt, bei der Ausgabestelle: Weigl, München, Auslage, besorgt von P. Rnp. Lottenmoser S. J., - - - — - u - - - -

erschien das prächtige Geschenkbuch „Heilige Vorbilder für die christliche Jung-

müdes Kind ruhig bis zum nächsten Tag weiter. Langsam aber doch ständig schritt von jetzt an seine Genesung weiter, und als zur Christnacht auf dem Chore der kleinen Dorfkirche jebelnde Stimmen fangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find," barg Miklos, der zum ersten Male nach seiner Krankheit in der Kirche war, fein Angesicht in die Hände. Ob auch er noch ein­mal in feinem Dasein Rübe und Frieden finden würde, oder ob sie ewig schreien würde, die ver­haßte Stimme in feiner müden Brust: Verraten, verkauft? „Nein! Es soll und darf nicht länger so bleiben", sprach er sich Akut zu, „um meiner selbst willen nicht, und nicht um meiner Mutter wegen." Er will ein Mann fein, nicht kranken und nicht sterben wie ein überspanntes Frauen­zimmer an gebrochenem Herzen. Den Frieden will er suchen, den Frieden wird er finden.

Aber obschon er den besten Willen hatte, und sich mit allen Kräften darum bemühte, er fand den Frieden nicht, die erlittene Wunde brannte und brannte weiter, nicht weniger heftig als am Tage, wo er sie empfangen. Alles erinnerte ihn auf Schritt und Tritt an fein verlorenes Glück, und wollte er das Vertrauen auf sich selbst und zur Menschheit nicht verlieren, so mußte er gewaltsam dieser Qual ein Ende machen. Andere Luft und andere Leute würden ihn am leichtesten auf an­dere Gedanken bringen. So trat er denn, als die Schwalben, die ihm fein Glück hätten ins Haus bringen sollen, wiederkehrten, eines Abends vor seine alte Mutter hin und bat: „Maminka, Kraft und Gesundheit habe ich wieder gewonnen, und es drängt mich, sie zu erproben in stärkender Ar­beit. Laß mich ziehen, einen besseren Verdienst zu suchen, als das Holzflößen ihn abwirft."

Die alte Mutter mochte wohl ahnen, was ihn forttrieb und gab darum, wenn auch unlieb, ihre Einwilligung zu längerem Scheiden. „Du hättest besser wohl noch der Schonung bedurft, mein Sohn, aber wir sind einmal zur Arbeit hier, und die Arbeit gibt uns nicht nur Brot, sie bringt uns

Trost und Frieden unb, Miklos, auch Vergessen des Geschehenen."

„Laß das, Mutter! Vergessen werde ich wohl nie, was mir widerfahren ist, aber das eine soll mir die Arbeit bringen: Trost und Frieden, da­rum danke ich Dir, daß Du mich ziehen täfel. In der Fremde wird die Wunde früher aufhören zu brennen."

„Du wirst auch vergessen lernen, mein Sohn! Schwereres Leid birgt die Erde, als das Deine."

Miklos wollte nicht weiter über das Vergan­gene reden. „Sieh, ich muß," lenkte er ab, „ja wieder einen Notpfennig verdienen. Die ersparten Gulden hat meine Krankheit aufgezehrt, und bald wird es in unsere Lagerstatt regnen, wenn wir nicht unser armes Häuslein neu decken. Oder sollst Du Gute mir zuletzt im Winter im eigenen Haus erfrieren?"

„Was hätte mir der Sparpfennig gesollt mft samt dem neugedeckten Hause, wenn ich Dich nicht behalten hätte; lieber ging ich mit Dir betteln, als daß ick ohne Dich im Paläste wohnte."

„Du bist halt mein gutes Mütterlein", schrnei- chelte Miklos, „und bleibst mir hoffentlich noch recht lange, damit ich Dir vergelten kann, was Du um mich gelitten hast. So lange ich fort bin, kann die treue Seele, die alte Pista, bei Dir woh­nen, damit Dir die Zeit ncht allzulange währt, bis ich wiederkomme."

Am Abend vor dem Scheiden gingen sie zum Friedhof, an das Grab des Vaters und der Bru- der, und hier bat Terez ihren Sohn: „Denk bet allem, was Du tust, daß auch diese hier einst von allen Deinen Leiden und Werken Kenntnis haben werden, und nicht wahr, Miklos, ich werde mich vor ihnen einst meines letzten Sohnes nicht zu schämen brauchen."

„Nein, Mutter, Du sollst meinetwegen nicht zu erröten haben, ich will an diese, die hier still und friedlich schlummern, und auch an Dich denken zu allen Sttmden und in allen Gefahren."

Am nächsten Morgen gingen sie Hand in Hand den Weg bis zum ersten Berg hinter dem Dorfe