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Verantwortlicher $d>rif Hefter: 3. Baum;

fridielnt fSgftch, mit Ausnahme der Sonn« nnd Seiertoge. Viertel« jührl. Bezugspreis ohne Bringerlohn und BcfteP.gel6inSulöann6 ansroärts! Ml 5ü pfg.

ZMaerW Zeitung

z. parz-'Btr in 5«lda. Wochenberlage:„Illustrierte Zonntagzzeitung" Monatsbeilage: „Fuldaer Geschichtrbiätter".

Unze' en: Vie ei» fpdtige yCtitzei e oder deren faunt 15 Pfg Kcilcmen die petitjcilt 25 Pfg.; bei wieder Holungen wirb entjpr Kabait gewährt.

Kotatt ons Oruct «. Verlag der f nlbaet Ar tienftrnaerei in Snlba fiernfort ter Nr. t.

M '78.

Fulda, Dienstag, den 5. Dezember 19()j.

3.< Jahrgang.

Zweites Mtcttt.

ki o. Zur Geschichte des Wmipm« md de» Kmsekls.

Borueihnachtliche Plauderei von Anna Burg.

(Nachdruck nicht gestattete

Konfekt aller Art, gebrannte Mandeln, be­sonders aber Marzipan sind neben dem Pfcffer- und Honigkuchen unentbehrlich zumWeihnachtsfef

Abgesehen von den uralten und gewiß Höchs primitiven Honigkuchen der germanischen Haus­frau, die doch nur in einem mit Honig gewürzten Mehileiq bestanden, gehört die Kunst der Bereitung süßer Leckerelen und verschiedener Konfekte erf der mittelalterlichen Zeit an, die über den aus Amerika eingefühlten Rohzucker verfügte.

Und zwar war der Zucker eher tn die Apo­thekerkunst eingeführt, als in die Küche. Das lug nicht sowohl an seinem hohen Preise, sondern vor allen Dingen daran, daß man in ihm ein wirk- lames Heilmittel gegen allerhand Leiden des Halses, der „Lungenrörlin" (Lungenröhrlein) sah und sand, daß selbiger den „Husten feuchtet und mildert . Als Hausmittel gilt ja gesüßter heißer Tee, Milch oder Zitronen-Zucker-Limonade noö heute bei vielen Leuten.

Da nun die Apotheker zunächst sich mit der Bereitung und Ausgestaltung von Zuckersachen beschädigten, so kann es uns nicht Wunder nehmen, wenn sie es waren, die zuerst die Kunst, Kornett zu bereiten, in Deutschland übten. Es stan >en ihnen ja neben dem Zucker noch andere gewürzreiche und wohlschmeckende Sachen zu Ge­bote, die sie z« Konfekt verarbeiten konnten, z. B. Calmus und Ingwer, Saffran, verschiedene Krärtter und Blumen, später die ausländischen Gew rzen Zisrmt, Coriander, Pfeffer, Vanille, sJMkn, Kardarnum, Mandeln u|w. EtnimIahre 1550 mJjieneneS Buch, welches ein hochgelehrter Arzt und ein Apotheker wahrscheinlich gemein­sam verfaßt bab-n, gibt uns Ausschluß über die damals üblicke Art der Herstellung. Es heißt dann: alle Loltvergen ttnd Konfitüren werden von Zucker gemacht um der Lieblichkeit, Schön­heit, und besseren Geschmacks willen. Dir Bestand- teile dazu loevoeu klein gemacht, teils gleich mit dem Zucker gekocht, teils zuvor etliche Tage in Wei» eingebettet, hierauf auff einen Stein, Eisen oder ander Brett probiert, ob sie die rechte gute Dl Ke haben, inleht in ein Zuckerlädlein (Schachtel) dümie g-o.osten und bewahret. Solche Dinge wachl man auS Quitten, Schaertewürz, Calmus, Meerrettig, Stendel kraut, Kirschen, Pflaumen, Jo- hamriSlräublm, Maulbeer-n, Brombeeren, Ham- butte» und dergleichen." Andere Konfekte sind, mit fsucker überzogene Säulein" oder „andere Stücke, z. B. Kümmel, Mandel, Haselnuß, Anis, Fenchel, Koriander, Tannennußkerne, Zimmt.

Von diesen damals hochbeliebten Süßigkeiten ist nur eine in allerdings veränderter Bereitung, ober doch unstreitig davon herrührend, auf unsere Zeit gekommen: die gebrannte Mandel.

Außerdem stellten die Apotheker einen mit Mangeln und Gewürzen stark versetzten Zucker­guß her, der später „hart" wurde. Wir können anuebmen, daß dieser Zuckerguß der Vorläufer

Wctriskcr.

Erzählung von Joseph vom Ehrenberge.

5] (Nachdruck verboten.)

Froh und heiter kam Miklos am nächsten Tage zur Dunkelstunde mit den verdienten Gulden und je einem bunten Wolltuch für seine Mutter und Mariska von seiner Fahrt zurück. Als er bei dem schwachen Scheine der Lampe seiner Mutter gegenüber saß, um fein Nachtmahl zu verzehren, merkte er an den vom Weinen geröteten Augen, daß seine Mutter ein geheimer Kummer drücken müsse.

„Was hast Du, Maminka? Du bist so traurig und hast geweint."

.. „Es drückt mich etwas, Miklos, und ich wünschte, ich könnte es allein tragen, aber bald wird es auch Dich drücken und Deine Trauer wird noch größer sein als die meinige."

„Du machst mich ganz bestürzt, Mütterchen, denn ich kann nicht einmal ahnen, was Du meinst."

„So schwer es mir fällt, ich muß Dir sagen, was Du spätestens morgen von Fremden gehört haben würdest und das Dir darum doppelt schmerzlich geworden wäre. Aber fasse Dich, wir müssen vieles tragen, vieles, was noch härter ist als dasjenige, das Dich treffen wird. Sieh! Drei erwachsene Söhne habe ich begraben und zuletzt ihren Vater zu ihnen hinaus begleitet. Ich meinte auch, vergehen zu müssen vor Leid, und sehnte mich, im Tode mit den Meinen vereint zu sein, ober ich habe das Schwere tragen müssen, und heute bin ich froh, daß mein Herz nicht vor der Zeit gebrochen ist, denn wer wäre jetzt bei Dir, Dich zu trösten. Also sei stark, wenn Du hörst, daß Mariska des Ferenez Braut geworden ist." , Hastig sprang Miklos auf. „Mutter, das ist nicht wahr, das kann nicht feint Wer wagte es.

der berühmten Morsellen war, deren Herstellung noch bis vor ungefähr dreißig Jahren einzig in den Apotheken erfolgte. Derartige Morsellen kamen aber wenig in den Handel, meist waren sie nur zu Geschenken innerhalb des Freundes- und Kundenkreises bestimmt.

Der Morsellen gibt es vereinzelt heute noch, doch ist ihre Herstellung auch schon fabrikmäßiger geworden, und man findet ihre Ställe nicht mehr in der einzelnen Apotheke. Eine Ausnahme bilden wohl die Apotheken in kleineren Städten. Daß das heute einzig als Naschwerk geltende Mar­zipan früher in Deutschland ebenfalls für ein hervorragendes Heilmittel für Kranke galt, war schon aus seiner Nebenbezeichnung „Kraftbrot" ersichtlich. Der Name wird heute noch vielfach beiß umstritten. Die am meisten verbreitete Deutung ist, daß es nach dem Schutzheiligen der Stadt Venedig, dem heiligen Markus Markus- brot d. h. Marzipan heißt und ihm zu ehren gebacken sei, als er durch seine Fürbitte die Stadt von einer unheilvollen Hungersnot befreite. Da Mandeln ihre Heimat in Italien haben und den Hauptbestandteil des Marzipans bilden, so ist diese Lesung gewiß natürlich; eine andere aber läßt sie aus Deutschland stammen, woselbst sie ein Apotheker und Zuckerbäcker, der Marzo hieß, erfand. Dieses Marzipan war sehr beliebt, nicht sowohl bei den Kranken, als auch bei den Gesunden. Unter mittelalterlicher Gewährsmann rühmt es deshalb: „Marzipan feynd trefflich wohlschmeckende Küchlein oder Fladen, die Kranken, welchen sonsten alle Speyß' zuwider ist, damit die Krankheit auffzuhallen, denn sie nähren den leibb trefflich, feynd auch anmutig, süß und von l'eblichem Geschmakke, darumb sie auch von den Apothekern den reichen Leuten zu deren Pancketten, GastereyenundSchlaffdrüncken(Abend- gesellfchaften) bereit werden, da sie mehr zu un­nütz und Ueberflnß, denn zu der Arzney, al; sie erstmals wohl erdacht feynd, gleich wie andere gute Konfekte, Latwerzen und Eynmachungen üppiglich verschwendet werden."

Mit Marzipanbäckereien, die schon damals zu Torten geformt und „mit allerhand Bildwerk" geschmückt wurden, trieb man schließlich solchen Aufwand, daß sie von b»*1 JDbvigtoit »»»freien wurden: „ . . . Dieweil man gesunden, daß mit diesen Maizipankuchen ein großer Excen*«* vor­gegangen, indem dieses so sehr viel gekostet, also soll binfüro dieser Unterichied gebrauchet werden und sey bey für nehme Kmdtauffen nur schlechte (schlichte oder einfache). Man beüotlen ohne kandirles, aufgeblaßertes (aufgeblasenes; oder ge­gossenes Zucker- und Bildwerk, jedoch daß kein Siükk über einen Thaler gestehe, gestattet, den Handwerkern und kleinen Leuten aber nur bloße Mehlkuchen, nicht höher als l/e Thaler werth, auszutheilen nachgelassen seyn."

Diese Art und Weise der Bereitung der da­maligen Zeit deckt sich genau mit der noch heute üblichen, wenn auch die Beschreibungen im Stilr )er Zeit sehr weitschweifig erscheinen. Besonders hervorgehoben wird, daß solches Marzipan auf „gelind Feuer bachen (backen) ober trüctnen muß." Dazu die Bemerkung: „Hat gut Sorg, daß es nit verbrennet." Um das Kraftbrot „kralliger" zu machen, wird empfohlen, vom allerbesten Zimmt üneinzutun. Als Heilmittel galt es, in den Marzipanteig zur besonderen Kräftiaung Kräuter nneinzugeben, „gerieben Pärlin (echte Perlen), Eirelgestein oder „ander gut Stück". Dies sollte

Dir solches zu sagen, wer konnte Mariska so chmählich verleumden?"

„Du fragst mich, wer mir die Kunde gebracht, )ic Dir unglaublich scheint? Mariskas Mutter elbst war es, die mich ersuchte, Dir mitzuteilen, daß alle Beziehungen zwischen ihrer Tochter und Dir abgebrochen sein müßten."

„Weiß Mariska davon?"

„Das kann ich Dir nicht sagen, ob sie Dich ebenso leicht aufgibt wie ihre Mutter, das eine dürfte freilich sicher sein, daß sie eingewilligt hat, des Ferenez Weib zu werden, denn ohne ihr Wif- en dürfte Kathi schwerlich bei mir gewesen sein."

Miklos saß stumm und starr. Es schien ihm unfaßlich, was er da gehört, und würde ihm ein anderer diese Kunde übermittelt haben, er hätte ibn als Verleumder zu Boden geschlagen. In einem Schmerz biß er die Zähne auf einander, iah sie knirschten und ein qualvoller Seufzer dehnte seine Brust."

„Fasse Dich mein Sohn", mahnt die Mutter, „wenn es so hat kommen sollen, müssen wir es in Geduld tragen. Du verlierst nur eine untreue Braut, ich habe den treuesten Mann und drei Söhne verloren."

Wunderbarer Weise empfand Miklos nicht einmal Haß gegen Ferencz; was ihn schmerzte war nur die Treulosigkeit Mariskas, die ihn so chnell und leicht dem reichen Bauer nachsetzen konnte. Der unerwartete Schmerz hatte ihn fast gelähmt: bleich und still wankte er in seine Kam­mer und warf sich angekleidet auf sein Lager. Viele Stunden lag er regungslos, still vor sich hinstarrend. In später Nacht hörte seine Mutter ihn heftig schluchzen. Dankbar schaute sie zum Himmel auf, denn wenn sich der Schmerz in Trä­nen löst, so ist er halb gelöscht.

Am Morgen sah Terez an den bleichen Zügen ihres Sohnes die Schwere des überstandenen Kampfes, und Miklos las in den Augen der Mut- ;er eine ängstliche Frage um sein Vorhaben.

„Laß, Mutter, Deine Angst, Ferencz hak nichts von mir zu fürchten, aber mit Mariska will ich

„das Hertz kräfftigen in große schwere Ohnmäch­ten, Schwachheit und Krankheit." Wie schon bei dem obigen Verbote angeführt, wurde das Mar­zipan mit B'ldwerk geschmückt. Darüber belehrt unser Gewährsmann ganz ausführlich: „Tie Apotheker haben auch mancherley Art, solche Marzipan auf die Pan kette und Gastereyen zu schmücken, mit vergülden, bestecken oder bestreuen mit ander Cortteckt. Etliche, damit die Fladen von Marzipan schön weiß bfeiben, zerlassen sie den allerschönsten Zucker, den sie nur haben moaen, mit gutem Ro^enwasser, sieden ihn etwas und Ostreichen die Flädlein oberhalb darmit, lastens dann austrocknen. Das ist eine feine lustige Art, die Marzipan werden schön lustig und sehr an­mutig darvon und werden gewöhnlich auf Gaste­reyen zum fetzten gegeben." In diesem Bestreichen mit flüssigem Rosenzucker sehen wir die Ansänge des mit Zuckerguß versehenen Königsberger Mar­zipans, während das Lübecker mehr dem „Bild­werk" huldigt.

Die kunstschöne Ausgestaltung des Marzipans, der wohlfeilere Preis, der mit der Verbreitung deS Rübenzuckers allmählich Platz griff, haben jetzt eine hervorragend große Fabrikation und Konsumtion demselben zustande gebracht und stel­len es als Weihnachtsfeckerei an erste Stelle, denn seine ursprüngliche heilende und kräftigende Eigen­schaft sieht die Arzneikunst nicht mehr tm „Krasl- brot".

Unsere heutigen „Bonbons", auch „Fondants", haben, wenn sie auch ihren Weg über Frank­reich wieder zurück zu uns nehmen, doch deutschen Ursprung. Wir finden hier den „Blumen- und Blütenzucker", den der Apotheker des Mittel­alters ebenso gut verfertigte, wie das Marzipan. Der Zucker wurde dazu mit den verschiedenen Blüten oder Blumen destilliert, dann gekocht und aufbewahrt. Wahrscheinlich ist die weitere Aus­gestaltung bann zunächst von einem französischen Künstler vorgenommen worden, so daß man diese ursprünglich deutschen Näschereien als fremde begrüßte und demzufolge benannte. Na­türlich bediente sich die neuere Fabrikation an­derer Würzen, als die ahe. Einzig Rosen und Veilchen dürften heute noch von Blumenschmuck außer diesen beiden Rosmarin, Lawendel, Schlüsselblumen, Päonien, Zichorie, Erdrauch, selbst Lilien. Die Schokoladenkonsekte, zu denen besonders die beliebten verschiedenen „Pralinees" gehören, können natürlich erst ihre Ausführung seit jener Zeit rechnen, da die Schokolade be­gann, sich mehr und mehr in Deutschland einzn- büraern. Und das ist seit ungefähr einem Jahr­hundert erst der Fall. Auch hieran trägt der Rübenzucker einen Hauptanteil. Die künstlerische Vollendung der Pralinees an sich als auch die des verschiedenen Geschmackes derselben gehört erst in die neuere Zeit und hat seit ungefähr vierzig Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen. In einem Küchenbuch vo» 1700 wird die „Choccolate“ noch bezeichnet als „eine gewisse Pasta, so aus der indianischen Frucht Cacao und etlichen Gewürzen, als Zimmet, Negelein (Welten), Vaniglio (Vanille), pipere indico (indischen Pfeffer) nebst Rohrzucker nach der Amerikaner Eomposition bereitet, hat in der Küche bisweilen ihren Nutzen, indem sie mit Wasser, Milch ober Wein gekochet, einen ange­nehmen Trank gibt, so der Gesundheit soll zu­träglich sein. Oesters macht man in großer

noch einmal reden, und sagt sie mir offen, daß sie mich um eines Ferencz willen aufgeben will, nun wohl, so war sie meiner Liebe nicht wert, und dann bleiben wir wieder mit einander allein."

Mit ihrer dürren Hand streichelte Terez ihres Kindes Wangen. „Laß, Miklos, laß, die Zeit heilt alles, und mit der Zeit wirst Du auch Ma­riska vergeßen und Deine Liebe und Treue wird von einem befferen Mädchen gewürdigt werden."

„Die Zett heilt alles, Mutter, sie wird auch meinen Schmerz heilen, aber das eine hoffe nie­mals, daß in dieses alte Haus eine junge Frau einzieht."

Mit diesen Worten ging Miklos an seine täg­liche Arbeit, ohne im Laufe des Tages auch nur einmal Mariskas Erwähnung zu tun, und die Mutter wagte nicht, an dem frischen Schmerze des Sohnes zu rühren. Als der Abend kam, rüstete sich Miklos zu dem schweren Gange.

„Du weißt. Mutter, wohin ich gehe, und bleibe ich länger fort als sonst, so ängstige Dich nicht um mich."

„Geh, mein Sohn I Und was Dich auch treffen mag, trage es mit Mannesmut und denk an Deine alte Mutter, deren letzter Trost Du bist."

Mariska hatte, nicht weniger elend wie Miklos den Tag zugebracht, denn sie wußte, daß dieser nach seiner Heimkehr bestimmt kommen würde, um aus ihrem Munde die Bestätigung des Ver- nommenen zu erhalten. Die Furcht vor dieser Aussprache, und dazu ein geheimes Sehnen, Miklos noch einmal zu sehen und zu hören, er­füllte ihre Brust, und je näher der Abend kam, desto banger pochte ihr das Herz.

Kathi ahnte den Zwiespalt in der Seele ihrer Tochter und hörte nicht auf, die Vorteile einer Verbindung mit Ferencz auseinanderzufetzen. Wenn auch Mariska unter diesen Worten manch­mal aufschluchzte, so war doch die Liebe zu Millos im Kampfe mit der Sucht nach des Lebens Freu- i)en unterlegen, und weniger noch als früher schien ihr eine Verbindung mit Ferencz unmögltch zu

Herren Kreise auch eine Creme ober gesaltztc Milch daraus."

Wenn wir in der Weihnachtszeit die vielen kostbaren Schaufenster bewundern, die uns alle diese Süßigkeiten zeigen, so ist es uns gewiß von Interesse, daß die Apothekerkimst des frühen Mittelalters sie erfunden und zuerst her- gestellt hat.

vermischtes.

Die rücksichtsvolle Amerikanerin. Man schreib! der ,K. V/ auS New-Jork: In einer Apotheke des beschäftigsten Teiles des Broadway blättert gerade wahrend der erregtes--n Geschäftsitunden eine hübsche junge Mm in einem oickl ibigen New-Aorker Aoreß- buche. Sie blättert und blättert und schüttelt bas hübsche Köpichen. Da erscheint ein alter Herr, welcher die Abreffe eines Schuldners Nachsehen will. Er wartet geduldig, bann wird er ungeduldig, hustet — alles vergebens. Die Miß läßt sich nicht stören. Ein Geschäftsmann kommt in voller Eile in dte Apotheke. Auch er sucht eine Adreffe; John Brcwn wohnt ja in der nächsten Straße, er bat aber die Nummer vergessen. Er stellt sich hinter den Alten und blickt mißvergnügt und verärgert auf die lächelnde junge Dame. Es folat ein Mann, der einen städtischen Beamten suchen will, von dem er nichts mecker weiß, als daß sein Bureatt in einer viertel Stunde geschloffen wird. Auch er muß die Reihe der ungeduldig Wartenden verstärken. Noch ein halbes Dutzend anderer, welche das Adreßbuch einsehen wollen, stellen sich ein — die rosige Miß blättert und blättert und blättert. Da plötzlich platzt ein Zeitungsrcporter iu das Lokal. Sein Gcschäst rerträgt keinen Aifischub. Mit einem Blicke Übersicht er die Situation, macht sich an b-e junge Dame heran und fragt höflichst, ob er ihr vielleicht beim Suchen mit seiner Erfahrung zur Seite stehen könnte. „Well, ich danke," lächelt sie ihn holdselig an. „^e sind sehr freundlich, aber was ich brauche, kann ich nur selbst ausfindig machen. Ich möchte nämlich für das Söhnchen meiner Schwester, welches in diesen Tagen an- kommcn wird, einen wirklich süßen, entzückenden Namen herausfinden."

* Roheit beim Fußballspiel. Dem Fußballe ist in Amerika eine (Segenberoeaung erwachsen, die völlig berechtigt ist, wenn man von der Roheit liest, mit hw Pni»! .in hen 9 oTpiniplcn (^tnnfpu betrieben wirb. Nach einer Meldung bat die eben tn Ame­rika begonnene Fiitzballsaison bis jetzt folgende Re­sultate ergeben: dreizehn Tote, drei Sterbende und 34 Schwerverletzte. Die Brutalität zwischen den kämpfenden Schulen ist grenzenlos. Beißen, Fußtritte und Angenansbrücken sind an der Tages­ordnung.

* Tie Selbsterkenntnis des Anonymen. Ein Ano­nymus, der sich über einen politischen Artikel in der ,Post' geärgert hat, schreibt diesem Blatt: „ ... so lche Ochsen, wie Schreiber dieses . . .* Wir haben, so bemerkt die ,Postt, gegen diese Selbstcharakterisierung nichts einzuwenden.

6 Erklärung Sie: „Was ist denn das: „Ober- flächcnkultnr" ?* — Er: „Wenn du dich schminkst."

Reklamen- und Anzeigenteil.

vom1.bis24.Betr.r.in künstlerisch auifesUttrteo

bei: Paul Erxleben.

fein, nnd um so leichter pflichtete sie der Ansicht ihrer Mutter bei, als sie wußte, daß MikloS be­reits von der Lage der Sache unterrichtet sei.

Zeitiger als sonst hatte Mariska ihr armseliges Lager aufgesucht. Sie lag im ersten Halbschlum­mer, als ein leises Klopfen an dem hölzernen Laden ihres Fensters —tönte. Sie richtet sich auf und hört nunmehr deutlich das erneute Klopfen und das leise Rufen ihres Namens. Sie weiß, daß es Miklos sein muß, denn Ferencz ist heute in die Stadt. Was soll sie tun? Schon ist sie im Begriff, sich zu ihrer Mutter zu flüchten; aber ihr Herz pocht allzu verlangend, noch einmal, zum ttytenmal, Miklos zu.sehen und zu sprechen. In aller Eile zieht sie sich notdürftig an und geht, den Laden zu öffnen.

„Mariskai" ruft es draußen, und innen tönt es zagend: „Miklos I"

„Mariska, ist es wahr, daß zwischen Dir und mir keine weitere Gemeinschaft sein soll? Willst Du mich wirklich aufgeben und Ferencz mir bot* zechen?"

„Ach, Miklos, was soll ich Dir sagen? Gott weiß es, daß ich nur Dich liebe, nur Dich allein!" gibt ihm Mariska weinend zur Antwort.

„Wenn Du mich liebst, Mariska, gehörst Du auch zu mir. Wie kannst Du Ferencz heiraten ohne Liebe, und lieben wirst Du ihn nie, weil Du ihn nicht achten kannst."

„Was soll ich tun, Miklos, meine Mutter will es so, und ich muß gehorchen."

„So wirst Du einen doppelten Betrug üben; einmal an mir, den Du zu lieben vorgibst, sodann an Ferencz, dem Du Liebe heuchelst. Während Du mich verrätst, wirst Du Ferencz am Altäre den Schwur der Liebe und Treue leisten. Ma- riska, fürchtest Du nickt, daß Gott Dich strafen könnte, wenn Du diesen schrecklichen Meineid chwörst?"

„Hilf mir doch, Miklos, hilf!" bat Mariska chluchzend.

(Fortsetzung folgt.)