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3>. Jahrgang.

Fulda, Freilag, den 1. Dezember wo3

JW -75.

Grstes Wlait

zirke erlassen werden. Hierauf bezieht sich der im

tie

Parlameutarische Nachrichten.

be*

deutschen Reiches.

Anwesenheit bei den Sitzungen des Reichstages

-echlsertigten.

... Der deutsche LandwirtschaftSrat hat dem Reichstage eine Denkschrift über die Fleisch - verforgnng der deutschen Bevölkerung mit der Bitte überreicht, der hohe Reichstag wolle dalür eintrelen, daß in den Maßnahmen, welche gegen die Einschleppung von Viehseuchen aus dem 'Auslande 'eit einer Reihe von Jahren zu in größten Segen der Biehproduktion getroffen sind/auch künftig keine Aenderung eintrelen wnd. Die Erhaltung und dauernde Steigerung unterer Lieh- und Jleischproduklion — nameiu. lich durch strengsten und wachsamsten Seuchen­schutz — bedeute e nen der wichtigsten Faktoren für " die Sicherheit und Unabhängigkeit des

,etzes hat, wie mehrere Blätter melden, .. Dienstagabend aus Anregung des Kultusministers •int Besprechung zwischen den an dem Kom- vromiß beteiligten Parteien und der Regierung staitgeiunden. ' Es soll dabei zu einer Einigung hinsichtlich dec am helßesten umstrittenen Punkte

gekommen sein.

» Der Entwurf von Bestimmungen, über Ausnahmen von dem Verbote der Beschäftigung eigener Kinder um ter 10 Jahren der, mir bereits mitgeieilt, gegenwärtig den Bun- desrai beschäftigt, hängt mit dem Gesetze über die Kinderarbeit zuiammen. Ätach vielem Gesetze ivai der Bundesr?« be,ugt, für d.e ersten zwei Jahre nach dem Inkiaftlreleu Ausnahmen vom Verbote der Beschäftigung eigenerKinder zuzulassen. Solche Bor>chr>slen waren vom Bundesräte auch getrof­fen, ihre Geltung läuft mit dem Ende des Jahres 1905 ab. Run ist der Bundesrat im Geietze auch ermächtigt, noch weitere Ausnahmen zuzulassen, allerdings nur unter der Bedingung, daß die Kinder nicht an den durch Triebkiast bewegten Maschinen beschäiligt weiden. Auch kann er Aus- nahmen von dem Verbote der Beschäftigung von

Deutscher Reich.

Berlin, den 30. November 1905.

♦ Kündigung des amerikanischen Handels- • Vertrages. Das Handelsabkommen zwilchen dem Deulschen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika vom >0. Juli 1900 ist» wie der .Reichsanzeiger' amtlich mltteilt, deuttcherseits am 29. November d. I. zum 1. März 1906 ge-

Wcrrissicr.

Erzählung von Joseph vom Ehren berge.

(Nachdruck verboten.)

1.

Das gab ein Jauchzen und Jubeln, ein Staui- pfen und Toben, ja schon mehr Nasen vor dem alten schindelbcdeckten Dorswirtshause tm Waagtale.

Nicht müde wurden die schmucken Tänzer und die glutäugigcn Dirnen im Csardas dahinzujagen, nicht müde die braunen Söhne der Putzta, der hellklingenden Geige die rasende Weise zu ent locken, sodaß man nicht wußte, ob mau mehr^über die Unermüdlichkeit der Jugend, oder die Spiel fertigfeit der Zigeuner erstaunt sein sollte.

Allen voran an Behendigkeit illid Anmut war ein junges Paar, dein so manches Auge der Zu­schauer bewundernd folgte.

Lustig flogen der Dirne lange, schwarze Zöpfe, welche sie nut roten Bändern durchflochten trug; zierlich und nett stand ihr das weiße steife Hemd und das buntgeblümte Tuch zum schwarzen Mieder.

Kaum, daß die Hitze des Tanzes mit zarterem Rot die bräunliche Wange überhauchte, aus der sie unter Lachen das schwarze Gelock strich, wobei sie schelmisch zu dem Burschen aufschaute, der sie nach eben beendetem Tanze zu den Tischen führte, die vor der Tür des Hauses standen.

In bunter Reibe hatte alt und jung hier seinen Platz und sprach dem Weine mit viel Behagen zu.

Lachend nippte Mariska an dem dargereickteu Glase, das der Bursch dann an derselben Stelle, wo ihre Lippen es berührt hatten, ansetzte, um es mit einem Zuge zu leeren.

„Aber Miklos!" rief die Dirne in komischem Einsetzen, „Tu bist ja ein Verschwender wie der reiche Ferencz und wirst auch bald so trüb und

trf»fint tiltzN», mit Ausnahme der Sonn« unö Scicrlflot. üicrttl» iäljtl. Bejugspreis ohne Bringer lohn und BeiieLeeldin.fMdaund auswärts ; MI 50 Pf9*

verantwortlicher

Sdiriittetter: 3- Baum; für ote »meinen

3. par,.üer In Sulöa.

kündigt worden.

• Der Hande lsvertrag zwischen Deutschland

und Argentinien wird jetzt von der .Deutschen mmcn VCH ... ... . ..

Tagesjeu tilg' als Gegemeitigkettsvertragbedeutet. nad) bct in Zukunft das 12 000 über-

Das genannte Blatt hat wiederholt die Unter. • . 'be Gehalt nicht mehr nur zur Hälfte, son- lasiuna oer Kündigung des argentinischen Ver> b ,u Zweidritteln pensionsberechtigt fein soll, träges beklagt und getadelt. Jetzt gibt es der' bra

Ansicht Ausdruck, daß eine Kündigung, wenn der Vertrag als ein Gegenseitigkeitsvertrag angesehen wird, nicht notwendig erscheine; der Vertrag könne dann ruhig weiterbestehen; er hindere dann nicht daran, am 1. März 1906 den deutschen Generaltarif gegen Argentinien anzuwenden, sofern es nicht bis dahin unterem Industrie.

Export ausreichende Konzessionen mache, die die Zubilligung des neuen Konventionaltarifes — ganz oder zum Teil — auch an Argentinien

Aermste von ihrer ständigen Qual erlöst hatte trieb er es ärger als zuvor. Uebeksimmert uw toine beiden unmündigen Kinder saß er den ~oc über im Wirtsbause,, und überlies seiner ast»" Mutter imd ei"er kränflichen Schwester ite Be stellunq des Feldes und die Sorge um das Haus­wesen ' Aber das liebe Geld verdeckt so manchen dunklen Fleck an der Ebre der Menschen tn de>- rrrofwn Welt, warum nicht auch in dem armen Dörtlein die Fehler eines Ferencz.

Wenn man auch nicht wußte, waber das Geld Sns Bauern stammte, die Tatsache bestand fettem fest, Foren c^ hatte Geld, und -war viel Geld Da. aenüate, um ibn zur Hauvtverfon des Amnen e>rtes zu machen. So kam e«. daß alle M"tter in deren Hans» es erwachsene Tochter gab, beaestr- lichen Blikke» nach dem Bauern schauten und fur orre seine Fehler die weitgehendsten Entschuldi- gunaen fanden.

Wird der ^erenct erst wieder eine Fran haben 1 hie für ibn paßt, dann wird er auch gewiß ander? Vein. Tiefes erste Weib mit dem ewig nergrämten

I Gesicht, war nichts für den lustigen Mann.

So nahmen ibn die Frauen in Schutz.

Und die Männer, die eben nicht viel ander? aeartet waren als Ferenez, nur daß ihnen sein Geld mangelte, um es ibm gleich zu tun, waren trob, seine freigebige Gesellschaft genießen zu können.

E« war also keineswegs zu verwundern, wenn auch heute am Erntefeste manch begehrstcher Wick, manch aufmunterndes Wort zu dem Sauer bin- flog, der bisher am allgemeinen Stange nicht teil’

I genommen hatte.

Alles Kichern und Lachen der Mädchen ver­stummt, als Ferencz auf die SpieNeute zugeht und ihnen einen blanken Silbergulden auf den Tis» wirft.

Der Ferencz will tanzen!

Schnell streichen die Dirnen über da? wirre Haar und zupfen an den Bändern des Mieders, I und jede hofft und wünscht die Erkorene zu sein.

e'.ner besonderen Eigenschaft a!8 Mitglied einer politischen Körperschaft für dieselbe Zeit bez eht." — 3) einen Antrag auf Gewährung von Tage, geldern für Schöffen und Geschworene. Dieser Antiaq ist in die Form einer Re so- lution gekleidet, die dahin geht, „Die Verbun- beten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen den Geschworenen und Sri offen unter entsprechender Abänderung der §§ 31 und 84 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 aus er der Reifekostenentschädlgung auch eine Vergütung für Zeiiveisäumnls aus den Landesmitteln der einschlägigen Bundesstaaten gewährt wird — 4) einen Antrag auf Auf­nahme einer Strafbestimmung ins Wahl- getetzbuch gegen die Verletzung des Wahl- gehelmnlsses — Außerdem sind folgende Anträge seitens des Zentrums vorbe­reitet: 1) em Antrag auf Erlaß eines Ge etzes bett. Errichtung ein s Staatsgerichtshofes für Ministerraisverantwortlichkeit, 2) em Antrag auf Revision der Kolonial­gesetzgebung unter Erweiterung der diechte des Reichstages und Einsnränkung des Ver- ordnungsrechies der Kolonialbeamten.

* Dem Reichstage ist nunmehr der Gest'» entwurf bett, die Ordnung des Re'.chshaushaltes und die Tilgung Der Reichs,chulb, welcher d.e neuen Steuergeietzentwürse enthalt, zugcgan- pen. Außerdem sind von selten der veibündeten Regierungen dem Reichstage zugegangen t Der Entwurf eines Gesetzes betr. die Entlastung des Reichs - Jnvalidensonds, der Gesetzentwurs betr. die Ausgabe von Reichsbanknoten zu 50 und 2.i Mark, der Gesetzentwurf betr. den Versiche­rungs-Vertrag und tn Verbindung Damit ein Ge- letzentwurf zur Aenderung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches, über die Seeversicherung, die Militärpensions-Gesetze, sowie Vorschristen betr. Die Einrichtung und Den Betrieb von Beihütten und Vorschriften für Betriebe, in denen Müer-, Anstreicher-, Tüncher-, Weißbinder- oder Lackierer- Arbeiten ausgefühlt werden.

Die wirtschaftliche Bereinigung des Reichstages hat sich gestern konstituiert «Hb zum Vorttzenden wurde wiederum der Abg. Lieber­mann von Sonnenberg gewählt, ^^lie wirt­schaftliche Vereiniaung zählt jetzt 22 Mitglieder.

§ An Initiativ-Anträgen liegen von der nationallibetalen Fraktion folgende vor: Ern Antrag Baffermann, betr. Anwe enhetts- getder unD freie Eisenbahnfahrt für Die 9^14)4» tagsabgeordneten, ein Antrag Dr. H>eber, Beck- Hetdelberg, Held und Gen., betr. Erwerb und Verlust Der Deutschen Reichs- und Slaatsange- börigkeik, ein Antrag Beck-HeiDelberg, Patzig, Lr/Hieber betr. ein einheitliches Ve eins- und Versammlungsrecht, ein Anlraq Dr. Paasche, Freihe>r Heyl zu Herrnsheim, Dr. Hieber, bett. Reichsarbeilsamt und Arbeitskammern, em An­trag Patzig, betr. das Recht zum Anteilen von Lehrlingen und den obligatorischen Fortbildungs­unterricht, em Antrag Patz'g, v. Kaufmann, Krämer, betr. Regelung des Ausverkaufs- und Verfteigerungswesens, ein Antrag Bas,ermann, Dr. Hieber, Freiherr v. Heyl zu Herrnsheim, Dr. Paasche, betr. Regelung Der Rechlsoerhätt- nsse Der Gehil,en von Rechtsanwälten u s. w., ckasfenbeamten u. s. w., ein Antrag Basseiuicmn, jett. Regelung der Rechtsverhältnisse der technt- chen Beamten u. s. w. Ferner hat dir frei«

___________ ____MH IIII .UIIBIBB

Rariska blickt überrascht auf, als der Bauer vor hr steht und sie zum Tanz begehrt.

Bevor Miklos seinen Einspruch zu erheben der- nag, zieht Ferencz Mariska fort und folgte, alb mit Widerwillen, halb nut geheimer Freude, aon dem reichen Manne vor allen anderen Tirnets iusgezeichnet zu werden.

Noch einmal so wild und schnell als sonst be­gannen die Zigeuner zu spielen, und wie em tasender stürmt der Bauer dahin.

Als ihm der Atem versagte, führte er Mariska ins dem Gedränge, nötigte sie an feiner eene stlatz zu nehmen und mit ihm zu trinken, so chwer es dem Mädchen auch ankam, au- seinem Rase zu trinken, so durfte sie es docy nicht oer- veigern, dem Bauern Bescheid zu tun, wenn sie hn nicht auf das tiefste beleidigen wollte.

Lachend und scherzend redete Ferencz auf sie ein und ließ sie nickt von seiner Leite bis die Zeigen aufs neue zu klingen begannen.

Bangen erfaßte Mariska bei dem ungeüumen Liebeswcrben des Trunkenen und gern hatte sie sich ihm entzogen, um zu Miklos zu cücn, aber Die Furcht vor dem Spott ihrer Gefährtinnen hielt ne von diesem Schritte ab. Als der Bauer sie zum Dritten Tanz führte, ging Miklos grollend zu den Tischen, wo die Alten faßen und hielt sich fortan dem Tanze fern.

Mariska war viel begehrt, und bald folgte sie diesem, bald jenem der Burschen, dann wieder dem reichen Bauer zum Tanz. «

Als sie sich endlich ansckickie den Tanzplatz zu verlassen, sal, sie Ferenc, auf W feinem Geleite ausziiweichen, eilte sie zu Miklo., nm ihn zu bitten, mit ihr nach Hauie zu gehen. Schweigend legte das Paar den Weg bis zu Mariskas Hause zurück.

„Warum grollst Du mir denn? fragte endlich das" befangene Mädchen.

„Wenn Dir Dem eigenes .Herz nickt sagt, was mich drückt, so kann ich mir jede Antwort er­sparen."

netenhaufes bekannt. Ebenso, Daß aus Gründen Der Gerechtigkeit zur teilweiien Deckung Des Durch hie erwähnten Steuererleichterungen zu erwarten-

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d°- und wiio Lh-ld auch »ich, * 1 * * * * ....... I">6"

den Reichstag kommen.

* Der Entwurf zum Militärpensionsgesetz be­rücksichtigt im wesentlichen alle Äbänderungsvor- sckläge, welche die Budgetkommisiion zu dem vor- jährigen Entwurf gemacht hat. Festgehalten hat der Entwurf an der Pensionsskala, welche mit so 6 des früheren Tiensteinkommens beginnt. Die Pension steigt nach vollendetem 10. Dienstjahr nut jedem weiteren Diensijahr um 1»- dis auf 15 « ■. Jicu l auf genommen in den Entwurf istdie Bestlili-

eiqenen Kindern unter tO Jahren zulaffen, sofern die Kinder mit leichten und ihrem Alter ange­messenen Arbeiten beschäftigt werden. Die Aus-

Zuldaer

wochmd-n-g«: „Illustrierte Sonntagrzeitung"

<= Der Seniorenkonvent des Reichstags schloß, für die Besprechung der Fleischnot-Jnter- pellation zwei Tage anzusetzen. Am Samstag soll der Nachtragsetat für Südwestafrika beraten wer­den, da der' Bahnbaii wegen Gefährdung unserer Truppen durch die Rinderrahl dringend ist. Mon- tag und Dienstag sollen keine Sitzungen stattfln- den A.n Mittwoch wird der Etat in Verbindung

bereits aus den Mitteilungen des Finanzministers in der betreffenden Kommission des Äbgeord-1

müde schauen wie Der reiche Bauer dort an seinem Tisch."

„G-ch', Du Närrchen! Wenn ich heut nicht sröh lick i ?, wo Du mir versprochen hast, mein Weib ni p n, dürfte ick es in meinem ganzen Leben nicht - r sein, und übrigens bin ich auch tausend­mal re; er als Ferencz, der nut ein Pferd und iier Kühe zu eitien hat, während mir das schönste Rädcken des Waagtales gehört."

„Miklos, hör' auf, hör auf! Man müßte euck Männer nickt kennen! Bald wirft Du anders re- sen, wenn Sonne und Mond durch das schadhafte ^ack uns in die Scküsseln sehen werden. Die stiebe eines armen Mädchens ist nicht ein so über­mäßig großes Glück, es wäre denn, daß Du mit meiner Nerson die Löcher in Deinem Dache stopfen wolltest!"

„Das wird nicht nötig fein, denn der Winter wird einbrinaen, was noch mm neuen Tacke fehlt nnd Dann, Mariska, dann führ' ich Dich heim als mein liebes, gutes Weib."

Verschämt und dock selig, sah die Dirne znm ^urschen auf, der sie bei den ersten Klängen der Geige wieder zum Tanze führte.

„Ja, tanz nur,“ sprach Ferencz, „der unbemerkt I »sinter das stinae Paar getreten war und Miklo? I fnftte Worte gehört batte, tanz. Dn Narr, tau' fort noch heute, aber dann wollen mir sehen, wem hg§ schöne Täi'hcken gehört. Also wenn die Schwalben ihr Nest bauen l Freilich, wenn die Schwölblein Zwitschern ist Mariska längst im eige­nen Hanse Herrin, ober nickst in dem Deinen, ton- hern in meinem. Dos macht ich doch einmal sehen, ob sie den armen Scklucker, den Habenichts, dem reichen Ferencz vorziehen sollte."

Boshaft funkelten die kleinen Augen in dem breiten Gesickte des halb Trunkenen, io oft das iunae Paar im Tanze an ihm borüherfloa.

Es war der reichste Bauer im Torf, der Ferencz, und da^n in den besten Jahren, ober er war ein wüster Mann, besten eigentliche Heimat das Dorf- Wirtshaus war. Sein erstes Weib hatte er halb I zu Tode geprügelt und nachdem der Tod die

'Jinroeienneu uei vr»

AnwesenheilsgelDer in Der Höbe von 20 Mk. fu Den Tag. Der Anwesenheit bei den Schlingen De s Reichstages steht es gleich, wenn Der Abgeordne' außerhalb Des Versammlungsortes des Reichs­tages Durch Arbeiten im Auftrage Des Re-ch? tages in Anspruch genommen ist. Von Den An wesenheitsgeldern roerDen Die Tagegelder abge­rechnet, welche Das MitglieD Des Reichstages in

* Eine möglichst starke Heranziehung Des beweglichen Großkapitals und der Großindustrie zur Deckung Des Mehrbedarfes tm Reiche wird von Der .Deutschen Tageszeitung' Den Parteien Der Rechten dringend empfohlen. Das Blatt be- lürwortel in erster Linie eine Divtdendenbe- fteuerung. Es sei vielleicht schwer, einen gang­baren Weg dafür zu finden, aber bei genügend gutem und starkem Willen werde sich ein solcher Weg schon finden lassen.

§ Der Entwurf einer Novelle znm Ein­kommensteuergesetz zerfällt in einen formellen u b einen materiellen Teil. Der formelle Teil, d»i an Bedeutung hinter dem materiellen nicht zurücksteht, bezweckt die Vereinfachung, Erleichte­rung und Beschleunigung des Veranlagungs-Be- ,chwerdeoerfahrens namentlich für die große Zahl

der Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von weniger als 3000 Mk. Als Hauptmittek zur Er­reichung dieses Zieles sind in Aussicht genommen die Beseitigung der Veranlagung nach drei­jährigem Durchfchnitt und Die Veranlagung nach Dem wirklichen Einkommen Des letzten Jahres in allen hierzu geeigneten Fällen, sowie Die Ein­führung Der Berufung an Die Veranlagungskom- mission statt an Die Berufungskommisst n für alle I Steuerpflichtigen, die der Dekkaratiouspstichtnicht

Sachen des Sckulunterhaltunasqe- unterliegen. Unter Den Stenereileichterungen, die 1 de7"Flcktenvo7lage auf die Tagesordnung oe- bat roie mehrere Blätter meloen, am s Der Entwurf in Aussicht nimmt, steht Die Er- werden. Ob auch uo^ Die 3^

Weiterung Der Bestimmungen des § 18 des Em- Steuervorlagen begonnen wird, stt noch ungewix kommensteueraesetzes an Bedeutung voran. Durch % Anträge der Zentrunwirakttom sie ist eine Steuermäßigung für stärkere Familien Zentrum hat aut ärund Der am> Rtt woch a> vorgesehen. Diese Vergünstigung, Die z. Z. nut gehaltenen Fraktlonssitzungen folgende Anträge Deni Einkommen unter 3000 Mk. zuteil wird,, im Reichstag eingebracht: r( Den wll künsiig auch Den höheren Eink >mmen b,s antrag tn Der Fassung Des vor äbrigen^ An- 6500 Mk. bewilligt werden. Ferner ist beab- trags, bezw. Der letzten Kommlssionsbeschlmse. sichtigt, die Beschränkung der Vergünstigungen 2) einen Diät en-Antrag. ^Derselbe bat foO aur Kinder von weniger als 14 Jahren anszu- oenden Wortlaut: ''^e M'chUkder des ReiÄ^ heben. Endlich ist in Aussicht genommen, daß, taaes erhalten aus Reichsmit ein wahrend De wie jetzt schon bei 3 und mehr Kindern die Er- Legislaturperiode, und zwar solange der Reich.-

Mäßigung um eine Steuetstuse eintrelen muß, tag versammelt ,'t. fow-e 8^af7hvorf^°tnT

für Die Folge eine solche Ermäßigung um zwei unD 8 Tage nach Schluß desselben srne Fahrt

Stufen bei 5 ober mehr Kindern von Gesetzes- auf den Eisenbahnen und fur Die Tauer tbre

wegen einzutreten hat. Da« außerdem Die An- rechnungsiähigkeit Der kommunalen Grund- und Gewerbesteuer bis zum vollen Betrag des Ver- anlagungssolls dieser vormals staatlichen Steuern und derjenigen Amortisationsbeträge, über die Der Schuldner nicht verfügen kann, bis zur Höhe von 6 0 Mk. in Aussicht genommen wird, ist

beschränkier Haftung haben eine starke, stetige unD namentlich jüngst raich steigende Entwick­lung genommen. Schon 1900 wurden in Preußen 2400 solcher Gesellschaften mit rund 794 Millionen Mark Kapital gezählt. Bis zum Jahre 1905 hat sich die Zahl Der Gesellschaften auf 5515 mit rund 1* * Milliarden Kapital ver­mehrt. Von den lu05 in Preußen vorhandenen Gesellschaften haben 3270 weniger als je 100,( 00 Mark Kapital. Dies- Geiellschasien mit insge­samt rund 150 Mill. Mk. sollen auch der Folgezeit Sienersreiheit genießen. Aul eine Stei­gerung Der Einnahmen aus Der Besteuerung der Aktiengesellschaften durch Aenderung Der für sie jetzt geltenden Vorschriften Dürfte verzichtet roer­Den. obwohl durch Die Heranziehung Der Gesell- schäften mit beschränkter Haftung nur ein Teil des Einnahmeausfalles gedeckt wird.

* Truppenverlrgungcn. Znm 1. April 1906 wechseln folgende Regimenter die Garnison: Tas 171. Infanterieregiment in Kolmar zieht nach Goslar, die 165er in Goslar nach Kolmar: das 60 Infanterieregiment in Weißenburg kommt nach Vrandenckurg, die 66er ans Magdeburg nach Weißenburg. Tie 144er in Mörchingen wechseln mit den 135er« in Metz-Tiedenhofen- die 15. Ulanen in Saarburg kommen nach Katiel, wah­rend die 8. Kürassiere in Deutz die Grenzwacht in Saarburg beziehen. Am 1. Oktober 1906 be­kommt Mülhausen die 51. Feldartillei re und di­ck. Jäger zu Pferde in Garnison.

Ai,zek«en: Die ehi wattige petttjeiie »»« deren Kaum 15 Pt-. Eetlamen dir petitjeil* 25 pfg.; bei ldiedrr- holunarn wird eutfpr. Rabatt gewahrt.

Rotationsdruck e. vertag »er < nlbaei Ac« tieudruaerri in Sulöa.

momits6tnagt: „Sulbaet GeschichtsblSttek". »•