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krsä rint tügttch, mit flusnabme der Sonn» und geiertag«. viertel» jährl. Bezugspreis ohne vringeriohn nnd veftevtzeld in Znlda und nuswiwtstmisvpfg.

Verantwortlicher Schriftleiter:I. Baum; für die Anzeigen 3. pati-'Utr in Mda.

Zuldaer W Zeitung

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Rotationrdruck n. Verlag der 5nldaer Ak­tiendruckerei in Md«.

Fernsprecher Nr. 9.

JV5 ,x72.

Fulda, Dienstag, den 28. November 1905.

32. Jahrgang.

Zur den Monat Dezember kostet die täglich erscheinende ,Fuldaer Zei- hmg' nur

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ohne Bestellgeld und Bringerlohn.

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kl c. Die Russen als Kulturträger und Kolonisatoren.

Von I. Ornecki.

(Nachdruck nicht gestattet.)

In einer Reiseschilderung des Jesuiten Hu ander „Von Station Mandschuria nach Port Arthur", die Land und Leute kurz vor Ausbruch des Krieges schildert, heißt es inbe- zug auf D a l n y ungefähr folgendermaßen:

„Der ganze große Handel sowie die Weg­weiser und Kennzeichen der modernen Kultur, als da sind photographische Ateliers, Magazine mit Gegenständen der Kunst und des modernen Luxus, schien alles in japanischen Händen zu ruhen."

Aehnlichen Einfluß haben die fremden Völker im eigentlichen Rußland. Im .Handel von Petersburg und Moskau überwiegt der Einfluß der Deutschen, am schwarzen Meer der der Juden, die armenischen Kaufleute über­wiegen im Kaukasus, die Chinesen jenseits des Baitralsees. Ich erinnerte mich an die Aeußerungen eines jungen Bankdirektors in Cardin: „Die Ruffen vermögen ein Land zu unterjochen, nicht aber es im Geiste der modernen Handelsentwickelung zu kolonisieren.

Auch der russische Bauer ist ein schlechter Kolonisator. Millionen Morgen Acker liegen noch in Südrußland und Sibirien brach, ohne daß die Kolonisierung bedeutende Fortschritte verzeichnen könnte. Nnd in Rußland klagt man doch ständig über den zu kleinen Landbesitz der Bauern, dem selbst die Austeilung des ge­samten Großgrundbesitzes nicht völlig aufhelfen würde. Im Gegenteil zu den Äusteilungs- gelüsten wurde in russischen Zeitungen festgestellt, daß nach Wegfall der großen Güter auch die Musterwirtschaften, die belehrend auf die Klein­besitzer wirken, forlfallen würden, ganz abgesehen davon, daß dann noch ein Mangel an geeig- uetrn Persönlichkeiten, welche öffentliche Aemter zu bekleiden in der Lage wären, zu befürchten stände. Relativ betrachtet, steht den russischen Bauern übrigens an Landbesitz Vas Doppelte bis Vierfache seines deutschen und französischen Stanoesgenosfen zur Verfügung.

Richt nur der geringe Bildungsgrad trägt die Schuld an der gedrückten Lage des russischen Bauern, sondern auch die ihm angeborene oder anerwgene Trägheit, die vielen Feier-

re Hl okoko-Perms.

Roman von E r n st von W a l d o w.

(Nachdruck verboten.)

Kathi — verfalle nicht in Deinen alten Fehler — die Eifersucht!

Sei ohne Sorge, ich habe auch diese Schwäche besiegt und nun — lebe Wohl, Ferdinand!

Wie Du das sagst, so tragisch, als wolle ich nach Amerika reisen oder in irgend ein unbekann­tes Land, von wannen keine Wiederkehr.

Hm — seit dem Brande im Ningtheater mutz man selbst Angst bei so kurzer Trennung von feinen Lieben haben.

O, liebste Kathi, das geht zu weit, ein wenig Leichtlebigkeit würde Dir gewiß nicht schaden.

Zugegeben, ebenso wie es besser für Dich sein wurde, wenn Dil das Leben ernster ,lähmest.

Ec lächelte und hob abwehrend die Hand. Nein, nein — mindestens jetzt nicht, das hat noch lange Zeit!

Flüchtig berührten seine Lippen die Stirn der blassen Frau — arme Kathi, sie sah krank und recht gealtert aus und gerade jetzt, wo es ihnen beiden so wohl ging, die Kinder versorgt ivaren, weder Geldsorgen noch die Furcht vor einer Geschäftskrise sie drückten.

In ziemlich trüber Stimmung kehrte Forsten­berg nach der Bäckerstratze in sein Bureau zurück. Erst als et sich nn Kreise der Freunde im Opern- baule befand, hatte er seinen häuslichen Kummer vergessen und blickte wieder fröhlich ins Leben.

Tante Julie hatte Anfragen lassen, ob ihr Be­such angenehm wäre, sie sich nützlich machen könne: doch Katharina hatte ablehnend geantwortet, sie wollte allein fein.

Um Mitternacht hörte Leni, welche „ach der gestern empfangenen Abweisung nicht gewagt hatte, das Schlafzimmer zu betreten, sondern an

tage, die Halsstarrigkeit gegen Neuerungen. Den Ruffen fehlt also zu Ansiedelungszwecken das geeignete Material und Deutsche aus Schwaben, der Schweiz u. s. w., wie einst zu Zeiten Katharinas II., wird man schwerlich her­beiziehen wollen.

Ein Beispiel der kulturellen Unfähigkeit der Russen liefern die Kolonien der Philipponen russischer Sektierer im ostpreußischen Mas ur en- lande, die noch tief unter dem Niveau der der nicht sehr fortgeschrittenen slavischen ange- geseffenen Bevölkerung stehen.

Eine gerade zu widerwärtige „Kultur" jedoch hat nach russischen Zeugniffen die zarische Regierung auf der Insel Sachalin nicht nur geduldet, sondern offiziell eingeführt. Seit dreißig Jahren hat Rußland die „Leidensinsel" durch Verbrecher vom Kontinente zu bevölkern getrachtet. Leider ist die Kolonisation auf Sa­chalin in geradezu grauenhafter, einer aller christ­lichen Zivilisation spottenden Weise vorgenommen worden.

Nach einer Veröffentlichung vom Jahre 1903 betrug die Anzahl der Frauen auf der Insel im ganzen 6499, davon 2397 verbannte, die übrigen waren entweder freiwillig ihren Familien­angehörigen nachgefolgt, oder auf Sachalin von „freien Eltern" geboren. Die Anzahl der Männer dagegen betnig 22,770 „Verschickte" und 3091 freie.

Man kann sich also denken, daß das weib­liche Geschlecht auf der Insel sehr begehrt ist und kein anderer Faktor als die Gefängnis-Ver­waltung selbst hat die Regelung der „Nachfrage" übernommen.

Eine „verschickte" Frauensperson soll wenig­stens ein Jahr nach ihrer Ankunft in den Reihen der sogenannten „Prüflinge" bleiben, worauf sie den ..Sich Bessernden" zugezählt wird, wozu ein Attest über gute Führung seitens der Verwaltung erforderlich ist. Nach "dem Gesetze erhält eine verbannte Frauensperson nur nach der lieber« führung in die Reihe der „Sich Bessernden" die Berechtigung zur Verheiratung, aber auch dann hängt die Erteilung der tÄlaubuis von der Willkür der Ortsbehörde ab. Das hat zum rohesten Frauenschacher geführt. Die Frau wird irgend einem Verbannten als „Gefährtin" zuerteilt. Formell wird hierzu wohl ihr Ein­verständnis verlangt, tatsächlich fragt man jedoch niemand danach und die unglückliche Ver­bannte fällt so der behördlichen Willkür zuick Opfer. Proteste kommen selten vor, denn die Frau ist durch den langen Transport von Ruß­land „ach Ostsibirien und durch die Gerüchte über die Gesängnisverwaltung der Insel schon genügend eingeschüchtert.

Natürlich wirkt dieses wüste Kolonisations- systein sehr schlecht auf die Vermehrung der Bevölkerung. Begibt sich die „Frau" z. B. zu einem andern „Gefährten", was ihr frei steht, dann läßt sie meist ihre bisherige Nachkommen­schaft zurück. Man kann sich denken, was aus diesen, der Obsorge einer Mutter beraubten, mit dem Keime zu Verbrechen veranlagten Kindern hero.nwächst. Jedenfalls kein dem Staate er­wünschtes Element. Dazu kommt, daß den Eltern, besonders aber den Stiefeltern noch nach­gesagt wird, daß sie die Mädchen zu verbreche­rischen Zwecken verschachern, oft schon im frühen Alter.

der Tür lauschte, wie die Frau das Fenster öff­nete. Katharina liebte es, den gesternten Himmel zu beobachten, das wußte Leni, aber diesmal währte es ihr doch zu lange. Die Augen fielen der armen, alten Person zu, vor sich hin brum­mend, suchte sie ihr Bett auf.

Es war eine milde, sternenhelle Nacht, und doch schauerte die hohe Frauengestalt am geöff- neten Fenster frostbebend zusammen. Langsam swlog sie das Fenster, zog die Vorhänge zu und begab sich festen Schrittes nach der anderen Seite des Gemaches, um ihre Nachttoilette zu machen.

In dem Weißen, spitzenbesetzten Gewände, mit dem gelösten dunklen Haar, sah Katharina For­stenberg zwar noch bleicher und leidender aus, doch kamen das schöne Ebenmaß ihrer Züge, die edlen Formen ihrer junonischen Gestalt mehr zur Geltung.

Jetzt nahm sie den Nachttrunk rind rührte lange darin herum, um das Glas endlich wieder auf ein kleines, dicht am Bett befindliches Mar- mortischcheu zu setzen.

Die Kerzen wurden verlöscht, eine nach der andern, nur eine kleine Ampel, durch wohlriechen­des Del genährt, verbreitete mattes Dämmerlicht in dem Gemache.

Katharina zog auch die Vorhänge des Him­melbettes zu und ließ sich auf dem Lager nieder, sie wollte ungestört sein. Stille herffchte, doch jetzt, das Klappern eines silbernen Löffels auf dem Marmor des Tisches, ein Glas wurde nieder- gesetzt, ein Seufzer, tief und schmerzlich, dem einige leise gemurmelte Worte folgten — es klang wie ein Gebet — dann nichts mehr. Stille, tiefe friedliche Stille: Katharina Forstenberg war zur Ruhe gegangen.

13.

Ferdinand Forstenberg hatte sich köstlich amü­siert und war spät — sehr spät heimgekommen mit etlvas schwerem Kopfe. Dem ihn erwartenden Diener sagte er, daß er ihn am nächsten Morgen nicht wecken, sondern rnhig ausschlafen lassen solle.

Gottlob beginnt die russische lieber« Hebung, wie sie früher so oft in der Verächt­lichmachung der „faulen" abendländischen Kultur sich geltend machte, unter dem Eindrücke der Schicksalsschläge und Heimsuchungen immer mehr zu schwinden. Die Ärthüllungen auf den ver­schiedensten Gebieten, namentlich seitdem die Knebel der Presse gelockert wurden, sind auch zu nieder­drückend.

In Rußland verschließt man sich, wie gesagt, den Mißständen im eigenen Staatsorganism'uZ nicht mehr, daS beweisen selbst Zeitungen, die j zu der Regierung Beziehungen unterhalten. So I brachte vor nicht langer Zeit ,Nowoje Wremjw ein Feuilleton aus der Feder des bedeutenden Feuilletonisten Menschikoff. Es heißt darin u. a.:

Rußland ist das letzte europäische Land, das die asiatische Form bewahrt hat. Ganz rich­tig betrachten viele gebildete Leute den (japani­schen) Krieg als die letzte Schlacht des alten Barbarentums mit der fiegreid*en Zivilisation des Abendlandes. ES ist sonnenklar, daß die rückständige Staatsordnung Rußlands es aus der Familie der zivilisierten Völker aus sch ließt. Das russische Volk ist schon ins 12. Jahrhundert hinein christlich. Nach seinem frischen Blute ist es geneigter zu abendländischer Freiheit als zum asiatischen Joche. . .

Ganz treffend kommt dann Menschikoff zu dem Ergebms, daß die „erzwungene Rückständig- teii“, die Einzwängung in „unnatürlicheFormen" die Hauptgründe der traurigen Lage in Rußland wären.

Wie der Warschauer ,Preglond kalolicki' meldet, hat die russische Regierung auf Sachalin schon früher für die Verbannten und das russische Militär eine Reihe von gri chischeu Zerkews ober Kapellen erbaut. Für die Ka­tholiken Sachalins sei lange Zeit nicht gesorgt gewesen. Sie hätten untereinander ihre Kinder getauft, die Toten beerdigt und gemeinsam ge­betet, wenn nicht zufällig ein durchreisender Priester oder ein alle zwei Jahre von San Franzisko herüberkommender Missionsgeistlicher Funktionen ausgeübt hätte.

Seit acht Jahren besitzen die Katholiken der Insel ein eigenes, aus Holz erbautes kleines Gotteshaus in Alexandrowsk, zu deffen Erbauung ein Gefängnisarzt in einem warm geschriebenen, nach Warschau gerichteten Briefe die Anregung gegeben hatte. Mehrere polnische Magnaten und der Erzbischof von Warschau stellten die Mittel bereit. Wegen des außer­ordentlichen Priestermangels, in der fast das ganze eigentliche Rußland umfassenden Diözese Mohylew (Sitz St. Petersburg) hat bis jetzt kein Priester angesteüt werden können. Da die Seelsorge durch den jetzt einmal jährlich aus Wladiwostok herüberkommenven Geistlichen ganz ungeeignet ist, so hofft man, daß die japanische Regierung Missionare zulassen wwd.

vermischter.

15 teilte „arme Frau". Eine ältere Frau in Halle, welche sich bisher als verarmt ausgegeben hat, verlor am Sonnabend in einem Warenhause ausländische Wertpapiere int Werte von 80000 Mark. Dieser Umstand dürfte für die Verliererin eine empfindliche Wirkung haben, denn sie wird nun wegen Steuerhinterziehung zur Rechenschaft

gezogen werden. Gegen die Finderin zeigte sich die „arme Frau" nobel, indem sie ihr fünf alte Romanhefte (ä. 10 Pfg.) als Finderlohn anbot I

* Heinrich Traulsen. Bei dem Märchenwett- beroerb, welchen die .Woche" vor einiger Zeit veranstaltet hatte, wurde aus der Fülle der 4025 Einsendungen das plattdeutsche Märchen ^Erika"

Heiarich Tramseu

mit dem ersten Preis von 3000 Mark prämiiert. Au allgemeinem Erstaunen stellte es sich heraus, daß der Vers ass er des preisgekrönten Mär­chens ein einfacher deutscher Arbeiter, Heinrich Traulsen aus Flensburg, war. Heinrich Traulsen ist Schauerarbetter im Flensburger Hafen und geht trotz seines literarischen Erfolges auch heute noch ruhig seiner Arbeit nach. Er ist etwa 50 Jahre alt.

* Unter Kindern. «Warum macht der Hahn die Auge» zu, wenn er kräht— „Damit matt sieht, daß er es auswendig kann."

» Tas Höchste. Litt (am Klavier): „Na, war das Lied nicht süß?" — Hanne: „Die reinste ge­sungene Schlagsahne!"

Literarisches.

Liederabend. Tangers Tasche n-Musik- Album Bd. 33. 70 ausgew. Lieder f. 1 mittl. Singst, tu. Orig.-Klav.-Begl. Preis 1 Mark.

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Es tväre doch auch zu arg, meinte er bei sich, wenn ihm, als Chef, dem Prinzipal, es nicht gestattet sein sollte, sich eine „Hetz" zu machen. Wie lustig war es zugegangen — und Kathi hatte von ihm verlangt, daheim zu bleiben — Unsinn! Was die Weiber für Launen haben, — er hätte sich vor den anderen — ebenfalls lauter Ehemänner, unsterblich blamiert — nein, das gibt's nicht!

Ganz seelenvergnügt ging Forstenberg zur Ruhe und versank bald in einen tiefen, traum­losen Schlaf. Es war schon spät am Morgen, als der alte Franz an das Bett seines Herrn trat und verschiedene Anstrengungen machte, denselben zu wecken. Anfangs schien alles vergeblich zu sein, endlich fuhr der Erwachende ärgerlich auf:

Laß mich ausschlafen, ich bin noch so müde — habe ich Dir nicht gestern noch verboten, mich zu wecken!

Gnä' Herr, es ist nur wegen — wegen —

Die werden sich auch einmal ohne mich behel­fen können — lasse dem Buchhalter sagen, daß ich um 12 Uhr im Geschäft bin und nun gehe zum —

Es ist ja nicht darum, sondern wegen der Gnädigen, sie scheint recht krank —

Forstenberg hatte sich der Wand wieder zu­gedreht, jetzt fuhr er erschreckt herum: Meine Frau kränker geworden — fett wann? Habt Ihr nach dem Arzt geschickt? Warum hast Du mir in der Nacht, als ich heimkam, nichts davon gesagt?

Habe ich es denn gewußt? Vor einer Stunde kam Leni herunter in großer Angst — die Gnä­dige wolle gar nicht erwachen, sie liege wie in einem Starrkrämpfe und atme kaum hörbar.

Forstenberg hatte sich schon erhoben und klei­dete sich mit Franzens Hilfe eiligst an. Als et auf den Korridor heraustrat, kam ihm Margarete Moorland entgegen, sie war ungewöhnlich blaß und sah verstört aus.

Herr Forstenberg, ein Wort!

Jetzt nicht, beste Moorland, ich bin eben im Begriffe, mich zu meiner Frau zu begeben, die

erkrankt ist. Leni soll sogleich zu Doktor Mander schicken, ich begreife nicht, warum man das nicht schon getan hat!

Margarete trat dicht an Forstenberg heran.

Lassen Sie den Arzt jetzt nicht holen.

Aber toanmt —

Weil ich fürchte, daß ein Unglück geschehen ist —

Herr des Himmels!

Ruhig — fassen Sie sich, es gilt Aufsehen zu vermeiden — ich fürchte, daß Ihre Frau Gift genommen hat.

Forstenberg stieß einen dumpfen Schrei aus, dann stürmte er fort, die Treppe hinab, durch die Zimmer, bis er im Schlafgemache Katharinas an­gelangt mar, wo er Leni und das Stubenmädchen mit erschreckten Mienen an der Frau Bette fand, von dem die Vorhänge zurückgezogen mären.

Ein breiter Lichtstrom drang zu den geöffneten Fenstern herein, machte die Arabesken der pur­purfarbenen Damastdecke erglänzen und spielte über das gelblich blasse Antlitz der Schlafenden.

Die Augen fest geschlossen, so daß die langen, dunklen Wimpern förmlich einen Schatten bil­deten auf der wachsbleichen Wange, der Mund ein wenig geöffnet, die Hände gefaltet wie zum Gebet, so ruhte Katharina, umwallt von ihrem üppigen, schwarzen Haar, in starrer Unbeweglich­keit einer Toten gleich.

Kathi l rief Forstenberg und umschlang die Ruhende. Kathi, hörst Du mich, um Gotteswillen, erwache.

Angstvoll blickte er sie an — nichts regte sich in dem starren Antlitz. Aber sie lebte, noch war der Herzschlag fühlbar, wenn auch nur ganz schwach, wo weilte ihre Seele, daß sie den Ruf dessen nicht vernahm, der ihres Herzens Abgott gewesen, dem sie alles geopfert, Liebe, Ehre und Leben?

Es ist ein Starrkrampf — murmelte Fer­dinand.

(Fortsetzung folgtl