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ErRbeint «»glich, mit Susnafmt der Sonn- vnd5eiertagr Vierlel- jäbrl. Beiuflsprtis obre vringerletn «n» ?e> ellaeld>n5«ida""d auswärts I ffif 50 Pf9*

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Schriftleiter: 3- Baum; für die «nzeiceu

3. panell er in rulda.

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roo»tnbtiiage: „Illustrierte Sonntagszeitung"

utoitdfsMiiage: „Sulbacr Geschichtsblätter".

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Anzeige»: Vie ein fpalfige Petitzelle oder deren Raum >5 pfg. Reliamen die petilzeile 25 Pia.: dei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt genährt.

Boiaii»Hsetud n. Verlag oet 5 »K att Ac tiendrnnerri ht Hulda 5ernksre her Nr. 9.

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Fnlda, Frettatt. Den 24. November 19<>ä.

3 . Jabraanff.

Arm lern ihm (dem Kaiser) und dem Vater,anse mit aufopfernder Hingebung und vorbildlicher Pflichttreue geleistet habe, den wärmsten Dank ans'pricht.

* Der Wechsel in der Leitung der Kolonial­verwaltung wird nunmehr vom .Reichs» und Staatsanzeiger^ oifiziell bekannt gegeben. Dr. St übel ist auf seinen Antrag bin ein Utkinb vom 27. November d. I. an bis zu seiner an­derweitigen Lerwenvung int diplomatnchen Dienst bewilligt. Der Kaiser hat Dr. St übel zum Wirklichen Geheimen Legalionsrat ernannt imb ihm den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klane mit Eichenlaub verlieben. Gleichzeitig teilt der «Reichs- und Staatsanzeiger' mit, daß der Kaiser den Erbprinzen Ernst zu Hobenlobe- Lan gen bürg mit der Vertretung des beur­laubten Direktor-: der Kolonialabteilnng, sowie für den Fall der Behinderung des Reichskanz­lers mit dessen Vertretung in den Kommando- angelegenhe-ten der Schutztruppen in den afrikani­schen Schutzgebieten zn beaustraaen.

* Die Ernennung des Reichsgerichtsrats Dr. Spahn zum Oberlandesqericht?prästoenten in Kiel w'rd von einer Reibe von Blättern zum Gegenstand von allerlei Bemerkungen gemacht. Die ,Post' weist dararn hin, es liege hier der Fall vor, daß eine Provinz mit rein evangeliicher Bevölkerung einen Zentrumsabgeoidneten zum Präsidenten des Oberlandesgerichts erhalle, und meint, wenn der Fall umgekehrt läge, io würde sich die Zentrums-Presse zwet'ellos wieder in PatitÄsklaaen ergeben. Einen Beweis dafür an­zutreten, hütet sich die,Post' wohlweislich. Auch von anderen Blättern wird die Paritätssrage bei dieser Gelegenheit angeschnitten. Es gewinnt fast den Anschein, als wenn es für ausgeschlossen gelte, daß ein Zentrumsmann auch einmal zu einem hoben Posten berufen würde. Daßnm.ain der Besördeiung des Aba. Dr. Spahn aus ge­wissen Seiten wieder eine Art „Kuhhandel" zwischen der Regierung und dem Zentrum er­blicken will, kann kaum überraschen. Es beweist das nur, wie weit die Intoleranz und Ilugerechtig- kei! bei der Beurteilung der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung der Katholiken gebt.

* Den Kaiser-Wilhclm-Kanal benutzten im Oktober d. I. 322” Schiffe (gegen 3107 Schiffe im Oktober 1004) mit einem Netto-Ranmgebatt von 030,064Registertons (1004 öldhOl7 Register­tons'. Rach Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Elblotsgeldes sind im Oktober an Gebühren 311,628 Mark gegen 275,719 Mark im Oktober 1904 entrichtet worden.

* Die Einnahmen der preusischcn Staats- eisenbahnen im Monat Oktober waren mcht io glänrend wie in den beide» voransgegangenen Monaten. Tie Einnahmen im Oktober d. I. übersteigen nämstch die Einnabmen des gleichen Monats im Vorjahr nur um 6 Millionen Mark, während der September einen Ueberschnß von 11 und der August einen solchen von 10 Mil­lionen Mark gegenüber den gleichen Monaten im Vorjahre ergeben batte. In den ersten sieben Monaten des lausenden Etatsjahres sind 55V» Millionen Mark mehr vereinnahmt als im gleichen Raum des Vo.jahres.

.-. H nsichtlich der Behandlung von Ware», die bei Ablauf des geltenden Zolltarifs nach Deutschland eingeführt werden, bringt der,Reichs- und Staat sanzeigerck einen Erlaß des preußischen Finanzministers. W'.e sich aus Emgaben an die

Zolto.r)öro«.i! und Erörterungen in Zeitungen und Zeitschriilen ergebe, sei mehtsach die Aus­tastung verbreitet, daß der geltende Zolltarif noch auf alte Waren Anwendung zu finde« haben werde, die bis zum Astauf des 28. Februar l!,06 die Zollgrenze überschritten haben. Der Fmaiumimster weist ausdrücklich darauf hin, daß diese Austastung nicht in vollem Umfange zutreffend iei, und bemerkt dann weiter, daß nach § 9 des Vereinsgesetzes vom 1. Juli 1861 nur noch biejeniaen Waren den Sätzen des getiendetl Tarifs unterlägen, die bis zum 28. Februar 1906 leinschließtichs bei der zuständigen Zollstelte zur Verzollung, zur Abfertigung auf Begleit­schein I oder zur Anschreibnng auf Prwatkredtt- laqer angemeldet und zur Äbseriigunq gestellt würdeir. Alle Waren allo, die bei Beginn des 1. März 1906 in öffentlichen Riederlaaen. Privattransit- oder Privatleilungslagern mit oder ohne amtlichen Mitvenchluß oder in den Be ständen fortlaufender Konten vorhanden sind unterliegen den Sätzen des neuen Tanja.

(') Verhandlungen mir den Witbois kün­digt eine Parlameniskorresvondenz an. Dieselbe teilt mit, der neue Gouverneur v. Lindeqnist werde den Tod Hendrik Wilbois benutzen, um die ohnehin nicht mehr sehr kampflustizen Hottentotte» zur Einstellung des Kampfes zu veranlaffen Vorläufig dürfte diese Annahme tei Tat'achen wohl weil vorauseile».

" Eine längere Verlustliste kommt abermals aus Südwestafrika. Aus Windhuk wird nämlich gemeldet: Am 13. November d. I. beim lieberfall eines Wagens dei Detitschc-Erde: Ge­fallen: Gefreiter Bruno Stollenwerk, geboren am 12. 1. 82 zu Schleiden, früher im Juf.-Regt. Nr. 65, Kopfschuß: Reiter Karl Krull, geb. am 18. 11. 82 zu Hasterode, früher im Jnf.-Regt. Nr. 49, Kopf- und Brustschutz: Reiter Max Lange, geb. cm 18. 3. 82 zu Leipzig-Lindenau, früher im ko!, sächs. 2. Husaren-Reaimcnt Nr. 19, Kopfschutz. Vermißt und am 17. November d. I. tot aufgefunden: Unteroffizier Alfred Landon, geboren am 3. 7. 81 zu Hameln, früher im Jnf.- Nezst. Nr. 160, Bauchschuß. Verwundet: Reiter Oskar Wipper, geb. am 3. 8. 82 zu Langen­salza, früher im Inf.-Reg. Nr. 52, schwer, Knochen» schuß am Oberarm: Reiter Hermann Herzog, geb. am 23. 12. 83 zu Mansfeld, früher int Husa- ren-Negiment Nr. 10, schwer, Knochenschuß linker Oberarm: Reiter Bruno Tschorn, geb. am 7. 12. 82 zn Glciwik, früher im Httsaren-Regiment Nr. 6: Fteischschuß rechten Oberschenkel: Reiter Paul Militschke, geb. am 21. 3. 82 ztr Klein-Oels, früher im Jnf.-Regt. Nr. 38; leicht. — Nachträglich wird aemeldet: Am 23. September d. I. beim Ueber- fall der Station Oas: Gefallen: Reiter früher im Jnf.-Regt. Nr. 111: Reiter Fritz Rothe, Wilhelm Hornost, geb. am 25. 9. 83 zu Dresden, geb. am 3. 9. 83 zu Zittau, früher im fgl. sächs 5. Feldartilleriereatment Nr. 64. Am 7. Oktober d. I. im Gefecht bei Jerusalem gefallen: (befreiter Otto Göbre. geb. am 31. 10. 82 zu Gröbzig, früher im fönlol. sgchs. 2. Ulanenregiment Nr. 18; Reiter Friedrich Dähne, geb. am 7. 1. 82 zu Berlin, frül'er im Jnf.-Regt. Nr. 79; Reiter Friedrich .Kessel, geb. am 9. 8. 79 zu Trier, früher im Inf.» Regt. Nr. 70; Ansiedler Wilhelm Naber, g-ckoren am 23. April 1874 zu Bork. — Seinen M u n- den erlegen: Gefreiter Robert Löhr, geboren am 25. 5. 81 zu Wendoffen, früher im Husaren- Regiment Nr. 17, am 15. Oktober d. I. in Ta- wignab. Reiter Richard Bennewrtz, geb. ant 6. 6. 83 zu Guben, früher im Grenadier-Reaiment Nr. 12, gm 18. November d. Is. bei Heinis schwer verwundet: Schuß Brüll, linker Oberarm.

Krstes HU all.

§ Der Rest des neuen Steuerbufetts.

Wenn schon die Mitteilungen, welche die ,Rorcck. Allg. über die Pläne der ver- bunoeten Regierungen hinsichtlich der Ausge­staltung der Bier- und Tabaksteuer machte, geeignet waren, manche Bedenken wachzutusen, so muß das. ras das offiziöse Blatt jetzt über den Rest des Steuerbuketts sagt, nach verschie­denen Richtungen hin den lebhaftesten Wider­spruch wachrufen. Die Steuervorschläge der Regierung, towett sie den Verkehr (das Wort im weitesten Sinne gefaßt betreffen, stellen sich als eine empfindliche Belästigung des Publikums, eine Erschwerung des Handels und des Ver­kehrs und eine drückende Mehrbelastung der minder bemittelten Volksllaffen dar.

Daran ändert auch der offiziöse Hinweis auf ähnliche Steuern in anderen L änd ern nichts; denn die in dieser Beziehung gezogenen Vergleiche beruhen auf so verschiedenen Grund­lagen, daß sie unmöglich maßgebend sein können. Bisher pries man sich m Deutschland glücklich, daß man von solchen llernern und kleinlichen Belästigungen des Verkehrs noch befreit geblieben sei; jetzt soll dreier Vorzug mit einem Feder­strich beseiriat werden! Die Begründung dieser Maßnahmen wird durch die ,Rordd. Allg. Zt"/ lediglich mit der Bekauplung gegeben, daß sie notwendig sei und den Vorzug habe, „bei einfacher Erhebungsart der Slaatskaffe reichliche Erträgnisse zu sichern". Mit dieier Begründung ließen sich wohl noch manche andere Steuer- Projekte befürworten. Daß eine Quittungs­steuer und eine Fahrkartensteuer, wie sie in den SteuetVorschlägen der verbünde en Regie­rungen enthalten sind, wetenttiche Verkehrs- hemmnilie darstellen, wird kaum bestritten werden können. Ebensowenig läßt sich bestreiten, dag gerade diese Steuern trotz aller Kauteln in der vorgeschlagenen Form eine erhebliche Belastung gerade der minder bemit­telten Volks kl assen herbeiführen werden.

Zunächst ist eine Ausdehnung des bisher nur für den Seefrachtverkehr bestehenden Frackt- urt un den flempels auf den Binnenschiffs­und Landsrachlverkehr in Aussicht genommen. Allerdings wtt dieser Stempel für Stuck-mt und für flame Sckiffo- und Eisenbahnwagen-Ladungen verschieden bemessen werden Auch soll die Ge­bühr für Stückaut-Seudungen rm Nahverkehr, deren Fracht 50 Pfg. nicht erreicht, von 10 auf 5 Pfennig herabgesetzt werden. Der Nahverkehr soll weiterhin durch Festsetzung einer Frachtgrenze (25 Mk., bis zu der eine geringere Besteuerung benimmt ist, geschont werden. Auch für den ge­wöhnlichen Fulnwerksverlehr und den Küsten- fchisfSoerkehr wll auf den Frachturkundenstemvel verachtet werden. Der ftnan.ieUe Ertrag der Sleuer wird auf 41 Mill, berechnet.

Weiterhin ist eine Besteuerung der Fahrtarten im Eisenbahn- und Tampssckiff- fahrisverkehr vorgeschlagen. Die Steuer soll m Form eines Fix-StempelS erhoben werden, der je nach den Wagenkiasfen abgestuft ist, von 40 Pfg. bis herab zu 5 Pfg. Die Militär- und Ardeilerfahrtarten sollen steuerirei bleiben und dre Steuerpflicht bei den anderen Fahrkarten soll

A- re Hiott Otto- 4>ame.

Roman von Ernst von Waldow.

43] (Nachdruck verboten.)

In dem Bemühen, den beiden am Boden lie­genden Männern vielleicht noch Hülfe zu bringen, mag er sich herabgebückt und unter den Wert­papieren das Medaillon mit Ellens Bild gesehen haben. Die wertvolle Fassung war mit dem Blute der Toten verklebt, das liebliche Gesichtchen der Rokoko-Dame aber sichtbar, es zog ihn an, und er steckte es zu sich, um eine greifbare Erinnerung an dieses seltsame, unheimliche Abenteuer zu haben, hat auch sicher gemeint, nach Anzug und Haartracht zu schließen, daß die Kapsel das Porträt einer längst Verstorbenen enthielte, die eben nur für den Greis, der, nun auch zu den Toten zählte, Wert gehabt. Winterfell hat die Anzeige von dem durch thn zuerst entdeckten Morde unterlassen, ans Angst, v?tz er selbst dadurch kompromittiert werden konnte. Er reiste darauf sofort ab und hörte nie­mals näheres über das Verbrechen. Ging er doch damals zu Herrn Eduard nach Triest und später nach Budapest.

In der Eile und dem Schrecken hatte er aber feinen Stock am Tatorte liegen lasten.

Ach — Maud zeigte mir ihn einst — sic glaubte stets, der Mörder habe ihn vergessen — das war Ullrichs Stock!

Ja, und eine gleich wunderbare Fügung der Vorsehung, welche unsere Geschicke lenkt, brachte es dahin, daß Maud jenes Bild zu sehen wünschte, von dem Ullrich erzählt, daß es ihr gleiche. Er zögerte, ihren Wunsch zu erfüllen, sie bestand um so hartnäckiger auf ihrem Verlangen — endlich bringt er ihr das Medaillon mit der Rokoko-Dame — sie erkennt es sofort, fragt, dringt in ihn, er findet Ausreden, lügt — muß dann zugestehen, daß er sich zur Zeit am Tatorte befunden hat, wo der Mord geschehen fein mutzte. Maud glaubt.

erst bei einem Fahrpreis von mehr als 2 Mark beginnen. Tie Einnahme aus dieser Steuer soll 12 Mill. Mk ergeben. Ferner sollen die Kraft­wagen einer Besteuerung unterzogen werden, wobei allerdings die der Güterbeförderung und gewerbsmäßigen Personenbeförderung dienenden Kraftwagen steuerfrei bleiben sollen. Die Luxus- kraitwagen sollen je nach der Größe der Wagen und nach der Höhe der verwendeten Pferdekräfte einer Steuer unterliegen, für die eine Grundge­bühr von 100 bis 150 Mk. jährlich angenommen ist. Die Schätzung des finanziellen Ergebnisses dieser Steuer gebt auf annähernd 3,50i>,000 Mk

Als „Ergänzung der Besteuerung des Güter­umsatzes" nehmen die Vorschläge der Verbündeten Regierungen eine Quitt ungs st euer in Aus- sicht. Für jede Quittung sollen 10 Pfg. an Steuer erlegt werden, doch sollen Quittungen über Beträge bis zu 20 Mk. von der Steu-r befieit bleiben. So geringfügig dieser Sah bemessen ist, io läßt sich doch kaum bestreiten, daß gerade die unteren und mittleren Volksklassen dadurch er­heblich belastet werden. Freilich sollen Quittungen über Lohn- und Gehal'sbeutge non Personen, die nach dem Invalidenversicherungsgesetz ztr den nersicherungspflichligen Klassen geboren, sowie Quittungen über Rückzahlungen der Sparkassen, über Krankengelder, Beerdigungskosten u. s. w. steuerfrei bleiben, aber alles das widerlegt nicht das Bedenken, daß die Qnittungsfteuer sich als ein großes Verkehrshindernis darstellen wird. Die osfinöse Darlegung geht über dieses Be­denken, daß d>e Quittunasstener einen Verzickt auf die Ausstellung von Qnittunoen und damit eine gewisse Unsicherheit im Verkehr Hervorrufen werde, le'cht hinweg. Der Gesirmtertrag wird auf jährlich 16 Millionen Mark angenommen.

Ten Rest der mehr am zubringenden Steuern mit 40—50 Millionen sott dir Reichserb­schaft s > ! e it e r ergeben. Von einer Besteuerung der Erbschaften, die auf Abkömmlinge in gerader Linie oder auf Ehegatten übergehen, hat man abgesehen. Die Steuerkätze für die steuer­pflichtigen Erbschaften geben von 4—20 Prozent je nach dem Grade der Verwandtichaft und dem Werte der Hinterlassenschaft. Schenkungen unter Lebenden sollen den Erbschaften gleichgestellt werden. Der Gemmtertrag der Reich-e-rbschüste steuer rvird auf 72 Millionen Mark geschätzt. Davon sollen erforderlichenfalls 48 Millionen für das Reich verwendet werden. Der Rest bleibt den Emzelstaastn.

Wir beschränken uns auf die Wiedergabe des Inhalts der Steuervorschläge und die obigen einleitenden Bemerkungen. Das eine scheint uns allerdings schon fefhuftehen, nämlich, daß es den Verbündeten Regierungen sehr schwer fallen wird, die „Einheitlichkeit" ihres Steuerplaues im Reichstage aufrechtzubalten.

Deutsches Mich.

Berlin, beit 23. November 1905.

* Dem aus dem Amte geschiedenen Minister Schönstedt Hot der Kaffer, wie schon gemeldet, seine Büste überreichen lassen. Die lleberienbung derselben erfolgte mir einem Handschreiben, in welchem der Kaiser dem Minister für die ausge- zeichne'en Dienste, welche er während einer langen und ehrenvollen Dienstlaufbahn in allen fernen

daß Ullrich die Schickd eine?. Freundes, vielleicht gar eines Verwandten verhehlen will da kommt ihr die Erinnerung an den Stock, der fei» Mono­gramm trägt, sie stürzt zit ihrer Truhe, wo sie ihn geborgen, reißt ihn heraus und wirft ihn mit den Worten: Nimm dein Eigentum, Mörder oder Genosse eines Mörders! vor Ullrichs Füße. — Das hat sie geschieden ----- das Wort, der entehrende Verdacht.

Katharina sah vor sich hin, fast unhörbar klang es von ihren Lippen: Also das war es — immer das eine Schreckliche, alles wird in seinen Kreis gezogen!

In der Seele des armen junge» Krudes, das einst mit heiligem Eide geschworen, den gemorde­ten Vater zu rächen, hat sich ein furchtbarer Kampf entspannen zwischen Pflicht und Liebe. Die letztere siegte — Maud schwieg und hätte das Geheimnis auch mit sich ins Grab genommen, wenn nicht in den Stunden der Einsamkeit Ullrich Winterfell der erlösende Gedanke gekommen wäre, eine Unter­lassungssünde wieder gut zu machen und bei der Liegnitzer Gerichtsbehörde Anzeige zu erstatten.

Es muß alles geschehen, ihn von diesem Schritte abzuhaltcn.

Das habe ich bereits getan.

Sie, Frau Moorland?

Ja, indem ich ihm gestern depeschierte, er möge diese Anzeige unterlassen, da die Schuldigen entdeckt seien.

Einen dumpfen Schrei ausstoßend, lehnte Katharina sich zurück, sie schloß die Augen, ein Schwindel batte sie ersaßt. Doch dieser Anfall von Schwäche währte nicht lange, jäh raffte sie sich auf, galt es doch einen Kampf um Ehre und Leben.

Aber, Frau Moorland, welche Unklugheit, dem jungen Spanne das zu depeschieren; ich gebe zu, daß es ein sicheres Mittel war, die Anzeige zu ver­hindern, doch wird Winterfelt jetzt darauf drin­gen, Einzelheiten — vielleicht den Namen des Schuldigen zu erfahren.

Natürlich wird er das.

Nun, und was soll man ihm dann sagen? Dis Wahrheit!

Frmr Moorlandl

Katharina war aufgesprungen und stand ihrer Gegnerin dicht gegenüber. Diese fast ebenso groß wie sie, wich nicht um eine Linie zurück; die Blicke der beiden kreuzten sich wie zwei stablharte Klin­gen, dann sagte Margarete mit ruhiger Kälte:

Setzen Sie sich nur wieder nieder und hören Sie mir aufmerksam zu, da wird ihnen bald klar werden, daß ich nickst anders handel» konnte. Wenn ich es hätte geschehen lassen, daß der junge Ma..» eine Deposition bei der Liegnitzer Gerichts­behörde machte, konnte es sich leicht ereignen, daß man ihn festgenommen und Untersuchungshaft verfügt hätte. Die ganze Angelegenheit wäre nur noch etwas verworrener geworden, zudem hatte Maud davon erfahren und wer würde den Mut, die Gewissenlosigkeit gehabt haben, die Folge einer solchen Mitteilung verantworten zu wollen?

Aber Sie gelobten mir Schweigen! stieß Ka­tharina vor Aufregung heiser hervor.

Und was gelobten Sie mir, beim Bilde des Erlösers?

Frau Forstenberg schwieg und Margarete, das silberne Kruzifir unter den Falten ihres Bnsen- tuches bervorholend, hielt es der andern vor die Augen, indem sie fortfuhr: An dem Kinde des Gemordeten wollten Sie gut machen, ihre Schuld sühnen. Haben «sie diesen ihren Schwur schon vergessen, Katharina Forstenberg? Wollen Sie Maud dahin welken lassen, wie eine Blume, der Lust und Sonne fehlt, den unschuldigen jungen Verlobten, mit ungerechtem Verdacht belastet, lebenslang unglücklich machen?! Nun, und wenn Sie das Herz dazu hätten, auch dieses Verbrechen, zu begehen, so bin ich da, die es nicht leiden würde. Ich werde es nickt dulden, daß der Waise reiches Erbe jenen zufällt, die ihr den Vater geraubt, ich wackze über Maud, sie soll gesund und wieder glücklich werden an der Hand eines braven Man­nes, der sie liebt, um ihrer selbst willen.

Und ich — was soll ich tun?

Ein offenes Bekenntnis ablegen — Nimmermehr!

Dann werde ich sprechen und feine Schonung walten lassen.

O, Sie sind granfam, wollen sich an mir rachen —

Wenn ich das gewollt, hätte ich nicht bis jetzt gefchwiegen! Obwohl ich Grund dazu gehabt, Fran Forstenberg, haste ich Sie doch nicht, und das Geheimnis Ihrer Schuld wäre mit mir be­graben worden. Doch es war anders bestimmt im Nate der Dorsebung. Es will eben alles er­kauft sein, und Sie vermeinten das Gut, welches Ihre Begierde gereizt, in Sicherheit genießen zu können, ohne den Preis dafür gezahlt zn haben.

Sie irren, Margarete, oft habe ich Höllen- nualen gelitten, wenn Mand dem Mörder ihres Vaters fluchte, wenn sie sich voll Liebe an mich schmiegte —

Achselzuckend erwiderte Frau Moorland: Ich will Ihnen das glauben, doch war es die reckt- Sühne nicht, die fängt erst au, wenn man sich in den Augen der anderen demütigt. Sie Jagen, daß Sie Höllenmialen gelitten, daß Gewissens­bisse Sie gequält — nichtdestoweniger gingen Sie mit erhobenem Hauvte einher, genossen die Ach- tnng der Welt, die Liebe Ihres Gatten, die Ver­ehrung Ihrer Kinder, indessen andere, die minder schuldig als Sie, ihren Fehl in vergitterter Zelle abbüßten, um mit dem Flecken auf der Ehre ein jammervolles, verfehltes Leben weiter zu schlep­pen, wenn sie die Freiheit wieder errangen. Die Butze fängt mit der Beichte der Schuld an und Sie werden Maud ein Bekenntnis oblegen, denn —

Ich werde das nickt tun!

Wie Sie wollen. Aber bedenken Sie die Fok- gen — erwägen Sie wohl. Wenn Sie Mauo alles sagen, wird außer ihr und ihrem künftigen Gatten kaum jemand um Ihr Vergehen erfahren.

Und Sie meinen, daß ich meine Ebre, das Glück, die Ruhe meines Lebens von der Groß­mut eines mir fremden jungen Mannes abbänata