IrWhit kSattch, mit Zesnafme ter Sonn» 4nö $ titrierte. Viertel» jährt Bezugspreis ofire Brincerlotn un» BefießceltinSultaunö auswärts t Ml 50 pfg-
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JV5 >63.
Fulda, Donnerstag, den 16. November i^’ö.
32. Fancaann.
Zweites Mtcrtt.
Grenzen einer Mittelstandsver- e'mlgung.
Eriics dar unerquicklichsten Kapitel in der ganzen Mitlclstandsfraae ist die Uneinigkeit. Fast überall, wo Mißerfolge auf dem Wege zur Hebung des Handwerks oder Tctailhandels zutage treten, findet man die Uneinigkeit als bösen Geist, der das Gute zerstört oder einen vollen Erfolg nicht aufkommen läßt. Bedauerlicher Weise gilt das nicht nur für lokale Innungen und Genoßen- schäften, wo örtliche Konkurrenzverhältnisse die Gegensätze noch erklärlicher erscheinen lassen, sondern fast ebenso sehr in Fragen, die die Gesamtheit des Standes berühren. Wenn aber ein Stand in Vertretung feiner Interessen und Forderungen im großen wie im kleinen so sehr ein Bild der Uneinigkeit bieter, so müßte es gar merkwürdig zugeden, wenn sonderlich Gutes dabei herauskäme. Tatsächlich »st dies in der Regel um so weniger der Fall, als die vorhandenen Gegensätze recht häufig statt mit sachlicher Beweisgründung durch Häufung von Schlagworten und leider auch nicht selten durch Anwendung Persönlicher Verunglimpfungen anSgefochten werden. Ein feder, der die Mittel- standsbewegung kennt und sie mit anderen Sran- desbewegungen vergleicht, muß sagen: Nirgends beobachtet man mehr den Mangel an Kraft, die Gefühle des Herzens den Erwägungen des Kopfes unterzuordnen, als im Mittelstände.
Es ist darum an und für sich ein sehr nützlicher Gedanke, die besonnenen Elemente im Mittelstände zu gemeinsamer b e r u f s g e n o s s e risch a f t l i ck e r A r b e i t zu sammeln, um mit ihnen wirklich praktische Erfolge zu erzielen. Eb dre neugegründete deutsche Mittelstandsvereini- Billig in diesem Sinne arbeiten wird, läßt sich mit Bestimmtheit noch nicht sagen. Wir haben in einem früheren Artikel leider feststellen müssen, daß in der Vereinigung trotz ihrer angeblich „rein wirtschaftlichen" Angaben unverkennbar Tendenzen sich geltend machen, die auf Gründung einer eigenen Mittelstands Partei und damit aus fruchtbare und für den Mittelstand höchst verderb liche PolitischeSoiiderbündelei hinaus- laufen. Dazu kommt die wertere Beobachtung, daß auch in jenen Kreisen des Mittelstandes, die politischen Londerbestrebungen gegenüber sich ablehnend verbalten, nicht immer jene Begriffsklar- ^Iicit über Zweck und Aufgaben einer Mittel staudsvereinigung sich findet, die unbedingt er- forderlich ist, soll die Bewegung wirklich Nutzen bringen. Und doch wäre eine Mittelstandsvereini- gnitg, die sich ans streng berilfsgenossenschaftliche Grundlage Hellt, ihrer Art nach keineswegs etwas neues. In Landwirtschaft und Arbeiterschaft sind kerufsständische Organisationen gleicher Art längst mit Erfolg tätig gewesen.
Erste und zwar selbstverständliche Boraus- fetzung für das ersprießliche Wirken einer beruss- standischeii Vereinigung ist, daß sie nicht Elemente verbindet, deren Interessenwege auseinander- laiifen oder gar eine direkt entgegengesetzte Richtung verfolgen. Grund zum Zilsammenhalten und zu gemeinsamer Arbeit in einer Berufsorganisation ist dauernd nur dann gegeben, wenn Ge- noifeii gleicher oder verwandter Berufe die gleichen oder wenigstens gleicbartige.praktisch-wirtschaftliche Ziele verfolgen.
Es ist anzuerkennen, daß zwischen gewerblichem und kaufmannischeni Mittelstände enge B e- ruhruugspunkte bestehen. Vtoarciunn-
K t e W oü oko- Demi e.
Storno h von E r u st von Waldow.
(Nachdruck verboten.)
Damit zündete Herr Forstenberg sich eine Zigarre an und begab sich in fein Gemach, während ~ante ^rrlie kopfschüttelnd ihre Bemerkungen über die Herzlosigkeit der Männer. Also Ullrich Wrnlerfelt reifte morgen ab, dann war der Bruch vollständig und keine Hoffnung auf eine Versöhnung. Ach, die Sache war doch zu traurig — sie, Julie, mußte immer an den Honved-L-wt- nant denken, der ihr vor 30 Jahren feine Liebe ertlart und sie gefragt hatte, ob ihr Herz noch frei let. Unb dann war er abgereist und sie hatte nie schr weh!°" ‘$rn gehört — so etwas tut' weh — Ma?d°v»^'gemütvolle P„son beschloß bei sich,
noch ziemlich bntfUUlt ober auch am nächsten Tage
«nbltoOT US $rM StZ?w M, «Hwtafal' Ullrich Winterfelt von der Erkrantona se'ner Braut zu beuachrrchtigen. Ta hatte sie heftia den Kopf geschüttelt und mit allen Zeichen des Abscheus heftig hervorgestoßen:
Ich will ihn nicht Wiedersehen — nie — nieI
Margarete blickte Tante Julie ratlos an — mos konnte denn zwischen die Verlobten getreten sein. Das war mehr als ein Zwist, und wären fmch so schlimme Worte dabei gefallen. Am Ende war M.auds Krankheit, von der man sie bereits .befreit gewähnt, in ein neues Stadium getreten,
punkte, wie Verschärfung des Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb, Regelung des Ausverkaufswesens, Aeiiderung der Konkursdrdnuiig, Besteuerung der Warenhäuser, u. a. sind Handwerkern und Kaufleuten gemeiufam. Wenn auch nickt außer acht zu lassen ist, daß der kapitalkräftigere mittelständische Handel mit dazu beiträgt, kapitalschwachen Angehörigen mancher Handwerkszweige die Lebensader zu unterbindeii — man denke nur an den Schneider und das Kon- fektionsgeschäft, den Schuster und den Schuhwarenladen, den Tischler und das Möbelmagazin — so sind doch die oben genannten Ziele wichtig genug, um einen dauernden Zusammen- halt zu ermöglichen. Dazu kommt, daß viele Angehörige des Mittelstandes Handwerker und Kaufleute in einer Person sind und beisvielsweise die Gewerbevereine bereits den tatsächlichen Beweis für die Möglichkeit eines ersprießlichen Zu- samnienarbeitens von Handwerkern und Kaufleuten erbracht haben. Wenn demnach Handwerker- und Tetaillistenorganisationei' zu einer Mittelstandsvereinigung sich zusammenfchließen, so ist das ein natürliches Bündnis, das, richtig gehandhabt, auch Erfolg verspricht.
Etwas anderes ist es aber, wenn man, wie die deutsche Mittelstandsvereinigung dies beabsichtigt, alle jene Elemente in die Vereinigung mithineinftehen will, die man gemeinhin zum „neuen Mittelstand" rechnet. Diesen „neuen Mittelstand" geprägt zu haben, ist das Verdienst jener Großkapitalisten, welche dem Vorwurfe, sie vernichteten den selbständigen Mittelstand, mit dem Hinweise auf die steigende Zahl der Unselbständigen mit „mittlerem" Einkommen zu begegnen suchten. Mag man ihnen die Freude an dem „neuen Mittelstände" lassen. Wenn aber eine Mittelstandsvereinigung, deren Gros sich aus selbständigen Kleingewerbetreibenden und Kaufleuten zusammensetzt, auch die Privatbeamten und die „gelernten besseren Arbeiter" in den Bund aufnehmen will, so ist das ein sehr schematisches Verfahren. Ist es doch zum mindesten sehr zweifelhaft, ob der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Interessen der Privatbeamten und „besseren" Arbeiter mehr bei den selbständigen Gewerbetreibenden oder den Arbeitern zu suchen ist. Gibt es doch zwischen Privatbeamten und besser gelohnten Ar- beitern einerseits und den selbständigen Gewerbe- Ke.uenden andererseits Fragen von nicht geringer Bedeutung, bei denen die beiderseitigen Jnter- epen entgegengesetzter Natur sind. Wir braumen nur an die Konsumvereine und das Koal'rionsrccht zu erinnern. Tatsächlich fordert eie Mittctsiandsvereinigung eine Beschränkung des stonmmvereinswesens und des Koalition«- £* ~er Zweite Vorsitzende der Vereinigung, Obermeister Rahardt, bedauerte auf der ersten (Berliner) Generalversammlung unter lebhaftem Beifall der Zckbörer — die Ablehnung der Zucht- bausvorlage! Wie man trotzdem von feiten der Mittelstandsvereinigimg die Gefamtheit der Pri- vatbeaiuten und die bester entlohnten Arbeiter für ftm rcnomieren kann, ist das Geheimnis der rätselhaften Logik.
Erne Mittelstandsvereinigung auf gesunder Grundlage ergibt sich ganz natürlicherweise aus dem Zusammenschluß aller jener Korporationen in Handel und Gewerbe, welche sich die Vertret',ng der Interessen und Aufgaben mittelständischer Berufsgruppen angelegen fein lasten. Als hier in . etracht kommende Korporationen nennen wir nur beiftnelabolber Innungen und Jnnnngsver- bande Genossenschaften und ihre Verbände, Ge- toetBebercnie, Handwerkerbunde, Detaillisteuver- eine lind -Verbände, Rabattsparvereine 2c. Eine Zusammenfassung dieser Korporationen zu einer
»nb man hatte es in diesHnFwle mit einet ftren Idee zu tun! ' -
Tante ciHie war zu derselben Schlußfolgerung gekommen, denn sie hatte die Verlobten doch noch ganz vergnügt beisanimen gesehen, nachdem sie sich gezankt, und Maud hatte ihr versprochen, daß sie Frieden machen wollte. Was konnte in der halben Stunde vorgegangen sein, wo sie sich in der Wasch- fudie aufgehalten, um die Wäsche durchsetzen zu helfen — vielleicht waren es auch nur 20 Minuten gewesen ein wahres Unglück, daß Frau Moor-
Üch verspätet, die sie schon heimgekehrt wähnte.
Margarete wiederum hatte den verhängnisvollen Stock auf dem Teppich im blauen Salon gefunden ,ind denselben in die offene Truhe zurückgelegt: sie glaubte, daß Maud den Verlobten, der noch nichts von dem tragischen Ende Lapards wußte, die traurige Geschichte erzählt und sich dabei so aufgeregt habe, daß eine momentane Geistesverwirrung einaetreten sei. Wer weiß, was sie im Banne derselben dem jungen Manne gesagt — er hatte das vielleicht im Ernste genommen; aber es war auch möglich, daß Ullrich, von Granen erfaßt, weil er glauben mußte, es mit einer Irrsinnigen zu tun zu haben, das Verhältnis aelöst hatte, obaleich das in solchem Augenblick eine schier unbenreifliche Herzensroheit gewesen wäre.
Jedenfalls mußte man Aufklärung darüber haben. Am liebsten hätte Frau Moorland den jungen Mann ausgesucht und eine Ubterredung mit ihm gehabt, dach durste sie Maud keinen Augenblick allein lassen.
Frau Moorland sandte den alten Hausarzt in Ullrichs Wobnuna, und Doktor Mander übernahm auch die Mission, denn es lag ihm felbst daran, zu wissen, was denn eigentlich den Zustand Mauds verschuldet, dem gegenüber er ratlos war.
Doch der Gang war umsonst gewesen, Doktor Mander hatte die Beamtenwitwe, bei der Ullrich Winterfelt zwei möblierte Zimmer inne gehabt, in großer Bestürzung vorgefunden. Betrübt et-
Mittelstandsvereinigung ist voll und ganz gerechtfertigt durch den Zweck, die g e ui e i n s a m c n Aufgaben gemeinsam erfolgreicher lösen zu können. Tie Art und Weise, wie eine solche Mittelstandsvereiniguiig ihren Ausgaben gerecht werden kann und muß, ergibt sich aus der Arbeitsmethode, welche berufsständische Organisationen, die vernünftig und besonnen geleitet werden, inne zu halten pflegen: Sie vertreten ihre beruslichen Interessen unter Ausscheidung jeglicher Parteipolitik und sind nur insoweit politisch, als sie Wünsche und Forderungen gegenüber Volksvertretungen und Regierungen in Staat und Geineinde zum Ausdruck bringen. Hält eine Mittelstandsvereinigung diese Grenzen streng und aufrichtig inne, so wird sie in allen berechtigten und diirchsührbaren Forderungen zweisellos bei allen handioerkerfreundlichen Parteien eine wirksame Unterstützung finden, die weit mehr wert ist, als eine noch so starke Lungenkraft und der schärfste Radikalismus vereinzelter mittel- ständischer Sonderbündler im Reichs- und Landtag. Der Wahrheit dieser Erwägungen können sich alle diejenigen, Ireldje es ehrlich und ernst meinen mit der Hebung des Mittelstandes, unmöglich verschließen.
Wie machen es denn die auf christlichem und nationalem Boden stehenden Arbeiter? Vorbildlich nach dieser Richtung ist der Frankfurter Arbeiterkongreß. Hier waren Vertreter von über 0'00 000 nichtsoftaldemokratische Arbeiter verschiedener Konfession und Parteirichtung zählenden Organisationen versammelt zum Zweck der „Ermöglichung einer gemeinsamen Aktion in solchen Fragen der gesetzlichen Sozialreform, welche den betreffenden Arbeiterorganisationen gemeinsam sind." „Es soll gelten", so hieß es in einem Einleitungsschreiben, „der breiten Dessen tlichkeit zu zeigen, aaß Hundert- tausende christlich und national denkende Arbeiter in den Grundfragen der sozialen Reform einig und geschlossen dastehen." Man beschränkte sich, aber nicht auf die Bes^lußfassuiig von Resolutionen und eine kurze Begründung derselben. Die in Betracht kommenden Fragen des Koa- litionsreckts, der Rechtsfähigkeit der Berufsver- cine und der Arbeitskammern erfuhren eine f a ch- liche, gründliche und erschöpfende Erörterung. Wenn man den Frankfurter Arbeiterkongreß eine bedeutungsvolle, kluge und erfolgreiche Kundgebung genannt bat, so war dies vollauf berechtigt angesichts der Tatsache, daß der Kongreß die Position aller jener Volksvertreter, welche eine gesunde Sozialrefonn zu fördern gewillt sind, zweifellos ganz erheblich gestärkt hat. Die bevorstehende Einbringung einer Vorlage seitens der Reichsregierung über die Rechtsfähig- feit der Berufsvereine in der nächsten Reichstags- Session ist sicherlich nickst zuletzt auch das Ver- dienst der Frankfurter Kundgebung. Es bleibt noch zu erwähnen, daß der Frankfurter Kongreß sich ein Komitee als dauernde Jnstitistion mit bem Zwecke schuf, im Sinne der Beschlüsse des Kongresses tätig zu sein und neue Aufgaben für weitere vornibereiten.
Wir sind überzeugt, daß eine Mittelstandsver- einigitna, welche auf dem Boden der hier borge, legten Grundsätze arbeitet, des Erfolges sicher fein wird. Andernfalls wird man dem Mittelstände mehr schaden als nützen.
zählte sie ihm, daß ihr Mietsmann — so ein guter, lieber, pünktlich zahlender Herr, — vor einer Stunde abgereist sei. Er sei nach der Nord- bahn gefahren, habe also jedenfalls den um Uhr nach Berlin gehenden Schnellzug benutzt.
Und hat Ihnen Herr Winterfelt nichts über ben Grund seiner plötzlichen Abreise gesagt? forschte der Arzt.
Nein, Herr Doktor, auf meine besorgte Frage antwortete er ausweichend, daß es sich um eine Geschäftsangelegenheit handele, ich merkte aber gleich, daß es etwas anderes gewesen sein müßte, denn Herr Winterfelt sah blaß und übermüdet ans, bat auch kein Auge geschlossen in der Nacht, ba die Lampe, die ich frisch gefüllt, ganz ausgebrannt war. Er hat seine Sachen gevackt, und muß eine Menge Papiere verbrannt haben, denn im Kamin lag ein großer Haufen schwarzer Asche. Ehe er abreifte, als die Dienstleute den großen Koffer hinabtrugen, faßte ich mir ein Herz und fragte: ob ich doch nicht lieber die Wohnung für ihn frei halten sollte und setzte hinzu, daß ich gern vier Wochen warten wollte, obaleich das meine Verhältnisse eiaentlich nicht erlauben, ober um einen so guten Zimmerherrn nickt zu verlieren, möchte ich doch sckon ein Opfer bringen.
Da reichte mir Herr Winterfest die Hand — sie war übrigens so kalt, daß mir ein Schauer durch alle Glieder ging — und sagte mit einem tiefen Seufzer:
Ich danke Ihnen, meine gute Frau Bradinger, für Ihren wohlgemeinten Vorschlag, aber vermieten Sie immerhin die Wohnung, denn ich kehre nie hierher zurück.
Eben wollte ich mir ein Herz fassen und fragen — denn ich habe ja auch etwas vernommen von der naben Verlobung des Herrn Winterfeld mit der Nichte des Prinzipals, der steinreichen Erbin — da drückte er mir noch einmal fest die Hand und eilte die Stiegen hinab, ohne sich umzusetzen — fort war er. Natürlich ist die Liebesgeschichte auseinander gegangen.
vermischtes.
* Brot, das an die 2000 Jahre alt ist, wurde letzthin gefunden. Zn essen war es freilich nicht mehr aber immerhin noch eanz gut erhalten. Es stammt ans Pompeji, dcm Orte in Italien, der int Jahre 79
vor Christi Geburt durch einen schrecklichen Ausbruch des seueripeienden Berges Vesuv gängich vrrichültet wurde. Das Brot enthält einen Stempel über die Gewichtsangabe und ist mit Kerben versehen, damit es leicht gebrochen weiden konnte. Auch die Backstube, wo das Brot gebacken worden ist, wurde gut eihaUen unter der Lava aufeebeett.
Ter spanische Orden vom Goldenen Vlies, der dem Reichskan zier verlieben minbe, rangiert gleich- mit den höchsten und sonst fet- tenftenOrben: er fleht auf einer Stufe mit bcmSchwar,cv Adler, dem Hosenb ind-, dem Si. Andreas- in > dem 4'nnunziaten - Orden. Er ist int J-ckre 14-9 von Philipp dem Guten von Burgund anläßlich seiner Vermählung mit Isabella von Portugal gegrün, bet Der Orden, der stets nur eine Klasse hatte, wurde anfancs nur an dürften verlieben D e Zahl der Angehörigen, die zunächst auf 31 beschränkt war, tvutbe unbestimmt, unb als infolge ber Vermäh- lunn Marias von
Burgunb mit bemCr-- herzoc» Maximilian von Oesterreich die Großmeisterst'lle bes Orbens an bas Habsburgische Haiis überging, enistanben zwei Orden vom Goldenen Vlies, ber spanische unb berösterreichische, bie sich beibe bis auf ben heutigen Tag er
halten haben. Es bat Svrnieir jedoch in der Ver» leihung des Ordens stets eine größe e Tolerant geübt, wäbrenb Oesterreich nur Kitholiken auf nahm, hat Spanien mehrere pi otestantische unb sogar zwei motzarn- mebaniiche Ritter vom Golbencn Vließ gehabt. Das Ordenszeichen ist ein goldenes Widderfell, bas an einem blau emaillierten flammenspeienben Feuerstein hängt.
* Ein Denkzettel mit Knalleffekt. In einem Ort bei Höchst, wo kürzlich Kirchweih gefeiert würbe, sollte in ber Schule mit dem Stock ein Denkzettel verabchlgt werben. Der Lehrer ließ also ben Haselstecken mit gewohnter Sicherheit nieberfaufen, boch ba tönte ein lauter Knall. — Feuer unb Rauch entströmte ber Hmter- wanb bes kleinen Sünbers unb der Lehrer »prang erschreckt beiseite, während ber I nie sich blitzschnell bes brennenben Kiltels entlebigte. ES stellte sich nach bem »Frankfurter Gen.-Anz/ heraus, daß eine Schachtel fo« genannter Zimbblättchen, die ber Kleine von ber Kirchweih her in ber Tasche trug, burch bcn Stock zur Ent- zünbimg gebracht, bas Unheil angerichlet halte!
* Ein Postkuriosum wirb in Blasewitz viel besprochen. Von Braunschweig war in Dresben ein Brief eingelaufen, ber bie geschmacklose Ortsbezeichniing „Protzennest bei Dresben" trug. Um bie vielerörterte Finbigkeit der Post in Ehren zu halten, biri- gierte man ben Brief nach Blasewitz. Dort soll in diesem Falle bie Finbigkeit der Post arg verschnupft haben.
* Kindlich. Frätzchen: „Onkel, was bist bu?" — Onkel: „Kassierer bei einer Bank." — Fritzchen: Bist bu ba auch schon in Amerika gewesen
* Kleines MitzverstiindbiS. „ ____Vielleicht leidet
Ihr Mann am Säigerwahn!" — „Ach nee, Herr Tokio.'! Bei dem i!»'s kein Wahn — er saust wirklich!"
* Kindermund. Ein Herr besuchte eine befreundete Familie und ließ das kleine Söhnchen auf seinem Knie reiten. „Hopp, hcpv, hopp! Das gefällt dir wohl, mein junger Freunds" — „Ja freilich, aber doch nicht so gut, wie auf einem wirklichen Esel!'
Der spat t.d)e . rd>n o:n o tc en V i ft,
Es scheint so.
Wissen Sie etwas Genaueres darüber, Herr Doktor?
Tas just nicht, ich katn eben her, um mit Herrn Winterfelt zu reden und von ihm etwas zu erfahren, mir ist es leid, daß er schon abgereist ist. Hat er keinen Brief zuriickgelasscn, keinen Auftrag?
Nichts dergleichen.
Nun, — ba müssen wir uns eben in das Unver- meidliche fügen — unb der Doktor verabschiedete sich von der redseligen Witwe, die gewillt war, ihm alle Einzelheiten aus der Krankengeschichte ihres seligen Franzl zum besten zu geben.
Frau Moorland war tief niedergeschlagen, als der alte Herr ihr der Wahrheit gemäß über seinen Besuch berichtete. Wer konnte wissen, wohin Winterfelt sich gewendet, es war ganz unwahrscheinlich, überhaupt je von ihm eine Auskunft zu erhalten und Maud wollte nicht sprechen. Als Margarete in sie drang, ihr zu erzählen, was sie gestern so erschreckt und betrübt habe, schüttelte sie den Kopf unb später, als jene ihre Frage bringender wiederholte, sagte sie leise und abgebrochen:
Quäle mich nicht, gute Margaret, ich habe es mir geschworen zu schweigen — alles ist aus und vorbei, das laß Dir genügen.
Dann verfiel Maud wieder in ihren apathischen Zustand. Am nächsten Tage kam Professor Leidesdorff selbst, um nach seiner Patientin zu sehen, und seine Miene deutete an, daß er beten Zustand ziemlich besorgniserregend fand. Er ließ sich genau über alles berichten, verschrieb eine Medizin und sagte dann zu Frau Moorland, die angstvoll zu ihm aufschante:
Tie ärztliche Kunst ist solchen Umständen ge- genüber ziemlich mackitlos. Trachten Sie danach, die Kranke aus ihrer Apathie zu erwecken und sei es selbst durch eine Nachricht, welche ihre Nerven erregen könnte. Teilen Sie ihr mit, daß der junge Mann, mit dem sie sich verloben wollte, abgereist ist und beobachten Sie genau, welche Wirkung das auf die Patientin übt. Ich werde trachten, morgen wieder zu kommen. (Forts, folgt.)