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z.p^Aer'in^ulda. Vochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszettung"
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Zeitung
Wonatsbdlage: „«nlöacr GeschichtsblStter".
Anzeigen: Vie et» fpaltige petitzeite 06er deren Raum IS pfg. Reklamen die Petitzelle 25 Pfg.; bei Wieder- hotnnLen wirb entspr. Rabatt gewährt.
Hotationsörurf u. vertag der Sulbaer Ac» tienbruderei in Sulba Sentfpre her Nr. 9.
JW 262.
Fulda, Dttttwoch, den 15. November 1^05.
32. Iabcaana.
Zweites Mt'crtt.
Dom „guten Ton" in der Sozialdemokratie!
ce; bem Jenaer Parteitage, auf ivelchem ver Radikalismus über die sanftere Tonart in der P > i .hhsiegte, Hai das sozialdemokratische Organ tu: k Shore'Schimpfkunst, die .Leipziger Volks- z-g ■ ber Oberwasser. „Genosse" Schippel tzat u unnütdj vor kurzem ein Buch: „Amerika ur.d kine Handelsvertrags-Politik" veröffentlicht, in den: er zwischen den feilen durchblicken läßt, dan Triitschland ganz nach „agrarischem Rezept" eventuell vor einem Zollkriege mit den V reinigte:; Staaten nicht zurückschrecken darf, um diese zu Zugeständnissen anden deutschen Handel zu zwingen. Mit dieser, aegen den sozialdemokratischen Partei- a,sizie!len sreihändlerischen Standpunkt verstoßenden These '-nite er sich speziell den Zorn der ,L.ip-:ner Bolksztg/ zuqezogen, während er um« Uffelnf in dem „Genossen" Bernhard in der /i hemmtet Volksstimme' einen Verteidiger fand. Toner bemerkte u a., entweder „habe der handels- pv it-.sche Sachverständige der Leipziger Volksztg/ Slupvels Buch gar nicht gelesen, oder er habe, um einen unbequemen Parteigenossen in den Auacn der sächsischen Arbeiter herabzusetzen, wider besseres Wissen die Unwahrheit gesagt", ',-araus er in der dem Organ des Herrn tlehring eigenen geschmackvollen Weise wie olgt angetvaiidelt wird:
„Und wer ist dieser einzige Vorkämpfer Schip- :f[5 v Tie,er überlegene Kritiker der Gesamtpartei? rieser keusche Tugendwächter der Partei- .tcrnl? — Stein geringerer, als — Georg Bernhard, die bekamtte P o s s en f i g u r vom Dresdner rarteitag! Er ist in der Tat so berufen wie Keiner, it diesen Dmgen das große Wort zu führen! Wahr- zcheinlich hat er sich „die Grundlagen für die pro- tetarische Auffassung der deutschen Handelspolitik" >zls Redakteur der .Berliner Äsiorgenpost' oder als Mitarbeiter von Hardens „Zukunft' angeeignet! Und nun erst Bernhard als Retter der Parteimoral t \n der Tat! Der Mann hat Humor! Er, der zu- cst in verrufenen bürgerlichen Organen at Grundsatz aufstellt, man müsse anders reden, wie man denkt, und der dann in Dresden wie ein Ummer Junge sich hinstellt und wörtlich plärrt: <ch will es ja auch nie wieder tun! Er, dem nachgewiesen wurde, daß er, „um einen unbequemen tartcigcuosscn in den Augen der deutschen Arbeiter erabzusetzeu, wider besseres Wissen die Unwahrheft -sagt hat", diese Spottgeburt, halb Po ja j, rlb Schusterte stellt sich jetzt auf offenem Markte N und spielt sich als Retter der Parleipolitik und :r Parteimoral auf. Von einem derartigen Kujon --schnupft zu werden — wir wüßten ntchts, was uns gleichgiltiger wäre!
Tieier „unbequeme Parteigenosse." war Franz Mehrmg, dem auf dem Dresdener Parteitag „Genosse Bernhard" in so unbarmherziger Weise ob seiner Doppelzüngigkeit — aus einer heftigen Anklageschrift gegen die Sozialdemokratie machte er nach seiner Bekehrung durch Ver» kenrung der Worte ins gerade Gegenteil eine Verteidrgungsschrift für die Sozialdemokratie — ins Gesicht leuchtete. Daher der Zorn des „Parteiheiligen aus Steglitz", der neben „Zar" Bebel in der Partei die erste Flöte spielt.
(Eine Lhrqsanchemum-Aurstelllmg.
Was Paris, London und verschiedene Städte in Amerika längst ihr eigen nannten, hat sich jetzt auch die deutsche Reichshauptstadt zugelegt: Eine Chrysanthemum-Ausstellung. Eine solche ist am Donnerstag mittag in dem neuen Saalbau des Landes-Ausstellungsparkes am Lehrter Bahn- Hof unter lebhafter Beteiligung von ganz Berlin eröffnet worden. Sie währte leider nur vier Tage. Wir sagen mit vollem Rechte „leider", denn etwas Eigenartigeres und Jntereffanteres ist der Reichshauptstadt noch selten geboten worden. Der Gedanke, eine Ausstellung zu veranstalten, die nur eine einzige Blumenart umfaßt, kann anfänglich als etwas absurd erscheinen, zumal, wenn es sich um eine Blume handelt, die bei uns eigentlich nur in Exemplaren populär ist, welche sich mit anderen Blumengaltungen, z. B. mit den Rosen, an Schönheit auch nicht im entferntesten messen können. Durch die Chry- santhemum-Ausstellung werden wir indes eines besseren belehrt. Sie erschließt uns förmlich eine neue Welt der Blumenzucht und lehrt uns, was Liebhaberkunst und Ausdauer in der Erzielung von Varietäten in der Pflanzenwelt zu leisten vermögen. Chrysanthemen in allen Größen, Chrysanthemen in allen Farben leuchten uns in der Ausstellung entgegen. Rur die blaue Farbe fehlt. Sie ist ein Geheimnis der japanischen Gärtner am Hofe des Mikado, das ängstlich gehütet wird.
Der ferne Osten, Japan und China, ist bekanntlich das Heimatland der „Goldblume". Die Chinesen haben sie schon in alter Zeit in ihren Steinbaufen als Vorwurf zu allerlei Deki rationen benutzt. Sie waren es auch, die sich der Kultur des Chrysanthemum zuerst mit ebenso viel Eifer wie Erfolg hingegeben. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts drang die Kunde von der chinesischen „Wunderblume" nach Europa; sie wurde von dem holländischen Seefahrer Breynius in einigen Exemplaren heimgebracht. Mit den Chinesen wetteiferten schon früh die Japaner in der Kultur der Blumen, und Pinne wurde dadurch veranlaßt, ihre Namenbezeichnung mit'Japan in Verbindung zu bringen. Heute ist die Chrysan- themnmkultur in Japan förmlich Nationalsache geworden. Der höchste japanische Orden ist der „Orben der goldenen Blume". In Europa war es zuerst England, das sich mit der Kultur der Chrysanthemum befaßte. Man erkannte sehr bald die Wandlungsfähigkeit der Blume und es währte nicht lange, bis man überraschende Resultate in der Zucht gefüllter Chrysanthemum erzielt hatte. Mit England wetteiferte dann Frankreich und in neuerer Zeit Amerika in der Chrysanthennim- kultnr. Den Hauptwert legte man dabei auf dir Hervorbringung neuer Arten, und man ist darin heute so weit gekommen, daß über 200 Varietäten der „Goldblume" existieren. In der Größe wechseln sie zwischen den kleinen Blüten in der Größe unserer Gartenastern und fußballgroßen Blumen, in der Farbe gibt es überhaupt keine Beschränkung. Man muß eine niedliche „Little Bob" neben der zwölf Zoll im Durchmesser messenden „Madame Carnot" setzen, um sich der Wandlungsfähigkeit des Chrysanthemum voll bewußt ztt werden.
(Nachdruck verboten.)
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<vie Htottoko-Karne
Roman von Ernst von Waldow.
Mein Liebling, ich bin es — was ist Ihnen geschehen, sprechen Sie, Ihr Schweigen ängstigt mich!
Ein starrer, leerer Blick begegnete dem ihren, Maud öffnete Wohl den Mund, aber nur um einen Seufzer auszustoßen, dann sank sie ohnmächtig zurück.
Tante Julie sollte heute nicht lange ungestört bleiben, denn Leni, die vertraute Kammerfrau, kam, sie eilig zu dem erkrankten Fräulein zu holen.
Die gutmütige kleine Julie half mit Rat und Tot der zitternden Margarete, das junge Mädchen ws Bewußffein zurückzurufen, wobei sie, fort- wehrend plaudernd, eine Menge ähnlicher Fälle r^.v-Vrtcr Erfahrung zum Besten gab, von welchen Erzählungen die blasse Frau im Trauerkleide wenig vernommen haben mochte. Endlich schlug n?,nULkIe Augen auf. Gottlob, sagte Tante Julie, baben wir gewonnenes Spiel!
. . 7"0a> Margarete fuhr erschreckt zusammen und nach der Kranken; diese verzog die Lippen, fr, *$°llte Ne lachen, dann wieder entrangen sich schluchzende Tone ihrer Brust, aber anstatt zu u unheimlich, fast lautlos und der Blick bl,eb leer, der Körper starr und kalt.
schnell, r,es Margarete, wir müssen sie mit erwärmten Flanelltuchern frottieren und ihr Senf- Pflaster auf d,e Fußsohlen legen, vielleicht ist es auch möglich, Hande und Unterarme in ein heißes Bad zu bringen. Das sind Lachkrämpfe, welche d,e arme Maud früher öfter gehabt, aber nur bei großen Alterationen.
3Säre es nicht besser, nach dem Hausarzt zu schicken, meinte Tante Julie, der die Sache be- benklich erschien.
Gewiß, ich habe bereits den Auftrag erteilt, Q.,fr.blf der Doktor kommt, müssen wir handeln, us daß nichts versäumt werde.
Inzwischen hatte Herr Ferdinand Forstenberg in seinem Bureau in der Bäckerstraße einen ganz unerwarteten Besuch, da sein eigener Buchhalter, den Edi für heute beurlaubt, ihn in dringender Angelegenheit zu sprechen begehrte.
, Erstaunt blickte Forstenberg auf, als Ullrich Winterfest in steifer Haltung bei ihm eintrat, mit der Miene eines Menschen, den es ein großes Opfer kostet, sich aufrecht zu erhalten.
Was ist geschehen, lieber Winterfest?
Herr Forstenberg, Sie würden mir einen großen Dienst erweisen, wenn Sie mir eine Stunde Ihrer Zeit schenken wollten.
Nun, ich dachte freilich, heute früher Feierabend zu machen, wenn es sich aber um wichtige Dinge handelt — und Ihre Miene läßt daraus schließen — so stehe ich zu Ihrer Disposition — sprechen Sie also.
Es handelt sich um inich — um eine persönliche Angelegenheit, ich wollte nämlich bitten, mich schon jetzt meiner Stellung in Ihrem Geschäfte zu entheben, denn —
Ach, Sie haben mit Maud irgend einen Plan gemacht?
Nein, Herr Forstenberg.
So wollen Sie Spekulationspapiere laufen, meinem Vorschlag nach, gerade jetzt aber sind „Allgemeine Wiener Baubank" —
Auch das nicht. Ich will noch heute, spätestens morgen früh Wien verlassen und mich — ich weiß selbst noch nicht wohin — begeben und wollte bitten, meine Bücher zu übernehmen, die Berech- nungen durchzusehen, ich will versuchen, einen Abschluß —
Aber, das ist ja barer Unsinn, junger Mann! Sie sagen selbst, daß Sie noch nicht einmal wissen, wohin Sie sich wenden wollen und haben es doch so eilig, von hier fortzukommen, was sagt denn Maud dazu?
Sie weiß von meiner Abreise.
Und wann wollen Sie wiederkommen?
Nie mehr, Herr Forstenberg — unsere Verlobung ist gelöst — Sie werden begreifen, daß mir hter der Boden unter den Füßen brennt. —
Chrusanthemum-Ausstellungen kennt man schon seit dem Jahre 1884. Damals sand die erste in Norwich statt. Seither haben sie sich in England, Frankreich und Amerika zu Ereignissen auf dem Gebiete des Gartenbaues ausgewachsen. Man versteht das erst, wenn man die Ausstellun im Landes-Ausstellungspark in Berlin gesehen hat.
Die Ausstellung stand unter Leitung des braunschweigischen Gesandten Freih. von Gramm« Burgdorf, der an der Spitze des „Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den preußischen Staaten" steht. Dieter Verein hat die Ausstellung in die Wege geleitet, und man muß ihm Dank dafür wissen. Die Ausstellung ist so gut beschickt, daß sie die Fortschritte in der Chrysantbe- mumzüchtung vortrefflich zur Anschauung bringt und zweifellos dieser Liebhaberei neue Freunde gewinnen wird. Eine reichere Farbenpracht wird man selten finden. Vom zartesten Weiß bis zum dunkelsten Rot, vorn hellsten Gelb bis zum tiefsten Boraqeton sind alle Farbennummern vertreten — mit Ausnahme des Blau. Großartig ist auch die Mannigfaltigkeit der erzielten Formen. Man sieht die kleinsten, zartesten Pflänzchen neben mannshohen Stämmen, die japanischen troddelförmigen Blättchen neben den breiteren indischen. Nur eins ist schade: dem Chrysanthemum fehlt der Dust. Und dieser Mangel wird selbst durch die höchste Farbenpracht nicht ganz ausgeglichen. Einen überraschenden Eindruck macht auch die Mannigfaltigkeit der Verwendung der abgeschnittenen Chrysanthemumblumen. Prangten sie bisher zumeist nur im Knopfloch des Fracks, so zeigt die Ausstellung, welchen prächtigen Taselschmuck sie abgeben.
Zwei Dioramen, ein japanischer Wintergarten und ein Tropcmdyll, vervollständigten die Ausstellung. Daß dieselbe, wenigstens in beschränktem Maße, von unteren Blumenzüchtern benutzt wurde, um noch andere Errungenschaften ihrer Kunst dem Publikum vor Augen zu führen, ist zu verstehen. Man vergißt' auf diese Weise unter all' den wunderbaren Chrysanthemnm- blnmen nicht ganz, daß auch unsere heimische Blumenkultur Erzeugnisse hervorbringt an Herbstblumen, welche sich der „Goldblume" würdig zur Seite stellen kö.-nen. Gleich; itig hat man die Gelegenheit benutzt, um unsere einheimische Blumen binderet in das rechte Licht zu stellen. Soweit es der beschränkte Raum gestattete, hat man Berliner und auswärtige Firmen zu einer Konkurrenz in der Blumenbindekunst zugelassen. Daß dabei Leistungen dieser Kunst zuwege gebracht wurden, die das Entzücken aller Beschauer bilden, ist eigentlich selbstverständlich. Wenn bisher vielfach noch die Frage offen gelassen wurde, ob Deutschland ober Frankreich in der Blumenbinderei den ersten Rang behaupte, so kann nach dem auf der Ausstellung gebotenen kaum noch zweifelhaft sein, daß die heimische Kunst an der Spitze steht.
Wenn etwas zu bedauern ist, so ist es die kurze Dauer der Ausstellung. Dieselbe war indessen bedingt durch das kurze Leben, das den Blumen beschieden ist, sobald sie von der Mutter Erde getrennt sind. Die erste Berliner Chrysanthemum-Ausstellung wird aber wohl in dem Herzen jedes Besuchers den Wunsch zurück-
Nun freilich, wenn es so steht! Das ist ja eine gar seltsame Neuigkeit, die so plötzlich kommt wie — ja wie Euer Verspruch. Darf man wissen, warum der letztere gelöst ward.
Gestatten Sie mir, Herr Forstenberg, vorläufig darüber Schweigen zu bewahren.
Wie Sie wollen, natürlich wird es Ihnen schwer fallen, über diese Dinge heute zu sprechen. Aber hören Sie auch meine Meinung. Wäre es nicht besser, wenn ich Ihnen für etwa vier Wochen Urlaub erteilte? Sie gehen auf Reisen, ein bischen nach dem Süden, vielleicht sogar nach Budapest, Helsen dem alten Rettenbach dort ein wenig bei der Arbeit, überlegen Sie sich das, lieber Winterselt.
Mein Entschluß ist unwiderruflich, Herr For- stenberg, ich kann nicht länger hierbleiben, eine Versöhnung zwischen mir und Maud ist unmöglich, aber ich habe sie sehr geliebt, setzte er leiser hinzu, ich vermöchte es nicht zu ertragen, in einer Stadt mit ihr zu leben, in ihrer Nähe — nein, ich will sie nie Wiedersehen.
Forstenberg hätte ja gar nichts Willkomms- neres begegnen können, als die Auslösung dieser Verlobung, welche ihm aus vielen Gründen ein Dorn im Auge gewesen war. Aber er war im ganzen ein gutmütiger Mensch, und Winterselt, den er stets bevorzugt, tat ihm leid — der atme Bursche sah doch gar zu betrübt aus und schien sich die Sache sehr zu Herzen zu nehmen. Wahr- scheinlich hatte das wetterwendische, verzogene Mädchen Ullrich mit ihren Saunen gemartert, sie hatten sich gezankt und sie ibn auf verletzende Weise das Uebergewicht ihres Reichtums fühlen lassen. Nun war er nicht der Mann, das zu ertragen, und so kam es zum Bruche.
Bringen Sie mir Ihre Bücher, denn ich will Ihnen jetzt, wo Sie sehr aufgeregt sind, nicht entgegen fein. Noch einmal: es tut mir leid, daß es so gekommen, nur gebe ich Ihnen zu bedenken, lieber Winterselt, daß die Zeit vieles ändert. Sie sind noch so jung, warten Sie ruhig ab, das Schicksal wird auch für Sie einen Ausgleich bringen.
Damit reichte er Ullrich die Hand, welche
gelassen haben, daß die Gelegenheit, ähnliches zu schauen, öfters geboten werden möchte.
vermischtes.
H Zur „Veredelung" der BerufSuuulen werden folgende neue Bezeichnungen empfohlen: Für Schufter- gesellen: Fuüumhüllungssabrikativnsaiststent; Schusterjunge : Fuftumhüllmigsfabrikattonsel-ve; Schneider: Adjustierungsanwalt; Tischler: Holzbearbeilungsver- stäiidigcr; Stallbursche: Warte- und Berfütterungsve- «mter; Viehwärter: Stalladministrator; Straßenkehrer: Akkumulator; Svrengwagenkutscher: Straßenbefeuch- tungsasststent Grünkrärnhändler: AOmentierungs-Bene- fiziant; Schlächter: Volls-Teilverproviantierungsmeister; Kellner: Additionator Ober- und Unter-.Koch: Magenwohlfahrts-Adjntant; Kuhmelker: Eutermassier- diätar; Verkäufer: Warenversilberungsgehilfe.
* Sollte es wissen. Unteroffizier: „Huber, wisset Sie, wo die Wüste Sahara liegt?" Huber fdw igt — Unteroffizier: „Nu", Sie alles Kameel sollte»! das aber schon wissen!"
6 Auch eine Krankheit. A.: „Allein hier? Wo steckt Deine Frau, wie gehl's ihr?" — B.: „Ach, sie ist wieder Icibenb!" — A.: „O, woran leidet sie denn?" — B.: „Wie seit Jahren — am Dienst- botenwechselsicber."
* Astronomisches. Backfisch: „Ach, der wahre Steril der Liebe glänzldoch nur auf dem Achselstückcii eines Leutnants!"
* Bedeutsamer Unterschied. Junge Fran: „Ach Männchen, sich doch mal nach, wie das Thermometer steht." — Gatte: „Wir haben 0 Grab." — Junge Frau: „Ja, was benn: Celsius oder Reau- mur?"
Reklamen- und Anzeigenteil.
L Ä
M M G L
Quaker tend zudem
den Appetit anregendes Nahrungs- i mittel bildet.
Ein Pfund-Packet
Wohlgeschmack als ein Pfund der loose ausgewogenen Hafergrütze. Es ergiebt sich dadurch, dass Quaker Oats keine wertlosen Bestandteile enthält, vielmehr ein überaus bekömmliches /Bekräftigendes und
Oats ist bedeu- ergiebiger und von grösserem
dieser schweigend drückte. Was hätte er auch For- stenbcrg erwidern sollen, der ja keine Ahnung von der wirklichen Ursache dieses Bruches batte und nur einen gewöhnlichen Zwist, wie er unter Liebenden vorzukommen pflegt, vermuten konnte.
Es war fast 10 Uhr, als Herr Forstenberg sehr verstimmt und müde heimkehrte. Das gebackene „Lämmerne" war auch gerade keine Musterleistung der Köchin, die fortwährend anderweitig in Anspruch genommen worden war. Edi hatte just heute den Einfall gehabt, nach Baden zu fahren, um einen dort wohnenden Freund zu besuchen, so war Forstenberg dazu verurteilt — wie er bei sich sagte — mit Tante Julie allein zil Nacht zu essen und den Wortschwall ihrer Beredsamkeit über sich ergehen zu lassen.
Sie schilderte in lebhaften Farben die Leiden der armen Maud. Trotzdem ließ die Erzählung Forstenberg sehr kalt und er erwiderte verdrießlich:
Ich weiß genug von der albernen Geschichte, Maud wird natürlich Unrecht haben und ich verliere durch ihre Schuld einen vorzüglichen Arbeiter. Erst wirst sich das alberne Ding dem jungen Mann förmlich um den Hals, verlobt sich mit ihm, will ihn ä tout prix heiraten, uns allen zum Trotz, um ihm jetzt den Laufpaß zu geben.
Aber das arme Kind leidet entsetzliche Qualen und der Arzt war ernstlich besorgt.
Ach, Larifari — ich mag diese hysterischen, nervösen Frauenzimmer nicht, zum mindesten haben sie sich ibre Leiden selbst zuzuschreiben.
Willst Du Maud nicht sehen, Ferdinand?
Das fehlte mir gerade noch! Nach der geschäst- kichen Ueberbürbung heute und den häuslichen Jeremiaden auch noch einen Krankenbesuch — nein, gute Julie, ich bin keine barmherzige Schwe- fter. Ihr habt, was und wen Ihr braucht: Aerzte, Pflegerinnen usw. Die Moorland zumal kennt Mauds Natur, sie wird schon ein Schlafmittel geben und morgen kannst Du ihr sagen, daß der junge Mensch abgereift fei, dann ist die Geschichte zu Ende. Ich werde jetzt zur „Linde" geben und ein Glas Kulmbacher trinken, hoffentlich finde ich gute Gesellschaft (Sortf. folgt.)