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vrranttoorUichrr Schriftleiter: 3. Bannt; für dir »nzttyrn Z. parzeller in Znida.

Mdaer W Zeitung

wochenbellage: „Illustrierte Soimtagrzettung" M°natsd-Iia?e: „Zuldaer Geschichtrblätter".

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Rotati onrdruck u. Verlag der finldaer Ac- tiendrnäerei in fintbe.

Fernsprecher Nr. 9.

32. JaKcasna.

Fulda, Mittwoch, den 8. November 1905.

M 256.

Berliner Blatt bemerkt bayt:

,Die Studenten^

'chaft wird noch einige Tage warten, ehe sie

weitere Maßnahmen trifft/

Wir können der

.Germania' nur beipflichlen, wenn sie schreibt: „Die streitbaren Studenten verfallen der Lächer­lichkeit, wenn sie einen solchen Ton anschlagen."

§ Mit dem Zusammenhänge zwischen dem Bau des Rhein-Leine-Kanals und der Frage der Schiffahrts-Abgaben hat sich die .Deutsche Tagesztg.' bereits wiederholt be­schäftigt. Das Blatt kommt jetzt auf diese An­gelegenheit zurück und behauptet, entweder seien die Schiffahrts-Abgaben verfassungsmäßig und würden erhoben, dann könne auch der Kanal in Betrieb gesetzt werden, oder aber die Schtffahrts-

Einen dumpfen Schrei ausstoßend, brach Gusti, vor deren Augen es plötzlich Nacht geworden, be- sinnungslos zusammen.

Glücklicherweise hatte sie bei ihrem Falle die Kristallflaschen des Toiletteservice mit herabgeris- sen, die klirrend zerbrachen.

Was hast Du angerichtet, kleine Ungeschickte?! rief Mizi, die sich eben zur Ruhe begeben wollte, herein, und da keine Antwort erfolgte, näherte sie sich der Tür und schob die PortiLre zur Seite.

Doch mit einem gellenden Schrei taumelte sie zurück, um gleich darauf das ganze Haus durch den Ruf: Feuer — Feuer! zu alarmieren.

Die Dienstleute, welche noch im Speisezimmer mit dem Zusammenraumen beschäftigt waren, stürzten herbei.

Rettet das Fräulein — es brennt in ihrem Schlafzimmer! rief Mizi den Leuten zu.

Jetzt kamen auch Herr Sanders und Theobald über den Korridor und letzterer schrie atemlos:

Wo ist Gusti?!

Rette sie — es brennt in ihrem Zimmert

Ohne sich zu besinnen und Zeit zu verlieren, gleich den Leuten, die Wasser herbeischleppten, Tücher hineintauchten, um sich vor der Glut zu schützen, sprang Theobald vorwärts in den bren­nenden Raum. Es war ein Eckzimmer, das nur durch Mizis Schlafzimmer mit den übrigen Ge­mächern auf dieser Seite verbunden war und keine zweite Tür besaß, die nach dem Korridor mündete.

Mit zitternden Händen warf Mizi einen Shaw! über ihr weißes Nachtgewand und wollte dem Bruder nacheilen, doch der Rauch war bereits so erstickend, daß sie ganz betäubt auf einen Sessel niedersank.

Theobald, mit scharfen Blicken umherspähend, hatte gleich entdeckt, wo der Herd des Feuers sei, denn das Holzgestell des Toilettentisches, sowie dessen rosa Seidendrapierungen brannten lichter­loh und bei dem hellen Feuerscheine gewahrte er die am Boden liegende Gestalt, deren leichtes Ball­

kleid von den Flammen ganz versengt war, die eben jetzt auch die aufgetürmten Locken und den Rosenkranz im Haar zu erfassen drohten.

Mit einem dumpfen Verzweiflungsrufe stürzte sich Theobald auf die Ohnmächtige, riß, der eigenen Gefahr nicht achtend, die glimmenden Tüll-Falbeln von dem seidenen Kleide und faßte dann den leb­losen Körper, ihn starken Armes bis in das Neben­zimmer tragend.

Da jetzt viele Hände halfen, den Brand zu löschen, und auch die Feuerwehr inzwischen be­nachrichtigt wurde und herbeikam, war nach Ver­lauf einer Stunde die Gefahr beseitigt und die Ordnung einigermaßen hergestellt.

Aber rat- und kraftlos standen Frau Sanders und Mizi an dem Schmerzenslager Augustens, der die gleichfalls herbeigerufenen Aerzte eben den ersten Verband angelegt hatten.

Das unglückliche Mädchen hatte die schwersten Brandwunden im Gesicht und an Hals und Armen davongetragen, und die Männer der Wissenschaft hatten bislang nur ein Achselzucken und ein Kopf­schütteln auf Mizis Frage gehabt, ob Gustis Gesicht bleibende Entstellung erlitten?

Vorläufig handelte es sich darum, das bedrohte Leben zu retten und die fast unerträglichen Schmerzen einigermaßen zu stillen, der Verlust der Schönheit war mindestens für die anderen von nebensächlicher Bedeutung.

Theobald hatte Edi noch in derselben Nacht auf­gesucht, um ihm die traurige Kunde zu bringen. Der junge Forstenbcrg wohnte in einem unfern gelegenen Gasthause und schlief bereits fest; in der stillen Seitengasse hatte man nichts von dem Feuerlärm gehört.

Die Bestürzung und der Schreck Edis waren groß, er warf sich in die Kleider; denn er wollte die arme Gusti sogleich sehen und auch die untröst­liche Braut verlangte nach ihm.

Während Edi sich anzog, sagte Theobald, die schmerzenden Hände betrachtend, auf deren Brand­wunden der Hausarzt in Eile einen lindernden

Verband gelegt: Ist es nicht ein wahres Verhäng­nis, daß die arme, liebe Gusti stets ein Unglück treffen muß, wenn sie bei uns weilt, die wir sie doch so sehr lieben und mit ängstlicher Sorge um­geben?

In der Tat, es ist merkwürdig, meinte Edi, ich erinnere mich selbst aus unserer Kinderzeit nicht, daß Gusti jemals auch nur der kleinste Un­fall zugestoßen wäre.

Sie muß, am Toilettentische sitzend, eingenickt sein, als sie sich das Haar hat lösen wollen, klagte sie doch schon vorher über Müdigkeit und hatte wenig Lust zu tanzen. Nur weil Ihr und die übrigen jungen Leute darauf bestanden, ein paar Mal herumzutanzen, wollte sie das Spiel nicht ver­derben, aber sie war nicht von Herzen fröhlich, das sah ich ihr wohl an.

Ich begreife nicht, fiel Edi ein, daß sie nicht gleich um Hülfe gerufen und sich hinausgeflüchtet hat, wenn sie sah, daß die Kerze die Vorhänge entzündet, denn ich kann mir nur erklären, daß auf diese Weise das Feuer ausgekommen ist.

Auch wir sind derselben Meinung.

Du sagst, daß Gusti noch im Gesellschaftsan­zuge war?

Ja wohl — wenige Sekunden noch — und die Hülfe wäre zu spät gekoinmen. Die Locken waren schon versengt und mit meinen Händen mußte ich die glimmenden Rosen ihres Kranzes, der ihr so reizend stand — zusammendrückcn, sonst wären sie ausgeflammt.

Edi schauderte zusammen: mit vor Bewegung erstickter Stimme sagte er: Du hast ihr das Leden gerettet, hast sie uns erhalten, Gott lohne es Dir, wir werden Dir stets dankbar sein; — dann fuhr er düster fort: Freilich, wenn ich mir vorstellL daß meine schöne, fröhliche, lebensvolle Gusti auf die Dauer durch die schrecklichen Brandwunden ent­stellt bleiben sollte, daß ihre Zukunft zerstört, ihre Jugend verbittert sein würde, dann —

(Fortsetzung folgt.).

Ausland.

* Bom Kulturkampf in Frankreich. Durch die Preffe geht das einstweilen unbestätigte Ge­rücht, daß die katholischen Bischöfe, sobald das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat angenommen worden fein sollte, ihre Entlassung einreichen wollten, um dadurch dem Papste größeren Spielraum zu schaffen. — Diese Nachricht klingt einstweilen recht unver­ständlich, und man wird daher nähere Mit­teilungen abwarten müssen. Dem .Figaro' zu­folge soll der Papst sogar beabsichtigen, nach Inkrafttreten zwischen Staat und Kirche ein Konzil der französischen Bischöfe ein­zuberufen, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmen.

* Die auswärtige Politik Englands. Bei einem zu Ehren des englischen Staatssekretärs des Aeußern Marquis of Lansdowne ans Anlaß des Abschlusses des neuen Vertrages mit Japan unter dem Vorsitz des Lord Ashbourne am Montag in London veranstalteten Festmahle äußerte sich Lansdowne über Englands aus­wärtige Politik, die durchaus friedlicheZiele verfolge.

* Bei den Tumulten in Prag, die sich am Montag erneut haben, handelt es sich nicht lediglich um Demonstrationen für das allge­meine Wahlrecht, sondern es kommen vor- - wiegend die nationaltschechischen Bestrebungen in betracht. Die hierin liegende Gefahr hat man in Wien erkannt und es droht Prag, wie schon früher aus gleichem Anlaß, die Verhängung des Belagerungszustandes. Die ,9leue Freie Preffe' meldet: Der Ministerrat hat beschlossen, für der Fall, daß sich die Ruhestörungen am Montag wiederholen sollten, Dienstag über Prag und Umgebung das Standrecht und den Ausnahme­zustand zu verhängen.

* Die Lage in Rußland. Durch das V er- halten der Monarchisten, an deren Spitze Jgnatiew, Schtscherbatow, Graf Scheremetiew und viele Polizeibeamte, die anscheinend von Trepow nicht gehindert werden, stehen, verschlimmert sich die Lage von Stunde zu Stunde. Gegen sie scheint auch Witte machtlos. Viele gemäßigte Ele­mente, die vormittags noch Anschluß an die Re­gierung Wittes suchten, wenden sich abends an die Sozialisten, weil diese als ausgezeichnet orga­nisierte Partei allein imstande ist, Bildung und Besitz gegen den Schrecken von oben zu verteidi­gen. AlleVorgänge in Kasan, Moskau und Twer zeigen einheitliche Züge. Die Anhänger einer Verfassung veranstalten friedliche Kund­gebungen, halten Trauer- und Dankgottesdienste zu Ehren der gefallenen Freiheitskämpfer. Plötz­lich wird von irgendwoher zu aller Ueberraschung

Abgaben seien verfaffungSwidrig, und dann müsse die Betriebseröffnung deS Kanals unterbleiben. Eine dritte Möglichkeit gebe es nicht; der Wort­laut deS bezüglichen Paragraphen im Kanalgesetze laffe keine Mißdeutung darüber zu, daß der Kanal erst in Betrieb gesetzt werden solle, wenn die Schiffahrts-Abgaben eingeführt seien. Der Land­tag könne allerdings den betr. Paragraphen deS Kanalgesetzes beteiligen, es sei aber zweifelhaft, ob ein solcher Beschluß zustande kommen würde.

* Heber die Stellenlosigkeit im Handels- aewerbe geben die Mitteilungen des kaiserlichen Statistischen Amtes im Reichs arbeitsblatt für das dritte Vierteljahr 1905 Angaben, die eine Besserung deS Geschäftsganges erkennen laffen. Während die Zahl der Vakanzen ungefähr auf gleicher Höhe wie im Vorjahr blieb, erfuhr die Zahl der Bewerber eine Verminderung. Erfreulich ist die Tatsache, daß die Stellenlosen in steigendem Maße Unterstützung durch die Berufsvereine er­halten. Während im dritten Vierteljahr 1904 bei den 4 in Frage kommenden Verbänden 432 Stellenlose für 9076 Tage 13,175 Mk. erhielten, zahlten dieselben Verbände im dritten Vierteljahr 1905 an 702 Stellenlose für 13,071 Tage 16,332 Mk. Wie seit langer Zeit ist der Verein der Deutschen Kaufleute Berlin bei diesen Unter­stützungen am stärksten beeteiligt, er zahlte im 3. Vierteljahr 1904 7770,05 Mk. und im 3. Merteljahz 1905 8444,65 Mk. Die Steigerung ist durch die erhöhte Mitgliederzahl hervorgerufen, die sich in den letzten drei Jahren verdoppelt hat. Die Handlungsgehilfen sehen es mehr und mehr ein, daß die Selbsthilfe doch eine gute Sache ist, und daß man nicht nötig hat, auf eine staatliche Stellenlosenverstcherung zu warten.

** lieber den Skandal im .Vorwärts' bringt auch heute das sozialdemokratische Zentral- organ eine Reihe von „Erklärungen". Interesse hat davon nur eine längere Auslassung des Abg. Bebel, der unter scharfen Ausfällen auf die „edlen Sechs" den Versuch der letzteren, Partei- vorstand und Preßkommission in Gegensatz zu bringen, scharf zurückweist. Den von den aus- geschiedenen Redakteuren erhobenen Vorwurf, in der sozialdemokratischen Partei werde arger Personenkultus getrieben, gibt Bebel den Redak­teuren zurück, in dem er ein allerdings schlagen­des Beispiel dafür anführt, wie diese selbst, namentlich aber der Redakteur Eisner, ihm (Bebel) gegenüber sich in den schlimmsten Lobhudeleien ergangen haben. Ein Beweis da­für, daß beide streitenden Parteien einander wert sind. Bebel zeiht in seiner Erklärung bi£ „edlen Sechs" wiederholt grober und bewußter Unwahrhaftigkeit. Uebrigens hat der ,Vorwärts'- Skandal bereits die Idee der Einberufung eines außerordentlichen sozialdemokratischen Parteitags zu Tage gefördert. Das würde jedenfalls schön werden.

§ Gegen die Erhöhung des russischen Schweinekotttingents schon von jetzt ab, die be« kanntlich von der .Allgem. Fleischer Ztg.' seitens des preußischen Staatsministeriums als in Aus­sicht genommen bezeichnet wurde, wendet sich scharf die »Deutsche Tagesztg.' Die Schweine­seuchen in Rußland hätten bis jetzt nicht nach­gelassen, sondern seien mindestens ebenso bedrohlich wie früher. Ein Beschluß der preußischen Regie­rung in der Richtung der Ankündigung der ,Allg. Fleischer Ztg.' würde die Regierung mit sich selbst und mit dem Reichskanzler in Widerspruch setzen und weder tatsächlich noch takü'ch einen

Kre Wokoko-Zlcrrne.

Roman von Ernst von Waldow.

28] (Nachdruck verboten.)

Frau Forstenberg batte die Vorsicht gebraucht, zuerst Gusti von dem Vorgefallenen zu unterrich­ten, damit sie Zeit gewönne, sich fassen zu können; erst einige Tage später sollte Edi davon erfahren, Gusti vermochte daun sicher die Kunde ruhig anzu- hören, ohne ihr Gefühl zu verraten.

Aus dem Nebenzimmer ertönte der fröhliche Gutenacht-Gruß Mizis herein, bei dem durch dichte Portieren gedämpften Laute fuhr Gusti zusammen und erhob sich schwankend, ihre Blicke suchten das verhängnisvolle Blatt. Dort lag es auf dem wei- ^"yrnateppich, der den Boden deckte. Sie vuckte sich, um es aufzuheben, und näherte es bann cs.lnet Kerze, die in silbernem Hand­le ua^ er auf dem Toilettentisch brannte.

™ flackerte das Blatt auf mit der unseligen Nachricht o, konnte rch auch jene so vernichten.

3mfte "nd ballte sich zusammen in wilder Zornesregung, sie wollte das brennende Papier tn bte Asche des nahebei befindlichen Kamins schleudern, aber der Wurf ging fehl denn sie begann zu taumeln, Schreck und Schmerz, und jetzt die zornige Erregung, die bei Gustis leiden­schaftlichem Temperament das Blut ihr wild zu Kopfe steigen machte, verursachten ihr einen Schwindelanfall.

Alles drehte sich und tanzte im Kreise, Funken stoben auf, Flammen umzuckten sie und mechanisch einen festen Halt suchend, stützte sie sich mit der Rechten auf die Kante des Toilettentisches, ohne Su beachten, daß die spitzenbesetzten Mullvorhänge "^ Tisches, die zurückgeschlagen bis zum Boden reichten, durch das auf dem Boden fortglimmende Papier Feuer gefangen.

Erfolg haben. Bis jetzt ist eine Bestätigung ,Allgem. Fleischer Ztg.' noch nicht erfolgt.

* Die lange Verlustliste aus Südwest­afrika, die wir gestern veröffentlicht haben, war leider noch nicht vollständig; die Fortsetzung ist heute eingegangen. In dem Gefechte bei Hart- beestmund am 24. Oktober wurden weiter

Verwundet: Unteroffizier Friedr.Hoene, schwer, Knochenschuß linkes Knie, Fleischschuß rechten Ober­schenkel; Unteroffizier Gregor Paineyk, geb. 12. 3. 77 »u Rußberg, früher im Dragonerregiment Nr 8, leicht, Streifschuß linke Wange; Unteroffizier Fritz Kluge, geb. 28. 1. 86 zu Nimkau, früher im Feldartillerie- regiment Nr. 42, Schuß am Unterleib; Gelreiter Jakob Broich, ged. 9. 4. 81 zu Düsseldorf, früher im 1. Garde-Dragonerregiment, schwer, Knochenschuß linkes Knie, Kopfschuß, Fleischschuß linke Schulter; Gefreiter Franz Fehlert, geb. 21. 8. 83 zu Purwien en, früher im Dragonerregiment Nr. 11, schwer, Schuß linke Schulter, linken Fuß; Gefreiter Friedr. Pooch, geb. 30. 9. 80 zu Marienhütte, früher im Pion erbataillon Nr. 3, schwer, Schuß Unterleib; Gefreiter Edmund Karthäuler, geb. 12. 8. 80 zu Grauschütz, früher im güfilierrrgiment Nr. 36, leicht, Fleischschub linken nterarm; Gefreiter Otto Koch, geb. 14. 8. 81 zu Mandelsloh, früher Maschinengewehr-Abteilung Nr. 3, leicht, Streifschuß Hinterkopf; Gefreiter Heinrich Meyer, geb. 28. 9. 82 zu Grimberg, früher im Feldartillette- regiment Nr. 44, leicht, Streifschuß am Knie; Reiter Karl Benz, geboren 8. 12. 80 zu Schillingstadt, früher im Dragonerregiment Nr. 21, schwer, Kopfschuß und Schub rechten Unterarm; Reiter Robert Schön­baum, geboren 7. 8. 82 zu Alt-Cosenow, früher int Dragonerregiment Nr. 18, schwer, Schuß rechte Hüfte; Retter Friedrich Zimmermann, geboren 26. 8. 78 zu Langenweddtngen, früher im Grenadier-Regiment Nr. 6, schwer, Fleischschuß linke Wade, Knochenschub rechtes Knie; Reiter August Milutzki, geb. 4. 6. 80 zu Nadins- dorf, früher im Ulanen-Regiment Nr. 4. leicht, Schuß linken Ellenbogen; Erich Mette, geb. 14. 9.84 zu Mark­ranstädt, früher im Garde-Ichützen-B staillon, leicht, zwei Fleischschüsse Rücken; Reiter Andreas Bogalek, geboren 24. 11. 80 zu Altkirch, früher im ersten Garde- Feldartillerie-Regiment, leicht, Schuß linken Unterarm; Reiter August Hagedorn, geboren 19. 1. 81 zu Beyers­dors, früher im Futzartillerieregiment Nr. 11, schwer, Schuß rechten Oberschenkel; Reiter Paul Hintze, geboren 15. 1.85 zu Straßburg Pommern), früher im Husaren­regiment Nr. 1, schwer, Schuß rechten Oberarm.

Am 29. Oktober im Gefecht bei Awadaob:

Schwerverwundet: Sanitätssergeant Richard Ackermann, geboren 25. 2. 78 zu Magdeburg, stüher im Infanterie-Regiment Nr. 66, zwei Schüsse linke Hand; Gesteiter Karl Zippel, geboren 6.6.78 zu Schöne­felde, stüher im Infanterie-Regiment Nr. 91, Schuß linken Unterschenkel.

Am 31. Oktober im Gefecht bei Gejacheibis bei Kirris-Ost:

Gefallen: Reiter Gustav Nitfchke, geboren 11. 1. 84 zu Trachenberg, früherim Husaren-Regiment Nr. 4, Brustschnß.

Am 2. November im Gefecht bei Karies am Pack­riem:

Schwerverwundet: Gefreiter Rudolf Schulz, geboren v. 4. 79 zu Brake, früher im Infanterie-Regi­ment Nr. 141, schwer, Lungenschuß und Schuß rechten Oberarm.

*** Berlin, 7. Nov. 1905. Heute vormittag fand im Lustgatten die Vereidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Eharlottenburg, Spandau und Gr.-Lichterfelde statt, der der Kaiser und der König von Spanien beiwohnten. Nach der Vereidigung richtete der Kaiser eine Ansprache an die Rekrtlten und schloß mit einem dreifachen Hurra auf den König von Spanien. — Der Vorsitz in der kgl. technischen Depu­tation für Gewerbe ist dem neuernannten Unter­staatssekretär Dr. Richter überttagen worden. — Oberst Deimling, Abteilungschef im groben General­stab, der frühere Kommandeur der deutschen Schutz- ttuppe in Südwestafrika, ist am Montag vom Reichs­kanzler Fürsten Bülow in Audtenz empfangen worden. —Als Nach folger des Gouverneurs v. Lind equist ist jetzt, wie wir bereits vor einiger Zeit ankündigten, der bishettge Konsul in Alexandtten, Freiherr v Humboldt-Dachroeden zum General­konsul in Kapstadt ernannt morden. — Dem von Paris scheid en den deutsch en Militärattache, Ob erst v. Hugo ist vom Präsidenten Loubet das Komman­deurkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen worden.

Deutsches Reich.

Berlin, den 7. November 1905.

* Dejanlez v. Gliszrzvnski f. Ein Veteran der Zentrnrnsfraktion des Reichstags und preußi­schen Abgeordnetenhauses, Geh. Oberiusttzrat Dejaniez v. Gliszczynski, ist am Sonntag tn Berlin gestorben. Der Verewigte war von 1882 an Mitglied des Abgeordnetenhauses und von 1886 bis 1893 Mitglied des Reichstag- für den Wahlkreis Oppeln. Derselbe wurde am 22. Dezember 1820 za Bunzlau geboren und hat mithin nahezu das 85. Lebensjahr vollendet. E. L P.

♦ Die Veröffentlichung der Grundzüge der Reichsfinanzreform und der dazu gehörigen Steuervorlagen soll, rote die .Nationalzeitung' hört, in Aussicht stehen, sobald der Bundesrat darüber enbgiltig Beschluß gefaßt hat, waS dem genannten Blatte zufolge noch in dieser Woche der Fall sein dürste. — Eine Fahrkarten­steuer soll der ,9tationalib. Korrespondenz' zu­folge entgegen anders lautenden Mitteilungen bis jetzt beim Bundesrat noch nicht in Vorschlag ge­bracht sein.

** Gegen eine Einberufung deS Preußi­schen Landtags auf den 21. November sind einer parlamentarischen Korrespondenz zufolge in parlamentarischen Kreisen praktische Bedenken geltend gemacht worden. Es wird namentlich darauf aufmerksam gemacht, daß am 22. No­vember Buß- und Bettag ist und das wegen der Konstitmerung des HauseS die erste Lesung der Schulvorlage frühestens am 27. November be­ginnen könnte. Bemerkt sei übrigens, daß der ,Reichs- und Staatsanzeiger' auch heute noch nicht die Einberufungsordre veröffentlicht.

** Zur Flottenvorlage wird den .Berliner Neuesten Nachrichten' von einem „gut unter­richteten" Mitarbeiter geschrieben, daß die ge­plante Deplazementsvergrößerung nicht auf die noch zur Zeit im Bau befindlichen Schiffe sich erstrecken solle. Insbesondere treffe das nicht für die beiden Neubauten „Q." und „9t." zu, da diese zwei Linienschiffe noch als Gefechts­einheiten eines gleichnamigen Geschwaders zur „Braunschweig-Klasse" gehören. DaL genannte Blatt dementiert auch die Nachricht, baß der Norv-Ostieekanal vergrößert werden müßte; es handele sich vielmehr nur um eine Vergrößerung der K analschleusen.

*# Zum neuen Hochschulstreit in Charlotten- burg. Der alljährliche übliche Rektorkommers der Studentenschaft findet in diesem Jahr nicht statt, dafür am 7. Dezember ein Kommers zu „Ehren" des Verbandes der deutschen Hochschulen. Die Profefforen haben auf den Brief der Akade- mckerversammlung noch nichts erwiedert. Ein

Melleicht kann man in dieserEdrun g ein Zeich en der besseren Beziehungen zwischenDeutfchland undFrankreich erblicken. -Jum Konsistorialpräsidenten in Münster L 23. ist der Landrat von Sydow in Falkenberg, bisher Borfitzender des schlesischen Provinzial-Synodal- Borstandes, ernannt morden Der bishettge Präsident des westfälischen Konsistoriums Dr. Stockmann ist bekanntlich zum Regierungspräsidenten in Gumbinnen ernannt worden. — Den Hinterbliebenen des vor kurzem gestorbenen Herrenhausmitgliedes, Grafen von Merveldt auf Lembeck ließen der Kaiser und die Kaiserin ein in den herzlichsten Worten gehal­tenes Beileidstelegramm zugeden. — Dem General­synodalrat hat dem Vernehmen der Kreuzzeituug' zufolge der Evangelische Oberkirchenrat zu einer Ver­sammlung auf den 6. Dezember d. I. einberufeii.