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uldaer ZW

Fulda, Dienstag, den 7. November 1905.

J\9 255

notattonsOrntf u. Verlag der.telöacr Le» tiendru-terei tn Suita. Zernsprecher Nr. 9.

An;«igen: Die ein fpeltige Petitzeiie oder deren Raum iS psg. Retlamen die petttzeile 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entjpr

Rabatt gewährt.

war heute da am tiefften verletzt worden, wo sie am verwundbarsten war. -----

Nach den Feiertagen, an einem kalten aber sonnigen Morgen, machte der Professor Leides- dorff einen Bestech im Forstenberg'schen Hause und war sehr überrascht, seine junge Patientin nicht vorzufrnden. Maud war mit Frau Moor- land in einem offenen Fiaker in den Prater ge­fahren und kam gerade zurück, als der vielbe- fdjäftigte Arzt nach längerem Verweilen auf­brechen WÄlte. Doch er traute seinen Anger, kaum, als er die große Veränderung bemerkte, die mit ban jungen Mädchen in der Zwischenzeit vorge­gangen war. Das trat schon im Aeutzeren zutage. Der Arzt hatte Maud stets in einem weiten schlep- pigen Hausgewande gesehen, bleich, oft abgespannt durch langes Lesen ober Musizieren.

Jetzt trug sie ein allerliebstes Kostüm auS veilchenblauem Samt, mit Blaufuchs besetzt. Ei» eng anschließendes Jäckchen ließ ihren zierliche» Wuchs zur Geltung kommen, citf den hoch fri­sierten Locken saß ein kleines Pelzmützchen, die Augen blickten fröhlich, die Wangen waren leicht gerötet. Maud sah frisch und lieblich aus, wie eine Rofenknospe, und das sagte ihr auch der gä­hnte Professor.

Das Examen war kurz und die Verhaltungs­regeln, welche dann folgten, waren leicht zu be­folgen. So gut Frau Forstenberg es auch ver­stand, sich zu beherrschen, so war doch das Lächeln sehr erzwungen, mit dem sie dem Berichte des Professors lauschte, der sie später in ihrem Wohn- gemache aufsuchte. Sie wußte, daß ihre Nieder­lage gewiß sei und das einzige, was sie zu erreich«! vermochte, war ein Aufschub.

Gusti sollte wenigstens die Zeit gelassen wer­den, sich an den Gedanken zu gewöhnen, daß Ull­rich ihr verloren sei. Zu dem Zwecke brachte es Katharina über sich, recht mütterlich gütig mit ihrer Nichte zu sprechen, bei dieser Unterredung war auch Frau Moorland gegenwärtig. Es wurde nun bestimmt, daß von einer förmlichen Verlobung vorläufig noch Abstand genommen werden tollte.

milienangelegenheit.

Katharina knirschte mit den Zähnen und ballte

32. Zahcgans^

Ais Wokoko-Acune.

Roman von Ernst von Waldow.

27] (Nachdruck verboten.)

Einen Augenblick, Frau Forstenberg, möchte ich Sie bitten, noch damit warten zu wollen. Ich habe mit Ihnen Wichtiges zu besprechen und da könnte die Nähe des Dieners nur störend sein. Mit Vorbedacht wähle ich gerade diese Zeit, weil ich weiß, daß die Leute unten in der Küche ver­sammelt sind und sich ein Fest machen.

Gut, eS sei, wie Sie wünschen. Jedenfalls handelt es sich um den närrischen Einfcckl meiner Nichte, uns alle mit der Anzeige einer Verlobung zu überraschen.

Mich hat dieses Verlöbnis nicht überrascht, erwiderte Margarete trocken.

Frau Forstenbergs Wangen färbten sich. Wie, Sie wußten um diese Liebelei, die man bor mir aus guten Gründen geheim gehalten — ich hätte nicht geglaubt, Frau Moorland —

Bitte, regen Sie sich nicht auf, indem Sie falsche Voraussetzungen machen. Hier ist von keiner Liebelei die Rede, sondern von einer tiefen Nei­gung, die in beider Herzen keimte und sich zur Blüte entfaltete — und Frau Moorland erzähüe nun. wie Ullrich Winterfell Maud zum erstenmakc gesehen. Schweigend lauschte Katharina, indem sie bei sich dachte, an wie feinen Fäden das Geschick des Menschen geknüpft sei. Wenn der Diener da- mals dem jungen Manne den rechten Weg ge- wiesen, daun hätte dieser Gusti allein'getroffen, eine Annäherung würde nicht ausgeblieben sein und schließlich war vorausznsehen, daß Ullrich sich dem Dank der Geretteten nicht entzogen hätte. Die Beiden wären vittleicht heute ein glückliches Paar — es hatte eben nicht fein sollen.

Und nun frage ich Sie, fuhr Margarete Moor- land in ihrem Berichte fort, tveshalb Sie das Glück der armen Maud trübten und ibr allerhand Zwei-

Deutjcher Reich.

Berlin, den 6. Nooemb«: 1905.

* König AlfonS von Spanien ist am Man- tag nachmittag am Potsdamer Bahnhofe m Ber­lin angenommen. Gr wurde vom Kaiser und sämtlichen Prinzen des Kaiierl. HauseS, sowie der GeneralttSt der Reichshauptstadt empfangen. Die Begrüßung der beiden Monarchen war überaus herzlich. Nach einem kurzen Aufenthalte begaben sich dieselben durch eine ungemein starke Zuschauer- mengr durch die Via triumphalia zum Schlosse. Der 'Potsdamer Bahnhof, sowie die angrenzenden Straßen wiesen einen Schmuck auf, wie man ihm selten bei dem Empfange fürstlicher Persönlich­keiten begegnet. Auf dem Pariser Platze begrüßte Oberbürgermeister Kirschner an der Spitze des Magistrates den König mit einer Ansprache, in welcher er ihn in Berlin willkommen hieß. König Alfons dankte auf diese Ansprache mit fester Stimme.

* Der neue preußische Handelsminister hat sich einem Vertreter der Presse gegenüber dahin geäußert, daß er auf freundschaftliche Beziehungen zu der Presse großen. Wett lege. Er habe das in allen seinen früheren Stellungen getan, und werde es auch in feiner neuen Stellung so tun. Der Minister lehnte es aber ab, sich über Einzel­heiten seiner zukünftigen Amtsführung näher zu äußern.

* Dem Abgang deS Juftizministers stellt die Zr. D. Pr.' wieder einmal für die nächste Zeit in Aussicht. Herr Schönstedt soll bereits eine Wohnung in der Thiergattenstraße in Berlin gemietet haben. Bekanntlich war schon vor einiger Zeit eine solche Meldung im Umlauf, wurde dann aber dementiert. In mystischer Weile spricht die ,Fr. D. Pr/ auch davon, daß sich der Amtsnachfolger Schönstedt's, dem man aachsage, daß er wenig spreche, aber dafür seine Gesetzentwürfe für sich sprechen laste, schon im Justizministerium umgesehen habe.

* Einen Borwurf gegen den preußischen Landwittfchastsminister erhebt die .Deutsche Tageszeitung', weil noch keine Beschlutzfastung des Bundesrats über den vom Reichstag ange­nommenen Antrag TreuenselS über die Haf­tung des Tierhalters erfolgt sei. Wir misten nicht, ob im Bundesrat dieser Antrag nicht bereits zur Sprache gebracht ist, da sich der Bundesrat, wie gemeldet, verschiedentlich mit Resolutionen des Reichstages beschäftigt hat. Aus dem Umstande, daß die Beschlußfassung noch nicht publiziert ist, kann die ,Deutsche Tageszeitung' ihren Vorwurs schwerlich herleiten. Die Mitteilung über die Beschlüsse des Bundes- rats über die Resolutionen des Reichstags ersvlgt bekanntlich erst später im Zusammenhänge.

* Die Michsschulkommission tagt zur Zeit in Schwerin. Es liegt nahe, diesem Umstand mit den im Reichstage vorgebrachten, von dem Vertreter Mecklenburgs allerdings bestttttenen Klagen über die mecklenburgischen Schulanstalten in Verbindung zu bringen.

.. Eine für die Uniform tragenden Beamten wichtige Entscheidung des Preußischen Oberverwaltungsgerichtes hat der Minister der öffentlichen Arbeiten den königl. Eisenbahndirektionen mitgeteilt Hiernach ist entgegen der im Jahre 1902 ergangenen Ent­scheidung ein Abzug der Kosten für Beschaffung der Dienstkleidung bei der Berechnung des steuer­

Zeitung

Monatsbeilage: „Suldaer SeschichtrbMer".

Verhinderung der „Reaktion- das heißt (nach den öffentlich bekannten Aeußerungen der liberalen Führer und der Presse) einer „klerikal-reaktionären, zentrums-konservativ-agrarischen" Mehrheit. Es ist ein Kamps um die Weltanschauung, ob „positiv- christlich" oder „liberal-naturalistisch" — darum handelt es sich! Nicht um vorübergehende Vor­teile.

Zu der merkwürdigen Probepredigt, die der Stadtvikar Lizentiat H. Römer in Remscheid gehalten hat, in der er bekanntlich die Gottheit Christi ausdrücklich leugnete und das Verlesen des Apostolikums als ein „flreuj und einen Zwang" bezeichnete, bemerkt die .Kreuzzeitung': „Aus diese Probepredigt hin ist Sic. Römer zum Pfarrer in Remscheid ge- wählt worden. Wenn der Bericht der ,Refor- mation' ihren Inhalt zutreffend wiedergibt, so kann das rheinische Konsistorimn diese Wahl unmöglich bestätigen, es müßte denn sich mit den Grundsätzen, die der Evangelische Ober- kirchenrat bei bet endgiltigen Entscheidung des Falles Fischer aufgestellt hat, in schroffen Wider­spruch setzen. Wir werden sehen, was geschieht.

§ Die Zahl der bewilligten Invalidenrenten betrug seit dem 1. Januar 1891 bis einschließ­lich 30. September 1905: 1,265,402. Infolge der Auswanderung und ähnlicher Gründen sind weggefallen 491,795; so daß am 1. Oktober 1905: 773,607 gegen 762,314 am 1. Juli 1905 liefen. An Altersrenten wahrend derselben Zeit sind bewilligt: 435,280. Da 298,746 in­folge Todes der Auswanderung entfielen, ver­blieben am 1. Oktober 1905: 136,534 (1. Juli 1905: 139,079). Invalidenrenten gemäß § 16 des Jnvalidenversicherungsgesetzes (Kranken­renten) wurden seit dem 1. Januar 1900 be­willigt: 51.455. Infolge der Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit u. s. w. kamen in Wegfall 32,054, sodaß 19,401 am 1. Oktober 1901 ver­blieben (1. Juli 1905: 18,556).

* lieber die Münzprägung im Monate Oktober wird mitgeteilt: Es sind in dem Monat geprägt worden: Doppelkronen 13 557 260, Kronen 4818 490; Fünsmarkstücke: keine; Zweimarkstücke 1800354; Fünfzigpfennigstücke 1069569; Zehnpfennigstücke 226570,80; Fünf­pfennigstücke 27500; Zweipfennigstücke 5400 und Einpfennigstücke 71284,27.

* Schwere Verluste in Südwestafrika. Man ist schon längst daran gewöhnt, daß man jeden Tag eine neue Lerlustliste vom Kriegsscharrplatze in Deutsch-Südwestafrika zu lesen bekommt. Heute aber ist die Verlustliste von ungewöhnlicher Länge, fast so groß, wie man sie sonst nur nach größeren Gefechten zu lesen bekam. Nach einem Telegramm aus Windhuk sind in dem Gefecht bei Hartebeest- mund am 24. Oktober

GesaHerr: Vizefeldwebel Albert Birkholz, geboren 22. 10. 74 zu Altbraa, früher im Jager- bataillorr Nr. 2; Unteroffizier Alftcd Stoewcr, geb. 14. 6. 79 zu Hagen, früher Jnf.-Regt. Nr. 148; Gefreiter Heinrich Wolfram, geb. 15. 1. 80 zu Lützen, früher im königl. fächs. Karabiner-Regi­ment; Gefreiter Paul Müller, geb. 15. 4. 81 zu Kemberg, früher im Husaren-Negiment Nr. 12; Reiter Gottlieb Schroder, geb. 8. 9. 82 zu Chri- stiankehnen, früher im Trainbataillon Nr. 1; Rei­ter Hugo Kühne, geb. 22. 8. 84 zu Hirschfeld, früher im Husarenregiment Nr. 9; Reiter Otto Hoff­meister, geb. 13. 10. 80 zu Sambleben, früher im Dragonerreginwnt Nr. 9; Netter Max Klinker, geb. 29. 8. 83 zu Templin, früher im 2. Garde- Dragonerregiment; Reiter Wilhelm Petersen, geb. sind durch schreckliche Ercignisie zerrüttet worden, zudem Maud auch, als ihr Vater lebte, stets einer Pflanze glich, die im Schatten sich nur langsam entfaltete. Jetzt plötzlich ist die Sonne der Liebe auch ihr aufgegangen, ihr Strahl erwärmt, belebt sie. Das Unglück machte sie leiden, im Glück wird sie genesen.

Frau Forstenberg zuckte die Achseln. Ansichts­sache, meine gute Moorland, hier muß der Irren­arzt das letzte Wott haben.

Ich bin's zufrieden, da ich in den Professor Leidesdorff volles Vertrauen setze. Fragen Sie ihn, natürlich darf Maud nichts davon wissen.

Morgen werde ich nach Döbling fahren und dem Professor die Sache vottragen, er mag dann in den nächsten Tagen seine Patientin besuchen, das kann ihr nicht auffallen, und er wird sich nichts merken lassen.

So ist es recht, jetzt werde ich bestellen, daß man die Lampen anzündet.

Margarete erhob sich, ihre hohe schlanke Ge- stall in dem schwarzen Gewände hatte für Katha­rina etwas Drohendes in dem halb dunklen Shu­mer, und sie war froh, als jene es verlafsen.

Mit einem Seufzer, der wie Stöhnen klang, sank sie in die Kissen zurück. So wett war es also schon mit ihr gekommen, daß Margarete Moorland, eine Fremde, eine Dienerin, hier in ihren, Hause sich das Recht anmaßte, ihr, der Herrin, Vorschriften zu mache»! Mit keinem Worte hatte sie der Vergangenheit erwähnt, die ihr Rechte über sie gegeben, aber jeder Blick, jede Rede­wendung hatte es verraten, daß sie nicht gesonnen sei zu dulden, wenn man es etwa wagen sollte, den Liebestraum jenes launenhaften Kindes zu stören.

Ja, in der Tat, Margarete befaß auch die Macht, jegliche Drohung auszuführen, sie gebot in Wittlichkell in diesem Hanfe, und ihre Ansicht war ausschlaggebend in einer hochwichtigen Fa-

3. 12. 83 zu Lindewald, früher im Jnf.-Regt. Nr. 59; Reiter Gustav Hoinkis, geb. 14. 8. 81 zu Mizeczitz, früher im Dragonerregiment Nr. 8; Reiter Julius Englinski, geb. 26. 10. 83 zu Mar­schau, früher im Jnf.-Regt. Nr. 152; Reiter Gustav Strecker, geb. 24. 12. 81 zu Stuttgart, früher im kgl. bayer. 2. Chevanxleger-Negiment; Reiter Gustav Schreck, geb. 5. 12. 82 zu Pasewalk, früher im Feldartillerie-Regiment Nr. 38.

Verwundet: Unteroffizier Hermann Luch- terhand, geb. 11. 10. 82 zu Qbcr-O inrichshageu, früher int Ulanenregiment Nr. 9, leicht, Schuß vierten linken Finger; Unteroffizier Rudolf Ger- ding, geb. 15. 1. 82 zu Kocsfeld, früher Feld­artillerieschießschule, leicht, Fleischschtlß linke Schul­ter; Gefreiter Joseph Niebnsch, geb. 13. 5. 79 zu Osnabrück, früher im Husaren-Regiment Nr. 17, schwer, Schuß rechten Unterschenkel, Gesäß: Ge­freiter Felix Werner, geb. 14. 9. 77 zu Schladen, früher im Feldartillerieregiiuent Nr. 18, schwer, Schuß rechten Unterschenkel mit Knochensplitte­rung; Gefreiter Joseph Becker, geb. 27. 3. 82 zu Bohnenfelde, früher int Feldartillerieregiment Nr. 8, leicht, Prellschuß rechten Fuß; Reiter Otto Will, geboren 9.4. 82 zu Bartenstein, früher int Pionier­bataillon Nr. 1, schwer, Fleischschüsse linken Oder- ichenkel; Reiter Karl Holzkarnnt, geb. 20. 12. 81 zu Flemsdorf, früher int Ulanenregiment Nr. 11, chwer, Schuß rechten Ellenbogen, rechte Hüfte; Reiter Joseph Kucks, geb. 8.- 2. 82 zu M.-Gladbach, früher im Husarenregiment Nr. 9, leicht, Schuß Gesäß; Netter Georg Arnold, geb. 13. 1. 79 zu Froschelhantnier, früher im königl. bayer. 7. Jnf.- Regt., leicht, Schuß linken Unterarm; Reiter Jo­hannes Staffel, geb. 27. 2.82 zu Schönstedt, früher im Jnf.-Regt. Nr. 82, leicht, Streifschuß rechte» Unterschenkel; Reiter Emil Dsthewsky, geb. 17. 7. 81 zu Friedrichsdorf, früher int Feldartilleric- Regiment Nr. 15, leicht, Fleischschtlß rechten Ober­arm; Büchsenmacher Fritz Dreier, geb. 6. 8. 76 zu Berlin, früher Gewehrfabrik Spandau, schwer, Schuß linken Oberschenkel.

Vermißt: Unteroffizier Heinrich Babel, geb. 6. 10. 79 zu Munsterberg, früher im Jnfanterte- Regimeitt Nr. 38; Uitteroffizicr Reinhold Sehl, geb. 29. 9. 81 zu Möser, früher int Pionier-Bat. Nr. 18; Reiter Paul Graf. geb. 30. 1. 81 zu Ders­dorf, früher im Juf.-Negt. Nr. 171.

Am 28. Oktober 1905 im Patrouillengcfecht am Keitfuch: Gefallen: Gefreiter Franz Elli, genannt Rupprecht, geb. am 23. 8. 80 zu Adkkoveii, früher im Jnf.-Regt. Nr. 173, Kopf- und Bauch­schuß ; Reiter Engelbertus Kotze, geboren am 7. 6. 84 in der Kapkolonie; Bauchschuß.

Verwundet: Reiter Wilhelm Sandbrink, geb. am 4. 4. 82 zu Glatte, früher im Ulanenregi- raent Nr. 10; leicht, Schuß linke Leitde.

Am 29. Oktober 1905 beim Uebersall eines Pro­viantwagens bet Fahlgras: Oierallen: Neuer Max Stumpe, geb. am 17.5.82 zu Breslau, früher im Feldartillerieregiment Vit. 42, Nciter August Kikul, geb. am 10. 9. 82 zu Gutfeld, früher im Feldartillerieregiment Nr. 35, Netter Emil Gesell, geb. am 10. 10. 79 zu Bruchsal, früher im Feld- artillerieregiment Nr. 61.

Verwundet: Gefreiter August Kaschube, geb. am 6. 3. 84 zu Frankfurt a. O., früher im Telegraphenbataillou Nr. 2, Schtiß linken llittec- schenket.

Am 28. Oktober d. I. auf Patrouille bei Awa- daob: Verwundet: Reiter Paul Wawrzymak, geb. am 18. 1.83 zu Schmolz, früher im Husaren- regiment Nr. 2, leicht, Prellschuß Unterschenkel.

Berlin, 6. Nov. 1903. Eine hohe Auszeich' nung verschiedener südwestafrikanischer Führer unserer dortigen Truppen ist erfolgt. Der Kaiser hat kem Generalleutnant von Trotha, dein Major Al ei st er und dem Hauptmann Franke den Orden ponr le merite verliehen. Hauptmann Franke erhielt de»

Und ich fant ganz verschiedener Ansicht, sprach -------------— ,----------

Fran Mnorlattd fest. Des armen Kindes Nerve» > die Hände in ohnmächtiger Wut, das stolze Wetb

pflichtigen Einkommens der preußischen Staats­bahnbeamten fortan nicht mehr zulässig.

* Neber die Reichsfinanzvorlagen wird der Bundesrat erst in der nächsten Woche Beschluß f aff en können, weil bisher immer noch nicht eine Einigung unter den Einzelstaaten möglich ge- wesen ist. Der Zwiespalt unter den Bundes­regierungen macht sich dadurch bemerkbar, daß alle Augenblicke neue Steuerprojekte austauchen. So wird mehreren Blättern aus Berlin jetzt mitgeteilt, daß tatsächlich eine Fahrkarten­steuer und neben der Quittungssteuer auch noch andere Stempelabgaben vorgesehen seien.

Neber die diplomatischen Beziehungen Deutschlands «ud Norwegens bringt die ,Nordd. Allg. Ztg.' einen offiziösen Artikel, wonach die norwegische Regierung, nachdem sie bet der deutschen Regierung den Wunsch wegen Herstel­lung diplomatischer Beziehungen zu erfennen gegeben nnb darauf eine zustimmende Antwort erhalten hat, jetzt beabsichtigt, den Kapitän Michel Sie als interimistischen Geschäftsträger nach Berlin zu entsenden. Deutschland wird den Legationssekretär Frhrn. v. Werthern als interimistischen Geschäftsträger in Christiania beglaubigen. Die beiden Geschäftsträger treffen bereits in diesen Tagen auf ihren Posten ein. Die deutsche und die norwegische Regierung haben sich gleichzeitig vorbehalten, in bett beiber- f eiligen Hauptstädten demnächst Gesandte zu be­glaubigen.

* Verhandlungen über den neuen deutsch- chinesischen Handelsvertrag sind jetzt vom Generalkonsul Dr. Knappe in Shanghai mit den chinesischen Bevollmächtigten eingeleitet und zu einem gewißen Abschluffe gebracht worden. Die Unterhändler werden über die bisherigen Ergebniffe ihrer Regierungen schriftlich und mündlich berichten. Generalkonsul Knappe wird jetzt in Deutschland zurückerwartet.

* Ueber die Erweiterung der Bieheinfuhr hat, wie die .Allgemeine Fleischerzeitung' er­fahren haben will, in der am Sonnabend abge­haltenen Sitzung des Staatsministeriums Er­wägungen stattgefunden. Es handelt sich dabei angeblich um die Frage, in wieweit dem Antrag auf Öffnung der oberschlesischen Grenzen für das erhöhte Schweinekontingent aus Rußland heute schon stattgegeben werden könne. Preußen werde, behauptet das genannte Blatt, beim Reichskanzler beantragen, die Erhöhung des Schweinekontingents von jetzt ab nach und nach eintreten zu lassen. Bekanntlich hat der preußische Landwirtschaftsmin'fter vor einiger Zeit bereits diese Maßnahme für den Fall in Aussicht ge­stellt, daß sie durch die angestellten Erhebungen gerechtfertigt erscheinen. Trotzdem sind wir der Ansicht, daß die Meldung der.Allgem. Fleischer- Ztg.' bestätigungsbedürftig ist.

* Die badischen Landtaqswahlcn und die Stellungnahme der amtlichen .Karlsruher Zeitung' gaben der ^reuzzeitung' Anlaß zu einigen Aus­führungen. Die .Karlsruher Zeitung' hatte davon gesprochen, daß die Führer der Jungliberalen in Baden „Stimmungen und Empfindungen des Augenblicks" nachgegeben hätten. Die .Äreujjtg.' bemerkt, die .Karlsruher Zeitung' irre darin. Die liberalen Führer hätten seit Jahren in zielbewußter Tatkraft auf das Ziel hinge­arbeitet, das sie nun erreicht hätten. Nicht „vor­übergehende Vorteile waren das Ziel, sondern die fei, die Gesinnung und den Charcckter des Bräuti­gams betreffend, einzuflößen suchten.

Aber, beste Moorland, ganz einfach aus dem Grunde, weil ich selbst Zweifel hege.

Dann wäre es gerechter gewesen, gegen Maud sowohl wie auch gegen den jungen Mann, den Freund Ihres Sohnes, erst genau zu prüfen, ob der Verdacht begründet ist. Im übrigen wirb jeder Freier, wenn er sich um eine Erbin bewirbt, bas Vermögen derselben als eine angenehme Zu­gabe betrachten, das ist natürlich und kein ver­ständiger Mensch würde es einem jungen Manne als Verbrechen anrechnen.

Immerhin aber würde es eine niedere Ge- fmnung bekunden.

Ach, beste Frau Forstenberg, entgegnete Mar­garete rntt leichtem Spott, ich hätte Sie für prak­tischer und welterfahrener gehalten.

Katharina preßte die Lippen zusammen; jedenfalls Hatte Margarete von der alten Moor­land, ihrer Schwiegermutter, erfahren, daß es einst zu recht unerquicklichen Erörterungen ge­kommen war zwischen Forstenberg und Sir Ge­orge, die Mitgift der Schwester betreffend. Sie brach daher kurz ab und ging auf ein anderes Thema über, indem sie sagte:

Das wäre ja auch das geringste, denn am Ende ist es Mauds Sache, ob der von ihr mit so viel Eigensinn erwählte Gatte den Erwartungen ent­spricht, die sie von ihm hegt. In des Mädchens Krankheit liegt das größte Hindernis für die Ehe, welches sie eingehen will. Es ist ja fast ein Wun­der zu nennen, daß Maud von ihrem schweren Leiden soweit hergestellt ist, um mit anderen Men­schen verkehren zu können, doch wird sie niemand als geheilt betrachten. Wenn sie in Zurückgezogen- hett, in gewohnter Werse fortgelebt hätte, ein stilles Blumenladen, durch nichts getrübt, dann wurden sich ihre Nerven rntt den Jahren auch gekräftigt haben, während andererseits das schlimmste zu befürchten sieht.

Lffcheiut tätlich, mit AnrnahN: der 5snn- und Stierlege. Viertel­jahr!. Bezugspreis ohne bringerlohn uns auswärts l llik. 56 Pf?»

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§ streit«:3. Bauet;

D 5« Ida. Nschrnbttlage! „Illustrierte Lonntagrzeitung"