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krschtint tü-lich, erit ansnoljme der Samt» MBb Seiertage. Dieheb Mrl. ve;«grprri, obre Bringerlohn und vefteSgeldinZnldannd «ARSärtr 1 MI. 50 psg.

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Zuldaer

wochenbrNage: „Illustrierte Zonntagrzeitung"

Zeitung

Monakbeiiagc: „ZMaer GeschlchkblStter".

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Rotaltonrdruck n. Verlag der Fuldaer 3a tiendrnltrrei in Huld« Hernsprecher Nr. 9.

■ .......

M 251,

Fulda, Donnerstag, den 2. November 1905,

32. Jahrgang

and Wittes anvertraut ist, somit be­

bet: Bleihütten, über die Verwendung von Blei-

KisWoKoKo-Dame

eben schwer, Mizi von etwas

gezwungen. Das könnt schon ich zu Dir und Edi ins Haus, „gute Tante" zu spielen, aber es ist die höchste Zeit, Edi wird er mag die Bandeleien nicht.

Trotz der Sanders die Tochter mit

von Ern st von Waldow.

(Nachdruck verboten.) 16.

gefunden hat. Die radikal-sozialistische Gruppe verlangt, der Druck des Volkes auf die herrschenden Kreise muffe weiter geübt werden, bis ein neues Regime wirklich zustande gekommen sei. Bei anderen Gruppen dagegen herrscht eine geradezu hysterische Begeisterung über diesen Sieg der konstitutionellen Grundsätze. Auf bett Straßen forderte die Menge die Patrouillen auf, in die Kasernen zurückzukehren, da nunmehr keine weiteren Unruhen zu befürchten seien. Als erste erfreuliche Folge des Manifestes ist die Einstellung des Eisenbahnerausstandes auf einer der russischen Hauptlinien zu verzeichnen. I färben, sollen dem Reichstage gleich nach seinem Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet, auf Zusammentritt zur Kenntnisnahme unterbreitet den Bahnlinien Moskau—Petersburg, Moskau— werden.

gangen. Winterselt hatte zwar aus Edis Mit­teilungen geschlossen, daß bald ein frohes Ereig­nis in der Familie Forstenberg gefeiert würde; aber es berührte ihn erst recht froh, als er die Verlobungsanzeige schwarz auf weiß in Händen hielt, und dann kam auch die Einladung zu dem Derlobungsfeste.

Aber sie 'ist jetzt vollständig geheilt.

Hm — wenn solche Kranke überhaupt völlig geheilt werden können, was mir wenigstens stets zweifelhaft erscheint.

Die Arme — so ist sie verurteilt, einsam durchs Leben zu gehen.

Wer weiß, es findet sich wohl jemand, der das Führeramt übernimmt, der Honorierung wegen.

Gusti hatte so voll Bitterkeit gesprochen, daß die ahnungslose Mizi sie ganz erstaunt anblickte und dann voll Neugierde fragte: Auf wen spielst Du denn damit an, denn das war doch keine all­gemeine Bemerkung.

O doch, ich ärgere mich stets, wenn ich an die vielen Heiratsspekulanten denke, das beste ist ledig bleiben.

wußten Hc

gründete Aussicht vorhanden ist, daß die schönen

Versprechungen des Zaren nicht nur leere Worte

scheinen; zu den Mitarbeitern gehören die her- vorragendsten deutschen Musiker, wie Max Bruch, Richard Strauß, Humperdinck, Thuille, Bernhard Scholz, ferner Hegar aus Zürich, Kremser, Kirchl und Koschat aus Wien.

bleiben, sondern praktisch in die Tat umgesetzt werden. Mit den Befugniflen eines Minister­präsidenten ausgestattet, wird Witte in der Lage fein, mit den Mißständen einer verrotteten Ver­waltung gründlich aufräumen und für Rußland eine neue freiheitliche Aera zu eröffnen.

Wie leicht zu begreifen ist, hat der Erlaß begeifterte Aufnahme in der russischen Haupt­stadt und im Zarenreiche, vor allem in den revolutionären Kreisen selbst gesunden. In Petersburg rief bas Manifest überall bett besten Eindruck hervor. Auf dem Newskyprospekt war in der Nacht eine große Menschenmenge an ge­sammelt, alle lasen die Extrablätter. Rufe „Es lebe die Freiheit" ertönten. Die Stadt­duma, die eine Nachtsttznng abhielt, beschloß nach Verlesung des Manifestes, dem Kaiser zu tele­graphieren :

„Die Petersburger Stabtbuma bewill­kommnet mitEntzücken dieVerkündung der ersehnten Freiheit, fest vertrauend auf die lichte und große Zukunft unseres teuren Vaterlandes. Hurra dem Kaiser des freien, Volkes!«

Besondere Beachtung verdient die Aufnahme,die bas kaiserlicheManifest bei den Revolutionären!

i setzlichkeit der Handlungen der von un- er­nannten Behörden gewährleistet wird.

Wir lasten einen Ruf ergehen an alle treuen Söhne Rußlands, sich ihrerPflicht gegen das Vaterland zu erinnern und bei der Beendigung dieser Wirren und Wider­wärtigkeiten zu helfen und gemeinsam mit uns ihre Kräfte an die Wiederherstellung der Ruhe und des Friedens auf dem mütterlichen Boden zu setzen. Gegeben zu Peterhof, 17. 30. Oktober 1905, im elften Jahre unserer Regierung.

gez.: Nikolaus.

In diesem Erlaß sind im wesentlichen alle politischen Hauptforderungen der russischen Revo- lutionäre bewilligt: Gewissens-, Vereins-, Versammlungsfreiheit, Anerkennung des allgemeinen Wahlrechts als Grundnorm für die Dumawahlen und die Umwandlung der Duma aus einer beratenden in eine legis­lative Versammlung. Wenn diese neuen Zugeständnisse bald burchgeführt werben, bann ist ber bas ganze Lanb umspannenben revo- lutionären Bewegung ber Boben entzogen, sie wirb baher in sich selbst zusammenbrechen. Diese Erwartung ist um so mehr gerechtfertigt, als bas; große Werk der nunmehr beginnenden Umwand­lung Rußlands aus einem absolutiststchen in einen Rechtsstaat der energischen und zielbe-

* Das preußische Bolksschulgesetz soll nun, wenn die.Deutsche Tageszeitung' gut unterrichtet ist, „in ganz kurzer Zeit« fertig vorliegen.

** Die sozialpolitischen Verordnungen, welche seit dem Schluffe der letzten Tagung des Reichs- tags ergangen sind, wie die über den ^Betrieb

Wie lange war es her, daß er Maud nicht ge­sehen? Ob sie chn gleichfalls vermißt hatte? Er wagte gar nicht, darauf eine Antwort zu geben, denn das junge Mädchen erschien ihm als etwas so Erhabenes, UeberirdischeS, daß er mit seinem glutvollen Sehnen und seinen leidenschaftlichen Wünschen sich nicht an Maud heranwagte. Er liebte sie, das war ihm längst klar geworden, aber an eine Verbindung mit ihr hatte er noch nicht einmal gedacht.

Auch galt Maud Layard für eine reiche Erbin, wie hätte er, der arme Buchhalter, um sie werben

* lieber eine Prämie für die Erfindung emd wirksamen Mittels zur Heilung bei; Tuberku­lose oder des Krebses, die angeblich von der brasilianischen Regierung ausgesetzt sein soll, sind in neuerer Zeit mehrfach Anfragen an das kaiser­liche Konsulat in Rio de Janeiro gelangt. W:« die ,Nordd. Allg. Zig/ jetzt mitt eilt, ist vor etwa drei Monaten in ber brasilianischen Deputierten­kammer allerbings ein Antrag eingebracht worden, ber bie Aussetzung einer Geldprämie sür den Fall herbeiführen will, daß ein wirksames Mittel gegen Schwindsucht, Krebs und einige andere in Bra­silien besonders verbreitete Krankheiten gefunden werden sollte. Es ist jedoch nicht zu übersehen, wann dieser Antrag zur Beratung kommen und ob er zum Gesetz erhoben wird. Etwaige Be­werbungen um die Prämie sind daher zurzeit völlig zwecklos.

* Eine Fahrkarten - Steuer soll dem Ver­nehmen der,Dentichen Tagesztg.' zufolge gleich­falls in der Reichsfinanz - Reform enthalten sein. Näheres darüber teilt das Blatt nicht mit.

.'. Die Vorgänge in der Redaktion des »Vorwärts' und die Stellungnahme des soüal« demokratischen Parteivorftandes dazu bildet öe« Gegenstand einer sechs Spalten langen Er­klärung des letzteren, die im .Vorwärts' ver­öffentlicht wird. Aus der Länge dieses Mach­werkes dürste man auf Bebel als den Ver­fasser desselben schließen, obwohl hier die Länge sich mit der Langweiligkeit deckt. Art tatsäch­lichen Angaben enthält die Erklärung sehr wenig. Es geht aus ihr aber hervor, daß bie sechs aus ber Redaktion des /Vorwärts' ent­fernten Redafteure sich in einem Irrtums be­funden haben, wenn sie annahmen, daß mit der Auseinandersetzung in Jena die .Vorwärts'- Frage begraben gewesen sei. Der Jenaer Partei­tag bildete aber nur den Anfang für die „Reinigung" ber »Vorwärts'-Redaktion. Von Interesse ist bie Mitteilung, daß die jetzt enl- lastene Mehrheit der Redakteure selbst einer ge­waltsamen Entfernung der Minderheit nicht ab­geneigt war und daß die beiden Richtungen in ber Redaktion einander wie Katze und Hund gegenüberstanden. Das Verhalten der sechs Re­dakteure rotrb als „böswillig" .bezeichnet; eS wird ihnen „Phrasenhastigkeit", „Theaterdonner" und dergleichen zum Vorwurf gemacht, und sie werden eines groben Mißbrauchs ihrer Stellung geziehen, den sie allerdings nur dadurch begangen jaben, daß sie im .Vorwärts' selbst ihre Sache

Roman

S]

Deutsches Reich.

Berlin, den 31. Oktober 1905.

** Der Audienz des Fürst-Erzbischofs Dr. Bauer von Olmütz beim Kaiser hat sich, wie der ,Berl. Lokalanz.' meldet, eine einftünbige Unterrebung des Monarchen mit bem Fürst-Erz­bischof angeschlossen. Die Bemerkung des ge­nannten Blattes, daß ber Fürst - Erzbischof in Mähren eine populäre Persönlichkeit unb einem Scherzworte durchaus nicht abholb sei, veranlaßt ben .Reichsboten' zu ber grimmigen Bemerkung, vielleicht erlaube sich Herr Bauer auch nach seiner Rückkehr nach Mähren in der Mitte seiner Tschechen manches Scherzwort über seine Reise nach Berlin und ziehe aus dem Empfange den Schluß, daß die tschechische Feindschaft gegen das Deutschtum in Berlin nicht übelgenommen werde, sodaß man darin ruhig fortfahren könne. — Dem ,Reichsboten' muß doch alles für den Zweck dienen, gegen bie katholische Kirche unb die katholische Geistlichkeit zu Hetzen.

* Eine Sammlung deutscher Volkslieder für Mannerchor bildete den Gegenstand einer Sitzung der vom Kaiser zu diesem Zwecke berufenen Kommission. An derselben nahmen die Vertreter der bedeutendsten deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesangvereine teil. Das neue, sorg­fältig vorbereitete Merk soll im Mai 1906 er-

Oleichzeu.g schrieb auch Ferdinand Forstenberg an den alten Geschäftsfreund, des Sohnes Werb­ung unterstützend.

Die Antwort ließ nicht lange warten. Mizi -and, daß |ie hatte freudiger, herzlicher sein können ~ aber sie war bejahend und dies war die Haupt- fache.

Verlobungskarten wurden bestellt und ver. ftndet — Mizi Sanders war eine ofti»ielle Braut", wie Edi lachend sagte.

Eine Brauti Sie sprach das Wort so feltfam au?, die kleine Maud Layard, als sie allein in ihrem Zimmer saß, die Hände im Schoße gefallen. Unb dann versank sie in Grübeleien. Es war doch ganz Eigenartiges um solch bräutliches s - r*1' .das Glück aus den Augen strahlte, ba? sich in seligen Zukunststräumen wiegte und von allen gehätschelt, geliebkost, beglückwünscht -vui-'Oe.

. i$rcn großen, fragenden Kinderaugen hatte Maud aus der stillen Ecke, in die sie sich zu stuchten pf-egte, wenn sie im Familienzimmer j Weilte, da-, alles beobachtet, und war sie dann wie- "e.r auein, dann dachte sie in ihrer ernsten Weise | jiber Geschehenes und Erlebtes nach; es war ihr i

schenk anzunehmen, aber Maud hatte eine ganz B» den letzten Wochen hatte sie wenig Gelegen- unwiderstehliche Art, ihren Willen durchzusetzen, gehabt, Ullrich Winterfell unb Maud zusam-

und dann redete auch Gusti, als sie mit der Freun- men 3« sehen, denn da die Verlobung des jungen

bin allein war, dieser zu, den Schmuck anzulegen, Paares noch nicht ausgesprochen war, blieb man

indem sie hinzufügte: ' daheim, und Edi war viel zu selbstsüchtig, um

Du würdest Maud Layard kränken, wenn Du durch bie Gegenwart Fremder stören zu lassen, ihre Gabe verschmähtest. Sie ist ja reich daß es Familienkreise war es ihm gestattet, da» sie kein Opfer kostet, großmütig zu sein und Lun ?“Tfte "ist Mizi zu plaudern, .in Gesell- könnte sie schließlich denken, daß Du sie für nicht f*aft öderer Ware das denn doch nicht ange- zurechnungsfähig hältst, denn sie war ja geistes- """""" ---

krank.

dürfen? Vorläufig war es ja schon Glück genug, sie zu sehen, in ihrer Nähe zu weilen und der Sorge überhoben zu sein, daß Edi, welcher in keiner Beziehung zu ihr paßte, sie zur Gattin nähme, nach der Ellern Plan.

Das Verlobungsfest sollte durch einen Hauk« ball gefeiert werden. Frau Katharina und Gustl hatten alle Hände voll zu tun und Mizi half ihnen, mindestens wenn Edi im Bureau war. Maut! war demnach auf die Gesellschaft Margarete Moovs lands angewiesen und das war wenig erheiternd.

Plötzlich unterbrach das junge Mädchen die cirtd getretene Pause durch die Frage:

Margarete, war meine Mutter eine glücklichst Braut? Die Antwort ließ auf sich warten, dar» kam sie etwas zögernd: Gewiß, Sir George hallst sie aus Liebe gewählt.

Aber liebte sie meinen Vater auch?

Miß Ellen Wilson schätzte unfern Herrn uni. reichte ihm willig die Hand, er war ja auch so reich und angesehen, daß ihr Leben an seiner Seilst ein glückliches werden mußte.

Mauds zarte Wangen färbten sich. Sie wollen doch damit nicht anbeuten, Margarete, daß meinst Mutter ben Papa um äußere Vorteile, um GeV unb Gut unb einer beneibeten Stellung wegen gel wählt hat. I

Margarete Moorlanb zuckte bie Achseln, sm war bamals, gleich ihrem Manne und tbrad Schwiegermutter, gegen bie Heirat Sir GeorgM mit ber Schauspielerin gewesen unb ging von test eiten Ueberjeugung aus, daß bie schöne Elle^ ! Bilfon ben viel älteren unb nicht eben liebens-s werten Freier nur deshalb erhört habe, um eint reiche, angesehene Frau zu werden. Sie wq >amft der Wahrheit auch ziemlich nahe gekornrnech doch Maud erschien es völlig unbegreiflich, wist man ein Kaufgeschäft mit ber Siebe unb ElB chließung treiben könne. Jebensalls hatte bist Moorland sich geirrt, was diese denn auch schweif genb zugab, um die junge Herrin nicht zu reizeist

(Fortjerung felgt)

ührten. Die große, langatmige Erklärung lieft ich wie ein schwacher Versuch des Parteivor- tandes, sich gegen den Vorwurf der Unter« »rückung der freien Meinungsäußerung zu decken. Das „brutale" Vorgehen des Partei Vorstandes, das von hervorragenden „Genossen" selbst als solches charakterisiert worden ist, wird durch die Erklärung des Parteivorstandes in kein besseres Licht gerückt. Die angegriffenen Redakteure werden die Antwort auf die Erklärung nicht schuldig bleiben.

* Der Nachtragsetat für Ostafrika. Di» ,Norbd. Allgem. Ztg.' schreibt: „Zur Nieder­werfung des Aufstandes im ostasrikanifchest Schutzgebiete ist neben der Aussendung von Marinetruppen eine Verstärkung der dem Gouverneur zur Verfügung stehenden Machtmittel 'Schutz- und Polizeitruppe) erforderlich geworden. Bei Beginn des Aufstandes ließ sich nicht über­sehen, auf welche Stärke die Truppe gebracht

zornigen Aufwallung, mit ber Papa

Nachricht von ber Verlobung feiner

®bt Forstenberg im Anfänge auf-

aeii’botfi’bereitä’fnmp^6« öje Igeiajenrt zum NerwvungSsesie und ber neuen I i"luuv eine Perzeuserieicyrerung zu uetiajuncn,

Annte bei XrrT M 0 £ie^en' ba|.®br eä wagen Verwandten einen Türkisenschmuck. Die beschei- denn zu ihrer Mutter bürste sie derartiges nicht Ä ÄÄ2. •** V «ÜÄM« «wA-l’-fe______________________

gewiß zu sei i glaubte.

I Kasan und Moskau—Archangelsk fei der Aus­stand beendigt. Die anderen Linien werden sich zweifellos bald anschließen. In Warschau hatte schon die durch Extrablätter bekannt gegebene Ankündigung des kaiserlichen Manifestes unter der Bevölkerung großen Jubel hervorgerufen. Die "Nachricht von dem Erlaß des kaiserlichen Manifestes selbst rief einen tiefen Eindruck her­vor, da- Extrablatt des ,Kuryer Warszawski' war bald vergriffen, in allen Restaurants umarmten sich die Menschen. Die Militär­patrouillen wurden sofort zurückgezogen, russische Offiziere beteiligten sich an dem allgemeinen Jubel.

Hoffentlich kommt der kaiserliche Erlaß noch früh genug, um überall die Erregung rasch wieder in ruhige Bahnen zu lenken. Aber bald hätte es zu spät werden können. Wir begrüßen daher den Erlaß des Zaren nicht nur im Interesse Rußlands, sondern auch im Interesse des Welt friedens und der allgemeinenKultur- intereffen der Menschheit mit aufrichtigster Freude und Befriedigung, verhehlen uns indessen keineswegs, daß es noch so mancher schwerer Kämpfe bedürfen wird, ehe die Segnungen der neuen nunmehr eröffneten Aera Rußland selbst zugute kommen werden.

ja noch vieles fremb, was gleichaltrigen Mädchen Geh weg, Gusti, Du wirst boch keine alte Jung­etwas Bekanntes, lang Gewöhntes ist. Zuweilen fer werben wollen — behüts Gott! war Maub stolz auf ihre Eigenart gewesen unb Auguste lachte hatte sich erhaben gefühlt über jene leichtlebigen sein, bann komme Geschöpfe, bereu Gedanken sich um ben Putz, bas um bie bekannte Vergnügen unb eine gute Partie drehen. Mzi jetzt zieh' Dich an, Sanbers war ihr anfangs herzlich unbebeutenb leicht ungebulbig, vorgekommen, doch jetzt, als Braut, erschien sie ihr Es war nicht _____ ____,_____________

ein anderes Wesen, poetisch verklart vom Hauche abzulenken und Gusti mochte das Gespräch nicht beseligender Liebe. svrtsetzen, so wohl es ihr auch ‘ zuweilen tat, sich

Maud hatte ihrem Vetter Edi einen wertvollen eine derartige hingeworfene Bemerkung über Ring geschenkt zum Verlobungsfeste und der neuen Maud eine Herzenserleichterung zu verschaffen,

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Das Manifest des Zaren.

Am Montag meldete der Telegraph au8 Pelersburg, daß die Veröffentlichung eines kaiser­lichen Manifestes unmittelbar bevorstehe, in wel­chem der Zar unter anderen Zugeständnissen euch die Genehmigung dazu gebe, daß Rußland ein Verfassungsstaat werde. In der Tat ist denn auch schon in folgender Nacht das Manifest durch Extrablätter des Regierungsboten in den Straßen der russischen Hauptstadt verteilt wor- deir. Das hochwichtige Aktenstück hat folgenden gßortlaut:

Wir, Nikolaus II., von Gottes Gnaden Kaiser und Selbstherrscher aller Reußen, Zar von Polen, Großfürst von Finland rc., erklären allen unseren treuen Untertanen, daß die Wirren und die Erregung in unseren Hauptstädten und zahlreichen anderen Orten unseres Reiches unser Herz mit großer und schmerzlicher Trauer er­füllen. Das Glück des russischen Herrschers ist unlöslich verknüpft mit dem Glück des Volkes, und der Schmerz des Volkes ist der Schmerz des Herrschers. Aus den gegenwärtigen Unruhen kann eine tiefe nationale Zer­rüttung und eine Bedrohung für die Unver­letzlichkeit und die Einheit unseres Reiches entstehen. Dis hohe durch unseren Herrscherberuf auserlegte Pflicht befiehlt uns, uns mit all un­seren Sinnen und mit unseres ganzen Kraft zu bemühen, um das Aufhören der für den Staat so gefährlichen Wirren zu beschleunigen. Nachdem wir den in betracht kommenden Be­hörden befohlen haben, Maßregeln zu treffen, um die unmittelbaren Kundgebungen der Unord­nung, der Ausschreitung und der Gewalttätigkeit abzustellen, damit die friedlichen Leute, die nur da» Bestreben haben, ruhig ihre Pflicht zu er­füllen, geschützt werden, haben wir es für unent­behrlich erkannt, um mit Erfolg die auf die Be­ruhigung des öffentlichen Lebens abzielenden all­gemeinen Maßnahmen zu verwirklichen, die Aktion der obersten Regierung zu vereinheitlichen. Wir leg en der Regier ung die Pflicht auf, wie folgt unseren unbeugsamen Willen zu erfüllen:

1. der Bevölkerung die unerschütterlichen Grundlagen der bürgerlichen Freiheit zu ver­leihen, die gegründet ist auf die wirkliche Un­verletzlichkeit der Personen, die Freiheit des Ge- wissens, des Wortes, der Versammlungen und Vereinigungen;

2. ohne die früher angeordneten Wahlen für die Staatsduma aufzuschieben, zur Teilnahme an der Duma in dem Maße, als es die Kürze der bis zur Einberufung der Duma noch ablaufenden Zeit gestattet, die Klassen der Bevölkerung zu berufen, welche jetzt der Wahlrechte völlig ent­behren, wobei sodann die weitere Entwickelung I deS Grundsatzes des allgemeinen Wahlrechts der neuerdings begründeten gesetzgeberischen Ordnung der Dinge überlassen wird, und

3. als unerschütterliche Regel aufzustellen, daß kein Gesetz in Kraft treten kann ohne Ge­nehmigung der Staatsduma, und daß den Er­wählten des Volkes die Möglichkeit der wirk­lichen Teilnahme an der Ueberwachnng der Ge-