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/Viilba, Samstag, Den 21. Oktober itwa.
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Ideo WeinhandeL
Drittes
wohl die populärste Studie des Dichters, die Ver-
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~ Im Oktober 1805 wurde Adalbert Stifter in: ! Städtchen Oberplan, am Nordostabhange des Böhmerwaldes, als der Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers geboren. Da der Großvater in dem Jungen viel Talent zum Studium entdeckt hatte, kam dieser au das Stiftsgymnasium der Öberösterreichischen Benedittinerabtei Kremsinün- ster. Hier war er ein fleißiger Schüler, der sich gerne mit der schöngeistigen Literatur, sowie auch mit Malen und Zeichnen beschäftigte.
1826 kam er als Hörer der Rechte an die Wiener Universität. Nach vollendetem Studium wird er Hauslehrer beim Grafen Colloredo, später auch dein, Fürsten Metternich. Da er durch seine Beziehungen bald eine Staatsbcamtenstelle zu erhalten hoffte, vermählte er sich 1837 mit Amalia Mohaupt, einer Offizierstochter. Allein die er-1 hoffte Stolle blieb vorderhand aus.
dem Zcntruin und den Liberalen, sowie zwischen den letzteren und der Sozialdemokratie kam es wiederholt zu scharfen Auseinandersetzungen. Schließlich wurde der Zentrumsantrag und ein liberaler Eventualantrag auf Einführung von Proportionalwahlen einem Ausschüsse überwiesen.
Der große Streit in der Berliner Elektrizitäts-Industrie ist beigelegt worden, und zwar durch Nachgeben der Arbeiter. Dieselben haben zu den Bedingungen, die ihnen vonseiten der Unternehmer schon vor dem Streik bezw. Aussperrung gewährt waren, die Arbeit wieder ausgenommen.
I so fesseln uns die Jdealgestalten, so fesselt uns die Unwahrscheinlichkeit der Handlung lange nicht so, als wie die glitzernde Abwechsluna der Naturbilder. Hier hat Stifter seinen Höbevunkt er- | reicht. Hier beherrscht er Naturstimmung und Naturschilderuug wie keiner. Ohne sich sortreißen zu lassen, in flüssiger, ruhiger, gewählter Sprache weiß er alles zu beschreiben. Nicht mit den technischen Kunstgriffen und Kniffen der Modernen, mit abgehackten, halbvollendeten kurzen Sätzen, mit Klangnachahmungen, nicht mit grellen Far ben, mit hingeworfenen Lichtern und Schatten, sondern mit ruhigen, fleißigen Strichen, in laugen Sätzen, die Nebensätze und Beisätze erläutern, kommt er zu seinem schwierigen Ziel.
Aus dieser Zeit der Vollkraft stammen ferner „Die Mappe meines Urgroßvaters", „Die Narrenburg" und „Abdias". In der ersten Geschichte trägt Stifter allerlei Erinnerungen und Funde aus feiner Heimat zusammen.
„Tie Narrenburg" knüpft an verödete Ruinen an, in denen als letzte Ausläufer eines tragisch geendeten Geschlechtes ein Greis und ein Mädchen' hausen, beide gleich sonderbar und eigentümlich.
„Abdias" ist Wohl die handlungsreichste Geschichte Stifters, in der er auch der Charakterzeichnung mehr Platz einräumt.
Ter „Hagestolz" ist ebenfalls eine hübsche Laud- schaftsstudie, bei der auch ein merkwürdiger Kauz,
Dies ist in kurzem der Lebenslauf des Dichters, der uns einen gewissen Einblick in sein Schaffen gewährt.
Eine ruhige, stille Seele ist Stifter gewesen, getragen von hohem, sittlichen Ernst, von seltener Güte und von tiefem moralischen Gefühl.
Er war ein geborener Dichter, der die Natur verstand, der ihre Sprache zu deuten wußte.
Speziell in der Landschaftsschilderung erreicht er sein Höchstes, darin ist er Klassiker, er führt die Schilderungen bis ins kleinste Detail aus und strebt, wie Pröll von ihm mit Recht sagt, „nach ruhiger Abgeschlossenheit des Bildes. Stifter ist als Landschafter wesentlich lyrisch."
Seine Natur ist immer eine feiertägige; aber indem er zuerst ein groß angelegtes Bild von der Situation gibt, führt er sie dann bis ins kleinste Detail aus. Seine Menschen sind nur da, um in dieser Natur zu leben, um sich ihrer zu freuen, uni die Stimmung in derselben an sich durch- ! zukchten.
Dann und wann weiß er der ganzen Erzählung einen Zug ins Romantische zu geben, aber auch hier verrinnt bald das Groteske und Gigantische ins Idyll. Seine Kraft und seine höchste Kunst, die seine Erzählungen zu abgeschlossenen und vollendeten Kunstwerken stempeln, ist einzig seine Landschafts- und Naturschilderung.
. Stifters Werke mag man in drei Abteilungen teilen, fe nachdem sie aus seiner ersten schriftstellerischen Tätigkeit bis etwa 1853 stammen, oder aus der Zeit seiner Lehrtätigkeit oder in den letzten Jahren entstanden sind. Am frischesten, reinsten und wertvollsten sind Wohl die Sachen aus seiner ersten Epoche.
1840 erscheint in der „Wiener Zeitschrift" Stifters erste Arbeit „Der Condor", die teilweise in der Form der Anordnung speziell an Jean Paul erinnert, jedoch ist die Naturschilderung bereits vollständig originell und so „realistisch" im guten Sinne des Wortes, daß wohl noch heute die modernsten Realisten davon lernen können.
Die Cholera ist im Reiche zwar noch nicha erloschen, doch ist sie sichtlich im Rückgang begriffen. Dank den energischen Maßnahmen, welche von den Behörden ergriffen wurden.
In verschiedenen österreichischen Ein- zellandtagen ist es aus Anlaß der Erörterung der Wahlrechtsfrage zu tumultuösen Szenen gekominen. Im Landtag zu Prag haben die deutschen Parteien wegen des Vorgehens der Tschechen eine Obstruktion angeküudigt, von der Ausführung des Planes aber vorläufig noch Abstand genommen. Die politische Lage in Ungarn ist nach wie vor höchst unklar. Die angekündigte Wiederernennung Fejervary's zum Ministerpräsidenten ist jetzt zwar erfolgt, doch erscheint damit die Lö- sung der Krisis noch keineswegs gewährleistet, wenn auch die Ernennung Fejervary's darauf schließen läßt, daß zwischen ihm und der Krone Uebereinstimmung in der Wahlrechtsfrage herrscht.
Wie das norwegische Storthing hat sich jetzt auch der schwedische Reichstag mit den Beschlüssen der Karlstader Delegiertenkonferenz einverstanden erklärt. In beiden Staaten sind die Unionsabzeichen bereits aus den Flaggen entfernt worden und die Union ist tatsächlich als aufgehoben zu betrachten. In Norwegen spricht man jetzt davon, den Thron dem Prinzen Karl von Dänemark anzubieten.
Der Friedensvertrag zwischen Rußland und Japan ist nunmehr definitiv unterzeichnet worden. Sein genauer Inhalt weicht in einigen Punkten zwar von dem ab, was bisher über den Ver- trag bekannt geworden ist, doch entspricht er in der Hauptsache den bereits bekannten Bedin- gungen.
Die inneren Wirren in Rußland sind noch immer nicht beigelegt. In Moskau ist es wiederholt zu Straßenunruhen gekommen, bei denen es Tote und Verwundete gab; auch in Petersburg gährt es schon wieder. Bei dem Leichenbegängnis des um die Sache des russischen Volkes hochverdienten, plötzlich aus dem Leben geschiedenen Fürsten Trubetzkoi ist es zu scharfen Zusammenstößen zwischen dem Publikum und der Polizei ge- kommen.
An Naturschilderungen ragen besonders die Schilderung der Ballonfahrt und das Bild einer Stab: bei Mondschein hervor. Die Personen sind schon hier mehr „Gefiihlstypen" denn Naturen von Fleisch und Blut.
Bald darauf veröffeutlicht er die „Feldblume", eine Reihe kleiner Stimmungsbilder, die nach Wiesenblumen benannt sind und viel Reflexion enthalten. Es folgt das „Haidedorf", eine ergreifende Geschichte eines weltflüchtigen Idealisten. Aus dein Jahre 1842 stammt der „Hochwald",
kl 6. Adalbert Stifter.
(Zu seinem 100. Geburtstag am 23. Oktober.) Von Karl Conte Scapinelle-München.
(Nachdruck nicht gestattet.)
Mißton klangen, Wien und übersiedelte nach Linz a. Donau, der Hauptstadt von Oberösterreich. Gerade in jener Zeit stieg in ihm doppelt der Wunsch nach geregelter, ruhiger Tätigkeit auf, und eine Lieblingsidee, von der er zeitlebens nicht gelassen, mag damals in ihm aufgetaucht sein, die Idee nämlich, durch pädagogische Mittel die Zeit, welche aus den Fugen geraten, wieder ein- zurenkcn.
Nachdem er dem ehrenden Ruf eines Gymnasialinspektors für Niederösterreich keine Folge geleistet hatte, erhielt er im folgenden Jahre die von ihm angestrebte Stelle eines Volksschuliuspek- tors in Oberösterreich. Hier glaubte er ein ersprießliches Feld für seine pädagogischen Ideen gefunden zu haben. Aber allzu bald kommt er mit dem Bureaukratismus in Konflikt, muß in der Schablone seiner Vorgänger weiter arbeiten und, wie er schreibt, zu einem anderen Heilmitte l greifen, „dessen labsalbringende Wirkung er gut kannte — zum Dichten".
Und dies eine Moment mag es uns auch sofort klar machen, warum die Dichtungen aus jener späteren Zeit seines Schaffens eine allzu lehrhafte Tendenz aufweisen, worunter die frische Naturschilderung und die Ursprünglichkeit der Arbeiten stark leiden. Er, der früher irrt Kleinen das Große geschaut und gefunden, sieht jetzt int Kleinen eine kostbare „Tändelei", ein Spielzeug des Schriftstellers. Das merkten wir schon im „Nachsommer", dann auch im „Witiko".
Ein Leberleiden hinderte ihn daran, seinen Beruf regelutäßig auszuüben. Er ließ sich daher im Jahre 1865 pensionieren, bei welcher Gelegenheit ihm vom Kaiser der Titel eines Hofrates verliehen wurde. Stifter erlag seinen Leiden am 28. Januar 1868.
wochen-Rundschau.
(Nachdruck verboten.)
Fulda, den 21. Oktober 1905.
vermischter.
* Tas Tal des Todes. Für Gold wagt der Mensch viel, und so hat sich ein kühner Forscher gefunden, der in das Tal des Todes auf den Philippinen einzudringen gewagt hat. Es ist das Mindanao, das „Seenland", das seit langen Jahren in dem Ruf steht, große Goldschätze zu bergen, die aber ungehoben bleiben, weil fein Eingeborener den tödlichen vulkanischen Gasen, die es ausströmt, zu trotzen wagt. Der Weg durch das Todestal ist nur wenige englische Meilen lang, aber eine dichte und unbewegliche Wolke giftiger Dämpfe verbirgt dem Auge den Boden. Ein Amerikaner namens Rudy brach nun, wie die „Household Mords" berichten, mit zwei anderen Amerikanern und zwei eingeborenen Führern von Manila aus auf. Nachdem sie die das Tal einschließenden Berge erreicht hatten, blieb ein Amerikaner mit den Führern zur Bewachung der Ausrüstung zurück, während die beiden anderen das Tal betraten. Zum Schutz trugen sie einen den Kopf vollständig verdeckenden Apparat, der einem Taucherhelm ähnlich aussah, und auf dem Rücken kleine Behälter mit komprimitierter Luft zum Einatmen, um sich vor den tätlichen Dänrpfen zu schützen. So ausgerüstet brachten sie einen Sack nach dem andern mit Goldsand gefüllt den Berg- abhang hinauf. Schließlich waren sie von der anstrengenden Arbeit und den Dämpfen, von denen sie doch einen Teil einatnren mußten, fast gänzlich erschöpft. Von den Eingeboreiren konnte aber keiner dazu bewogen werden, das Gebiet der gefährlichen Gase zu betreten. Die früheren 33er- s"che von Amerikanern, in das Tal einzudringen, waren alle erfolglos geblieben. Die Eingebore- nen des Landes zeigten jahrelang große und schöne Goldklumpen, die vom Rande des Todestales genommen sein sollten, aber erst durch das kühne Unternehmens Rudys sind ihre Behauptungen be- wresen worden.
' Das kleinere Nebel. Frau: „Es ist doch ein » bnd, ime ungebildet heute die Menschen noch sind. Unser Mädchen verwechselt fortwährend mir und mich." — Alaun: „Das ist doch nicht so arg, wenn sie nur mcht mein und dein verwechselt!"
Nicht die gigantischen Bergriesen der südlichen Alpen, nicht die meerimipeitschteu Küsten des Nordens find die Geburtsstätten des Idyll. Dort, wo auch die Natur lieblich und still waltet, wenig heim- gesucht von elementaren Ereignissen, wo sich grüne, saftige Wiesen mit tausend Blumenköpfen dehnen, wo rauschende, wiegende Baumwipfel mit einem lustigen Volk von Vöglein in den Zweigen sich neigen und steigen; dort, wo der Lärm der Großstadt, wo das Rollen der Lawineii, wo das Brüllen des Sturmes am wenigsten hindringt; dort, wo Mensch und Natur naiv, gutmütig und friedlich, dort heraus wird uns auch jene Dichtung geboren, bie an Mieden und Ruhe, an Naturgenuß und Lebensruhe ihre Freude hat, das Jdvll.
Die stillen Wälder des Böhmerwaldes, aus denen Adalbert Stifter stammt, sind solch ein Ort. Darum sind auch all seine Werke von einer Natur- hebe, von jener Freude am Kleinsten, von jener Bewunderung vor dem Unscheinbarsten getragen, die der idyllischen Dichtung eignen.
freft’e9ter Handlung, an großzügiger, sicherer Menschenzelchnung hat es Stifter zeitlebens Wine f'ein^NenbÄni,^?utiöse Naturschilderung, woyi oie popuiarpe siuoie oes ^unters, ote Ker- ;.. ck Vorgang I herrlichung der Naturschönheit seiner Heimat, des
hnhV-n m"""<^-!Mrerchtum Böhnierwaldes. Und wenn er auch die Geschichte
o •, ? riber die meisten dichter feinet in die Zeit des dreißigjährigen Krieges verlegt
Zeitepoche hinaufgehooen. fo MMn uns die ^ealaelwtten t« Z'
Die ganze vergangene Woche hindurch haben die Erörterungen über die sogenannten „Enthüllungen T e l c a s s ö's" in der deutschen und ausländischen Presse angehalten. Trotzdem über die Absichten und das Vorgehen des ehe- inaligeu französische,l Ministers des Auswärtigen die verschiedenartigsten Meinungen laut wurden, ging doch aus den Erörterungen immer deutlicher hervor, daß Herr DeleassS es darauf angelegt hatte, die Marokko-Angelegenheit zu einer Heraus- forberung Deutschlands zu benutzen, weil er der militärischen Unterstützung Englands sicher zu sein glaubte. Die französische Regierung hat sich diesen Enthüllungen gegenüber sehr zurückhaltend geäußert und sich damit begnügt, die Erzählungen ober die Einzelheiten der Entlassung DelcassS's als unrichtig hinzustellen. Die englische Regierung konnte aber nicht gut umhin, der deutschen bestimmtere Erklärungen abzugeben. Sie hat versichert, daß niemals seitens Frankreichs eine mili- i'rische Unterstützung durch England nachgesucht worden sei und daß England Frankreich eine solche Unterstützung niemals angeboten habe. Deutsch- lanb bat sich mit dieser Erklärung begnügt und i;ir die Diplomatie ist die Angelegenheit damit erledigt. Unerledigt ist aber nach wie vor "'m Frage, auf wen sich Delcassö gestützt hat, a's °r dein französischen Ministerrate s. Z. versicherte, er sei der Unterstützung Englands in einem Kriege' I gegen Deutschland sicher. Daß er diese Versicherung abgegeben hat. ist nicht zu bezweifeln. Auf der Suche nach dem Urheber der Delcasse'schen „Illusion" ist man jetzt allseitig auf die „höchste Stelle im englischen Staate" geraten, und in ber deutschen wie der ausländischen Presse wird ganz offen König Eduard als der „Gewährsmann" des ehemaligen französischen Ministers genannt. Daß unter diesen Umständen die Vor- gange, die jetzt glücklicherweise der Vergangenheit angeboren, im deutschen Volksbewußtsein einen Stachel hinterlassen haben, der noch lange nachwirken wirb, ist gewiß.
Zur Vorberatung der Reichsfi nanzre- f0 r ni waren in der vergangenen Woche zahlreiche Finanzminister der deutschen Einzelstaaten in Berlin versammelt. Die Grundzüge des Re- formplaues scheinen jetzt festzustehen; "er umfaßt neue Einnahmen aus der Bier-, Tabak- und Stempelsteuer und bie Einführung einer Reichserb- schaftssteuer. Nach ben neuesten Meldungen rechnet die zu erwartende Vorlage mit etwa 180 Millionen dl Steuern mehr als im vergangenen Jahre.
Die Meldungen aus D e u t s ch - O st a f r i k a '•outeten im Laufe der Woche günstiger- eine Gefahr für den Norden des Schutzgebietes scheint nicht mehr zu bestehen. In D e u t s ch - S ü d w e st- ' rn'v Q nnd den Hereros und Hottentotten wei- t-re Niederlagen beigebracht worden, Hendrik Wit bat aber ist den deutschen Truppen entkommen und °ine Abteilung der letzteren hat im Süden der Kolome ziemlich erhebliche Verluste erlitten. r , Preußischen Staatsministerium bereitete -m-7? Personenwechsel vor. Der Handelsminister H f r hat sein Abschiedsgesuch eingereicht, und mmD^Uizminister S ch o e n st e d t beabsichtigt in sleichezutun. Zum Nachfolger Mollers ift per Oberprasideiit von Westpreußen Dr. T c l- b r » rk ernannt worden.
m i f-' q n hW * agsersatzwahlinKa11o- m r s hctt mit der Wiederwahl des uunfaleii Polen Korsauty geendet. Leider hat das Zentrum -.aber einen starken Stimmeurückganq zu verzeichnen gehabt. Der Hauptgrund dafür li-mt natürlich in der veneblten Polenpolitik der preu- ' WenSicgicrKupmib sodann in dem demagogischen Auftreten Korsauty s, das ihm auch 5000 sozialdemokratische Stimmen gewonnen.
In der bayerischen Abgeordnetenkammer haben die Verschiedenen Wahlrechtsan trage, die vom Zentrum und den anderen Parteien erugebracht worden sind, mehrere Tage hindurch zu lebhaften Auseinandersetzungen geführt. Das Zen- “1*,n trat nachdrücklich für das allgemeine Wahl- recht und die gesetzliche Festlegung der Wahlkreis-1 einteilung ein. Sowohl vonseiten des Zentrums I mte ßcr Sozialdemokratie wurde dabei das Zusam- inengeheu dieser beiden Parteien bei den letzten
^en als ein lediglich taktisches Manö-! rrCnr r ^l9un9 einer ehrlichen Wahlreforw.
e. Regierungsvertreter griffen nur ।
Nun erschienen zunächst seine „Feldblumen", denen bald die besten seiner Dichtungen, die später in dm Sammlungen „Bunte Steine" und „Stu- dieitt aufgenonunen wurden, folgten.
Immer muß Stifter noch neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Lehrer wirken, um für lia) und feine Frau den Lebensunterhalt zu schaf- in die Debatte -i~ gni|en nur , fen. Im Jahre 1848 verließ er, durch die Willen
gen sie gerichtetenbCLn lokaler ^esie ge- hereuer Revolution aufgefchreckt, die zu den n Angrifie abzuwehren. Zwilchen | ioyllisiyen, stillen Tönen feines Innern wie ein
der Oheim, beschrieben wird. An des Jünglings Idealismus und Weltfremde erkennt man so recht tue Stifterische Figur, die an Bravheit, Hochherzigkeit und Biederkeit wohl ihresgleichen sucht.
1853 erschienen zwei Bände kleinerer Skizzen, die Stifter mit dem Gefamttitel „Bunte Steine" der Lesewelt übergab.
Im „Kalkstein" zeigt er uns die arme, ganz trt werktätige Menschenliebe ausgehende Gestalt eines Pfarrers; im „Bergkrisfall" erzählt er die Geschichte zweier Kinder, die zu Weihnachten eingeschneit und schließlich gerettet werden.
Und nun beginnt Stifters zweite Periode, die leider nicht mehr jene ursprüngliche Frische der Schilderung enthält. Zu ihr rechnen wir außer den nach feinem Tode erschienenen „Erzählungen" und „Vermischte Schriften" den „Nachsommer", ein dreibändiges Lehrgedicht, das Stifter freilich allzu gern für einen „sozialen Roman" gehalten hätte. Es ist ein Sammelwerk persönlicher Er- ii.gerungen, mit vielen schönen Schilderungen, mit hübschen Reflexionen durchsetzt. Etwas streng, aber nicht mit Unrecht sagt ein Biograph Pröll über dieses Werk irgendwo: „Wir erhalten ein Herbarium getrockneter Pflanzen, welche ihre vielfache Gliederung, ihr feines Geäder etwas an- spruchsvoll vorweisen, aber den Dust und den nährenden Saft der Muttererde eingebüßt haben."
Auch die letzte Arbeit Stifters, der dreibändige Roman „Witiko", eine höchst fleißige historische Arbeit, hat nur für den Stifterforscher Wert. — Für uns mögen wir aus obigen Auslassungen folgendes profitieren:
In die Schränke von Volksbibliotheken und Schulbüchereien gehören unbedingt Stifters „Stu- dien" und feine „Bunte Steine"; diese beiden Sammlungen enthalten, speziell die erstere, seine besten Werke.
Sie alle zeichnen sich durch Reinheit des Inhaltes, durch tiefen sittlichen Ernst, durch eine feste Moral aus.
Stifter war ein religiöser Mensch. Er schreibt selbst in einem Briefe an seinen Freund Joseph Türk in Wien: „Meine Bücher sind nicht Dichtungen allein (als solche mögen sie von sehr vorübergehendem Werte fein), sondern als sittliche ■Offenbarungen, als mit strengem Ernst bewahrte menschliche Würde haben sie einen Wert, der bei unserer elenden, frivolen Literatur länger bleiben wird, als der poetische."
Er wollte nicht nur eine flüchtige Begierde, nicht nur eine bloße Neugierde befriedigen, sondern die Gemüter sittlich heben und beleben.