,schri«t1S,lich,mtt iuruahrne 6er Sonn» «6<ieiertage. viertel» Mrl. ve,llg»prei» 6ne Sringerlohn nne -ebellgeI6in.'i«lda«n6 «swärtsimr sopfg.
verantwortitcher christleiter: 3. Sau»
Maer
parzeller in j$ulöa. wochmbkliage: „Zllustriecke Sonntagrzeitung"
Zeitung
Monatrbeilage: „^ulbacr GeschlchtrkMer".
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Bolationsorntf n. Verlag der.«uldaer Sc» tienöruderei in fiulba.
Sernfpre ber Nr. 9.
JV3 241.
Fulda, Freitag, den 20. Oktober ivuä.
32. Iaüraana.
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nicht vergessen, murmelte sie dumpf, und das wird meine Strafe sein. Aber, fuhr sie mit ihrer gewohnten Lebhaftigkeit fort, noch ist mir ein Weg offen geblieben, die begangene Schuld wieder gut zu machen — das Kind meines Bruders soll an mir eine Mutter haben, und ich schwöre es bei dem Bilde des Gekreuzigten, daß kein Opfer mir zu groß fein wird, um Mauds Glück zu begründen, ihr Die verlorene körperliche und geistige Gesundheit zurückzugeben.
. Fran Moorland trat dicht an Katharina heran, rhre Blicke ruhten durchdringend, forschend auf dem immer noch schönen Antlitz der Matrone, dann zog sie aus den Falten ihres Trauerkleides ein kleines silbernes Kruzifix, und es der andern hinhaltend, fagte sie feierlich:
Legen Sie die Schwnrfinger an dies' Bild unferes Erlösers und schwören Sie, an Maud gut zu machen, was Sie an deren Vater verbrochen — und ich will Ihnen glauben.
Ich schwöre, so wahr Gott meiner Seele gnädig sein soll in der Todesstunde, fliisterte Katharina tiefbewegt, das Kruzifix berührend.
Ullrich Winterfeld hatte inzwischen in Triest I recht angenehme Tage verlebt' und der anregende | Verkehr, den er dort gefunden, trug viel dazu bei, ihn die letzten peinlichen Eindrücke vergessen zu machen. In Eduard Forstenberg, dem Sohn seines Prinzipals, besaß er viel eher einen gleich, alterigen Gefährten als einen Vorgesetzten.
. Eduard war, gleich seiner Schwester Auguste, mit großer persönlicher Liebenswürdigkeit ausgestattet, dabei leichtlebig, genußsüchtig, sich am schönen Schein ergötzend. Ernste Arbeit war ihm zuwider, und so sehr im äußeren, was Charakter und Neigungen betraf, seinem Vater glich, so fehlte ihm doch dessen Fleiß und unermüdliche Arbeitslust. Da kam ihm dann der neue Buchhalter sehr gelegen. Ter nüchterne, pflichttreue Jkorddeutfche, dem die Arbeit fo leicht von der Hand ging, ließ sich willig ein gut Teil von dem aufpacken, was der junge Prinzipal hätte erledigen sollen. Zudem hatte Ullrich Wiiüerfeld tüchtige
ihnen die Arbeiter selbst gezeigt: er führt zur Organisation des Unternehmertums und in wei- terer Folge zu gemeinsamen Schritten gegenüber etwaigen Streiks der Arbeiter. Und dazu gehört in erster Linie die Aussperrung. Sie ist das Gegenstück zu den „Solidaritäts- und Sympathiestreiks". Der „Vorwärts" hat versucht, die Aussperrungen in der Berliner Elektrizitäts-Industrie als „Brutalität des Unternehmertums" zu charakterisieren. Das sozialdemokratische Zentralorgan hat damit eine Einseitigkeit der Auffassung bewiesen, die sich nur aus seiner fanatischen Voreingenommenheit gegenüber dem Unterneh- mertum erklären läßt. Was dem Arbeiter recht ist, ist dem Unternehmer billig.
, Damit wollen wir keineswegs sagen, daß wir die Entwicklung des wirtschaftlichen Lohnkampfes, wie sie sich durch Massenstreiks und Mas- senaussperrungen darstellt, willkommen heißen. Im Gegenteil! Wir bedauern diese Entwicklung als eine bedenkliche Verschärfung des Gegensatzes zwischen Arbeitgebern und Arbeitern. Aber die Gerechtigkeit verlangt, anzuerkennen, daß die Arbeiter, oder vielmehr die Sozialdemokratie diese Entwicklung heraufbeschworen hat.
UnsereStellung zur Frage der Massen- aussperrung kann keine andere sein, als die zur Frage des Streiks. Die Berechtigung oder Nickt- berechtiguug eines solchen hängt von der Berechtigung oder Nichtberechtigung der erhobenen Forderung ab. Nicht anders ist es bei den Aussperrungen. Auch hier sind Berechtigung oder Nichtberechtigung von den Umständen bedingt. Es geht aber nicht an, Aussverrungen, auch Mas- senaussperrungen von vornherein als Unterneh- mer-Willkür und Unternehmer-Brutalität hinzustellen. Am allerwenigsten hat die Sozialdemokratie Anlaß oder Rechte dazu.
darin unrecht, denn Gusti war gegen den jungen Buchhalter sehr freundlich, ja zuvorkommend ge wesen, weil ihr Bruder ihn als ein Muster von Fleiß und Pflichteifer hingestellt fragte. Ullrich wiederum schien das entgegenkommende Wesen Gustis wie Herablassung und daher hielt er sich ihr gegenüber stets in den Grenzen kalter Höflichkeit, während er mit M'zi Sanders ganz unbffan- gen verkehrte.
Deren ältester Bruder, Theobald, war damit höchlich zufrieden, denn er machte fein Hehl daraus, daß Gusti ihm ausiiehmend gefalle und versuchte auch, in seiner etwas unbeholfenen Weise, um ihre Gunst zu werben.
Bis jetzt hatte sein Liebesmühen wenig Erwlg gehabt, Senn Gusti gab viel auf bestechendes Aeu- ßere, und der gute Theobald war von der Natur leider sehr stiefmütterlich ausgestattet, worden.
Lang und mager, mit großen Händen und Füßen, sah er „impertinent gesund" aus, wie Gusti einst zu ihrer Freundin geäußert, der Mund, noch von keinem Bartanflnge beschattet, war groß, die Nase unregelmäßig und das fahIblonSe Haar schlicht gescheitelt, milderte die sehr frischen Farben des Gesichts nicht eben ab.
Aber große, braune, treuherzig blickende Au- gen ließen Theobald fast hübsch erscheinen, wenn irgend ein Gesprächsgegenstand ihn seelisch erregte und er aus der gewohnten Zurückhaltung heraus- trat, was übrigens selten geschah.
An Ullrich hatte Theobald sich jedoch inniger als selbst Edi angeschlossen. Er fuhr mit dem jungen Manne im Boote aufs Meer lnnaus und zeigte dem Wißbegierigen die Schiffseinrichtun- gen. Auf den jungen Schlesier, der schon als Knabe von dem „großen Wasser" geträumt, machte das Meer einen überwältigenden Eindruck und es zog ihn so mächtig an, daß er jede freie Stunde zu einer Fahrt benutzte und wirklicb Freude empfand, wenn ein neuer großer Dampfer in den Hafen einlief.
Im Sandersschen Hause herrschte ein liebenswürdiger gastfreier Ton und es gab wohl niemand,
Sprachkenntnisse und drückte sich im Englischen und Französischen so gewandt auZ, wie in seiner Muttersprache, ja er verstand sogar ein wmig Italienisch.
Nach und nach machte Eduard auch die Entdeckung, daß der junge Mann durchaus fein Duckmäuser sei, sondern sich eher zu einem prächtigen Gesellschafter eigne. Im Hause seiner Eltern hatte ein sehr feiner Ton geherrscht, und als Ullrich als Praktikant in das Ebnersche Geschäft gekommen toar, verkehrte er wiederum in höheren Gesellschaftskreisen, auch besaß er ein angeborenes Taktgefühl, das ihn nie die Grenze überschreiten ließ, obgleich sein junger Chef es ihm nahe legte, daß er einen vertraulicheren Ton im gegenseitigen Umgänge anfchlagen möchte.
Letzteres war noch mehr der Fall, als Gusti nach Triest kam.
Ullrich wurde durch Eduard im Sandersschen Hause eingeführt, wo man den norddeutschen Gast mit den feinen Umgcmgsformen bald lieb gewann.
Sanders u. Freese war die Firma eines großen Speditionsgeschäftes, mit dem Forstenberg u. Söhne in fortwährendem eifrigen Verkehr standen. Mit Sanders Hülfe war es gelungen, mindestens sie Hälfte der durch den Bankerott eines großen Hauses gefährdeten Summe zu retten.
Mizi Sanders, die Freundin Gustis, war eine chlanke Brünette mit frischen Farben, sie glich einer eben erblühten Rose. Die Züge waren ive- der ganz regelmäßig, noch fein geschnitten, aber jugendlicher Frohsinn und die Natürlichkeit ihres Wesens wirkten sehr anziehend. Die um zwei Jahre ältere Auguste war entschieden schöner, ihr icheres Auftreten zeigte von mehr gesellsclzaft, sicher Routine, aber auch von größerem Selbst- bewußtsein.
Ullrich wurde davon abgestoßen, weil fein Ideal ein völlig anderes war. Ihm schwebte eine blondgelockte Gretchengestalt vor, mit großen, blauen Augen und schüchternem, sinnigem Lächeln.
Er hielt die Schwester seines jungen Prinzipals für hochmütig und gefallsüchtig und tat ihr
§ Der wirtschaftliche tohnkamps.
Eben erst ist der Kampf im Berliner Elektrizitäts-Gewerbe, der zu ausgedehnten Aussperrungen der Arbeiter führte, beendet, und schon werden aus verschiedenen Gegenden des Reichs Lohnkämpfe gemeldet, welche Sen Arbeitgebern Veranlassung geben, mit der Aus - sperrungsmaßregel in ausgedehntem Maße vorzugehen. In der Reichshaupt- . a d t sind über 6000 Arbeiterinnen und einige Hundert Zuschneider der Wäschebranche in einen Streif eingetreten, bei dem es sich auf Seiten der Arbeiterinnen um eine Lohnerhöhung und eine feste Regelung der Arbeitszeit handelt. Den Streifenden haben sich nachträglich etwa 1000 Heimarbeiterinnen angeschlossen. Die Einigungsversuche sind bisher erfolglos geblieben; die Streikenden haben erklärt, auf ihren Forderungen beharren zu wollen. Die Wäschefabrikanten dagegen b"ben erklärt, dies? Forderungen nicht bewilligen zu können und haben den Streikenden eine endgültige Erklärung gestellt. Wird bis zum kommenden Montag die Arbeit nicht wieder aufgenommen, so sollen sämtliche Betriebe geschlossen n erben. Dadurch würden gegen 15 000 Arbeiter und Arbeiterinnen brotlos werden.
Aehnlich stehen die Dingen im Lohnkampf in ben sächsisch.thüringischen Webereien. Dort haben die Arbeitgeber eine Aussperrung für ben 4. November angedroht, bei der gegen 18 000 Weber und 22 000 Färber in Be- tro-*t kommen würden. In der B i e l e f e l d e r N. 'schmen-Jndustrie ist gleichfalls ein Lohn- kampf ausgebrochen, den die Arbeitgeber mit der Ankündigung der Schließung der Fab- rif en am 22. Oktober beantworteten. Heute aber sind bereits 7000 Arbeiter der bekannten Firma Dürrkopp u. Co. ausgesperrt worden.
Diese Zunahme der Aussperrungen ist kein Zufall; sie bedeutet eine neue Erscheinung im wirtschaftlichen Lohnkampfe und eine Abwehr- .aaßregel gegen die Streik-Organisation, deren Herbeiführung sich die Sozialdemokratie so sehr hat angelegen sein lassen. Die Streikfrage hat dadurch seit einigen Jahren ein ganz anderes Gesicht erhalten. Mit einigen „Solidaritäts- Streiks" fing die Sacke an, dann ging man zu I ^Sympathie-Streiks" über, und wie sich in Jena gezeigt hat, zieht man in der Sozialdemokratie heute nicht nur den beruflichen Massenstreik, sondern auch den P o l i t i s ch e n Massenstreik in das Gebiet der taktischen Erwägungen. Die Frage der Berechtigung oder Nichtberechtigung eines Streiks wird von der Sozialdemokratse mehr und mehr in den Hintergrund gestellt. Es genügt die bloße Tatsache, Saß in einem ober tn mehreren Betrieben die Arbeiter einen Streik anfangen, um bet Sozialdemokratie mit dem Aufruf zu Solidaritäts- und Sympathie-Streiks ruf dem Plane erscheinen zu lassen. Die Sozial- -emokratte betrachtet eben jeden Arbeiteraus- llgnd, mag er nun erfolgreich oder erfolglos für bte Beteiligten sein, als eine Gelegenheit, die „Proletarisierung der Massen" weiter zu führen und bte letzteren in bie sozialbemokratischen Organisationen hineinzuzwingen. Das hat sich bei dem letzten Kampf im Berliner Elektrizitäts-Ge- ; werbe toieber recht deutlich gezeigt. i
' . Daß die Arbeitgeber unter diesen Um- ; 'standen darauf bedacht sind, Abwehrmittel zu finden, ist wohl nur als natürlich und selbst- 1 . verständlich anzusehen. Den Weg dazu haben ff
Deutsches Reich.
Berlin, ben 19. Oktober 1905.
- - Der Rücktritt des preußischen Handelsministers Möller ist nun endlich im ,Reichsan- jeiget' gemeldet worden Die Entlassung ist erfolgt unter Belassung des Titels und Ranges eines Slaatsminiflers, sowie unter Verleihung des erblichen Adels. Gleichzeitig meldet der ,Reichsanzeigei/ bie Ernennung des Oberpräsi- benlen Delbrück zum Nachfolger des Herrn Möller. Anstelle Delbrücks ist der
Präsident ü. Jagom in Marienwerder' zum Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen ernannt worden. — Auch der Rücktritt des Jnstiz- ! Ministers Schönstedt scheint endgiktig beschlossen zu sein, da nach einer Meldung ans Kassel Herr v. Schönstedt dort eine Villa auf den 1. Januar 1906 gemietet hat.
* Folgendes Dementi veröffentlicht die Morddeutsche Allgemeine Zeitung': „Wir entnehmen einer Meldung der .Frankfurter Zeitung' aus Rom, daß in dem Neapeler,Maltino' ein Herr Jean Carrere behauptet, eine angebliche Aeuße- rung des französischen Ministerpräsidenten Rou- vier zu seinem früheren Amtsgenossen Delcaffo: Vous avez debauche l'lfaifo“ sei nur das Zitat eines Wortes Seiner Majestät des Kaisers. Se. Majestät solle im vorigen Jahre in Süditalien einen französischen Freund empfangen und freundlich scherzend zu ihm gesagt haben: „Ihr Franzosen flirtet mit England, tanzt mit Spanien und nun: „Vous m’avez debauehc l’ltaiic !u Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, daß diese Geschichte wie alle Erzählungen, 'bie das Wort vom „Debanchieren" Jtaliens^Sr. Majestät
dem Kaiser zuschreiben wollen, vom ersten bis zum letzten Wort frei erfunden sind."
* Der deutsche Botschafter in Washington sollte, wie wir gestern meldeten, nach einer Berliner Korrespondenz wegen seines Befindens demnächst von seinem Posten scheiden. Der ,Reichsbote' hört demgeaenüber zuverläsiig, daß sich das Befinden des Botschafters infolge der ihm im Sommer in Deutschland zuteil gewordenen Behandlung erheblich gebessert hat und von seinem Rücktritt nickt die Rede ist.
* Veränderungen in den leitenden Marinekreisen werden in der Presse gemeldet. Danach soll Großadmiral v. Köster sich demnächst ins Privatleben zurückziehen und Prinz Heinrich leitender Admiral werden. Nachfolger des Prinzen Heinrich im Stationskommando der Ostsee sol der Vizeadmiral v. Prittwttz und Gaffron werden, der bis vor kurzem Chef des Kreuzergeschwaders in Ostasien war.
Zur neuen Flottenvorlage. Sowie eine neue Vorlage im Reiche in Aussicht steht, wissen eifrige Reporter die Presse mit Details aus derselben zu überschwemmen. Das Spiel wiederholt sich gegenwärtig gegenüber der Floltenvorlage. Es wird gemeldet, daß die Enlscheidung über dieselbe bereits vor einigen Tagen gefallen ist. Die Vorlage soll nicht nur em größeres Deplazement der Linienschiffe bringen, als rn dem Floltengesetz vorgesehen ist, sondern auch den Ausbau der Hochsee-Torpedobootsflolle einen weiteren Platz als bisher ernt au men. Es würde also, wenn diese Nachricht zutrisit, wie die ,Fr. Deutsche Presse" hervorhebt, zum minderen in zwei Punkten über den vor wenigen Ja wenffest- geleglen Plan hinausgegangen werden. Man tut gut, derartigen verfrühten Nachrichten gegenüber Reierve zu beobachten.
Zn der Erbschaftssteuer, die als beschlossene Sache gilt, wird gemeldet, daß in die Vorlage durch den Bundesrat auch die Erb-
§ Die sozialdemokratische neue Organisation für Berlin und Umgegend, der Verband der Wahlvereine, ist jetzt durch Urabstimmung in den einzelnen W ihlkreisen Berlins und der Vororte beschlossen worden. Dadurch werden die Berliner Wahlkreise und bie Kreise Tel'ow und sJiieberbarntm in einer Zentralisation vereinigt, die besoldete Beamten anstellt und das gesamte politische Leben von einer Zenu al teile aus regelt. A's zahllirde Mitglieder kommen. dabei übet 27 00n Personen in betracht. Für die Zwecke der Propaganda und zur Jn'ormalion der Mitglieder toll ein Korreipond ucktatt geschaffen werden. Tie Wahlvereine bleiben bestehen; ihre Rechte sind aber wesentlich eingeschränkt. Die Vorbereitung für bie Landtags- und Kommunalwahlen soll n von der neuen Zentralstelle erfolgen.
§ Betreffend die AnschnffnngSgefchäste über Kuxe hat der Frnanzminrster durch Rundver- fügung vom 7. Oktober d. I. im Elnoerständ- nis mit dem Reichskanzler sich dafür entschieden, daß die in Tarisstelle 4 n, 3 des ReichsstempU- gesetzes vor geschriebene Reichsstempelabgabe mm Eins vom Tausend für Kaul- und sonstige An- schasfungsgeschäfte über Anteile von bergrechtiichin Gewerkschaften zu beschränken ist auf Anfchaffungs- geschäfte über gewerkscha siliche Anteile im Sinne
5>ie Hiokolro-Dcrrne.
Roman von Ernst von Waldow.
(Nachdruck verboten.)
Mein Mann hatte geäußert, daß er die Schande und das Elend eines Bankrotts nicht überleben würde — ich sah keinen anderen Rettungsweg. Willy ließ sich von mir zu der Tat be- jttmmen, als ich mit ihm in Glotz zusammentraf, er nahm die Sache leicht, meinte, daß aus ihn kern Verdacht fallen toürSe, da fein Herr ihm «vertraue.
Schon damals äußerte er die Absicht, George .Ech Chloroform zu betäuben und ihm den ■ Fa» • Geldschranke zu rauben. Das Geld '“7 ™ Garten vergraben werden, bis ich selbst naw Liegnrtz kommen würde, es zu holen. Willy alles geglückt sei, ein Telegramm Nachricht des Raubattentates ent- yrett, es war dann ganz natürlich, daß ich zu meinem Bruder eilte. 8
« • mAsi" ihm Bedenken gekommen
fein denn er schrieb tn fernem letzten «Briefe, daß er furchte, bte Sache mochte nicht fo glatt gehen und er werde vielleicht Gewalt brauchen müffen. Sofort antwortete ich ihm: es war der Brief oen Sie gefunden.
Jedenfalls hat der Umstand, daß Sie mit Maud , ®te Reise nach Breslau machten, Willy zu der | ' Tat gedrängt, auch wußte er, daß wir das Geld I notwendig brauchten.
Habe ich nötig, Ihnen die Versicherung zu! Seben, daß ich tief bereue, die erste Veranlassung zu diesem furchtbaren Verbrechen gegeben zu haben?
Ein bitteres Lächeln glitt über die verarämten der Witwe., Nun, Sie haben Ihr Ziel er- I ar:,,' ftrau Forstenberg, mit der Zeit werden korben iftber9e^en' lüe ciicc P^is dafür gezahlt \
Katharina stöhnte auf. Nein, ich werde es
lichen Handelsstattstik fest, baß in ber Zeit vom 1. Januar bis 1. September 1905 die Einfuhr von Vieh und Fleisch 1,047,500 Doppelzentner betrug gegen 1,414,400 Doppelzentner während des gleichen Zeitraum, s int Jahre 1900; im gleichen Zeiträume des Jahres 19(1 betrug die Ein uhr 1,355,299 und 19o2 1,502>00 Doppelzentner. . Demnach hat das Imifenbe Jahr bie höchste jemals beobachtete (Einfuhr an Fleischnahrung nach Deutschland gebracht, und zwar trotz des Wegfalls ber aus sanitären Gründen untersagten Wurst- und Bückffenfleilch - (Einfuhr, ein Plus von über 200,0 0 Doppelzentner gegenüber 1900, dem letzten Jahre ber völlig freien Einfuhr aller Fleisch-Fabrikate. Von e ner Erschwerung des Handels mit ''sieh und Fleisch aus dem Anstande iufolae ber Fleischbeschau - Gesetze kann alfo nicht bie Rebe sein.
Neber Maßregelung der Führer der ausständigen und streikenden Eleltrizitäts- arbeiter wird berichtet: Bei Dem Weneralbireftor Geheimrat Rathenau ist gestern eine Kommiision von Ausgesperrten vorstellig geworden, um tbn zu bitten, feinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Einstellung ber Arbeiter in einem schnelleren Tempo als bisher erfolge. Man beschwene sich Darüber, baß bie Betriebsleiter bie Arbeiter ausfondern unb Dabei die Vertrauensleute unb A-beiteransfchnßmitglieber anssperten. So soll es vorgekommen tein, baß betont er § bet Den Siemens-Schuckert werten fast alle Vertrauensleute von Der Wiederetnstellung bisher ausgeschlossen würben. Auch im Glüh- lampenwerk ist große Unzufriedenheit vorhanden, weil Dort jetzt widerrechtlich ein Lohnabzug von 2 Pfennigen pro Stunde gemacht fei. Von oen Metallarbeitern sind noch mehrere Tausend außer Arbeit. Von ben Transport- unb Hilfs- ar eitern, Die von ihrem Verbände unterstützt werden, zirka 300. Die ©ammlungen für bie Streikenden unb Ausge perrten haben bei bet Gewerkschaftskommission über 7<)0<i0 Mark und bei dem Gewerkschafiskartell gegen 10 000 Mark ergeben.
schaftssteuer der Deszendenten, allerdings eine mäßige, ausgenommen worben fei. Bekanntlich hat sowohl der preußische Finanzminister, als auch im Herrenhause die konservative Partei, unb zwar letztere in Form einer Resolution Manteuffel, Die Erbschaftssteuer der Deszendenten bekämpft. Der Ertrag der Gebfckasts- fteuer wird auf 125 Millionen Mark berechnet, wovon 25 Millionen Mark an Die Einzel st aaten als Abfindung abgeführt werden sollen.
* DuS 25jährige Jubiläum der Königlichen Akademie des Bauwesens in Berlin wurde am Millivoch abend in Gegenwart des Ministers v. Budde durch eine festliche Veranstaltung im Kaiserhof gefeiert. Die Festrede hielt der Präsident der Akademie Ministerialrat Hinkeldegen. Beim Festmahle brachte Minister v. Budde einen Trinkspruch auf die Akademie aus.
§ Interessante statistisck-e Mitteilungen in Sache» der „Flcischnot" veröffentlicht die,D. Agrar. Korrsi. In einer Veröffentlichung des ältesten der Berliner Kaufmannschaft war die Behauptung aufgestellt worben, daß der Handel mit Vieh, Fleisch und Fleischwaren aus dem Auslande infolge der zahlreiehen Einfuhrverbote unb der aus den Ausführungs-Bestimmungen zum Schlachtvieh vom Fleischbeschatt - Gefetze von 1902 unb aus der Fleifchbeschau-Zollordnnng von 1903 fidj ergebenden noch zahlreicheren Einfuhr - Erschwerungen gänzlich daniederliege. Dentgegenüber stellt die genannte Korrespondenz ans Grund ber amt« a—* 9!V.. g mummteV