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Rotationsdruck u. Verlag der jjuldaer Ac> ttrndrrckeiri in $uRe< Kernspre tzer Nr. 9.

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M 229. Fulda, Freitag, den 6. Oktober 1905. > 32. Jahrgang.

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* Zum deutschen Uolonialkongreh.

Heute (Donnerstag) hat im Reichstagsgebäude in Berlin der zweite deutsche Kolonial- ko n g r e tz seinen Anfang genommen. Der erste fand bekanntlich im Jahre 1902 statt und sein Verlauf bewirkte, daß man den Kongreß zu einer ständigen Einrichtung zu machen beschloß. Der Gedanke wurde freudig ausgenommen, und die hervorragendsten Namen in Deutschland traten dem Ehrenkomitee des Kongresses bei, darunter verschiedene deutsche Kirchenfürsten. Das Prä­sidium wurde in die Hand des um die koloniale Sache hochverdienten Herzogs Joh. Albrecht von Mecklenburg gelegt.

Wie am gestrigen B e g r ü ß u n g s a b e n d e der Vizepräsident des Kongresses, der Botschafter a. D. Wirkl. Geh. Rat von Holleben, mit­teilte, hat man im Vorstande eine Zeit lang Be­denken getragen, den Kongreß gerade jetzt tagen zu lassen, in einer Zeit, die für verfchiedene deut­sche Kolonien schwere Prüfungen mit sich gebracht hat. Diese Bedenken feien aber zurückgetreten gegenüber dem Gedanken, daß die Freunde der deutschen Kolonialpolitik gerade in schwerer Zeit zusammenstehen müßten. Begangene Fehler, hob Herr von Holleben weiter hervor, könnten aller­dings nicht mit Worten wieder gut gemacht wer­den, aber die trüben Ereignisse in den Kolonien gäben doch Anlaß genug, den Gründen nachzu­forschen, welche die beklagenswerten Rückschläge hecbeigeführt hätten, und nach Mitteln und Wegen zu suchen, um solche für die Zukunft hintanzu- halten.

In diesem Sinne können auch wir den Kolonialkongreß nur willkommen heißen. Mehr als einmal haben wir betont, daß es an der Zeit iei, unsere gegenwärtige Kolonialpolittk einmal ,auf Herz und Nieren" zu prüfen und die Frage w erörtern, ob wir auf dem rechten Wege zu den Zielen einer gedeihlichen kolonisatorischen Ent- vicklung seien. Der Kolonialkongreß hat eine Überaus rege Beteiligung gefunden. Seine Veranstalter haben rühmend hervorgehoben, daß 1800 Teilnehmer gemeldet seien, und daß ruch Vereine, die bisher abseits standen, zu dem Kongreß Vertreter entsandt haben. Das ist ein ganz hübscher Erfolg. Er darf aber die Teil­nehmer an dem Kongresse nicht über die Tat­sache täuschen, daß in weiten Kreisen des deut­schen Volkes sich ganz unverkennbar eine Kolo­nialmüdigkeit geltend macht, die zum Teil aus den Enttäuschungen, welche die Kolonial­politik bisher vielfach gebracht hat, zum Teil aber auch aus der Erkenntnis der Fehler herrührt, die in den letzten Jahren auf kolonialpolitischem Äebiete begangen worden sind.

Der deutsche Kolonialkongreß ist ein Sammel- i'.rnkt der wissenschaftlichen und kulturellen Be- strebungen auf diesem Gebiete; er bildet gewisser­maßen eine Verkörperung der theoretischen Seite unserer Kvloniakpolitik. Die praktische Seite derselben äußert sich in den tatsächlich tu den Kolonien bestehenden Verhältnissen, und nicht zu­letzt in den Opfern, weiche die Kokonialpolitik em Reiche aufcrlegt. Gewiß wird auf dem Ko- onialkongreß ein glänzendes Bild der wissen- chaftlichen Errungenschaften, welche ne deutsche Kokonialpolitik g^eikigt hat, entrollt verben, aber man darf auch die Kehrseite ) e r Medaille nicht vergessen. Und hier steht inanches, was wenig erfreulicher Natter ist. Dar­über können ^auch so begeisterte Reden, wie sie "'eute der Präsident des Kongresses, Herzog Joh. Ilbrecht von Mecklenburg, gehalten, nicht hin- oeghelfen.

Es liegt uns fenr, die Bedeutung des beut» ten KolonialkongreffeS zu unter schätz en, 'der an der Begeisterung, mit der man das tut-

Zwei verstoßene.

>on V. Nottret. Autorisierte Ueberfetzung von I. RüttgerS.

$1 (Nachdruck verboten.)

So vollzog uif) im Herzen des früher so kalten, ffühllosen und selbstsüchtigen Mannes eine voll- indige Umwandlung, das Gute hatte endlich über 's Böse den Sieg davon getragen: mtt einem -orte, Demerie war jetzt fest entschloßen, sein Nn- cht gegen Marcel gut zu machen, die Hindernisse ns dem Wege zu räumen, welche Marcel von 9er- uigen trennten, welche er liebte. Er wollte von tzt ab sich um die Verhältnisse Leonies nur zu m Zwecke kümmern, nm zu dem Glücke des lie- .:5tourbtg,en jungen Mädchens deizntragen.

Am folgenden Tage schritt Demeric im Laufe "S Dornntiages auf das Haus des Herrn Marville i. Da er Madame Marville zu sprechen wünschte, i geleitete man ibn sogleich in em kleines Gemach, - welchem dieselbe nebst ihrer Tochter bei der Ar- it saßen. Leonie erbleichte, ihre ganze Seelen- irke wollte sie in diesem Augenblicke verkästen, 'S sie ihn kommen sah; Madame Marville kannte ie Erklärungen nickst, welche ihre Tochter Demeric egeben batte, mrd so war ihr sein Kommen ein . ?enig auffallend.

Demeric hatte sofort den Eindruck wahrgenom- rien, welchen sein Erscheinen gemacht hatte. Er ' erbeugte sich höflich vor den beiden Damen, ohne "doch seine Blicke aus der Tochter ruhen zu lasten, k enn auch er bedurfte des Mutes, um den Plan cnszusühren, welchen er gemacht hatte.

„Madame", hob er also an, „zu meinem großen /cdauern habe ich von der Krankheit des Herrn . /arville vernommen; denn ich hege gegen ihn i ie größte Hochachtung. Wenn ich heute hierher fimme, so geschieht es in der Hoffnung, mich " /men nützlich erweisen zu können; Sie werden a go, denke ich, mein Anerbieten nicht zurück- mctfaL

bedingte Festhalten an unserem gesamten Ko­lonialbesitz proklamierte, zu nörgeln. Nur darf man nichst übersehen, daß ein solcher Kongreß nur dann ein starkes Gewicht in die Wagschalen der Kolonialpolitik zu werfen hat, wenn er die Meinung, die Zusttmmung des Volkes hinter sich hat. Wir würden erfreut sein, wenn es dem Kongresse gelingen würde, diese zu einem recht bedeutenden Teile geschwundene Zustimmung wieder zu gewinnen durch Vorschläge, welche eine Reform unser Kolonialpolitik einleiten. Ob man sich mit Reden, wie sie heute der Legationsrat Prof. Dr. Helfferich gehalten hat, und die auf die Forderung einer starken Flöt- t e n v e r m e h r u n g und eines dahin ausge­dehnten Baues an Eisenbahnen in den Kolonien hinauslief, auf dem richtigen Wege dazu befindet, will uns zweifelhaft erscheinen. Aussprüche, wie der von dem genannten Redner vorgebrachte: das Deutschland der Zukunft werde eine Kolonial­macht sein, oder es werde als wirtschaftliche und politische Weltmacht nicht existieren, — vermögen vielleicht zu blenden, aber sie zeugen auch von einer starken Voreingenommenheit für theoretifche Zukunftsprobleme, die leicht die Gebote der Gegenwart übersieht.

Hoffentlich kommen im Weiteren Verlaufe des Kongresses die praktischen Gesichtspunkte noch schärfer zum Ausdrucke!

1 Deutsches «eich.

i Berlin, dm 5. Oktober 1905.

.*. Der Bundesrat versammelte sich am Don­nerstag zu einer Plenarsitzung, nachdem vorher der Ausschuß für Justizwesen, sowie die ver­einigten Ausschüffe für Handel und Verkehr und für Justizwesen Sitzungen abgehalten hatten.

** Allem Anschein nach wollen sich an den diesmaligen Beratungen über die ReichssinanK- reform auch die Minister der Kleinstaaten be­teiligen. Es sind nämlich bereits die Minister v. Leger-Stuttgart, v. Pfaff-München, Rothe- Weimar, v. Borries-Altenburg, v. Hinüber-Gera und v. Meding-Greiz in Berlin eingetroffen.

.-. Deutschland und Frankreich. Die Aeußerungen des Fürsten Bülow, die ein so starkes Verlangen nach guten Beziehungen zu Frankreich bekunden, scheinen in Frankreich kein allzu freudiges Echo zu finden. Allerdings scheint man hinter diesen Aeußerungen den Wunsch zu vermuten, daß nach Beendigung des Marokkohandels alsbald ein französisch-deutsch­russischer Dreibund ins Leben treten möge, dessen Spitze gegen England und Japan gerichtet wäre. Das lehnt die französische Presse aller Rich­tungen entschieden ab, wobei es nicht an Bos­heiten gegen Deutschland und gegen die Person des Kaisers fehlt, dem „Hegemoniepläne" vor­geworfen werden. Auch wurde ziemlich grob gesagt, Frankreich habe wegen des endlich er­zielten Abschlusses der Mawkkoverhandlungen keinen Anlaß, vor Wohlwollen und Jubel über­zuströmen ; man gebe sich in Berlin einem ver­hängnisvollen Irrtum hin, wenn man das an» nehme. Der,Figaro' meint, daß Fürst Bülow sich Schliemanns Ansicht von der Rolle Frank­reichs als einer Geißel für England angeeignet habe, wenn er sie auch nicht so brutal ausdrücke. „Milon» will, daß Frankreich die Friedenstaube zwischen England und Deutschland fei, aber er schweigt sich über den Makler­lohn aus. Er verspricht nur, unfer Leben zu schonen." ,Echo de Paris' behauptet zu wiffen.

Verwundert sahen Madame und Frl. Marville zuerst einander und dann Demeric an; denn der­artige Eröffnungen, wie sie soeben vernommen, hatten sie keineswegs erwartet.

„Sie find sehr gütig," antwortete Fran Mar­ville, nachdem sie sich gefaßt hatte, in würdigem, festem Tone. „Wir sind zwar seit einiger Zeit hart vom Unglücke heimgesucht worden; da es aber we­der meiner Tochter noch mir an gutem Willen und Energie fehlt, so hoffe ich, daß wir uns doch noch ohne fremde Unterstützung ans unserer Verlegen- heil ziehen können. Für Ihr freundliches Siner- bieten danke ich Ihnen bestens."

„Ich kann Ihren berechtigten Stolz recht wohl begreifen, Madame," erwiderte Demeric, „und nichts lag mir ferner, als Sie etwa beleidigen zu wollen. Ich bitte und beschwöre Sie, lehnen Sie mein Anerbieten nicht ab; gerne wäre ich bereit, Ihnen ein kleines Darlehen zu geben, welches Sie später zurückzahlen könnten, sobald die Verhütt- nisse sich bester für Sie gestaltet haben würden. Uebrigens handelt es sich nicht gerade um diesen Punkt allein. Ich weiß, daß Frl. Leonie einen ’ jungen Mann heiraten sollte, welche ihrer Liebe in jeder Hinsicht würdig toar. Ich habe vernommen, daß eine Reihe von unglücklichen Umständen ihn genötigt haben, weit von hier weg fein Müök zu versuchen und sich als Soldat umwerben. zji> bassen. Ich werde suchen, ihn von dem Dienste zu befreien, ccksdann wird der gewünschten Heirat zwischen ihm und Ihrer Tochter kein Hindernis mehr entgegen» stehen; ich werde dem jungen Manne die nötigen Vorschüsse liefern, mit welchen er sich in vorteil­hafter Weife an einem industriellen Unternehmen beteiligen kann."

Leonie wußte nicht,, ob sie wache oder träume, als sie diese Worte vernahm. Sie hatte sich also geirrt, wie sie Demeric als einen Maun von niedri­ger Gesinnung angesehen hatte. Heute erschien er als ein edler und großmütiger Mei sch. Er batte seiiw Liebeserklärungen von ihr zi rückgewiefen rmd verschmäht gesehen uiid rächte si h nun durch Wohltaten; anstatt den gerrngften G csC im Ser-

daß Kaiser Wilhelm feit Monaten alle französi­schen Zeüungsaufsätze gegen Rußland sammele und persönlich dem Zaren zusende. Am Schluffe feiner Bettachtung über Bülows Worte sagt es: „Wenn Ihnen der englisch-japanische Vertrag nicht recht ist, wenden Sie sich an die beiden Vertragsparteien. Sie behaupten nur guten Glaubens zu fein. Wir zweifeln nicht daran, warten aber, daß sie es uns auf der Konferenz beweisen. Der Graben aber, den sie mtt eigener Hand zwischen uns ausgehoben haben, bleibt einstweilen klaffend. Wenn wir am folgenden Tage die schmerzlichen Ereignisse von gestern ver­gessen, würden wir aufhören, eine Großmacht zu fein." .Gaulois' meint: „Die kühnste Revcmche- polüik wäre vielleicht die richtigste, aber die An­deutung Bülows, daß der Friede alle Zukunsts­hoffnungen gestatte, gebe doch lies zu denken. Sie öffne eine Aussicht auf die Zukunft, die Genug­tuungen bringen werde, welche Frankreich seit so vielen Jahren vergebens erwarte." Die Aeuße­rungen des deutschen Reichskanzlers zu dem Ver­treter des ,Temps' werben hoffentlich die Fran­zosen davon überzeugen, daß Deutschland nur die Beseitigung der vorhandenen Spannung anstrebt, nicht aber die Franzosen für ein gegen England gerichtetes Bündnis gewinnen will.

* Erhebungen zum Landtagswahlgesetze. Die Bestimmung, daß die Bildung der Wahl­abteilungen für jeden Urwahlbezirk besonders zu erfolgen hat, ist in den im Abge­ordnetenhause eingereichten Initiativanträgen auf Aenderung des Wahlgesetzes angesochten worden; zugleich ist in einem derselben die Einführung der Zwolstelung statt der Dntteluna angeregt. Um eine völlig sichere Unterlage zur Beurteilung dieses Vorschlags zu gewinnen, hat, wie die /Berliner Politischen Nachrichten' melden, die Staatsregierung eine eingehende statistische Er- Hebung über die von der Einführung der Zivölftelung zu gewärtigenden Wirkungen ver­anlaßt. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind im Statistischen Landesamt zusammengestellt und bearbeitet worden.

* Der /Norddeutschen Allgemeinen Zeitung'' zufolge wird der neue Gouverneur von Südwestafrika von Lindequisi am 7. Oktober von Berlin abreifen und voraussichtlich Mitte November im Schutzgebiet eintreffen. Mtt diesem Zeitpunkt muß der Personenwechsel in dem Konrpiando der Schutztruppe eintreten. Bis jetzt verlautet über die Personakveränderung noch nichts, doch wollen einige Berliner Matter wissen, daß Oberst Deiniling nicht nach Südwestasrika zurückkehre.

/. Bezüglich des Burenkomplotts in Wind­huk ist amtlich noch immer keine Meldung nach Berlin gelangt. In den der Kolonialverwaltung nahestehenden Kreisen hält man die Nachricht für abenteuerlich, da eine Verbindung mit den Eingeborenen dem stolzen Charakter der Buren nicht entspreche. Es wäre eigentlich zu erwarte», daß die Kolonialverwaltung jetzt ausführlich orientiert sei, da die Verhaftung von Buren be­reits am 23. August stattgefunden habe« soll. Auch hier zeigt sich wieder einmal, daß die amt­liche Berichterstattung aus den Kolonien nicht so ist, wie sie fein müßte.

[§■] Bekanntlich findet in Berlin im Anschluß an den dort tagenden 2. Kolonialkongriß am 8.-9. Oktober die erste allgemeine katholische Misstonsfeier statt. Aus allen deutschen Kolonien

zeir zu bewahren, Ivar et bereit, den Nebenbuhler zu unterstützen.

Madame Marville befand sich in nicht gerin­gerer Verlegenheit und Erregung als ihre Tächter.

„Aber was haben wir denn getan", erwiderte sie endlich, „daß Sie uns fo sehr mit Wohltaten überhäufen? Wir haben in keiner Weise irgend welches Anrecht auf solche Erweise von Güte."

„Was gibt es Angenehmeres und Süßeres, Madame, als einem unverschuldeten Unglücke, wie dasjenige ist, in welchem Sie sich befinden, beizuspringen, wenn man dazu imstande ist? Es ist mir wahrer Gepuß, für Sie etwas tun zu können."

„Ich kann Ihrem hochherzigen Anerbieten nicht länger widerstehen", sagte Madame Marville end­lich ausdrucksvoll; „ich glaube im Namen Mar- cel's alles annehmen zu können, was Sie für ihn tun wollen; ich brauche Sie kaum zu versichern, daß er Ihnen ewig unbegrenzten Dank wissen wird."

„Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen Worte", versetzte Demeric, „vertrauen Sie darauf, daß ich Ihrer Tochter eine glückliche Zukunft be­reiten werde."

Bisweilen erscheint der Himmel bedeckt mit Sunfetn, schwarzen Wolken, welche heftige Sturme und großes Unwetter vorher verkünden. Plötz­lich aber zerstreut sich rasch das Gewölk, und der freundliche, tiefblaue Himmel lächelt hernieder, — in einer ähnlichen Lage befand sich eben jetzt auch Fräul. Marville. Ein Zauberring schien mit einemmale ihr ganzes Geschick umgewanöelt zu hoben, und eine glückliche, heitere Zukunft schien ihr nach so trüben, büftern Tagen lächeln zu woll n. Schweigend hatte sie der Unterredung zwilchen ihrer Mutter und Demeric zugehört. Enk sich stand sie auf und sagte, sich zu Tein er« werbend:

„Ich kamt Ihnen nicht beschreiben, mein Herr, was ich in diesem Augenblicke denke und fühle. Sie erweisen uns eine Güte, welche auf dieser Welt Men gefunden wirb. Sers» Sie dersichett.

sind bereits Mifsionare und Vertreter der Missions- gesellfchast in Berlin eingetroffen. Die.Ger­mania' teilt die Namen von 24 deutschen Missionaren, die sich zu der Feier in Berlin ein- gefunden haben, mit. Verschiedene von den katho­lischen Missionaren werden am Sonntag in einer Reihe katholischer Kirchen Berlins Missions­predigten abhalten.

)( Auch vom 4.-5. Oktober mittags sind in Preußen Cholerafälle nicht gemeldet worden. Die Gesamtzahl derselben beträgt also wie am 3. Oktober 261 Erkrankungen, von denen 89 tödlich verliefen.

Die Generalversammlung des Charitasver- bandcs in Dortmund wurde am Dienstag vormittag durch beit Vorsitzenden Msgr. D r. Werth mann eröffnet. Nach Verlesung der zahlreichen Begrüßungsschreiben, die u. a. vom hl. Vater und vielen Bischösen etitgelaufen sind, referierte Msgr. Dr. Werth manu übet die Notwendigkeit, Verbreitung und Tätigkeit des Charitasverbandes und Landestat Horton- Düsseldorf über die Abhaltung von Charitaskurfen. — In der beratenden Versammlung am Nachmittage, zu der auch der Negierungspräsident erschienen war, sprach Stadtpfarrer Bartels- Bielefeld über dieMitwirkuugdetCharitasbei der Ausführung des Fürsorgege- s etz es, worauf Dr. Sch m i b d er ig-Herten zum Kampf gegen ben Mißbrauch des A l- k o h o l s aufforderte. Den letzten Vorttag hielt Dr. med. Drees mann- Köln über die A u s- bildung von Berufskran kenpslege- r inne u. — Am Mittwoch tagten nach einem feierlichen Pontifikalamt die dt e i A u s s ch ii s f e des Charitastages. In dem ersten wurde verhan­delt über „d i e F ü r j o r g e ü b e r b i e a b w a u- d e r n d e Landbevölkerung" und eine Re­solution Dr. Piepers angenommen, nach der der Charitastag eine systematische Fürsorge für geboten erachtet. Im zweiten Ausschuß hatte Dr. Liese- Padert n das Referat über „Z i e l u n d Form der Jugendvereine" übernommen und der drttte Ausschuß hatte das schwierige Thema „Die Vo rmuudschastsf rage" zum Gegenstand seiner Beratungen. — In der zweiten beratenden Versammlung hielten Dr. Maxen-Hannover, Dr. Liese- Paderborn und K u e i l m a n n -Dortmund Vor­träge über die in den Ausschüssen verhandelten Themen. — Unter starker Beteiligung sand am Nachmittage die öffentliche Charitas- Versammlung für Frauen statt, an der auch der Bischof von Paderborn, Dr. Schnei­der, teilnahm. Frau Amtsgerichtsrat Neu- Ha ns - Dortmund sprach über die „Tätigkeit des Fütsorgevereius für Frauen und Jungfraue u", Abg. S i t t a t t über den Verlauf des Lütticher Erziehungs- k o u g r e s s e s und Kaplau D o n d e r s - Mün­ster über das Apostolat der Frau in der modernen Welt". Aus der öffentlichen Versammlung für Männer, die den Schluß des Charitastages bildete, feien besonders die Vorträge Pros. Dr. Faßbender -Poppels­dorf über die „Organisation der Laien im Dienste der Charitas" und des Ab­geordneten Landgerichtsrat Marx- Köln über den „KampfgegeubieUilsittlichkeit" hervorgehobeu. Zum Schlüsse bet Versammlung würbe bas Antworttelegramm bes hl. Vaters ver­lesen, in dem er den päpstlichen Segen spendet. —m ■ »uh ........... ». । i iiuuiu I...U111> nnimu " i"’—

Ausland.

* Das österreichische Abgeordnetenhaus wurde am Mittwoch zum Schluffe wieder der

daß Ihr Name jeden Tag in meinen Gebeten wiederkehren wird und daß ich Gott bitten werde. Ihnen Segen und Glück für die uns erwiesene Wohltat M schenken."

Während sie so sprach, war sie so schön, daß Demeric einen Augenblick lang schminkend wurde. Noch immer liebte er sie glühend, und er wollte sie nun demjenigen überlassen, der ihre Liebe wirklich besaß — es war ein Opfer, welches feine Kräfte fast überstieg. Aber nur eine t Augen­blick lang dauerte diese Regung, sogleich kämpfte er dieselbe wieder nieder. Er wiederholte die Versicherung, die er gegeben hatte, und en>terr.te sich alsdann aus dem Hause, welches er heute als ein Engel des Friedens und des Glücks betrcV» hatte.

Triumphierend wie der Sieger aus der Schlacht ging heute Demeric heim — hatte er doch einen großen Triumph davongetragen, sich selbst besiegt. Ein heiliger Stolz glänzte in feinen Augen, während er auf seine Wohnung zvschritt, und heute zum erftenmate empfand er das süßt Gefühl jener inneren Befriedigung, wie sie eb edles Herz und das Bewußtsein einer wahrhaft guten Handlung verleiht.

12. Kapitel.

Der erste Schritt, welchen Demeric: tat, uw sein gegebenes Versprechen einzulösen, bestand darin, daß et sich ohne Verzug die Adresse Marcll's verschaffte. Alsdann schrieb er sogleich an ihn und teilte ihm mit, daß, wofern er zu Leonie noch immer die nämliche Zuneigung hege, tote früher, seiner beabsichtigten Verbindung mit ihr nichts mehr im Wege stehe, da er, Demeric, nicht bloß bereit sei, ihn von dem Dienste zu befreien, son- bern ihm auch eine Stellung zu verschaffen, welch« chm hinlänglich bis Mittel zu feinem Lebens­unterhalte bieten würde. „Es wird Ihnen", /« schrieb er weiter, „ohne Zweifel ausfällig sein, daß ich Ihnen diesen Vorschlag mache; es lastet mich indes hierbei nichts anderes als die Teil- ncrbme, welche icb an ber Familie Marville em»