«tenetebdlage: „gUlbatt GeschichtsblStt«
3 \ Jahrqanqi
Fulda, Donnerstag, den 7. September 19Qö.
JW 204.
Mark).
i, wie ein
gleich, Mr. Wildair."
ßiictcn.
„Auf Ehre W—W—Wildair," stotterte Mr. Lester, „e—es tut mir leid, aber Ge—Ge—Geschäfte rufen mich ab. Gesch—schäfte gehen dem Vergnügen vor." . o ,
„Ich verstehe," entgegnete Thilo, „und eS bedarf keiner Entschuldigung, Mr. Lester; ick wünsche Ihnen gute Ruhe und glückliche Resse.' ,
Umsonst versuchte der junge Mann 5BtIbatr8 klarem Falkenblick Stand zu halten, eS gmg nicht, und er schlich aus der Gesellschaft mit dem Gefühle, als wäre er davon gejagt.
Eine lange, tiefe Pause.
Die Arme über die Brust gekreuzt, die Lippen verächtlich gekräuselt, ließ Thilo den Blick über die „Freunde" gleiten.
„Nun? wer folgt?" fragte er.
„Wildair, aller Junge r rief CurtieS mit un- Pcherer Stimme und schwimmenden Augen, „mir ist--mir ist--zum Kuckuck, weist selbst
Deutscher Reich.
Berlin, den 6. September 1905.
Die Berichterstattung über vor- gange in unseren Kolonie«.
(Settern mußte der .Berliner Lokal-Anzeiges Gestern wupie ^.^, ^ ,^greichen Gern Deutsch-Ostafrika
die es daraus an.jdeflt, sie zum onBeriten zu tierden erfüllte sie. Bald jedoch beschlich sre ein anderes I Gefühl, eine namenlose entsetzliche Angst: Hatteste Frieda getötet? .. . ..
Ihre Knre wankten, sre sank aufs Sofa, ihr war's, als gellten tausend Stimmen „Mörderin
Welch'^Entsetzen, welche Todesangst bei dem
Gedanken! . . , . _ . o
Wie gerne hätte sie tausendmal das eigene Le
ben hingegeben, das der Feindin zuruckzurufen. | Ueberwältigt von folternder Qual, sich selbst
ein Schrecknis, kauerte sie sinnverwirrt auf dem Teppich, und so fand sie Thilo.
Sfr sprang auf, als er erntrat und faßte ferne sie tot?" rief sie, „hab' ich sie getötet?"
Er schüttelte ihre Hand von stch und blickte stumm auf sie nieder.
„Sprich um Gotteswillen, Thilo, oder mich erfaßt der Wahnsinn." .
Ihr Aussehen strafte dre Worte nicht Lugen.
In dunklen Strähnen umfloß das entfesselte Haar ein totbleiches Antlitz, aus dem die w'lder- regten entsetzensvollen Augen glühten.
Laß derlei Ausbrüche," sprach er ernst „und danke es dem Zufall, daß Du nichtzur Mörderin geworden. Vor deni Himmel giltst Du doch als solche."
„Sie lebt? sie wird also leben?"
„Gott sei Dank, ja!" . . .
„Ja, ja, Gott sei Dank! Gott sei Dank! rtef Iva und sank schluchzend in die Knie. ,
Verachtung im Blick, betrachtete Thilo seine
* ^Du wagst es, Gott zu danke"' und fürchtest nicht, die Rache, die solche Lästerung heraufbe-
I Schone mich, Thilo; ich verdiene Deinen Un- denn nur ein Geist der Hölle konnte das Leben eines schuldlosen, edelmütigen Mädchens
I antasten. Aber wäre es Dir gelungen, wäre
Im Me eiltstMwt.
Nach dem Amerikanischen der MrS. May AgneS Fleming erzähll von Lina v. Berlepsch.
<22] (Nachdruck verboten.)
J Wieder verneigte sich Thilo scheinbar ruhig, chas Zucken der Brauen aber strafte den Schern
* Spielkartenfabrikation und -Persteuerung. Das dritte Vierteljahrsheft 1905 zur Statistik des Deutschen Reiches enthält eine Uebersicht über dir Spielkartenfabrikation und -Versteuerung im Deutschen Reiche für das Rechnungsjahr 1904. In 31 Spielkartenfabriken (1903: 30) wurden herqestellt 5,993,316 (1903: 5,650,149) Spiele von 36 oder weniger Blättern und 1,210,592 Spiele von mehr als36 Blättern(1903:1,146,325); der Bestand an ungestempelten Karten in den Fabriken betrug am Anfänge des Jahres 1,019,456 Spiele der ersteren (1903: 1,167,250) und 223,371 Spiele der zweiten Sorte 1903:207,454.) Versteuert wurden 5,299,941 Spiele von 3ß oder weniger Blättern (1903: 5,255,864) und 214,400 Spiele von mehr als 36 Blättern (1903: 204,176), ausqeführt dagegen 675,955 bezw. 975,123 solcher Spiele (1903: 540,831 bezw. 926,230). Außer- dem wurden 23,071 bezw. 20,417 vom Auslande eingegangener Spiele in den freien Verkehr gesetzt gegen 30,632 bezw. 19,964 im Vorjahre. Es gelangten demnach überhaupt zur Versteuerung 5 323 012 Spiele von 36 oder wenigen Blättern (1903: 5,286,496) und 234,817 Spiele von mehr als 36 Blättern (1903: 224,140).
* Tabakbau und Tabakernte, lieber den Tabakbau und die Ergebnisse der Tabakernte mr deutschen Zollgebiete enthält das dritte Vtertel- jahrsheit zur Statistik des deutschen Reiches I hrqang 1905 eine Uebersicht über das Ernte- fahr 1904, wonach insgesamt 106703 Tabak- vflanzer 160022 Grundstücke mit einem Flachen- Inhalt von 15 883 Hektar mit Tabak bepflanzt hatten (1903: 105 99 Pflanzer,161511 Grundstücke mit 16552 Hertar Flächeninhalt.) Bonden Pflanzern hatten 39688 je eine Gesamtfläche kn- rn 1 Ar 6624 über 1 Ar bis 5 Ar, 15129 übe/ 5 IO Ar, 27639 über 10—25Ar, 16039 über 25 Ar bis 1 Hektar und 1584 über 1 Hektar mit Tabak bebaut. — Die Ernte ergab einen Ertrag von 343797 Dz. Tabak rn dach- reifem, trockenem Zustande, also auf 1 Hekta' einen Durchschnittsertrag von 22 Dz. (1903 33.-718 Dz. bezw. 20 Dz.). Der Gesamtwert der Tabakernte einschließlich der Tabaksteuer, wurde auf 26624 446 Mark (1903: 27301661 Mark) ermittelt; der mittlere Preis für 1 Dz. Tabak betrug demnach 77,44 Mark (1903: 8^,5o
Ausland.
* Ein neuer Vierbund? Kaumistbekannt geworden, daß das englisch-japanische Bündnw erneuert wurde, da kommt die Meldung ube> einen Vierbund: England, Frankreich, Japan und Vereinigte Staaten! Der Franzose Deschanel hatte diese Idee zuerst m d' Oesientlichkeit gebracht und macht eifrig für f Propaaanda. Es wird bereits ausgerechnet, daß dieser ' Bund „Dreiviertel aller Intelligenz und desaleichen dreiviertel allen Kapitals", das r der ganzen Wett zu finden ist, repräsentieren würde. Die 75 Prozent des fWeltmammons md natürlich die Hauptsache. Durch, die /o Prozen allen Kapitals wird jeglicher Krieg aus der Well geschafft, denn zum Kriegführen gehört nach der Meinung Montecucculis Geld, Geld und nochmals Geld. Wenn nun auch Deutschland, auf das es in allererster Linie abgesehen ist, ^nkMch bis Bayonne eroberte, so würde ihm das doch nichts
nieder einmal von einem Begreifen feite unserer Schutztruppe in Deutsch-Ostafrcka zu melden, von welchem der amtliche Telegraph Lute noch keine Kunde hatte. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß diese Art der Berichterstattung über die Ereignisse tn unseren Kolonien weder der Bedeutung der Boraänge, noch der Würde deS Reiches, das als solches engagiert ist, entspricht. Nachgerade wird es zur Regel, daß die private Berichterstattung die amtliche überholt, und daß die Oeffentl chkeit von wichtigen Dingen durch verschiedene Blätter eher unterrichtet ist, alS die Regierung Kenntnis da- von erhält. Zum Teil muß sogar die auswärtige Preffe aushelfen, wennww m Deutschland etwas von dm Dingen erfahren wollen, die sich in deutschm Schutzgebieten arteten. Woran das liegt, wisien wir nicht. Daß die Tatsache aber nicht zu leugnen ist, dürfte ebenso allgemein zugegeben werden, wie die un- haltbarkeit und Unwürdigkeit «neS solchen du*
Alle beteuerten aufrichtige Sympathie für den Herrn aus Richmond Hall, auch Fräulein Harper, die sich umso lieber der Opposition anschloß, als der Kapitän auf deren Seite war.
„Meinen besten Dank, hebe Freunde, versuchte Thilo zu sagen, die Sttmme aber stockte, er wandte sich rasch dem Fenster zu und verließ nach kurzer Entschuldigung die Gesellschaft, die sich rasch zer- streute. , t , ..., .
Thilo eilte in die Bibliothek und warf sich tn einen Fauteuil. Seine Schläfe fieberten, sein Ge- hirn brannte. So war er also zum Gespotte, zur Zielscheibe seiner Bekannten geworden, durch ste geworden, die er an sich herangezogen, aus der Niedrigkeit emporgetragen an sein Herz.
Mtt der Glut der Entrüstung wechselte tiefe Bläste. Er hatte gesehen, wie Iva den Saal verließ, wie Frieda ihr folgte. Im Stillen hatte er den edlen Charakter des Mädchens bewundert, das Jvas Wohlwollen, selbst um den Preis eigener Verdehmütigung erkaufen wollte. Als er spater sie blutend und leblos zu den Füßen feiner zürnenden Frau fand, mußte er nicht denken, der Dämon in IvaS Herzen hätte Liebe mit Haß vergoltene
Armer Thilo! Wie lässest Du Dich irreletten durch die glatte Schmeichlerin mit der süßen Stimme dem falschen Lächeln! Geblendet siehst Du nur Jva's Leidenschaftlichkeit, verdächtigst ihre Hand- lungen, siehst in ihr ein gefallsüchtiges, treuloses Weib. . „ , ,,r, .
Arlingford war s, den sie liebte, er selbst war ihr nichts, als Mittel zum Zweck, der Weg zu Macht und Reichtum gewesen. Jvas Stolz ward j durch ihn befriedigt, nicht ihr Herz. , |
j Bei solchen Gedanken erfaßte Thilo em Schwindel Der Glaube an ihre Untreue erstickte jede andere Regung. Er sprang aus und begab sich tn das Zimmer, wo er Iva eingeschlossen.
Und sie, was hatte sie gesrihtt in ihrer Einsamkeit? t „
Halb betäubt vor Wut und Erregung war , ste auf und abgeschritten in dem Raume, den ihr 1 Gatte ihr als Kerker angewiesen. Haß gegen alle.
Artikel folgende stattstische Angaben. In Berlin S. °°n bis August IMS
trieben: Rinder: 159.547 (1905.144.0, 1904- 149,702): Kalber: 142,238 (1903. i
131,146: 1904: 137,087); Schweine: 790,792 (1903: 683,730; 1904: 792,886); tn Bres- lau: Rinder: 34,398 (1903 : 30,527;. 1904. a? 860V Kälber: 43,827(1903:3b,191; 1904: 37 912 ’ Schweine: 91,641 (1903: 90,692 ; 1904:96,503)^Köln: Rinder: 46,492(1903: 40,593; 1904: 40,151); Kälber: 37,858 (1903: 37,084 1904: 34,418); Schweine: 13v 784 (1903: 118,682; 1904: 143,240). Das Blatt knüpft an seine Ausführungen die Bemerkung; daß die von ihm gegebene, ausschließlich auf amtlichen Zahlen beruhenoe Statistik zeige, daß die deutsche Landwirtschaft und deren angebliche ungenügende Viehproduktion nicht länger für die sogenannte Fleischnot verantwortlich gemacht werden könnten. Die Statistik beweise, daß mit einziger Ausnahme des Kölner Marktes an allen Marktplätzen und in allen Viehgattungen auch in diesem Jahre eine weitere Steigerung des Auftriebes stattgefunden habe.
(*) Verwirrung der sitllicheu Begriffe. In Warschau ist der aus Deutschland stammende polnisch-sozialistische Agitator Kaspriak zum I Tode verurteilt worden, well er bei der Durchsuchung einer Geheimdruckerei vier Gendarmen erschossen hatte. Kasprzak hatte den deutschen Staub von den Füßen geschüttelt, weil er von I den polnischen „Genossen" als Lockipitzel ge- brandmarkt und in die Acht erklärt worden war. Nachdem aber jetzt das Todesurteil über ihn I gesprochen worden ist, redet die Sozialdemorratte ganz anders von ihm. Der vorwärts' bezeichnet das Todesurteil als die „Ermordung eines deutschen Staatsbürgers", während der Mörder als „edles Opfer russischer, Rechtswillkür" angesprochen wird. Wenn em rusit cher Großfürst durch ein Bombenattentat umgebracht wird oder ein Polizeimeister durch Reoolver- schüsse, so ist dies nach der Sprechweise des -Vorwärts' eine „Hinrichtung", wenn aber ein vierfacher Mörder hingerichtet wird, so ist dies eine Ermordung. Der „Genosse", der seit 15 Jahren als Spitzel geächtet war, wird au einmal zum Parteiheiligen. Am 10. August trat eine ad hoc gebildete Kommission von Genossen in Krakau zusammen, welche bann schnellstens die völlige Unschuld Kasprzaks konstatierte. Der /Vorwärts" bemitleidet ihn jetzt auss äußerste; die Beschuldigungen der polnisch-sozialistischen Partei hätten ihn. ins Herz getroffen und fast bis zum Wahnsinn bringen müssen. Daß der vierfache Mörder zum Tode verurteilt wurde, ist natürlich auch eine „Schande für Deutschland", das so etwas nicht dulden dürfte. „Glaubt man wohl, fragt entrüstet der /Vorwärts", daß der „civis Germanus“ unseres herrschenden Deutschland den nationalen Stolz hat, nm ein Wort für den kriegsgerichtlich abgeurteilten beulten Staatsangehörigen einzulegen?" — Eme schlimmere Verwirrung ber sittlichen Begriffe ist wohl kaum möglich. Solange Kasprzak im Verbuchte steht, sich an ber Partei versünbigt zu haben, wirb er gerächt, ohne daß man ehrlich prüft, ob der Verdacht auch begründet ist. Nachdem er vierfachen Mord begangen hat, ist er ein braver Mann und Held, dessen die deutsche Regierung sich gegen Rußland annehmen sollte! So will es die gesinnungstüchtige Sozialdemokratie!
sicherer Stimme und . ist--mir ist--
nicht, wie mir ist, aber .
Heide. Verzeihung, meine Damen, aber habet würde ein Erzengel die Geduld verlieren! Emen so zu behandeln! schmählich!"
Ein unartikulierter Laut, kurzem Heulen nicht unähnlich, brachte Curtis Enttüstung zum Schluß. Im Bewußtsein verdienter Teilnahme blickte et im Kreise umher, ergriff lebhaft Thilos Hand und schüttelte sie, als wollte er den Arm aus dem Gelenke reißen. . „
„Bravo Curtis!" ließ sich Kapitän Ariing- fords ehrliche Stimme vernehmen,, „auS der Seele gesprochen. Halten Sie uns nicht alle Herrn
Erscheint ti glich, mit Mnsnabme der So««’ end Hciertage. viertel' jkhrl. Bezugspreis ohne vringerloh« ««» vesteLgeldinzu^annd auswärts imt. so ptg.
verantwortlicher Schriftleiter: 3. Bannt für die Anzeigen
I, par$eUer in Hulda.
^Sparsamkeits-Rücksichten können k diesem Falle unmöglich inS Feld geführt werdm. Wir glauben auch nicht, daß man einen ernstlichen Versuch dazu machen möchte. Wir geben zu, daß die amtliche Berichterstattung an gewisse Rücksichten gebunden ist, und namentlich sich davor hüten muß, unbeglaubigte Meldungen voreilig zu I verbreiten. Aber das erklärt noch lange nicht ole I gegenwärtige Rückständigkeit der amtlichen kolonialen Berichterstattung. Oder sollte die Mangelhaftigkeit des amtlichen Nachrichtenwesens, speziell der Verbreitung von Nachrichten über koloniale Dinge, gar nicht an der eigentlichen Berichterstattung, b. h. an ber Verbindung zwischen ben let- tenben Stellen in ben Kolonien und den leiten» den Stellen in Berlin, liegen, sondern nur einer zu bureaukratischer Zurückhaltung der ^letzteren I entspringen? Man muß fast auf diesen Gedanken kommen, wenn man stch des Umstandes entsinm, baß feit bem Ausbruche der Unruhen in Deutsch- Ostafrika noch nicht sine einzige briefliche | Mitteilung des Gouverneurs Gras Götzen über den Aufstand zur Veröffentlichung ^Em?ganze Reihe von Blättern und Zeitschriften hat bereits briefliche Darstellungen über das Vorgehen der Aufständischen, sowohl in den Matumbi-Bergen — dem Schauplatz der ersten Unruhen — wre lin Süden der Kolonie, über Einzelhesten des Aufstandes, Maßnahmen zur Abwehr desselben fettensdeS Gouvernements, und auch über die Ursachen der Unruhen gebracht. Wir können unmögttch annehmen, daß Graf Götzen seine vorgesetzte Be- Hörde in dieser Hinsicht bisher ganz im Unklaren gelassen hat, zumal er sich in einem telegraphisch wiede'gegebenen Interview dem Berichterstatter eines Berliner Blattes gegenüber über alle diese Fragen ziemlich eingehend ausgelassen hat. Er hat die Aufstandsbewegung als eme Auflehnung des bedrängten Heidentums gegen alle fremde Kultur, Steuerzahlung und Arbetts- leist, i und als die Frucht einer allgemeinen Unz Reichest gedeutet. Es wäre von Interesse -u ahren, ob die offiziellen Meldungen deS Grasen Götzen damü übereinstimmen.
Wir haben Grund zu der Annahme, daß an maßgebender Stelle in Berlin weit mehr Aeußerungen und Mitteilungen deS Gouverneurs vorliegen, alS man die Oeffentlichkeit biS jetzt hat wiffen lasten. Sollte es nicht an ber Zett sein, diese Mitteilungen in größerem Umfange, als eS bisher geschehen ist, durch die Presse b^ tonnt zu geben? Das deutsche Volk hat doch I wohl ein Recht darauf, in diesen Dingen klar zu sehen, denn schließlich heißt es hier doch auch: tua ree agüur. Die Kolonialverwaltung wird sich auf keinen Fall langer der Verpflichtung entziehen können, wenigstens sich über die Handhabung ber tolomalen Berichterstattung zu äußern. Sie ist sich bas I selbst schulbig; denn die längere Fortdauer des gegenwäriigen ungenügenden Zustandes fällt sonst ausschließlich ihr zur Last. Es wäre em un-
I kluges Beginnen, wollte man die Mißstimmung, welche schon jetzt in weiteren Kreisen sich m kolonialen Fragen funbaibt, noch durch eme offensichtliche Mißachtung ber öffentlichen Meinung verschärfen. , ... .
Speziell die deutschen Katholiken und weiterhin alle Freunde der christlichen Missionen in Ostaftika fr ben ein besonderes Interesse daran, daß recht bald offizielle Mit- teihmgen über Art und Ursache des Aufstandes erfolgen, da an gewissen Stellen bereits das Bemühen erkennbar ist, die Misfionstätlgkert tn diesem Falle vor allem die katholische — al» eine der Hauptursachen die Empörung der Ein- geboren«i hinzustellen und damit in schlechten Ruf zu bringen. Wir können demnach nur den lebhaften Wunsch äußern, daß man an maßgebender Stelle mit der bisherigen Zurückhaltung in der Bekanntgabe von Nachrichten und Mtt- teihmgen aus Deutschostafrika breche, und, falls es wirklich notwendig sein sollte, die Leitung der Kolonie veranlaßt, etwa Versäumtes in Sachen dee Berichterstattung schleunigst nachzuholen.
... Cholera. Dem .Reichs- und Staatsan- »eiaer" xufolae sind vom 5. bis 6. September mntagS 13 Erkrankungen und 2 Todesfälle an Cholera innerhalb des preußischen Staates amttich gemeldet. Die Gesamtzahl beträgt bis jetzt 90 Erkrankungen und 26 Todesfälle. Die gesundheitliche Ueberwachung deS Schlffahrts- und Flößereiverkehrs ist außer an der Weichsel, Brahe, Netze und Warthe auch auf der Ober von Fürstenberg bis zur Mündung, auf bem Dinowkanal bei Oberberg und auf der Spree bei Köpenick, sowie auf dem Memelfluß bet Schmalleningken und Tilsit eingesührt worden. Jrn Ueberwachungsdienst tätig sind gegenwärtig 12 Sanitätsoffiziere, 3 Marine-Sanitätsoffiziere, 2 Kreisärzte, 15 Kreisassistenzärzte und eme größere Anzahl von prattischen Aerzten. Der Dienst auf jeder Stromüberwachungsstelle wird von zwei Aerzten abwechselnd versehen. ,
Am Mittwoch nachmittag ist m Berlin eine Protestversammlung von Fleischern aus ganz Deutschland aus Anlaß der Fleischnot unter starker Beteiligung eröffnet worden.
S Unter dem Titel ..Statistisches zur Fleftch- not" bringt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in ihrer Mittwochnummer interessante längere Ausführungen. Wir entnehmen dem
ctrcin £ <-c meiner LM - ..vorden, so hätte ich Dich selbst dem Gerichte übergeben und erst gericht, wenn der Gerechtigkeit Genüge getan ge-
Mii dem Schrei eines totwunden Tieres schlug sie die Hände vor's Gesicht. ,
Unstinast gestandest Du mir, es reute Dich Deine Verbindung mit mir., Glaube mir, ich läge lieber im Grabe, als Dein Gatte zu heißen, schone mich!" flehte sie mit gerungenen Händem,^ b.n T.r schone nicht Und
last' Du nicht tausendmal verdient, Mas Du erfährst? Ich will sprechen und Du mußt Horen.
H«r. d°i> Du mid, ""d’S Nanwns und des Mamons willen geheiratet.hast. Du warst ein herzloses Kind und nmsttest o ^ richtig ein herzloses Weib werden, Tor lisch mich blenden, ich glaubte, was Du,m lener heil.
(Khmbe am Meeresnfer mir sagtest und 1 Weibe. Ich trotzte der Meinung
der Welt ^dem Lächeln meiner Freunde, dem Zorn meiiwr Mutter und ließ mich herab, erniedrigte mich, Dich zu gewinnen. Und nun, welches ist E',Thilo', Du brichst mir das Herz!" stöhnte sie.
Aber gleich der Posaune des jüngsten Tages hielt feine Stimme Gericht über sie, — erbarmungslos wie der Tod.
„Du fragtest mich einst, warum ich Dich zum Weibe genommen? Warum? .weil ich simwer wirrt war, toll, sonst hatte ich me dlesenunselmen Schritt getan, der zu einem LebenderQualmlch verbainmt. So sehr Du unsere Verbindung be flaaen magst, weil sie Dich hindert, dem Kapitän zu gehören,, Du kannst sie nicht halb soviel be- ^^Sie^lag^zu feinen Füßen, ob niröergeient durch die Koller feiner Worte, ob körperlicher Schwäche erliegend, er, achteteesnrcht.
„Mir war's, aI8 konnte ich derWetttro^n • um deiner Siebe willen," fuhr er mit bitterem La
Die et*, fpaltige petttzeile ober deren Baum (5 Pfg. Hetl«we* bie petltjette 26 pfg.; bei TOieber- Holungen wird enispr. Uabatt gewährt.
Boiationsbtud n. Verlag ber MbaerAe- ttendrnckerei in Mda. . Kernsprecher Nr. 9,
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