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Fulda, Montag, dm 14. August 1905.

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Pilgerfahrt nach Rom.

Ende September 1505.

Der Ltotz der HaKSfra«

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Ermutigt durch den glücklichen Verlauf der Immakulata-Wallfahrt im Verflogenen Jahre, be­absichtigt das Kölner Pilger-Komitee im Herbste dieses Jahres abermals eine Pilgerfahrt nach Rom zu veranstalten. Diesmal soll der Pilger­zug amTage durch die Schweiz und durch Ober­italien geführt werden und auf der Rückreise ist ein Aufenthalt von zwei Tagen an den ober- italienischen Seen zur Erholung vorge­sehen. In den einzelnen Städten, in ivelchen Rast gemacht wird, ist der fromme Besuch der dortigen Heiligtümer in Aussicht genommen und in Rom außer dem Besuch der hh. Stätten eine Audi­enz beim Heiligen Vater.

Priester und Laien, Herren und Damen kvn- nen an der Pilgerfahrt teilnehmen.

I. Vorläufiges Programm der Pilgerfahrt.

1. Die Abfahrt von Köln erfolgt gegen Ende Sep­tember d. I. abends. Der Pilgerzug nimmt den Weg über Mainz, Basel, Luzern (einige Stunden Aufenthalt), Göschenen (Mittagessen), St. Gotthard, Mailand (Ueberuachten und Aufenthalt), Bologna (Abendessen), Assissi (kur­zer Aufenthalt), Rom.

Rach siebentägigem Aufenthalt in Rom fahr ' er zurück über Flores (Uebernachten und Aufenthalt), Pisa (Mittagessen), Nervi, Genua (Uebernachten und Aufenthalt), Como, Lugano (Ueberuachten und Aufenthalt) nach Köln.

Sollten mehrere Züge nötig werden, so wer­den dieselben entweder zwei Tage vor oder nach dem Hauptzuge abgelassen. Die Leitung behält sich vor, die einzelnen Pilger in diese Züge zu verteilen. Jedoch werden besondere Wünsche solvohl inbezug auf die Züge, als auch inbczng auf einzelne Pilgergruppen nach Mög­lichkeit berücksichtigt.

.2. Die Hinreise nach Rom muß für alle Pilger ! unbedingt eine gemeinsame fein. Jedoch können sich Pilger auf den Hauptstattonen der Strecke Köln-Basel, wie in Bonn, Koblenz, Bingerbrück, Mainz, Mamcheim, Karlsruhe und Basel dem Pilgerzuge ansthließen. Dieselben müssen aber die Station, auf welcher sie einzusteigen ge­denken, auf dem Anmeldeschein genau angeben. Die Rückreise von Rom können die Pilger am besonderen Wunsch auch einzeln machen, wenn sie dies vorher bei der Anmeldurrg ausdrücklich bemerken. Durch die Trennung vom Pilger­zuge erlischt für die Betreffenden jeder An­spruch auf Verpflegung bei der Rückreise und ( für die Leitung des Pilgerzuges jede Verant­wortung für dieselben. Allen, die mit Land und Leuten, sowie auch mit der Sprache des Landes nicht betraut find, ist diese Einzelreife

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vermischter.

* Eine tüchtige Schildwache. Inspizierender Offi­zier: „Was würden Sie tun, wenn der Offizrer des Tags Ihrem Posten sich näherte?* — Schildwache: „Hm! mein Gewehr in Positur bringen und ihm Aalt' gebieten." — Offizier: „Und was dann? — Schildwache: „Run, das würde von Umstanden abhängen." — Offizier: „Angenommen, der Tags- Offizier käme hierher um die Müternachtsstunde." — Schildwache: „Haben Sie gesagt, es wäre der Tags-Offizier?" — Der Offizcer winkte bejahend, und blitzschnell erwiderte bte Schildwache: „Ich würde ihn fragen, was in Kuckucks-Namen er um diese Stunde der Nacht hier zu schaffen hat?"

* Gedankensplitter. Es gibt Menschen, bte nur das Gute in Rechnung stellen, das man ihnen nicht tut. — Eine Lieblingsbeschäftigung der Untätigen ist — die Tätigen zu stören. — Hebet alle Menschen klagen, heißt fich selbst, nicht sie anklagen. — Gerade au^ezeichnete Menschen sind meist nicht „ausge- zeichnet"! — Wo man sich den Grund nicht ein- gchehen will, sucht man nach — Gründet,. •* Buch dem Unglücklichen schlägt keine Stunde — denn er hat seine Uhr versetzt. — Ja, ja, „Putzen ist halbe

zu Schachteln zusammenzukleben. JSxt letztere aus zwei Teilen, der etikettierten Hülse und der Jnnenschachtel, dem eigentlichen Streichholzb^ tjälter, bestehen, welche ihrer Anordnung nach wesentlich von einander abweichen, so sind für die Herstellmig der fertigen Schachteln auch zwei besondere Klebemaschinen erforderlich; beide ge­hören zu den sinnreichsten mechamschen Kon­struktionen. _ , „

Noch sinnreicher als die Hulsenklebemaschme ist die Jnnenschachtelklebemaschme; täglich wer- deil 25 000 Jnncnschachteln auf derselben nut- telst des als endlose Rolle zugeführten Papiers und zwei Spähnen, deren einer die Seitenwände, deren anderer den Boden bildet, sauber und ge» wiffenhaft, ohne Brüche des zarten Holzes, ge- klebt.

Nunmehr sind wir bei demjenigen Stadium der Fabrikation angelangt, wo sowohl die Hus­chen, wie die Schachteln so weit fertig gestellt sind, daß erstere in letztere eingefüllt werden müssen. Dieses geschah früher durch Arbette- rinnen, die hierin im Laufe der Zeit eine außer­ordentliche Geschicklichkeit sich aneigneten; jetzt aber ist auch diese Manipulation einer Maschine übertragen, welche, lediglich von einer einzigen Arbeiterin bedient, täglich 18 000 Schachteln füllt. .

So kennzeichnet sich, sagt das „Polytechnische Zentralblatt", in großen Zügen das Werden des „schwedischen" Sicherheitsstreichhölzchens, wel- ches in schnellem Siegeslauf sich den Erdkreis eroberte und die Technik anspornte, Maschinen zu ersinnen, die, wenn auch der Allaemeinhen weniger bekannt, dennoch nicht minder bedeu­tende Siege des menschlichen Geistes über die rohe Materie kennzeichnen, als diejenigen sind, welche die Ausnutzung des elektrischen Funkens uns brachten. _________________

Eottesdienstordnuns in Fulda.

Dienstag, 15. August. Fest Mariä Himmel fahrt. Dom. 5, 6 und 7 Uhr hl. Messen, ‘1*1 Uhr Kräuterwethe in der AndreaskapeÜe, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, 1 10 Uhr Umgang und Bischöfl. Hoch­amt, 12 Uhr hl. Messe, 1 /, Uhr Andacht, 4 Uhr Abend­andacht, 7 Uhr Andacht mit Segen m der Manen­kapelle. — Stadtpfarrkirche. 5 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Kräuterwethe, hl. Messe und Predigt, 91/ Uhr Predigt, Hochamt mit Diakontum und Chorgesang, 3 Uhr Andacht. — Psarr- kirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — ®S$-* Sodalität. (Titularfest) 6 Uhr hl. Messe und Generalkom- mtmiott, 9 Uhr Prozession zur Stadtpfarrkirche, 2 Uhr feierliche Aufnahme. (Bollkommener Ablaß für alle Gläubigen, welche nach würdigem Empfang der hl. Sakramente die Kongregationskirche besuchen und daselbst eine Zeitlang beten.) — 3. S. 6 /, Uhr hl. Meße, 2’. Uhr Predigt und Andacht mit Neuauf­nahme in der Marienkapelle. — Dienstmädchen-Kon­gregation. 5 Uhr Generalkommunion, 3'1* Uhr An­dacht. — Frauenberg. (Titularfest.) Hl. Messen um 5, '1*6 und */ 7 Uhr; 8 Uhr Rosenkranzmesse, 9 Uhr Kräuterweihe und feier!. Amt mit Aussetzung, 10 Uhr Militärgottesdienst, 2 Uhr Festpredigt und Andacht mit Umgang für die Marianische Bruderschaft.

M i t t w o ch, 16. August. Michaelskirche. Morgens um 7 Uhr findet ein Amt zu Ehren des hl. Rochus statt.

Gottesdienstorbnung in Kämmerzell während der RochuSoktav. Am Borabend des Rochusfestes ist von 4 Uhr an Beichtstuhl in der Pfarrkirche. Am Festtage (Mittwoch den 16. August) beginnt daselbst der Beichtstuhl morgens 5 Uhr; 6 und 7 Uhr heil. Mefien, 9 Uhr Prozession zur Rochuskapelle, daselbst Amt und Predigt. Während der Oktav ist von 6 Uhr an Beichtgelegenheit und um 7 Uhr Gottesdienst in der Rochuskapelle. Am Sonntag ii bet. Oktav ist der Gottesdienst in der Pfarrkirche. 1

entschieden abznrvten.

J II. Bedin-nK-r» der Teilnahme an der i 5 Pilgerfahrt. <

H. Die Kosten der Pilgerfahrt für Eisenbahnfahrt, Unterkunst und Verpflegung während bet gon- aen Reise und programmäßige Dampfer- und j Wagenfahrten belaufen fich auf:

a) für die dritte Klasse:

» ab Köln 195 Mark, ab Mannheim 185 Sttarl, ab Basel 175 Mark;

| b) für die zweite Klasse: Map Köln 280 Mark, ab Mannheim 265 Mark, | ab Basel 250 Mark.

# Diejenigen Pilger, welche die Eisenbahnfahr- in erster Klasse und in Rom eine besondere Berücksichtigung bei der Ver- pflegung wünschen, müssen dafür einen Zu­schlag von 75 Mark entrichten.

NB. Die Kosten ftetten fich gegen den fetten Pilgerzug etwas höher wegen der längeren Dauer der Pilgerfahrt und der Dampferfahrten auf den oberitalienischen ©een.

(2.Alle Anmeldungen sind zu richten an Herrn Franz Rody in Köln, Handel­st r a ß e 41, welcher gedruckte Anmeldescheine zu diesem Avecke auf Wunsch verabfolgen wird. Auf diesem Anmeldescheine find Name und Wohnort deutlich zu schreiben. Es empfiehlt sich, noch eine Visitenkarte beizulegen. Die Laien bedürfen eines pfarramtlichen Zeug­nisses, welches auf dem Anmeldescheine bereits vorgedruckt ist. Die Geistlichen muffen uube-

: dingt ein Zelebret mitbrmgen.

3. Es wird gebeten, die Anmeldungen m ö g - lichst bald, späte st ens bis zum 25. August d. I., zu machen. Bei der endgiltigen Anmeldung muß der ganze Betrag für die Pil­gerfahrt an Herr Franz Rody eingesandt wer­den. Sollten Ereignisse eintreten, welche nach bereits erfolgter Anmeldung die Pilgerfahrt unmöglich machen, so wird der eingezahlte Be­trag (abzüglich von 5 Mark Organisattons- kosten) wieder zurückgesandt. Etwaige Ueber- schüsse der Pilgerfahrt sollen nach Gutdünken des Komitees zu guten Zwecken verwendet werden.

4. Nähere und ganz bestimmte Auskunft über Reisegepäck, Kleidung, Geldwechseln usw. wird das Pilgerbüchlein bieten, welches zeitig sämtlichen Teilnehmern zugestellt wird.

Att alle deutschen Katholiken ergeht nunmehr öte ebenso dringende, wie ergebene Einladung

•,eiInQt’me art dieser Pilgerfahrt. Genaue Mitteilung der Abfahrtstage erfolgt demnächst.

Köln, am 21. Juli 1905.

Das Pilger-Komitee:

Domkapitular Dr. Düsterwald, Vorsitzender.

Gattin. — Harmlosigkeit gilt zuweilen für Raffi­niertheit, leider aber viel öfter Raffiniercheit füx Harmlosigkeit.

big der Größe der fertigen Streichhölzer. Die­selben werden nunmehr, da sie noch völlig feucht sind, getrocknet.

Nach erfolgter Trockmmg werden die, bunt durcheinander gewürfelten Hölzchen auf der Putzmaschine von Staub und Splittern gereinigt. Die Maschine besteht lediglich aus einem auf eisernem Gestell lagernden Reff aus Längs- und Querstäben, deren Abstände sich nach der Länge der Hölzchen richten. Das Neff wird von der Mitte aus bewegt; infolgedessen fallen die zu kurzen Hölzchen und die Splitter zwischen den Stäben hindurch, während die das richtige Maß besitzenden Hölzchen das ganze Reff passieren und am Ende desselben in einen darunter auf- gestellten Behälter hinabsallen. Erforderlichen Falls kann diese Putzmaschine, deren tägliche Leistungsfähigkeit bei 830 Umdrehung pro Minute 8—10 Millionen Hölzchen beträgt, auch mit einem Ventilator versehen werden.

Für die weitere Behandlung ist es nunmehr erforderlich, die getrockneten und abgeputzten Hölzchen zu ordnen. Die wirr durcheinander liegenden Hölzchen werden auf den oben auf der Maschine sichtbaren Fächerkasten gelegt. Wird nun die Maschine angelassen, so ordnen sich durch die schnell rüttelnde Bewegung die guten Hölz­chen in den Fächern des Fächerkastens, während noch etwa vorhandene hall'« Hölzchen und Split­ter durch die nur zmn Teil geschlossenen Böden des Fächerkastens in den unten befindlichen Staubkasten hinabsallen. Es findet also hier ein nochmaliges Putzen des Holzdrahtes statt. Ist der Fächerkasten gefüllt, so wird er und Splitter durch die nur zum Teil geschlosse­nen Boden des Fächerkastens gestillt, so wird er herarisgezogen und ein Umlegebrett auf ihn ge­legt, worauf beide zusammen umgewendet tver- den. Nunmehr liegen die Hölzchen nach dem Abheben des Fächerkastens in parallelen Reihen wohl geordnet auf dem Umlegebrett, ivorauf sie in die Zündeinlegemaschine gebracht werden. Diese äußerst sinnreiche Maschine hat den Zweck, die Hölzchen, und ztvar in einer Anzahl von je 2200 Stück, jedes von dem andern in gleichem Abstande entfernt, in Rahmen zu spannen so zwar, daß sie in dieser Stellung sämtlich gleich­zeitig an ihrem einen Ende mit Paraffin ge­tränkt und sodann in die Zündmasse getunkt, d. h. mit Köpfchen versehen werden können. Eine klare Darlegung des Arbeitsganges dieser Ma­schine kann nur an der Hand eines betriebs­fähigen Mvdelles ober fachgemäßer Konstruk­tionszeichnungen gegeben werden. Wir müssen uns daher dainit begnügen, hier nur anzugeben, daß mit Hülfe dieser Maschine täglich 600 Rahmen mit V/4 Millionen Hölzchen gefüllt werden, welche dann auf den Paraffinapparat gebracht werden, um durch Eintauchen in ein mit Dampf beheiztes Paraffinbett paraffiniert werden. Das nunmehr als weiteres Arbeits- stadinm sich anschließende Tunken ober Auf­trägen der Zündmasse auf das paraffinierte Hölzchen geschieht in einem besonderen Apparate. Zu diesem Zwecke wird die Masse auf der ge­hobelten Fläche des Tisches mittelst eines Äb- streichlinials gleichmäßig ausgebreitet. Nun wird der die paraffinierten Hölzchen enthaltene Nahmen auf den Tisch gelegt, wobei durch eine gebogene Druckplatte jedes einzelne Hölzchen bis auf die Tischplatte niedergedrückt wird, sodaß die­selben sämtlich gleich in die Zündurasse eintau­chen. Mit Hilfe dieser Vorrichtung fnerben täg­lich 3 000 000 Hölzchen getunkt.

So ist schließlich das Streichhölzchen fertig Jedoch ist dasselbe, da wir hier in erster Linie von den schwedischen Sicherheitshölzchen sprechen, noch nicht zmn Gebrauch fertig, denn hierzu ist die eigenartige, den amorphen Phosphor ent­haltene Verpackung noch erforderlich.

Auch die Anfertigung der zierlichen Schäch­telchen mit der sauberen Ettikeltierung und oen Streichflächen, sowie die Füllmlg derselben mit den Hölzchen erfolgt ohne irgend welche Hand­arbeit einzig und allein durch Maschinen.

Wie bereits erwähnt wurde, dient die Schäl­maschine nicht nur zum Abschälen der die Zünd­hölzer bildenden Spähue, sondern auch zur An­fertigung derjenigen dünnen Fournierblätter, aus denen die Schachteln zusaimnengeklebt wer­den. Diese auf der Schälmaschine erzeugten Blätter, welche dort auch bereits eingeritzt wor­den sind, damit sie ohne Mühe an den den Ecken entsprechenden Stellen nmgeknickt werden kön­nen, werden zunächst der Schachtelspahn-Teil- maschine zugeführt, wo sie rechtwinkelig in genau große Stücke zerschnitten werden, um dann auf der Schachtelklebemaschine zu fertigen Schachteln »erarbeitet zu werden. Die Spahnbänder wer­den zu Lagen aufeinandergelegt und in solchen auf die hinter der Maschine sichtbare Packlad« gebracht, von wo sie durch Reffelwalzen dem Messer zugeführt werden, welches auf- und nie­dergehend das Abschneiden bewirkt. Der Vor­schub wird durch eine oben gelagerte Kurbel­scheibe geregelt, deren Hub an einer Skala je nach der gewünschten Breite des Spahnes ein­gestellt werden kann.

Nunmehr handelt eS sich darum, bte geritzten und auf die genauen Maße beschnittenen Svätzne..

Wie wird ein Streichholz hergestellt?

Wenn man den Unterschied zwischen dem Einst und Jetzt, zwischen der mangelnden Be­quemlichkeit unserer Vorfahren und dem moder­nen, oft übertriebenen Komfort recht packend kennzeichnen will, so zieht man zumeist die großen, bahnbrechenden und weltumwälzenden Neuerungen, die Ausnutzung der Dampfkrast und der Elektrizität, die weitestgehende Be­herrschung der rohen Materie heran und vergißt hierbei nur allzuleicht, daß eine große Zahl der uns gegenwärtig als selbstverständlich und mr- entbehrlich geltenden Kleinigkeiten ebenfalls eine Wandlung durchgemacht hat, welche den Unterschied zwischen dem Einst und Jetzt uns nicht minder eindringlich zum Bewußtsein bringt als der transatlantische Dampfer gegenüber dem Einbaum der ältesten Vertreter des Men­schengeschlechts.

Nach dieser Richtung gibt es Wohl kaum ein treffenderes Beispiel, als die Art und Weise, wie wir heutzutage Feuer anzünden, unwillig schon erregt, wenn das zierlich gearbeitete Hölz­chen in unserer Hand uns einen nur nach Se­kunden zählenden Zeitverlust verursacht.

Gegenwärtig, wo die Erfindung des deut­schen Professors Dr. Boettger, die sogenannten „Schweden", die weitaus größte Masse der kon­sumierten Streichhölzer bilden, wird für die Zündholzfabrikation in erster Linie das Holz der Espe und der Pappel verwendet, da dieses infolge feiner Porosität sich leicht mit Paraffin tränten läßt, leicht brennt und eine schöne, Weiße Färbung auftoeift Als weitere Holzarten fomtnen noch in Betracht die Linde, die Weide und die Enkalyptusarten. Unter den Nadel­hölzern sind in erster Linie die Rottanne irnb einige Pinusarten, besonders Pinus maritimus, zu nennen. In früheren Zeiten wurde das Herausschneiden der Hölzchen aus dem Holze, die Herstellung des sogenannten Holzdrahtes, durchgängig auf besonders konstruierten Hobel­maschinen vorgenommen. Bei dieser Her­stellung wird das Holz durch die Löcher des Hobeleisens hindnrchgezwängt, erfährt hierbei natürlich eine starke Pressung und verliert da­durch viel von seiner Porosität, ans welchem Grunde sich der auf diese Weise her gestellte Holz­draht für schwedische Sicherheitszündhölzer guter Qualität nicht eignet, sondern nur für Phosphorhölzer Verwendung finden sollte. Ein weiterer Nachteil des gehobelten Holzdrahtes find die hohen Produktionskosten, die dadurch noch eine wesentliche Erhöhung erfahren, daß nur ganz astreines Holz zum Hobeln verwend­bar ist, was sehr bedeutenden Abfall bedingt.

Für die Anfertigung der schwedischen Sicher­heitshölzer benutzt man die Hobelmaschinen nicht, da, wie soeben bereits angebeutet wurde, der Holzdraht durch das Hinburchziehen durch die Löcher der Hobelmesser zu stark zusammenge­preßt wird, und infolgedessen bas Paraffin nicht in genügendem Maße in das Holz eingesogen wird, wodurch die erforderliche schnelle Entzün­dung des Holzes verloren geht. Man hat daher die Schälmaschine konstruiert. Mittels dieser werden die geschnittenen, von der Borke befreiten Baumklötze, welche entweder stammfrisch fein oder vorher einige Zeit im Wasfer gelegen haben muffen, in derselben Weise wie auf einer Dreh­bank eingespannt. Wird nun die Maschine in Bewegung gesetzt, so schiebt sich ein die Breite des Baumklotzes besitzendes Messer automatisch gleichmäßig zur Achse des Klotzes vor, hierbei von dem Klotze spiralförmig einen Spahn in Ge­füllt eines langen, gleichmäßig dicken Bandes ab- schneidend. Zugleich wird dieses Band durch die kleinen Mefferchen in Streifen von beliebig ein­zustellender Breite zerschnitten. Die Stärke des zu erzielenden Spahnes kann durch Wechselräder beliebig eingestellt loerden. Auf dieser selbigen Maschine werden auch die bedeutend schwächeren Spähne abgeschält, aus denen die zur Aufnahme der Streichhölzchen dienenden Schiebeschächtel­chen zusammengesetzt werden; um diesen Späh­nen die für die Bildung der Schachtelecken er­forderliche Biegung verleihen zu können, werden dieselben mittels Ritzmefferchen mit einer leichten Ritzung versehen. Die Baumklötze können bis auf 70 Millimeter Durchmesser abgeschält wer­den; eine selbsttätige Riemenausrückung ver­hindert, daß bet mangelnder Aufmerksamkeit des Arbeiters das Schälmeffer gegen die Mit­nehmer des Klotzes läuft und auf diese Weise be­schädigt und unbrauchbar gemacht wird.

Nunmehr handelt es sich um die Aufgabe, diese Spahnbänder in einzelnen Hölzchen (Holz­draht) zu zerschneiden. Dieses wird auf der Holzdrahtabschlagmaschine vorgenommen. Zu diesem Zwecke werden die Spahnbander, welche in Sagen von 60—70 übereinandergepackt sind, mittelst Gurten-Vorschubes einem auf- und ab­gehenden Messer derartig zugeführt, daß diefel- ben bei jedem Messerhube je nach der zu erzielen­den Stärke der Hölzer vorgeschoben werden. So wird beispielsweife, wenn es sich um Herstellung von 2% Millimeter im Quadrat starker Hölz- chen handelt, die Spahnlage bei jebem Hube um 2% Millimeter vorwärts geschoben. Die so ab­geschnittenen Hölzchen entsprechen also vollstän-

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