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32. Jahrgang.
Fulda, Mittwoch, den 2. August 1905.
er die Vase kaufte ----1"
„Wer Weitz' Marie? Doch wenn ein guter alter Freund auf unserer Seite ist, so hoffe ich das Beste."
Er hat mir seine Fürsprache fest zugesagt und auch mitgeteilt, daß Halkett häufig die Sternwarte besuche. Da gibt es schon Anknüpfungspunkte; außerdem sind sie Freunde geworden, tote ich weiß. — Wir müssen jetzt noch etwas Geduld haben, liebe Mutter; ein inneres ahnungsvolles Gefühl ermutigt mich dazu. Aus den Aeußerun- gen des alten Herrn habe ich die frohe Hoffnung geschöpft, daß wir am Wendepunkt unseres bisherigen Geschickes angelangt sind.
Mutter und Tochter sprachen noch lange über
Tag hatte alle Wonnen des Sommers über die Natur ausgegossen und den Familienplatz unter den schönen Fliederbäumen, die den Duft ihrer prachtvollen Blüten weithin über den Garten strömen ließen, in ein kleines Paradies verwan- delt.Darum mutzte auch Mutter Helldorf im trauten Familienkreise unter den Bäumen erscheinen, .so sehr sie sich auch anfangs dagegen sträubte. Die Dringenden Vorstellungen ihrer Kinder, an denen sich die Nichte Helldorf in liebevollster Weise beteiligte, hatten sie jedoch vermocht, sich der dumpfen Zimmerluft entführen und in den Garten geleiten zu lassen, wo sie am Arme Mariens bei den Ihrigen erschien.
Es mutzte an diesem herrlichen Abende ein
sie so bedeutsatne Begegnung mit dem alten - Freund ihrer Mutter, dieser berichtete, datz sie zwar mit leeren Händen komme, daß aber, was der heutige Tag versage, höchst wahrscheinlich der folgende bescheren werde.
Sehr gefaßt erwiderte Frau Helldorf:
„Aergere Dich nicht, liebes Kind, über den Onkel; ich kenne ihn durch und durch, er ist eben ein trockener Geschäftsmann, der erst „mürbe" gemacht werden muß, ehe er seine Börse öffnet. Darin, daß er noch in der letzten Minute Dir bis an den Bahnhof nachgefolgt ist, erblicke ich, wie mein alter Freund, ein gutes Zeichen. Gebe Gott, daß wir uns nicht täuschen! — Nichts aber würde mich mehr erfreuen, als eine erfolgreiche Verwendung des Letzteren bei Halkett; Dein Vater muß nicht bloß regelmäßige Arbeit haben, sondern such Ermunterung zur Arbeit und, was die Haupt
freundlicher Schutzgeist unmittelbar über den Häuptern der Familie seine Schwingen entfaltet haben, denn selbst der in der letzten Zeit sehr mürrische Vater Helldorf zeigte ein freundliches,
Deuffdies Reich.
Berlin, des 1. August 1386.
§ 3* der Fahrt des englischen Ge- schwnder- t« der Ostsee schreibt der /EtrneS': „Die Fuhrt des KanalgeschwaderS «ach der Ostsee ist von der AomkLlriät schon vor mehreren Monaten beschlossen morden. Sie Hal nichts Ungewöhnliches oder Außer ordentliches an fich, und sie hat nicht mehr internationale Bedeutung als der vo jühäge Besuch des deutschen Geschwaders in Portmouth, es handelt sich um eine reguläre Sommerkreuzfahrt.-
§ Die ,Nordd. Allg. Ztg.' halte in ihre» letzte» Rückbl'.ckrn in einer Erörterung über drn Wuhlkumpfim-teichst-ZgswshlrreiseEsse» die Chalwrn der verschiedenen Kandidaturen gegeneinander abgewogen. Das Blatt bemerkt dabeiüber die Zentrumskandidatur folgen- deS: „Das Zentrum hat für Srötzü einen Ersatzmann gesucht und tn dem Arbeitersekreiär Gipsbetts tn Münchrr.-Gladbach auch gesunden, der mitten im Arbetterleben steht und so am ehesten die sozialdemokratische Spekulation auf den Abfall der christlichen Arbeiter vom Zentrum zu vereiteln imstande ist." Diese völlig harmlose Bemerkung nimmt die .Nationalzeitung' zum Anlaß, um der ,Nordd. Allg. Ztg.' und indirekt der Regierung den Vorwurf einer Einmischung in den Wahlkampf zu machen. DaS «btt meint, jedenfalls bedeute die gegenwärtige Haltung der ,Nordv. Allg. Ztg.', deren Hintermänner im Jahre 1893 für Krupp eingerreten ftten, eine „auffällige Schwenkung", die vom Unternehmertum tm rheintsch-westsültschen Industriegebiet aus Vorgängen neuerer Znt heraus und nicht mißverstanden werde. Diese halbe Drohung dis nattonalltberalen Organs wird man in der Regierung hoffentlich ebenso gilaffenhtn- nehmen, wie man tn Zentrumskreisen die Helle Denunziation htnnehmen wird, die daS Blatt damit ausspricht, daß es den Zentrumskandidaten als „R gierungskaudtdaten" htustellt, um damit die Wirkung zu erzielen, daß sich „ein Teil der alten Arbeiterwählerschast vom Zentrum adkehrt." Auch in anderen nattonalltderalen Blättern, so im .Hannoverschen Kurier' wird Herr Giesbnts als Regirrungskandidat bezeichnet, der den Segen des halbamtlichen Organs" bereits habe. Die .Germania' bemerkt sehr richtig dazu, H-rrn Siesberts werde hoffentlich dieser Segen ebenso wenig schaden, als der nationalliberale Fluch.
•* D-r neue HnndelSvertrsig mit Bulgarien ist heute von Sem llmrrstaatssrkretär des Auswärtigen Amtrs, Dr. v. Mühlberg und den bulgarischen Delegierten mtterzrichnrt worden.
** In der ,Kreuzzeitung' lesen wir über die zukünftige bayerische AbAeordneten- ksmmer r „SS ist veosuerltch, daß dem neuen Landtag so wenig positive Ptoieflanren ange« hören, eie außerdem ine Wichtigkeit der in Frage
absolut klargestellt und es ist keinen Augenbl.ck, namentlich vom Zentrum, einen Zweifel darüber offen gelöffelt worden, daß das Wahikompromtß kem Hindernis für eine sachliche Bekämpfung der Sozialdemokratie fein werde, llm Tatsachen schert sich aber offenbar weder das .Tageblatt', noch der .Reichsvote', wenn es güt, dem Zen- trum eins anzu-ängen.
** Drm»Berliner Tageblatt' wird arrS dem Ruhrkohlengebiet geschrieben: „Aus absolut zuverläfftger Quelle wird bekannt, daß die Veröffentlichung einer großen Anzahl Orde»-«»szetch»»«s-a unmittelbar bevor- steht. ES handett sich um die Auszeichnung der Regierungspräsidenten von Münster, Düsseldorf und Arnsberg, einet Reihe von Landräten und mehreren Hunderten von Schutzleuten und Poli- ztsten, die anläßlich des Bergarbeitern»-- stand es im Streikgebiet tätig waren."
Halkett wob sich bereits mit jedem Herzschlag ein geistiges Band, welches sie mit sanfter Gewalt näher zu demselben Manne hinzog. Es würde uns sehr schwer fallen, treffend die Gemüts-' stimmung zu fchildern, in der Marie wenige ... . .. „ .
Minuten fpäter bei ihrer Mutter eintrat. Sagen r ihre Hoffnungen und Wünsche, bis endlich die wir daher kurz, daß sie halb ärgerlich über das J Abendstunde herangekommen war. Der scheidende Verhalten des Onkels, halb freudig über bie für ' ""
Ausland.
* Die deutsch feindliche Stimmung i* Frauke eich. Wer User dir augenbuckttche Lage in Frankreich wahrheitsgemäß berichten soll, muß zugesteyen, daß die Sttmmuug von Tag zu Tag deutschfeindlicher wirs. Heme wimmeln sie Zeitungen geradezu von Meldungen, welche den höchsten Grad von Gehäfftgkeit und Feindseligkeit gegen Deutschland atmen. ES sei davon nur ei» Beispiel angeführt: Die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit de« Zaren sei dem letzteren von dem deutschen Kaiser durch die äußersten Mittel des Zwanges aufgenötigt worden. Der Zar habe nicht ablehnen können; dafür aber yade er vorher Herrn Witte «ach Pan. gesandt, um den Erfolg der Zweikatser- Zusammenkunft schon im voraus zu vereiteln. Im übrigen fürchte der Kaiser, daß mit Hilfe Englands und Frankreichs ein- Frieden zustande komme, welcher eine» neuen Dreibund: Frankreich, England und Rußland, erschaffen werde. I« Petersburg sei man wegen oes wurme» Empfanges des Prinzen Ar.sugowa und wegen der Uuterstützung der japanischen Anleihe erbittert. Dieses Gefühl werde Kaiser Wilhelm durch die jetzige Zusammenkunft nicht beteiligen. — Eine neue Verdächtigung Deutschlands bringt der Pariser ,TempS' in einet Madrider Depesche, in der eS heißt, Herr o. Radowitz habe Spanten zu einem Zusammengehen mit Deutschland zu de stimmen versucht und ihm dafür politische Vor teile versprochen. Der,Temps' fügt hinzu, die -panische Regierung bewahre ansauemd eine korrekte Haltung uns halte au den Abmachungen mit Frankreich und England fest. — Man schemt in Paris äußerst nervös geworden zu sein.
* Aus Mazedonier» meldet ein Brlgrader Telegramm: „In den letzten Tagen sind drei angesehene Serben in Mazedonien Gewalttaten zum Opfer gefallen. Am Sonnrag wurden aus sogar heiteres Wesen, das sich bald seiner Frau und den übrigen Tischgenossen mitteilte.
Bis gegen Mitternacht weilte die Familie unter den duftenden Bäumen. Zitherklang und sinnige Lieder wechselten ab mit munterem Gespräch. Kein einziger Mißton störte dieses von wahrhaft glückseligem Geiste erfüllte Zusammensein, am fröhlichsten waren die zwei- die allein von den Ereignissen des Vormittags wußten; Mutter und Tochter trugen das erhebende Bewußtsein in sich, gemeinsam für den häuslichen Herd gewirkt zu haben; Marie besonders fühlte sich gehoben durch das Vertrauen, daß Gott seinen Engel senden werde, um dem Hause Glück und Segen wieder zu bringen.
Als Marie ihr Kämmerchen betrat, sunkelte der Sternenhimmel wolkenfrei zu ihr hernieder; unumwölkt war auch ihr Herz, und ein andächtiges Gebet stieg von ihren Lippen zu Gottes Thron empor. " 1
Am folgenden Morgen war die ganze Familie Helldorf ungewöhnlich früh um den Frühstückstisch versammelt, denn Marie hatte durch die Vorbereitungen zu einem großen Waschfeste das ganze Haus in Bewegung gebracht und das Frühstück zeitiger als sonst aufgetragen. Nach demfelben saß sie an einem Seitentisch, mit der Durchsicht der Schularbeiten ihrer beiden jüngeren Geschwister emsig beschäftigt. Unter ihrer Leitung mußten diese tüchtig lernen und hatten auch zumeist ihrer Schwester die guten Fortschritte in allen Schulfächern zu verdanken. —
Etwa eine halbe Stunde später waren alle an ihren Posten: Marie im Waschhaus, Vater Helldorf in seinem Atelier, die Kinder zur Schule gegangen und die Kusine Helldorf im Garten wie gewöhnlich mit der Pflege der Blumenbeete beschäftigt. Nur Frau Helldorf saß noch ganz allein im Zimmer, ihren Gedanken nachhängend.
Da schellte es plötzlich an der Hauspforte so laut, daß der Ton durch das Haus bis in das Waschhaus im Hofe drang. Eilig kam Marie herbei und öffnete. Der Postbote trat ein und über
kommenden Verhältniffe kennen. Wer soll denn nun tn drr Abgeordnetenkammer die Jntereffen der evangelischen Kirch; vertreten? In der liberalen Partei fitzen Jude«, Katholiken und Protestanten von sehr liberaler kirchlicher oder überh rupt interkonfessioneller Beziehung zusammen. Drr Eoangelsche Bund, der ja noch immer drm bayrischen Liberalismus dir Aufgabe oin- dtziert, den Protestantismus gegen den Ultra- montantSmuS zu verteidigen, wird Freude erleben, wenn der freisinnig-demokratische Dr. Müller-Meiningen oder der jüdische Münchener Rechtsanwalt Goldschmidt, die die Führer deS liberalen Blocks sein werden, sür die Jntereffen der evangelischen Kirche eintreten. U. ter drn konservativen Agrarier» gibt eS sicher viele Männer, die in wirtschaftspolitischen Fragen sachkundig find; aber gerade tn kirchlichen und kulturellen Fragen fehlen ihnen die Führer. Abgeordneter Beckh wäre als ständiges Mitglied oer Seneralsynode wohl geeignet gewesen, hier vermittelnd zu wirke»; allein er ist den Machinationen der Liberalen erlegen. Hier fisht Sichler, was er angerichtet hat, ebenso auch, daß eS ein Fehler war, daß man nicht einen evangelischen Geftlichrn in die Kammer wählte. Mit den Geistlichen, die a» liberale Agitatoren tätig find, hätte fich natürlich in der Kammer nichts anfanzen taffen."
V Eine Ankündigung des »Bayerischen Kuriers' bete, eine A»sei«««dersetz»»g zwischen Z;»tr«m n«d G»zi«lde»okr«tie ix Beyer«, die gleichbedeutend mit einem scharfen Kampfe der christlich-konservativen Welt- anschauung mit der sozialistischen sein werde, wird vo» liberalen Blättern, in deren Gesellschaft fich natürlich auch wieder der .ReichSbote'be- firrdkt, zum Ausgangspunkt gehässiger Angriffe auf das gentium gemacht- Bai ,Berl. Tageblatt' meint: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen! Vielleicht werden die Sozialdemokraten jetzt innr, wir unsagbar töricht sie handelte», als sie sich mit den schwarzen Brüdern gegen den Liberalismus andindeten." Der »RrichSbote' steigert selbstverständlich die Gehässigkeit tn seinem Angriffe; er schrriotr „So rasch gebraucht und kündigt der bayerische Klerikal,sv us die rot angehauchte Freunsschast. Der Wandel wäre ja au sich ein Fortschritt, aber die vollendete Prinzipienlosigkeit deS nett taten Machiavellismus macht ihn wertlos und unschön. DaS Volk, die Maffe der Partei spiele« dabei nur die Rolle von toten Schach« fizure», welche die römische Splelrrhand bald links, bald rechts schiebt." Wider befferei Wissen verschweigt hier die Koaliiwn »Tageblatt'« .RetchSbote' die Tatsache, daß weder Zentrum noch Sozialdemokratie auf Grund ihres Zusammengehens bei de» bayrischen Landtagswahlen irgendwie auf eine prinzipielle und entschiedene Geltendmachung ihrer Gegensätzlichkeit verzichtet haben. Das ist auch im Reichstag sowohl vom Zentrum wie von Seiten der Sozialdemokratie fache ist, anständige Bezahlung! Von den Fabrik- gefchichten halte ich nichts; denn tritt einmal eine Geschästsstockung ein, fo sitzt er mit uns auf dem Trockenen."
„Halkett soll ein leidenschaftlicher Kunstfreund fein," antwortete Marie, „und dabei sehr reich. Tas ist ein Mann für den Vater. Mutter, wenn
Der hümlichr Herd.
9] Von I. B. Eg ermann.
(Nachdruck verboten.)
VIII.
Hätte der alte Herr, dessen Name hier nichts zur Sache tut, seine Begleiterin während des Gesprächs anhaltend beobachtet, so würde er bemerkt haben, datz sie bei Erwähnung Halketts und seiner löblichen Eigenschaften glühend errötete und ihre ganze Gestalt erbebte. Er hatte eine leise zitternde Saite ihres Herzens in stärkere Schwingungen versetzt und in dem jungen Mädchen eine Flut unbekannter Gefühle erweckt. Zwischen ihr und
dem Wege von Ochrida nach Resna in Monastir AlanaS oozinooic, der Vertreter des ovho- dcxen Metropoliten, und der Gemeindeoorst.her aus Dole«ei, «aza Klts chewo, ermordet. Vor 3 Tagen wurde Georg Drekalowisch, der Metropolitanverweser tn Malescy Koffowo, getötet. Die Nachricht von diesen Greuruaten, di« von bulgarische» KomitatschrS verübt worden stad, rief tn allen Kreisen Belgrads große Aufregung hervor.
* «»fseuverhsfttrx-e« in «»nftanti- «»fiel, (feinem vnifftchen Berichte des ,N. W. Tagrdl.' aus Konstanunopel ist zu entnehme», daß gegenwärtig nicht weniger ob 3000 Personen aus ülnlaß des Bomben-Attentate- auf den Sultan verhaftet find, darunter Leute aller möglichen Rationalitäten und Konfessionen. Türkische Untertanen, die nicht Muselmänner find, erleroen tm Sefängntffe grausame Mißhandlungen. Der Duftan ha le dem PoUzet- mtnifler bw letzten Freitag abend Zeit gegeben, drm Attentäter auf die Spur zu komme»; da dieser aber keinen Erfolg erzielte, beauftragte der Sultan mit der Haup,Untersuchung den S.aatS» setreiär im Ackerbau-Ministerium, Rtbschw Pascha Melhamö. Bet der angesehenen österreichische» Kommyfions-Fttma Runzler, die man beschuldigt hatte, Materinl für Dyoamtt - Erzeugung emge- sührt zu haben, wurde unter Konfuiar-Assiflenz eine HauSbUlchsachung vorgruommen. Die Firma erhob bet der Botschaft Beschwerde.
* ZurLngki»St»tzlst«v. Zum General- gouverneur von Moskau ist der General der Infanterie P-ter Pawwwnsch Durnowo ernannt worden. Ec war bereu- oon 1872—78 Gouverneur von Moskau, stehl j tzrrm 70. Lebensjahre und fett 52 Jahren im Militärdienst. Durnowo war Präsident des Vlavtsche» Wohl- tütigkriiSoeretnS und ist Inhaber der Höch,res russischen und vieler ausländischen Orden. Er mit an die Stelle des General» KoSlow, seiner Milde wegen brkannt. Er gilt atS das gerade Gegenteil emeS müden Mannes. Gr war, rote sie,R. Fr. Pr.' rs einer Eyaeakreristtt Tur«ownS «chrttvt, em oertrauier sr.und d«s Ministers des Innern P.chwe, dtff.n reatttvr.ä.e Maßnahmen er vteisach unterstützte. Al» Pl.hwe die Autonomie der 'Petersburger Duma vernichtete, ernannte er Dutnowo zum Präsidenten des Ltadtvrto.diieten-Kott.giums und bihau.e ihn mit oer Ausgabe, die Angeregenyeurn der Stadt tm P.ehwesch.n Sinne zu leiten. AnchatsP.äst- oeut dis Laoskauer Slaornoereins eidjauete Durnowo eine pansmv.fl.fche energische Tätigten nab unterstütz.e Vie P.äne veS Grasen Jgnatnw, des bekannten P äst0rntenderP«.riS- oUtgerSlavischiN WohltatigteilLgesedschast. Seme Ernennung zum Generalgouo.rn.ur vonMo»kvu ist em Beweis dafür, dag oer Diktator Lrepow gegenwärtig die ganze Sttuanon beherrscht uud »er inneren Politik die R.chtm g gibt. — Der Streik der Arbeiter der Wladikawkas« Gisenbahn dauert auf der ga z n timte sott.
brachte ihr einen Brief mit fünf Siegeln und der Wertangabe über drei Tausend Mark. Zitternd vor Ueberraschung fertigte Marie Len Postvoten ab und begab sich mit Lern inhaltschweren Paket zu ihrer Mutter hinein.
„Hier, Mutter," rief sie, „unsere Hoffnung ist erfüllt. Dreitausend Mark bar und zwar von — ja, es ist seine Handschrift — Onkel Helldorfl" Sie konnte nicht weiter sprechen, die Stimme stockte ihr, so übermannt war sie vom Sturm ihrer Gefühle. Frau Heüdorf zeigte sich ergriffen von dem freudigen Ereignis, auf welches sie zwar durch Mariens Erzählung vorbereitet war. Las sie aber so bald nicht erwartet hatte. Nach einigen Augenblicken der Sammlung sagte sie:
„Oeffne den Brief, Marie I Wir müssen doch wissen, was der gnädig gewordene Onkel schreibt, um uns seine Sinnesänderung zu erklären."
Marie brach das Siegel, zog das Schreiben mit seinem Inhalt an Banknoten aus dem Kuvert und las folgendes:
„Liebe Nichte! Ich fühle die Verpflichtung, mein heutiges Benehmen gegen Dich, d. h. meine Weigerung, Deine Wünsche zu erfüllen, einigermaßen zu erklären, und bitte zugleich, mich nicht ungerechter Beweggründe zeihen zu wollen. Ich mar von Deinem Besuch zu sehr überrascht, um gleich in der Geldangelegenheit mich entschließen zu können. Bedenke, datz ich Geschäftsmann bin und stets auf gehörigen Kassenvorrat halten mutz, um jederzeit meinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Wärst Du nicht so Hals über Kops fortgerannt, fo hättest Du Dich noch in aller Ge- mütsruhe mit Deiner Taute unterhalten können, denn meine Frau kehrte kurz nach Deinem Weggehen vom Lande zurück. Sie war ungehalten über Deine Abreife und meinte, wir beide hätten uns ohne Not ereifert. Als ich auf ihren Wunsch unsere Kasse zählte, fand ich zu meiner Freude so viel Ueberschutz, datz ich ohne größere Schwierigkeit die 3000 Mark herausnehmen und Dir schicken konnte. Zugleich gebe ich Dir und Deinen Eltern die Versicherung, daß ich darauf bedacht sein werde,