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32. Jahrgang.

Fulda, Dienstag, deu 25. Juli rZOS.

J& 167.

(Nachdruck verboten.)

f Di« Srnrralvsrsommlunß hcfft, daß diese Erklärung zur Verständigung beitragen und der akademisch« Fried« bald zmückkehren werde.

* Die iuterm.tiouale St»nfcren$ für I Uittkiterf khuh, die im Mai s. 8» in Vern stattgesunde» hat, veröffentlicht jetzt das Berhand- lunfl#pro:ofol Dasselbe enthält u. a. folgevde Stnrelhetten, die von Interests sein dürste». D-m ] U'.brrrinkommcn bett, das Dnbot der Ver-ven« düng weißen Phosphor« für Zündholzsadtt. katton habe» zugestimmt: Deutschland, OesterretL, llagarn, Belgien, Spanien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und die Schweiz. Die Delegierten von Portugal und Spanier erhärten, daß ihre Staaten erst nach einer gewissen Zeit das Verbot durchführe» könn­ten. Dänemark, England, Norwegen und Schweden enthielten sich der Abstimmung. Der Delegierte Dänemarks erklärte, die dänische Re aierur g habe schon vor dreißig Jahren den Se- brauch des weißen Phosphors in der Zündholz- ivdustrie verboten. Die Sache habe deshalb für DSnesark kein praktisches Interesse mehr und die Regierung habe daher keine Instruktion erteilt, in di,s r Fraee zu stimmen. Schwedens Vertreter wieS darauf hin, daß infolge aesetzlicher Schutz. Maßnahmen in Schweden fast keine Nekrose mehr auflrete und die wenigen vorkommrnden Falle leicht heilbar seien. ES gehe deshalb nicht an, eine Industrie zu vernichten, die dem Lande 4/. Millionen Franken jährlich einbringe und 1500 Lrbe trr ernähre. Der Vertreter Englands legte dar, d e Nekrose sei infolge grfetzltcher Maß

Pracht, ihr Kunstleben und ihre Vergnugungs- anstalten aller Art wirken so anziehend, daß alb jährlich Scharen von Fremden den Flug nar dieser Weltstadt unternehmen,- um entweder sich in den Strudel ihrer Vergnügungen zu stürzen, oder um daselbst ein dauerndes Unterkommen und Fortkommen zu finden. Manchen gelingt letzteres, manchen nicht. Den Genußsüchtigen aber ergeht es zum Teil, wie den Mücken, die eine glanzende Lichtflamme solange umschwärmen, bis sie sich an ihr die Flügel verbrennen und zu Boden stürzen: sie verfallen dem Abgrund des Verderbens, und dann geht es reißend bergabwärts mit ihnen. Ihre reuevollen Klagen verhallen ungehört unter dem Geräusch des rastlosen Verkehres und des Menschenstromes.

Während im Mittelpunkt der Stadt unermüd­liche, fast fieberhafte Schaffenstätigkeit, herrscht, sind die äußersten Vorstädte tot und ftitt. Sre werden teilweise von kleinen Rentnern bewohnt, die nur bei strengster Sparsamkeit zu leben ver­mögen; im übrigen finden hier die zahlreiche un- stäte Arbeiterbevölkerung, die Armen, Invaliden und unheilbaren Siechen eine Zufluchtsstätte.

Diese Volksklassen sind von der Wiege bis zum Grabe zum Kampfe mit bitterer Not und Sorge verurteilt; die Mehrheit von ihnen wurde längst dem Verderben anheimgefallen sein, wenn ihr nicht die liebevollste, werktätigste Teilnahme und Unterstützung in jenem Kampfe zur Sette stände. Unermüdlich nimmt sich ihrer die von echter christlicher Nächstenliebe getragenen Barm­herzigkeit an. Sie knüpft ihre Gaben nicht an demüttgende Bedingungen, sondern träufelt nach dem Vorbilde des barmherzigen Samaritans Bal­sam in die den Armen ohne Unterschied geschlage- nen Wunden. , ,

Der Streifzug durch die letztgenannten Stadt­viertel führt uns zu einem zwar bescheidenen, aber doch äußerlich hübschen Eckhaus, das unsere Auf­merksamkeit auf sich lenft.

»glich, ■« MnmtyM ber Sonn- und zeiertage. viertel' jiihrl.V«r«-»preir ohne Vttngerloha nnb Be1kledbi*8elbaimb «u»ivStt,i»r. 56 Pfg.

Verantwortlich«

Im Hintergrund seines Darderhöfes fuhrt eine ■ moosbewachsene, steinerne Treppe mit wackligen Stufen zur Türe eines unregelmäßig gebauten Hinterhauses von unscheinbarem Ansehen. Sinter der Rückseite desselben befindet sich em Garten, den der Länge nach eine Doppelreihe verkümmer­ter Lindenbäume durchschneidet, wahrend rechts und links von dieser Allee lebendige Hecken die Gartenbeete einfassen. Am Ende des Gartens erhebt sich eine Gruppe hochgewachsener Flieder- büsche, die ein für die Sonnensttahlen undurch­dringliches Laubgewölbe bilden. Auf der Nord­seite wird der Garten durch ein massives Gebäude begrenzt und zugleich geschützt; die hohen Fenster I der Fronte verraten uns, daß hier em Künstler seine Werkstätte bat. Diesem Hause I

gegenüber, auf einer mit Zierst räuchern bepflanz-1 ten Terrasse, steht ein bewohnbar s Sommerzelt,! von dessen Fenstern aus man -in ' Aussicht ge- nießt, wie sie innerhalb der Stadr mcht schöner gedacht werden kann, denn das Augc schweift, über I schmucke Landhäuser, Parks, Felder und Garten, bis es an der festgeschlossenen Reihe von Palasten und prächtigen Bauwerken einen angenehmen Ruhepunkt findet.

Während des Tages lagert Totenstille über Haus und Garten, man könnte glauben, das Grundstück sei von niemand bewohnt. Erst nach Einbruch der Dunkelheit verrat ein erleuchtetes Fenster auf der Gartenseite des Vorderhauses, daß Menschen hier ihren häuslichen Herd haben. Es ist allerdings merkwürdig, aber durchaus kem unerklärliches Räffel, daß unerwartet uns m die Augen fallende Erscheinungen der Außenwett unfern Gedankengang plötzlich andern und auf sich lenken Eine Rose, die aus irgend einem Fenster uns zu grüßen scheint, hemmt unsere eilenden Schritte und gibt unfern Gedanken eine andere Richtung; wir betrachten die schöne Blume und stellen Betrachtungen über sie an. Der Anblick einer Trauerweide auf einem Grabhügel ist im-

Ausland.

• Ten holländischen Liber«!-„ null e8 in dir letzten Zeit gar nicht nach Wunsch aehep. Nach ihre« Wahlstege, den str unter so sorderba-en Umständen errungen Haden, ce» merkten ste, daß ste stch eigentlich in ein« gani verzweifelten Lage besagen, mit ander.n Werten, daß ste aus elfterer Kraft gar nicht« auLr-chtrn konnten. Ter halb gingen ste daran, de» Kacho« Ulen und Sntirevolutiorären um den Bart zu schmiere», damit ste ihnen au« der Wer» legenhett helfen sc liker; doch da« war verlorene Liebermühe. Nun kommt noch zu« Uederfluie ein liberaler NNivrrfltätrptoseffor, also ein Ge-

Der häusliche Herd.

ü] T Von I. B. Eg er mann.

Schriftleiter: 3»f. 8<m«

Ä’Ä«- roodienbeuag«:Illustrierte SsnntagMüung

nahmen in England orrschwunde«, deshalb halte r« E-rgland für unnötig, den »-brauch de« gelben Phosphor« ganz zu veibieten. Wa« die Frage de« Verbot« der industrielle» Nachtarbeit der Frauen betriff-, so ward« bieSnmdzüge de« Übereinkommens von de» Delegierttn Deutsch landS, Oesterreichs, UnKmn«, Belgiens, Däne, matte, Spaniens, Frankreichs, Italien«. Luxem burgs, Norwegens. Hollands, Portugalsundder Schweiz angenommen. Die Bertteter von Eng land und Norwegen enthielten stch Tn mung. Der Delegierte England« erklärte m England bestehe feit 30 Jahren die ob iga orffch- Nachttuhe von 12 Stunde», die obligatorische TageSruhe von Vit Stunde» und der stete Rach mittag am SamStag. Zuerst war eme uvmtte bcochene Nachtruhe von 18 S unden °orgeschlage». schließlich einigte man stch auf 11 Sund«,dle in den angenommenen Er ndzügen be8 Heberet« kommens festgelegt routben. „„„u-

§ Einer Abordnung de? Stuttgarter Handelsoereirs und deS VeibandeS reifend« «auflute, welche dem mü rttemb er gische- Eisenbahnminister eine Reihe von Wünsch«, zur «ifenb.hntarifref»»» ü'ermtttelte, er- klärte d« Mmist« dem -Berliner Lokalan *•iaet' zufolge, daß von jeder Seite Odfer g bracht werden müßten, f- Ute etwaS Einheitliche auf deutschen Bahn«, «reicht w«den. Für vte in Wegfall kommenden LmdeSkarte» sei «r gern bereit, die Schaffung eines Ersatzes S» unterstütz««. Die Einführung der 4. Klaffe werde stch nicht um gehen taffen. Der Schnell,ugSzuschlag solle nur auf ganz bestimmte SchmllMge Anwendung finden und nicht zu sehr ausgedehnt w«den- UebrigenS lei der bi« jetzt bekannt gekebene Rkformplan nur eia Entwurf, d« noch gründlich ^beraten stt.

§ Zur Schwei» en st in Ob-rschlefie« schreibt ote .Deutsche TageSze i t Gleiwitz, dsß die Zentrale sür Viehoerwertung

I im oberschl.fischen Jndustrstbezirke habe bekannt ’ machen leflen, daß fie nach de» Städten Gl i w-tz Punowitz, Beuch-», Kattowitz, Königs. Hütte, Zabrze t» vergargen« Woche zirka 600 Fettjchwrste hat abgehen laffe», um dir Not an Schmetten zu lindern. Weitere Ladungen gehen in nächster Woche aus den Ostprooinzen ab, sodaß die Schweinerot als beseitigt gelten kann.

stände, uns Tränen zu entlocken; die Betrachtung eines glänzenden Sterns am.Nachthrmmel er­weckt Gedanken an dre Ewigkeit und Berglerche zwischen dem Diesseits und dem ^nseits.Und leuchtet in später Abendstunde, wo alles rmgsum in Schweigen und Dunkelheit gehüllt rst, dem Wanderer plötzlich ein Lichtschein durch das Fenster eines einsamen Hauses entgegen, .dann Witt^ « sich fragen: „Was geht letzt wohl in jenem Kam merlein vor? Leuchtet das Licht zur Arbeit emes Gelehrten oder eines Handwerkers, oder einer Mutter, die sich zur Erhaltung ihrer Kinder die ! nächtliche Ruhe entziehen mutz? Oder geht es gar von einer Totenlampe aus?

Hinter den Scheiben jenes Fensters, welche« allabendlich seinen Lichtschein in die das stille Hau« umhüllende Dunkelheit wirft, ruht in«* quemen Lehnstuhl, ermüdet von der Tagesarbeit, ein junges, hübsches Mädchen. .Don Zett zu Zett wirft Marie - so heißt es — einen Blick auf ihre Taschenuhr, deren Zeiger ihr Nicht schnell genug künden, erhebt sich Marie w geräuschlos als mög­lich, um sich in eines der benachbarten Zimmer zu begeben, wo. zwei jüngere Geschwister von ihr Bruder und Schwester - in tiefstem Schlafe liv- gen. Hier nimmt sie einen großen Arbeitskorb vom Tisch und berechnet nach dessen Inhalt die Zeit, die zur Bewältigung ihrer Arbeit erforderlich sein möchte. Eine von ärgerlichem Achselzucken be­gleitete Miene des Verdrusses flog über thr rosiges Gesichtchen. Offenbar zweifelte sie an der Möglich­keit, ihre Arbeit so rasch beendigen zu können, ww I sie sich vorgenommen. Doch bald ermannte sie sich, I Stück für Stück wurde vorgenommen, Stnoer- I strümpfe, Hemden und Kleider wanderten gründ­lich ausgebessert geräuschlos dahin, wohin sie ge- I hörten, in den für die Kinderkleider bestimmten ! I Schrank. _ ™ .

1» Zufrieden mit ihrem Tun ging Marie jetzt

«eite nicht« geschehen wird, wo« anderen Mächten ] zu begründeten Beschwerden Anlaß geben könnte. , Benn die Begegnung diesem oder jenem unserer , „Aulen Freunde- einige Sorge macht, so ist das sm Grund für den deutsche» Kais«, fie zu ver- melden. Daß d« deutsche «als« nicht daran j denkt, stch in die knerrusfischen Verhältnisse ein- । zumiichm und Riforwen zu verhindern, brauchen wst wohl nicht besonders hnvorzuheb«. Selbst- »«stündlich verlangt aber auch da« deutsche I». j tereffe nicht eben, daß Rußland bei den Friedens« Unterhandlungen mit Japan allzu sehr geschwächt und gedemüttgt werde. Doch darf man hcff-n, daß die Begegnung der Herbeiführung deS Frie- denS förderlich gewesen sein w«de.

§ Die .Kreuzztgck «bet Liberattäm«» unb Zentrum. In ihrer Wochenschau über die innere Politik sagt die »Kreuzzeitung' mit Bezug auf die von liberaler Seite gegen das Zentrum erhobenen Vorwürfe hinfichtlich der AuS- Nutzung fein« Mehrheitsstellung: „Der Liberolis mus hat, als « im Reichstage die Macht befaß, eine eigene GefetzgebungS.A«a so gründlich ausgenutzt, daß er bald auf den Aussterbe- Etat kam. Da« Zentrum ab« zeigt im allge- meinen mehr Geduld und Selbstbeherrschung und wird auch wohl in Bayern von d« polttischen Erbweisheit der katholischen Kirche nicht ganz verlassen sein. Mehr als den Eoangelischrn lieb sein kann, wird dasselbe eS v«stehen, sich in seinem Besitze einzurichlen. Da es wirtschaft, liche gerechtere Srundsätzr hat als der Libe- rallsmuS, wird das Volk materiell bei ihm nicht schlecht fahren. Und wenn die Lib«alen sich darauf verlassen, daß die idealen Interessen des Landes, namentlich W ssenschast und Kunst, aller Voraussicht nach von diesem Landtage noch mehr v«nachläsfigt werden als von dem vorigen, so beschränken sich eben diese Interesse» — auch unter den liberalen Wählern — auf einen so kleinen Kreis, daß sie bei Parlament«.Wahlen, vollends bei dem nun in Aussicht genommenen dirikcen Wahlsystem, ziffernmäßig kaum in tracht kommen. — Ja, wir müssen es einmal attabe herauSsagen, daß die Art, in der manche lib«ale Kreise und ltbttale Zeitungen für W.ssen' schäft und Kunst eintreten, das v«ständtgePubltt Ium geradezu abschreckt.- Während fie über das Pfaffentum in den Kirchen allen Schimpf und Spott ausgiesit, züchtet fie selbst ei» Kunst- und Kultur. Pfaffentum, daS an Dünkel, H e u ch e lei und U n b ild u » g von keinem Pfaffen- tum der Welt übertroffen wird. Hinter jedem unwürdigen Diener der Kirche steht auch imm« noch diese selbst und macht trotz all« Verzerrung ihre» segensreichen Ettfiuß geltend. Httter drn Kunstpvssen aber steht nichts und niemand — am wenigsten die Kunst selb«.

• Erklärung de» Verbände» der Sutho- , fischen Glndentenvereine Deutschlund» , (nicht farbentragend). D.e 38 Ge-ercloersamm- tun; diese« Verbandes, tie in Freiburg L B ’ tagt, erlaßt folgende Erklärung zu dem Kampfe : gegen die kathollschen Korporationen:

D e 38. «eneralversammlun« ^8 Verbands der . tatbolticten vtudentensereiue DeutschluudS bedauert tes JUmpf «eien di, katholischen «orporattoaeu a« dm S3S der akademische» FreZttt MM da dirse denZasammenschlußvonEwdeM-naufV.und leder Weltarnchauun- gestattet. Die «orroutfe, mit ccntn mehrere studentische derbände thr.»e§nerschast begründen, muß die Gineralvttsammlung alS jeder Grundlage entbehrend »urückn-eiser.

1 Der Borwurf der konsessionetlen >« I onbtntng hat seine Quelle darin, daß die katholische K°"or»ti°n-» alS erstes Prinz'?> die Religio»!^ewähtt baden deren stttltchrn Gehalr fie für die Erziehung ibrer Mitglieder verwerte» «olle». Religion und Bitt» Ä »Ä »ir kür di. erst.» voraus .dungm zur Tharakterblldung Wen» °be» dir Pflege diese» religi«? sittliche» JdralS die erforderliche Kraft «kwiune» soll, vird fie fich naturnotwendtg an die eiaene GlaubenS- »nd Kirchengemr nschatt anschli.ße» mLflrn. Der Za- ammerischluß ans religiöser Grundlage soll und wird nicht verhindern, daß die Mitglieder d«S BerbandeS mit Außrrhalbstehrnde» jederzeit in Verkehr tretennnd der.» Weltanschaurrg kennen »"b verstetrn lerne». «ege» dir Lehr- und Lernsreihett kann da» «rkenntniS eine» bestimmte» Glauben» nur dann verfldßem »«» man dem Akadewiker überhaupt jede» religiöse ««• kenntni» verbieten wolttr.

2. Der Vorwurf, daß wir politisch« Vereine seien, kann un» nicht treffen, da politische MjM ÄiV-ÄÄÄ eine» studentische» verbände» ,u.

3 DenBorwursiantinationaler Grsrtu.uw0

Deutfdies Reith.

Berli», öe» 24 Juli 1906.

• Kaiser Wilhelm uu» der Zur »•« Rußluud hatten ent Sonntag nachmittag eine Zusammenkunft in den finnischen Gemäss«», in den Schären bei Björkü. Am Sonntag reiste der Zar von Pettthof nach Kronstadt, während die ^pohenzollern" mtt dem deutschen Kaiser an Bord nach Björkö fuhr. Dort traf dann auch der Zar auf dem „Polarstern" ein Abends fand auf dem rusfischen Schiffe ein «aladiner statt. Am Montag nachmtttag um 2 Uhr nahm d« Kais« von Rußland das Frühstück auf der dacht»Hohen- zollttn" ein. Nach dem Frühstück verabschredtten stch die Monarchen, worauf d«„Polarst«n der „Hohenzollern" eine Strecke Weges das Geleite gab. Montag abend ttaf Kaffer Nikolaus wled« in P-ttthof ein. In den leitenden rusfischen Kreisen wird die Zusammenkunft sehr freudig begrüßt und macht einm sehr liefen Eindruck. Die erste Anregung zu d« Zusammenkunft ist, wie d« .Tag' aus zuv«lSsfiz« Quelle mitteilen kann, vom Zaren ausgegangen. „Bei d« Herz, lieben Freundschaft, die den Zaren und Kaiser Wil« Helm sttbittbet, ist die Anregung des 8«en natflr. lich auf der „Hohenzollttn" sehr fteudig begrüßt worden. AlS eine haltlose Unterstellung aber muß die in d« englischen und sranzös. Preffe ausgestellte Behauptung bezeichnet werden, Kaiser Lvrlhelm beabfichtige, dem Zaren gute Ratschläge aufzu. drängen zur Erreichung deS Frieden« im Jauern sowohl wie in Ostafieu. Kaff« Wilhelm hat eS immer weit von fich gewiesen, fich in die internen Angelegenhetten eines andern StaaleS zu mischen. Sollte jedoch der Zar Kaiser Wil« Helm um seine Ansicht bitten, so wndeu die- jenige» sehr enttäuscht sein, die da meinen, der deutsche Kais« werde taten, unbekümme r um die Reformvnfprechunge» kräftig autokratisch weiter zu regieren." Die ZusamMenkunft hat sicherlich zweifello« eine größere Bedeutung, als die ein« gewöhnlichen Höflichkeit. Die Lage in Rußland ist viel zu «nst, alS daß d« Zar in diesem Augenblicke eine Seereise antreten und den deutschen Kaff« aufsuchen könne, ohne dazu durch gewichtige politische Gründe bestimmt zu sein. Welcher Art diese Gründe find, daS zu erraten ob« zu verrate«, müssen wir all«dings den Neunmal weisen überlass m, die immer da« GraS wachsen hören und in alle polittsche Geheimnisse eingewriht zu sein sich den Schein zu geben wiffr«. Die innere wie die äußere Lage Rußlands bietet ja üb« reichlich Stoff zu Vermutunzen und wenn man Deutschland übel gesinnt ist, avch gleich ,« Verdächtigungen. Man braucht sich nicht besondtt« anzusttenge», um zu v«. muten, daß der Zar den Rat deS ihm be- fteundeten Monarchen einhole« und fich verge- wiffern wollte, was « von diesem unter be. stimmten Voraussetzungen, namentlich in Ostofien, zu «warten habe. Wir begnügen un« damit, die Ueberzeugung auSzusprechen, daß von deutscher

An den häuslichen Herd knüpfen sich unzählige Erinnerungen an heitere und traurige Ereignisse der Familie. Er ist das ©innbtto des Familien- lebens und ein so kostbarer Schatz desselben, datz ohne ihn die Familie als solche nicht bestehen könnte. Müßte die Familie die Heimat verlassen und in die Fremde ziehen, immer wurde sie sich auch dort einen neuen häuslichen Herd gründen müssen. Zum häuslichen Herd zieht es immer wieder mit wunderbarer Kraft selbst die m der Ferne und Fremde zerstreuten Familienglieder.

Und wenn Bildung und Sitte, Tugend, Wahr­heitsliebe, Gefühl für Gutes, Edles und Schönes fick- aus der vergifteten Luft der heuttgen Welt retten wollen, wo finden sie noch eine Zuflucht? Am häuslichen Herde!

Freilich bleiben demselben auch heftige Stürme nicht fern. Dunkle Wolken ziehen zuweilen über ihn hin, mancher schwere Kampf beginnt und endet am häuslichen Herd.

Soll er in diesem Kampfe nicht zu gründe gehen, so müffert die Glieder der Familie fest zu- fammenstehen in Liebe zu einander und im Ver­trauen auf Gott, Treue und Pflichterfüllung mutz das Lbrige tun. Nur so können alle Stürme und Kampfe siegreich überstanden werden.

1. Kapitel.

Der häusliche Herd unserer Erzählung befindet fich in einer jener Großstädte, die man Weltstädte nennt. Diese Großstadt gehört unbestreitbar zu hen glänzendsten Haupfftädien der Erde. >;hre

We et*- fpalttg« Petti$til« ob« beten Kaum 15 Pfg- Hetlamen die petttzeile 25 Pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Kabatt gewährt.

Druck unb Verlag der Sulbaer Aetiendruckcr »i in Zulba (Harmonie).

Zernfprecher Nr.

Maer W Zeitung