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32. Jahrgang

Fulda, Samstag, deu 22. Juli W05.

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Busland

danken, einer politischen Betätigung bii Wort

Discit?

Laura abging.

14.

aerobe das Srpent.it ist Wahrheit Hffn wir, baß bie beffmn Elemente recht bald wieder zur Besinnung kommen und erkennen, daß ihr Berus sich nicht mit politischer Betätigung verträgt; mögen sie denn Umkehr» n uns dem Weg, der geeignet ist, sie selbst zu ein-m uneifrrultchkn Ziel zu bringen Sonst wird vielleicht gar bald der mit Recht viel geliebten akademischen Frei­heit das Totenplöcklein schlagen. Un-- wer trägt dann bie Schuld? Recht bie katholisch » Kor porationen, sonbern alle, die im Namenber

Herzensfreude machte ich nun sofort Fräulein Liana zu meiner Vertrauten, und sie versprach nur, schon am anderen Tage brieflich ihre Freunden um ein entscheidendes Urteil über mech zu betten. Mer die Antwort auf diesen Brief zu holen, kam ech ver­abredetermaßen nach einer Woche nach N. Da das Ergebnis der geheimen Unterredung nut Frau­lein Lessenich ein für mich günstiges war, hatte es zur Folge, daß ich Dir in mernem Glucke bereits zuversichtlich von meiner baldigen Verlobung sprach. — Die Eltern von Julie aber dachten anders; sie hielten ihr Töchterchen für zu jung, um ein bindendes Wort zu sprechen, und schoben die Verlobung noch um ein Jahr hinaus. DaS Jahr ist nun vorüber, — Julie ist mein, und nach einigen Monaten feiern wir die Hochzeit! schloß er mit einem glücklichen Lächeln.

„Wozu ich Dir recht herzlich gratuliere!" sagte Adalbert, welcher derErzählung seines Freundet mit unverkennbarer Aufregung zugehört hatte und jetzt mit raschen Schritten das Zimmer verließ

Verwundert sahen die anderen ihm nach. Welche Wandlung war mit dem ruhigen, schwer mutigen Manne vorgegangen?

In Habesch, der schon lange eine Ahnung ge­habt, was seines Freundes Seele bewege, dämmert es plötzlich zu vollkommener Klarheit. Er sagte aber nichts, sondern drehte nur gedankenvoll an dem Zipfel seiner Bettdecke, zuweilen still vor sich hinnickend. . _. ...

Adalbert war hinüber tn sein Zimmer geeilt, I weil er unmöglich mit den auf ihn einstürmenhen Gedanken ein vielleicht gleichgiltiges Gespräch I führen oder auch nur ein solches hätte anhören können. Eine Zentnerlast war von seiner Seele gewichen; die ganze Welt schien ihm blühender und schöner, seitdem Liana wieder für ihn darin lebte. Dankbar segnete er jetzt das Geschick, das ihn an- scheinend so grausam, gegen seinen Willen, wieder an dieses Haus gekettet. Er hatte bisher auS Furcht, seine von neuem hervorbrechenden Ge­fühle zu verraten, nicht gewagt, mit Ehrhardt von

Es war ein lieblicher, taufrischer Morgen, als Adalbert zum erstenmale wieder die frühlingS- grüne, duftdurchwehte Rebenlaube betrat. Leise neigten sich die blühenden Ranken im Morgen­winde, und lebendig spielte in dem grünen Golde das sprühende Licht der Sonnenstrahlen auf den Zweigen.

In träumerisches Schauen versunken stand Adalbert unter dem grünen Laubgezelte, über­blickte das herrliche Tal, das sich in zauberischer Farbenpracht und goldener Beleuchtung vor ihm ausbreitete, und lauschte dem märchenseligen Rau­schen des Stromes. Vor seinem Geiste aber

redeten. , .

Man hat unseren Korporationen vorzeroorsin, st« hätten den konfeffionellen Hader in die Stubentev schuft hin ein ze tragen und die en

«histlichs.ziU- Kurse i* Aruukreich. Vorn 31, Juli bi- 5. August werden in Or­leans, angeregt durch des von btn deutschen Katholiken, speziell b-rn Volkverein für bas ka- rhclfche Deutschlanb, «egebene Beispie!, Cours de doctrine et de pratique sociales ad cha trn. Dir Veranstaltung, die den N.m n Temaine Soziale fühtt, geht auch diesmal, gleich der ersten, der Bahttkrkcheri«, «tu? von bet ..Ch'o« Kique du Tub-Est" unb der Vereinigung sozialer Katholiken. Die erste S-matte Soziale war ab- xehalten worden in Lyon, fie batte gleich 800 Teilnehmer gesunden; nicht zt m wer igsttn find es diese gewesen, welche auf fcte Abhaltung eim- neuen Kursus zur Vervollstänbmt-na ihrer KiNitt- Nisse gedrungen haben. Unter den V ntragenden sind sehr bekanrte Namm, we Blo»bel und Brure. ä:r. Blonbel spricht über bie deutschen Sewerkoereine, wie er ja einer b«r besten I Kenner der deutschen fo6i.ikn V rhäitn sie unter den Franzosen ist. Ferner werten u. a. be- handilt: Die Syndikate der Pncatangestemen, IrbtitScertraa und Lohn, Arbeiterversicherung. Arbiiierschutz", landwirtschastliche B-rufsoer« eivigung,' landwirtschaftliche Versicherung auf Seg-nsetigkeit. . , ..

♦ Bei «He« Truppe» itt Krankeeich finden j-tzt in Folge einer Verfügung des Kriegs- Ministers Nachtübungen sia!t. In Toul I wurden bei eiter solchen auch Versuche mit neuen Scheitwerfer» angefitll', mit b.nin die Feflungeu außgeiüstit werden sollen. D e Ergelmffe der Versuche werden geheim gehalt n.

* Uv» Frankreich «nsgewiesen wurde der italtenischr G ozialistenfü hrer Valozzi. I ver unter den italienischen Ardet etn der Hütten- w’tle in Lonstwy rin: Auk fi-! n dsb eweg^ung anzuzrfte'n vrrssttte Valozzt wurde cuf Regie- s rmrprb'sehl zur Kienze gebrach'.

* Da« ettglische Mittifi eritt» Hal am Donnerstag eine parlamentartscheNieber« läge erlitten. In Unterhaus- eilte Redmond (Nitionabst) eiten Antrag auf Herabsetzung des Postens beS irischen Budgets, der sich auf bie LanbeSkommiffion bezieht, als Protest gegen die Derwaltung der irischen Landakte. Die Regierung sprach sich gegen diesen An­trag aus. Nach -ärgerer Beratung wurde der Antrag mit 199 gegen 196 Stimmen angenommen. (Stürmischer Beifall bei den Oppositionellen) Die Liberalen und Nationa- listkn standen auf, schwenkten die Hüte unb rhf.n laut: Nbdanken, «bdanken! Die Brtfelltbkzergungen wiederholt n stch, als die wirklichen Zahlen ber Lbst m-ruirg bekannt ge-

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dessen Braut zu sprechen; da dieser nun im Drange der Ereignisse auch darüber schwieg, so war er ihm ans Herzensgrund dafür dankbar. Die Ge­liebte hatte er einigemale, aber nur flüchtig, ge­feiert, da er das Krankenzimmer noch nicht ver­lassen konnte, und Liana, nachdem Adalbert die Pflege Habefchs gänzlich übernommen hatte, hier. überflüssig war.

Jetzt aber drängte es ihn zu ihr, letzt durfte er frei um sie werben, ihr feine Liebe gestehen.

Doch — zaghaft schloß er wieder die schon ge­öffnete Türe. Wie würde sie seine Werbung auf- nehmen? Wer gab ihm das Recht, ihr von seiner Liebe zu sprechen? Wenn sie auch vor einem Jahre ihm freundliche Gesinnungen entgegen- gebracht, ja, wenn sie sogar seine Gefühle teilte, wer bürgte ihm dafür, daß dies jetzt noch der Fall I war? Jetzt, nach so langer Zeit, und nachdem er scheinbar so launenhaft das traute Verhältnis ! zerrissen! — Was mochte sie, die vorr dem un­seligen Mißverständnis keine Ahnung hatte, wohl von ihm denken? Sie mußte ihn verachten als einen wetterwendischen Gesellen! Mutlos faul er zurück auf seinen Lehnstuhl. Vor seinem Geiste zog das ganze lange Jahr vorüber voll schweren Herzeleides, hoffnungslosen Entsagens und ber- zweiflungsvollen Ringens nach Vergessenheit. All dieser Kummer, all' dieser Schmerz hatte nicht durchgekostet werden müssen, wenn nur wenige Worte gesprochen worden wären. Und all das Kämpfen und Ringen nach Betäubung und Ver- gesienheit war umsonst, sobald er tn ihre gesurch- I tete und zugleich so beseligende Nähe gekommen.

Er durchlebte noch einmal die Stunde, tn I welcher er, gebrochen an Geist und Körper, starr und hilflos in dieses Haus gebracht wurde, und — gütiger Gott! — war es ein Traum? Oder I hatte Liana wirklich so unsäglich schmerzvoll unb bleich am Fenster gestanden, mit einem Blick voll inniger, heißer Liebe und tiefen Mitleides auf ihn herabsehend und dann mit dem Ausdruck Oer- 1 zweifelnden Schmerzes die Hände ringend? —

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V,r«mo»rtll<h«r

rStfS roodKnbtüage: „Illustrierte Sonntagsjeitw

llSem Kampfe gegen Me tatha.stchi»

Staöenten. 1

Deutfehes Reich.

Berlin, den 21. Juli 1906.

Doch bie Zeiten är,betten sich unb mit ihnen scheinbar die Studentm - rat sagen absichtlich scheinbar, weil wir trotz der gifttgsten H-tze immer noch nicht daran glauben können, daß in der Geele der Studentenschaft sich »ine so vo'lstänbige, innere Wandlung vollzogen habe — als ein faror «vangeücus bie Gemüter in Aufregung brachte. Der K.mpf wurde vo n rein studentischen auf daS tonfeffionelle Gebiet hinübergespielt unb wirkte »un durch seinen politischen Brizeschmack gerab.' zu ekelerregend. „E n po'ttsich L>ed, pfui ! ein garstig Sitbr hat einmal Goethe gesagt. Und von ber Wahrheit dieser Worte war bisjer niemand mehr überzeug', als ber deutsche Student, wenn Nicht außerordentliche Umstände, wie bie, denen die Burichenschaften ihre Entstehung ver-

Rack bet mir »oilteetttbtn Berickten bat sich an i der W Technischen M««bte«S eia

ftudentischer Brrbaud auf utchrkonfesfioaeLe: Sruad. läge gebildet, »ege« derartige «rreiurdilduvgen von | «uffichtswrgen liegt »war im aUgewetaea kein «»laß not. GS muß aber vo-auSgesetzt werde», daß dabei jeder Schein vermiede« bleibt, alS ob eS sich gleich wie bei bett etudentenanSschüsten «m ewe orgavisterte «er- t etaug der gau»e» Studettteuschaft handele. Lieser «esichtrputtkt ist in ben von dem Senat d-r T-chnischen vochkchule genehmigten Satzungen deS borttgen Set» WeS fchott insofern nicht festgehalttn, a« dem Bo:» Sande deS BerbandrS die irreführende Bezeichnung Ausschuß" beigelegt wird. AS finde« sich aber auch sonst »och tu bett Satzungen verschiedene Benennung«» und Weuduttgeu, welche =dt der vorbezeichneten auch von der neulichen Ronferes» der R-ltor.u drr Tech­nische« tzo hschule« gettilten Avffaffrn« n cht im «u» klanas steden Deunech erscheint eine N:ure attion der Sotzmgen «forderlich/die indeS m t R^flcht ans den unmittelbar bevorfiebendett Schluß deSSomwerseir est-rS biS zum nächsten WintersmesterS ,« veitrze» fein wird. Sw. SxMrn; ersuch« ich e-aebenst, drm R ttor der dörüge-'Hochschule von dieser B rsüMSZ gefälligst Kenntnis »u geben.- ‘

[) Mehr Licht! Sehr zur rechten Zeit ist eine Broschüre erschiene«, ro.'che pe- i eignet ist, ein geDichtizes Mott in btn g-^n-

roä tig tobenbe* Kampf gegen bie katyo« lisch,« Stuber tenlor per attonen, der unter bim Deckmant.l einer „SBerttbigung ber akademischen Freiheit" geführt wir d,zu werfen , Die Brischüre betitelt sich „Mehr Licht! unb , ist „zur Verteibigung im Kampfe gegen die Ion ftsfiomll'N Stubentknko porationen* geschrieben. , Der V^sasi-r ist Mitglied etter farbmirazen I den katholischen Studentenorrdindunz und als solcher zweifellos berufen und befähigt, in dem Streit mttzusprechei'. Sr führt seine Sache in i einer unanfechtbarku We se, sowohl der Form wie dem Wisen rach. Zw«ck und Ziel der gegen bie kathc lifchen Studer terkotpor st onrn gelichteten Brwr»u*g werden do»: Ve;f.si?r in einer Weise bargelegf, dcß auch der G grer, der sich bi 5 U'irrg undes 6er ganzen Sv öwung I dishrr vielleicht Nicht bewußt geworden ist, Aus'

IIä urg unb Brttbrung aus dem Wetkchen schöpftr. kann. D r Freund dir kacholiichen Studentenko porationen wirb aus ber Broschüre er reut Zuversicht gewinnen aus btn iWren Sieg bet gerechten Sache. Erhöht wirb bet Wert brr Publikation durch ein Selrttwott, welches ihm ver Cfesredaktevr der.Kölnischen Volkszettung', Dt. Hermstnn Cardauns, d^sirn Aus-1 sÜhtLNg« < als eines brr ältesten Philister ber katholischen Studertenkorporationen zweifellos ceforbert Beachtung uerlkner, ort auf ben Weg gegeben hat. Wir begnügen uns für heute mit diesem kurzen Hinwiir auf bie soeben im Ver- Iqge von I. P. Bachem in Köln erschienrnen Broschüre unb b-halten uns vor, morgen auf dieselbe Möckzikommrn. ,, I

* Em rrrtüwl'ch ix der Tagespreise alS offi­ziös yingestellter Artikel der,Berl. Pol. Nachr.' Hai m ber Vermutung Anlaß geboten, daß der Plan, im Spätherbst« dieses Jahres | dem Saabtage den Entwurf emrS Bolk-fchttk- Au ter halittu g* gef e tzeS vorMlegen, aufgegebrrr fet Diese Lm arwe ist der ,No r dd. All gern.

rsieun zu treffen de. Die Kgl. 8taat4reaietung hält, w e das Blatt susdrückach betont, nach rote vor an ber Absicht fest, ben Landtag ber Monarchie im Spätherbst zu dem fraglichen Zrotcke nnzuderufen.

(♦) Zur Lehrlittg-fr-se Dem Mintsteriol- blatt der Handels - unb (Seroerbeoerwal« ltung zufolge hat der Minister für Hanbel unb Bewerbe Anlaß gekommen, auSbrücklich fest' zustrlle«, baß Hanbroerkskammern nicht befugt find, bie ihnen nach § 103 e der Br« roetbeorbnung zustehenbe Kontrolle der Lehrlings« vrrhältuiffe tn ben Hanbroeiktbetr elen auf die llkberroachung ber Lehrlingsverhält« Nisse in ben Fabriken auszudehr-en. «nbetetftiiS war basauf hmzuroeisen. baß gemäß 8 134 bet Bewtr^eorbnung die Bestimmungen her 88 126 dis 128 bei fet btn auch auf Vie in Fabriken beschäftigt.» L h lttge »rroesturg fiaden, und baß batzer auch mit diesen Lehrlingen schrifittche L hcoerlräge abzuschließen find.

Bor kurzem sagte das Organ des Vereins jüdische Studenten über ben Kampf gegen bie kathbl. Siubenten Korporationen: „Selten tft ein Kampf mit mehr innerer 93er« logenbeit geführt worden als dieser.- Unb tuff-nber kann man die Hetze wirklich kaum dbarattertSeren. „Alte Herren-', bie vor Jahren bie Al$a mater verlaffen haben und auch solche, dte dem studenttschenLeben noch nichi allzu fern 1W„V_ ...---------

flehen, körnen sich schroerdie innereEntroiaeEg ^^^Emischeu Freiheit bie akademische dieser Bewegung erklären, wenn fie fich das gegen- «x,iheit bekämpft haben. — fettige Verhältnis vergegenwärtigen, wie es noch £.oniti, zu ihrer Zeit innerhalb der Studentenschaft be- stand. Jahrzehntelang lebten die Korporationen mit den entgegengesetzten Prinzipien, wir wollen nicht sagen in schönster Einigkeit, aber auch nicht A Unfrieden nebeneinander. Man liebts einander gerade nicht, aber man ließ stch in Ruhr. Segen« sätze drr verschiedensten Art waren wohl vorhan« | ben, aber keiner batte einen fo liefen Einfluß auf die St'llung der Korporationen zu einander, als das Prinzip der Satisfaktion bezro.Satissakttons' Berroeigerung. Die Konfefston spielte keine roesent- liche Rolle. „Schlagen ober mch'. schlagen,- das war stets die Frage, welche das Gemüt des Studenten beschäftigte, und mit dem Begriff kathol sch verband stch bei dem Anhänger der | SatiSfattion sofort der Begriff „nicht schlagend/ weil a an eben die Stellung des etnzelnrn zu bie er Frage als bie Hauptsache ansah. Man verrohr auf Gegners Her Seite bett Grunds utz b r Satcef t ior.8 >e*roeiaetHKg und etwas ante es war cud) sü.ttch r icht zu eiwatten, so wenig die die Gegner karholttcher Studenten von diesen mr langes k nnteu, daß diese den Grun-satz btr Saltss.ktion annlanr ten. Aber, wir gesagt, man ließ , ach einer altbewährten Regel jeden nach feiner Fasion selig werden, solange er einem nicht ins Gehege tarn.

Original-Novelle von Antonie Haupt.

18] (Nachdruck verboten.)

*• Ohne den Ausruf seines Freundes zu beachten, blieb Adalbert vor ihm stehen:

„So erkläre mir doch," bat er mit leise beben­der Stimme, „wie es kam, daß Du schon vor einem tzahr, nach der geheimen Unterredung mit Fräu­lein Liane, mir mitteiltest, daß Du Dich verloben Werdest!"

„A—a—ah," machte Ehrhardt, — „mir geht rin ganzer Waldbrand auf! Da werde ich wett aushole n müssen. — Aber ich will Euch ja doch die Geschichte erzählen. Als ich das letztemal $n meiner Vaterstadt in den Ferien war," begann rr, „lernte ich die Tochter des Regierungsrats Romberg in einer Gesellschaft kennen. Ihr mun­teres, ungezwungenes Wesen gefiel mir schon im ersten Augenblick, und als ich das Glück hatte, ste noch öfter zu treffen, ward ich sterblich in sie verliebt. Obgleich sie mir immer sehr fteundlich war, so wagte ich doch nicht, mit meinen Gefühlen damals schon hervorzutreten. Erst mußte ich mir eine Stellung im Leben errungen haben, dann aber wollte ich nicht länger zögern, um ihre Hand anzuhalten. Auf der Kirmes in C. erfuhr ich nun zufällig durch Fräulein Laura, welche nebenbei gefügt, mich in ihrer liebens­würdigen, natürlichen Art und Weise sehr an Julie erinnerte, daß letztere eine intime Freundin Von Fräulein Liane sei, fie noch kürzlich längere Zett besucht habe und in sehr regem Briefwechsel mit ihr stehe. Selbstverständlich versäumte ich Vicht, mich sofort an Fräulein Leffenich zu wenden. Diese bestätigte mir, was Fräulein Laura gesagt, und teilte mir sogar mit, daß Julie häufig in freundlicher Weife von mit gesprochen. In meiner

geben wurde«.

* DirErmnvungdkSD-amat kers Echegaray zumspavischett Finattzmittister hatauch außer- halb Spaniens Aussehen erregt Allercirgs war der Dichter bereits einmal — die Tatsache liegt aber freilich schon dreißig Jahre zurück — Mi«

„Nein, nein, es ist kein Traum!" jubelte er laut „Ganz deutlich sah ich ihr angsterfülltes, holdes Bild!" .

Er stürmte die Treppe hinab und betrat tn der nächsten Sekunde zum erstenmale wieder die Wohnstube.

Der väterliche Freund empfing ihn mit namen­losem Staunen und schloß ihn bann gerührt und glücklich zugleich in feine Arme.

„Wie werden sich meine Schwester und das Kind freuen!" rief er. „Sie sind auf meine Bitten ausgegangen, um einen kleinen Spazier­gang zu machen?"

Es war Adalbert jetzt ganz lieb, daß er Ltana nicht antraf; wie hätte er in Gegenwart Anderer ihr von seiner Liebe sprechen können? Und gletch- gtltig mit ihr sich zu unterhalten, wäre ihm tn diesem Augenblick unmöglich gewesen.

Er setzte sich zu dem alten Herrn und erzählte ihm — nicht von sich — aber von der heimlichen Liebe seines Freundes Habesch und ging dann im Bewußtsein, ein gutes Werk getan zu haben, I wieder zu diesem hinauf.

Der Direktor, der ihm beifällig lächelnd zuge- hört, hatte eine Stunde später eine lange Unter- I rebung mit Liana, tn Folge bereu noch am selben Abenb ein inhaltschwerer Bries an bie Freunbin

§ In Sach'n ie§ Hschschttlkch«pfeS schrntzt bie .Norboentsche lUgemcue Zeitung': In Anbetracht ber widerspruchs­vollen Zeitungsnachrichten über ben Inhalt eintx' Verfügung, die brr Herr Kulturminister an die Technischen Hochschul?n in Socke» btt studen­tischen Ausschüsse und Vubände erlaffm hat, find wir in bie Lage versitzt, ben Wort- laut deS «ach Danzig pkrichtetrn unb ben üb igm Technischen Hochs-tmlm mttgetesittn Srkcff'S nachstehrub zu veröff-rtlichen:

.Berlin, de« 19. Jali 1906.

As bro Herr« Oberpräsitze»teo j« Dattjtg.