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I. parzeLer in Kulda.

Maer W Zeitung

wocheilbellagt: „Illustrierte Sonntagrzeitung" Monatibriiag«! „8ul-aer Geschichtrblätter".

»«zeige«: vr« eie* fpaltige Petit; eil« »d« der«» «an« 16 pfg. Hetlamen die petitzeü» 25 psg.; bei Wieder­holungen wird eetfwt- Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der zuldaerAetiendrnckeret in Zulda (Harmonie^ Fernsprecher Ur. 9.

M 161.

Fulda, Dienstag, den 18. Juli 1905.

32. Jahrgang.

„Wie erklären Sie mir denn," trug Albert, „daß Max, der mit Ihnen nach A. kam, nnr, nachdem er eine geheime Unterredung mtt Fräu­lein Liane gehabt, in unmittelbarem Zusammen­hang damit zuflüsterte, daß er sich baldrgst ver- loben toctbc?w

„Nun, das ist doch sehr leicht!" ries Habesch. „Ich habe gewiß keinen großen SchaMnn m solchen Sachen, aber ich hätte noch Würger dazu gebraucht, um mir zu erklären, daß Ehrhardt, der sich nie sehr viel um Fräulern Liane ge- kümmett, in einer geheimen Unterredung mrt ihr nur bezweckte, zu erfahren, was rhre beste Freundin, Fräulein Laura, der er anschernend mit großer Beharrlichkeit den Hof gemacht, wohl über ihn geäußert, und ob er woyl bet erstem gelegentlichen Anträge keinen Korb zu gewärtrgen habe. Sie konnten sich allerdings so kein rrchttges Urteil bilden, als ich, da ich wenige Tage vorher hxi dem gemeinschaftlichen Besuche in T. Zeuge war, tote Fräulein Laura und Doktor Ehchardt mit einander scherzten und plauderten; ich wß dabei wie ein indisches Götzenbild."

Jetzt war die Reihe an Adalbert, aufgeregt mit großen Schritten das Zimmer zu durchmessen, während der Altertumsforscher sich mtt trium- phierender Miene auf die Seitenlehne des SoPhaS gesetzt hatte. *

Eben trat der Diener mit einem großen Paket Zeitungen und Briefe herein, die er seinem Herrn übergab. Dieser warf sie gleichgilttg auf den Tisch, griff aber dann hastig nach einem Briefe, auf wächem er die Hand Ehrhardt's erkannte.

„Da werden wir vielleicht Gewißheit erhalten," sagte er zu Habesch.

Eilig überflog er die Zeilen, die Ehrhardt an ihn gerichtet, um ihn ebenfalls dringend zur Ausgrabung in der Nähe seines väterlichen Schloßes einzuladen; dann sagte er tonlos: „Ich hatte doch recht; Fräulein Juliane Lessenich ist die Braut Ehrhardt's!"

(Fortsetzung folgt.) ____>

Freundschaft, nicht das kriegerische Ziel Delcassss tm Auge gehabt habe. Aber niemand wird eS un$ übel nehmen können, wenn rott dl« Sache verdächtig finden und in dem ganzen Ber- halten der offiziellen Kreise Englands, wozu auch die jüngsten Reisen König Tdua d8 durch Frank- reich während der kritischen Zeit zu zählen find, den Anlaß finden, xeger über der gegenwärtigen englischen Regierung sehr vorsichttg zu sein.

Die nächste Gefahr ist ja jetzt beseitigt' da Frankreich sich von dem Aberteurrr los- gesagt hat. Nickt bloß die Regierung Frankreichs, sondern auch seine Bolksvertre ung und seine öffentliche Meinung. Letzteres fällt sthr in's Gewicht. Wir müffen anerkennen, daß die Franzosen im großen und ganzen wehr Vernunft und Selbstbeherrschung bewiesen haben, als ihnen nach den srüherrn Leistungen ihrer Volksseele zuqetrout wurde. Vie haben nicht bloß Delcssi« über Bord geworfen, sondern auch mit gesundem Jnstirkt erkannt, daß bei einem gemeinschaftlichen englisch »französischen Kampfe gegen Deutschland unter ollen Umständen Frankreich der leidende Teil sein roflibe und die etwaigen Vorteile Englands mit seinem Gut und Blut zu bezahlen haben würde. Diese Er« icheinung ist beruhigend und »mö glicht uns eine rücksichtsvolle Behandlung des fran»öfischen Nachbars. Aber rive entsprechende Buße und Besserung auf englischer Seite ist nicht zu be­merken. Darum müssen wir bis aif weiteres England gegenüber mißtrauisch und doppelt vor« fich.ig sein.' Zvnächst wird das Verhalten Eng. landS aus der Marokko-Konferenz besondere Beachtung finden müffen. Ferner gewinnen wir ein erhöhtes Jnterrfse an den bevorstehenden Wahlen in England. Sollte die Chamber« leinsche Partei oder überhaupt die gegenwärtige Regierung siegen, ss würde man in erster Linie auf einen Zollkrieg, aber in zroeitrr Linie auch auf neue Anzettelungen einrs blutige» Krieges gefaßt sein müffen. Für die Frieden ssicher» hett ist rS offenbar am besten, wenn die Libe­ralen in England wieder ans Ruder kommen und die qbeyleurrlustigen Politiker vom Hofe Mrd anS den höheren Posten vertrüben oder, soweit sie unabsetzbar sind, unschädlich gemacht werden.

Em adeliger Sproß.

Original-Novelle von Antonie Haupt.

14] (Nachdruck verboten.)

11.

Ein wonniger, klarer Frühlingstag lag über her Musenstadt B.; hell und glänzend fiel die Sonne in die Fenster eines in den Gärten vor dem Stadttore gelegenen kleinen Landhauses, von wo man eine entzückende Aussicht auf den vorbeifließenden Strom und die gegenüberliegen­den bewaldeten Bergkegel hatte. Die Sonne, welche sich vorwitzig in das Innere des Land­hauses stahl, beleuchtete in den Räumen des ersten Stockwerkes, durch weiße Vorhänge gedämpft, endkose Reihen von Büchern, die wohl geordnet in hohen Gemächern die Wände vom Boden bis zur Decke bekleideten. Die sonstige Ausstattung der Zimmer war eine höchst einfache; nur in dem zuletzt gelegenen freundlichen Eckzimmer war für größere Bequemlichkeit Sorge getragen. Der große, den ganzen Fußboden bedeckende Teppich verlieh demselben etwas behagliches im Verein mit dem eleganten Sopha, welches, um den Büchern keinen Platz an der Wand zu rauben, unangelehnt quer in der Ecke stand mit dem davorstehenden altertümlichen, mit Büchern und Papieren bedeckten Tisch und den schweren Lehn­stühlen.

Der imponierende, vornehme junge Mann, an dem mit Papieren beladenen Schreibtisch in der Nähe des Fensters, aus desien wunderbar dunkeln Augen Geist und Energie hervorleuchteten, und auf dessen edlem Gesicht ein düsterer Zug von Ernst und Schwermut lag, war der jüngste und vielleicht der talentvollste Professor der Universi­tät. Sein vor einem halben Jahre erschienenes rnedizinisch-naturwissenschaftliches Werk hatte in

Deutsches Reich.

Berlin, de« 17. Jul'. 1965.

§ Das jüdisch-liberale .Berliner Tage­blatt' nimmt eine Äußerung der „Unpoliti­schen Zeitläufe", in welcher bekanntlich in durchaus unanfechtbarer Weise der Wunsch ge- äußert wird, daß den Kindern katholischer Eltern aus der Diaspora in Ferienkolonien Gelegenheitgrbotenwürde, „katholische Luft" einzuatmen, unter Verdrehung de« Sinnes dieses Wortes zum Anlaß gehässiger »«»fälle gegen die K«th»liken. Das Blatt wacht allerlei

der ganzen Gelehrtenwelt Auffehen gemacht, und die Universität B. war stolz darauf, einen solchen Mann für sich zu gewinnen.

Doktor Adalbert Waldburg hatte sich seit seiner Ernennung zum Professor mit womöglich noch größerem, ja fast krankhaftem, unbegreiflrchem Eifer in das Studium gestürzt. Von allen ward er angestaunt und bewundert, aber dennoch hieft ihn Niemand für glücklich. Ein milder, schwer- müttger Ernst wich nie aus seinen Zügen und umgab chn mit einem geheimnisvollen Reiz, wel­cher ihn um so interessanter und anziehender er­scheinen ließ.

Heute mußte der Professor einmal ausnahms­weise nicht in der Stimmung sein, sich dem Studium zu widmen; sein Auge blickte sehnend hinaus auf den rauschenden, im Sonnenschein blinkenden Strom, und ein wehmütiges Lächeln umspielte seine Lippen. Ob die Frühlingsdüfte, die zum geöffneten Fenster balsamisch herein- sttömten, wohl liebliche Erinnerungen in seiner Seele wachriefen?

Mtt einem Male ward hastig die Türe auf- gerissen, und Habesch stürmte herein. In gerader Richtung flog er auf seinen Freund zu, blieb dann mit einem jähen Ruck vor ihm stehen, nickte wiederholt bedeutungsvoll mit dem Kopf und fing darauf an, einen eiligen Kreislauf im Zimmer zu beschreiben. Erstaunt sah Adalbert ihm zu, und als er nach einiger Zeit noch immer nicht geneigt schien, eine Erklärung für seinen rastlosen Spazierlauf zu geben, frug er lächelnd: „Was gibt's denn eigentlich?"

„Was es gibt? — Einen Brief gibt's," stam­melte Habesch. „Schreibt mir da der alle Licht — nein — Brand — man hätte — doch, da lesen Sie selbst!"

Damit schleuderte er ihm ein Papier auf den Tisch, worauf er mit erneuter Hast in seinem Kreisläufe fortfuhr.

Adalbert las mtt großem Jntereffe, und als er geendet, sagte er: „Dieser römischen Mauer-

über Geltung und Nichtgrltung der Effener Tarifserträge befunden hat, zumal sie biS zu diesem Punkt die Sympathie weiteres Kreise ür fich halte."

* Der 28. Geveralverf««»l»sg »<» BerbnmdeS katholischer knufmänuischer Vereinigungen Deutschlands, welche »om 11. bis 13. August c- tn München ragt« wird, liegen eine Reihe Aattäge und Resolutionen vor, welche folgrnde Gegenstände umfassen. 1. Stellenvermittelung. 2 Lehrlingsroesen. 3. Ein- und Verkaufsgenoffenschasten. 4. Außergericht­licher Akkordoerfatzre«. 5 Fortbildung? wesen. 6. HandelSmspekiorsn. 7. Privatbeauttenserfiche« rung. 8 Sonntagsruhe. 9. Unlauterer Wett­bewerb. 10. AuSkunftswesen. 11. Handlungs- uhilsenkammern. — Da um dis Zeit der Gene­ralversammlung München überfüllt ist, io tun die Gäste gut daran, Bestellungen für Zimmer chon dis anfar.g August an den katholischen 'ausmännischen Verein „Hansa" E. B. München zu richten. ,

§ Der .Reichsbote' gibt eine Meldung der .Täglichen Rundschau' wieder, wonach oaS bayerische ®efe«itwinifteri«m jede Arn« detung im Ministerium mit der Begründung ab gelehnt habe, Boyrrn sei ein konstttutiomllrr Staat, und knüpft daran folgende Bimrrkung: „Krone und Kabiuett scheinen fich also zu einem Widerstande, wenigstens vorläufig, entschließen iu wollen. Da« wäre erfreulich, ist aber auch >aS Mindeste, was man von einer Regierunf, sie nicht ganz in eine Parlamentsregierung von Zentrums Gnaden hirübergleiten will, erwarten ollte. Der greise Pünzregent dürste die Seele dieses Widerstandes sein.' Der ,Reichsbote' täte gut daran, die Entwickelung der Dinge m Bayern abzuwarten.

8 Ja einer,Münchener Korrespondenz' der .Germania' wird die Nachricht, der bay­rische Minister des Innern, Vraf Feilitzsch, sei um seine Entlassung eingetommm, für „ganz unbegründet" erklärt. Graf Feilitzsch habe verschiedentlich die richtige Zeit zum Ruck- trstt verpaßt. Die Korrespondenz schließt: «Dufts mal ist seine Absicht (zu bleiben) erkenntlich: Sr will dem Ministerium Podewils die Sttua- tioy durch fein Verbleiben möglichst verschlimmern und den Ministerpräsidenten Freiherrn v. Podewils in seinem Sturze mitreißen. Wie das endigt, kann niemand voraussehen. Wer wird der Geschicktere fein. Freiherr v. Podewils hat schon einmal ben ffo unüberwindlich gehaltenen Grafen Crailsheim heransmanöoeriert und ihn mit den Waffen der Diplomatie geschlagen. Diesmal liegen vie Ber- hältniste nicht so günstig rote 1903, weil das ganze Ministerium beteiligt erscheint und rS schwierig sein wttd, die Sache des Gesamt-Mini- steriumS vom Fall Feilitzsch zu scheiden."

♦ «in neuer ««ystrelprozest ist rn den letzten Tagen verhandelt woroen. Bekarnttich hatte der oldenburgifche Justizminister Ruhstrat vor einiger Zeit den Redakteur eines Olden-

billige Scherze über „katholische Luft", „kathvli- sches Waffer", „katholische Erde" — unter An- ziehung deS Fameckrr Falles — und „katholisches geutr", als welches eS die AutodafiS ftüherer Jahr­hunderte bezeichnet und glaubt dann vorn Scherz zum Ernst zurückzukehren, wenn eS folgende Be- mttkungen macht: „Berarn alle diese Bemühungen, zwischen den Volke maffen schon in ihrer Kink heft tonftsfiorelle Schranken zu errichten, nicht eine : große Gefahr für unser Volksleben und für unsere > Volkseinheit? Wollen denn die einsichtigen Katholiken, deren es doch nicht wenige gibt, sol« chern verhetzenden Unfug nicht steuern?" Wir ver- sichen es, daß das jüs-sch-liberale Blatt den Wunsch hegt, jede teftgiöse Unterscheidung auS der Welt zu schaffen zu gunsten einer vollendeten Unglaubens, nur muß das .Berliner Tageblatt' nicht verlange«, daß man feine dahin gehende Forderung in den katholischen Kreisen, die eS anruft, als „Ernst" betrachtet. Nach dem eigen- artigen Charakter des «Berliner Tageblattes' ist diese Foreerung eigentlich der blutigste Scherz, den sich daS Blatt leisten konnte.

* «ege» de« Mädchenhandel. Der .ReichSanzetger' veröffentlicht em Abkommen zwilchen dem Deutschen Reiche und anderen Staaten (Oesterreich-Ungarn, Belgien, Brasilien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Irland, Italien, Niederlande. Portugal, Rußland, Schweden-Norwegen und Schweiz) über Verwaltungsmaßregeln zur Gewährung rohlfamen Schutzes gegen den Mädchenhandel. Das Abkommen ist am 18. Mai 1904 in Psris geschloffen worden und tritt laut einer Bekamt- machung des Reichskanzlers am 18. Juli 1905 in Kraft.

** In Essen hat bekanntlich Herr Ober- bürgermeifier Zweig ert den Antrag gestellt, auS städtischen Mitteln den ««»-esperrten BnnhRudwerker« eine namhafte Unterstützung zu bewilligen. Die liberale Presse, insbesondere die «Rhetn.-Westf. Zig.' und die .Köln. Ztg.' richtet deshalb gegen Herrn Zweigert heftige Angriffe. D « .Kreuzztg.' gibt eine ausführliche Darstellung des bisher izen Verlaufs der Ange- leaenhett und knüpft daran folgende Bemerkung: „die große politische Bedeutung der Konflikte- liegt auf der Hand. Die Stellungnahme deS Henn Zweigeri erscheint uni so unanfechtbar und gerecht, daß wir nur wünschen können, der Arbeitgeberbund widerruft noch in letzter Stunde fernen verhängnisvollen AussperrungSbeschluß " — Die .Nationalzeitung' beffcettet, daßeS sich bei dem Effener Kampfe um einen großen allgemeinen wirtschaftlichen Kampf handele, eS handele fich vielmehr hierbei „ht der Tat nur um eine Rechts- und kommunale Jnteresfenfrage. DaS Blatt fährt bann fort: „Wir können deshalb unsereBeurteilung seines (Oberbürgermeister ZroeigertS) Vorgehens lediglich auftecht erhalten, und die Arbeitgeber würden am besten beraten fein, wenn sie den Streit mit den Arbeitern baldigst auf den Punkt zmückführttn, auf dem er sich vor dem anmaßlichen Beschluß

werke erinnere ich mich sehr wohl. Ich habe als Kind häufig dort gespielt und kannte sogar den Eingang zu einem noch unverschütteten Gewölbe. Ich wundere mich jetzt, daß ich nicht selbst daran gedacht, Sie darauf aufmerksam zu machen. Sre werden jedenfalls Hinreisen?"

„Daß mich das Mäuslein beiße! Ich werde mich wohl hüten, jemals wieder den Fuß in diese Gegend zu setzen," murrte Habesch. „Aber einen Rat sollten Sie mir erteilen. Was kann ich wohl zur Entschuldigung vorbringen, daß ich auf die gewünschte Benachrichtigung hin mich nun denn- noch nicht an der Ausgrabung beteilige? Haben Sie lange keinen Brief mehr von Ehrhardt er- halten?" frug er plötzlich.

„Sehr lange nicht," lautete die Antwort.

„Wird wohl besseres zu tun haben, als Briefe zu schreiben!" warf Habesch hin.

„Wieso?" '

„Nun, ich denke, die Vorberettung"zur Hoch­zeit wird seine ganze freie Zett in Anspruch nehmen!"

„Sie wiffen also?" rief Adalbert erstaunt.

„Ich wundere mich nur," sagte er dann, „daß mein alter Freund mir in seinem letzten Briefe noch garnichts von einer Hochzeit in seinem Hause andeutete."

„Direktor Clemens?" frug der Professor. „Was hat denn der mit der Hochzeit von Fräu­lein Günther zu schaffen?"

„Ich denke nur, wir sprechen von der baldigen Vermählung Doktor Ehrhardt's," erwiderte Adal- bert. ---if-r-y-

„Nun ja, das bleibt doch dasselbe."

„Ich glaube, mein lieber Habesch, wir ver­stehen uns nicht mehr," sagte Adalbert. „So viel ich weiß, ist Ehrhardt mit Fräulein Leffenich verlobt."

„Aber, liebster Waldburg," rief Habesch, „tote kommen Sie nur zu dieser heillosen Idee? Dok­tor Ehrhardt fft mit Fraulein Günther verlobt!"

[] Deutschland und England.

Der gestürzte ministerielle Ränkeschmied hat durch Die Vermittlung der Zeitung .Gau-oiö' fein gekränktes Herz ausgeschüttti. Die Mit­teilungen des .GauloiS' sind bishec nicht in Ab­rede gestellt oder berichtigt worden. Man darf also die Erklärungen Delcrssvr «IS echt betrachren, und damtt haben wir das Bekenntnis dieses Mannes, daß er auf einen Krieg gegen Deutschland hingearbeitet hat mit der aus­gesprochenen Hcffnunß, daß die englische Flottenüdermacht die deutsche Kriegs« und Han­delsmarine, sowie den ganzen auswärtigen Handel Deutschlands vernichten werde. Di-ses BekenrtmS ist weniger eine Enthüllung, als eine Bestätigung dessen, was schon anderweitig betaust geworden. Aber auffallend ist »S doch, daß drr gewesene Leiter der französischrn hohen Polttik so bald nach seinem Abgänge sein Herz in dieier Weise auSschÜttet. Einerseits macht -diese Offenherzigkeit ihm die Rückkehr tn daS Min sterium so lange unmöglich, als man nicht in Paris geradezu ein Kriegskabimtk errichten will. AnoerseitS wird er durch seine Erklärung den englischen Bundesgenossen unbequem. Denn nun erhebt sich erst recht die Frage: Wte weit hat fich England mit dirs n kriegerischen Ränken De'caffäs solidarisch gemacht?

Daß Dekcaff« in der englischen Presse und in einflußreichen dortigen Kreisen bis zu den brttischen Admiralen hinauf zielbewußte Gr noffen hatte, war ja schon bekannt. Seit langen fahren schon ist ja in der englischen Preffe ein systematisches Kesseltreiben gegen Drutschland veranstaltet worden; in einem fort wurde mit falschen Nachrichten aus allen Tellen der Welt und noch falscheren Kommentaren dazu der Eharakter der deutsche« Politik und insbesondere des Kaisers in der rafsiititrtrften Weise ver- dächtigt. damit so nach und nach dem englischen Molke und womözlich auch den sprachverwandten Amerikanern und den übrigen Lesern der eng- ttschen Blätter, z. B. auch den Japanern, der Glaube eingeimpft w.rde, Deutschland sei der Deind, der beläuft werden müsse. Diese ipm iaffenbe und zäh fortgesetzte Bearbeitung der dffmttichm Meinung ließ auf eine straffe Or- ganisation mit Leitung von hoher Stelle und zugleich auf große Geldmittel schließe«. Be- Zanntlich verdichtete fich die Agitation in letzter Lett sowett, daß sogar von Perssnen, die in der englischen Marine hohe Ehrenstellen einnahmen, SfientÜch die Ansicht vertreten wurde, England müsse die deutsche Flotte vernichten, ehe sie zu stark würde

Nun erzählt unS Delcafis, daß die gegen­seitigen Flottenbesuche, die jetzt m Brest ihren Anfang genommen haben, eine Besiegelung deS von ihm ooxbereiteten antideutschen Bünd­nisses datstrllrn sollten. Man kann ja immer noch sagen, daß die englische Regierung, als sie auf Dttcafssü Wunsch nach solchen Flottenmr- bastdemngSfesten tinging, nur die friedliche