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8uldaerW Zeitung
wochendellag«: „Illustrierte Sonckagrzeitung" m«n-ird-ila,e- „Ktldaer GeschichtrbWer".
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Druck und Verlag Ns Zuldaer Actieudruckerri hl Zultza (Harmonie) Zernsprecher Ur. 9.
32. Jahrqanft
Fulda, Samstag, den 15. Juli 1905,
Gin adeliger Sproß
Haupt, verboten.) Blatt.) näherte sich
den deprimierenden Eindruck der Durchkreuzung des mit der JaurLs-Komödie verfolgten Planes bet ihrer Anhängerschaft einigermaßen zu mildern." — Die .Ratioaalzeitung' äußerl sich zu dem gleichen Gegenstand in folgender Weise: „Die Sozialdemokratie zahlt auch hier wieder >te Z-che. Bon den 7202 Stimm,n des Jahres 1903 sind nur 6214 übrig gebrieben, obwohl in dteien zwei Jahren gerade die Lrdetterbrvö'.ke- tung im Wahlkreis fich noch namhaft vermehrt und obwohl inzwischen so vielerlei sich ereignet hat, was die Sozialrevolutionäre in schäumende Erregung versetzt hat. In der ArbriterbeoSlkerung zittert solche Erregung nicht nach. Im Seger teil. Je deutlicher ihr das Wollen und Wirken der „rielbewußten" Genossen wird, desto weniger ist str den Lockungen Vereiden zugänglich. Beweis: Oberbarnim mit rinem Rückgang der sozialdemokratischen Stimm« iffer um 14 o. Hundert. Es ist nicht nur der Widerwille gegen das ewige Verdächtigen und Schmähen der deutschen Diplomatie, der deutschen Verwaltung in der Heimat und in den Schutzgebieten, der deutschen Kriegs« sührung gegen Boxer, Herero und Hottentotten, ,§ ist auch die bessere Erkenntnis der Skonom« schrn Entwickelung, die den Arbeiter von der Sozialdemokratie sich abwenden läßt. Hier zumal, denn Oberbarnim wird noch unmittelbar von der Gesinnung und der Tonart des Zen« tratorganS bet Sozialdemokratie bestrahlt."
* Die Regelung der «rhaltsfragr für BottSschull-hrer soll, so wurde vor kurzem behauptet, tat Rahmen des angrkündigten Volks« chulunterhaltunzSgesetzes vorgenommen werden. DaS ist jedoch, wie aus den Verhandlungen im »bgeordnetenhause deutlich zu ersitzen ist, ausgeschlossen. SS wird der ,Kons. Korr/ mit« «teilt, daß Kulturminister Studt bei Gelegen« Kit der Enthüllung des Falkdenkmols i« Hamm geäußert habe, sobald daS neue Bolkischulunter« valtungSgesetz zu stände gekommen und durch Kommunalisierung die Lasten der Volksschuluntrr« Haltung auf breitere Schultern gelegt sei, werde eS sein Bestreben sein, die berechtigten Wünsche der preußischen Lehrer zu er« süllen. Damit dürste jeder Zweifel über den Zeitpunkt der Regelung der GehaltSzulagefrage, die vom Abgeordnetenhause als dringend erklärt wurde, verschwinden.
* Die »erarbeiten für die «euderuug der Kr«nke»rOfsei»ers»»ifati»n find an der zuständigen behördlichen Stelle, nach den »Hamb. Rachr.', wieder ausgenommen worden. Ob jedoch schon in der r ächsten Rrichstagstagung ein hierauf beBglicher Gesetzentwurf wird vorgelegt werden, aber ob man mtt dieser Aenderung warten wird, biS die einheitliche Organisation angeregt werden wird, stehe nicht fest.
Original-Novelle von Antonie
12] - Nachdruck
(Fortsetzung auS dem zweiten
ist es nur möglich, daß Sie, Herr Doktor, in einen solch' unseligen Irrtum verfallen konnten! Gerade weil ich mich so sehr glücklich geschätzt hätte, mit Ihnen die Quadrille tanzen zu dürfen, kostete es mir eine unbeschreibliche Ueberwindung, sie Ternau zuzusagen; aber ich hegte die Furcht, ich würde dem Wunsche meiner Mutter nicht nachkommen, wenn ich ein Wort zu Ihnen redete."
Tiefaufatmend rief Adalbert: „Nun darf ich Ihnen wieder nahen ohne Besorgnis, Sie zu erzürnen!"
Rasch trat er zu ihr und fuhr fort: „Und nun noch eins! Es muß vollständig klar werden zwi- scheu uns, Liane I Ich habe zwar kein Recht zu der Frage," sagte er stockend, „aber ich bitte Sie dringend, mir dennoch aufrichtig und wahr zu antworten. — Hat Doktor Ehrhardt die Rose, welche er am Abend im Knopfloch trug, nicht von Ihnen zum Geschenk erhalten? Und war dies nicht dieselbe Rose, die ich am Nachmittag Ihnen verehrt, und deren Zierde ich später vergeblich an Ihnen suchte?"
Eine neue Glut übergoß Lianen's liebliches Gesichtchen. „Wie konnten Sie so etwas von mir denken?" erwiderte sie. „Die Rose, die Ehrhardt trug, hatte Ternau ihm, in einer Anwandlung guter Laune, lachend angesteckt. Meine Rose aber — Ihr Geschenk — wenn ich es Ihnen denn durchaus sagen muß," flüsterte sie mit neuem Erröten, „war mir zu wertvoll, als daß ich sie dem Staub und der Hitze des Tanzlokales hätte aussetzen wollen; ich verwahrte sie an einem sichern Plätzchen, um sie unversehrt mit nach Hause zu bringen."
Während Liane in reizender Verwirrung dies Geständnis machte, leuchtete ein ganzer Himmel voll Glück aus Adalbert's Auge auf sie nieder.
Er nahm ihre beiden Hände in die seinen, und mit einem Blick, welcher in die Tiefe ihrer Seele drang, fragte er leise: „Ist das alles auch wirklich wahr, meine Liane?"
Ein leichter, elastischer Schritt , . .
rasch der Laube. Lianen's Herz schlug höher, sie kannte diesen Schritt und wußte, daß er, an welchen sie jetzt voll banger Zweifel dachte, im nächsten Augenblicke vor ihr stehen würde.
Busland.
• In Erwiderung aus eine im englischen Obrrhamse gefallene Bemeikar g des Lord Ellen«
Deutsches Reich.
Berlin- den 14 Juli 1966.
* Die «frikafahrt der acht Reich» Äagsabgeardneten bat den lebhaften Beifall der »National Ztg.'. Als Ergebnis verspricht ste sich freilich nicht, daß nun die Wahrheit über die Kolonien festgestellt werde. Es könne fich beim Anfänge derartiger Studienreisen eben nur am eine Ergänzung unseres Wissens in bezug auf die Schutzgebiete handeln, und tm übrigen hauptsächlich darum, daß solche Fahrten fortgesetzt würden und daß, wie dar Denkschriften« Material, fv auch das Ergebnis jeder rorauS- gegangenen Studienreise durch die nachfolgende kontrolliert und ergänzt werde. P erm an alle dem irgend etwas befremde, so könne es doch nur der Umstand sein, „daß wir Deutschen bei allem Wandertrieb, der von Urzeiten her in uns steckt uib der unsere Sachverständigen schon in alle möglichen Gebiete des „Uube-renzten" geführt hat, erst im dritten Jahrzehnt unserer Kolonialpolitik die Gestade der eigenen Schutzgebiete aussuchen, um durch die Brille der Unbefangenheit die dortigen Möjlichkerien und Notwendigkeiten kennen zu lernen." Ganz zweifellos können solche Reisen lehrreich und nützlich werden, und wenn möglichst viele Abgeordnete fich in den Kolonien umsehen wollten, so wäre eS uns sehr recht. Nur von einer Spritztour der jetzt geplanten Are, wobei die „Reisenden" nur im Fluge an der Küste vorbeifahren und fünf oder sechs Tage zum „Studium" einer ganzen Kolonie haben, können wir uns beim besten Willen keinen Nutzen versprechen. Die .Ntt.Z'g' selbst hat ihre Zweifel. SS steht nur tu erwarten, daß die Ausflügler mit einem aanz ungerechtfertigten Selbstbewußtsein Heimkehrer, und eine Autorität in Anspruch nehmen, die ihnen gar nicht gebührt. Auch gefällt es uns nicht, daß die Reise ganz oder teilweise — eS ist ja noch nicht llargestellt — auf Kosten von Koloirialinterefser« trn erfolgt. Diese geschenkte Vergnügungsfahrt können wir nicht recht ernst nehmen.
* Eine« beispiellosen Beraichtmeg»- 3ampf gegen"daS Zentrum hat der über vaS «schwarz-rote" Kompromiß verstimmte Bebel in Erlangen angekündigt, sobald die Wahlrechtsreform verwirklicht sei. Nur zu! Wir selbst haben schon gesagt, daß das Zentrum durchaus nicht auf die künftige Freundschaft der Sozial- demokrari« reflektiert. Ob es in dem Kampfe „vernichtet" werden wird, wollen wir ruhig ab« warten.
*♦ Zentra« and Dalonialbeamte. Wie «innerlich, hatte die ,Koloniale Zeitschrift', um gegen daS Z.ntrum Stimmung zu machen, vor kurzem diejMttteilung gebracht, die katholi» scheu Missionen hä kn an den Reichskanzler
Mitteilungen gemacht, die fich aus die Kolonial« beamten bezögen. Andeutungsweise wurde aus dem Inhalt angegeben, daß auf die Wünsche der katholischen Missionen bei Ernennung der Ko lontalbtamten mehr Rücksicht genommen werden sollte. Selbstverständlich handelt es fich um eine rein tendenziöse Erfindung. Das geben jetzt auch 1 liberale Blätter zu.
8 Die .Norddeutsche «tigern eine i Zeitung' veröffentlicht folgendes offiziöses i Sntr,filet: „Nach ein:« Bericht deS Kommandos i der Kaiserlichen Schutztruppe für Süvwestafrika ! können zur Zeit für eine Exhumier««- and Ueberführ««, «ach Deutschlaad überhaupt nur Leichen solcher Persönlichkeiten in Frage kommen, welche in Stationsorten an der Eisen» bah» oder in nächster Nähe derselben bezw, in Lüoeritzbucht ihre letzte Ruhe gefunden haben. Soweit sanitäre Rücksichten nicht einen Aufschub der Exhumierung fordern, wird in jedem solchen Falle öem Wunsch aus Helmsendung gern int» rrochen werden. Dagegen kann an eine lieber» Ührung ocn Leichen aus entfernt von bet Eisenbahn und der Küße im Innern liegenden Grob« tätten erst nach Beendigung des Kriegszustandes edacht werden. Bedingung hierfür würde fein, baß b e Feststellung der Persönlichkeit mit Sicher- beit exfolcen kann. Inwieweit dies bei dem in Afrika schnell vorschrettenden Verwesungprozeß und hinsichtlich der in Massengräbern vereinigten Toten möglich fein wird, muß dahingestellt bleiben. DaS Schützt!uppenkommando bemerkt in feinem Bericht, daß die Angehörigen sich versichert halten innen, daß den Gräbern die den augenblicklichen Verhältnissen entsprechende Pflege und Heber» wachung gewidmet wid, und daß die Truppe eS als Ehrenpflicht betrachtet, in würdiger Weife die Grabstätten ihrer für Kaiser und Reich gefallenen beziehungsweise verstorbenen Kameraden u schmücken und in Stand zu halte".
§ Zu dem Ergeb«» der «e chStugs« Ersatzwahl für dea Wahlkreis Ober» batui», bei welcher der Freikonservatloe Pauli >em Sozialdemokraten Zubetl und dem Frei- innigen Dr. Rollmann gegenüberstand, schreibt >ie freikonservative .Post' unter Hervorhebung des Rückganges der sozialdemokratischen Stimmen: „ES wiederholt fich also bei dieser Ersatzwahl die anderwärts bereits hervorgetretene Erscheinung einer nicht unerheblichen rückläufigen Bewegung innerhalb der sozialdemokratischen MUlltasttschaft gegenüber dem 16. Juni 1903. Daß die Wahl in Oberbarnim keine Ausnahme von dieser allgemeinen Erscheinung macht, ist aber insofern von besonderer Bedeutung, als- diese Wahl unmittelbar nach der JauröS-Affaire fich abspielt und daher die Probe auf das Exempel liefert, ob die sozialvemokratische kSehauptang richtig ist, daß die Verhinderung der Jaurös'schen Rede Wasser auf ihre Mühle gewesen sei. Der Rück« gang der sozialdemokratischen Stimmen in dem der Hauptstadt so nahe liegenden Wahlkreise Oberbarnim liefert den deutlichen Beweis, daß diese sozialdemokratische Behauptung eitel Finn» kerei war und nur dazu dienen sollte, um
9.
Die Dämmerung hatte bereits ihre grauen Fittiche über das Tal gesenkt, als dw Wohnstube des Landhauses noch immer den «einen Kreis unserer Freunde traulich vereinte. ? Wenn man die gemütlich beisammen fitzende Gesellschaft einer genaueren Beobachtung würdigte, so getoahrte man bald, daß die Unterhaltung allein bon SDo« tor Ehrhardt, dem alten Herrn undrirau Lesiemch gepflegt wurde. Liane saß ftiff, in sich und hob den Blick nicht von ihrer Arbeit. Habesch hatte zwar die ganze Zeit über Bestrebungen macht, sich an dem Gespräche zu beteiligen; letzt aber, als Ehrhardt von ihrem gemeinsamen Be- such in m. erzählte, da lehnte er wie tief erschöpft zurück: nur ein wehmütiges Lächeln umspielte seine Lippen, als Max die Zuv°rkommenheit des Landrates und die Liebenswürdigkeit von Frau lein Laura nicht genug zu rühmen wußte, .
Adalbert hingegen gab sich nicht einmal beit Anschein, als ob er zuhöre. Bleich und düster starrte er vor sich hin. Seit zwei Stunden hatte das Leben keinen Reiz mehr für ihn: — vom höchsten, sonnenbeglänzten Gipfel des Glücks war er in wenig Augenblicken in den tiefsten, finstern Abgrund des Schmerzes geschleudert worden.
Das Mädchen, welches er liebte mit der ganzen Glut seiner Seele, dieses Mädchen, das sich den Anschein gegeben, ihn wieder zu lieben, das noch vor kurzem so innig und lieb zu ihm gesprochen, hatte gleich darauf, ohne Bedenken, einem andern Manne das Jawort gegeben zum Bündnis für s Leben! — Das mußte er doch glauben, als Max, nach einer halbstündigen, geheimen Unterredung mit Liane freudestrahlend ins Zimmer trat und gelegentlich ihm zuflüsterte: „Du kannst nur gratulieren! Meine Verlobung ist zwar noch ntait öffentlich, doch dies Ereignis wird nickt mehr lange aus sich warten lassen."
iorough, der darauf htawieS, daß mit Rücksicht auf dir Lehren des russisch-japanische« Krieges die Regierung ihr Augenmerk auf die Fräße der Zensur in Zeiten eines Krieges oder naitanaur Not lichten solle, erklärt! Mm quiS of Linlithgow, sie Frage der Kontrolle über die Veröfsintlnhung von Nachrichten im Falle einet Krieges beschäftigte sie Aufmerksamkeit der Regierung. Auf eine Anfrage des Baron of MuSkerry über di- Feststellung der Entschädigung* ar.sprüche für Sie Beschlagnahm« und Zerstörung englischer Fahrzeuge durch russische Kriegsschiffe erwiderte der Minister deS Aenßern Marquis of Lansdowne, doß die Feststellung derartiger Ansprüche not« wendigrrweise Z-it erfordere. Der Minister zählte sann Fälle auf, in denen von der russischen Regieruni Elisaädigu>g»n gezahlt morden find. E-u l of Jersey bat um Auskw ft über die Verhandlungen mit Deutschland wegen der Marschall« und KarolineN'Jnseln.
* In Spanien soll nach einem in Regie« rungtkreisen umlaufenden Gerücht schon wieder einmal eine Mtaisterkrisis unvermeidlich srta. Finanzmir-ister Urgaiy habe die Abficht, ferne Entlastung einzureichrn.
* Der nnznrische Ministerpräsident Freiherr »en Fejervery hat an sämtliche Städten er wall ungen einen Erlaß gerichtet, in welchem er unter Hinweis darauf, dcß die gegenwärtige Regierung verfafiungSglmäß uns gesetzlich fei, und daß d e Regierung-, und-8er« waltungSgefchSite in einem modernen Staate keinen Augenblick einen Stillstand dulden, di« Verwaltungen aifforbert, jede Bestrebung zurückzuweisen, welche auf eine Hrmwung der vtaatsgeschäfte und eine Auflösung der qesetzkichen Ordnung MM»«1«» Der Ministerpräsident erklärt weiter darin, daß die Regierung jeden Beschluß der Städtever- «altungen, der die Zurückweisung der ^'wikig gezahlten Steuern ober der fich freiwillig stellenden Rekruten bezweckt, unbedingt für ungültig erklären werde". ___ .
* Die »«ffische« «riegsgerichte «nd Me Hentzer «beiten schneL. Ja Odessa find 24 Rädelsführer der letzten Unruhen m verschiedenen Gefängniffen am D°nver-tag geyänqt worden, 18 andere Führer sollen öffevttta, hin- gerichtet werden. Da« Schlachisch ff „RoüiSla" ist mit dem Transportdampfer „Prath tn Odessa eingetrvffm und landete »ietieln schwer getrifeue Meuterer, nahm dafür SV Matrosen vom „«-org Podjedonokzew" alS Gefangene an Bord. Diese werden auf dem Landwege eskortiert, dam t die Schiffsmannschaft nicht mit ihnen in Berührung kommt. _ - -
• »«, Anlaß de, ®eb*rt84ege8 M Königs von ««bien sammelte fich am Mitt« woch abend rsr dem Palais rtae größere Menschenmenge an, um dem König Hnl^urge» bariu bringen. Als einige Wage» "er eleknisch«« Straßenbahn die Fahri in der vor dem Palais engen König-Milanstraße durch die dichtgedrängte Volksmenge svrisrtzm wollten, wandte fick eine Gruppe mrist jüngerer Leute gegen die Wagen«
Unfähig zu antworten, nickte sie nur still, glückselig. Da — da — _
Mit mächtigen, ungestümen Sätzen flog der große Neufundländer Ehrhardt's herein und auf Adalbert zu, um ihn mit täppischen Freudende- zeugungen zu überhäufen. Unmittelbar Hurter ihm erschien auch sein Herr, der lachend rres: „Pfui, Nero, wer wird so tölpelhaft und ungeschickt seine Liebkosungen anbringen! Ich bitte die Herrschaften tausendmal um Entschuldigung!
Den beiden war es, als ob sie aus einem herrlichen beseligenden Traum zu der rauhen, kalten Wirklichkeit erweckt Wörden wären. Ehrhardt aber bemerkte Ihre Verlegenheit gar nicht,
Auch der Altertumsforscher sei draußen im Garten, plauderte er unbefangM: er sei nicht zu bewegen gewesen, mit ihm in die Laube einzudringen. „Ich wasche meine Hände in Un- schuld," habe er in seiner ängstlichen Werse gesagt; „wenn Sie unangemeldet irgendwo eintreten wollen, so tun Sie es auf Jhke eigene Gefahr hin." „Und rinn," fügte Ehrhardt vergnügt bei, „bin ich sehr froh, daß ich es gewagt habe. Den Zweck meines Kommens kennen Sie ja, liebes Fräulein, und ich darf Sie jetzt vielleicht sogleich um eine Audienz unter vier Augen bitten?" ------——
„Nein, nein, nicht jetzt, nicht hier!" rief Liane fast ängstlich. Als aber Ehrhardt erstaunt und erschreckt einen Schritt zurücktrat, sagte sie lächelnd: „Später, später will ich Ihnen die Unterredung gewähren."
Noch immer schüchtern kam nun auch Habesch herbei, der ungleich herzlicher begrüßt wurde, als sein voreiliger Freund. Darauf ging man zusammen ins Haus. — Bald lud Liane, die inzwischen ihre Fassung wieder erlangt, den Doktor Ehrhardt ein, mit ihr zurück in den Garten zu gehen, während Adalbert und der Professor sich zu dem alten Herrn ins Zimmer setzten.
Run mußte es sich entscheiden!
Die hohe, schöne Gestalt Adalbert's erschien jetzt am Eingänge der Laube; mit feierlichem Ernste blieb er einige Sekunden lang unbeweglich Hetzen, bann sagte er: „Ich wußte, daß ich Sie hier finden würde, Fräulein Lessenich, und bin Ihnen gefolgt, weil ich Klarheit haben will und muß."
Eine Pause entstand.
Mit fast unmerklich bebender Stimme fuhr Adalbert fort: „Vor allem bitte ich Sie, mir die Worte zu wiederholen, welche Sie zuletzt im Zimmer gesprochen." ♦
Fast erschreckt über seinen Ernst blickte Liane zp ihm auf. „Ich entschuldigte mich bei Ihnen, daß ich aus Verdruß darüber, mit Ternau tanzen zu müssen, diesen scheinbar bevorzugte, ohne dabei ein Wort der Rechtfertigung an Sie zu richten," war ihre Antwort.
„So wollten Sie mit also durch Ihr Benehmen nicht bemerklich machen, daß ich Ihre Abneigung in noch viel höherem Grade besäße, als Ternau, bet Ihnen doch, wie sie mir früher gesagt, unendlich widerwärtig erschien?"
„O mein Gott!" rief Liane erbleichend. „Wie