monatsbeitoge: „Zllldaer SeschlchtrblStt«
Fulda, Donnerstag, den 13. Juli 1905
zwischen der
den BekletdungS- diesrr Ergebniffe in Masse anzu
dabei, derartige Uniformen fettioep.
* 3)ir .Post' zufolge ist
Umform in grauer Gr-mdfarbs gehalten ist, di« Aufschläge, Kragen und Litzen in ihrer alten Farbe sich aber nur auf kurze Entfernungen ab, Heden, ist e§ bei den F-ldoienst> Urbungen nicht leicht, auf weite Entfernungen die Anwesenheit von Truppen festzuftellen. Oftmals wurde, wie die .Danz. Ztg.' mitteili, eine Abteilung mit einer — man verzeihe das harte Wort — Schaf« Herde verwechselt, denn in der Tat sind beide Gattungen aus etwa 1000 Meter schwer zu unter, scheiden. Auch, daß der Kragen um einen halben Zkvnmeter niebsiget ist, als die gewöhnlichen, hat in der großen Hitz? große Vorteile gezeigt. Der Rück ist in der Taille weiter gearbeitet ats der alte und kann durch eine innen angebrachte Schnüroorrichtung nach Bedarf enger oder weiter gemocht werden. Dies bat sich ebenfalls als vorteilhaft erwiesen, da die Mannschaften auf dem Marsche imstande find, nach Ocffnen des Säbelkoppels, das durch di; Patronentaschen an den Tragehaken sestgehalten wird, auch den Rock
Mit eleganter Verbeugung sagte der Jäger: „Wir kommen als Abgesandte der heiteren Ter- psychore, die in diesen Stunden ihre Rechte ungeschmälert geltend machen möchte."
„Melden Sie Ihrer hohen Gebieterin, daß eine mächtige Göttin uns hier gefesselt hält; wir stehen im Dienste der erhabenen Minerva!" erwiderte Laura mit Emphase.
Doktor Ehrhardt aber rief: „Nein, neinl Fräulein Terpsychore hat hier ältere Ansprüche, diese Stunden sollen ihr geweiht sein. Der ernsten Göttin der Weisheit zu huldigen, haben wir das ganze Jahr hindurch Zeit genug."
Der Ausspruch des Doktors entschied; man sah die Wahrheit seiner Worte ein und folgte, wenn auch mit einigem Widerstreben, dem Ruf zum fröhlichen Reigen.
Vor der Türe des Hauses verabschiedete sich der greise Direktor, welcher zur Heimfahrt das Dampfboot benutzen wollte, da er die kalte Racht- luft fürchtete. Mit dem Zuruf: „Viel Vergnügen" trennte er sich von seinen jüngeren Freunden.
7. ' -
Als unsere Altertumsfreunde im Saale der „goldenen Traube" anlangten, fanden sie einen Teil der Gäste Ehrhardt's um einen langen Tisch gruppiert, der mit vielen Flaschen, Gläsern und einer mächtigen Suppenschüssel bedeckt war. Der reiche Weinhändler selbst war eifrig damit be- chäftigt, den Inhalt der Flaschen in die Schüssel auszuleeren, während der jüngere Teil der Gesell- chaft sich zu den Klängen eines bescheidenen Orchesters mit der lustigen Dorfjugend um die Wette im Kreise schwang. —
Mit großem Jubel aber auch mit einem Schwall scherzhafter Vorwürfe wurden die neuen Arckömmlinge in Empfang genommen. Fast chien es, als ob sogar das Landvolk auf den Eintritt der Fremden besondere Rücksicht nehmen wollte: an den Tischen im Hintergrund entstand eine auffallende Bewegung, und viele der tanzen- den Paare Hilten plötzlich inne und sahen mit
preußischen und schaumburglipptschen Regierung ein Staats vertrag abgeschlossen worsen, wonach die tm Füistemum Schaumburg Lippe wohnhaften Aerzie, die bisher noch keine staatliche StondeSoertretung hasten, an die A-rzteka rnmer der Provinz Hessen- Nassau ar geschloffen werden. ES -.ewinnen dar.« dir Aerzte für Schaumburg.Lppr einmal >aS Gesetz über die Eiricktuna der ärztlichen Standesoerttetring der Aerzte-Kammer, sodann das Gesetz über die ärztlichen Ehrengerichte und da« ümlagerecht der' Aerztekammer Geltung.
* Die Abhaltung einer diplvmatischeu Arbetterfchvtz-Kaaferevz ist von der Schweiz angeregt worden. Der BundeSrat in Bern hat >er pnigen Staaten, welche bei der diesjährigen nternaitonalen Arbeiterschutz-Koffererz vertreten raren, durch ein Rundschreiben Kenntnis von ?en Protokollen und dec Schlußakte der Konferenz gegeben. Letztere enthält dieGmndzüge des nternationalen Uebereinkvmmens über das Verist der industriellen Nachtarbeit der Frauen und über das Verbot der Verwendung weißen oder gelben PhokphorS in der Zündholz-Industrie. Der Bundesrat bemerkt, es sei unerläßlich, daß pm Zwecke der Umwandlung dieser Beschlüsse »er Konferenz in Verträge eine diplomatische Kon» erenz stattfinde, und ersucht um Mitteilung, ob )ie Staaten hiermit einverstanden seien. Im Falle der Bejahung erbittet er bis Ende Oktober ihre anficht über Ort und Zstipunkt der Konferenz. Die japanische Regstrung wird gleichzeitig rin» U laden, sich über den von der Arbeiterschutz-Kon- erenz gewünschten BettriiL z« dem Uederemkom» men über den Phosphor ouszuspceches.
zu weiten, ohne sich durchOeffnen derRcckkaöpfe Erkältungen auszusetzen. In Armtern ist man auf Gran?
»ureigen, vst er» spaüige petttrell« otz« deren Haxw jS pft. Reklamen die petihMs 25 pfg.r »ei Wied«. Holungen wird euch«. Rabatt gewährt.
druck und Verla, des Zuldaer Actiendrucker?' ht Zulda (Harmonie- Fernsprecher Nr. 9.
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* Zur Verstärkung für Deutsch Düd» Westafrika wird der , achtes Zw.' mttzeellt: Z k Verstärkung der südweftaftikan scheu Schutztrupp.' soll n demnächst rufgestrllt w'rdcn: Die 5. E appenkompaii i «n eine V rstärst-ng der 4 (-suhrpark-)Kolonnknabieiluirg. De 5. Su ppen- kompagnie (bestehend aus: 1 Kompagvtesührer, 4 Leutnants, 1 Ober, o^r Asfistenzurtt, 1 Ober» veterinär, 171 Unterosfijieren und Genuinen, Unierbeamten, 198 Reupsnden. 12 Fahrzrucea) und die Berflärlurig der 4 (Fuhrpark) Kolonnen» abteilung (bestehend au?: 2 Leutnants, 112 Unter» osfifie en und Gemeinen, 114Rri'pfrrde?). werden am 15, Juli dieses Jab' eS auf dem Truppen- übungsp'atz Münster avfgefiell! und voraussichtlich am 29. Juli von Hamburg aus mit dem Dampfer „2ulu Bohlen* nach Lüderitzbucht ab- fahre». — Telegramme aus Windhuk melden folgende n'ur Verluste: Im Gefecht bei KeidoruS am 27. Juni 1905 verwundet: Oberleutnant Wilhelm Ritter und Edler v^n Rosenthal, geb. am 10. Jan. 1873 zu Erfurt, früher im Feld» Srtill-Reg Nc. 22, leicht, Fkeffckschuß rechten Urterscherkel. — Am 7. Juli 1905 bei Malta- töhe auf Pferdewache gefallen: Reiter Alfred Tiemann, gen, am 22. Aprl 1884 zu Bielefeld, früher im Dragoner.Regiment Nr. 16, Reiter Friedrich Bunge, geb. am 12 Dez. 1883 zu Prenzlau, früher im Gr-nadier.Regiment Nr. 6, Reiter Johann Happach geb. an» 5. Oft. 1881 -u Kebsow, früher im Inf. Reg. Nr. 42. Verwundet : Sergeant Wilhelm Lohme yer, geb am 20 Nov. 1876 zu Düdinghausen, lrüher im Jnf.-R»p. Nr. 85, schwer. Im Gefecht bei Karichab am 7. Juli 1905 verwundet: Reiter Anton Ramolla, geb. am 7. Juni 1883 zu Rom» pcack czStz, ftüher im Pionier-Batüvon S. f 1 wer, Feldwebel Oskar Klinge, ß-b. am 23. Just 1879 zu Rudrn (ForsthauS), früher im Inf. Regiment Nr. 145, leich'.
* Eozialdewokratifch« Borstellungeu vo« Takt. Anläßlich des SiwpltzisstmuS Pro» zeffeS wegen Beschimpfung der eoangklischen Geistlichkeit, über welchen nur eine ganz und gar verfimplizisstmußte Sippe fist künstlich in Entrüstung hiaeingeschriebe», weil fie ihr« Gestvnung mal an den Brau;er gestellt sah. pottmifint die sozialdemokratische »Rheinische Zeitung' (Nr. 146 vom 28. Juni 1905) gegen den .Reichrbvten'. Dieser hatte nämlich auS demselben Anlaß her- vorgehobe», daß der Zeichner eines BildeS, welches die Beschimpfung fortsetzte, seine Sudie» durch Unterstützung protestantischer Geistlicher vollenden hatte können. Der .Rrichsdole' hatte geschrieben:
.AS Maler d-S Silde» hat fich der Maler Wilhelm Schulz ans demselben verzeichnet. Da? hat uns perl öu- lich überaus schmerzlich berührt «nd benübt; den» wir wissen, daß dieser Man», welcher die evangelische» Seifilichen in dieser gemeinen Weife anrempelt, ohne die ibm als dem Sobne einer Arbkiterwitwe von Ivan» gelischeu Geistlichen jahrelang reichlich zutett g-wordene Unterstützung gar nicht hätte studieren können. Wir
Ei» adeliger Sproß.
Original-Novelle von Antonie Haupt.
9] (Nachdruck verboten.)
Es war eine merkwürdige Wandlung in dem -schwächlich aussehenden Manne vorgegangen; hoch aufgerichtet stand er da, seine schlaffen Züge hatten sich wunderbar belebt und vergeistigt, und sein schönes blaues Auge blitzte.
Mit Staunen hatten alle die wie durch einen freundlichen Zauber bewirkte Umgestaltung seines ganzen Wesens wahrgenommen. Nur Max und Adalbert waren durch die auffallende plötzliche Veränderung nicht überrascht — das war der berühmte Professor der Altertumskunde, wie er ihnen, den Teilnehmern seiner Kollegien, stets «schienen, und wie sie ihn auch im gewöhnlichen Verkehr zu finden erwartet, ehe sie seine nähere Bekanntschaft gemacht. Adalbert freute sich sehr, daß dem Freunde auf diese Weise auch hier Gelegenheit geboten wurde, sich in seinem rechten Brchte zu zeigen.
Der kleine Kreis der Zuhörer war von dem Dortrage so gefeffelt und dabei derart im Anschauen und Bewundern der ausgestellten Anti- guitäten vertieft, daß gewiß keiner mehr an den beabsichtigten Besuch des Tanzlokales gedacht, wenn nicht plötzlich vor dem Fenster lautes Ge- spräch sich bemerkbar gemacht hätte.
„Wahrhaftig," sagte draußen eine etwas heisere (Stimme, „da steht die ganze Gesellschaft und betrachtet alte Scherben und scheußliche Dinger von Götzen oder so etwas mit einem Interesse, als ob gar keine Tanzmusik auf der Welt existiere! Lassen Sie uns doch hinein gehen, Ternau, und fie daran erinnern."
Gleich darauf trat der Ebengenannte in Begleitung von Laura's dickem Kreissekretär in das Bemach.
Verhälft iffr ans Ue Gestaltung der deutschen BMik, drr rnttertn wie ter äuß-rrn, nehmen wird, läßt sich heute »oft ni%t adsrhrrr. Bon Tag zu T.'g gewinnt das Zentrum mich im Reiche an Einfluß und Bedeutung; w ich gcwvltigea moralische» Hinterhalt bedeut t es für die Panei, wenn die Ihrigen tm zwettglöß: n deutschen BundrSstacte dos Heft in der Hand hatten, wenn in dem ersten füddruticktN Starte Parlament und Regierung, wenn nicht reichsfeindlick, fodoch in einer Wfise partikulVistisch find, dir jeden NstioaalgLfiknttn Mt nnster Ssrg? erfüllen muß. Hier ist Boy'-ns Sache Deutschlands Sacke, und Nord und Süd muß einmütig den Kampf gegen den Feind im Jnreren führen, drr Dmrichlands Macht und Größe bedroht "
* Der Handelsminister Möller mußte eine beabsichtigte Besichtigung der Gewerbe- und Industrie-Ausstellung in Görlitz, sowie ewiger ihm unterstellten L« hranstalten und Gewerbebetriebe ebendort wegen einer Kirikverletzung noch in letzter Stunde aufgeben.
*' Hebet die aflo^üxhigte Sitzung des Buudesratsansschnfse- für die auswär- tige» Angelegeuhriren, die hru e vormmag ix Anwesenheit bei Reichskanzlers Fürsten von Bülow Pattgefunden hat, macht die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' rädere Mitteilungen. Danach haben an der Sitzung, in welcher der bayerisch- Ministerpräft ent von PodewilS ren Vorsitz führte und welcher der Staate sekretär des Auswärtigen Amt s Freiherr von Rlchchoftn gleichfalls beiwohnte, die Vertreter der Bundes» staatrn Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Mecklenburg Schwert», dir zu: Zeit den Ausschuß bilden, leUgens-nmen. Ue5et den Verlauf der Sitzung berichtet die ,Nordd. Allg. Ztg.' folgendes: „Noch Eröffnung der Gitzmg nahm der Reichskanzler Fürst von Bülow dar Wort, um in länMer Ausführung ferm Bundekr iS- ouSschuß y«trauliche Mitieilungen über die Vor- gänge und Dethrndlung'n zu mechrn, die zu dem deutsch-sranzösischeu Notenwechsel wegen bet vom Sultan von Marokko vorgeschtagenen Korfr» renz aesährt Haden. Im Aojch'uß daran gab der Reichskanzler einen Hebevblick über bin gegenwärtige« Stand der marokkanischen Ame legenheit. Der Vorfltzende Freiherr von Pode- wils und StaatSmintster von Retzsch sprachen hierauf im Namen des AuSfchuffeS und der ver» tretenen Regierungen den «ärmsten Dank für die vom Reichskanzler gemachten Mitteilungen sowie dar volle Vertrauen aus, dar die Ver» bündeten Regierungen in die nach den Juten» tionen Gr. Majestät des Kaisers vom Reichskanzler geleitete auswärtige Politik sitzen."
* Die «e«s deutsche Felduuiform, wie sie seit einiqer Zeit probeweise beim Grenadier- Regiment Nr. 3 in Königsberg und beim J-» fanterie Nr. 145 in Metz getragen wird, hat fich nach den von Zeit zu Zeit zu erstattenden Berichte« außerordentlich gut bewährt. Da die
Durch Adalberts liebreiches Entgegenkommen ermutigt, wagte nun auch der andere Bauer schüchtern zu bemerken: „Wir haben noch mehr Kranke hier am Ort."
„Ich werde sogleich mit Euch gehen," sagte der der junge Doktor. „Die Herrschaften bitte ich, eine Stunde lang mich entschuldigen zu wollen," wandte er sich an die übrigen, die überrascht der unerwarteten Szene beigewohnt; dann schritt er, von einigen Männern gefolgt, durch die achtungsvoll zur Seite weichende Menge der Türe zu.
„Wer erklärt mir den Auftritt?" frug der alte Ehrhardt noch immer staunend.
Frau Lessenich erzählte hierauf von Adalberts Wunderkur am Morgen, und Ehrhardt sagte nachdenklich: „Das ist allerdings auffallend. Aber jetzt begreife ich auch das ungewohnte, gänzlich veränderte Bettagen der Bauern — der Kläs vom Hof hat den Ruhm Doktor Waldburg's bereits überall verkündet. Es ist eigentlich schade, daß Du nicht eine solche Heilung vollbracht host, lieber Max, da Du Dich doch hier niederlassen wirst!"
Sein Neffe erwiderte lachend: „Dann könnte ich jetzt wahrscheinlich das Vergnügen genießen, an den Betten kranker Bauern umherzustreichen, statt mit Fräulein Günther den Reigen $n eröffnen." Damit verbeugte er sich vor Laura und das schöne Paar tanzte beiter von bannen.
Mit widerlicher Freundlichkeit näherte Ternau sich Lianen, die ernst und sinnend am Fenster stand: „Dürste ich um den nächsten Tanz bitten, Fräulein Liane?"
Ilnangenehm berührt, wandte sie sich um und sah seine Augen mit schwimmender Zärtlichkeit auf sich gerichtet. Der Mensch war ihr, so lange sie ihn kannte, stets abstoßend erschienen, und seine zudringlichen Blicke hatten sie Bei Tisch die ganze Zeit über geärgert — jetzt erlaubte er sich gar, sie vertraulich beim Vornamen zu nennen!
Kalt und abweisend erwiderte sie: „Ich dank- Jhnen! Ich bin noch zu sehr erhitzt, um zu tanzen."
„Dann werde ich mir bei der nächsten Quadrille erlauben, wiederzukommen," flüsterte er mit wahrhaft hämischem Lächeln.
Detitfdies Reich.
Äe-'.iL y-m 12 J«l! lSSL.
§ Hebet die Urwahle« zu« bayerische« 8««dt«g äußern fich auch heut- urischtedsne Blätter. Sehr bemerkenrwetterVejse »ch.eibt die »Kreuzzeitung^: »Wir sehr wr d'e Dem^> kratisterung des Landtags in dem zweitgrößten Bundesstaate beklag", brauchen wir nickt erst aurzusptechen. Die völlig zerfahrenen Partei- oerhSltnrffe in Boyern tragen hieran die Schuld. Man muß es in den liberalen Blättern lesen, wie beweglich fie fragen, warum denn eigentlich der Soz'aldemokrat nicht mit dem ihm sooft l näher steh-nden Liberalen, Pati mit dem «reaktionäre-^, bildunsSseindlichen" Z-ntrums. man« gegangen fei. Sine Partri, die dem II®» stürz so freundliche Worte pönnt, kann fich nicht beschweren, wmn dir Gegenpartei öc8 tut, war fie selbst so gern getan hätte. — Das An. wachsen drr Zentrumspartei selbst aber erklärt fich ganz allein aus dem Wiederanfachen des Kulturkampfes durch den Liberalismus. Das Zentrum ist et« Produkt des erste» Kulturlumpfes, eS verdankt sein w fiteres BlLH-n dem Kampfe gegen feie alten Kuttmkampff' gesetze; und es wird zu uKgeahntrr Macht ans« steigen, wenn Regierung und Liberalismus neue dnfesstsnell« Kämpfe heraufführen. Der Liber« lismjs wird ke?nen Dorteü davon haben, wir Konseroaiioe nur Nachteil. Aber olle W-li glaubt trotzdem wieder einmal, UUrawontanis» wus uxb JesuittSmus mit äußeren Mitteln befielen zu können!" Die fke-konsetvative.Post' führt folgesdrs a«S: „Das Ergebnis der Wahlen ist insofern von einer über Bsy?rn hinsuSgchenden Bedeutung, als eS sie Probe auf das Sxempfi einer Vereinsau?-g aller Liberalen aus ein in der Hauptfachs dm lmkrsiberalen An» schauu->gen «mgepaßteS Prozramm dsrfi.llt. Der links gcrichiet» Gfi»mtliö«ra!iswus hat sich bei dieser Probe als durchaus verunglücktes Sxper imevt erwiesen. W>? die Dinge jetzt und jedenfalls noch auf abschbare Zeit hinaus liegm, hat in Deutschland nur der entschiedm nrtisnale, zu gemein faire; Arbeit mit bin a deren entschieden nationalen Richtungen bereite LiberaltS» muS Lebenskraft und demzufolge auch Existenz- Serechtigung." — In der .Nationalzeitung' heißt eS: „Wir haben schon darar f verwiesen, daß dieses Aufsteigen des NttramontanikmuS im zweügrößten Bundesstaat nicht ohne Folgen für die Erledigung der wichtigsten Re ich Saufgaben fein kann. ES muß auch noch der Erörterung Vorbehalten bleiben, inwirweit das Zentrum (e re Erfolge in Boyern der bisherigen i»«er«n Politik des Reiches mitverlankt." — Da« .Berliner Tageblatt' ist angefichtS des Wahlrr^ebnfiel vollständig auS Rand und Band geraten. D:S angeblich „liberale" Blatt läßt sich folgender- maßen hören: ^Welchen Ei fluß die boy -rischen
allen Zeichen ehrerbietiger Scheu zu den eben Erschienen hinüber.
„Das ist doch eigentümlich," sagte der alte Ehr- jardt kopfschüttelnd; „die Bauern bekümmern ich sonst nie um unsere Geselffchaft, und jetzt nachen sie meinen Gästen höflichst Platz und taunen sie mit einer Bewunderung an,, als ob wenigstens ein gekröntes Haupt unter ihnen wäre."
Max versetzte lächelnd: „Da wird Adalbert mit einer königlichen Haltung und unnachahmlichen Bornehmhett die Hauptschuld davon tragen; ich wette, die Leute halten ihn für einen verkappten Prinzen."
„Ja, ja, das ist er 1 Der große schöne Herr, ber so ernst dreinschaut, — ich würde ihn unter Tausenden herausfinden. Ihr könnt mirs glauben, Hannjörg, wenn der mit seinen schwarzen Augen nur einmal die Annemarei ansieht, dann ist sie so gesund wie ihr und ich!"
Mit diesen lebhaft gesprochenen Worten drängte ein kräftiger junger Bursche in Begleitung von zwei älteren Mämtern sich durch bis dicht vor die Fremden.
Ehrfurchtsvoll näherten sie fich Adalbert, welcher in dem jungen Menschen seinen Patienten von heute Morgen wiedererkannte und nicht umhin konnte, ihm lächelnd mit dem Finger zu drohen, weil er seinem ärztlichen Befehl, nicht auf die Kirmes zu gehen, so schlecht gehorcht hatte. Kläs aber meinte, er sei nie so gesund gewesen, wie heute Abend.
Der mit Hannjörg angeredete ältere Bauer rat jetzt vor, und indem er fast andächtig zu dem jungen Gelehrten auffchaute, sagte er feierlich: „Herr, ich habe ein krankes Kind zu Hause. Daß Ihr es wieder gesund machen könnt, das weiß ich von dem Kläs, der uns alles erzählt hat. Wollt Ihr mit zu ihm hingehen?"
Freundlich erwiderte Adalbert: „Euer Kind will ich recht gern besuchen, doch möchte ich bezweifeln, ob es so rasch geheilt sein wird wie Euer junger Freund."
Maer M Zeitung
SchriftltNtnZosvmi«
wochenbellagr: „Illustrierte Sonntagrzeitung" Monatrbeiiag«: „8«ldaer Seschlchkblätter".