Maer
Zeitung
VermrtwsrMchtt
Monatsbellager „SulbGCT GeschichtZblätKr
11
11
3L Jahrgang.
Fulda, Montag, den 10. Juli 1905.
vruck und Verlag der zuldaer AetiendruSeretz in Zulda (Harmonie) Zernsprecher M° 9=
«nreigenr Vie «i» spaltige Yetitzril« »der deren »au« IS pfg. Reklamen die petttzeM 25 Pfg.; bei wieder Holungen wird entspr Rabatt gewährt.
JW*t -E
LEh«« d«k
Mzeiertage- ®Wel» KPL-SerugSPrerZ stzm vringerloh« snd MeSgeldknzuldaund ÄM,2rtr(M-5«Pfg°
^chri?ttriter:Zos.va«m
g'ÜÄ wochmbeiiage: „Illustrierte Sonntagszeltung
Zweites Matt.
[] LKberge im Atlantischen Ozean.
Dir Paffagirre der transatlantischen Dampfer- (inten haben in den letzten Monaten manchmal Gelegenheit gehabt, die schwimmenden Eisriesen, welche die Route der Dampfer auf der Reise von und nach Nordamerika kreuzen, zu bec-b- achten. Dem Auge bietet fich zuweilen ein großartiger Anblick, wenn bet schö-em Wetter solch ein Eisberg in Gicht kommt, von goldigem Sonnenschein umflutetz in allen Farben leuchtend und umflattert von zahlreichen Möwen und anderen Deeeögeln. Man hat Eisberge gesehen, die bis zu ICO m aus dem Wasser hervorragten. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß das Eis ein geringeres spezifisches Gewicht besitzt als das Wasser, und die aus dem Wasser ragende Höhe nur den siebten Teil der Gesamthöhe auSmacht, so erhält man eia Bild van der G-öße dieser Eisberge. Natürlich sind nicht alle Berge gleich groß, doch alle zeichnen sich mehr oder weniger durch groteske Formen aus. Es gehört nicht zu den Seltenheiten, daß z. B. auf der Reise von Europa nach Ne« York mehr als 100 Eisberge passiert werden. Zuweilen kommt auch ein ganzes Eisfeld von gewaltiger Ausdehnung in Sicht, so daß dis betrefienden Schiffe gezwungen sind, stundenlang einen anderen Kurs einzu- schlagen, um aus dem Bereiche dieses Feldes zu kommen. „, t
Die Entstehung der Eisberge erklärt fich dadurch, daß die Gletscher der Polargegenden, z. B. Grönlands, eine Strecke weit ins Meer vordringen, bis die Enden schließlich mit furchtbarer Gewalt abbrechen, ins Meer stürzen und von de« Strömungen fortgetrieben werden; oder auch dadurch, daß Packeis und Eisfelder fich übsreinanderschieben und auftürmen. Durch die Polarströmungen wird daS Eis nach dem Aequator getrieben, und zwar im Atlantischen Ozean bis zu 36 o 8., resp. von den südlichen Polargegenden her bis zu 37 o N. Breite, wo das Eis dann langsam schmilzt. Die meisten Eisberge werden in den viel befahrenen Gewäffern im Süden der Neufundlandbank angetroffen, wo fie von Januar bis Juli und namentlich im Mai sehr zahlreich auftreten. Jrn Jah.e 1882 zählte in jenen Gewässern im Mai ein deutscher Dampfer inner- halb 24 Stunden annähernd 400 Eisberge. Auch in diesem Jahre ist bereits verhältnismäßig früh viel Eis angetroffen worden, und es ist möglich, daß die obengenannten Gr nzen, bis zu denen das Eis nur in besonder- eisreichen Jahren vordringt, in diesem Jahre noch erreicht wtrden.
Für die Schiffahrt bilden die ELberge eine gewiffe Gefahr, und zwar vor allen Dingen im Nebel, doch wird vle Nähe der Eisberge durch plötzliches Fallen der Temperatur verraten, so daß ein aufmerksamer Schiffsführer rechtzeitig
Eilt ll-kliger Äprch.
Original-Novelle von Antonie Haupt.
5] (Nachdruck verboten.)
„Wäre mir gerade lieb," seufzte der Professor, „ich verbliebe dann während der „Kirmestage" bei unferm guten Waldburg und seinem Mentor und brauchte nicht immer mit Damen zu Verkehren. Gottlob, daß es im Landhause des greisen Junggesellen keine Damen gibt!"
Der Andere lachte leise in sich hmem, dann frug er: „Woher rührt eigentlich Ihre Abnergung gegen die Damen, Herr Professor?"
Dieser antwortete nachdenklich: „Ich glaube, die Abneigung ist weniger stark ausgebildet au meiner Seite, als auf der andern. In sehr unbehaglicher Stimmung befinde ich mich allerdings immer in der Nähe von Damen."
Mittlerweile tauchten der Kirchturm und die ersten Häuser von Y. zwischen den Bäumen auf, und: , , t
„Guter Freund!" rref der Jüngere einem vorbeigehenden Landmanne zu, „wo wohnt denn der Direktor Clemens?"
„Das erste Haus, an welches Sie kommen, ist sein Landhaus", lautete die in freundlichem Tone gegebene Antwort.
Bald hielt die leichte Equipage vor dem weißen Gitter.
„Sonderbar," sagte der junge Mann, „da höre ich ja weiblichen Gesang! — Sind wir auch an der Wohnung des Direktor Clemens?" frug er den dienstfertig herbeikommenden Knecht.
Auf die bejahende Antwort warf er ihm die Zügel zu und schwang sich mit eleganter Leichtigkeit von seinem hohen Sitz. Der Knecht versprach, Pferd und Wagen gut zu versorgen; währenddessen war auch der Professor mit weniger Grazie als Behendigkeit herunter gestiegen, und beide
biterariidies
nahm.
5.
Der alte Herr erwiderte: „Wir beabsichtigen! ohnedies samt und sonders Ihren Herrn Onkel in den nächsten Tagen zu überfallen, und werden seine Einladung mit Vergnügen annehmen, unter der Bedingung, daß seine Abgesandten bis morgen mit uns vorlieb nehmen, damit wir alsdann die Reise nach C. gemeinschaftlich antreten."
Auf Habesch's Gesicht hatte sich während der ganzen Zeit ein Gemisch von Verdruß und Verlegenheit abgespiegelt, doch jetzt wetterleuchtete es freudig darüber hin. Als aber Ehrhardt einige Einwendungen machte, bis morgen zu bleiben, trat er mit dem Mute der Verzweiflung vor, und nach einer linkischen Verbeugung sagte er hastig: „Ich werde jedenfalls Ihrer freundlichen Aufforderung Folge leisten, Herr Direktor. Sie", wandte er sich blitzschnell mit triumphierender Miene an Ehrhardt, „mögen dann mit Ihrem tollen Rappen in noch tollerer Jagd allein zurückkehren."
„Sie sehen, Ihr Bundesgenosse -schlägt sich schon auf meine Seite", sagte der alte, freundliche Herr lächelnd.
„Dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als seinem Beispiele zu folgen", antwortete Ehrhardt belustigt.
possierliche Art des Professors angeregt wurde, machte sich inzwischen an diesen heran, und mit erheuchelter Teilnahme frug sie leise:
„Sie hatten wohl auf der Fahrt hierher viel zu leiden und führten gewiß so eine Art wilder Jagd auf?" . ... ,r,
Der Professor sah die Fragerrn mißtrauisch von der Seite an, und als er eine ganz kleine Idee von Lachlust in ihren Mundwinkeln zu bemerken glaubte, schnaubte ec sie mit einem wütenden: Ja!" an, worauf er sich auf dem Absatz herum zu Adalbert drehte und ihm halblaut begreiflich zu machen suchte, wie es doch bedeutend angenehmer für ihn gewesen, wenn er die verwünschten Moselufer mit den steilen Felsen, wilden Rappen und vielen Damen nie kennen gelernt. * ____
Sterne, Enns: Werden und Ser» ehen. 6. «ufl. Berlin. 8°. — Bd. 1,1904.
TH»»e'S Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schwei». Gera. 8°. — Kryptogamen. Lfrg. 17—19, 1904.
IX, SSchnmskil- Allgmritlk WffruschaMlm-r.
Bibliographie der deutschen Zeitschrtf- ten-Literatnr... Herausg. von F. Dietrich. Leipzig. 4. — Bd. 13—14 (1903, Juli — 1904, Juni), 1904.
Blätter für Volksbibliotheken und Lesehallen. kHerausq. von A. Sraesel. Leipzig. 8°. — Jahrgang 5, 1904.
Ceutralblatt für Bibliothekswesen, herausg. von Schwenke. Leipzig. 8°. — Bd. 21, 1904.
Am folgenden Morgen, nachdem die sonntägliche Feier des Gottesdienstes vorüber war, hielt vor dem Gartentor ein umfangreicher Leiterwagen, der dazu bestimmt war, die Insassen des Landhauses zur Kirmes nach C. zu bringen. Der Professor stand bereits harrend davor und betrachtete mit großer Zufriedenheit die sanften, geduldigen Braunen, welche gesenkten Kopfes ruhig das Zeichen zum Aufbruch erwarteten. Eben kam Ehrhardt mit seinem Rappen um die Ecke kutschiert und rief schon aus der Ferne: „Sie werden doch wieder bei mir Platz nehmen, Herr Professor!"
„Werde mich hüten!" antwortete dieser und zog sich mit verächtlicher Handbewegung hinter das schützende Gitter zurück.
Bald kamen auch die übrigen, einer nach dem andern, und lebhaft verhandelnd über die Plätzeverteilung, umstanden sie die beiden Fahrgelegenheiten. Die drei mächtigen Strohbündel, welche, mit Decken überhangen, auf dem Leiterwagen die Sitze vorstellten, verhießen nur fünfen von der Gesellschaft eine freundliche Aufnahme, da der ländliche Kutscher auch seinen Platz haben mußte.
„Herr Professor Habesch wünscht mit mir vorauszufahren", rief Ehrhardt, „um fpäter mit
I mir die Gäste würdig zu empfangen." (Frtftz. f.)
Mamz 1904. 8°.
Kayser. Ehr. S.: Vollständiges Bücher- Lexikon . . . Leipzig. 4°. — Bd. 31 u. 32 (1899-1902), Sachregister 1904.
Oettinger, Ed. Marie: Moniteur des )aiea . . . T. 1—9. Dresde 1866—1882. 4°.
Thompson, E. M.: Handbook of Gieek and Latin Paleegraphy New. Edit. London 1903. 8°.
Beröffe»1lich««ge» der Gutenberg- Gesellschaft szu Mainzj. — Mainz. 4°. — Das Mainzer Fragment vom Weltgerichte. 1904.
Wila»owitz - Moelleudorff, Ufr. v.: RedenundVorträge. 2.Aufl. Berlin 1902.8°.
X. lMdschriftru.
(v. Guttenberg, Konstantin): Fürstlich (Fuldische) Hofgüter, Wiesen, Weiher nnd fließende Wäffer. 8°.
(i». Guttenberg, Konstantin): Zustand der (Fuldischen) ämbter nach denen . . . . a. 1789 eingeschickten Tabellen. 8°.
(v. Guttenberg, Konstantin): Auszüge aus denen Pro- nnd repropositis bey denen gehaltenen (Fuldischen) quartal caprtulen. 8°.
(v. Guttenberg, Konstantin): Fuldensia hino inde collecta. 8°.
ewarnt wird, auf seiner Hut zu sein. So iube.1 die Dampfer des Norddeutschen Lloyd auf hren Reisen von und nach Nordamerika n den letzten Monaten verschiedentlich Eisberge angettofftn, die aber bei der umsichtigen Führung der Dampfer für d°e Reisenden nur ein schöner Anblick, aber keine Gefahr waren. Der Schnelldampfer „Kaiser SEBübdm der Große- passierte am 6. April auf 41° N. und 51» 49' W. eine ganze Anzahl Eisberge, ferner ichtrte der Postdampfer »Hannover" em 7. April zwischen 4G» 43' N. 47° T und 41° N. 48° W. zehn große Eisberge. Bei der Sicher
eit, welche den Paffagieren aus tiefen, mit allen modernen Einrichtungen ausgerüsteten und mit größter Umsicht gefügten Paffagierdampfern gr- loten wird, kann von einer KollifionSgefahr mit Eisbergen wohl kaum die Rede sein, zumal die Dampfer der transatlantischen Linien nach und von Nordamerika im Frühjahr bis zum Hoch- ommer ihren Kurs ändern, so daß von diesen Dampfern verhältnismäßig nicht sehr viele Eisberge passtert werden. Denjenigen Passagieren aber, welche Gelegenheit halten, solch' einen Sis- ioloß zu bewundern, wird der Anblick sicher unvergeßlich bleiben.
schöne» Nummern, daß einem die Wahl schwer wird, welche man besonders erwähnen soll. Wir wollen deshalb von den darin enthaltenen llasstschen Liebem und Arie» eines Händel, Mendelssohn, Schubert, Schumann, Weber und von den herrliche», altbewährten Zugnummer» von Donizetti, Halrvy, Kreutzer, Loewe »sw. ganz absrheu und nnr diijentgen hervorhebe», die bisher in keinem Album ,u finde» waren wie.Der tote Soldat" und »Die «ätergruft" von «fier, .Da» RöScheu" und .Bersproche» und zerbrochen" von gerca, „Die Feldflasche" von Keller, .Der Betller und sein Sund" und .Läuschuns" von Schul,-Weida, .Auf der ianderung" von Fr. Weber Scho» allein dieser Lieder wegen ist da» Album wert, »emetngut aller de, Bassisten zu werde», dir ihrer Stimme, etwa» höhere Ausgaben stelle», als immer und immer nur Tri» nieder.
Permiidifes.
* Gedankensplitter eines lachende» Philosophen: Er ist ein allgemeiner Glaube, daß Geld nicht glücklich macht. Aber jeder möchte doch an fich selbst einmal die Wahrheit diese» Sprichworie» erproben.
• An» Galanterie. — .Ei, ei, H rr Doktor, Sie haben gestern meinen Geburtstag vergesse»!" — KeineSLeg», mein Fräulein, aber ich dachte, Tie feierten den dreißigsten nicht!"
* Schweizer-Landschaft. Aelpler: .Gelt, der Wald ist schön?" — Berliner: .Da sollten Sie mal erst in Berlin eine Tell-Aufführnng sehen!"
Tangers Tasche» Mufik-Alb«« Bd. 38. II. ISal*
Album. 84 Lieder und Arten mit Original-
Leipzig. 8°. — Beiheft uno 20, lyu-i 1 snwi
Ceutralblstt, Literarisches Cmtralblatt für Wenn mau ein Baß-Album zur tzaud nimmt, so Deutschland. Herausgeber Ed. Zarncke. Leipzig, weiß ma» meistens im B°ranS, waS es enthält, nS>^ 40 cVrthr/1 ZI 9041 1904 I ltch die ewize», alte« Trinklieder. 9i scheint ein Fluch
4°. - Jahrg. (1904), IL04 der Bassist«» zu sei», immer und immer wieder mit
Georg. Karl: Schlagwort-Katalog. Trinkliedern bedacht zu werde». In weite» Kreisen hat Verzeichnis der Bücher und Landkarten in fach, sich die Vorstellung eingebürgert, als ob Trinke» und scher Anordnung. Hannover. 8°. — 93b. IV «aßfiaae» ia innige, Wechselwirkung stände» «nd der /ioqQ 19021 ßi/fer 36__66 Bierbaß spielt im Bolksmund eine große Rolle. —An-
(1898—1902), XJ<fer. db bb. genehm überrascht ist man bei der Durchsicht deS
H»«Sfch«tz des Wissens. Berlin Leipzig. ^nzer'sche» Baß-Albums. Auch dieses Album enthält ! Bien. 8°. — Liefer. 287—300, 1905. zwar Trinklieder, aber nur drei (»Biel schöne Gabe»
Si«rickS HalbjahrsKatalog der im I väterlich" aus Undine von Lortziug, ,In vino ventas deuten Äuckbandel erschienenen Bücher ... von E. Obermeqe, und .JuS Weinhaus treibt wich vemichen ^uqyanoe. erskyrenenen 1QAQTr ble8 und daS" von Rtißigrr), und da genannte Lieder Leipzig. 8. — Fortsetzung 211—12 für 1903II $ . wirkungsvoll und originell sied, wird jeder diese biS 1904 I, 1904. kleine Konzession verzeihen. Im Uebrigeu bietet daS
Jahresbericht der Gutenberg-Gesell- fragliche Album eine solche Fülle von hervorragend chaft: Erstatt^.....am 28. Juni 1904.1 schönen Nummern, daß einem die Wahl schwer wird,
Neü»««»- *m> Anzeigenteil
Im Kampfe »mS Dasein der Kinder zähle» die besondecS im Sommer auflretenden Magen- und Darm- kraukheiten zu den schlimmsten Feinde». De» beste» Schutz gegen dieselbe» bietet eine rationelle Ernähr un?, welche bet möglichster Schonung deS Mazen DarmkanalS dem OraaniSaws die zu seinem Aufbau notwendige» Nährstoffe »»führt und ihn dadurch gegen Krankheiten widerstandsfähig macht. Aeußerst rationM ist.die Darreichung ron KufekeS Kindermehl mit Milch, welches die in der Muttermilch enthaltene» Nährstoffe im richtize» Verhältnis besitzt; eS macht die Kuhmilch, die von der Natur nicht für de« Heinen Menschen bestimmt ist, im Maren feinflocktger gerinnbar und paßt sie so dem kindlichen «erdanungSapparat au. Durch feine» Gehalt an Mineral- und Siweißstvffen fördert K-fele-Medl die Entwickelung deS Knoche», und MuS'elfystews auf daS günstigste.
Laura schlich mit emporgezogenen Schultern und gekrümtem Rücken zu Liane:
„Du", sagte sie, „das ist ein fürchterlicher Grobian! Ob man den wohl mit Emsigkeit und Fleiß etwas zustutzen könnte?"
Liane lachte. „Ich merke, Du hast schlechte Erfahrungen gemacht", sagte sie.
Der alte Herr hatte sich indessen in ein Gespräch mit Doktor Ehrhardt vertieft und schien an dem munteren jungen Manne viel Gefallen^zu finden. Me verschiedenen Parteien wurden jedoch zu einer fröhlich plaudernden Gesellschaft vereint, als bald darauf das Mittagsmahl unter dem Präsidium von Frau Lessenich seinen Anfang
Verzeichnis
der NkSttschllfflliige« dir Siaudische« laudrsbid.
liothkk M Fujda im Matsjrhr 1904.
(April 1904-März 1905.)
(Schluß.)
VIII. Natmwisstsischastr», ÄeMjta, Tkchioiogik.
Bölsche, SB.: Das Lirbesleben in ber Natur. 1.—3. Folg«. Leipzig 1902—3. 8°.
Bro««, H. G.: Klaffen und Ordnungen deS Tierreiches . . . Leipzig. 8°. Bd. IV., 63—67. 1904—5,
B«ch, Das, der Erfindungen .. 9. Aufl. Bd. 1—10. Leipzig 1896—1901. 8°.
Credver, Hermann: Elemente der Geologie. 9. Aufl. Leipzig 1902. 8°.
Curie, S.: Untersuchungen über die r a d i o - aktiven Substanzen ... 3. Aufl. Braun- chweig 1904. 8°.
Eucyklopädie der Hygiene. Herausg. von R. Pfeiffer .. . Leipzig 1902-3. 8°. Liefer. 17-25 (Schl.), 1904.
Jahrbücher, Schmidts, der in- und ausländischen gesamten Medizin. HrrauSg. von MöbtuS und Dippe. Leipzig. 8«. — B). 181-84, 1904,
Kirchhoff, Gustav: Vorlesungen flbtt Mechanik. 4 Aufl. HerSg. von W. Wien. Leipzig 1897. 8°.
Prey er, W.: Darwin. Berlin 1896. 8°.
Schwitze, Th.: Allgemeine Maschinen- lehre. Leipzig 1903. 8°. (Webers Jllustr. Katechismen 214.)
traten nun in den Garten ein. Wenn man die jungen Männer jetzt so nebeneinander herschreiten sah, gewahrte man einen noch viel auffallendem Kontrast zwischen ihnen wie bisher. Die große, krästig-schlanke Gestalt in dem modernen Som- meranzng stach vorteilhaft ab gegen die nur mittelgroße, schlotterig und nachlässig gekleidete Figur mit der gebeugten Haltung.
„Doktor,"flüsterte der Professor mit einem unruhig spähenden Blick nach dem geöffneten Fenster, „ich fürchte, das sind keine Schulkinder, die einen Kirchengefang einüben."
„Das glaube ich auch nicht", sagte der andere lachend und blieb dann plötzlich wie erstarrt vor dem Fenster stehen: „Da hört aber die Weltgeschichte auf!" rief er nach einer Weile, — „Doktor Waldburg am Klavier — in der Mitte von zwei reizenden jungen Damen, die er zum Gefange begleitet. — Kommen Sie näher, Herr Professor, und sagen Sie mir, ob meine Augen mich nicht täuschen!"
In diesem Augenblick verstummte der Gesang, da Adalbert, sich nach der Ursache der plötzlichen Verdunkelung des Fensters umsehend, seine beiden Freunde gewahrte, die in beobachtender Stellung vor demselben sich ausgepflanzt. Erfreut winkte er ihnen zu und sagte dann dem alten Herrn, der als Zuhörer im Hintergründe gesessen, mit halblauter Stimme: „Da ist Doktor Erhardt schon; neben ihm lernen Sie den Professor der Altertumskunde — Doktor Habesch — kennen, der, obgleich er erst fünfunddreißig Jahre alt, schon etn tüchtiger und geschätzter Gelehrter ist."
Mit großer Zuvorkommenheit wurden die beiden im Landhause empfangen, und nach den ersten Begrüßungen sagte Erhardt: „Wir kommen als Abgesandte meines Onkels, um sämtliche Bewohner dieses Hauses zur morgigen Kirmes nach C. einzuladen. Daß diese Einladung auch an junge Damen gerichtet war, wußte ich nicht", setzte er mit einer Verbeugung gegen diese hinzu; „desto freudiger aber ist jetzt meine Ueber- raschung."