Einzelbild herunterladen
 

«MaerW Zeitung

Wbrfftletlerjof .Baue

. »odieMKne:IllustrierteSoeetaosyttrng*'^ü*@** Mo-akbeii-^!Aüdaer SeschichtrblStter".

8«|eif«ei We *

tzltzWßl« Witt oHßt. Sa da» gew^rt

vrn« mrt Verla- K$ Zuldaer Actienönuterek i» Zulda (Qannoef«) Zrrnsprecher M.

M 146.

Fulda, Freitag, den 30. Juni 1905.

32. Jahrgang.

aÄÄBlHHBSBBSBSHHHHHHBSSSSSHHHHSBHÄSMBBBBÖfll

Deuffdies Reich.

Berlin, öe# 29. Juni 1806.

* Von angeblich gut unterrichteter Gettr wird dem ,Berl. Tageblatt' mitgetrilt, die Ber» iebtmg deS Prinzen Eitel Friedrich, des zweite« Sohnes deS deutschen Kaiserpaares, mit der Prinzessin Alexandra zu Vchaumburg-Lippe steh« unmittelbar bevor. Prinzessin Alexandra ist das jüngste der fiebe» Kinder des die schau«. burgtsche Sekundogenitur Nachod in Böhme« besitzenden, sehr bezüterten Prinzen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe und eine jüngere Schwester der Königin Charlotte von Württemberg, der regierenden Fürstin von Waldeck sowie der Prinzessin Ernst von Sachsen Wt-ndurg.

* Der Besuch deS Königs Älfoni in Spanien in Berlin und Wien soll, wie der Madrider Berichterstatter der .Dail y Mail' er­fährt, hn September stab finden. Der Kaiser habe den König Alfons eingelade«. de« Herbst- nranöoern bei Homburg deizuwohnen.

** Nach den hier vorliegende« Meldungen über sie Aufnahme der denischen Antwort« note in der Marokko Angelegenheit in Paris hat di« Note einen srdr günstig?« Ein­druck gemacht. Die Aeußrrungen von französischer Seite gestatten den Schluß, daß die Aussichten auf Annahme drS Korsserenzvorschlages vonseiten Frankreichs günstig find. Sobald dfisr Annahme dtfirissy erfolgt sei« wird, wäre die Grundlage für wertere Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich gewonnen. Es ist nicht zurr-ffmd. wenn hinsichtlich der letzte« Unterredung des Fürsten Bülow mit dem ftanzöfischen Botschafter in Berlin Bihourd gemeldet wurde, der Reichs, karzlsr habe abgelehut, in Sonderberatunge« mit der frsnzöstschrn Regierung über das Konferenz- Programm za treten. Richtig ist vielmehr, daß kein französisch-deutsches Sp^zialabkommen vor der Konftrenz abgeschlossen werden soll. Hat doch Deutschland von Anfang an daran fest- gehalten, daß die Madrider Ronoentfoi von 1880 «ur Lurch eine internationale Vereinbarung ab. geändert werden km«, so daß die Rechte aller Unterzeichner der frühere« marokkanischen Kon. vention gewahrt bleiben müssen.

8 Die .Kreuzztg.' leistet sich folgenden A«- griff auf de« Grafe« Posadswsky:Es ist schon verschiedentlich in »er Presse Hervorge­hode» worden, wir starke Wandlungen auf sozialpolitischem Gebiet« der Staatssekre­tär des Innern, Graf v Pssadowsky, durchge­macht hat. Die wa elsttümpflerische .Danziger Zeitung' spricht über diese Entwickelung des ge­nannten Staatsmannes ihre volle Anerkennung aus und meint, die Gedankenwelt des Grafen PofadowSky scheine sich noch in fortwährender Gärung und Wandlung zu befinden, Anschauungen und Pläne wechselte» und da? Ble bende sei nur der Fleiß. Anfangs habe der Staatssekretär des Jrnern dem Koalitionsrechte der Arbeiter recht skeptisch gegenüberstanden und in einem Lande mit allgemeinem Wahlrecht nur eine sehr bedinate

8rmy von wenden.

Novell« oo« Marga »rechte«.

34 ------ Nachdruck Verbote».

Das ist auch jetzt noch der Fall, entgegnete Äehrbach und trat an das Fenster. Der Wind rüttelte an den Scheiben und der Regen dauerte noch immer fort.Sehe ich denn wirklich so fröh­lich aus?"

Kommen Sie näher," sagte Almhaus und zog den jungen Mann zu seinem Sessel. Die etwas abgezehrte Hand ihm auf die Schulter legend, zwang er ihn das Gesicht herunter zu beugen, ihm voll und tief in die Augen sehend, sagte er leise: Lch habe mich in der Ausdrucksweise geirrt. Me sehen nicht heiter, sondern glücklich aus."

, Ein jähes Rot flammte über die jugendlichen Züge:Welch' scharfen Blick Sie haben, Herr Professor," erwiderte Lehrbach,ich bin wirklich so glücklich wie noch nie. Fürchten Sie jedoch nicht, daß ich Sie mit Mitteilungen belästigen werde, welche Sie nicht interessieren können. Erlauben Sie mir dagegen, jetzt etwas für Ihre Pflege zu tun."

Wohl, so schellen Sie gefälligst der alten Susi, sie möge uns Tee mit Rum und einige Speisen fite Sie bereiten. Rudenz mag alles heraufbringen."

Bald war das Gewünschte auf einem Heilten Tische serviert: das Gespräch stockte eine Weile, man hörte nur das angenehme Geräusch des sin- genden Wassers und das Geklapper der Messer und Gabeln. Joseph Lehrbach mit dem sorglosen Appetit der Jugend, während der Professor ihn nachdenklich betrachtete. Er selbst trank nur eine Tasse heißen Tee. Als Rudenz den Tisch ab­geräumt und das Zimmer verlassen hatte, lehnte er den Kopf müde in den Sessel zurück und sagte: Nun sagen Sie mir, was es ist."

Bedeutung zugesprochen, während er jetzt ei« G - setz zur Ausstattung der BerufSvereiue mit Rechttpersönllchkett vorbereite. In der Ange­legenheit des Arbeiterschutzes hab« er bet seiner Amtsübernahme di«BrrdamrngSparole" ver. treten, und siell« er letzt die Hauptkraft dar. die vorwärts dränge. Slehnliche SntwickrlungSstadien habe Graf v. PofadowSky auch bezüglich der Re­form der ArbeÜerverficherung durchgemacht. Noch im Jahre 1898 habe er die Frage der Verein- fachuna der Versicherung als keineswegs fo gr- fechtSklar bezeichnet, wie sie dargestellt werd?, und über die Reformvorschläge gespottet, sowie über ihre Verfasser, die nach seiner Meinung die Einzelheiten der Gesetze nicht genügend beherrsch, trn. Vor kurzem aber habe er selbst eS für eine dringliche Aufgabe der Zukunft erklärt, die drei Vrrsicherungszweigr in eine einheitliche Form zu- sammerzusaffen. An dieser zutreffend geschilderten ^VorwärtSeutwickelnng" d«S Setteti deS Reichs. amtS deS Innern läßt fick unter anderem auch dis Berechtigung der gegen die Konservative« gerichteten Vorwürfe ermessen, daß diese in sozial­politischer Hinsicht ihren Standpunkt verändert hätten. Die Sache liegt vielmehr so, daß di« Konseroatior» durchaus und unwandelbar auf dem Boden einer sich planmäßig und schrittweise entwickelnden Sozialreform unter steter Sorge,daß dieselbe nicht de» soziale« revolutionäre« Bessre- bangen Vorschub leiste, geblieben stad, während di« Regierung immer mehr unter dem Einfluß der drängenden und hastenden einseitigen Ar- beiterpolttiker getreten ist." Daß die Confer, vattve »Kreuzztg.' eine Anleihe bei der freisinnigen ,D nz. Zig.' macht, um dem Grafen PofadowSky etwa« am Zeuge zu flicken, kennzeichnrt sich selbst.

* Der Finanzausschuß der deutsche« Giseubahuksufereuz hielt am Mittwoch in Eisenach eine Sitzung ab. Hebet das Ergeb- nis der Beratung ver lau!et, daß die Organi­sation eines Gemeinschaftsamtes nun ge. sichert fei. Auch in den Frazen der Betriebs, mittelgemetnschaft soll in den Hauptpunkten finanzieller Natur eine Einigung erzielt sei».

Der L»h«a«Sfall in Folge des Berg, arbeiterstre«- im ««h-revier beträgt nicht weniger als 16 Millionen Mark. Die Summe der verdienten reinen Löhne («ach Abzug aller ArbeitSkosirn sowie der KnappschastS- und In- validenverficherungSbeiträae) betrug im letzten Vierteljahr weniger 20,743,471 Mark, während der Lohn auf einen Arbeiter und eine Schicht nur von 4 auf 3,94 Mark und die Kopfzahl der Belegschaft nur von 265,943 auf 256 214 zurück- Gegangen ist. Der Ausfall an Löhnen hat feine Erklärung überwiegend darin, daß die Zahl der Schichten nm 16 fich vermindert hat. Das wacht bei 256.000 Albeitern und 3,94 Mark Durch, fchniitslöhn über 16 Millionen Mark.

* Stuttgart, 28. Juni 1905. In der he-n tige» Debatte der Kammer der Abgeord- neten über die VerfaffungSreform verwahrte sich Ministerpräsident von Breitling nc* menS der StaatSregierung gegen den Vorwurf, daß die Regierung sich in der Verfassungsfrage

Der junge Mann war vom Feuer weg an das Fenster getreten und antwortete mit einer Stimme, welcher man die freudige Erregung an- merkte:Ich bin verlobt."

Dr. Almhaus seufzte tief auf.Also auch Ihre Stunde mußte kommen! Und ich wähnte, bei ihrem trockenen, ernsten Sinne würden Sie dem Verhängnis entgehen. Blicken Sie mich nicht so zürnend an die Frauen sind treulose Ge­schöpfe. Sie spielen mit dem Herzen des Mannes, der arglos auf sie baut. Doch, ich hätte es denken können; ich merkte es eigentlich schon lang, wie sehr man sich um Sie bemühte, und wundere Mich, daß Sie mir das große Opfer bringen und an diesem Abend, fern von Ihrer Verlobten weilen."

Wenn Sie wünschen, daß ich gehe, so kann dies sogleich geschehen," war die schalkhafte Antwort. Ich bringe übrigens kein Opfer, denn ich bin heute Abend wirklich am liebsten bei Ihnen. Es wäre übrigens auch eine Kunst, jetzt bei meiner Braut zu sein."

Also nicht Lilli Bornstedt?"

Nein, o nein," lachte Lehrbach,verzeihen Sie, aber diesmal hat sich das scharfe Auge doch sehr getäuscht. Fräulein Bornstedt ist ein hüb­sches, gutes Mädchen, aber sie hält keinen Ver­gleich mit meiner Braut aus."

Pah, so sprechen alle verliebten Männer," sagte Almhaus herbe.Wer ist es denn?"

Ich habe die Bedingung, welche Sie damals an Ihr gütiges Wohlwollen knüpften, nie ge­brochen; ich will es auch heute nicht. Vor einigen Stunden schrieb mir meine teure Mutter und legte einen Brief an mich bei. 'Bitte, wenn es Sie nicht anstrengt, lesen Sie selbst, so brauche ich keinen Namen zu nennen." So sprechend zog der junge Arzt einen Brief hervor und reichte ihn dem Professor. Nachdem er den Schirm der Lampe etwas in die Höhe geschoben, kehrte er an seinen Platz zurück.

nach link» entwickel«. Di« Regierung fache kon­servativen Ersatz für die atifcheidende» Privi­legierten in einer lebensfähigen Gestaltnaa der Ersten Kammer. Der Ministerpräsident erklärt« nochmals, daß die Regierung an dem Zwei« kannnersystem unbedingt festhalte, dafür aber die UmgestaUung der Zweiten Kammer in eine reine Volkskammer auf» loyalste durch- führen werde. Dann werde für Württemberg das freisinnigste Wahlrecht im ganze» D eutschen Reiche bestehen.

Bus den kandfag.

Herrenha«».

45. Sitzung Dom 28. Juni 1906.

Giöffinmg 11'/« Uhr.

Berat«», des BergarbrtterschutzgesetzeS.

Die Sommtsflon beantragt die Annahme der Bor­lage «ach den Bkschlüffen deS Abgeordnetenhauses.

Dr. v. «nrgSdotff beantragt folgende Resolution: Die Regierung ,u ersuche», sobald alS möglich und mit allem Nachdruck Maßnahmen zu ergreife», «eich« ge­eignet find.

1. die rechtswidrige Auflösung deS ArbeitS- Vertrages, insbesondere da, wo ei» öffentliches Interesse obwaltet, unter Strafe in stellen.

2. bet Aufforderung durch Wort unt> Schrift zu rechtswidriger Auflösung deS Arbeitsvertrages entgegen- zutreten;

3. den Arbeitswilligen derjenige» Schutz zu teil werde» zu (offen, auf welchen st« einen berechtigte» Anspruch haben.

I» der BiueraldiSkusston wurden von lonfervattver Seite di« bekannte» B« deute» und Einwendungen vor­gebracht. Schließlich «ahm der

Reichskanzler Ministerpräsident Fürst Bülow daS Wort, Gr schloß seine ausführlichen Darlegungen mit den Worten: J r bin der zuve»sichtliche» H< ffnnng, daß dieser hohe HanS auch diesmal den rechte» Weg findet, daß eS seine» LaatSerhaltenden, monarchische», konfervatioen Traditionen folgend, in dieser wichtige« und ernsten Frage der»tgliche» BtaatSregirrirng seine Unterstütz«! g nicht verweigern wird. Daun wird eS fich wiederum um das Vaterland verdient machen. (Lebhafter Beifall.)

In der «inzelbefprechung werde» zunächst bebatte- loS bte Besttomunge» über baS Verbot beS Nul­le»? angenommen.

Eine längere Debatte knöpft fich an die Bestim­mung über die Arbeiterausschüsse.

Nach der Vorlage solle« nur solche bestehende, freiwillig gebildete ArbeiteranZfchüffe, die bereits vor dem 1. Januar 1892 errichtet waren, ArbetterauS- schüffe i« Sinne deS neuen Gesetzes fein.

Herr v. Buch beantragt, daß alle bereits be­stehen reu, freiwillig gebildeten ArbeiteranSschÜffe als oongilttge Arbeiters»? schüffe gelten sollen.

Dieser Antrag wurde »ach kurzer Debatte mit kleiner Mehrheit abgelehnt.

Traf Roon bringt hierauf einen »«trag ei», die geheime Wahl bet den Ausschüssen durch öffentliche zu ersetze«.

Der Antrag wurde gegen etwa 30 Stimmen ab- gelehnt.

Frechere v. Dur«« beantragt, daß i»ben Arbeits­ordnungen festgepellt werden soll, ob die ArbeiterauS- schüffe in geheimer oder öffentlicher Wahl ,» wähle» find.

Der Antrag wird gegen Nt. 50 Stimmen abge­lehut und auch der Rest deS Gesetzes bleiot unverändert. Die Geiamtabstimmuug er­gibt bte Annahme beS Bergarbeiterschutz' gesetzeS mit großer Mehrheit. Dagegen stmmea 01. 30 Mitglieder beS HauseS.

Hieranf wird bte Resolution deS Herrn v BurgS- do, ff bett, gesetzliche Maßnahmen gegen den Rontratt« beuch und zum Schutze brr A-beitSwillioe» beraten.

Der Regen hatte nachgelassen, aber der Sturm raste noch immer mit gleicher Heftigkeit fort. Die Gasflammen brannten trübe, und obschon es kaum 7 Uhr war, zeigten sich doch nur wenige Menschen auf der Straße. Dieser ganze unbe­lebte Stadtteil hatte einige Aehnlichkeit mit der Ostendstraße. O, was mochten sie jetzt in der Heimat alles tun? Zwei Herzen dachten an ihn, das wußte er; die Mutter und die Brauti Er blickte schweigend in die Nacht hinaus und wun­derte sich, daß der Professor noch immer nicht zu Ende gekommen sei.

Doch, er war es eben, denn vom Sessel her klang ein Ruf, fo hart und rauh:Das ist die Hand und die Unterschrift eines Mannes I"

Joseph Lehrbach wandte sich erstaunt um und dachte, wie unheimlich dieser Mann doch.aussehen könnte. Dann sagte er leichthin:Ich hatte ver­gessen, eine kleine Erklärung, vorauszuschicken. Meine Braut wurde in der Kindheit von ihrem Vater unterrichtet, und so gewöhnte sie fich seine Schriftzüge an; sie wird Rika gerufen, heißt jedoch Erika, und um dem geliebten Papa auch hierin gleich zu sein, kürzt sie den Namen hinter dem r ab und unterzeichnet Er. Heimbach mit denselben verschlungenen Zügen wie er. Sie tat dies schon als kleines Mädchen."

Und durch diese alberne, unweibliche Ge­wohnheit hat sie zwei Menschen unglücklich ge­macht!" scholl es vor Zorn bebender Stimme zurück.

Herr Professor, Sie sprechen von meiner Braut!" sagte Lehrbach kalt und sah ihn an, als ob er irre rede.

Es ist wahr, und ich Tor hättesie" besser kennen sollen! O Gott, die Erkenntnis kommt zu spät, und die Qual der langen Jahre war also umsonst! I" Ein dumpfer Ton erschütterte die Luft dann folgte ein gewalttges Ringen nach

Die Resolution wirb tn getrennter Adstinmmug angetranten, Absatz 2 brr Resolution gegen dxe sehr starke Minderheit.

SS folgt bte Beratung bti Stilllegung»- stefetzeS.

Havbettwtuister Röster: Ich habe bereits iw Abgeorbnetenhanse in Hebetei»ftt»mu»g mit beut Fiscmzmintster erklärt, baß baS Schicksal de» Gesetzt» vsn dem Schicksal' zweier Hauptbestiunnunge» abhängig sein würbe: einmal von bet Beibehaltung beS Zwangs- betriebe» nnb anbeifeü» von bet Wieder avfhebung bet geldliche» Berantwortuog bei Staate» für Auktionen au» biefem Gesetz. Nachdem Ihre Kommisfio» ein­stimmig den ZwangSbetrieb gestrichen hatte, habe ich bereits erklärt, baß ich beim Staatsministerium bte Zurückziehung der Vorlage beantragen würbe. Da» Staat»mi>isterium hat meinem Antrag zuzestimmt und ich bin in bet Lage, hiermit bte allerhöchste ®r- mächttgung zur Zurückziehung der Vorlage zu über­reiche«. Ich betrachte bowlt ben von Adgeorbneten» Hanse ausgesprochenen Wunsch, bte Frage gesetzlich zu regel», nicht für enbgiltig erlebtgt nnb behalte wir vor, bei einer allgemeinen Revision be» Berggesetze» einen erneuten Versuch in btefer Richtung zu mache«.

G» folgt bte Beratung beS Gesetze» über bte MutuugSsperre. Die Kommission hat die Be­stimmung btS Gefitzt», welche bie erst »ach bem 31. März 1905 begonnenen Bohrungen in die Sperre ein- bezieht, durch bte andere Bestimmung ersetzt, baß bas Besetz erst mit bem Zage seiner Verkündigung in Kraft tritt.

Gras v. Seiblltz - SanSrrcztt beantragt bte Wiederherstellung der AbgeorbnetenhauSfaffung.

Dem Anträge be» Grase» &. Seidlitz entsprechend, wirb hieraus baS Gesetz über die MutunxSsperre en- verändert angenommen. Da» Stimmenverhältnis ist ungefähr 70 gegen 50.

Damit ist bie Tagesordnung erledigt.

Freitag 3 Uhr: Petitionen und Beratung der eventuell atti dem Abgeorbnetenhause zurückkommsnben Gesetzentwürfe.

Schluß 5*^ Uhr.

Busland.

* Das Ergebnis der Lammetwahle« in Holland ist folgendes: 88 würben gewählt 25 Katholiken, 15 ortbovc xr P rötestem, en, 24 Linksliberale, 10 Rechtsltderale, 8 Mitglieder von der Partei der hiflorischrn Ehrtsten, 11 liberale Demokraten, 7 Sozialisten, insgesamt 52 Nnrimiutsteriells urd 48 MinisterielleDamit dürfte die Stellung des nm Holland so sehr verdienten Ministeriums Kuypr: fast «nhalrbar grworde« fetn.

* A« der fravzöfifch m*rokks»tscheL Grenze herrscht nach einem Telearamn der »Daily Mail' aus Ai« Lefra 'n Algier völlige Anarchie; eine ftanzöstschr Abteilung dav« bei Talzaza, welche- 18 Meilen von Ain Chatr an der direkten Handelsstraße »ach Fez und Mogctor liegt, die marokkanische Grenze überschritten und in Erwartung von Verstärkongen tin befestigtes Lager aufgefchlagrn; bei Ain C wir ständen 1400 Mann Infanterie und Kavallerie nebst mehrere« Batterien für alle Fälle bereit.

* Schweden «nb Norwegen. In der schwedischen Zweiten Kammer brachten die Ab» gtott«etew Trana und Goevsson den Antrag »In, der Reichstag möge den Vorschlag des Königs verwerfen und ausdrücklich die Anrrkenvuny des gesetzwidrigen Beschlusses deS norwegische« Slot» rhingS verweigern, der R-ichstaq möge ferner verlangen, daß der königliche Vorschlag in der

Luft, und die Hände vor das von Tränen über­strömte Gesicht pressend, sank die Gestalt des Professors in sich zusammen.

Lehrbach stürzte auf ihn zu, er achtete nicht auf die abwehrenden Bewegungen, sondern schlang dir Arme um den sich Sträubenden und lehnte das Haupt des Freundes an seine Brust. Vergessen war alles Glück der vorigen Stunde über dec innigen Teilnahme für diesen finstern, ernsten Mann, der mit ihm unter Hunderten eine Aus­nahme gemacht und ihn allein mit Zuneigung behandelt hatte. Er begriff nicht ganz, was diese Erschütterung Hervorrufen mochte, aber er ver­stand, daß sie mit dem Briefe seiner Braut zrt- sammenhing. Trotzdem richtete er ; mit seltenem Zartgefühl keine Frage, kein beruhigendes Wort an den wie im furchtbaren Schmerze stöhnenden Mann, er hielt ihn nur mit jugendlicher Kraft in den starken Armen. Nie vorher hatte er einen Mann weinen sehen, um so mehr erschütterte ihn dieser Anblick bei dem Freunde, den er für so kalt und gefühllos gehalten hatte. Endlich richtete Dr. Almhaus sich auf. «i

Wünschen Sie allein zu sein? Soll ich gehen?" fragte Lehrbach leise.

Der Professor drückte krampfhaft seinen Arm und beschattete die Augen mit der Hand.

. Der junge Arzt verstand ihn; es war ihm mit einemmale, als gehörte er hierher, als müsse er in diesem Zimmer schalten und sorgen mit der Liebe eines Sohnes. Er trug die Lampe in die entlegenste Ecke des Gemaches, zog den Schirm davor und ließ die Vorhänge nieder. Dann rückte er einen niedrigen Sessel neben den des Pro­fessors und, sich darauf niederlassend, nahm er dessen herabhängende Hand in die ©einige.

(Fortsetzung folgt.) __ j