Fulda, Montag, den 28. Juni 1905
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tun, und sagte, auf die in prachtvollen
Innere
knieend, flehte sie tn innigem Gebet zu Gott. „Gib Deinen Segen dazu und lehre mich, dies fremde Kind lieben und leiten, als wäre es mein
Haupt ebenso unbeachtet in dem engen Winkel zur Ruhe zu- legen. Doch auch ein duftender Veilchenkranz schmückte den frischen Hügel. Er kam von Elma's Hand! Ja, von Elmas Handl Ein Strahl göttlicher Erleuchtung war tn ihr Herz gefallen: hatte ihr Mann diese Frau verlassen, sie unglücklich gemacht, tote er fte selbst verlassen und unglücklich gemacht hatte, so wollte sie doch das Kind der armen Frau nicht dtes alles entgelten lassen. So dachte sie in ihrem Herzen. Vor ihr lag das Vermächtnis der Toten, ihr Kind. Diese Frau, welche sie in ihrem Innern als ihre Feindin betrachten mutzte, hatte ihr den Knaben anvertraut. Welch etn erhebendes Bewußtsein lag in dem Gedanken, dtes Pfand zu behüten, welch' eine Fügung, datz gerade ste ihm die Eltern ersetzen sollte! War- ihr Leben bisher freudlos gewesen, so hatte Gott ihr nun eine Aufgabe gezeigt, welche ihr trübes Dasein
weinsteuer 516 228 (— 22,111 Mk.), Brausteuer und lleberaangrabgabe voa Bier 5,232.146 M^, (4- 176,905 Mk). Summe 128,141,874 Ml. (— 3.700,771 Mk.)
* „Agrarisch-U-itutis«." Unter di^rm Stichwort« teilt daS Richt, tfchr Organ mit, daß tn der landwiktschafUichen Winterschule inOodesloe von Amtswegen «eben zwei Lokalblättern die „Deutsch« Tageszeitung'' zur Lektüre für die Schüler gehalten werde. Sie erblickt dut« eine Schädigung der fteifinnigm Landwirte, die um so unberechtigter sei, als zu den Kosten fltt die Landwtrtschaftskammern auch der Freisten seinen Teil beisteuere. Ohne dre Erregung der »Freien Deutschen Preffe' teilen zu können, «einen wir allerdings auch, daß eine einseitig« Lektüre für dir Schüler der landwirtschaftlichen Schule nicht dienlich sein kann, sondern daß ihnen auch Gelegenheit gegeben werden muß, die Anschauungen anderer Leute kennen za lernen. Oder mau sollte, da Politik überhaupt nicht ut die Schule gehört, am besten tun, nur Facb'chriften zu hab««.
• Sie Ruhstrat-Afsaire wird in aller, nächster Zeit abermals den Hintergrund sür einen großen S-nsattonSprozeß abgeben. Man er.
firatS im Oldenburger Kaste o sür den Minister ungünstige Aussagen gemacht hatte, 8kwiff«r> maßen von der Zeugenbank «egen Meineids« Verdachts in Untersuchungshaft abzesichrt «ur«. Wie aus Oldenburg gemeldet wird, ist nunmehr im Prozeß gegen Kellner Mi prr wegen Meineids Termin zum 11. Juli vor dem Schwur« gertcht Bückeburg anberaumt. SS find neunzig Zeugen und 34 Vachoerständig« gnaden. Dir Berhandlungen werde» 3 bis 4^ Woche« dauern. Unter den Zeugen befinden stch Ber« trrker sämilicher Zivil« und Justizbehörde» der
Sie führte Joseph in Wenden's großes Studierzimmer, welches vor einigen Tagen zum erstenmale geöffnet und durch eine hohe Tapetenwand in zwei Teile getrennt worden war. I» dem an das Gesellschaftszimmer anstoßendenve- fand sich eine ganz neue, für den Knaben passend« Einrichtung: auch ein mit Buchern und unter, haltenden Spielen bedeckter Tisch , stand oort, über dem Bett aber hmg das MuttergottesbM von oben und Loni's Brautkranz., Dte tn oas Kabinet nebenan führende Ture etn wenig off-
wMürlicher Scheu deffen Inhalt. Doch sie mutzt« ja alles wissen, was auf den Knaben Bezug hatte, und fo überwand sie ein unheimliches Gefühl und entfaltete den vergilbten Bogen, den die Spur von vergossenen Tränen fast unlesbar machte. Ihre Augen flogen über die verwischte und ihr doch so bekannt scheinende Schrift. Sie verstand nicht gleich den Sinn der Worte, aber der Name Erwin erfatzte sie wie eine böse Ahnung. Wie von Entsetzen gepackt, ließ sie das Papier zu Boden fallen; das bis dahin unbeachtete Medaillon rollte mit hinab und brach in zwei Stücke, deren eines der sich niederbeugenden Elma das Bild ihres Gatten zeigte. Sie hatte nie geglaubt, datz noch ein Kummer ihr Herz so tief berühren könne, tote an jenem Weihnachtsabende. Sie war im Leid erstarkt und gereift, und dennoch bebte ihr Körper vor innerer Er-
gangenhett vor thr auf rollte.
Vor Scham und verletztem Stolze erglühend, dachte sie an die Stunden, die sie am Bette jenes Weibes zugebracht, welche ein Anr«ht aus thren Gatten zu haben geglaubt. Jetzt konnte sie die finstern, argwöhnischen Blicke Lom s, ihre ost herben Worte deuten, die sie tm Anfänge ihres Zusammentreffens oft fo unangenehm berührt hatten. Jene hatte in ihr die Gattin des Mannes erkannt, der sie früher verschmäht hatte. Elma litt darüber unsägliche Oual. Nur mechanisch las sie die Papiere weiter, nur ems Weite ihren Geist: es war der Trauschein von Josephs Eltern, in welchem dieser als der Sohn des Privatsekretärs Lehrbach bezeichnet wurde.
ein richtiges Verständnis gegeben, als andern Kindern seines Alters. Er sagte sich tn diesem Augenblick, datz er ohne die Gute dieser milden, edlen Dame da vor ihm, heute schon , drautzen unter fremden, vielleicht harten und bofen Menschen sein würde. Mit einem warmen Dankgefühle kniete er auf dem Futzbänkchen der neuen Pflegemutter nieder, küßte ihre Hande und der- sprach ihr ein guter, folgsamer Sohn 8« Jetn. Elma streichelte liebevoll die blassen Wangen, über die einzelne Tränen rollten, dte dem An denken an die wirkliche tote Mutter gatten. Dann sagte sie ihm, daß er mrt Theo Heimbach dl« gleiche Schule besuchen werde, und Nagte, ob er schon früher einmal daran gedacht habe, was er
ilnabe uni während itae liefe Mut I°IN bedeckte neigte er den Mund zu dem Ohr der neuen Mutter, und flüsterte ihr letse einige Wort« zu als ob er fürchte, sein kleines Geheimnis je- manb dTtbrent preis su 9eben. .,,
Nun wohl," lächelte Elma freudig überrascht, warum sollte das unmöglich sein, toenn Du schr, t truy- schr fttihig bist? Und nun komm, ich will Dir Kennt- Dein kleines Heim zeigen, wo Du nach Herzens-
eigenes!" ,,
Rechtsanwalt Rothaus, welcher schon frühzeitig von Frau von Wendens Wunsch in Kennt-. Ia-nnrt
ms gesetzt worden war, hatte unterdessen dte - führte Jose forderlichen Schritte zur Annahme des Landes Sie tutirt J eingeleitet. Schon nach einigen Tagen wurde Elma als Vormünderin und Adopttomutter des Knaben vom Gericht anerkannt, nachdem sie er Härt hatte für dessen Ausbildung und Erziehung ^°L Ve VBew^ein ihrer, guten Tat sekretärs Lehrbach bezeichnet wurde. I kehrte in ^ele ein und gab ihr
Das schlichte Begräbnis und der Trauer- bare Beruhigung Zu Haufe zog sie ihren Pflege
(*) Von drm Problem des Zehumilliomeu« »•«bl schreibt die.Zukunft' u. a.: „3« einem den Bedarf deckenden Ergebnis Haden die ersten beiden Versammlungen »och nicht geführt; man hat den definitiven Beschluß auf dm Herbst vtt« tagt und vorläufig auf den Anttag eines tiraeUtt« schm Großbankiers fich nur darüber geeinigt, daß die Banken und Firmen als solche fich an dem Seschenk nicht beteiligen sollen. Damtt war manchem Geladen«» schon ein Stein vom Herzen genommen, denn die Pflicht zur Wahrung des Großmachtschimmers hätte die Deutsche Bank und Bleichröder gehindert, mit ihrer Tributziffer allzu wett hinter der Dirkonto-Gtsellschast und Men« deltsohn zurückzubleiben. Jetzt sollen die ThefS für ihre Person zeichnen.- Im wetteren wttd mitgeteitt, daß bereits ein paar Millionen Mark zrsamrnengebracht seien, daß neben dem Fürsten v. Donnersmarck der General-Direktor Ballin der rector epiiitce sei und daß ersterer VW Andeutung gemacht habe, daß, wenn sich jüdische Bankiers beteiligten, es nicht ausgeschloffen sei, daß den Söhnen jüdischer Familien der Zutritt zu dem Offizier kor ps gewährt werde.- Wen»
Schlaglicht auf unsere öffentlichen Berhälttnffe BiennannprozeffeS der Zeuge Kelln«.»tttzer, werfen Wir müffen der .Zukunft' die Berant« welcher Über di« außer amtliche Tütigkeit Nuy X (TmTÄs «»«taff«. , - ---------------- fi' ben
I» der Zett vom 1905 bis
zum Schluss« deS MonatS Mat 1905 i find folgende‘ Ei«»shme» an Zöllen und i sonstige Einnahmen des Reiches zur »vschreibung gelangt: Zölle 80 983,281 (gegen daS Vorjahr -U 6 955,228 Mk), Tabaksteuer 1,477,218 Mk. (-U 26 425 Mk.). Zuckersteuer 15 975,352 Mk. I (— 1611,904 Mk.). Salzsteuer 7.318,737 Mk. I (-L 96 921 Mk ), Maischbottichsteuer 1,424.687 Mark (4- 270 668 Mk ), BranntwrinverbrauchS« obaobe und Zuschlag 19,172 663 Mark, (- 633 730 Mk.), Brsnnsteuer 996,100 Mk. (+ 119,112 Mk.), Sckoumweinfieuer 843,732 Mk. (-1- 44 668 Mk.), Brausteuer 5.585,714 Mark, s (4- 201 974 Mk.), UebergautzSadgab« von Bier i 570,180 Mark. (+ 6193 Mk )ch Summe, 134,347,664 Mk. (-j- 5,474.955 Mk), Stempel« I steuer für Wertpapiere 5,583,123 M. (ft- 2,476,518 Marl), Kauf- und sonstige AnschaffungSgeschLste 3 839,574 Mark, (ft- 1.745 603 Mk.), Wechsel« st'empelsteuer 2,480,573 Mk. (+ 372 936 Mk). Post, und Telegraphenverwaltung 84,470,972 Mk (+ 6 873,401 Mk ), Reichseisenbahnver« roaltuna 1,745,603 Mk), Wkchselstempelsteuer 2,480,573 Mk., (+ 372,936 Mk.), Post« und Telearophenverwaltung 84,470.972 Mk, (+ 6 873 401 Mark). RrichSeisendadnverwaltung 17,544.000 Mk. (ft- 828000 Mk) Die zur RrickiSkaffe gelangte Jstetnnobwe betrögt: Zölle 72 274 534 Mk (ft- 2,184i875 Mi.), Tabaksteuer 1.477.941 Mk. (— 61,928 Mk.), Zucker« steuer 21,419 479 Mk. (— 4,243 796 Mark), «al,steuer 8 325.567 Mk., (- 219,230 Mark). Maifchbottichsteurr 1,041,387 Mk. (ft- 260.307 Mark). Branntweinverdraucdsabgabe und Zuschlag 16 858 492 Mark (— 1,894.905 Mk.), Brenn« steuer 996,100 Mk. (ft- 119,112 Mk ), Schaum«
verstorbenen Königlichen Kammerherrn Grafen I zu 9 alenburg-Galltngen.
* Der Schluß der LaudtegSseffieu I kann, wenn nicht Umstände eintrete», die fich gegenwärtig noch der Beurteilung entziehen, für I SamStag, den 1. Juli erwartet werde». Wie wir schon neulich mitgeteilt haben, liest dem Abzeordnetenhause noch eine ziemliche Fülle von UrlaubSmatertal vor, bei der vorgerückten JahreS« »eit aber und bei der ungewöhnlich langen Dauer der Session, di« um zvei Monat« früher begonnen hat als in ben Jahren zuvor, besteht kemr Gewißheit, noch länger tn tun Juli hinein zu tagen, umso weniger als dir neue Session auch in diesem Jahre bereits im Oktober beginnen wird. Drei Monat« Sommerferien find so wie schon eine knapp bemessen« Gr- holungSftist nach der anstrengenden Strapaze der Parlament« kampagne.
*, Eine Jnterpelleetinn über Vie Eisen« bahutarifreform wttd, wie die »Post' an« deutet, tm Abgeordnetenhaus« voraussichtlich »och in dieser Woche eingebracht und besprochen wer« den. Sine solche Interpellation würde allseitig »ur begrüßt «erden können, denn infolge der mangelhaften Information über die Tendenzen der Reform greift in der Oeffentlichkrit eine immer größere Beunruhigung platz. SS ist zwar in der Preffe gemeldet worden, M nlster Budd« habe erklärt, es sollten die für bestimmte Wohl« fahrtSzwecke bestehenden Vergünstigungen wie Arbetterwochenkarten, Sonntagsfahrkarten, Ferien« sonderzüg« usw. bei der Reform in demselben Umfang« wie bisher bestehen bleiben, tndeffen eine solche Blättermeldung hat nichts Bindende«, und ist es daher erwünscht aus dem Runde d«S Ministers Authentischer zu erfahren. Dasselbe gilt bezüglich der Frage de» Zuschlag« für Schnell« läge, der Aufhebung der Gepäckfreiheit und des für dir IV. Klaffe zu hoch gegriffenen Tarifs. Die Sesfion würde einen schönen Abschluß erhalten, wenn der Minister die Seklärung ab«
; «eben würd?, daß es nicht auf eine Plusmachrrei i echgesehen sei und die Reform kein« Verkehrs« erfchwerung bedeute.
§ Auf die Initiative deS Ministers der öffentlichen Arbeiten ifc wie di« ,B«rl. Polit. Nachr.' mitteUen, die Herstellung einet Be« trieb», und Finauzsemeinschnft zwischen den staatliche» und kommunalen RheinhLfen im Jaduflriegebiet in der Art vereinbart worden, daß, wie dies ja auch bei der preußtsch-heifischen Sifenbahngemtinschaft der Fall ist, der Betrieb und die Verwaltung der gesamten Hafekein« I nchtmegen auf gemeinsame Rechnung von den Organen deS preußischen Staates geführt rrerden. Daß die Vereinigung der Verwtikun, dieser Häfen in derfelbm Hand, die auch die anschließenden Bahne» (eitet und verwaltet, dem Staate zugleich eine wejentliche Verstärkung des Einflusses auf die Gestaltung der Frachten im Umschlagsverkehr, insbesondere auch auf dem Rheine, sichert, maa nur, so heißt es weiter in der offiziösen Auilaffung, nebenher erwähnt werden.
Deuttoes Reich.
Berlin, den 24 Juni 1905.
* (giwe päpstliche «uerkenuuug M Volr-vetein». Wie bereits mitgetetlt wurde, hat der Papst in einer besonderen Enzyklika I über di; kacholische Aktion in Italien an die dortige» Bischöfe den BolkSverein für das katholische Deutschland a!S Master und Borblld sozialer OrganisationS., Agitattons« und Aufklärungsarbeit hingestellt. Wtt geben den betreffenden Paffus der Enzyklika i* folgendem wörtttch wieder:
Um nun zu dem gewünschten Ziele zu gelangen, B, abgesehen von verschiedenen enteren lobenswerten erten, auf eine anderswo als durchaus wirksam be« I «ichkte Institution allgemeinen EharatterS hingewiesen, die unter dem Ramm BolkSverein dazu berufen ist, die Katholiken aller sozialen Klaffen, aber Haupt« sächlich die «roßen «olksmaffen um ein gemeinsames Zentrum sozialer Unterweisung, Prop^anda und Organisation zu scharen. Bom 8ott8oeretn, bet einer in allen Ländern gleichgesühlten Rotwendigkit Rechnung trägt und in seiner einfachen veschafleuheit auS der Natur der Dinge hervorgeht, die uns gleichzeitig überall aufstoßen, kam» man nicht behaupten, daß er ei,entttch mehr für die eine alS für die andere Ration paffe; er ist überall da am Platze, wo fich dieselben Bedürf, niffe Herausstellen und wo die gleichen »»fahren cor« Händen find, «eine große Popularität macht ihn bald beliebt, er tritt auch keiner anderen «inrichtung hi» d«md in den SBe«, im »e,enteil, et gibt gewiffermast« allen anderen Institutionen Stasi und Zusammenhalt, wett seine Organisation die Leute anspornt, den ein« Minen «ondereinrichtnngen bei-ntreten, et weist fte «n tu wirklich praMscher, nbtzlicher Arbeit, u*d vereini,t alle in harmonischem Rönnen und Wollen. Ist fo daS soziale Zentrum hergestellk, so finden fich alle anderen guftttuttonen wirtschaftlichen Charakters, die dazu da ftnb, praktisch und unter verschiedenen Gefichtspantten Me soziale Frage zu lösen, um daS gemeinsame »,ni« gungSziel herumgruppiert, während ste y. nach den verschiedenen Zwecken, bene« ste dienen fc®8*« J*** schiedene Formen annehmen und mannigfache Mitte, anwenden.
Diese Ausführungen Pius X. zeugen von einem tiefen, klaren Einblick in daS Programm der Bottsoereins, das dieser fich bei uns gestellt hat und durch die Tat auch ausführt. Die lobende Anerkemmng ihrer große» sozialen Or« ganisatis« von höchster geistlicher Sette werden die deutschen Katholiken nicht cHeh mit besonderer Freude aufnehmen, sondern ste werden d«in z«Mch eine Aufmunteruug und eine Pflicht erblicken, in der Srhattung und dem Ausbau des BolkSverein- und seiner sozialen Ausgaben eifrig fortzufahren, um fich ihre führende soziale Stellung im Rate der Völker auch sür die Zukunft zu erhalte».
* I» da- Herrenhaus berufen ist der Udeikommißbefitzer Ulrich v. Kalckstein zu Wogau im Kreise Pr.«Sylau auf Präsentation des Verbandes deS alten und des befestigten Grundbesitzes in dem LandfchaftSbezttk vamland nett Natangen an Stelle des am 14. Januar 1905
o'drvburgischen Staates.
♦ Ja Suche» der Branuschweiger Thk»us»!ge sollte der Reichskanzler fich »ach den .Braunschw. N. Nachr.' brrett erklärt haben, eine Adreffe der Deutschhannoveraner persönlich in Empfang zu nehmen, hinterdrein aber die Zusage zmückgenommen haben. Nach der Information der .Kreuzztg.' ist an dieser Darstellung richtig, daß Fürst Bülow die Adreffe nicht p«- sönlich entgegengenommen hat, falsch aber ist, daß er anfangs die Entgegennahme in Aussicht gestellt, später jedoch abgelehnt habe. Bereits im Januar wurde Herrn v. Damm, dem ..ever- bringer der Adresse, mitgeteilt, daß der Reichs« kanzler ihn nicht persönlich empfangen und auch sür absehbare Zett nicht bestimmen könne, wann ihm dies möglich sein würde. Es ist deshalb schon damals anheimaestellt worden, die Adresse dem Chef der Reichskanzlei zu übergrbrn. Am 30 März bat Herr v. Damm dann nochmals schriftlich um Empfang, er wurde aber wiederum abschlägig deschieden mit dem AnheiwMen, die Adreffe dem Chef der Reichskanzlei, Wirkt. Geh. Oberregierungsrat v. Soeben zu übergeben. Dies ist dann am 30. Mai geschehen. Von ^höherem" Einfiuffe könne also nicht die Rede sein.
Stan) von wenden.
Novelle von Mats« «rechten.
31 ------ Nachdruck verboten.
Am Abend desselben Tages begab fich Elma frühe in ihr Schlafzimmer, um hier in der Stille noch einmal über das Schicksal des armen Warfen» I fnaben und die Art, tote sie sich seiner annehmen wolle, nachzudenken. Truda hatte den Auftrag erhalten, für die Beerdigung der Wttwe und dte Bestellung des darauffolgenden Trauergottesdienstes Sorge zu tragen, nachdem sie zuvor für len kleinen Joseph ein Bett auf dem Sopha im Wohnzimmer hergerichtet hatte. Für dte ersten Tage follte er, nach Frau von Wendens Wunsch, ^jedenfalls noch bei ihr im Hause bleiben. k> „Warum nicht für immer," dachte sie, und »ahm fich vor, mit dem Rechtsanwalt Rothaus, dem alten Freurrde ihres Mannes, das Nähere zu! überlegen. Derselbe hatte ihr schon so oft mtt seinem Rate beigestanden und würde auch dtes Mal die nötigen Schritte zur Adoptierung des Kindes einzuleiten wissen, wenn sie fich dafür ent- scheiden würde. — Der Knabe war so zutraunch trotz aller Schüchternheit, und Elma sagte sich, daß sie dies Kind mtt dem weichen, sanften Ge- müte lieben könne, wie ihr eigenes.
Als er vorhin schluchzend: „Gute Nacht", gewünscht, hatte er zaghaft ein Päckchen hervor- 0CM)aen das aus der Hand der toten Mutter geglitten war, als Truda die erstarrten Finger tn einander gefügt. Ob die gnädtge Frau ihmdas aufheben möge, fragte er bittend. Dw Mutter habe es lieb gehabt und nun auf ihn vererbt.
Der unscheinbare Gegenstand war von Joseph zärtlich in sein Taschentuch gewickelt worden. Elma entfernte dies jetzt und bettachtete mit un°