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Ms«atrde8sgr! „MÄöE-k,E-sD<WRA1tk".
32. Jahrgang.
Fulda, Samstag, den 24. Juni 1905.
M 142
Dweites Matt.
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-tßtüripl «lf»« 3. «totll 1905 Mer.Fuldaer Zeitung« zu» Preise vo« 1 Mark 50 Pfg. (ohne Bestellgeld und Bringerlohn) entgegen.
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Wodien-Rundfdiau.
(Nachdruck verboten.)
Fulda, den 24. Juni 1905.
AuS dem idMsch gelegenen Hnbertuifiock, wo da« Kronprinzenpaar seit seiner Vermählung mit geringer Unterbrechung gewellt hat, hat e« nunmehr seinen feierlichen Einzug in seine eigentliche Restdeuz, die Stadt Potsdam gehalten. Die Begeisterung u»d Teilnahme der Bevölkerung, auch der Berliner, die sich solche Festlichkeiten nicht entgehen taffe«, war eine gleich groß-Vie bei dem Berliner Einzug, wenngleich der letztere al» die Einleitung zu der Bermählungsfeier des Potsdamer Einzug an Gepränge bei weitem übertraf. A« dem HubertuSstocker Aufenthalt des Kronprinzen »erde» au» dem Berlehr desselben mit der Bevölkerung eine ganze Reibe von Episoden in der Presse erzähtt, die, wenn fir nicht gut erfunden find, ein schöne» Zeugnis für den menschenfreundlichen Ehuakter deS Kronprinzen auSstellen.
Die Bergarbeiterschütznovelle wurde am Mittwoch in der Kommission der Herrenhause» mtt 12 gegen 7 Stimm-n in der Fassung der Abgeordnetenhause« angenommen. Ungünstig steht eS mit der Borlage bett, die Stilllegung der Zechen au». Im Gegensatz zu den Wünschen der Regterung hat die Kommistion de» Herrenhauses eine Bestimmung ausgenommen, wonach der Staat die Kosten sür den BettiebSzwang unter gewiffen Voraussetzungen an de» BergwerkSbesttzer zuruckzn-rstatten habe. Rach Annahme diese» Antrages erklärte die Regierung, daß sie auf die weitere Beratung der Borlage kein Gewicht lege. ES muß also damit gerechnet werden, daß die Regierung die Vorlage zurückzicht.
Die Hrffnmg de« Ber garb eiterverbande», daß da« Herrenhaus die Bergarb-itaschutznovklle ab- lehnen werde, hat sich also nicht erfflKt. llaterdksseu fährt die Sozialdemokrat» sott, die christlichen Bergarbeiter geg-.n dar Zentrum aufznhetzru besonder» tm Hinblick auf die bevorstehende Sff-ner Wahl. DeS- dllb wüsten sich die christlich en Bergarbeiter noch iester znsammenschließen und durch ihre geschloffene Abfttmvmlg für den Zentrumskandidaten bei der Wahl der Sozialdemokratie die Quittung für ihre wüsten Hetzereien gebe». Leider haben sich die Polen topftet den Luxus einer besonderen Kandidatur getestet
Die Idee, dem Kaffer zu seinem 25 jährigen Hochzettsjublläum einenFond» von tOMillionen, gestiftet au» Gaben größerer Banke» zweckt Gewährung von Zulagen an adlige Offiziere, zur Bet- sügung zu stellen, scheint durch ihre „Vertagung- end- giüig begraben zu fein. Mit Recht!
Im Anschluß an die Pfiagstwsche hat die Frage der konfessionellen Studentenvereinigungen allmählich eine neue Gestalt angenommen. Rach einander haben die Korps, die deutsche Burschenschaft, die organisierte Finkenschaft und der Wtagolf- bund, letzterer eine evangelische Korporation, zu ihr Stellung genommen. In dru Beschlüffen ist aber von Zwangtwaßtegeln gegen die ko-isesst»uellen Berbiu- duugen nicht wehr die Rede. Man muß abwarten, welch« we Irren Verlauf die Angelegenheit nimmt. Sollten die Mttgliedrr btt katholischen Studentenverbindung-» in praxi au» dem Smdentenalrtschutz fern gehalten werden, jo würde der Frage uäh-r getreten «terben müst-r, ob diese Au-schüffe denn nicht befd»
reicht und die Seelsorge vonle^er Stelle auS * •e«gjfWJJ nicht mehr wirksam betriebet^werde» kann. die Alltäglichketa Dann «ollen «tt«»
denkt nun der beschränkte Untertanenverstand? werden, daß »ft einS stad w Denk« Wen» di« alte Sesamtgemeinde daS Recht einextz »
FronleichnamSprozesston gehabt hat, so ha^Rrte" und Knie beugen, daß wir nur eine kleine
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UebrigenS hat fich hier in Berlin und Um- gegend eine hübsche Sitte herausgebildet, die einen gewissen Eksotz bietet für dir versagte Otffenlllchkett der Prozession, Arn Nachmittag deS FronletchnamstageS pflegt» dir einzelnen Pfarreien Serneindefeste in einem geeigneten öffentlichen »treten zu veranstalten. Leußrrltch sieht so ein Fest freilich nut wie ein , Vergnügen auS; aber, eS ist doch auch kenntniS des Glauben- und ein HilfSmfttel für
AuS verschied«« Zeitungsnachrichten ersehe dH, daß man die Zahl der wirklichen Pro- zesfion« (d. h. der Umzüge tm Freie») nach Kräften zu beschneid« sucht. Sine» Borwand dazu bietet die Lellung der Pfarrei«. Heberaü, wo die BevölkerungSziffer stark wächst, muß 18 von Zeit zu Zett zu einer Teilung kommen, nämlich wenn die Gemeinde so groß geword« ist, daß die vorhandene Kirche nicht mehr au--
Fronleichnam und der längste Lag sind dieftt Jehr zusa«m«gesallen. 8ktf paßt sich auch sehr schön. In der Natur steht jetzt die Sonne auf ihrem Höhepunkt. Die all« Heiden feiert« einst zu dieser Zeit ihr Sonn«fest, und die Neu- hetd« möchten durch ein moderne- Sonnenwendfest dem Thristentum Koukurr«z «ach«. Der Katholik sieht in der Monstranz die giMt* ltche Sonne leuchten, die Sonne der Liebe und Gnade. Gr feiert zu Fronleichnamsfest das schönste und erhabenste Sonnenfest, da- fich
Gemeinschaft der Hellig«! #
Nun noch etwas Praktische-.
Wenn SommerS-Anfang im Kalender gestatt- den hat, so fängt die eig«tliche Reisezeit an. Immer höher schwillt die Flut der sommerlich« Erholungsreise» an. Früher galt« die Ruhe« fetten als ein Privilegium der bevorzugt« Klaff«. Aber jetzt erwestert fich immer mehr der Krett der Ausspann«. Wer hätte früher daran gedacht, daß auch einfache KommiS und Ladenmädchen, ja sogar Gemeindeardetter einen Sommerurlaub haben könnt«!
Wenn der Urlaub auch nicht lang ist, eine Wohttat ist er doch, sofern man ihn nur richtig zu benutzen versteht. Müßiggang und Kneip«- leb« ist keine richtige Erholung. AuS Habgier fich in anstr«gende Nebenarbeiten stürz«, ist auch nicht richtig; denn der Urlaub ist zur Auffrischung der Kräfte gegeben. Gegen eine Erholungsreise ist gar nichts zu sagen, wenn sie nur d« Berhältniffe» vernünftig angepaßt wird.
Dazu gehört ersten-, daß man keine Kilo- meterftefferei treibt. Warum in die Ferne schweifen, »«n das Gute nahe liegt? Mancher, der Geld und Schweiß für eine wette Reise opfert, tarnt die Schönheiten seiner nähen» Umgebung »och nicht. Erst die eigene Provinz, d« eigenen Bezttk studieren, dann kann «an nachher die Kreise «etter ziehen. Man bringt dann auch der weitere» Well mehr Verständni- entgegen.
ZwettenS soll «an nicht glauben, daß eine Reise in eine große Stadt oder gar tn eine Weltstadt ei» Hellsamer Genuß für Leib und Seele sei. Auf den Asphaltstraßen blüht keine Erholung, und man lernt in diesen moderne» Steinwüste a wenig erbauliche-. Viel gescheidter ist e-, die Naturschönhett« in d« Bergen oder a* Meere zu genieße». Von solchen erheb«d« Eindrücken kann »an den ganzen Winter zehr«.
Dritter- ist dringend anzuraten, die Ferta» zu Verwandtenbesukben zu benutz«. I« Zettallrr des freizügigen Verkehr- «erd« ja die Familien arg auSetnandergeriffen. DaS Nebel muß durch Homöopathie geheilt werd«, indem mau die Verkehrsmittel richt bloß zu fortwähre» dem Briefwechsel, sondern auch zu geleg«tlich« Besuch« benutzt. Aber kurz und gut; den» langdauernde Besuche werd« lästig. Und besondere Vorficht ist bei Logirrbrsuchen geboten. Wer Verwandte in der Stadt besuchen wM, der soll sich überhaupt nicht bei ihnen in der eng« Wohnung einquartteren «oll«, sondern d« Gasthof auffuchen,
Endlich kann man die allgemeine Regel aufstellen: Immer Maß halten, keine Ueberstürzuu-, keine lleberanstrengung, keine Jagd iu fieber-
Unpolitifdie Zeitläufe.
(Nachdruck verboten.)
£ Berlin, den 22. Juni 1905.
Nicht in „dumpf« Tempelmauern", sondern in der freien Natur solle man den Schöpfer verehr«, ssz« die „Äufgelläiten". Nun gut, am FronleichnamStage faßt die Kirche fie beim Wort; di» Prozesfion zieht hinan- in die freie Naim, fr/^btn unendlichen Dom mit der Himmel-- kuppel, von der die Sonne al- ewige Lampe »irderstrahlt. Aber nun ist eS den Herr« wieder nicht recht. Jetzt sag« fie, die religiös« Hebung« gehörte» m die «ttche und nicht auf die Straße, wo sie de» Verkehr und den ton« fesfionellm Frieden störten. Wie man es auch macht, die Kulturkämpfer haben immer etwa» auszusetzen.
Wer vs» d« Lesern so eine richtige Pro- zesfion unter freiem Himmel mttgemacht hat, der soll ftoh und dankbar fern. Million« von deutsch« GlaubenSg«off« müssen diese Freude entbehr«. Wir verwiesen« Kinder in der Diaspora find - ja überhaupt nicht anders gewöhnt; hier muß man fich mtt einer dürftigen Nachahmung der Prozession begnüg«, nämlich mtt einem Umzug in der Kirche selbst, — soweit man überhaupt eine Kirche hat, die so viel Raum bietet. In Zehlendorf ». B., wo wir neulich am katholische» Familienabend gesungen hab«: „Von dem Tanzsaal in die Scheune, von der Scheune in de» Dom!- — da können wir überhaupt nicht den Schatt« einer Prozession veranstalt«, well die Scheunenkirche kaum 100 Quadratmeter groß ist und der »Dom-der Zukunft noch im schlappen Bettelsack ruht. De» bevorzugt« Brüder» und Schwestern, die alle Vorteile deS all« katholisch« SrbeS genießen, kann e- nicht schaden, wen» fie immer wieder daran erinnert werden, daß es anderswo viel schlechter auSfieht. Dabei lerne« fie erst recht schützen und verwerten, waSfiehaben. Was fie sonst noch lernen können, will ich nicht sagen, um nicht wieder als zudringlich verschrie« zu werde».
die beid« Töchtergemeind« diese- Recht, iwy jede Pfarre kann nun ihre Prozesfion abhattr». Aber die hoh« Behörden d«k« ändert: Diejenige Prozesston, die von der Zuwachkkirche au-- geht, ist nach ihrer Anficht «nicht hergebracht" u»d bedarf also der S«ehmigu»g. Und die Genehmigung ist in sehr viel« Fällen versagt worden, auch sür überwieg« d katholische Ortschaft« mit schwachem Straßenverkehr, wo an irgend eine Störung gar nicht zu denk« ist. Wenn das so weiter geht, so schrumpft unsere ProzesstonSfreihett in Preußen immer mehr zu- sammen, während uns die Hetzer und Höhn« zurufen, in Preußen sei katholisch Trumpf.
denke» läßt.
Wen» man früh« die Größe und Herrlich- kett eine- weltlich« Fürst« recht hoch preis« wollte, so sagte man bewundernd, In seine» Lande» ginge die Sonne nicht unter. Vo» der Kirche, dem SotteSreiche auf Erde», kann man dies ta doppeltem Sinne mtt Recht sag«: Die natürliche Sonne geht in chr nicht unter, da sie dm gangen Erdkreis umspannt, und die himmlische Sonne deS Altars geht erst recht nicht untet in ihr, denn alle Tage vom Morgen btt zum Abend, alle Stund« hindurch ohne Unterbrechung wird das allerhelligfie Seheimntt in ihr gefeiert.
Wenn wir zu Fronleichnam (körperlich, »der ««igstenS geistig) hinausgehen in den unendlichen Dom, den Gott selbst fich unter fein« Himmelskuppel errichtet hat und mtt den gewal- ttgen Kerzen am Firmament beleuchtet, dann muß unser Semeinsinn sich «wett«» und heb«
da- kirchliche Srmeindeleben. Solche gemütlichen Zusammenkünfte d« katholffche» Familien in der Diaspora find von größerem Segen, als der Lbttflächliche Beschauer ahnt. Aehnlich wttkenim Wint« die Familienabtode, die der BolkSverei» pflegt. Gnade unter eigenartigen Verhältnissen, wo so lingeheu« viel darauf ankommt, 6m rechte» Sauerteig in die Familie zu bringe n, iS ein katholisch« Familienabend oft noch frucht- bar« und seztoSreicher, als eine Männern«, sammlung mit lehrreich« Reden. Darum habe ich schon feit Jahr« immer wieder empfohlen, man soll die BsIftunterhaltungS- und Volks- btldungS.Abende als Mittel der Sammlung und Auffrijchung nach Kräften pflegen. Ich glaube, in den latholffchm Stammlande» kann daS auch nicht schad«.
। (Wi und Knie beug«, daß wir nm eine kleine WKe bilde» in dem Wektrne«» der gläubig« Andacht, dar ,» d« Füßen des Schöpf«- ta Ghrfvrcht schäumt und braust, daß wir ta ein« gewaltig« Sinhett stehen, die nicht bloß d« garzen Erdball umfaßt, sond«» auch die Voran-- gegangenen und die seligen Geist«, die jensettS der irdisch« Grenz« in der Unendlichkeit bei Jenseits von derselben Gnadtosoune ihr Hellig, Heilig, Hellig fing«. Bei d« Andacht unter dem Himmettdome empfinden wir recht d« «- haben« und beseligende» Inhalt de- Worte-:
tigt werden müßte«, well sie keine Vertretung der Gesamtstudenttoschast »ehr sei» würde».
Der Tod v. »ißrnann», de» früheren Gouver» «em» von Deussch-Ostafttka. hat allgemeine aufrichtige Teilnahme hervorgernf«. Lag die» auf der eine» Sette begründet ta den Verdienst« de» «erstorbene» um »ufere Krtouialpolttck und in feinem lauteren Charakter, so wird die Tellnahme auf der anderen Sette «ecb gesteigert durch den tragffchen Ab'chiuß, de» da» Leben diese» Pionier» der deutschen Kolanial- poltttk gesunden Hst.
Aus de« Gebiete der äußeren Politik Var die Auf- merksamkett d« politische» Welt b der vergangenen Woche »ach wie vor auf da» Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich konzentrttrt. Während vor etwa acht Tage» die Marokk»to»ser«z ali gescheitert betrachtet werde» konnte, hat fich dank dem einmütigen Handeln der deutschen und der fron- »öfische» Regierung inzwischen da» Blatt gewendet, so daß die Konferrnz al» gesichert betrachtet w»d« darf. ES ist England, da» fich zu derselbe» anfänglich ablehnend verhiett, nicht gelungen, Frankreich ta eine» Krieg mtt Deutschland hineinzutreiben, vielmehr hat e», nachdem e» zur Einsicht gekommen, daß man am Quai d’Orsay keine «glffche» Borspaundienste ta dieser Angelegenheit mehr verrichte» wollte, jetzt seine Zustimmung zu der Konferenz erklärt. E» hiißt, daß fich hierbei bet persönliche Einfluß de» König» Esuard gütend gemacht hat. Sofern überhaupt die Gefahr eine» deutsch-franzöfische» Kriege» bestanden hat, darf dieselbe »unmehr dank der geschickte» Politik Deutschland» al» au»geräm»t betrachtet werde». Auch die nordamerikauische Union hat ihr EtnverstäudniS mtt der Konferenz erklärt.
Zn Württemberg hat die Regierung die Ser« faffuogsreform ei« gebracht. Dieselbe bezieht fich aber nur auf die Mändeversarmnluug. ES ist daher der Borwurf nicht unberechtigt, daß man e» mtt einem Tendeuzwerk zu tun hat. Sie hat unter anderem den Zweck, di« bisherige katholische Mehrhett in der erste» Kammer durch eine protestantische zu beseitige». Bo» eher Festlegung de» konfessionelle» Tharakter» der Bolksschule, vo« der Gewährung der Gewiffen»- und Religio»«fteiheit weiß die BerfaffnugSresorm leid« nicht». Heber die Auistchten des Entwurf» kann eta bündige» Urteil tat gegenwärtige« Stadium noch nicht abgegeben werd«.
I» Holland haben die Wahle» zur Zwette» Kammer ta tat vergangenen Woche stattgefunden. Bo» 100 Sitzen find nur 60 d-finitiv durch fie besetzt Word«, während 40 Stichwahlen erfolgen müße». Die Rechte, die fich au» den Antire»stationären, d« Lqristiichhistorffchen und den Sathvlcke» znfammeufetzt, ist durch die H«ntt>twahl im sicheren Besitz vo»46, die Linke von 19 Wahlbezirke«. Unsicher ist der Aut- gang von 36 Stichwahlen. Um da» Ministerium Kvtzper bei btefen zu stürzen, wollen die Liberale» mtt de» Soztaldemokrateu zusammengehen. Was sagen dazu Mtsere deutsch« Liberal«, die über daS bayerische Zentrum nicht genug wette« könne»? Sie find« e» durchaus ta bester Ordnung l
Einebedewsame Sneyklika hat derhelligeVater an die italienischen Kathvükn gerichtet. Durch die- felbe werd« die Katholiken zur Betätigung am politische» Lebe« aufgefordert. Ss bedeutet da» für da» tanerpslitische Lebe» Italien» einen Wendepunkt.
Ws» denschwedisch-norwegifchenSonflitt betrifft, so befindet fich die Eekediguug der staatSrechl- ltche» Frage »och immer tn bet Schwebe. Die Norweger geben fich alle Mühe, wie fich die» bei Gelegenheit der Vermählung de» schwedische« Prinzen Gustav Adolf mtt der P.inzesfia Margarethe von Csovsught gezeigt hat, dem König Oskar zum Bewußtsein zu dringen, daß persönliche Motive gegen ihn bei der Lorlösung nicht obgewattet hab«. Am 80. Juni ist bet außerordentliche schwedische Reichstag zujammeu- gehrten, um fich mit der Angelegenheit zu beschästigen. In der Thronrede und einer Regtenmgrvoklage wirb bie Lösung bet Urton befürwortet.
In Rußland ist da» nach russischen Begriffen Unerhörte gescheh«, daß der Z« die Deputiert« bti Sernstwo-Kongreffk», der trotz de» erlaffen« Verbot» getagt hatte, ta Audienz empfang« hat. Zu d-n Deputierte» gehört« die Träger de» älteste» «del». Obwohl ihre «dreffe eine schwere Anklage gegen den rusfisch« Despotismus war, war derEwpfang durch den Zar« eta freundlicher und das Ergebnis eta freudige», denn der Z« erklärte, daß ei ftta unerschütterlicher Wille sei, baß eine nationale Volk»- Vertretung geschaffen werde, und dieser Wille werde auSgesührt. Hoffenttich hält diese Energie de» Zaren gegenüber d« Umtriebe» der Gegner einer Volksvertretung Sand. Wie die Bollivertretnug. die »ach „ruffischen Grundsätzen- beruf« werd« soll, auSsehru wird, läßt fich jetzt »och nicht sage».
Sehr erfreulich ist bie Entwicklung, welche bie Frage einer Friedenskonferenz zwischen Japan und Rußland genommen hat. «I» Sitz derselben ist, wie wir schon neulich vermuteten, Sashtagto« aalet» seh« worden. Der Termin bjr Abreise re» Bevollmächtigt« ist bexett» ebenfalls festgesetzt, so daß der Anfang der Verhandlung« in der erst« Hälfte de» MonariJuti zu erwarte» ist. Ob eta Waffnchillstand zustande kommt, ist noch nicht aulgemacht, doch wahr- schetnttch. Durch benfelben würde dem Abschluß de» gtiebeu» unbedingt großer Vorschub geleistet werd«, betm wenn Rußland siegt, dürtte bie FriedenS- stimnmng in Raßtanb burch d« Steg abgeschwächt werd«, uub siegt Japan wieder, so würde bei nicht ohne E nfluß ans seine FrttdmSbedtrgung« bleiben.