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M 139.

Fulda, Dienstag, den 20, Juni 1905.

32. Jahrgang

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Fortwährend

aefemcn aßt Poftauftalteu, Lsuddrief- boten, Zeitung-träger und unsere Expe­dition (Harmonie)

Stßrllaipi ns da» 3. Eaartai 1905 der «Fuldaer Zeitung' zum Preise von 1 Mark 50 Pfg. (ohne Bestellgeld und Bringerlohu) entgegen.

Neu hinzutretende Abonnenten er­halten die Zeitung vom Tage der Be­stellung ab bi- Ende Juni gratis.

Busland.

* In der Marokkofrage schrot England bxnt drm oeränbenett Wind, der in Parts weht, sich eines Besseren zu besinnen und klein beizu- geoen. Der offiziöse Pariser ,TempS' bestätigt dämlich, daß der französische Botschafter tnLondon, Cambon, nachdem er mit Lord LanSdowne eine Besprechung der marokkanischen Angelegenheit gepflogen, heute dem Ministerpräsidenten Stowtet die Versicherung ausgesprochen habe, daß die von dem britischen Vertreier in Fe, er'lärie Ab­lehnung der Teilnahme Englands an der vor» geschlagerrrn Kinferenz nicht den amtlichen und bestimmten Charakter hatte, den man ihr zuschrieb, u«t> daß England sich der Haltung, b;e Frankreich in der Konferensfrage etnnimmt, emschließen werde. Nan also!

* Der König von 'Schweden »ahm am Montag aus Anlaß seines 60jährigen Offi­ziers. Jubiläums die Glückwünsche der Geuerale imter Führung des Kriegsministers und der Asmtrals unter Führung des Marine- ministers entgegen. Der König dankte tief 'ewegt. — Die auß-'vrdknt'iche Tagung des Reichs­tags wird am 21. Juni feierlich eröffnet werden. -- Der Staatssekretär ohne Portefeuille HuS- berg, wurde mit der Lsiiung der Geschäfte des Kultusministeriums beauftragt.

* Die Beendigung der uugurischeu Minister-KrisiS. Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht heute ein Handschrsiden des Königs, durch welches Ministerpräsident Graf Tisza, sowie die Mitglieder seines Kabi- mts uiüettAnerkennung ihrer treuen und eifrigen Dienste vom Amte enthoben werden. In einem Handschreiben an Tisza wird diesem noch besonders der Dank deS Monarchen für seine mit voller Hingebung geleiteten treuen Dienste ausgesprochen. Godann wird Fejervary zum Ministerpräsiden­ten ernannt und gleichzeitig mit der provisori­schen Leitung des Fina«ks»t'üfterium§ mck des Ministeriums a Jateie betraut. Es folgt dann die Ernennung der neuen Minister, wie bereits unter dem 13. Juni gemeldet wurde; gleichzeitig werden die politischen Staatssekretäre der Mini­sterien entlassen, ohne daß neue Staatssekretäre ernannt worden find.

• Zur Lage in Rußland In Kraß- noje-Ssels versammelten sich am 15. d. M. einige hundert Offiziere zur Beratung über die Lage, welche die Armee in der letzten Zeit in der Gesellschaft einnimmt. Wäh­rend der Beratung erschien General Rehbinder, der Gehilfe des Chefkommandanten deS Petes- burger Militärbezirks, Großfürsten Wladimir, und verlangte die sofortige Auflösung der Berfamm- lung, die unzweckmäßig fei. Hierauf trat eine Gruppe von Offizieren vor und erklärte, fie seien alle treue Untertanen LeS Kaisers, aber könnten nicht weiter die Rolle von Polizeisoldaten spielen, die ihnen vor einigen Monate« üLfge- drungen worden sei. Die Rolle trenne fie voll­ständig von der Gesellschaft, der gegenüber sie eine Art Henkerrolle hätten. General Reh­binder verlangte trotzdem, daß die Versammlung auseinander ginge, und versprach, in nabet Zu­kunft eine gesetzmäßige Versammlung einzuberufen. Am Montag mittag empfing der Kaiser im Alexandriapalaste in Peterhof die Abordnung des Semftwo-Kongresses in Moskau, sowie den Bürgermeister und die Vertreter von Petersburg. Die Abgeordneten des Moskauer Kongreffes, Prtrunkrwüsch, Rodiwitsch, Fürst TschakowSky, Fürst Dolgoruki, Fürst Lwow, Ko­walewsky, Nowofilzew, Lwow, Fürst Trubetztoy und Golowin stehen uuter der Führung des Grafen Hryden. Fürst Trubetzkoy richtete an den Kaiser eine längere Ansprache, in der er die schwierige Lage Rußlands darlegte, welche die SemstwoS gezwungen hätte, sich an den Kaiser direkt zu wenden, Die Ausführungen des Fürsten Trubetzkoy, die eine halbe Stunde dauerten, machten einen tiefen Eindruck ans den Kaiser. Sodann sprach Fedorow als Verirrter Petersburgs. Der Kaiser erwiderte in längerer Rede und gab feinem Bedauern Ausdruck über die ungeheuren Opfer, dir der Krieg forderte, besonders die letzte Niederlage zur See. Der Kaiser schloß mit den Worten: »Ich danke Ihnen, meine Herren, für die Oe« fühle, die Sie zum Ausdruck brachten. Ich glaube an ihren Wunsch, bei der Durchführung der Grundsätze der neuen Ordnung mittuhelfen. Mein Wille, der Wille deS Kaisers, eine Na­tionalversammlung einzuberufen, ist uner­schütterlich. Ich wache täglich darüber; mein Wille wird aurgesührt werden, das können Sie schon heute den Bewohnern deS Landes md der ; Städte verkünden. Sie werden mich bei diesem

: neues Werke unterstützen. Die Nations lvrrfamm-

Bus Kirche und Schule.

* Eine neue Euch Nika deS hl. Baker» an die italienischen Bischöfe ist deute veröffentlicht worden. Sie betrifft die Tätigkeit der christlich-demokratischen Katholiken und der Geistlichkeit. Der Papst ermuntert darin zur Begründung von VolkSvereini- g u n z e n, um die sich alle anderen katholischen Verbände volkswirtschaftlichen Charakters scharen wüßten, und fordert die Katholiken auf, sich an dem öffentlichen politischen Leben zu beteiligen und zwar in einer der christüchrn Zivilisation und dem materiellen Wohl des Volk«s dienenden Weise. Der Popst fährt fort, die Kirche werde immer zng-n, daß fie die Fähigkeit habe, sich zeitentsprrchenden Bevü'f-.ssen der bürgerliche« Gesellschaft anzr-pafstrr. Dre Katholiken, welche wirtschaftlichen Bereinigungen angrhörten und an öffentlichen Verwaltungen teilt ühwen, müßten immer von der Oberhoheit der Kirche abhängig fein, fie sollten hingegen, soweit rein weltliche Interessen in Frage kämen, die weiteste Freiheit genießen. Der Papst tadelt sodann die­jenigen, welche diesen Grundsätzen nicht folgten, und ermahrt die Geistlichkeit, sich von Partei- kämpfen fernzuhalten.

* Vom GichSfeld-, 19. Juni 1905. Das 1150jährige Jubiläum deS Mariyrertodes deS hl. Bonifatius, das kürzlich zu Fulda ge­feiert wurde, soll auf demEichSfelde seinen Ab­schluß finden, und zwar auf dem Hülfens­berg e, dem National Heiligtums des Eichsfeldes. Auf dem Hülfensberge bei Geismar hot nach der Ueberlieferuvg und nach gewichtigen geschichtlichen Zeugniffen der hl. Bonifatius die Tonnereiche gefüllt und damit dem Ctzristentume in Thürin- gen und Heffen Eingang verschafft. Alljährlich, besonders am sogen. »Hülfenstage" (Sonntag nach Trinitatis), p-lgern Zehntausende von nah und fern aus den mit einem Kirchlein, der Boni- fatiut-Kapelle, gekrönten hohen Bergkegel. In diesem Jahre werden voraussichtlich weitere Zehn- tausende von Wallfahrern hinzukommen. AuS Anlaß der Bonifatiusfeier trifft der Hoch». Herr Bischof von Paderborn, nächsten Montag früh auf dem Hülfensbergs ein und wird dort im Po» tifikal-Ornate dem feierlichen Hochamte bei­wohnen und nach diesem die Predigt halten und den Segen spenden. Die diesjährige Wallfahrt zum HülfenSberge verspricht eine großartige katho- lifche Kundgebung zu werden.

* «trußbur,, 19. Juni 1905. Bei der GratulationSkur anläßlich seines Namenstages, zu der der ganze Kletus der Stadt, das Dom- kopuel uns die theciogijche Fakultät sich einge»

Deutsches Reich.

Berlin, den 19 Juni 1905.

** Betreffend die Behebung der Beschluß- «»fähiskeik i« Reichst«» hatte die .Köln. VolkSztg/ den Vorschlag gemacht, die Befchluß- fähigkeitSziffer herabzusryen. Zu diesem Vorschlag äußert sich die .Kr^uzzlg.' in einem längeren Artikel, deffen Fazit in folgenden Gedanken gipfelt: „ES ist interessant, daß hier aus den Mihen des Zentrums ein Vorschlag kommt, der on einen Bismarckschen Gedanken anknüpft. Da­mit ist allerdings nicht gesagt, daß wir ihm jetzt ohne wetrereS zustimmen. Denn die Verhältniffe flnb bei uns eben anders als in Englund, und es muß ftaglich erscheinen, ob eS bei uns möglich ist, den Gefahren, die sich aus einer zu niedrigen Bemessung der zur Beschlußsaffuug erforderlichen Rikgltederzahl ergeben, in ähnlicher Weise vor- zubeugen, wie das in England bisher mit Erfolg geschehen ist. Jedenfalls wird aber unter ben Mitteln, die bet der Sickerung dauernder ArbeilS- Migkei: des Reichstages in Betracht kommen tonne», die Herabsetzung jener Zahl ebrr.fMS eine Rolle spielen."

\ Dem verstorbene--. Gouverneur a. D. v. Witzm«u« ist nunmehr auch im »Reichs- angeiget' ein Nachruf gewidmet worden, auS welchem folgender Paffus hervorgehoben sei: Hermann v. Wißmann hat sich sowohl als Forscher, wie auf kolonialem Gebiete ganz her­vorragende Verdienste erworben. Durch seine Forschungsreisen hat er wesentlich dazu beige, tragen, das Dunkel zu lichten, welches einen großen Teil Afrikas noch umhüllte. AlS erster Deutscher hat Wißmann den dunklen Weltteil durchquert und sich schon durch seine erste Ex­pedition in die erste Reihe der Afrikaforscher gestellt. Mit der Entwickelung Dmtsch-Ost- afrikas wird der Name Wißmanns stets aufs engste verknüpft bleiben. Besonders die schnell? und erfolgreiche Niederwerfung des Araberauf- standeS, unter schwierigsten Verhältnissen über­nommen und durchgeführt, ist fein bleibendes, ruhmvoller Verdienst. Persönlich zeichnet? et sich durch hervorragende Liebenswürdigkeit und Kameradschaftlichkeit aus. Er befaß eine große Zahl von Freunden, die neben den Angehörigen seinen Tod auf das schmerzlichste beklagen.

♦ Der Reichskanzler hat an Frau v. Wißmann folgende Depesche gerichtet: ,Seine Majestät der Kaiser und König find durch den jähen Tod deS kaiserlichen Gouverneurs und Majors z. D. Dr. v. Wißmann schmerzlich berührt und haben mich beauftragt, Ihnen Aller- höchst Ihr wärmstes Beileid auszusprechen." Sein eigenes Beileid drückte der Kanzler in folgendem Telegramm aus: „Die Trauerkunde ?wn dem unerwarteten Ableben Ihres Gatten bat mich tief erschüttert und mit aufrichtigster Teilnahme erfüllt. Ich vereinige mich mit Ihnen in der Trauer um den Dahingeschiedenen, der als Erforscher des dunkle» Erdteils, als sieg- rrrchrr Bekämpfer des Araberaufstandes in D utfch-Oftrfrika und als Gouverneur dieses Schutzgebietes sich unvergängliche Verdienste er­worben hat. Der Name Wißmann bleibt mit der Geschichte afrikanischer Forschung und deutscher Kolonisation für alle Zeiten unlösbar verknüpft."

§ In einer Petition «« das Reichsamt des Jauern ersucht der Verband fortschrittlicher Frauenvereins um Einführung der Mutter­schafts-Versicherung. Er wünscht, daß daS Reichsamt dem Bundesrate und dem Reichstage entsprechende Gesetzesvorlagen bett. Schutz der Wöchnerinnen unterbreite in dem Sinne, daß 1) § 137 der Reichs Gewerbeordnung dahin erwei­tert werde, daß die gewerblichen Arbeiterinnen die Arbeit mindestens 8 Wochen (davon 2 vor und 6 nach der Eatbindung) untersagt wird; 2) dieses Arvritsverbot auch aus die Hümarbeite- rinnen, die kaufmännischen Angestellte«, die häus­lichen Dienstboten, die im Tagelohn stehenden

Landarbeiterinnen ausgedehnt werde; 3) durch Ausbau und Bereinhei llchung unserer Versiehe» rungs. Gesetze eine staatliche Mutterschasts-Ver­sicherung geschaffen werde, welch; den Lohnaus­fall deck:, sowie Geburtshilfe, freie ärztliche Be­handlung und Heilmittel für Wöchnerinnen und Säuglinge umfaßt; 4) allen Frauen, bei denen das eigene Einkommen oder das ihrer Ehemänner unter der Vermögensgrenze von 3000 jfc bleibt, gemäß den Bestimmungen bei der Jnvaliditäts. und Altersversicherung ein S-lbstverficheruagSrccht etngeräumt werde, sodaß ihnen nach einer ge» wissen Karenzzeit in E ttbindungssällen gleichfalls ein Anrecht auf die Mutterschasts - Versicherung zusteht.

* Die Berkehrseittttahmei» deutscher Eisenbahnen fürMai 1905 betrugen nach der im Reichseisenbahnamt ausgestellten liebet, ficht: für alle Bahnen im Monat Mai 1905 im Perionenverk.-Hr50438014 (gegen das Vorjahr — 6 230 576), im Güterverkehr 112 805 164 (gegen das Vorjahr + 12 888 229). Die Gesamtlänge der Bahnen betrug 47 962,84 Kilometer, gezue das Vorjahr -f- 821,22 Kilometer. Bei ?en Mindereinnahmen aus dem Personenverkehr kommt in Betracht, daß das Pfingstfest 1904 in den Monat Mai, 1905 in den Monat Juni fiel.

(*) Sine Abfertigung wird dem Allge­meinen Deutsche« Burschenbund wegen seneS BeschluffeS zur Frage der konfessionellen Verbindungen in der »Kceusttg.' zuieil. W heißt dort u. a : „Den Verfassern dieses Be- schluffes kann nicht gut entgangen fein, doß die Art, in der bisher der Kampf gegen die kon­fessionellen Verbindungen geführt und feine Be­rechtigung begründet worden ist, einen stark politischen Bägefchmock gehabt hat. Deshalb macht eS einen eigenartigen Eindruck, daß der Allgemeine Deutsche Burschenbund aus seiner ablehnenden Haltung gegen jede politische Be­tätigung der studierenden Mitglieder seine Be­rechtigung zum Kampfe gegen die konfessionellen Verbindungen herlrttet. Indessen die neueste akademische Bewegung hak, ttdem sie im Nam-n der Freiheit den konfessionellen Verbindungen die Existenzberechtigung abspricht, bereits einen so klaffenden Widerspruch gezeigt, daß man sich nicht wundem darf, wenn diejenigen, die sich ihr anschlikßen, in ihren Schlußfolgerungen ähr l che Widersprüche zeigen.- Die Widersprüche find erklärlich, weil die Bekämpfung der konfefsto nellen Studentenverbindungen eben nicht mit dem Begriff der akademischen Freiheit verein­bar ist.

* Betreffend die Einrichtung u«d den Betrieb der Bleihütten ist im Reichsanzriger eine Verordnung des Bundesrats ver­öffentlicht worden. Dieselbe betrifft in ihren all­gemeinen Bestimmungen die Besch affenhsit der Arbeitsräume und enthält Vorschriften für die Betriebsabtellungen, in denen Bleifarben her­gestellt werden, für die Zinkschaumdestillations­anlagen, für die Arbeitskleider, Waschgelegenhrit und dergleichen und für die Ueberwachung deS Gesundheitszustandes. Aus den Bestimmungen für die Beschäftigung von Arbeitern sei hrroor- gehoben, daß Arbeiterinnen und jugendlichen Ar­beitern in den Flugstaubkammern und Flugstaub­kanälen und beim Transport des Flugstaubs eine Beschäftigung nicht gewährt und Ser Aufenthalt in den genannten Räumen nicht gestattet werden darf. Die bei der Bedienung der Schachtöfen tätigen Arbeiter, abgesehen von den Arbeitern auf ben Gichtböden, dürfen nicht länger als acht Stunden bejchäftigt werden. Dasselbe gilt für Arbeiter, die im Innern kaltzestellttr Ofen be schästigt find oder beim AuSräumen von Flug, staubkammemund Flugstaubkanälen, welche «affen Flugstaub enthalten. Beim Ausräumen von Flugstaubkammern und Flugstaubkanälen, die trocknen Flugstaub enthallen, dürfen Arbeiter im Innern der Kammern und Kanäle« täglich höchstens vier Siunden mit Räumungs- und Transportarbeiten dieser Art, überhaupt aber nicht länger a!S acht Stunden täglich beschäftigt werden. Die vorstehrnden BrstimAungen treten mit dem 1. Januar 1906 in Kraft. Wenn eS auS überwiegenden Gründen des öffentlichen Jntereffes dringend geboten ist, kann der Bundes­rat für einzelne Betriebe diese Frist bis zum 1. Januar 1913 verlängern, auch bis dahin Ausnahmen oo» einzelnen Vorschriften zulaffen.

* Die Kommisfiou des Herrenhauses begann cm Montag die Beratung der Srbeiter- fchutznoorllr mit einer Seneraldiskusston, welche eine ausführlichere Stellungnahme zu der Vor- läge betonhete, als neulich dir allgemeine Be- sprechung bet der ersten Lesung im Plenum ver­muten ließ. Die §§ 1—4 (Wagennullen) wurden unverändert in der Fassung des Ab- geordnetenhauskS angenommen.

lang wird, wie früher, die Einheit Rußlands mit feinem Kaiser Herst?«.en, und fie wird daS Fundament einer Ordnung bilden, die auf nationalen, 'u fischen Grundsätzen beruhen wird." Die Delegrenen haben von dem Empfange einen neuen 0 «druck gewonnen; auch der Kaiser war befriedigt.

• Bott» ostastatischen Kriegsschauplatz. Mit dem Abschluß eines WaffenstrMandeS hat es ncch gute Weile. De augenblickliche Ruhe auf dem Kriegsschauplatz m der Mandschurei hat sogar einer plötzlichen Lr! Hastigkeit in den Be­wegungen der Arme«körp.r Platz gemacht. Seit einigen Togen sind die V rposten heftig engagiert, und eS ist leicht möglich, daß fick noch zuguter­letzt ein zweites großes Ringen ädnirch dem von Mukden daraus entwickelt, daS dur.n allerdings auf die FriederiSoerhand!unge« und FiiedenSde« dttßungen von allergrößtem Eirftoß fein müßte. In den Kreisen der russi dien Armee scheint man auch tatsächlich nicht übel Lust zu haben, eine« letzten Schlag zu wagen. Man betont dort, daß die Soldaten voll Zuversicht seien und die Lotung des russischen Herrs aus den seitherigen Kämpfen soviel neue Erfahrungen in Taktik und rationeller Verwertung b-t Artillerie gesammelt habe, daß fie ruhig einer neuen Schlacht ent« gegersihe.r dürften. Andererseits arbeitet in- zwiscken die Diplomatie mit Hochdruck am Ab- schl ß eines Vorfriedens und auch die russischen Truppen scheinen in den letzten Tagen keine Lor­beeren gepflückt zu haben, so daß es sehr fraglich ist, ob dir Kriegspartei in Petersburg mit ihren Absichten nicht zu spät kommt. — Zur Frage deS Waffenstillstandes äußert sich die ,TimeS' in einem Berich: aus Petersburg dshin, daß, obichon Präsident Roosevelt arigeblich für den Waffenstillstand arbejis, nicht an einen Still­stand oder eine Einstellur>G bet Feindseligkeiten zu denken sei, b's die Konsereuz wirklich ver­sammelt s§i. Auch der Berichterstatter der »Morning Post' in Washington bestätigt letztere- und erkiätt, daß dies mit der gehörigen Begrün­dung -den „Personen, d'k^"olnfpruch auf Auf­klärung Härten", sehr offen mitgeteilt worden sei.

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