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Fulda, Donnerstag, den 15. Juni 1905.

32, Jahrgang.

langsam, oder unaufhaltbar, bis der Saut des Eil« zages immer schneller wurde uvd die roten Lichter »er Laterne« bald nur noch au» unerreichbarer Ferne chimmertea.

Die verkaffene Frau stand noch immer auf dem Perron, vor KSlle, Schnee und Feuchtigkeit erschamrvd und fie doch nicht fühlend. Sie Haire den eisernen Strebepfeiler vmttammert und starrte der entschwin­denden Wagenreile ncch, welche > ll' ihre Liede, ell' hr G'öck mit sich führte. Dann wandte fie sich zu »er ängstlich harrenden Dienerin und sagte mit dnwpfrr, ionlvser Summe: »Komm, der Mann hatte Recht, es ist zu spät und alle» umsonst I*

8. Kapitel.

«Hein.

So manchmal fuhren sie im Mondttrlicht Som Kiffen auf; von Tränen war «8 naß, Lud naß ton Träne» war auch ihr Gesicht. Seträumt hatten sie, ich weiß nicht was; Dann dachten fie der alten, schöne» Zeit, Und an ihr nichtig Zweifel»,anthrEcheide», Und daß fie jetzt so weit, so ewig weit!

O Sott, vergib, vergib und hilf den Briden!

XX.

Welch' eine furchtbare Heimkehr I In de« öden .Zimmern herrschte E-seSkSite und dichte Finsternis, denn da» Feuer war längst erloschen und daS Licht niederoebrannt. Geb es wohl ein pefferdere» Bilo jener tiefer, he ffauogslose» Rocht, welche sich an diesem Aberd auf zwei Mmescheuherzen gelegt hatte?

Lima sprach hi« Wort; ihre Füg« trugen sie nicht wehr, und ihre Zähne schlugen vor Frost aneinander. Die alte Dieverm wußte roch nichts vrn dem Bor- gesallere», eher fie ahnte, daß eia furchtbares Geschick über ihre Hrrrin berrin gebrochen sei, und daSweckre dos ganze Mitgefühl br» tunt« Weibe», welches mit fast mütterlicher Zörftchkeit und Hingebung an der

Ausland.

* Da- Pariser Attentat ans der» König von Spanien hat in Paris zu rin« Anarchisten, jagd geführt. D« mit bet Untersuchung des Bombenanschlages auf den König von Spante« betraute Untersuchungsrichter Leydrt »«hörte den am 1. Juni verhafteten Anarchisten Malato, d« «klärte, er habe durch seine Tätigkeit als Anar­chist feto« Gegnerschaft der spanischen Monarchie gegenüber Ausdruck geben wollen, sei aber einem Attentat abgeneigt gewesen. Malato gab Auf« kiärungen über seine Beziehungen zu dem Anar­chisten Balina, stellte aber entschieden in Abrede, daß diese Beziehungen den Anschlag auf den König von Spanien bezweckten. Die Polizei ist auf cet Spur eines weiteren Anarchisten, der unter dem dringenden Verdachte steht, sich an dem Attentat auf König Alfonso beteiligt zu haben.

* In der italienischer» Deputierte«' kam»er führte am Dienstag bei B«atung des Kriegsbudgets KriegSmtaist« Prdotti auS, durch )ie neuen Aufwendungen, die für daS He« ge­fordert würden und b«en Bewilligung dar Land sicher nicht verweigern werde- werde daS italie­nische Heer, daS in seiner Aufopferung und Selbstverleugnung bewundernswert fei, so aus­gestattet, daß es geg-n jede Eventualität

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Druck und Verlag Ms $«I6«ttXdieebnüe88f i« finlda (haruwnW Lervfprecher M L

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dem Kutsch« ein blitzendes Goldstuck gereicht uvd ihm: .Nach dem Bahnhöfe!" zugerufe« hatte, so laut, daß « erstaunt wrrr nette: .Na, die hcu'S eilig." Er hieb auf die Pferde ein, und dabin brauste der Wage«, daß die wenigen Fußgänger auf die Seite flüchtet«. Drinnen aber war Elma von ihrem S tze auf die Erde uiedergekamrt, fie stemmte ihre Sme gegen den Rücksitz des Wagen», als wollte fie mit ihrer schwachen Kraft versuchen, die Fahrt zu beschleunigen. Dan« wieder fuhr fie empor und schaute durch die halb zugesroreuen Scheibe«:Hotel du Nord" stand da; o, fie waren also erst ta der kleine« Gallusstraße, wir langsam die Pferde vorwärts kamen. Da endlich glävzte« die Lichter öeS Bahn­höfe» ; eine Sekunde noch, und fie stand mit ihrer Begleiterin in d« Halle. Et waren nur wenige Personen dort, «ad Elma's Tritte hellten laut auf dem Steinpflaster wieder. Nur vorwärts, vorwärts zum Schalt«!Für den Zug wird's zu spät sein, Radame," sagte der Beamte schläfrig uvd wollte den Schieb« schließe«. Aber die bleiche Frau schob ihre dazwischen and fragte, ob oorhi« nicht d« >e> t adgereist fei, groß hbö stark mit einem braunen Zollbartr uvd elegantem «uSsehkv.Doch, ich «incete mich, er war vor zwei Stunden vorher mit dem Zage von H-mburg ongefommen und hatte sein Gepäck noch Di«. Ebe« löste er ein Billet zur Rückfahrt mit dem Nach'zuge," sagte d« Beamte höflich, abu fich'.bar ungeduldigSo?" lief Elm?, nach Luft tlcgenb. Ein hinter ihr stehender Parlier toitS mit stsmm« iebetöe «sch der AuSgaogStüre.Dort I" Dann Sschte er eine der Laternen, während die beiden srauen aas de« (eeten, zugigen Perron hinanSeilte», wo der Nachtzug fich schwarz a»b dunkel von du beschneite» Umgednug abhob. Nur menige Fenster waren erhellt; Elma lief auf die Wagesreche zu. ,31 spät!" schrie ein« du Schaff,«; eS ertönte ei« schr-ller, anhaltend« Pfiff, die keuchende Maschine setzte fich pustend und zisch-nd in BewegNog, erst

»«eine zu übernehmen. An den Kaiser wurde folgendes Huldigungstelegramm gesandt: Eure Majestät bitten 83,000 Mitglieder des Verbandes d« katholischen Arbeitero«eto« Deutsch­lands, auch am diesjährig« Delegiertentage daS Gelöbnis unwandelbar« Treue und Liebe evt- «egennehmen zu wollen. Wo imm« es gilt, für Kais« und Reich einzustehen, werden wir dem Rufe Euer« Majestät begeistert Folgen leisten!" Ein anderes Telegramm au den Papst hebt», a. hervor:Wir vertraue«, daß Gottes Beistand unf«e Bestrebungen zum Ziele führen w«de«, wenn wir den Weisungen folge», die Deine Heiligkeit uns biSh« gegeben haben und noch geben wird."

* Der BitterkSndtsche Krame« «Berei« hält seine Mttglieder-Haupiverfammlung morgen (Donnerstag) vot mittag im Abgeordnetenhouse ab. Am Freitag findet die Delegierten B«. sammlung statt. Di« Kaiserin wird an den Verhandlung« teilnehmen.

* Ueber die Tätigkeit des Kaufmanns- Gericht- iw Pcköneberg während der erste« »!£ Monate s«»eS Bestehens liegen nunmehr die vollständige» Srgebniffe vor, häNzen wurden 25 Streitsache« anhängig gemacht, und zwar 22 von Handlungsgehilfen gegen Prinzi­pale und 3 von Lehrlingen gegen Lehrhnren. Von de» Streitsache« wurde» zwei durch Zurück­nahme, zwei durch Vergleich, zehn durch rechts­kräftiges Bersäumnisnrteil und acht durch ein anderes Sndurleil erledigt; in drei Fällen wur­den auß« dem BersäumntSitrteU noch »wei In« erkennungs- und ein kontradiktorische- Urteil ge­fällt.

** Die Gteneralverfammlmng des Ber- baudes -«rischer Bergarbeiter «Hätte fich am Mittwoch in der Frage der Masset« in einer Resolution mit dem Standpunkt der Dele­gierten deS Verbandes auf dem Kölner Gewerk­schafts-Kongreß einverstanden. Ein weüergehender PaffuS der Resolution, in dem d« Standpunkt des Delegierten LeimprterS bezüglich d« Mai­feier nicht gutgeheißen wird, wurde abgrlehvt. Die Generalattsammlung «klärte feiner, daß der Beschluß deS Amsterdam« Kongresses über die Maifeier, d« ja auch auf dem Kölner Gewerk­schaftskongreß gutgeheißen ist, auch für de« Ver­band der B«garbett« maßgebend ist. Danach soll d« 1. Mai genau so gefeiert werden wie bisher, und hält auch der Verband fich ver­pflichtet, (m Rahmen deS Amsterdam« Be­schlusses dafür zu sorgen, daß die ArbeitSruhe am 1. Mai nicht geringer, sonder« größer wird. Sin Antrag, de« wegen der Maifeier gemäß regelten Mitgliedern Gemaßregelten Unter­stützung zu gewähren, wird mit groß« Mehrheit abgelehnt.

§ Ueber die Lege des deutsche« Ar­beitsmarktes schreibt Dr. Zastrow in sein« ,Arbeittmaiktkon/: Wenn trotz d« Besserung des BeschäfttgungSgradeS der Andrang am Ar­beitsmarkte ebenso stark ist, wie im Vorjahre, so ist die« die Folge einer ungewöhnlichen Vermehrung des Angebots. Diese Be­wegung des Angebots war zu «warten, da der Umfang des Neuangebots, das ditSchul-

entlaffung im laufenden Frühjahre brachte, größer war, als in früh«ev Jahre«. Nimmt man nämlich an, daß sich dieses Neuangebot ta der Hauptsache aus den im Alter von vierzehn Jahren befindlich« Person« rekrutiert, so war in diesem Frühjahre die Beoölk«ungSfchicht in betracht zu ziehe«, die 1891 geboren ist. Die damals Geborenen beziff«ten fich aber auf 1903160 Köpfe, während es im Jahre vorher zirka 80000 wmtg« waren. Seit 1872 war die Z »rahme d« Geburten von einem zum an­deren Jahre noch nie so stark, wie von 1890 auf 1891. Obwohl von dem Plus von zirka 80000 Köpf« wegen d« Abgänge durch Tod ufrv. die Hälfte abzusetzen ist, so tzenüat auch eine außergewöhnliche Vermehrung um 40000 Köpfe vollauf, um daS FrühjahrSangebot stark snfchwellen zu lass«, Es kam« infolge deS starken Angebots |m Mai an den öffentlichen Arbeitsnachweisen auf 100 offene Stell« 119,7 Ärbeitsuchende gegen 120.9 im Jahre 1904. Gegenüber dem Vorjahre fällt die Zunahme deS weiblichen Angebots auf. Während der Prozent- fay der weiblich« Axheitfuch«dm für 100 offene Stellen im Mai deS Vorjahres 77,6 Prö- zent betrug, beträgt er in diesem Mai 81,4 Prozent Auch der männliche Arbeitsmarkt weist eine starke Steigerung der Arbeitsuchenden auf, aber auch eine recht erhebliche Vermehrung der offenen Stellen.

* Karlsrnhe, 14 Juni 1905. Der frühere Finanzminifl« Moritz Sllstädter ist heute morgen im Alt« von 78 Jahren gestorben. Sllstädter wurde 1868 zum Präfidenten deS Finanzministeriums ernannt und trat im März 1893 in den Ruhestand.

Deutsches Reich.

Berlin, den 14 Juni 1906.

* Der Tag für de» Einzn- M junge« Kronprinzen paare- in Potsdam ist jetzt laut einet Mitteilung des HosmarschallamteS an ben Oberbürgermeister 'von Potsdam vom 26, Juni ans Dienstag, d« 20. Juni verlegt worden. Infolgedessen hat man in Potsdam sofort mit den Ausschmückungen der SinzugSstraße« be­sonnen. Am Bahnhof wird das junge Paar von 40 Ehrenjungfrauen, deren eine ein Gedicht vorlrägt und ein« Blumenstrauß' überreicht, be­grüßt werd«.

* Die Ueberführnng der Leiche des Würste« Leopold oo« Hoheuzoller« vom Anhalter Bahnhof nach Sigmaringen erfolgte Dienstag abend 8 Uhr 20 Mto. In dem Zuge befand« fich d« jetzige Fürst von Hohenzollern, der Thronfolk« von Rumänien, d« Prinz und hie Prinzessin Albert vo« Belgien, und die Gräfin von Flandern. Die Beiseh -ng in Sigmaringen «folgt am Freitag. Eintreffen werden hierzu d« Kaiser, d« König und die Köniaiy vyn Ra« mttoien, der König von Sachsen und die Groß­herzogin von Baden. DaS erste Garde-Regiment stellt eine Kompagnie, die Prinz Sitel-Friedrich kommandiert.

__** Die Geschenke des «egns von «besfin en «n Steifte Wilhelm. Der NeguS ließ durch den deutschen Gesandt« Dr. Rosen dem Kaiser zunächst den höchsten Ordm seiner Landes, d« Stem von Aethiopim, in Gold mit Brillant« überreichen. Der Ord« wird am rot-grün gelbem Bande getragen. Fem« sandte der NeguS dem Kaiser ein« goldoerztert«, runden Schild, d« in der Mitte erhabene Verzierung« zeigt. Auß«dem zwei mannesbohe Speere, dar n ein Ehrenkleid aus rotem Samt; dieses ist europäisch« Herkunft, die reiche Goldstickerei aber ist in Aethtopim gearbeitet. Außerdem einen abessinisch« Sattel mit vollständigem Zaumzeug, beides reich mit Gold oerzert. Ferner ein Ge­schenk von kalt«'historischem Jntenffr, zwei antike äthiopische Ktrchenkreuze, die bei Prozessionen vorangetragen w«d«. Eines dies« Kreuze trägt sowohl eine äthiopische als eine griechische In- 'schrifr. Hinaus darf geschloffen werden, daß es älttr ist olS auS dem sechsten Jahrhundert, da nach dieser Zett die griechische Sprache ta d« äthiopischen Kirche nicht mehr angewandt wort« ist. Ferner einen ebenfalls antik« bronzenen Kelch m t äthiopisch« Inschrift. Diese Geschenke wurd« dem Kaiser vorgestnn durch den Ge­sandte» übergeben. Ein Schwert mit gvldverzierter Scheide und vier Elefantenzähne von besonder« Größe sind roch nicht in Berlin eingetroffen.

* Verband katholischer Arbeiterver­eine Deutschlands. Der Verband, dem über 83,000 Arbeiter angehören, hielt gestern unter starker Beteiligung im St. Leo-Hospiz seinen diesjährigen Delegiertertag ab. Fürstbischof Kardinal Kopp ließ die Versammelten durch seinen Delegaten begrüßen und seiner Unter- stützung versichern. Der Beleget «klärte fich be­reit, daS Amt eines SeneralpräfeS der Arbeiter-

gerüstet fei. «ine Vorlage, betreffend Ein­führung d« zweijährigen Dienstzeit, tilgte der KriegSmintst« noch hinzu, fei bereits ausgearbeitet.

* Schwede« und Norwegen. Gegm die Beschlüsse deS norwegisch« StorthingS auf Aufhebung btt schwedisch.norwegischen Union hat rimmchr König OSkar t« einem Schreibe« an den Prästd«t« des StorthingS Protest eingeleßt und damit fein« früheren telegraphi­sch« Einspruch an de» norwegisch« Minister- und Kammerpräsident« ergänzt. Der König lehnt darin die AustSfnntz d« Union nicht ohne westttes ab, tr stellt vielmehr eine Prüfung d« gegenwärtigen Lage ta Aussicht und behält sich 1 die Entscheidung der Frage vor,ob der Angriff Rorweg«S zur gesetzlich« Aufhebung der Union führ« soll". AuS Anlaß der viele« ihm zugegangttenHuldigungStelegrammtz. ließ der König folgendes Schrei»kN veröffent« liehen:Die Revolution, welched«Staats- tat und daS Stört hing Norwegers gegen den König und das Brudttvolk dadurch gemacht 1 hab«, daß fie die beschworenen heilige« 'Gesetze brache«, fügte meinem Herz« eine tiefe, unheilbare «. Unter d« Sorg«, w lche daS gesetzwidrige Auftreten mir ber:itet hat, ist eS ta Wahrheit ein unbeschreiblich« Trost gewesen, die tausendsättigen Beweise der Treue und Liebe zu erhalten, welche mit von nah und fem von Männern und Frcum jeden AtterS und all« Sefellschaftsklaffen im schwedi­schen Reich sowohl mündlich, wie schriftlich und telegraphisch zu teil geworden sind. Nehmt hierfür alle und jeder Eure- bejahrten Königs heißesten Dank mtgegen. AuS tief bewegtem Her»« spreche ich die Worte:Gott segne mein schwedische« Boikl" Dies wird daS heißeste Md innigste Gebet sein, daS ich für d« Rest meines Lebens zum Höchst« send« werde!

* Die Ermsrdrmg des griechische« Ministerpräsidenten Delyannis scheint ein Akt persönlich« Rache za fein und keinen Zu­sammenhang mit der Politik zu hab«. Der König betraute mit der Leitung des Ministeriums deS Innern d« Finarzmtaist« SonnarakiS. Die Beerdigung DelyanntS, der auf Staatskosten bestattet wird, findet Frettag statt. Hebet de* Vorgang bei der Ermordung wird noch gemeldet, daß G«alariS den Minister, als « aus dem Wagen stieg, um in dir Kammer einzutreten, anfprach, grüßte und ihm die Hand küßte, dann zog « plötzlich ein Mess« und stieß ;S Delyannis ta den Unterleib. DelyanntS wurde 1826 zu Kalavryta im Peloponnes geb,, ist also augenblicklich 80 Jahre alt. Tr studierte die Rechte und trat daun in den Staatsdienst. 1867 war « Gesandter in Paris, 1877 Minister drS Aeußern, als d« et an dem Berliner Kongreß teilnahm. Seit dem Jahre 1885 berief ihn daS B-rtrau« feines JtöntjS viermal zum Minister- Präsident«, so auch im Jahre 1895. Damals stürzte er Griechenland sofort in äußere Art- Wicklungen, unterstützte den Aufstand in Kreta 1897 und leitete die Geschicke deS Staates während des unglücklich« K iegeS mit d« Türkei. 1902 wurde er zum letzten Mrle Minister-Präsident

trogt» Frcu hing. Und so brachte fir dieselbe zu Berte, zeizte von nentm ein md suchte Wärme und Behagen um sie zu verbreiten. Se achtete richt der eicene« Müdigkeit, Elma's AsSruf harte ihr tief in die ®refe geschr itten, v, fie hatte gewiß vi'l gut z« mach«, und io lief fe ho u-td her, machte heißen Tee und tat alles, um ihr Erleichterung zu verschaffen. Auf hr inniges Bitten nahm die arme Frau etwas von dem erwärmenden Getränk, und dann lag fie wieder lumm und regungslos da mit weit geöffneten Aug«, während die Alte am Rande des Bettes saß, die tttiaen, kalten-de zwischen den ihrigen rribed.

So verging Stunde auf Stunde. Da plötzlich ! langen Glocken durch die st lle Natt, erst nur leise an schlagend, dann stark und feierlich, wie ein mahnender Rns, daß olle ihr eigenes Glück oder Leid vergesse» und an Ihn denke» frllten. der einst in jener heilig'» Rächt dr» schweren Weg vom Himmel auf die Erde zmück;e!egt batte. Elma zuckte zusammen:Was ist das?" fragte fie leise.

Sie läuten znr Ehrik wette im Dom, gnädige Fra», tS ist ja die WerönachtSuacht," jö3te Truva zögernd hinzu.

Da richtete fie den müd«, gebrecheneu Körper empor und sagte die Häsde faltend:O, ich will hivgeheu u- d -eit rnn Ls,mHerzigkeit bitte»!"

Die Alle drückte fie sanft ia die Riffe» nieder. Sitte, spreche» Sie nicht so, das ist ja ganz ur mög­lich. Gtbr Gott, daß Sie fich diesen Abend nirdr ine chwrre ikrankhnt zug-zonrn habe». Sie fiu» jr so blaß in» sehe» so krank aus!"

E'ma's Lugen glühten in unheimlichem Feu-r. Glaubst Du das? O, wen» das war wäre, knd 'ch daran sterbe» dürste! Ter Tcd würde mich von t ielkm Lkbk» erlösen uvd jenen furchtbare» Schwerzvonmir nehmend

Da dielt fich Trüdi wcht länger. Bor dem Bette niederkoieend, ichlan» fie täte Arme um die fein- Ge­stalt and jagte mit gtbrvchener Stimme:Mein Sstb-

8ranz von wenden.

Novelle von Marga «rechte».

23 ------ Nachdruck verboten.

Wir lange fie so dagelegen, ob Stunden, wußte fie nicht; aber plötzlich verfirgte» die Träne», ihre Knie schmerzten, fir hob das bleich-, verweinte Geficht und versuchte fich aufzurichten. Je.Lem schlug der melodische Ton der kleinen Uhr an ihr Ohr; es war halb 10 und bei diesem Laut fuhr ei« Gedanke durch ihre» schmerzenden Kt pf; o, wie dieser schwache Hoffnuuksstradl dem zum Tode erschöpfte» Körper Kraft verlieh! Sie stand avf und stü-zte nach der Küche-Truda," sagte fie mit hohler Stimme und schüttelte dieselbe rauh am Arme, komme mit nach dem Bahnhöfe f Di- alte Dienerin blickte ihre Herri« zaudernd anO Gott, gväfige Frau, nehmen Sie erst ein« Schluck warmen Tee, dann will ich mit Ihne» gehe», wohin Sie wolle», aber geh« Sie richt so; Sie könnte» fich ben Tod holen bei der Kälte.- Ab« diese hörte nicht m,hr, sondern schritt, wie geistesabwesend, b-r Gangtüre zu. SEruba hatte eben »och Zeit, den vom letzt« Äusgarg im Flur Hänger- de» Mantel und ein paar warme Tücher zu ergreife» und ihre Gebieterin eiozuhöll« Da»» schritten Bride in die Nacht hinaus; Elma, wie gehetzt voraneUend, fo daß die Alte kaum zu folgen vermochte.

schneite wieder, die efigen Flock-n wirbelt« ihnen bi baS Gesicht; die Luft wat kalt md dunkel; nur auS manchem Fenster, unter dem fie voröberkamen, fiel da- strahlende Licht eines brennenden Weihnachis' baumes und vh'llte eine k,rrze S:r-cke ihres Sep.es. Da endlich am Abgänge der H-vpifiraße hielt die junge Frau erschöpft tune imb fthvtr fich an die Mauer eines nahe» Hansis. Ein Wagen fuhr vorüber. Truda winkte, und Slma sprang hinein, nachdem fie