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Mouatsbella-er

32. Jahrgang.

Fulda, Mittwoch, den 14. Juni 1905.

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5nu$ und Verlag dss Zuldaer Acttendnuk«^ in 8»ida (yarmorftch Kenrsprecher M t.

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Deuffdies Reich.

Berlin, beit 13 Jmrl 1965

J De- Reiferi D«uk en die Berliner Gchntzmennscheft. Der Kaiser hat an dm Polrze präidentea v. BorvieS folgenden Srlsß gerichtet: „®emi die mit der Bermählmtg Seiner Kaiserliche und Königlichen Hoheit des Kron- Prinzen und mit dem Einzüge meiner erlauchten Schwiegertochter verbundenen festliche« Brranstal- tuogen ohne jeden Mtßllang verlaufen -find, so ist daS nicht zum wenigsten das Verdienst der getroffenen polizeilichen Maßnahmen und deS umsichtigen und taktvollen Verhallens der Schutz- Mannschaft. Sir hat sich überall der schwierigen Ausgabe gewachsen gezeigt, den aufs höchste ge» steigerte« Verkehr in die richtigen Bahnen zu lenken und dem Publikum die Anteilnahme an der Feier nach Mögllchkett zr erleichtern. Es gereicht mir zrr Freude, der braven Berliner Schutzmanaschaft meine volle Anerkennung für di« hervorragende Leistung aussprechen zu können. Ich beauftrage Gie, diesen Erlaß der Schutz» «anKschaft bekannt zu geben, gez. Wilhelm I.R “

[::] Dir kirchliche Traxerfeier für be* der- Kordenr* Fürsten Lropold von Hohexzollerx fand in Berlin am Dteuktag morgen unter einer ungemein lebhaften Beteiligung der vornehmen Gesellschaft und bet sonstigen Bevölkerung der ReichSrefiden, in der Et. HedwigSkirche statt. Schon lauge vor 11 Uhr, zu welcher Stunde die Feierlichkett in der HedwtgSkirche begann, waren der Opernplatz und die angrenzenden Straßen durch ein starkes Aufgebot der Schutzmann» schäft für den allgemeinen Straßenverkehr adgespent. Eine Reihe vornehmer Equipagen brachten die hohen Militärs und die Spitzen der Geftllschaft zur Kirche. Punkt 11 Uhr erschien daS Kaiserpaar. Au der Feier nahmen ferner noch teil die Prinzen und Prinzessinnen ÄeS IgL HauseS und die im SardekorpS dienenden bezw. in hiesigen Dienststellungen befindlichen hier an­wesenden Prinzen au» regierenden deutschen Häusern, der Reichskanzler, die Ritter ke» hohen Ordens vom Swarzm Adler, das kaiserliche Hauptquartier, die M iliu anwesenden Generale »vo Lrmirake, da? OffizierS- LorpS deS 1. GarderegimentS zu Fsb, Ofstzierabord» nunge» aller in tSeitln gaenifonterende» Truppenteile und Behörden,dieMilitäibevoLmächtiatenbezw.MilUär» m-d MarineattacheeS der deutschrn uns fremden Staaten. Bei der Feier standru dn: bisherige persönliche Adjutant deS Fürsten, Major Graf von Sv re, und ein StabS- »ffizirr vom 1. Sarderegiment z. F. am Kopfende, ein Hauptman« und ein Leutnant oom 2. Sarderegiment z. F. am Fußende des Sarges; h er standen auch Ab< ordnungen der geselligen Militärvereine St. Mauritius und St. Georg. Der neue Propst K'etnetdam empfing den Kaiser. Nachdem der Kaiser, dem die GeiMchkeit voranschritt und die Prinzen und Hofstaaten folgten, feinen Platz eingenommen hatte, eröffnete der Kirchen- chot von St. Hedwig die Teauerseiee. DaS Requiem zelebrierte Propst Kleineidam, die Gedächtnisrede hielt der Mtlitäroberpfarrer Rommede. Segen 11'/« Ahr war die Trauerfeier beendet. Je 12 Unteroffiziere des 1. u, 2. GarderegimentS trugen den Sarg hinaus und hoben ihn auf den offenen Leichenwagen, der mit schwarzen Decken, die den preußischen Adler trugen, ebenso wie die Pferde verhangen wat. Mit dem Erscheine« deS Sarges ordnete fiS die Tranerparade zum Zuge. An der Spitze ritt der Ober» Befehlshaber in den Marken und Gouverneur von Berlin, Generalfeldmarschall v Hahnke. Hierauf folgten die Truppenteile, unter den Klängen von Ehoralmelo- di n in weiten Abständen. Die Leibkompagnie des 1. GarderegimentS führte Sr. Kgl. Hoheit Prinz Aitel Friedrich. Dem Sarge vorauf schritte» die Bertreter der katholische» Geistlichkeit Berlins, unmittelbar hinter ihm bet Kaiser zu Fuß neben dem Hauptleidtragenden,

Abreise von verün MS Hotel geschickt wurde, trägt die Unterschritt r »Düber'tzer Lager, den S 9=nt ltO6. Wilhelm." Die französischen Blätter «kläre«, daß General de Lacroix von seiner Berliner Reise -hochbe» friedigt" fei und sowohl dem Mintftervrästdent« Rouoter wie auch dem Präfidenten Loubet t» diesem Sinne Bortraa gehalten habe. — Kaiser Wilhelm hat für eine» •troeUetungfbau der deutschen HEstiMe DavoS mit dem Ausdruck feiner regen Teil­nahme an den Bestrebungen der Heilstätte 30,000 Mk. gespendet. — Durch einige Zeitung«» gehst die Nachricht, daß der Rücktritt »eS «hefS deS ZivilkabinettS »»erwarten fei. Hierzu schreibt die .Kreuzztg/r »Rach unserer, wie wir glaube», schr ge» Haut» Kenntnis feer Sachlage ist diese Nachricht er» freulicherweise völlig unbegründet." — Während der Pfiagsttage hat da» «ronptinzenpaar von Jagd» schloß Huberutt stock auS nach der nahegelegenen Schorf- herbe mehrere Ausflüge unternommen. Wie lange b« Kronprinz und seine Gemahlin sich in HubertuSstock aufhalten werben, ist noch nicht bestimmt. Wahrschei»' lich erfolgt die Abreise am 26 Juni. — Wie dre.RA- Ztg/ hört, beabfichtigt der vizepräfident deS Reichs­tags, Geh. RegierungSrat Profeffor Dr. Paa s ch e, schon in den nächsten Tagen nach Deutsch-Ost» afrika abzureisen, um verschiedene kolonialwMichaft- liche Fragen an Ort und Stelle zu studieren. DaS ge­nannte Blatt richtet an die anderen Frattionen, na­mentlich daS Zentrum, die Mahnung, auch ihrerseits die Kolonien bereist» zu lasten. Wir verkennen gewiß nicht den Wert solcher Informationsreise», in der Praxis dürfte die Madnurg der ,Rat. Zig/ aber auf Schwierigkeiten und auch auf Abneigung stoßen. Letz- trreS nicht zu Anrecht. — H a»S Leuß, der Brrfaffer der Hammerstein - Memotte», hat Maximilian Harden verklagt, weil dieser ihm de» «orwurs der Bestechung gemacht habe. _ , .

* München, 13. Juni 1905. Bei der neuen Wahlkreis»Einteilung in Bayern stellt sich, wie die .AugSb. Poftztg/ aus fährt, das annähernde EegebnÄ für daS Zentrum noch etwas schlechter, als man annahm; das Zentrum erhält nämlich nur 2 Mandate mehr, dir Liberalen aber 3. Die Sozialdemokraten verlieren 2, die Bauerndüttdler 3 Sitze. Man sieht deutlich, daß die Regierung das Ziel verfolgte, die Ltbrrale« für etwaige Verluste durch gleichwertigen Gewinn zu versöhnen. Reckt klar ist daS in der Pfalz zu ersehen. Die .Pfälzer Ztg.' weist darauf hin, daß das Zentrum t« der Pfalz auf @ru r ferner Sttmmenzahl Anspruch auf 7 Mantzr re hat. Hätte der Minister darauf Rücksicht mh«en wollm, so hätte er außer «t Jngderr auch Speyer isolierm nöffen. Stall d-ffrn h t er der demokratischen Partei den EikMZnnerwahl» kreis Ksisertzlau! "»zurecht gemocht, otwohl diese Partei die kleinste von allen in drr Pfalz ist. Aus der Teilung der seiden.-, osten Vier-Männer« Wahlkreise kann mc.ii d-r.- ■ -ister v F-tlitzsch an sich keinen Vorwm; äsen. Warum aber hat der Minister auch den b-etmSmdgf» Wahl­kreis Zweibrücken geteilt r-'.-d warum lat er dm ebenfalls dreimännigm Wahlkreis Germersheim- Bergzabern nicht geteilt? Die Teilung deS einen und die Nichtteilung des andern Wahlkreises kommt den Liberalen zu statten. Also wo rean htnstrht — lauter Tendenz zu gunsten der Liberalen. Nach den Ergebnissen der Reichstagswahlrn von 1908 erhielten die Liberalen in Bayern nur ein Sechstel aller Stimmen. Sie hätten also auf nur rund 27 Mandate im Landtag Anspruch. In Wi-kichkrit batten sie ßbet 48, und jetzt sollen sie noch mehr brkomir.ru?

♦ Die hier tagende Generalversammlung des «erba»de- deutscher «ersarbeiter be» schäfttgte sich u. a. eingehend mtt dem Verlaufe des großen Bergarbetteraurstandes und beschloß hierzu, nachdem Hu« das Zusammengehen mit den christlichen Arbeüern verteidigt, eine Reso­lution, in der es heißt: «Die von der Verband-, leitung während des Generalstreiks im Ruhr- gebiet befolgte Taktik «ar geboten durch die un» unstößliche Tatsache, daß die Organisation der Bergleute nicht einheitlich und schon deshalb sehr mangelhaft ist; ferner durch den Umstand, daß unter den gegebenen Berhältniffrn nur den Werksbefitzern ein Streik erwünscht sein konnte. Em längeres Ausharren im Streik hätte zurzeit den Arbeitern keinen Erfolg, der gewerkschast» lichrn und politischen Arbeiterbervepung aber schweren Schaden zußefügt. Die G^.eralver- sammlung ist der Ueberzeugung, daß der Berg- arbeiterschaft noch große Kämpfe gegen das rück­sichtslose Unternehmertum bevor stehen. Um hier- für gerüstet zu sein, bedarf er unbedingter Einigkeit der Berussgenoffen, bedeutender äußerer Ausbreitung und finanzieller Stärkung deS Berg. arbeiteroerbaudeS und tüchtiger geweikfchaftlicher Auiblldung der Mitglieder." Im Geschäfts, bericht des Verbandes wird darüber Klage ge» führt, daß von 32000 neu eingetretenen Mit­gliedern nur 12000 im Verbände geblieben find.

§ Peinliche «ortommniffetn ein em eie g ante n Berliner Spielklnb, dessen rascheS Grnvorblühen berechtigtes Aufsehen erregt hat, werden in nächster Zett die Staatsanwaltschaft beschäftige», »ege« den geschäftliche» Leiter deS KludS, der seit einige« Monate» fein Heim in einer der vornehmste» Straße« Berlins aufgeschlagen hat, werden vonseiten deS «orstandeS Beschuldigungen schwerwiegender Art erhoben. So soll er u. a. SchipS, das find Wertmarken, die an der Kaffe deS KlubS »ach Beendigung deS Spiel» eingelöftwerden, widerrechtlich entwendet haben. Ferner wird ihm vor- geworfen, daß er mit Klubmitglieder», die durch da» Spiel in pekuniäre Verlegenheit gekommen find, Wucher­geschäfte gemacht haben, und schließlich soll et von Lieferanten Geschenke für dievermtttlungder betreffenden GeschäftSadschlüffe angenommen haben. Auf Grund dieser Anschuldigungen beschloß der Vorstand, den Ge­schäftsleiter, bet ursprünglich ehrenamtlich tätig roar, ti>ät€8 obst cixt 5Dot6lü>tt VVÜ 18000 jährlich »«gebilligt erhielt, von seinem Amte zu suspendieren; gleichzeitig wurde er ansg-: fordert, feine« Austritt auS dem Klub zu erklären. Der GeschästSlettet bezeichnete sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen für gegenstandloS und will gegen die Vorstandsmitglieder deS KlubS die vetlenmdungSklage anhängig machen; er selbst beschuldigt ferner ein Mitglied deS KlubS, WuchergesLSfte bettieben zu habe«. In dem «er fahre« wird eine Reihe vo« Tatsachen zur Sprache kommen, die nicht verfehle« werden, daS größte Anfseln« zu et- regen. Durch die sehr bedeutende« Spielumsätze, die allnächtlich in dem Klub erziell wurden, find eine An­zahl von gutsituierten Kaufleuten in peinliche Schwierig leiten geraten. Daß der Umsatz z. B. im vorige« Ge» schättkjahte außerordentlich beträchtlich gewesen sei« «iuß, geht dar au« hervor, daß allein an „Karteugelderu" 596 l 00 Mark von dem Klub ver.inuahmt worden find; im April d. I. wurden annähernd 80600 Mark Kartengelder eingenommen.

• * Berlin, 18. Juni 1965. Ter Kaiser empfing heute im königliche« Schloß de» Gef<wdte«Dr. Rosen, der Geschenke des Kaisers Menelik überbrachte, und dm Staatssekretär Krätke. Zur F^ÜHMckrtafel waren außer diese« Herren Fürst und Fürstin Bülow einge­laden - Der Kaiser bat dem Ehef der zur Hoch,eit des Kronprinz?« entsandten franjöfische« Sonderge­sandtschaft, General de Lacroix, feixe tPfeotogrophie geschenkt. Das Bild, das dem General kur, uor seiner Zpeise! ahnungslos wieder in dts HrimatUckge-il», ec hatte die Fahrt auf dem anfangs gewühüen SLifft verschmäht und sich mit um »bl riet Mühe noch einen Rlstz auf dem einige Stunden früher obsegelrden Postdampfer verschaff-. Wvju! - - Mit einem Herze« voll selig-r H-ffnung hatte er fich dieses Wiedersehen au-gemalt, um »ach einigen Stunde« ein leerer Heim z« finden. Mo da, «ar sein Emvfang! __Wo war sie hin? Vielleicht hatte dieser scknlt- liche Schmerzenkschrei ihr Mitleid geweckt, und fie war gegangen, um Weihnachten zu fein« in lener Familie! — Und welcher war sein Weidrachtei? Doch er hatte er ja gesunden, da lag rS vor ihm, das kür ihn bestimmt- Geschenk!--Große Träne«

fielen auf die mit grünem Tuch überzogene Platte des Schreibtisches — zwei dunkle Flicken bezeichneten ihre Spur.--

Die mheimliche Stille im Zimmer wurde plötzltch durch den filberhellen Klang der Pendute üstterbrvchev. Sie schlug 7 Uhr. Di, erhob fich W-nden, wühsam uub mit gebrochenem Herzen. Lr griff in die Brvst- taschr seiner UiberrockeS und legte etwas auf dr« T,sch; die zitternde Hand erfaßte eine ratze Uegerbe gebet und schrieb eil ige Worte nutet jene» verhönu- mSvollen Brief, dann die Reisedtcke aushebend, wandte er sich langsam um und v-rließ daS Gemach.

O, dah fie ihn hätte« an die Schwelle banne« können, j'ner prahlei de Barm und die unöaqliße« Gaben, welche drch alle, alle die Gebar,ke» von der innige» Siebe der ihm so treu ergebenen Weiber belauscht hatten! Und die Blume«, — allmotgenr Hane fie be« schönen Kopf über fie hingebengt, ih»e» von dem Wiederschen e-zöhlt, welcher fie verherrltsen dürfte«! - Und nichts regte fich und sprach für nnb keine Stimme erhob fich und r es den Gatten zurück! — Dir Türangel im Flut knarrte leife, bann rklangen draußen tie scher ereu Schritte der Davon- eueobe« auf dem knirschenden Schnee — big auch diese verhallten und allrS vorüber war.

XIX.

Wat'- mir da, als hätte ich jemand kommen oder gehe« aehSri," rief Truda, tnbem fie, von bet Wäscherin b-kieidtt. die Treppe hinauspieg. ,Da ist euch ein wenig Schnee auf bet Matte, am Ende ist jemaub hi-r gewesen; ich bin such gar zu lange svten geblieben."

,Krvm eine Viertelstunde," sagte ihre Sealeiterm und dann gingen berde Frauen durch alle I mmer, sshen unter jeder Bett und in jeden Schrank, aber er fand fich vichtr BerdSchügeS. DaS Hersnrvllen ehe» Sagen, fitzte den Nackforichnnge» ein Ende. .Da» wird die gnädige Frau sein." meinte Truda, und die Wäscherin auS bet untern Wohnung empfahl sich eilig. Nach wenigen Nugesblicken stand Elma von Werden i« ihrem behagliches Wohnzimmer, «uf ihrem httd^n Gesichte lag noch bet Abglanz der Freude, welche sie den Atmen bei eitet hatte, uvd ihre Augen fira,lten vor E'Asrtung Es toar ja bet heilige Abend; -uch sie hrffte auf eis Chrrpgeichenk, und eS kam, toea« auch asberS, wie fie gedschr.

„Bringe mit kinfiweile» eine Taffe beißen Tee und cttoaS Fleisch, rt ist doch kalt," sagte fie zu bet einiretenben Dienerin, welche den Mavtel von chreu Schütter« »ahm. Truda ging hinaus, und die fange grau b ckte fich nach bei Feuerzange, um die schwächer bternenbe Flamme miedet anzufaae«. War lag da ouf dem Teppich, dicht vor dem Kamin? Eie hob eS auf; eS wat ein H-.trenhsndsLuh von feintm dönüche« fielet. @iSau»t trat Elma'zu dem Lichte, um bte'en seits-men Fund näher zu betrachten. Sie schrautte ben Lampendocht bähet und erblickte ein ruf dem Tische liegender Päckchen mit der «elf-* 1 ritt: .Tante Elleu's Berrrachtni».' Unten am Ra'd! be« auf brm Tische liegenden Briefer aber stavd t-.-.m leserlich: .Ich w«'ß aller! Lebwohl! Franz.

Ein eintiget Schrei, aber so »am nnb verzwe fl -nxs- voll, aellte d»tck das Gemach. Dann sank sie a f ben S fiel, aus dem vor wenigen Minute» der tz uw-

Fürste» Wilbelm vo« Hohe«,oller«. Eine glänzende Suite vo» Fürstlichkette«, Vertreter» der deutsche« und fremde« Heere, sowie der Diplomatie schloß fich au; mtt dem Reichskanzler Fürste» v. Bülow giugen bei Staatssekretär Frhr. v. Richtiofe», bet ttalrenische Botschafter Graf Lanza, bet österreichisch-ungarische Botschafter v. Szögge»,'«arich, bet rusfische Bot» schäftet Gras Osten-Sacke« und bet rumänische Ge­sandte Dr. v-lbiman« im Zuge. Soban« folgte« bte unbesetzte» Kaiserlichen »alawage«, ber Wage« mit Len reiche« Kranzspenden und ^hlreiche andere Kut­sche». HebetaU bildeten Truppe» auderer R-g «enter Spalier. So ging der Zug dnrch die vehrenstraße, durch die Wllhelmsttaße nab ««baltstraße b« zum AS- konische« Platz. DaS Garde-Füfilierregiment nahm so-

Aufstellu«, füblich brt Auhalter Bahnkörpers, um an bitfer Stelle bie Ehrensalve« abzugeben. Der «arg wurde über bie Fürstenanfahrt deS «»Halter BahuhofS »ach dem Waggon getragen, in diesem Augen­blick erschollen die Salve», und der »is-nbahnzug »er­ließ die Halle, um die Leiche deS Fürste» »cch Sig­maringen zu führe».

» Zwei Beters«-« des Abgeardneteu- Hanse», die Mg. Theodor Barthold (frei!) und Alb-rt Traeger (fr. Bp.) beginge» am zweiten Psittgstfeiertag ih^en GeburtStaa; ersterer blickte an diesem Tage auf 80 LebmSjahre zurück, lltz'erer auf 75 Lebensjahre. Barthold gehört fett 1890 dem Abgesrdnetenhsuse an, Traeger mit Unterbrechung seit 1882. Leber 80 Jahre alt sinh im Abgeordnetsshaufe außer Barthold »och die Abgg. Dr Szuman (Pole) (1822) Schaffner (ml.) (1822), Hobrecht (ntl.) (1824), v- Perbundt-Wittdekeim (k.) und Pleß (r) (1825 )

* Vor einigen Tagen nyirdr in der ,Nat.- Ztg.- gemeldet, daß mehrere Mächte dipl»> ««tische Schritte getan haben, um die Siim- mung des Kaisers von Rutzland hinsichtlich der Kriegslage im äußersten Orient kennen zu lernen. Wie die -Rat,'Ztg.' fitzt mitteilt, war Deutsch- land eme dieser Mächte, die in keirer Wrife eine Intervention beabsichtigten. Vielmehr bezmecktm die diplomatischen Schritte, eine erste Aussprache von Vertretern Rußlands und Japans hnbrizu- führen. Der Präsident der Vereinigten Staaten vsn Amerika, Roosevelt, der in daAksnSwertrr Weiss den Vorschlag formuliert hübe, sei vo« deutschen Kaiser unterstützt worden.

* Gine Bekemrttittschnng deS Bundes» rett wird im .ReichSanzeiger veröffentlicht, wo- n^ck, drrielbe deschloffm hat, den Bergütungsiotz für' die volle Tageskost mit Brot für die Zeit der vorjährigen Herbstübungrn in den Kreisen Gleiwitz (Stadt und Land), Kofel, Leobschütz, Neustadt O.-S., Oppeln (Stadt und Land), Ratibor (Stadt und Land), Rybnck, Groß- Strehlitz und Tarnowitz im preußischen Regie­rungsbezirk Oppeln aus 1,00 Mark zu erhöhen.

* Im Moral April d. IS. find *nf deut­schen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 60 Kilometer BetriebLlänge — 11 Entgleisungen auf freier Bahn (dason 6 bei Perfoittnzügen), 12 Entgleisungen in Stationen (davon 3 bei Personenzügen), 2 Zusammenstöße auf freier Bahn (davon 1 bei Personenzügrn), 8 Zusammen- flöße in Stailonen vorgeki mmeo. Dadri wurden 2 Reisende und 6 Bühnbedienstetr getötet, 47 Reisende, 12 dahnbedittist-'te und 2 fremde Per­

sonen verletzt.

vsnrde Rasche, elastische Schritte näherte» sich dem WohuzimMet, und »ach wenige« Minute« ftanb bie schöne, k'Sstige Bestatt des Lngekommete« i« dem matter hellten Raume. „Elma" klang eS laut von feinen fichpm, — suchend eilte er nach bera anstoßenden Tchlafzlmmet und dann, als er auch hier niemanden

erblick-e, beugte et fich über bis Feuer und suchte die kalte» Häsbe zu erwärmen. Ei» weiche-, fast schel- r ischeS Lächeln glitt über sei» Gesicht, als er fich umwanbte Md ben iSm lästige«, «och halb feuchten Rrisepelz über die Lehne eines Stuhle« hing. Es wat btt von dem Schreibtisch stehende Sessel, aetabe imt, wo bie Lampe ihr ssatUS Licht auf eine» offenen Brief falle» ließ, rt war der Brief, ben bie SchUleriu feinet Fra» geschrieben hatte. Halb gedankenlos, halb «euaieria beugte fich bet Mann über ba« Blatt und la«:

„gebt verehr e grau Doktor! Wie seht bedauere ich U«Wohlsein, welche« e» mir fast umuöglich

macht, Sie heute noch einmal zu sehe« unb zu spreche«, (gern würde ich mich morgen persönlich nach Ihrem Befi nden erkundigen, et »arteten Sie nickt beute Ihre» zurück; ich devke, e« müßte Ihnen peinlich fei», »enn et schon fitz! unser Gehttmni« erriete. 34 kann den Gedanke» »och immer nicht fcffev, daß die wundetschSne Z-it, in bet ich täglich stundenlang bei Ihne« sein durste, r-un vsrübet rst. »« -infam unb langweilig wirb da» Ltben nun für mich werb?«; e« werden gewiß oft mehrere Tage vergehen, ohne daß ich Sie sehen und Ihre liebe Stimme hören darf, n*b »un wird alles, alle« vorüber fein. Doch lasse« Sie wich Ihnen j'tzt h-tzlich danke« tär die glücklichen Stunde» und die viele Z-it, welche sie mir gewidmet haben und kommen Sie, bitte, recht oft zu uns. 2:6en Sie wohl, teure, gnädige Frau I ergeben^ St. Heimbach." , „

Unb et la» weiter und weiter. Tiefe Tramigkett übermannte iho. Allo darum waren ihre St ele immer kürzet geworden, fie hatte äunbenlaug tägl-ch einem ander« gehört. Unb er selbst toar »trtz aller

Iran; von wenden.

Nsoelle vo» Matga Brechte«.

22 —— Rachd uck verböte».

XVIII

Trobm war e« indkss'n ganz stille, nvr der niebtr« Geschraubt: Docht bet Lampe kEet-e leise. Dsö rnSchiige Feu t warf seinen tifilichs.- Schein durch ba« blanke Sx^in^Uter unb beschrieb einer- weittu Mrgeu auf de > T-ppich, brssea von der G'2t beschierrne sich sie lebend von dem du» kn G nr-dr ab- Hobe«. Richt ferne davon staub dr? für zmei Perscne« zierU h gerrckte Sophatisch. Wir da« Er det asf dem feiern Dak»ast;e»ebe blitzie en > iunklte I Wie die irr der Kiysiallfchale zwischen tott.r- ch enden Erokp« vec» stickten Hyrzir.tr« so herrlich duftet.n! N elleicht wollten sie ben au» drrn Nebenzimrui-t ye-elt st ömrnben starken Tansenbnjt verbtänge < rbtr ihn bon in seine Grenzen zmückoeise« Dort stand der schüre Brnm, dessen tiefgrüue Zweige übet und übst mit Silberfäöeg Lbetfpvnnen toatea. Unter demselben lagen bicht «netuanbergereibt bie vielen geschmackvollen Geschenke, welche Elma'« fleißige Finget gefertigt hafte«; ganz vorn zeigte ba« »ach altdeutschem Muster gearbeitete Kästchen ba« treue Abbild be« Wendenbose«.

E» ging tote ein leise» Wehen und Rauschen durch die leeres und doch so anheimelnden Räume, um bald wieder einer desto größer« vt-lle Platz zu machen. Dan« und wann drang Stimmengewirr, vermischt mit Jakob'« fröhlichem Gelächter, von unten herauf, -W« ba« auf bet leicht mit Schnee bedeckten Straße fast unhörbare Hersntolle« ehe« Wagen« auch diese« däwpste.

Jetzt wmd» die Hrs-türe oufge8o§en, und ei» eisiger Lastzug bratg in den Boi platz, eefiea nut angel:Huie Türe noch kurzem Umhertastrn gekffnet