82. Jatzcgmig
Fulda, Dienstag, deu 30. Mai 1905.
lafobee
auf Antrag deS Prof.
Park, wo die >m wölLrn, wo und die Blüten
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DlonaWlage: „Kü-au SeschtchtrbM«". '’Ä.ST?
M «a« rot». Ach! « * W« Srern. — Roch einmal blickt er zurück, rmo» geht er lanafam heim: „Jlein unschuldiges Haz will ich «irren; - k-meRos- wÄich.brechen, stosenkranzköügdl!"
er
dann
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Sdü&eSec M. Jlveisnsa Wovi, 6®8«to*O., «•
Rose."
Mit einer Verstimmung geht er einsam weiter. RechtS und links am Wege stehen grün , angehauchte Linden, man hört daS Rauschen der Flußwellen und fern grüßt der «chatten des Parkes im Dämmerschleier der nahenden Rächt.
Jetzt tönt eS:
.Alles neu macht bet Mat, Macht die Stete frisch und frei!'
Tin Zug fingender Kinder naht; fie schwenken wehende Fähnchen und schreiten wacker auS mit freudegeröteten Wangen.
Der einsame Wanderer bleibt rastend stehe«: wie lange ist'S her, daß er, unschuldig wie diese Kleinen, sang — daß er vom Lehrer geleitet zum fröhlichen Maifest zog —, daß ihm die Mutter kosend den Scheitel glättete und ihn ermahnte: „Bleibe fromm und gut!?" Tr steht den Kindern nach; ihr Liedchen dünkt ihm Mufik, «S ist wie et« Gruß aus verlorenen Tagen.
Die Sonne streut leuchtende Pmpurrosr« an den Himmel, die Abendglocken zittern ihren Jnbelchoral über den Stadtdunst empor durch den reinen Aether.
Wird dem Einsamen schwül? Sr nimmt den Hut vom Haupte--dann wendet er den
Schritt zurück. Richt in den Dom wölbender Parkbäume, nicht zu den Weihrauchdüften der Blüten, nicht zu dem Vogelkonzert!
Die Vergangenheit hat mit der sorgenden Mutterstimme an sein Herz gerührt: „Bleibe fromm und gut!" „ „ _
Ehe er es ahnt, steht er in der Vorstadtkirche; an eine Säule gelehnt stimmt er ein in daS: „Begrüßet seist Du, Maria!"
Er steht noch immer im dämmernden Schatten, als die Andächtigen in Scharen hinanSströmen; jetzt naht eine lichte, schlanke Mädchengestalt, Heckenrosen nicken chr vom Hutrand; fie taucht die Fingerspitzen in das geweihte Raß; den Blick züchtig gesenkt schreitet fie auS dem Hause
Jetzt netzt auch er die Finger; als letzter geht
hin in den kauen Stetndan! rauschenden Fluß entlang zum lenzfrischen Bäume fich zum D "■ |d Jubelhymnen fingen iwfihfift» fnenhett
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Si - ä SaXttS richte Rann wurde eine «erhrecherdande ”ofl21»ei> fönen eingeltefert, deren &aupt A® ‘‘'„ffi «rücken fich fortschleppende S"««.ist. DteteV-Untm dieser Bande war ein Raubmord «mzn»iSr«»e^ die samt ihrer Bkhausung verbrannt wurden.
BreSlan. Die Ltegncher Slrsftammer verurteilte d« Lokomotivführer Saehter wegen fahrlLffiger v«d^ sührnng deS etfenba>nnn««»W* dahnhof Liegnitz am Lartare.eonntag, wooetd«iPer- sonen getötet und dreißig verwundet W£9”*’** einem Jahr Gefängnis. Der Mitangeklagte »oko- motivführer Maeschner Ede trfigesprcch«. - Dr i er^ Die letztensrostu ächte haben schweren S«aven in den Weinbergen im Ruwertal nb «»Jg* Hofberg angerichtet. An der Saar fiel die Temperaknr btS auf 4*/i Grad unter Null.
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ffi«iS"S”s
SS.nafl.6W." ttschn.I foebew dt.M Handbuch, welche-, wie jenes. LandM S vierdändig^ Werk (1883-40) durchaus nicht «tetz«, ta>d«« der baugeschichtlichen Settedurch schau und lichtvolle «rundrisfe ergänz« will. »r re^ somit nicht nur zu eigenem Nachprüfen an, sonbe« segtSgg?
Fulda. Denn der ganze Südwesten diese» von Frimteu. bera bi» Rotenburg und von Gießen bi» Fulda re ich enven mit Fnldensten, auS den« wir hier nur aus w alten Stadtbefestigungen von Fulda felbst (SetteirD) sowie ans die benachbarten Borgen »on »itenbach, Schlitz und Hauueck am Stopvrl^berg n^en Wallen- stew, Hausen, Wartenberg bei Lauterbach. Buchen«, Fürsteneck, Haselstein u. a. ,^."w^f«. Mir d« hrffisch« Vorgängern vereint, kann man beide Werre, zusammen für 6 Mark gebunden, al» "Hesfifche Bürge» künde" beeteben. Für i-den Frevnd^esfifch« nnd fuldischer Geschichte, aber auch für jeden Ltevyaoer v« Burgen und »utotn im allgemeinen, find beide Werte von"Happel, vor allem aber daS^soeb« erscht««e über »die Burgen iw oberen Hesten mit voll«m0tt<yr a 18 empsehtenSwerte N«erscheiuung« »u begrüß«.
dir B Weih.._______ _________
„«o meinte ich'S nicht!" sagt fie scheu; und in ihre Worte klingen die Kttchenglvcken zum Rufe zusammen zu Ehren der Mgteskönigin. Sie ?<«tet nach der nahen Kirche:
„So trennen fich hier unsere Wege?!"
„So vieles möchte ich Ihnen noch tagen!“
Wieder zuckt die Sehnsucht «ach dem Süßen, Unbekannten in ihr auf, aber fie wendet sich ab:
„Ich muß für meine kranke Mutter beten..."
Einzelne Leute kommen vorbei; fie sehen daß Paar im Vorübergehen an.
„Lockt die Lenzpracht Sie gar nicht? Sehen Sie nur, wie alles blüht und düstet und fern jauchzt der Pirol! Drinnen in der Kirche ist's dumpf und düster."
Er lacht fie an, eS brennt etwas in seinem Blick und vor dieser Slut erschrickt fie; die Sehnsucht in ihr bebt zurück:
„SS ist ja Mai, Äarienmonat! Auch in dex Kirche düsten Blumen; eS ist nicht düster, denn die Kerze« brennen am Altar der Himmelskönigin und eS ist auch nicht still; hören Sie nicht, wie die Glocken die Beter rufen?"
Sie sagt eS im Fortschreiten; er hat de« Hut gelüstet und steht ihr einen Augenblick «ach; seine Gedanken kreisen: „Die Hausfrau hat recht; ihre Mutter ist eine Betschwester und ge- rade so erzieht sie ihr Kind. Schade, fie ist schön wie der Mai, lieblich wie eine duftende
Herrenhaus.
99 Sitzung vom 29. Rat 1906.
Eröffnung 2•/« Uhr.
vor Eintritt tu die Tagesordnung teilt der Prä- std«r Fürst Kuyphaufen mit, daß er daS Hau- Lu der 2. Hälfte deS Monats Juni noch ,u einer kurz« Sitzung etnbernf« werde. Am Freitag soll eine allgemeine Besprechung der Bergarbetterschutz- Novelle stattfisd«.
fr Eine Petition der Gemeindevertretung »rock« um Bewilligung von Staatsmitteln zum Bau einer katholisch« und einer evangelischen Kirche wird der Regierung als Material überwiesen.
Da» Gesetz betr. die Kosten überwachungS- bedürstiger Anlagen wird mit einem Antrag v. Busch- wonach bei den vom Minister zu er» lassenden Anweisungen für die Polizeiverordnungen von der gutachtlichen Anhörung von Vertretern „der Wissenschaft und der Praxis- abgesehen werd« soll, angenommen. Sonach muß also daS Gesetz nochmals an daS Abgeordnetenhaus zurückgeh«.
Der Erweiterung deS Stadtkreises Essen stimmt daS Hau» ohne Debatte zu. Der Entwurf ist damit «dgUtig vom Landtag verabschiedet, daS gleiche ist bei der Aenderun, de» AuSfÜhrungSgesetzeS zum Reichsviehseuchengesetz (Erlaß der vorbeugungS- maßregeln durch den LandwirtschaftSmtntster selbst) und der »egeordnun, für Westpreußen der Fall.
* Eine Petition der LandwirtfchaftSkammer für Westfalen, die eine Aenderun« de» «wkommen- steuergefetzeS nach der Richtung verlangt, wie die Re- gierung sie beabsichtigt hat, wird der Regierung als Materral überwies«.
»ine Petition deS Staffauet Pfarrervereins um Äng de, Beträge der evangelischen Geistlichen egehaltSkafse wird nach kurzer Debatte «t- geg« dem Antrag der Kommtsfion, welche Uebergaug
Die starke Nachfrage nach den Festblatt veranlasst uns, die verehr!. Leser der Fuldaer Zeitung und alle Interessenten nu bitten, etwaige Aufträge fttr 61n zweite» Exem- plar — die Leser der Fuldaer Zeitung er- halten das Festblatt umsonst - alsbald » bewirken, um ungefähr die Aufiaae stimmen zu können.
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-X. 191 Sttzuug vs« 29. Mai 1905.
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Dritte Beratung deS StillegungSge- fetze». Es lieg« eine Reihe vonAuträgmvor, der« wichtigst« folgende find: Rach einem Antrag Graf Ballestrem (Ztr.) soll die Inbetriebsetzung unver- schloffener Felder nur dann verfügt werd«, wenn die» hinfichtlich de» inländischen KohlenkonfumS geboten
EiuSkompromißantra, d« konservativen Parteien und deS Zentrum» verlangt, daß der freiwMige Verzicht auf einen Teil deS Bergwerks da» Verfahren auf Entziehung de» Bergwerks nicht auS- fchließt. — Ein ander« Kompromiß antrag dies« Parteien (fügt in da» Gesetz die Bestimmung« deS BergarbeiterschutzgefetzeS üb« die Bildung deS v«g- auSfchuffe» ein.
Die beiden Kompromißanträge w«den mit einer formell« Aenderuug angenommen. Der Rest deS Gesetzes w»rd unverändert angenommen.
In der Gesamt« bsttmmung wird die Vorlage mit den Stimmen der Konservativ«, deS Zentrums und der freisinnigen Vereinigung angenommen.
3»e(te Beratung de» Gesetzentwurfs betreffend Aenderung der LandeSgrenze bei Bremen. In erst« Lesung hatte die Kommtsfion diesen Vertrag abgelchnt, da die Interessen Preuß«S nicht hinreichend gewahrt schienen. Auf Grund von Konzessionen sett«S BremmS ist jetzt eine v«ständigung erzielt. So soll vor altem der Zollmlandbahnhof auch später unter preußisch« StaatSob«hoheit erhalt« bleiben.
Dem n«en KommtffionSbefchlnß stimme« die ver- trete» d« etnzelnckr Partei«, u. a. Abg. Reinhard (Z.) einmütig zu.
Die Vorlage wird unverändertangenommen, eb«so die Resolution der Kommission auf Ausgestaltung HandelShaf«S, deS dortigen Fifch«eihafm» und der SchtffSbautvduftrte in Geestemünde. Der zur 2,B«atungstehmde Antrag Aamp auf Sperrung der Mutungen wird aufÄntragDr.Ditlrich (Z.) Aon der Tagesordnung abgesetzt.
Stota« 11 Uhr: Interpellation SahenSly (Zentt.) betr. Verpachtung der Miueralb«nn« in RiederselterS, Bremer «ertrag, Antrag M a m p.
Schluß 2*/i Uhr.
vermischtes.
v. Durant d« Regierung zur U«ückflchUgung l-oer< wies«. L
dtne Petition der Wats«heimSju<4BoIf a d. M. um Anrechnung d« Di«st«tt deBWr« « privat« raubstummen.. Blind«-, Idiot«. Anstalt« Heim Uebertrttt in d« öffentlich« »ol«schnl' di«st ohne Nachzahlung? pflicht und ohne^ zeitliche Begrenzung wird durch Ueb«gang zur rageSordnung erledigt. .
Morzeu 1 Uhr: Jagdverpachtung, «euchengefttz.
Schluß S Ubr. ____
kl c. Mknfegen.
Skizze von M. von Elensteen.
(Nachdruck verboten.)
Wie der Goldregen glüht! Bon den Hafel- stauben weht fonnengelber Samrnstaub, Krokus und Tulpen leuchten aus den Teppichbeetev, die Bäume lache« im Blütenschnee und jauchzend lockt der Ruf der Sfoifel- ■ „ --
Ein lauer Maiabend flimmert im scheidenden Sonnenglast über die lenzftische Erde. In den engen «affen der Stadt mit den hohen Giebel- HSafern huscht schon die graue Dämmerung, nur die Dachfirste leuchte« noch im Goldglanz des westwärts versinkenden TagesgestirnrS.
Sin junger Mädchen tritt aus einem schmuck- losen Miethause; «S leuchtet wie der sproffeude Frühling; licht ist sein Gewand, vom schattende» Hute »icken Heckmrosen, doch rofiger »och glühen seine Wangen. SS geht langsam, roie jemand, der nicht «ile ha», den nur der Duft und das Keimen ringS umher hinausgezogen hat. In der Hsnd hält eS ein schmales Buch mit Soldpreffang. Schwalbe» ziehen laut zwttschernd ihre Kreise hoch in der Luft, eS steht zu ihnen empor und in seinem Auge liegt eS wie Sehn- sucht nach etwas Großem, Süßem, Unbekanntem.
Es ist noch nicht Feierabendstunde, die Straße ist menschenleer; nur dem Hause gegen- über, auS dem daS junge Mädchen getreten ist, enteile« lachend einige spielende Kinder und ei» junger Mann folgt von fern der Mädchengestalt. Wie fie aus dem freien Platz anlangt, der zur Vorstadt führt, lacht die Abendsonne fie an; da geht fie schneller, umzittert vom goldenen Licht, als trügen die Strahlengarben fie ins Glück. Hinter ihr her hastet ein fester Männerfchritt.
Breiter ist nun die baurnmnstandene Straße, die Häuser find nicht mehr eng aneinander geschmiegt wie in der Stadt, Gärten im erste» frischen Trribgrün umgeben fie, und es duftet rings ein herb-füßer Atem von Meder.
Jetzt zögert der männliche Schritt ihr zur Sette und -8 klingt an chr Ohr:
„Sie gehen so einsam spazier«, Fräulein Helene?" x „
Sie erschrickt nicht, aber daS »lut jagt ihr zu den Schläfen empor; es ist der junge Be- amte, der ihr gegenüber wohnt, der fie oft beobachtet, wenn fie mit der Handarbeit am Fenster fitzt, der schwarzäugige Mann, an d« fie so manches Mal denkt, weil er täglich ihren Weg kreuzt, wenn fie mit der Mutter ausgeht und der ihren Namen wohl kennt, weil se ne Mietgeberin mit ihrer Mutter befreundet ist. «twaS befangen antwortet fie:
„Ich mußte heute allein fort, Matter ist nicht wohl."
"„So darf ich Sie wohl begleiten?"
Sie möchte „nein" sagen, aber — so fchme chelnd und bittend klang seine Stimme, unb wie nun die Schwalben wieder zwttschernd über ihre« Häuptern kreisen, vergißt sie eS, ihnen nachzublicken; ihr Auge haftet im Banne seines Blicker und fie antwortet mit einer G^Geh« Di- auch zur Maiandacht?"
Ein Lächeln zuckt über sein Seficht; fie weiß es fich nicht zu deuten.
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