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32. Jahrgana.
Fulda, Montag, den 29, Mai 1905.
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Römiidier Wodienbriet
[:] Rom. 23. Mai 1905.
Sestern ist hier eine zahlreiche internationale Pilgerschaft von Martenkindrrn ringer ff en, welche heute ftüh einer vom Kardinalvttar RrS» pighi zelebrierten Meffe in der PeterSkirche beb wohnte. Dem festgesetzten Programm zufolge besucht dir Pilgerschaft morgen die hiefigen Bast- ltken und roltb am Donnerstag vom hl. Bater in dem großen Saale über dem Portikus der PeterSkirche empfangen werden. Am Freitag wohnen die Mlger einer liturgischen Funktion des Kardinals Rampolla in deffen Prrsy'erialtitel- ktrche der hl. Cäcilie bei, besuchen sodann die unter dieser Bafilika gelegenen Wohnräume der Helligen und fingen am Nachmittage eine Jmma- «üoia-Kantate bei der neuen Lourdeszrotte im vatikanischen Garten.
Die hier eingetroffenen brasilianischen Palästinaptlger unter Führung deS Primas Brasiliens und Erzbischofs von Bahia wohnten gestern der Mtffr des hl. BaterS bei und befich- tigten alsdann die römischen Bafiltken und Haupt- sehenswürsigkeiten.
Der Herzog von Madrid, Don Carles de Bourbon hat dem hl. Bater wiederum ein prachtvolles Geschenk gemacht. Es besteht in seiner getreuen Nachahmung eines im Schatze der M-rrknSkirchr BenedigS fich befindlichen alt-byzan- tinifchen Kelches auS reinstem Solde. Der Kelch, ein wahres Meisterwerk venstianischer Sold- schmiedekunst, zeigt auf seinem oberen Teile des BildeS dir vier Evangelisten und auf seinem Fuße in Medaillenform die Bilder deS Welter- löserS, der Unbefleckten EnpfSngnis, deS hl. Joseph (als NamenSprirou Seiner Heiligkeit), sowie das päpstliche Wappen.
Im Nächsten Monat wird in Messtna ein so- genannterD tSzesankongreß abgehallen werden, um — wie es in der betreffenden Einladung des dortigen Erzbischofs heißt — die christliche LolkSbewegung fördern zu helfen. In Be- zug auf die christlichen Demokraten sagt der genannte Kirchenfürst: .Teil nehmen am Kongreß sowohl Geistliche wie Laien, welche vom wahren Glauben beseelt find und vertraut mit der christlichen BolkSbeweßung, und zwar ausschließlich mit derjenigen, welche der Papst will und für welche der Papst selbst in verschiedenen Dokumenten und Kundgebungen die nötigen Direktiven gegeben hat." Lridrr find diese Direktiven »och immer nicht den betreffenden christlichen Demokraten in Fletsch und Blut übergeqangen und daher kann man fich auch in Mesfina wieder aus verschiedene mehr odrr weniger leidenschasl- lichs — Auseinandersetzungen gefaßt machen.
Im italienischen Tabaks m o n o po l sollen wieder einmal verschiedene Verbesserungen etngeführt werden. Sell mehreren Tage« tagt hier eine Konferenz, bestehend aus ben hervorragendsten Fachmännern, um die Mittel und Wege ausfindig zu machen, wir auch billigere Zigarren in den Handel gebracht werden können. Das erste, was vermutlich dabei herauSkommen dürfte, wird eine neue Zigarre sein, welche den Namen des gegenwärtigen Finanzministerr führen wird und welche ausschließlich a«S italienischem Tabak hergestellt werden soll. Bis jetzt hat fast ein jeder Finanzminister eine solche seinen Namen tragende Zigarre hinterlaffen. Ueber den Wert bezüglich die Süts dieser Art von ministeriellen Erbschaften erlaube ich mir tndrffen nicht, irgendwelches Urteil abzugeben: das ist Seschmacksache.
Der hiefige große internationale Künstleroer ein mit seinem Präsidentin, dem Senator Ronteverde an der Spitze, stattete der italo. byzantinischen Ausstellung in Srotta- frrrata einen Besuch ab, wobei die Herren vom Abte, dem Vizepräsidenten Baron Kanzler und anderen Mitgliedern des AuSstellungSkomtteeS beruma-fübrr wurden.
Bekanntlich gibt es unter den vielen italient- schen Universitäten immer eine oder einige, welche wegen „Gtudrnten-Unruhen" geschloffen find. Nun fangen die hiefigen Symngsiasten an, in die unruhigen Fußstapfen ihrer älteren Kommilitonen von der Univerfität zu treten. Schon vor mehreren Jahren haben die italienischen Symnaflasten einen Bund gegründet, welcher eine eigene Organisation mit Zentral- und Unter-Komitees befitzt und bann und wann Versammlungen abhält, auf welcher von den Schülern - - nach parlamentarischem Muster — lange Reden gehalten, Tagesordnungen debattiert und angenommen werden, alles dies in der Adficht, die eigene Sage „bet Regierung gegen« über" zu stärken nnb gegen die Angriffs des UnterrichtsministerS" zu verteibigen! Nun hat der neue Minister, Professor Bianchi — wie nebenbei gesagt ein jeder neue Unterrichts- Minister — einige Reformen in Bezug auf die Examen am Jahresschlüsse eingesührt. Ter «? mnasiaftenbunb droht nun mit einem großen — Streik, wenn diese Reformen nicht schleunigst zurückgenommen werden.
Deutsches Reich.
Berlin, de« 27. Mai 1905.
* Die Sitzungen des Abgeordneten- hnnfeS folgen einander, aber ste gleichen einander nicht. Am Freitag 346 Abgeordnete, 9 Minister und überfüllt« Tribünen; am Sams- tag hätte man auS der Sitzung eine normale ReichStagsfitzung machen können. An Beschluß« fähigkett war nicht entfernt zu denken. Da aber ein Hammelsprung nicht nötig wurde und Sozial
demokraten nicht vorhanden find, lief alles ohne llnjall ab. Auf der Tagesordnung stand die zweite Lesung des Gesetzes gegen das Zechen- stillegen. Hätte eS nicht immer im Schatten des Bergarbeiterschutzes gestanden, so hätte eS wohl mehr Beachtung und Widerstand gesunden. Je mehr aber jenes Gesetz die parlamentarische Situation beherrschte, umso weniger kümmerte fich die Oeffentltchkeit und mit ihr die große Mehrheit der Abgeordneten um das Sttllegungs. grsetz. So ging die Verhandlung in aller Ruhe rasch von Statten. Die Kommiffton hat ver> schiederre «enderungen und Milderungen an der Vorlage zu grinsten der Bergwerksbefitzer vor- genommen, insbesondere ihnen den Weg des Verwaltungsstreitverfahrens gegenüber den An- otbnungen des Oberbergamtes eröffnet. Im allgemeinen wurden die KssnniffionSvorschiäge angenommen, nur wurden auf Antrag der Zen- trumSabgeordneten Dr. Spahn und Hager noch ein paar Berbefferungen angebracht. Am Montag soll die dritte Lesung des Gesetzes, außerdem die zweite Lesung deS Antrags Camp, bett, die MutungSsperre, vorgenommen werden. Während bisher deabfiStigt war, die Sitzungen des »bge« ordnktenhanses vor Christi Himmelfahrt abzu- brrchen, um erst nach Pfingsten wieder zufavmren- zutreten und etwa auS dem Herrenhause zurück- kommende Vorlagen zu erledigen, heißt es jetzt, daß erst Ende dieser Woche die Pstngstpauft ein- treten solle.
•* Berit«, 27. Mai 1906. Der Kaiser Heb die Kaiserin find heute frül, 7 Uhr 50 Minuten auf Station Wildpark etugetroffrn. Der Kaiser fahr alS- bald nach Berit» weiter, u» an der S»1hülluu, des Kaiser F-iedrich Denkmals tu «harlottesburg teil,»- nehmen. Dir Kaiserin, Prin, Adalbert und Prinzessin Viktoria Luise begäbe» sich zu Fuß nach dem Neuen PalaiS. Die Abwesenheit des Kaisers von Berlin hat beinahe drei Monate gedauert. — Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn unsere) Ka'.serpaareS. wird, dem Vernehmen vach, am 80. d. M. vor Beginn der FrübjahrSparade in Potsdam vom Kaiser beim «rsten Garde Regiment ,. F eingestellt werde». Der Prinz steht gegenwärtig iw 19. Lebensjahre. 3* den letzten Tage« hat der Prinz feine theoretische Ossi,ierS- Prüfung abgelegt. — Wie die .Petersburger Tele- graphenasentur' a«S Tschita meldet, ist Prinz Friedrich Leopold von Preußen am Freitag dorr einge- t,offen. Die gleiche «a-otur meldet ferner auS Sod- ftadian vom Freitag: Prinzessin Reuß ist bet der: Armereingetrrffen, umalS barmherzige Schwester tätig zu sein. Die Prinzessin wurde v»»dr»«ener,lm Liuew-tsch und KuropaUin empfange«. — Der,ReichS- anzeiger' meldet amtlich, daß der llvterstaatSsekretLr im preußischen StaatSministrrium Freiherr v.« ecken- dorff »um Präsidenten deS Reichsgerichts unter Ber- leihung deS Charakters als Wirklicher «-Heimer Rat mir dem Prädikat Exzellenz' ernannt worden ist. «18 Nachfolger de« Frhrn. von «eckeudorff für de» Poften des UnterstaatSfekretärS tm StaatSmwtftertuw ist der Regierungspräsident tz engstenberg in Wiesbaden in Aussicht genommen. AtS deffen Nachfolger wird der rtztge vortragtnde Rat tm Ministerium deS Javern und frühere Lvndrat von Homberg Herr v. Meister genannt. — Ferner meldet der «StaatSanzrigr^, daß !>er RegierungSprästdent von Trott zu Lol, in Raffel »um Oberpräfidenten der Prosts, Brandenburg, der Polizeipräsident Traf von «erustorff inPotS. dam zum Präsidenten der Regtrrmrg in »affrl und der
Kan; von wenden.
Novelle voll Rarga Brechten.
10 ------ Nachdruck verboten.
„Noch eins, Franz," hielt ihn die Gattin zurück, „wird bas, waS wir noch haben, auch reichen?" Sie war so wenig an beschränkte Mittel gewöhnt, daß eine dunkle Glut ihre bleichen Wangen bedeckte, als sie so sprach.
»Ich hoffe es," war die Antwort. „Dein treuer Later hat uns so freigebig zur Reise versorgt, daß wir noch mehr als die Hälfte der Summe besitzen."!
„O, das ist gut, dann laß uns eilen," sagte sie, sich aufrichtend. „Ich sehne mich so nach Hause, baS heißt," fügte sie mtt gebrochener Stimme hin- Mi, „nach Papa'S Grab. Wenn ich nur eine Abschiedszeile von seiner geliebten Hand hätte, nur dn Zeichen, daß . . . Doch sollte vielleicht jener Karton Aufschluß geben?"
Sie eilte nach dem Koffer und entfernte mit Siegender Hast die eleganten Roben und Toilette- egenstände, bis jener oben lag. Ein scharfer Schnitt trennte die Kordel, der Deckel flog auf ttnb zeigte — einen einfachen Traueranzug. Glma's heiße Tränen fielen daraus.
An dem Abend desselben Tages verließ der schöne Nizza, welches sie mit so ganz anderen Gefühlen betreten hatten.
K 4. Kapitel. Daheim.
CS ist ein nebelstrüber, Ein Tag voll Dämmerschein, Ich ging am Haus vorüber. Doch kehrt' ich nimmer ein. Am Hause, wo nun dunkelt Dein Fenster alter Zier, Das sonst von Licht gefunkelt, — Und dunkel ist's in mir.
Franz Alfred Muth.
VII.
Wenn wir nach kurzer Abwesenheit zum ersten male wieder einen Ort betreten, an dem sonst ein herzlicher Händedruck, ein fröhliches „Willkommen" unserer harrte, und nun wissen, daß das einst so gastlich erhellte Fenster dunkel, und nur ein einsamer Grabhügel weit draußen all unsere Liebe umschließt, dann ergreift, uns das Gefühl unnennbarer Verlassenheit. Eine solche trostlose Oede empfand auch Elma von Wenden, als sie mit ihrem Gatten den von Menschen wimmelnden Perron ihrer Vaterstadt betrat Die mit dem Abendzuge Angekommenen bideten mit den Abfahrenden ein buntes Gewirre. Alles schob und drängte sich; Verwandte und Freunde begrüßten einander, aber fein Gruß schallte den Beiden entgegen, welche ihr neues Leben mit so schwerem Herzen begannen. Wenden führte seine schmerzlich bewegte Frau zärtlich durch das Gedränge nach dem nahegelegenen Hotel Westend- halle, dort wollten sie bleiben, bis die eigene Wohnung zu ihrem Empfange bereit sei.
Noch an demselben Abend stattete Rechtsan- walt Rothaus von seinen getroffenen Maßregeln Bericht ab. Er hatte ein ihm passend erscheinendes Logis in der Ostendstraße gefunden und bat, dasselbe am andern Morgen zu besichtigen. Dann könne man zur Auswahl der Möbel und zu deren Ueberführung schreiten. In kaltem Geschäftstone brachte er dies alles vor, während der junge Arzt ihm dankend die Hand drückte undElma in der Ecke des Sophas ihm teilnahmslos zuhörte. Die tiefe Trauerkleidung machte die Blässe ihres Ge- ichtes noch erschreckender, und die großen Augen (Rauten den Sprechenden fast geistesabwesend an. Sie hatte nur den einen Gedanken; Ihr Vater war tot, die Villa geschlossen, und wo waren nun all die reichen Bekannten mit ihrer hohlen, eigennützigen Freundschaft I Niemand kümmerte sich an diesem Abend um ihr und des Gatten Los als dieser unscheinbare Mann, den sie früher mit o vieler Herablassung behandelt hatte! —
O, könnten wir manche trübe Stunde vorher
durchleben, wie würden unsere gütigen Worte, unser Dankeslächeln oft an passenderer Stelle anbringen! —
Der Morgen kam und mit ihm so mancher traurige Weg. Eine noch ziemlich frühe Stunde fand die beiden Gatten am Grabe deS unglücklichen Bankiers. Dort baten sie um Segen für ihr künftiges Heim, und dort gelobten sie sich auch, alles Kommende mit Mut und Zuversicht zu tragen. —
Der spätere Gang durch die mit der ganzen Güte und Zärtlichkeit eines Vaters ausgestatteten Räume riß die kaum geschlossene Wunde noch einmal auf. Beim Anblicke der dort herrschenden Eleganz, der vielen herrlichen Statuen, Gemäldd und sonstigen Kunstgegenstände fühlten sie ihre drückende Lage um so peinlicher.
„Franz", flüsterte Elma, wie erschauernd beim Anblick der reichen Vergoldung, welche sie überall kalt anleuchtete, „ich könnte diese etile Pracht jetzt nicht mehr ertragen. Ihr Glanz würde mich an die finsteren Blicke ^erer erinnern, welche dem Andenken meines teuern Vaters Groll nachtragen."
„Und an das höhnische Lächeln falscher Freunde", fügte dieser hinzu. „Darum gib alles hin, was nicht unbedingt notwendig ist, und laß unsere Zimmer lieber ganz einfach fein. In einem bescheidenen Heim wohnt oft ein größeres Glück als in einem glänzenden."
Die gewählten Gegenstände waren bald bezeichnet, und ihre Abholung angeordnet; dann wandte man sich der neuen Wohnung zu. Sie bestand aus 4 Zimmern und einer kleinen Küche in dem Parterre eines freundlichen Hauses tn der Ostendstraße. Vor demselben lag ein kleiner Garten mit zierlichen Blumenrabatten und einigen Akazienbäumen, deren Zweige die hellen Fenster des Erdgeschosses beschatteten. Hübsche Schlingpflanzen rankten sich an den weißen Mauern empor, und der Duft halboffener Rosen strömte herein.
Dem Doktor gefiel die Lage des Hauses, und
Polizripräfidevt Keßler in Ra,dkdurg |»m Dbeieei» lvattougsgertchlSrat ernannt worden ist.
nerale Me«geS und Krim wurden te ba8JSxäiwiK» deS Deutsche« Flotteno,reinS wieder«,»äh« und nahmen bi, Wahl an
Literarifdies.
Tonger'S Tafchen-AIbum Bd. 37. 32 AIt-Arieu mit Original-Klavierbegleitung, «erlag iwt P. I. Tanger in Köln. Preis 1 Ma«.
Unter den Arien der klassischen Periode gtbt ,s kaum eine ergreifendere und innigere, als bte wunderherrliche Pfrngstkantate „Mein gläubiges Herz frohlocke" von Joh. Seb. Bach. Es liegt eine wahrhaft überirdische Schönheit in dieser MuM, ein solch jubelndes Vertrauen und eine solche Glaubensfreudigkeit, daß man sich beugen muß vor dem großen Genius dessen, der sie tn fernem Innern erklingen hörte und sie der staunenden Welt offenbarte. — Neben dieser Arie besitzen tote in Händels „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, „Er ward verschmäht", in Stradellas „Herr, s« mir gnädig" und mehreren anderen ebenfalls Perlen der Kirchenkonzert-Musik, die auf jeben einen tiefen Eindruck machen. — Alle diese Meisterwerke aus der großen klassischen Zeit nebst den berühmtesten weltlichen Arien jener Pertode, wie Gluck, „Ach ich habe sie berloren", Handel, „Grüne Matten", Pergolese, Nina re. trn Verein mit den ausgesuchtesten Arien aus den Opern neuerer Meister, wie Berlioz, „Es war etn König im Thule", Donizetti, „Um stets heiter und glücklich", Halevy, „Er kommt zurück", Meyerbeer, „Ach, mein Sohn", Mozart, „Schmäle, tobe, lieber Junge", Nicolai, „Vom Jäger Herne Weber, „Glöcklein im Tal", „Und ob die Wolke usw. usw. find in dem neuesten Taschen-Album Bd. 37. enthalten. — Als ein besonderer Vorzug darf gelten, daß denjenigen Arien, die man ut italienischer Sprache zu hören gewohnt ist, der italienische Originaltext neben der deutsche« Uebersetzung belassen wurde.
und Anzeigenteil.
'M-äschen, roo tZ^shängen.
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Fulda, C. Pauly. Tau»: Jul »egeimanx, Tteiuan: EarMue.W.sftl. Eduard Eimo».
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Die Kinder gedeihen Hervorragend vorzüglich dadei bei
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E Anzeigen putz fei feer JMUu1 AMUND*»» pHura, HßtztzßWW^G,
er, welcher so manches Jahr hindurch in einem einfachen möblierten Logis verlebt hatte, fand dieses mäßig groß und allen gerechten Ansprüchen entsprechend. Aber ach, die Zimmer waren nur klein, und erschienen es doppelt tm Vergleich zu der eben verlassenen prächtigen Wohnung. Die arme Elma unterdrückte einen Seufzer, als ihr verwöhntes Auge die beschränkten Räume matz, und der unmoderne Anstrich des Holzwerks und die geringen Tapeten ihren feinen Gefchmack annulierten. Doch ihr Mann sollte ihre Schwäche nicht bemerken; die Höhe des Preises mußte ja fortan den Ausschlag geben, und feine Schuld war es gewiß nicht, wenn zwischen dem „Einst" und „Jetzt" ein so großer Abstand lag. Die aufsteigenden Tränen zu verbergen, trat sie zu dem offenen Fenster, wie um einen Blick in den Garten zu werfen. Da schimmerte von der andern Straße eine weiße Haube herüber, bald folgte ein braunefe Kleid und beim Umwenden erkannte sie die wohlbekannten Züge ihrer alten Dienerin Truda, welche sich mit raschen Schritten dem Hause näherte. Dieselbe hatte die Zeit während der Hochzeitsreise des jungen Paares in ihrem Heimatdorfe zugebracht, und kam nun, um dieses in den neuen Haushalt zu begleiten. An ihr frisch glänzendes Gesicht knüpften sich für Elma die süßen Erinnerungen der Kinderjahre und aller frohen Stunden tm Vater hause. Und als sie nun Truda's schlichte, treuherzige Worte vernahm, da wußte sie, daß der traurige Wechsel der Verhältnisse deren Herz nicht geändert und, daß sie niemals eine kränkende Bemerkung über die bald notwendigen Einschränkungen zu fürchten brauche.
„O es wird gewiß alles recht hübsch und gemütlich werden, Herr Doktor", sagte das brave Weib. „Die Möbel werden wohl bald hier sei», und dann will ich frisch an's Aufftellen und Ein» richten gehen, damit unsere liebe, gnädige Statt ein behagliches Nestchen bekommt."
GsttsetzuuL folgt.)