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32. Jahrgang»

Fulda, Samstag, den 27. Mai 1905.

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Stetlewe»«

Anzeigen

Buderus Eisenwerke . 124sest24- Eschweiler Bergb. . . 253- 253- Gelsenkirchener Bergb. *26,25 224,75

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irdischen Pilgerfahrt?

„Last?" Mit Nahrungssorgen haben fie doch nicht ju kämpfen; daS behaglichste Nest ist th en bereitet." Ja, gibt eS denn auf E den nicht Mehr und ernstere Eorsen, als die Nahrungs»

Letzter Moriger Kur»

sorgen? Unter de» Bürgersleuten und sogar unter den Arbeitern gibt es sehr viele, die am Hochzeitstage von ernsten Nahrungssorgen frei flnb. Dir einen habm Rückhalt an einem be- 'chridenen Familienvermögen, die anderen haben eine sichere Brotstelle, und wenn ein junger Ar- beiter heiratet, der gesund und fleißig ist und von seiner Erzählten dasselbe sagen kann, wa­rum sollte sich der den Geschmack am Hochzeit«, tage durch die Angst um'S tägliche Brot ver­derben lasten? Blicken wir doch um uns: Dort, wo man sozusagen von der Hand zum Munde lebt, gibt eS sehr viel glückliche, wirklich glückliche Ehen, und dort, wo die Börse voll und der Tisch üppig gedeckt ist, hat sich oft da- herbste Unglück eingenistet.

DaS Glück einer neuen Familie hängt nicht b!os an der einen Bitte deS BaterunserS, die vom täglichen Brot handelt. Die jungen Ehe- hüte wüsten das ganze Vaterunser beten, mit Einschluß der beiden letzten Bitten: „Und führe unS nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von drm Hebet" „Die Liebe muß bleibe»", sagt Schiller. Die innige, treue Herzenkgemeinschaft, daS gemütliche Zusammenleben m vollem gegen» fettigem Vertrauen, die harmonische Verschmelzung zu einer Einheit, die von allem Nebel der Miß» serständniffe und Mißhelligkeiten befreit ist — darin wurzelt daS häusliche Glück, ss-vohl in den Palästen, als in den Hütten.

Wenn einer glauben sollte, daß diese herz- innige Eintracht von Mann und Frau nur für das gewöhnliche Volk und nicht für die Kronen- träger von Bedeutung fei, so wäre er im Irr­tum. DaS menschliche Herz verlangt überall seine Befriedigung. Der Prinz und der Fürst wollen auS der kalten Pracht und den schweren Sorgen ihre hohen Stellung auch in den warmen, gemütlichen häuslichen Herd flüchten können, ebensogut wie die Denker mit der gefurchten Stirne, die Geschästskeute mit dem brummenden Kops und die Handarbeiter mit ihren ermüdeten Gliedern.

Die Arbeitslast eines Fürsten ist wahrlich nicht gering. Unser Kaiser hat wahrlich eine robuste Gesundheit und wunderbar starke Nerven, sonst würde er nicht all' die angespannte und auf» regende Tätigkeit auShalten, die er sich rastlos auferlegt. Der Prinz, der sich vorbereiten muß für den höchsten, aber auch schwersten Beruf, hat auch schon sein gerütteltes Maß von Arbeit, Sorge und Verantwortlichkeit. Die hohen Herren, die gleichsam in der scharfen Luft auf der Spitze des Berges wirken müffen, sind vielfach der Er­holung, Tröstung und Auffrischung noch mehr bedürftig, als wir gewöhnlichen Arbeiter im Tal, die ihre Berufspflichten ohne zehrende Aufregung mit einer gewiff en Gelassenheit erfüllen.

Und nun die Kinder! O, sie bringen eine Maffe Freude ins Haus; aber auch viele Mühen und Gorgen. Werden etwa die hochstehenden Eheleute von den Dornen verschont, die an den Roten deS Kinderzimmers sich zu entwickeln pfl-gen.

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Wahrlich nicht, sie teilen das Geschick aller braven Väter und Mütter; wenn sie auch Helfer und Helferinnen genug haben, so bleiben fie doch die Eltern, die sich um das Befinden und die Ent­wickelung der Kinder fortwährend bekümmern. In unserem Herrschrrhause ist ja glücklicherweise dieses innige Familienleben herkömmlich.

Schließlich kommt noch in Betracht, daß die Großen dieser «rde ebenso gut wie die Kleinsten und Geringsten jener unheimlichen Macht unter­worfen find, die seit drm Gündenfalle im Para diese heimsuchend durch die Welt schreitet: die Krankhett. Es ist keine leere Formel, wenn die hohen Brautleute an ihrem Ehrentage fich ge­loben, auch in trüben Tagen treu zusammenzu­halten. Nirgendwo bleiben die trüben Tage aus; auch dort, wo in der Berufstätigkeit alles flott und glücklich geht, stelle« fich nübe Tage ein durch Unfälle und Krankheiten in den Famil-en. Und auch der Mächtigste dieser Erde kann solche Prüfungen nicht abwälzen; er muß fie tragen am eigenen Leibe oder mittragen an drm Leid der Seinigen. m ,,

I«, im Familienleben der Menschen der verschiedenen Ränge und Klaffen bekundet fich viel Sleichhett und Brüderlichkeit. Wenn wir das erwägen, so werden wir dem jungen Braut' paare um so herzlichere Teilnahme schenk n und ihm von ganzem Herzen nicht blos Glück, son» sern auch Kraft und Trost in den unvermeid­lichen Heimsuchungen des Menschenlebens wünsch?«. Zu jedem Eheschluß gehört M-ch auch zu einem solchen Eueschluß auf den Höhen deS Lebens. Sie haben recht, daß fie mutig hinein gehen in den Ehestand, und wir wollen hoffen, daß der juaeMichs Mut ihnen erhalten bleibt, wenn es zu einer ernsten Probe kommt, die ja allen Sterblichen nicht erspart wird.

Wenn wir so die Gleichheit und Brüderlich­keit im Familienleben betrachten, so können wir auch au« dem fürstliche» Beispiel eine allge­meine Lrhre ziehen. Im Kaiserhause hält man eS mit dem Spruch: Jung gefreit, hat niemand gereut! In der jetzige» Zeit wird eS leider bei den bürgerlichen Leuten immer mehr Mode, da« Heiraten hinavszufchieben bis in sehr reift und manchmal überreife Jabre. DaS hat verschiedene Ursachen und wird mit mannigfaltigen Vor­wänden bemäntelt, worüber wir in den „Unpo­litischen Zettläuftn" schon mehrfach gesprochen haben. Ich will nicht wiederholen, waS in dem vom Pfarrer Deitmer in Steglitz verschenkten Buche za lesen ist, sondern nur der heiralssähigen Jugend zurufen: Seid nicht zu wählerisch, nicht zu habgierig oder ehrgetzig, sondern greift recht- zeitig zu, wenn ihr eine» tüchtigsn, braven, liebe- vollen Mann, eine gute, fleißige, gemütliche und zärtliche Fran bekommen könnt! U"b ihr Eltern und Onkels und Tanten und Vormünder und Pfleger, tut waS ihr könnt, um euren Kindern oder Pflegebefohlenen rechtzettig zu einem behag­liche», wenn auch bescheidenen Nest zu verhelfen. Etz kommt nicht aus die „glänzende Partie- an.

Letzter IBodett Kur»

sondern auf einen glückliche» Ehebund, zu $e#r man mit ruhigem Gewissen Gottes Segen an» rufen kann. _

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3 Prag.-Dirxerb. . .

4 Fuld.Etadtanl v.1901

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Mt eto» spaltige petttyite abes deren Kam» P?f »eklamen diepeMM 25 psgr del wird« Holungen wird entfw Rabatt gewährt

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5 Mextt.kos.äuß.v.99stft. hypotheken-Pfandbriefe.

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Unpoliflfdie Zeitläufe.

(Nachdruck verboten.),

® Berlin, den 25. Mai 1905.

Also nächstens gibt's Hochzeit im Kaiserhause. Der Kror prinz des deutschen Reiches und von Preußen führt seine Braut heim; fie tritt als Herzogin so» Mecklenburg zum Traualtar und kommt als kaiserlich? Hoheit, als zukünftige Kaiserin und Königin zurück.

Ich freue mich immer, wenn ein junges, gesundes, hoffnungsvolles Paar de» Bund für'S Leben schließt. Auch wenn ich einen einfachen Jüngling aus dem Volke feine Erwählte heim- führen febe, tafle ich ihnen mit menschenbrLdrr- licher Teilnahme einen stillen GegenSgruß zu- kommen. Wen» nun der Kronprinz eine Familie begründet, die zurzeit den zweithöchsten Platz im Staate usb in Zukunft den höchsten Platz im Reiche eiitzunehmen hat, so kommt zu der mensch lichen Teilnahme zugleich die patriottfche. Der stille Seaer.Zwunsch wird zum lauten, und die Hoffnungen oon vielen Millionen find in dirsen Brautkranz eingeflochttn.

Run deutt vielleicht Mancher: wenn ein Kronprinz heirate, so sei da? doch ganz etwas anderes, als wenn zwei gewöhnliche Leute einen eigenen Hausstand begründen. EinernKronprinzen falle alles in den Schoß, wonach die sonstigen Menschen mühselig ringen müßten. Dte Lausbähn eines kronprmzlichen Ehepaares fei mit lauter Rosen fußhoch bestreut; da gäbe es nur Glanz und Glück und ungemischte Freude.

So? Wenn wir uns von den Aeußerlich- leiten nicht bestechen lasftn, sondem auf den Kern der Sache gehen, so haben wir ein paar junge Menschenkinder, die ganz dasselbe wollen und »vagen, was wir gewöhnliche verheiratete Leute f. Z gewollt und gewagt haben und was unsere Kmder einst wollen »nd wagen sollen. Sie habe» sich verlobt, wie alle anderen braven Leute, die den rechten Lebensgesährten gesunden; fie leisten denftlben Schwur am Traualtar, wie die christlichen Untertanen ihn leisten; ihre Herzen werden von denselben Gefühlen bewegt, wie die Herzen aller gutgefinnten Brautpaare. Auch für sie gelten die schönen Worte ausSchillerSGlocke von der schönen Zeit der jungen Liebe und von der Leidenschaft, die fliehen wird, während die Liebe bleiben muß. Auch fie wiffrn und fühlen, daß fie fich nicht blos vereinigen für die Lust des Lebens, sondern auch für die Last der

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Deutidies Reidi.

Berlin, den 26. Mai 1905.

• Der Inhalt des Kniser Telegrammr, da* zu der Krifis im Flottenverein geführt habe» sollte, ist, rote der .Deutschen Tagesztg? von kun­diger Sette verfichert wird, in der Wochenschrift .Europa' unrichtig weoergegeben worden. In de» .Lechz. Neuesten Nachr.' wird erzählt, es sei beim Kaiser em Telegramm deS Königs von Eng­land eingegaugen, in dem gesagt worden ser, daß das Auftreten des F'ottenvereirL dtS" englische Volk auf das stärkste beunruhige, daß der König diese Volksstimmung nickt mehr zügeln tönne. und daß der Krieg sicher fei, wenn nicht Ernhatt geboren werde; unter dem Eindruck dies s Tele­gramms fei bann die kaiserliche Demsche an General Meiges gerichtet worden. Auch diese Erzählung trug den Stempel der Rr-verbürgtheit an der Stirn. Der .Deutschen TageSztgtt wird zudem von zuverlässiger Seite milgeteüt, Vaß die fragliche Depesche drS Königs von England überhaupt nicht vorhanden sei.

♦ Kürzlich wurden die BorftM«d8«»itgliever bei fozi»ld-»okre,tifch-« ®erein3 von der doktiqen Pariettettung zur lZebernahme bestimmter Agitationsarbeiten eufgefcbert. Da­rauf sandte, wie das.Volksblatt für Anhalf betrübt mitteilen muß, eins dieser Vorstands- Mitglieder folgende Antwort: ^Zur Erwiderung erkläre ich Ihnen, daß Sie mir überhaupt k-ine Vorschriften mache» können. Tu» Sie als bezahlter Parteigenoffe Ihre Pfl'cht, dann ist es gut, aber mich lassen Sie in Zukunft zufrieden."

Sn Lode gequält

werden unzählige Flie,e» durch Fliegenfänger und -Leim. Tag-lan, KSngen die armen Tierr an den Beinen gtf .ffelt, biS sie verhungern. Wer diese Tiere fdmea und schme»l°S täte* wta,

Dilma, daS unter Sarentie alle Fliegen- Schnaken, Schwaben, Rnffen n. f. w. in Zimmern, K.che«, Ställen binnen 6 Minuten tötet. Alleiniger Fabrttaut Apotheker E. Lahr, Würzburg, «echt »u d"bm in G Ünrn versiegelten Pateten zu 80 und ^ Pfg. w Fulda zu haben bet Carl Pauly, Drogerie »um Krokodil, Karlstraße 81 und Central Drogerie Butt - markt 8, bet L. * ■> Schramm, fowte Anton Popp, in Leimbach bet Oit-rfeld bet C.oro Alr- cher, Kaufmann, in Somborn in der Apotheke.

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ReichSbank-Diskonto Lomsard-ZiuSfuß:

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4 Fkf.Hhp.XIV. 1900 Hypbk.Ser.XVI U.XVII unt 1910

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4 MMeld.Bodkr.1909

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4 Preuß. Centr.-Bod.- Kred..G. 1909

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4 Preuß. Bod.-Kred.- A.-B. XVIll 1910

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