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Fulda, Freitag, den 26. Mai 1905.
32. Jahrgang.
Deufldies Reich.
Berlin, den 25. Mai 1905.
* Die Hochschule« Berlin» haben ihre Beteiligung an der Spalierbildung bei dem Einzüge der Herzogin Cecilie heute ein« stimmig zurückgenommen Sie haben die» damit begründet, daß die Tracht der Chargierten nach dem stundenlangen Derweilen int Spalier so gelitten haben dürfte, daß sie darin zu dem Kommers und dem Fackelzuge, die bekanntlich gleichfalls von der Studentenschaft geplant find, nicht mebr erscheinen könnten. An die Stell« der Hochschulen, die vor der Univerfität hätten Ausstellung nehmen sollen, werden die Kadetten kommen, deren Teilnahme an der Spalirrbildung der Kaiser ohnedies gewünscht hatte.
**■ Die Rtifi» i» Motteuverei« soll au Grund der Audienz, die dem Präfideuten des Bersins, Fürsten zu Salm-Horstmar gestern vom Kaiser gewährt worden ist, als beigelegt zu betrachten fern. Dir schwebenden Differenzen sollen „dank der entgegenkommenden Würdigung, welche die Darlegungen der Fürsten Salm beim Kaiser gefunden haben", fitzt vollständig ausgeglichen sein. Die Generale MengeS und Keim werden wahrscheinlich „ihre Dienste weiterhin dem Flottenverein zur Verfügung stellen". Aber ihre Agitation werden fie denn doch wohl etwas anders einrichten müffen. Die Wochrmchris .Europa' will über das Telegramm drS Kaisers an den General M-nges, daS den Austritt dieses Generals und des Generals Krim oeran laßte, folgendes erfahren haben: „Der Kaiser spricht der Leitung des Vereins seine ernste Mißbilligung über daS von ihr verkündete Programm und die demgemäß gehandhabte Agitation auS. Er sei mit dieser Tätigkeit ebensowenig einverstanden wie die zahlreichen Mitglieder, die deshalb in letzter Zett ausgeschieden seien. Daher ordne er an, daß die Agitation stch fortan in folgenden Bahnen zu bewegen habe. (Nun folgt etwa daS von Ttrpitz verkündete Reste' rung«Programm.) Jede andere Tätigkeit betrachte er als einen Eingriff in seine Kommandogewalt." Angeblich hat auf die Entschließung deS Kaisers der Admiral Hollmann bestimmenden Einfluß geübt. Er habe fälschlich dem Kaiser mitgeteilt, besonders hervorragende Süddeutsche seien darüber, daß der Flottenoerein durch seine maßlose Agitation die Feindseligkeit der Engländer erregt habe, so empört, daß fie ausgetreten seien. Um diese Darstellung zu berichtigen, habe der Ehren- vorsttzende des Vereins, Fürst Salm-Horstmar, die Audienz beim Kaiser nachgesucht, die am Mittwoch in Wiesbaden stattfand. Die .Berliner Neuesten Nachrichten' bemerken hierzu: „Diese „Enthüllungen" beruhen nur in dem Punkt auf tatsächlicher Grundlage, als fie aus ein Telegramm von höchster Stelle Bezug nehmen, daS mit dem Austritt der Generale MengeS und K im aus dem Präsidium im Zusammenhang steht. Alles übrige ist rein willkürliche Kombination, die auch bereits ander- weittg kolportiert wurde und für deren Tatsächlich bisher nicht der Schallen eines Beweises erbracht ist." Einen E «griff in die Kom» maudogewalt des Kaisers vermögen wir übrigens in der Agitatton deS Flottenvereins für ein eigene« Programm auf keinen Fall zu erblicken.
* Von Seiten der deutschen Regierung find zu den am 28. Mai in Rom beginnenden Beratungen über die sogen. Welt-Agrarkammer als Vertreter der große« laudwtrtschaftliche« Orguuisutioue» »ud BereiuiguuGeu folgende Herren delegiert worden: G h. Regierungs- rat Dr. Haas (landwirtfchastliche Genoffen- schaften), D r. R o e s t ck e (Vorsitzender des Bundes der Landwirte), Prinz zu Schönaich-Caro- lath (Deutsche Landwirtschafts'Gesellschaft) und Frhr. v. Soden (Deutsche?Landwirtschaftsrat).
* Am 28. d. M. begeht, wie bereits mehrfach erwähnt wurde, das königliche Statt stische Büren« fein hundertjährige» Bestehe». Die umfangreiche Festschrift, die daS Büreau auS diesem Anlaß der Oeffentlichkeit übergibt, gliedert fich in drei Teile, deren erste eine geschichtliche Darstellung des Werdens und der Entwicklung der mit der Pflege der amtlichen Statistik in Preuß-n betraute Behörde und eine sytematische Behandlung der einzelnen Zweige ihrer Tätigkeit enthält, während der zweite Teil di« Tabellen und Ueberfichten bringt, die dem dritten Teile, dem ,Stattstlschen AtlaS für den prenßifchen Staat', der als besonderer Band der Festschrift beigegeben ist, al» Unterlagen dienen.
§ Wiue« tüchtige« Mitstreiter im Sampf gegen „Rom" hat der. Evan- gelische Bund an der Zeitschrift .BolkSer- ziehet' gewonnen, zu dessen „Freundes- und ^renrat" der freireltgiöfe Sprecher Dr. Bruno Wille und der Bremer Prediger Kalthoff ge-
hören. Vor einigen Monaten nannte das Blatt daS protestantische Voll ein kuschfreudiges Pastorengezücht, Priesterknrchte, ein Krämer-und Jenseitsvolk, und in seiner letzten Nummer (11) hat eS den Wunsch der g Bremer Volks- schullehrerschast, der Religionsunterricht möge ab- geschaffl werden, fteudig begrüßt. Ja der vor- hergehenden Nummer hatte es die Bemühungen eines pommerschen Pastors, durch Einrichtungen von „Lesestuben" de» Landleuten paffende Lektüre zu verschossen, verhöhnt. Diese? Blatt will nun dem Evangelischen Bunde zu Hilfe ziehen! Der Herausgeber hat freudig bewegt, wie er sogt, der JahreSoersammlung des Evangelischen Bundes in Berlin beigewshnt und ruft: „Wen« wir einig werden zum latentschloffenen und kräftigen Protest gegen Rom, dann ist der alten Schlange in Rom der Kopf schnell zertreten uno der Fürst dieser Welt für immer gerichtet. Also schließt die Reihen ihr Theosophen und Vegetarier, ihr Künstler und Studintrn. ihr Bodenreformer und VolkSerzieher, ihr Egidyaner und National- sozialen, ihr evangelischen Bündler und bremischen Neuprotestanten, ihr Monisten und neuen Gemeinschaften, ihr Freimaurer und Freifrauen!" Und an anderer Stelle: „Volkserzieher aller Schattierungen und Stände, deutsch empfindende Pastoren vom Evangelischen Bunde, Egldy mer, Freimaurer, Siordano Brunoer, Ethiker und Ge- meinschaftler, Deutsche VolkSdündlrr und Alldeutschen sollten fich j-tzt unverzüglich mit den Führern der Studentenbewegung in Verbindung setzen, damit der große deutsche Bund gegen Rom endlich geschaffen werde und praktisch in Aktion trete." Dazu bemerkt die .Kceuzztg.': „Wahrlich ein „letztes Aufgebot" von zwergfellerschütternder Komik, dieses Fähnlein unter der Führung von Wilhelm Schwaner, Kalthoff und Wille, von Anita Augspurg und Rosa Lübeck.(Luxemburg), das auf katholischer Sette die satirische Behandlung durch einen modernen Thoma? Murner geradezu heran? fordert. Leider hat die Sache aber eine sehr ernste Seite, und man muß aufs tiefste bedauern, den Evangelischen Bund in der Gesellschaft zu sehe». „Es ist der Haß gegen jede Religion, der die Leute um den .VolkSer- zieher' zum Kampfe gegen Rom treibt. Sein Herausgeber macht kein Hehl daraus, waS ihn dem Evangelischen Bunde nähert, er sagt nämlich, man müsse fich mit jebem Feinde Roms verbünden. Wenn dann die Bundesgenossen fich nach dem Siege gegen ihn wenden und ein neues Rom auftichten wollen, dann würde er wohl auch dann »och seinen Mann gegen einen Feind stehen. Was die Kreise bei ,Volkserziehers' den Männern bei Evangelischen Bundes also zugestehen wollen, ist das donam Pclyphemi, sie sollen zuletzt gefteffen werden."
P«rla«e»tarifche Rachrichte«.
§ Pie Beratung des MilitSrpeufions- gesetzeS wurde in der Budgerkommission d«s Reichstags am Donnerstag fortgesetzt. Eine längere Debatte entspann fich bei § 24. Der Referent, Abg. Srzberger (Z) ichnitt hier die Frage der Zivilversorgung der Offiziere an. Bei dieser Gelegenheit besprach Abg. Prinz von Are»betg (Z.) die Stnrichtang des FeldjägerkorpS, welches veraltet und kostspielig sei. Die Stelle» der Feldjäger möge man verabschiedete» Offizieren Vorbehalten. Allgemein, auch am Regier ungstisch, war man der Ueberzeugung, daß eine gesetzliche Regelung der Frage nicht möglich sei, schon deshalb, weil es an Stellen fehlt. Von verschiedenen Seiten wurde angeregt, t» hohem Maße Lotteriekollekieur- stellen den verabschiedeten Offizieren zur Verfügung zu stelle». Ferner besprach Abg. Erzberger alS Referent die Frage deS Wetterbe zugS der Pension bei dem Uebertritt von Ossi zieren in Zivtldienste. Wenn man den verad- schiedeten Offizieren ihre Penfion ungekürzt belasse, so verursache das etwa 11 Millionen M. Mehrkosten, die Gesamtlasten der Vorlage würden dann von 17 Mill, auf 28 Mill, aufschnellen Diese Mehrbezüge der früh-ren Offiziere bedeuteten aber ebensoviele Wenigereinnahmen anderer Beamten. Die Debatte über diese Frage zog fich mehrere Stunben hin, ohne zu einer Ab stimmung zu führen. Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr.
• Die Kommission deS Abgeordneten« banse», die einen Vertrag mit Breme» wegen La«datztrettmg«n berät und die in der vorigen Woche da» Gelände an der Unterweser eingehend besichtigt bat, hielt am Donnerstag eine Sitzung ab. Die Regierung hat bet den neuen Verhandlungen »«Bremen eine völlige Uebereinftimmnng erzielt über den Umfang der auf dem ab-utietenden Gelände zu errichtenden industrielle», namentlich schiffSbautechutfche« Anlagen, öwte über die Frage der Heranziehung Bremens zu den öffentlichen Lasten der preußtfch-n «renzorte Durch die neuen Abmachungen wird die Koukurreuzfähigkett der preußische» Werften gefichert. Die Kommtsfiou er- klärte fich mtt der im Vertragsentwurf vorgesehene«
Heranziehung Bremens zu de» Lasten der preußische» Srknzorte kivverstanden, äußerte jedoch noch Wüuschr bezüZltch des UwfangeS d-S an Bremen abzutreteude« Baugeländes. Die Regierung will noch einmal über diese» Punkt verhandeln, und man hofft, daß der Vertrag noch in der laufende» Session zustande kommt.
* Die Watzlprüfnngökommisfio» deS R ichötagS beschloß, über die Wahl deS Abg. Prüschenk von Ludenhofen (Rp), der im erste» Merseburger Wahlkreise gegen einen sozialdemokratischen Kandidaten mit 10000 gegen 7000 Stimmen gewählt worden ist, Br> weiSerhevAUge» vorzunrhmen. Die Wahl deS Lbg. Weffel (»all). 2. Anhalt, wurde für giltig erklärt.
* Die Maß- und GrwichtSkommifsto« deS Rttch?ta»S beriet heute DonuerSls, die §§ 15 und 16. DieAbgfl.Angele» und Genosse» (Z.,beantragte» für den Fall der Ablehnung ihres bereits ««geteilte» Antrag?, de» § 16 wie folgt, zu faffen: .Der Landes- gefetzgebung bleibt die Bestimm«»! Vorbehalten, ob die Eichämter staatliche Behörde» oder «emeindeanstalte» fein sollen. Die Errichtung gemeinschaftlicher Etchbe- tzörde« für mehrere BundrSstaate» kann durch Berel»- baru», der BnndkStegierunges erfolgen. Abg, Engele» cerionstr für den Fall, daß der Entwurf Gesetz werde, daß d e Gemeinden knlschSdigt werden, «ras Posa- oswSty trat dem entgegen und betonte, daß auch bei Asshebu-iu der Mahl-uud Schlachtsteuer der Gemeinde« keine Entschädizureg eintrete. Für die Rezterungkoor- läge sprachen vom Zentrum die Abzg. Kirsch und Racken. WeUerberatu«« Freitag 10 Uhr.
Bus dem Reichstag.
192. Sitzung vom 25. Mai 1905.
«chffnusg IV« Uhr.
Zweite Neratuug deS Gesetze? bett, die Reichs- garantte für die Kamerun-Eisenbahn. Berichterstatter Prinz Arenberg (Ztr.).
Abg. Echwarze Lippstadt (Z) «eist die Ber- dächtigung deS .RetchSbote»' zurück, das Zentrum wolle die Vorlage so gestalten, daß die Baseler Misste» in Kaweruu zugrunde gerichtet werde. Die Bahn sei notwendig türHandel, Landbawuu» Landesverteidigung. DaS Reich werde durch die Garantie keine« Schade» habe», später sogar erhöhte Ern» ihrne». Den großen »rsellschafteu müsse auserlegt werde», mehr als bisher zu besiedeln. Zu empfehlen sei die baldmöglrchste Fort führ««« der Bahn dir Garua.
Abg. Led'bour <Soz.) erklärt fich gegen die RrichSgarantie uud verlaust dann die sofortige Abberufung des Generals v. Trotha auS Südwestaf-ika, da deffen Erlab a» die Houeutotten, der mit B?r. nichtung und Ausrottung drohe, falls fie. fich nicht so- fort ersäben- eine unglaubliche Brutalität fd
Kolontaldirektor Dr. Stützet macht Mitteilungen über die Best:edu»ge» der Regierung, die Reger in Eingeborenen. Reservate» auzufiedel». BiS jetzt hätte jeder Eingeboreue 3 biS 4 Hektar Land zugewiefen erhalte». I» Zukunft solle er 6 Hektar haben; verkaufen dürfte» fie diese» Land nicht. Die Bildung von Risstonsftationen befördere man nach Kräfte».
Ab,. Settwa»» («intis.) hält eS für durchaus falsch, daß ma» einer Gesellschaft die Bahnkonzesfion gäbe, die in erster Linie Handelsgesellschaft sei.
Abg. Kopsch (fr. Bp.) erklärt fich «amenS seiner Partei gegen die Vorlage wegen der ungünstigen Fmavzlage deS R-icheS.
Abg. Erzberger (Z) stellt fest, daß, soweit bekannt geworden sei, ei» einziger Katholik Mitglied der WestkaMeruu-Haudelsgefellschsst sei, so daß die In- fi-malio» deS .RrichSbotea', daS Zentrum wünsche die Bah» im Jntereffr katholischer Jnlereff.-»1en, ganz gehaltlos sei. Redner protestiert daun dagegen, daß die Sozialdemokraten einen Erlaß deS Generals von Trotha kritisieren, bevor dieser stch überhaupt verteidigen kann.
Die Abstimmung über best grundlegende» 5 1 der Bau- und BrtriebSkonzesston ist eine namentliche und ergibt (bei 11 Stimmenthaltungen) seine Annahme mit 127 »egen 61 Stimme».
Die §§ 2—10 werde» debatteloS genehmigt.
Zn § 11 wird ei» Zusatzantrag Lattman» lAnttf) angenommen, wonach die Eis-ubahngesellschaft stch Grund und Boden lä«gS der Bah» »ur «»eigne» darf, nachdem den Eingeborene» genügend Reservate zugewiesen worden sind.
Die Abstimmung über den § 11 im ganzen ist aus Antrag der Sozialdemokraten eine »amemltche und ergibt die Anwesenheit von nur 195 Abgeordneten, von denen 128 mit Ja, 60 mit Rein gestimmt habe», während sich 12 der Stimmen enthalten haben.
Da» HauS ist also beschlußunfähig.
Präsident Graf Ballestre« teilt mit, nachträglich habe eS stch hersuSgestellt, daß auch die erste Abstimmung wegen vesLIußnufähigke« als uugiltig anzufehe» sei, da ein Abgeordneter wahrscheinlich zwei Stimm- zettel abgegeben habe, so daß tatsächlich nur 198 Abgeordnete anwesend gewesen seien.
Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr: Kamerun-Eise»- bah», Börseng,s'tznovelle.
Schluß V»? Uhr.
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Ausland,
* Die französische Dep«tterte«ka»»er nahm am Dienstag den Art. 5 des Gesetzentwurfs über bie Trennung von Kirche und Staat an, wonach bie Kirchen- gütet, auf denen milde oder nicht zum Kultus gehörige Stiftungen ruhen, verschiedenen staatlichen Verwaltungszweigen zugewiesen werden.
* Eine Zierde des italienisch-« P«r- lamevts wiro ohne Zweifel der wegen Unterschlagungen im Amte angeklagte und abwesende Grmimftet Nasi bilden, der von seinen Wählern in Trapani mit einer noch größeren Stimmenzahl al« das erste Mal zum Abgeordneten wieder gewählt wurde. Nofi erhielt 271 Stimmen mehr als bei der ersten Wahl. Die Stadt Trapani war am Abend nach der Verkündung des Wadl- resultats festlich geschmückt und die Schulen und
die Geschäfte geschloffen! Jetzt wird nun die» selbe parlamentarische Komöote anfangen, wie bei der letzten Wahl R ft». Er wird durch seine Advokaten beim Parlamente um freies Geleite hüten, damit er seinen Deputierteneid leisten könne. Das wttd ihm abgeschlagen werden» Nach Ablauf der betreffenden Frist wird bann die Wahl für uugiltig ertlärt, weil der Sid nicht „rechtzeitig" geleistet wurde. Und dieses Spiel kann fich noch recht oft wiederholen! Der Gegensatz zwischen Norden uud Lüden, d. h. zwischen Sizilien und Piemont ist da so recht zutage getreten! UtbtigenS wird der Präfekt von Trapani versetzt werden, weil er so schlecht „in Wahlen zu machen" versteht.
* I« Stockholm» fid auch am Donnerstag morgen durch freiwillige Beteiligung die Hauptstraßen der Wasafladt einigermaßen gereinigt worden. Tire starke Polizeiabteilung war kommandiert, di; Ordnung blieb ungestörtt Die Morgenblätter veröffentlichen ein von zwölf Delegierten verschiedener Hochschulen unterzeichnetes Schreiben; worin gegen das Auftrete» der Studenten im Arbeiterkonflikt protestiert wird. Ein sozialdemokratischer St«- dentenverein protestiert ebenfalls.
* I« Warschau ist es wieder einmal zu Judenkrawalle« gekommen. Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur hat am Mittwoch abend auf einigen Straßen in der MarschalkorvSkafiroße in Warschau eine blutige Sch lästeret zwischen jüdischen Arbeitern und arbeitsscheuem Gesindel stattgefundev, wobei durch Schliffe und Mefferstiche einige Personen getötet und mehrere verwundet wurden. Die Schlägereien dehnten fich auch auf andere Straßen auS und dauerten bis Mitternacht. 20 Sterbende wurden in die Krankenhäuser gebracht, die Zahl der Vrrwundrtkn ist noch nicht bekannt. Die Schlägereien sind dadurch entstanden, daß der bessere Teil der jüdischen Bexölkerrnz daS arbeitsscheue jüdische Gesindel, durch das fie fich kompromittiert fühlten, auSrotten wollte.
* AuS Tientsin wird berichtet: Die Erledigung der Boxer- GntschSdig««gSfrage wird durch daS Vorgehen der RuffschC-sirest- scheN'Bavk verzögert. Rußland hat fich dafür entschieden, seinen Teil der Enlschädigung in Silber zu erhalten. Die Ruffifch-Chimfische Bank bemüht sich nun, Zahlung in Schanghai zum Londoner Gilberpreis, anstatt zu dem in Schanghai gültigen Preise zu erhalten, um auf diese Weise gewisse Kosten zu vermeiden. Wenn China zufiimmen sollte, würde fich die Bank einen Vorteil von 1 Prozent sichern. Die beteiligten Mächte haben einen Protest dagegen eingebracht, und der Versuch der Russisch-Chinesischen Bank wird wahrscheinlich erfolglos sein.
* Von» ostasiatische« Kriegsschavplatze. Gerüchte von einer Seeschlacht waren giftet«, wie wir noch in einem Teile der gestrigen Auflage mttteilen konnten, in Manila, der Hauptstadt bet Philippinen, verbreitet. Von dort berichtete das Reuter'fche Bureau: „Ein unbestätigtes Gerücht besagt, bie Flotten seien im ©üben von Formosa zusammengestoßen und bie Japaner seien geschlagen." — Viel wahrscheinlicher als bie früheren Tartaren- Nachrichten über eine Seeschlacht klingt auch diese Meldung gerade nicht, nachdem wir erst am Vormittag aus angeblich glaubwürdiger Quelle milgeteilt hatten, daß sich die Flotte des Admirals Togo noch auf der Höhe von Masampo an der Südspitze von Korea befinde. — An- Wladiwosiok meldet eine Tokioer Depesche: „Der rusfische Panzerkreuzer „Gromoboi" unternimmt öfters Fahrten außerhalb des HafenS von Wladiwostok und ist auch jetzt wieder ausgelaufen."
Zum Bonifatius*Jubiläum.
x Hana«, 25. Mai 1905. Aus dem Dekanat Hanau werden zur Jubelfeier deS hl. Bonifatius Sonntag, den 4. Juni etwa 1600 Wallfahrer mtt zwei Sonderzügen fich einfinden. Auch aus den nicht zur Diözefe Fulda gehörige« Pfarreien Ossenbach wd Frankfurt a.M werde« sich voraursichtiich viele Pilger anfchließen. Die Fahrpläne der beiden ExtrazSse find, sie folgt festgesetzt:
1. Souderzug Frankfurt tu M. —Fulda nntz zuruck:
Fravkfutt, Houptbahvhof ab 5, Uhr vormittatzS
Hanau Ost.....” 6“ „ „
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