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32. JahrgMg.

Fulda, Mittwoch, den 24. Mai 190&.

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Zeitige pttttyn* »-« der«» Kant» 16 PH- Befiamts di« petitpM 25 Pf-.; bei wieder- Solang« wird entfoe

Rabatt gewährt

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Erstes Blatt.

Deutliches Reich.

Berlin, feen 23. Mai 1905.

** Bei der Erörterung des Ausscheidens der Generäle MeugeS und Reim aus der Leitung des FlsttenvereinS wurde tu der Preffe der törichten Vermutung Ausdruck gegebebn, daß daS Telegramm des RaiserS, bas zu der Krifis die unmittelbare Beraulaffunz gegeben haben soll, durch den Reichskanzler veranlaßt worden sei, der damit dem Zentrum einen Gefallen habe tun wollen. Demgegenüber wird von anderer Veite festgestellt, daß das Kaiser-Telrgramm auf der Mittelmeerretse entstanden sei, an der be- kanntlich Graf Bülow nicht teilgenommen hat. Sollte der Kanzler wirklich den Kaiser darauf aufmerksam gemacht haben, daß die bisherige Agitation drS FlottenvereinS bedenklich fei und weder im Interesse der Regierung noch in dem der Flotte selbst liege, so würde er, meint die .Deutsche Tageszeitung', nur pflichtgemäß ge­handelt haben; und er würde damit nicht nur dem Zentrum einen Gefallen getan haben, sondern allen maßvollen und besonnenen Politiker«, auch denjenigen, welche eine müßige Verstärkung unserer Flotte dringend wünschen. Wollten ihm die Heißsporne, die schon früher so manches lln- heil angerichtet und die Durchsetzung der letzten Flottenvorlage mehr erschwert alS gefördert hätten, daraus einen Strick drehen, so werde man ste zwar daran nicht hindern könne«, ihr Unterfangen ist aber harmlos und wirkungslos.

* Ja der anarchistische« Bewegung hat eS wieder einmal einen großen Rrach ge- geben. Die Berliner Anarchisten haben be« schloffen, den Anarchistenkongreß zu Pfingsten in Wenigenjeva bei Jena nicht zu beschicken. In den nächsten Tagen wird, wie die ,Rat. Ztg.' berichtet, eine Erklärung erscheinen, worin fie die Gründe auSiinandersetze«, weshalb fie nicht nach Wtnigenjena kommen können. Auch die Idee einer anarchistischen SenoffenschaftSdruckerei ist ins Waffer gefallen. Man darf freilich diesen Konflikte« nicht zu große Bedeutung betmeffe», denn ei« gute« Sprichwort sagt, daß fich gewiffe Leute bald schlage«, bald wieder vertragen.

** Der .Vorwärts' will dem Zentrum auS feiner Zustimmung zu dem nationalliberalen Anträge über die Arbeiteran-fchüffe unter alle« Umständen einen Strick drehen. Ec be« hauptet, es habr ohne Vorbehalt dasür gestimmt. Erst nachträglich sei eS der Zentrumspreffe ein­gefallen, die Abstimmung für eine provisorische zu erklären. Die Wahrheit ist, daß der Abg. Trimborn fich schon am ersten VerhandlungStage ganz entschieden gegen bett nationallibrralen An­trag erklärt hat, wonach ArbetterauSschüffe, die ihre Befugnisse überschreite«, außer Wirksamkett gesetzt «erden können. Nach der Abstimmung haben wir sofort erklärt, die Zustimmung deS Zentrums ,« dem nationalliberalen Anträge fei

Km; von wenden.

Novelle do« Marga «rechte».

7 .ii Nachdruck verboten.

„Nun dem,," begann die schöne Frau, „es kam mir vor, als befände ich mich mit unserer alten Xienexi« Truda, Du kennst fie ja, in der kleinen GalluSstratze. Es wußte schon «pät sei«, denn die Laternen brannten nur trübe, virlle cht kam dies auch vo« dem dichten Nebel her, der über der ganze« Gegend zu liege» schien. Truda und ich kämpften «egen irgend eia Unwerter an, denn wir kamen nur sehr langsam vorwärts"

„Wie dies immer tm Traume der Fall ist," schal­tete der Doktor ein.

„Endlich befand k« wir u«S im Inner« eine» der B chnhöfe," fuhr die Erzählerin fort. „Ich unterschied alles mit seltsamer Deutlichkeit, sogar da» Muster der kleine« schwarz-weiße« Etelrplatt«, mit denen der Bode« geplättet war. Swdr der Bshnbedienten er- kündigte fich nach unserem Begehr. Al» ich nach dem Abgang de» NachtzngeS fragte, wie» derselbe stumm nach der AuSgangSttire und löschte eine der Laternen der Halle. Ich r,ß die Täte auf, und bann standen wir aus dem kalten, leeren Perron. Dort hielt der Nachtzug; schwarz und dünke: hoben fich di- Wagen von der noch schwärzeren Finsternis ab, e» war den­noch zu spät — denn «och eine Sekunde, und dann tönte ei« schriller Pfiff, und der ßuj fuhr brausend und zischend ab. Ich strickte die Hände danach an» und rief Deinen Namen. Dann sank ich auf die feuchten Steine nieder und lehnte den Kops an eine« der Pfeil« mit einem Erfühl Unendlicher verlasten- h-it. Bei dies« Bewegung ließ ich etwa» sollen. Truda hob e» auf: e» war ei« brau» polierte» Kästchen. Sie öffnete e» und zeigte ein Paket bla« grau« Pa.

nur eine vorläufig gewesen, weil es zwar die Verbesserung, die in der Beseitigung des Ver­bot» der politischen Täligkett der AuSschvßmit- glitbes liege, wünsche, sonst aber mit dem An- trage nicht zufrieden sei. Bet der Abstimmung über den ganzen von den Arbeiterausschüssen handelnde« Abschnitt hat da« Zentrum dagegen gestimmt und wir hab« sofort gesagt, da» sei geschehen, weil et- erstens die öffentliche Wahl -»ich! wolle und zweterS mit der vorgesehenen Suspendierung brr Arbeitsausschüsse nicht ein­verstanden sei.

(*) Theorie und Praxi» bei der Suzial- demokratie. In Leipzig-Plagwitz ist am Reu« bau des Konsumvereins, dem fast ausschließlich zielbewußte „Genoffrn- als Mitglieder angehören, die Bausperre verhängt worden. Diesen Umstand benutzt ei« „Eingesandt" in der soziawemokrati- scheu .Leipziger VolkSztg.', sich über die „Ge- nassen " als Arbeitgeber zu beklagen. Eigen- tümlich müsse es jeden gewerkschaftlich organi­sierten Arbeiter und MUglied eines Konsumvereins berühren, wenn bei jedem Bau, den der Plag- witzrr Konsumverein aussühren läßt, die von den organisierten Arbeitern geforderten Löhne erst immer noch erkämpft werden müßte«. Man sollte doch meinen, daß die Verwaltung eines Konsumvereins für Arbeiter mindestens auf dem Standpunkte stehe, daß die Löhne, die von den Gewerkschaften alS maßgebend betrachtet würden, in die Bedingungen eines Anschlages ausgenommen würden. Der Geschäftsführer des Vereins habe in Gegenwart des Unternehmers und der Arbeiter gesagt, dieselben Arbeiten wür­den anderwärts für 38 gemacht; wenn eS nach ihm ginge, bekäme keiner einen Pfennigmehr. Unter diesen Umständen brauche man fich nicht zu wundern, wenn der Unternehmer den „gerechten" Forderungen der Arbeiter nicht zugänglich sei rc..... Welche Gefühle müsse

ein Arbeiter als Mitglied dieses so prächtigen und berühmte« Vereins haben. (die meisten der Ausständigen find Mttglieder), wenn er um ein paar Pfennige streiken müsse bei einem Unter- nehmen, dem er selbst als Mitglied an­gehöre. — Die Sklärung ist leicht gefunden. Den sozialdemokratischen Kor.sumvereinen kommt es im wesentlichen darauf an, möglichst hohe Dividenden, selbst auf Kosten der Löhne ihrer Angestellten und Arbetter, herauSzuschlagen. In diesem Falle find die „Genossen" noch „kapitalistischer" gestnnt als die „bürger­lichen Unternehmer", die sonst nach sozialdrmo- kratischer Lehre die alleinig« Ausbeuter sein sollen. Theorie und Praxis ist eben etwas ganz Verschiedenes — bei der Sozialdemokratie.

V Berlin, 28. Mai 1905. Im Abgeordneten. Hanfe find heute die Ronfttoattoea, Fretkouseroatjvru n«6 Rattonalliberalen zu FraktionSberatuuge« über die Bergarbetterschutzuooelle zusammengetreten. — Die Berggefttzkommtsstou ist Die«»:«, nachmittag zusammengetretrn, nm de« vom Abg. Schiffer (ntlb.) verfaßten Bericht über die Betrieb»,wangS- novelle fest,nsteüen. — DieRommiifion deS Herren- Hauses war am Montag 1 Uhr nachmittags zusam­mengetreten, um de« vom Lbgrordnetenhause zurück, gekommene« Gesetzentwurf zur Verhütung von Hoch- woffrrgefahren (früher detr. Freihaltung de» Neber- schwemmungSgebirteS der WafferlLufe) nochmal» ,n

Piere, auf denen die Ziffer 50 stand. — Damit er» wachie ich, aber eine eigentümliche Beklemmung, die gtto ffe Ahnung einer un» drohenden Gefahr hat mich noch nicht ganz Verlaffrv," schloß Elma tief auf« atmend.

„Allerdings ein seltsamer Traum," entgegnete Franz von Wende«; „aber wen« Du bedenkst, daß wir die letzt« Tage fast ausschließlich auf der Eisen­bahn zubrachten, erscheint e» sehr natürlich, daß sich der Geist im Schlafe dahin verirrte. Die Anstrengung de» Reisen» hat gewiß auch viel dazu beigetragen. Run mußt Du Dir heute unbedingt Ruhe gönnen. Wir haben ja noch so schöne Tage vor uni; sei jetzt nur wieder Heller, «eine Elmr."

Der Tee wurde auf der Beranda eingenommen, und die junge Frau hatte bald ihre ftühere Munter- tot wiedergrwouneu. Sie saßen so glücklich zusammen, machte« Pläne und sprachen vo« der Zukunst, die so goldig vor .hnen lag. Der laue Abendwtnd trug ganze Ströme vo« Blummdust au» dem Garte« zu ihnen empor und bewegte spielend die Blätterranken der Berauda. Dau« und wann drangen auch jubelnde Kinderstimmen und ftöhliche» Lachen heranf; d nn viele der anwksende« Fremden spazierten ht der breiten fich am User hinzirhrnden Allee. Da» Meer lag still md ruhig, und seine Sicherwellen glitzerten in der Abendsonne.

„Morgen wollen auch wir un» mit et diese fröhliche Menge mische« und die schöne Stadt mit ihren Promenade« und Anlagen näher in Augenschein neh­men. Deine Toilette« werde« sich auch freuen, wenn sie da» Tageslicht wieder erblicken, die große« Reffet stehen ja fast noch unberührt da," meint- der Dollar in scherzendem Tone.

„Fraui," sagte sei« Fra« errötend, „stehst Du «ich gerne gejchmiickl?"

„Dich, ja: denn bei Deinem seinen Geschmack und Takte habe ich nie einen auffallendes »der überladenen Aufputz zu fürchte«, lab damit Du e» «nr weißt:

beraten. Die Rcmmisfionkverhandluugen wurden am Dienstag fortgesetzt. — Der am Diene tag sistgeflellte Bericht der Berggesitzkowmisfio« be» Abgeordneten, banse» fib« die Betrieb», wang» Novelle ist am Dienstag abend «»gegeben worden. — Die Abgg. Stöcker (fr. «gg.), Bruhn («ntis) mb »«offen baden tm Reichstag eine Rrsokuriou angebracht, die Bnbündeteu Regierungen ,n ersuchen, tunlichst bald dem Reichstage eine»rxänurngder RetchSgewerbe- orduung vorzulegen, worin die BertragSverhältntffe zwischen BergwerkSbefitzer« und Bergleute« geregelt wird. Ja der Resolution wird Bezug gekommen auf Wünsche der christlichen «ergleste, die fich auf WohumgSverhSUniffe, Arbeitszeit, Arbeitsordnung. ArbeiterauSschuß, da» Wagenuulli« und die »trafen beziehen. — Di« Maß- und «ewichtSord-ungSkom. mtsston be» Reichst--,» nahm bei § 12 de» G-frtzent- werf» einen Antrag Df ei, Nacken, Hug (Ztr ) ms, demzufolge */« und *e KilogrvAM S rwichte zur »ich ung zuzulaflen find. Angenommen wurde ferner auf An- trog Okel. Nacken, Wall-uborn (Z.) die Zulaffung von Bergwerlsförkerwageu zur Eichung. — sie Börsen« kommifsiou des Reichstag» hat am DtenStag den vom Adg. Haeemau» (ndb.) verfaßten Bericht fest- gestellt.

Bus den Reichstag.

190. Wtzung vom 23. Mat 1905.

• Eröffnung 11-/- Uhr. — Zweit« Beratung bet Novelle zur Zivilprozeßordnung wirdmitder Wiederholung der namentlichen Abstimmung über den Aommisstonkbeschluß aus Erhöhung der Re« »iftonSinmme beim Reichsgericht fortgesetzt.

Abg. Paasch« (ntl) wünschte, daß di« Namen der Anttagftrllrr auf namentliche Abstimmung verles« würden. Bei der vorige« namentliche« Abstimmung feien von den 51 Antragstellern nur v im Saale ge­wesen. Die Sozialdemokraten protestierte« heftig geg« die Berlrsung bet Namen bet Antragsteller al» ein Novum und ein Ausnahmegesetz. Bon anderer Seite wurde seftgestellt, daß die» Berfahrm schon einmal bei dem Zolltarif beobachtet word« sei und schließlich stellte »ros Ballestrern unter großer Heiterkeit de» Hause» fest, daß die gange große Debatte fich gar nicht nm einen Antta-r gedreht habe, sondern um eine Bitte, die der »bz. Dr. Paasche an ihn gerichtet hab« und die er gern erfüll« wolle. Unter großer Hri'.erkett wurden daun die Name« bet 51 Antragsteller verlesen.

Hieraus wird der Kommis stouS beschlnß auf Er­höhung der RevifiouSsumme bei 10 Stimmenthaltung« mit 110 geg« 74 Stimmen angenommen.

Au» den weiter« Debatten fei erwähnt, baß

Abg. «tadthagen (S.) dem preußisch« Justizminister b« Borwurf machte, er habe durch ein direkte» Eingreifen, nämlich durch die Erteilung eine« Rüge an d« bett. SeuatSpräfidenten eine unzulässige Kritik an dem Ur­teil be» «ammetgericht» in dem Prozeß der Milchzen- träte gegen ihre »«offenfchafter auSgeübt.

Staatssekretär Dr. »ieberding trat dieser Be­hauptung mit großer Entf chied«heir gegenüber. Der Justizminifier habe vollk omm« korrekt gehandelt. Dem­gegenüber vertrat auch

Abg. 8«i«wnn (srf. Bp.) die Anschauung, daß der Minister fich ein« unentschuldbaren Eingriff tu die Rechtsprechung habe zu schulden komm« laff« und der Reichstag müsse von dem Ehrgefühl und von der ManneSehre be» Jnstizminister» verlangen, daß er selbst auf diese schwere Anschuldigung Rede und Aut- wort müsse.

Sodann erledigte da» Hau» in dritter Lesung die Novelle zut Zivllprozeßorbnung. Der in zweiter Lesung gefaßte Beschluß, di« Preßvergehen d« Schwurgericht« nn überweis«, wurde in namentlicher Abstimmung mit 141 geg« 55 Stimmen wieder gestrichen.

Staatssekretär Dr. «ieberdiug versicherte, der Se- rüchte über die Absicht bet Beseitigung bet Schwur­gerichte feien übertrieb«; die Regierung habe über­haupt zu b« Anträgen bet Zivilprozeßordnung» Kom­mission bete, die Umgestaltung bet Schwurgerichte noch nicht Stellung genommen.

ich diu sehr stolz auf meine schöne, kleine Frau und möchte, daß mich alle um ihr« Besitz beneideten."

Ja der Borliebe für einen schönen Anzug erinnerst Du mich an P-pa: e» War ein Glück, daß ich nur wenig Eitelkeit besaß, sonst Würde feine liebenswürdige Schwäche wobl recht auSgenntzt mord« fein. Beim Eiup-ck-n ließ er mir noch eisen fest verschlossenen Karton überbring« und dabei sagen, ich solle nicht döse sein, wenn mir da» Darinli-gende später nicht gefiele; aber seiner Meivung nach gelöte auch die» zu der Ausstattung einer feine» Dame. Ran ruht der Kasten auf dem Boden des Koffer», und —"

„harret der Erlösungrstunde," vollendete der Doktor lächelnd. „Wird sie ihm bald schlag«?'

„Ich denke; doch der Zasotz von der seine« Dame gefiel mir nicht; denn ich will ja nicht» anderer sein, al» ehe schlichte Doktor« fr au." Und die strahlend« »tag« mit dem glücklichen Aurdrvck sahen so holdselig zu ihm auf, daß e» ihm schien, al» habe et fie nie ta, schön, so kindlich vergnügt gesehen, wie an diesem

Er bog die schweres Zweige de» überhängwden Blattgewivde» auseinander, so daß e» die Gestalt an seiner Seite wie mit einem Blütentea« überschüttete, and sah zu, wie fie die «lumenkättet wtt d« klein«, weiß« Händen auffing. Roch nach bitten, vielen Jahren ette nette er fich diese» schön« Bilde», be» liebenswürdig« 0 sichte» mit d« lach«dm Augen.

„Gin«, zwei, biet, vier" — zählte ste bl« Staub- fädeu eine« abgefall«« Blütenkelche», „und vier Wochm find e» gerade 6er, daß wir unsere schöne Reise angrttel» hab«, aber ebensolang ist t» her, doß mein lieber, böser P-Pa kein SterbenSwörich« vo« sich hat hör« test«. O, wnm kch ihn hier hätte 1"

„Du vergissest, meine Liebe, daß uni fei« eistet Brief im Wallpäiierhof an traf, und daß Du ihm daun selbst Nizza angegeben hast, teo un» seine Briefe

Da» vankootengefetz wirb auf Antrag Büsing (notL) in zweiter Lesung an «ine Rem» Mission verwies«.

Kittwoch 1 Uhr: Dritte Beratung be» An­trag» Blell (fr. 8p.) betteff«b Handelsagenten, Antrag Xtenenfel» (ko»s.) bett. Haftpflicht der Zivilprozeßordnung, Wahlprüfungev, Be­fähigungsnachweis, RetchSgarantie für di« Ramerunelfenbah«.

Schluß «'/. Uhr.

(Wettere polttifchr Nachricht« find« unsere Leset tm Zweiten Blatte. D. R)

Busland.

* Ter Sprach deS Herms« Schied-- gericht- in der Streitfrage zwischen Ispam einersettS und Deutschland, Frankreich und England andererseits weg?« der in den ehema­ligen Ftembenniederlaffangen erhobenen Gebäude- steuern ist zu gunsten der europäisch« Mächte ausgefallen.

* Die Feinde der katholischen «itche hi Frankreich werden sicher einem Zusatz«- trag zu jubeln, den der Abgeordnete Gerauit Richard für daS Trennungsgesetz eingebracht hat. Nach diesem Antrag sollen die Feste Etzristi Auferstehung, Stzristi Himmelfahrt, Aller heiligen und Weihnachten in Zukupft alS Blumen- fest, Erntefest, ErinnerungSfest und Familienfest'bezeichnet werden.

* Der Polizeistreik i« Lyon dauert noch fort. Sine von 700 Polizisten besuchte Ser« sammlung stimmte am Montag für die Fort­setz ung des Ausstandes. Gleichzeitig wurde be schlossen, an ben Präfekten eine neue Abordnung zu senden, welche die Forderungen der Polizisten vertreten soll. Man glaubt, daß der AuSstand bald beendet werden wirs.

* Zur ungarische« Krisis wird ans Budapest gemeldet: Graf Andrassy hat dre Aufgabe, das Programm der Koalition vor dem König zu ost treten, Übernommen und ist zur Audfinz beim König «ach Wien gereist.

* Das serbische Kadinett Pnschitsch hat bie Entlassung eingereicht. Der Mtntfl«- präfisevt Poschitsch teilte dem König mit, daß da» Ministerium nach der letzten Abstimmung in der Skupschtina nur unter der Beding ung den Auflösung der Skupschtina im Amte verbleib« könne. Der König hat noch keine Entschrwrms getrosten.

* Präsident Roosevelt begünstigt, wie die ,New Port Times' aus Washington meldet, unter den Plänen zur Einschränkung der Sber- handnehmenden Einwanderung, welche ihm sorliegen und dem nächsten Kongreß unterbrettet werden sollen, besonders den, eine bis zu Bsi Dollars steijlwde Kopfsteuer zu erheben.

* Der Schah Persien ist, wie der persische General-Konsul in TifltS bekannt gibt, vom Kaiser von Oesterreieh zu einem vier­tägigen Aufenthalte in Wien eingeladen word«. Ferner habe Präsident Loubet den Schah auf­gefordert, vier Tage in Paris als Gast der fran­zösischen Regierung zu verweilen. Der Schah werde auf der Rückreise den rusfischen Kais« iu Petersburg besuchen.

in dies« Tagen erriich« würden. MorgeZ ist meta erster Gang nach dem Pofibureau, aber wem» Dw • wünschest, will ich noch heute «achsch«, ob «was für nn» angefommen ist?"

„Ich möchte wobl gern, Franz," sagte bie junge Fran in bittendem Tove.

„Run wohl, mein Herz, aber daun versprich wie auch, daß Du Dich zur Ruhe begebe« willst, wem meine Rückkehr fich verzögern sollte. Bi» zur Post ist e» weit, und ich mache vielleicht einen Heiner Umweg durch bie Stabt."

Sie nickte und vetiprach e» ihm

„Ich nehme ben Schlüssel znm Garin;Pförtchen und bet Vera»datüte mit, dann störe i<6 Dich tzittat nicht," schloß Wend«, reichte ibt freundlich die Hand tob vettteß halb nachher da» Hotel.

Am Straebe und in den Straß« war e» «atm dessen stillet geworden. Ein reichtet Wind erhob sich j'tzt, e» rauschte teile in den Baumkronen, und bfe Welle« der S:e träufelt« fich. Wie schön ist doch dieser Abend in Nizza, dachte Franz von Wemdeu, al» er durch die tauge Allee bet „Promenade dM Angla!»" schritt. Da» Postamt wat bald erreicht; er schob feine Ratte In. ber« Schalter und fragte «ich etwa für ihn eingelauf«« Briesen.

„Lieg« schon übet acht Tage hier und Matta, aas'» Abhol«," brummte der Beamte w nicht eben höflichem Französisch. „Ist auch ein unbestellte» M> gram» habet" —

Staunend empfing bet Lsgekommene Briefe und Depesche. Zwei berfelben trug« ein schwarze» Siegel Eine döse Ahnung erfaßte ihn, nnb zu ber einzig« Stt flamme tretend, welche den Gang erhellte, «dctah er zunächst dasjenige Schreib«, deff« Anffchrist die Hand feine» Freunde», de» Anwalt Rothhau», zeigte. @4 war nur ein kurzer Brief, aber die Wirkung mußte eine furchtbare fein, denn die Züge de» Lesend« übe»- 8tfl eite unheiwüche Bläffe, und bte seltsam erweitert« Äsg<n nahmen einen so starren Ausdruck an, am