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32. JahrgMg.
Fulda, Montag, den 22. Mai 1905.
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Leben derer, die sich ergeben, geschont werden oll, ausgenommen nm solche, die bei Beginn >eS Krieges Morde verübt oder andere zur Ser- Übung von Morden aufgewiegelt hätten. Rach rem HtnweiS auf daS traurige Schicksal der HrreroS sagt Trotha, ähnliche- würde den Ra- maaaa» wiverfahren, wenn sie nicht die Waffen niederlegen. In diesem Falle würden ste Beschäftigung und LebmSmittel bis zum Sude deS Kriege? empfangen, worauf eine neue Bodenverwaltung eingrführl würde. - Reuter meldet auS Kapstadt, von höchst autoritativer Seite werde erklärt, daß gut bewaffnete und gut berittene Suerillabandm von 1500 Mann, d.e ba* Land genau kennten, augenblicklich die langsamen reutschen Kolonnen in SÜdwefiafrika bedrängte».
Bus dem Landtag
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Typhus gestorben. — ®« zweites »tndhut meldet: In dem^Sefecht am
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geaneten sich noch einmal, und gleichzeitig Statten Beide, daß sie ihre gegenseitigen sanken errtamhat^
Der Bankier ahwe, daß in sein« Rahe ewe Menscheuseele einen schwer« Kamps sekäwZt batte, doppelt schwer, weil sie nie aus einen glücklich?« AM« gang hoffen dmste. Selbst hinter dem ^ro^enes • ernsten Aenßeren deS Kontoristen barg fich etn de, Herz, da, auch seine« Anteil a« l-new i«he» «lüde de, Leben, verlangte. Nun begriff er irnvi überwäiqen GeschästSeifer; in dem G°da°tena«si hatte Selhard also gearbeitet! Wie drvste M der Buchhalter so hoch vttsteigen ,u Me« Wünsch« oder aar Hoffnungen! Doch der leierliche w . , Morgen, hatte allen Hoffnungen derselben nm» ,a d^ ein Z'.el gesetzt. Sich gewaltsam zwingend uw za v?rrm« daß er seinem BtahhÄter «st d« •»*» der Seele geschaut hatte, nahm der Ban»« sewen unterbrochenen Sedankengang wieder aus und ag - '*««««- w»°«i»«° P-°-.d°'L'L.N°L dem sonnige« Süden entgegen. Während btes« ö mag sich hier alle« enstcheid«; noch ist nicht 1»« Av«ficht ans eine günstigere Wendung ausgeschleff« Bi, zum Ende der Woche wird e, stch zeige», ob sich da» große Bankg'schäst ^Antwerpenzu und dann erwarten wir i» noch die Antwort wr. Banderstraateu und Sowpagnie, welche unserem »«' schäfte wegen verschiedener GesäMgkettm verpstichte^
Mei: Hoffnung hat sich al» "Alg erwiese«/ der Bachkalter zögernd ein. „Die Nachricht «m- während de» Hochzeft-Diner'r, «nd ich bitte Hrrrn Brunn um Vergebung, daß ich st« bi» zu einer gelegen eren Stunde zmückbehittt." «u,
Der Bankier nickte zustimmend «nd fragte.
lautet dir Antwort? -c— «tckt
.Hau» Bouderstraate« *•
in der Lage zu sein/ «widerteG-lhnrd «b*<**- t» denen GeschiMmte, ««de« er Mt» 3*** ***
machen. I« seiner Bescheideaheit hätte meta junger Schwiegersohn wohl noch lange mit seiner Werbung gewartet, vielleicht würde er auch seine tauige Liebe zu bekämpsen gesucht und da» entscheidende Wort nie gewagt haben, wenn--"
Nu eigentümlicher Laut ließ den Bankier auf- sehen. „Sagten Sie etwa»?* fragte er.
Der Buchhalter verneinte; sei» Gesicht hatte nie unbeweglicher, nie starrer auSgesehe« al» jetzt. —
Der Bankier nahm seine Rede wieder auf. „Watz wetter geschah, wiffen Sie. Die Beiden waren für einander bestimmt, ste würde« sich auch unter den ärmsten Brrhältniffen geliebt haben. Wenden'» iSe- schicklichkett sichert meiner Elma ein einfache», aber glücklicher Lo», seine treue Hand wird fie durch'» Leben geleiten. Er hat um mein liebste» Kleinod angehalten und nicht um mein Geld, und so hoffe ich, daß er mir vergeben wird, wenn er sich auch in Bezug aus da» gehoffte «rbe getäuscht sieht. Meinen Sie nickt?* '
Gelhard schöpfte tief Atem, fast so tief, daß e» wie ein Smizer klang. „Ich habe nicht die Ehre, Herrn von Wendm näher zu kennen,* sprach er langsam, „aber ich zweifle nicht, daß er alle» tun wird, um seiner jungen Satti« da» Leben angenehm und leicht zu machen; hat er doch nun erst Gelegmhett, seine ganze geistige und körperliche Kraft ausznbiet« und für il;t Wohl zu arbeiten. Welch ein Glück liegt nicht in dem Bewußtsein, daß er allein sür fie sorgm "^D«^stnfiere, verschloffene Mann hatte «kksieigm«
'KkÄ'WW1Ä 'S eirdHIlie».’ I- »<»««-» t1 ®l; j? ®!j Erschrecke« über ihn, — er iah auf, nud sein Blick hegenden so^nden &ge«Jrinei ^inzipal», wttcke mit dem Ausdruck« de» bSchsten trsiaunenS „fib* ruhte«, «ne dunkle Röte flog wer de, Bschhalter« Gesicht, die Blicke beider Rärmer be»
, • AuS Deutsch Eirdwekkafrtka. »in Telegramm an» Windhuk meldet: In dem Gefecht bet Ganam» am 26. und 27. April gefallen: Sergeant Paul Groth, geb. 26. Mär, 1881 ,« Ren-Pottlitz; Untttosfifter Otto Seldvau, geb. 3. September 1880 zu Lessin; Gefreiter Heinrich Damerlng, geb. 24, Januar 1881 zu Darfeld; Gefreiter Paul KaluS, geb. 14. April 1880 zu Rosen- berg in Oberfchlefien; Retter Wilhelm Herrmann geb. 6. Mai 1888 zu Freiburg: Retter Georg Hopf, geb. 12. Februar 1882 zu Großenbach — Verwundet: Leutnant Georg Etzel, geb. 21. Mai 1876 zu Mülhausen in Thüringen; Oberv-terinär Arthur Gottschalk, geb. 6. Mär, 1880 zuGrobenham; Reiter Emil Thöle«, geb. 25. Oktober 1882 zu Laugwarderweide; Gefreiter Wilhelm Sain, geb. 16. September 1878 zu Groß- «eckem; Rette; Luka» «aber, geb 12. August 1880 zu Durmersheim; Reiter Robert «ubiS, geb. 12. August 1882 zu KünigSdorf; Reiter Valentin Mfyk, geb. 11. Februar 1880 zu Shozow; Reiter Georg tzetfing, geb. 21. Februar 1882 zu Lirnen; Retter Richard Jmm, geb. 11. Mai 1882 zu SimonSdorf; Retter Wil^lm Mauer, geb. 17. Mat 1881 zu Ladenburg; Retter Wilhelm Gerstetter, geb. b. Juni 1882 zu Zuffenhausen; Retter Johann Rückert, geb. 12. Mär, 1883 ,u Ober- mühle. — Ferner Reiter Heinrich Grimm, geb. 28. Mär» 1880 zu Weinsberg, am 15. Mai im Lazarett KeetmanShop am Typhu» gestorben. — «in ,wette» Telegramm auS Windhuk meldet: In dem Gefecht am oberen Ganaschab am 8. Mat gefallen: Retter «rast Dober», geb. 2. August 1884 zu Schmilau; Retter Friedrich KaulbarS, geb. 22. Februar 1878 zu »wMd; Reiter Gustav Rowraty geb. 8. Tmtember 1879 zu Brandenburg a. d. Havel; Reiter OSkar Sadiadatz, geb 26 IM 18S1 ,« Bitterfeld; Retter Friedrich Lab«, geb. 16. Februar 1877 ,u Subbeta; Reiter Julian Luzynstt, geb. 16 Februar 1882 zu Usch. - Verwundet: Hauptmann «mrl v. Rappard. geb. 26.
1S63 zu Aplerbeck, leicht; Unterofft^er Rau Gtasnj.. r-r. IS.'Juni lSS» .-«Statuta.
Will« Dreier, geb. 27. Oktober lt88 in Neu-Lchott- land, schwer; Reiter Paul F tzner, geb 4. November 1-81 ,u Birkholz, leicht; Retter Heinrich Schöning, geb. 6. August 1877 zu Schermen, leicht.
* Eine größere Anzahl hervorragender fr«u- zöfischer Landwirte unter Führung von Pro- feffor Freude und Dr. Hailer unternimmt anfangs Juli eine mehrwöchige Studienreise nach Deutschland, für welche die Vorbereitungen von der Deutschen Landwirtschafts«Gesellschaft getroffen werden.
* Der Reichstag begann heute seine Ar- beit zu „ungewöhnlich früher« Stunde, um 121/* Uhr. 1 */< Stunden später «ar er mit der ersten Sitzung schon fertig. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Fortsetzung der zweiten Be- ratung der Novelle zur Zivilprozeßordnung. Wiewohl man stch bereits in zwri Sitzungen des längeren und breiteren über die Erhöhung der gebracht worden sein. Gott sei Davk, ich besaß nicht Srlbst-uckt genug und wähtte da», wo» mir da» Edlere schien. Gelhard, Sie haben frohe und trübe Tage mit meiner Fawllie durchlebt«, suhr Brunn fort; .um Ihnen zu beweisen, wie hoch ich Ihre treuen Dienste schätze, will ich Ihnen oen Grund meiner Handlung Mitteilen." Der Buchhalter verbeugte sich uttunn.
_«l» da» große ungarische Unternehmen, zu welchem ich den größte« Teil meine» Privatvermözen» gegeben hatte, schetterte. da trat mk die Möglichkeit eine» baldigen Umstürze» näher. Im Herbste fallierte die Hamborzer Firma Goldman« und Söhne, und wieder traten mich bedeutende Verluste. Da wußte ich, daß mei» Glücksstern am Sinken war. Bon da au dachte ich nur mehr an meiner Tochter Schicksal. Roch ahnte niemand de« langsamen, aber sicheren Untergang diese» Hause». Ick hätte meine Zuflucht zu einer Täuschung nehme« und die Hard meiner Elma d m Sohne irgend eine» reichen Hause» zusagen können. Sie würde mir, wenn auch mit schwerem Herzen, gehorcht haben. Unser Krrdtt wäre alsdann gestiegen und der Ruin eine Zeitlang ansgehalte« tnotbjn. «6er bann?JRan hätte entdeckt, daß ich mein einzige» Sind gleichsam verkauft; welche Behandlung würde ihr von einem Mauve zu Tet geworden sein, welcher fie vielleicht nur ihre» vermeintlichen Reichtum» wegen grheireiet hätte!" —
Me dies- Gedanken und B kümwerviff- jogen mit damal» jene Krankheit zu. 3" den Tag?« d.-r B'ffr> rm>g lernte ich meinen junge« Arzt näher kerm^und fand in ihm nicht pur einen wiffeuschaftlrch tüchtigen, sonder« amh eine« edeldenkende« und feingeblldeten Charakter. Bald bemerkte ich seine Liebe zu mein« Tochter, und mit einem Gefühle unendlicher Gr« leichterung sah ich, daß ste diese «eiguug erwiderte. Heimlich zog ich Erkundigungen über seine Familte, sein Leben rr. ein und, von den eryaltenea Nachrichten defrirdizt, zögerte ich nicht, fie Beide lstücklich zu
Zweite^Sefrng^dsS «tbetterwob «««0»- 9 if Ste8Rommiffto« (Berichtetstatter Abg. Graf Prn^ schma (Ztr.) beantragt unverändert Annahme bet Abg"d.'«odelschwingh(tonf.) wünscht, M lidbft bte ganze auSgewotfene Summe »um Bau yet Beamten- und «tbeitetwohnunge« verwendet «ttd, wtt! sei da» beste MUtel, die Leute der So» aldem« hatte fernzuhalten. I« Berlin seien schon fast aue Postunterbeamten Sozialdemokraten.
an-KoMKL
dürfut-frage stet» sorgfällig gelüst werden.^ Süßere Wohnungen solle man nur im BedürfniSfcule bauen.
Die'Vorlage wird hieraus unverändert ange-
W die 2. Beratung ^..^»ttagS «amp (frett) auf «rhöhun, des im ^^setat Fond» zur Unterstützung für Geistliche alle- «ekenntuifse.__
kteklamen Me peMM»
25 Pf».; bei wieder loten g tu wird tetfor
Rabatt gewährt
druck und vertag tas
Deuffdies Reich.
Berlin, bett 20. Mat 1905.
* Der Kultusminister soll den Ge«»te« der Hochschule» Inder stattgehabten Konferenz völlig freie Hand für alle Zeit in An- aelegenhest der Ausschüsse zugesichert haben. Bekanntlich ist den Teilnehmern der Konferenz Schweigen zur Pflicht gemacht worden. Darum Icheinen sich aber gewiffe Herren nicht zu kümmern. — Jedenfalls um weiteren Indiskretionen vorzubeugen, berichten die,Nordd. Allgem. Ztg.' und die ^kreuzztg/ übereinstimmend in ihren Sonn« tags-AuSgaben über den Verlauf der Konferenz wie folgt: „Verschiedene Organisationsfragen find z» befriedigender Lösuns gelangt. Auch über die AnSländerfrage, sowie die Behandlung der Stipendien für Privatdozenten ergab sich allsestige Äer- ständigung. Ferner bildete die Frage des Frauenstudiums einen Gegenstand der Besprechung. Di« Angelegenheit der Studenten-Ausschüffe fand ihre Ertedigung durch eine Ansprache des Ministers, in der er ausspricht, daß er von einer diesbe-üg- lichen Ergänzung der Univerfitäts-Statuten absieht und der Erlaß vom 16. März in Wegfall konunt. Die Entschließung des Ministers wurde von den anwesenden Rektoren mit Dank aufge- .«ommen."
* lieber die Kriegslage i« Deutsch- Güdwestafrik« wird amtlich auS Deutsch- Südwestaftika gemeldet:
Im Norden be» SchutzzebleteS hob Oberleutnant Graf v. Schweinitz am «tted östlich «pata mehrere Herero lager auf nnb stieß am 11. Mai auf 200 begaff rett Ealatiel-Lente, bi« nach heftigem Feuergefecht gezwungen wurden, eine von ihnen besetzte Wasserstelle ,n räumen. D- Feind verlor 14 Tote. Oberleutnant Graf v. Schleinitz wurde leicht verwundet. Hauptma Dllhelmi ist am 18. Mai mtt dem Detachement Rs-ube von Spata zur Setfob gung vorgegangen. D:-r Herero Andrea», der von den Kom reberge« aaS angeblich da» Walsischbay-Gcbiet zu erreiche« suchte, ist jetzt am NaÄ-^Gebirgs festgepellt wordes. S»- wird durch «tappAit.upp« verfslgt. Der Bethanierhäuptling Kornelius Frederek, der am 9. Mai von der Abteilung deS Hauptmann» Baum- «ärtel am oberen Ganachab »efchlageu worden vsar, k in die Gegend von Besondermaid zurückge»ange«. Teile seiner Leute sind von dort nach Nordosten, andere in der Richtung «ach den Kleinen KaraSberge« abgezogen. Die verfolgmi, wird von verschiedenen Setten fortgesetzt. 830 Stück Groß- und 630 Stück Kleinvieh find bi» jetzt erbrütet worden. Samuel Isaak, ein Untertapttän Hendrik WitboiS, der ur- sprünglich bet GoamuS gemeldet worden war, ist über Rui» in südlicher Richtung abgezosen. Bei Mukorob gelang e», Nachzügler de» Feinde» unter Artillerie- feuer zu nehmen. 28 Hottentotten, meist Weiber nnb Kinder, wurde« gefangen genommen, 50 Stück Großvieh erbeutet.
Einem Telegramm aus Kapstadt zufolge erließ General v. Trotha a« 23. April eine Proklamation an den Namaquastam«, in der gesagt ist, der große, mächtige deutsche Kaiser wolle nachsichtig mit dem Namaqia- Bolke verfahre«. Er habe anbefohlen, daß oaS
8ran; von wenden.
Novelle von Marga «rechten.
V ------ Nachdruck verboten.
Al» Srlharb sich j-tzt vor seinem Lhef verbeugte, schien die gelbliche Bläffe seine» ernsten Gesichte» «och am eine« Schatten ttefer, und seine Stimme k/ang seltsam heiser, al» er »ach dem Befthl br-selben fragte.
„Waren Sie nicht oben beim Feste wie ihre Kollege« ?* fragte dieser.
.Nein," erwiderte der Buchhatter. w$s die ®e« schästrziwmer zu dieser späte« Stunde leer wäre«, wollte ich die Zett benutze«, um die Bücher noch einmal ungestört durch sehen können."
„treue Seele," unterbrach ihn der Bankier, „also auch Vic suchen noch immer nach dem Strohhalme, der das finkende Hau» halte« könnte! Da» »st verlorene Mühe. Nach menschlicher Berechrtunz gibt e» kein Mittel mehr, nm beit lurchtbaren Sturz anfzu- hatte«. Oder sollten Sie eine» entdeckt haben ?"
„Ich weiß jetzt keine» mehr," sagte Gelhard leise.
„Warum betonen Sie da» „Jetzt" so sehr? Ach, mtt» erinnere ich mich. — Sie haben früher einma von etaet möglichen — wo» war er doch gleich?"
„Ich hatte mir erlaubt, den Fall anzunehmen, daß Fräulein Brunn durch eine Verbindung mit dem Sohne be» Kommerzienrate» Rrhwald dem Hanse die rettende Hand bitten könne," gab Gerhard zögernd zur Antwort. „Doch ich beging eine Taktlosigkeit mW bitte um Entschuldigung, wenn ich allzu küh«
Jita« waren S e nicht, den« Sie sagte« Ihre Metamrg auf «einen Befehl hta Manchem Baler ta weinet Sage würde je»« Gedenke grfmnmenmb bann von ihm mit unbeugsamer Strenge zur »erwirketchung
Bus dem Reichstag.
187. Sitzung vom 20. Mett 1906.
«rössnung 11’/« Uhr. Fortsetzung der 2. «cutattg der Novelle zur Ztvtlprozeßordnun». _____
•ine ,«raume Zett beansprucht auch heute «ted« die bereit» am DtenStag begonnene Debatte über dte Erhöhung der Revisionrsnmme für de»
Auf eine Bemerkung de» Aba. Pohl (M fühtt in materieller Beziehung der BertchterstaUer Abg. Trimboru (Z.) a«S: GS könne «ach twn in derKomss' Non abgegebene« Grllärnngen der Regierung keine R^- davo« fttn, daß Gründ« finanzieller Art bte Regier««« z« ihrem Vorschläge veranlaßt habe.
«bg. »«ringe (3-) t«Ut fr» den »ommisfio«^ schloß rin und wünscht ferne« bie WWW ** SilfSrichterwefenß bet den Land, nnb OberlanbeSge- Xt^tet«e von den Sozialdemokraten bearttragta namentliche Abpimmnng ergibt die «efchkZ- Unfähigkeit deS HanfeS. Di« Sitzung wird 6» 2*/. Uhr ausgesetzt.
Um 2*/i Uhr beginnt die 188. Sitzung.
DaS Abkommen mit Luxemburg über de» G rerzvrrkehr mtt Fleisch w.rdi« 8. Lesung gen eh« i »t
Ebenso in erster und »wetter 8efung d<S Gesetz über die Bildung deutscher Kommnnal- verbände in de««°»s«la'S"tch"be,irken.
Verschiedene Rechnungsfachen »etben «« Antrag » S Berichterstatters Hör« (8 ) durch Kenntnisnahme für erledigt erklärt. ..ti
<M folgt die Beratung der Ueberftcht,« über bte Verwaltung der Schutzgebiet«.
Ab,. Dr. Bache« (Ztr.) fordrrt die Kolomalver- wattung auf, unter alle« Umständen dafür zu sorgA baß dir Vermattung in den Kolonreenbesser kontrollierl werde. Solch klotzige EtatSüberschrritnngen, wte fcjt festgestellt feien, wo man eS mit Händengrrifmköme, daß Unterschleife vorläge«, dürsten nicht »tebet Vorkommen. (Lebhafte Zustimmung.)
Die Ueberficht wird durch Kenntnisnahme sür ee- l*^3n dritter Lesung wird daS Totalisatorge- '•Ä.o'SK Ä richtSverfaffun^Sgefetz und zur Zivilprozeßordnung-
Reoifionkfumme uttterhattstt hatte, mußt« bte Herren Juristen sich auch heute nsch wetter freiten. 818 fie damit glücklich zu Ende waren, beantragt« die Sozialdemokraten namentliche Abstimmung. Daß fich dabei die Beschluß- Unfähigkeit ergeb« mußte, war auf d« ersten Blick zu sehen. Tatsächlich wurd« d«n auch nur 154 Hlnwesende gezählt. Da man um 2 Uhr natürlich noch nicht nach Hause geh« onnte, wurde die nächste Sitzung auf eine Viertelstunde später anberauutt. Da nur kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung standen, gab eS kein« neuen Unfall und schon nach Drei- virrtelstund« war auch diese Sitzung zu Ende. Sogar das Totalisatorgesetz veranlaßte keine Debatte in der dritten Lesung. Bei den Ueber- ichten über die Einnahmen und Ausgaben der der Schutzgebiete rügte der Abg. Dr. Bachem mit all« Entschiedenheit die klotzig« Etattüber- chreitung«, die fich die Herr« Beamt« in d« kolonien gestatten zu dürfen glaub«. In Kamerun find tat Jahre 1902 sür Bureau- Materialien 22000 Mark verausgabt worden, darunter z. v. für Leim 200 M., Tinte 450 M. Fchern 450 M., Löschpapier 400 M, Radiergummi 90 M Für Bücher medezinischm Inhalts wurden 4100M.verauSgabt. Lür Togo komm« auf solche Bücher gar 3000 M. Der ZmtrumSredner hatte wohl recht, w«n er meinte, es seien offenbar Interschleife vorgekommen und ähnliche „Etats- Überschreitungen" würden in einer deutsch« Ber- waltung einer ganzen Reihe von Beamt« den Hals brechen.
§ Die EichttttgHkvmmiffi»« des Reichstags setzte am Samstag ihre Beratung« bei § 9 fort. Angenommen wurde der Antrag Racken (Ztr.), welcher lautet: „Die Frist«, innerhalb deren die Nacheichung vorzunchm« und zu wiederhol« ist, betrag« a) bei dm FlüsfigkettSmaff«, den Maßwerkzeug« für Flüssigkeiten, den Sewichte» und dm Wagen für -ine größte zulässige Last bis ausschließlich 300 Klg., den Längewaßen. den Hohlmaß« unb MußwerkMgen für trockene Gegenstände, sowie dm Fäffern für Bier zwei Jahre; b) dm Wag« e Last von 300 Klg. und Wagen und dm Fäffer'n'sür Wein und Obstwein drei Jahre." — Damit ist die Mindestfrift von einem Jahr für Nachweisung ganz aus dem Gesetz beseitigt. — Ferner nahm die Kommission ein« Antrag Osel (Ztr.) an: „Bei Fäffern, in welchen Wein gelagert ist, endigt die NacheichungS- frist nicht, bevor daS Faß entleert ward« ist. Gaßmeffer find von der Nachetchung auSgmom- mm." Bei § 10 fand ein Antrag Kirsch (Ztr.) einstimmige Annahme: Dem § 10 als zweiten Absatz folgende Vorschrift hinzuzufüg«: „Die ans gründ deS Abs. 1 erlaffmen Vorschriften find dem Reichstage, wenn er versammelt ist, iofort und sonst bei seinem nächsten Zusammen- tritt vorzulegen. Sie find außer Kraft zu fetzen, wenn der Reichstag die Smehmigung versagt."
(«eitere politische Nachrichten finden unser« Leser im Zweiten Blatte. D. R)