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MaerWZeitung

»«ftafteBMsi „Jöttltritttt SsMaastttuna" ,LÄ^a« SeschichMStter".

32. Jahrgang.

Fulda, Frettag, den 19. Mai 1905.

M

werte« soll.

9

»Srnlich mit btt iNgeUvfieltsi« Einfachheit «tgeg«.

i_S55Ä*u nwttMW - Illustrierte SsMag^ritu««'

»icht aasgeh« loneie, erklär,e, ,8 sei ihr unbew wie ein so reich erzogenes Fräulein in den «R Haurhatt eines Arztes paffen köave, mit * Jahren sei man überdies roch »in reine» 1H* kSwcksttzuug folgt.)

Neklmven bi« petttzM 25 pft.; lei Mos« Holungen nHA erttsp?

Labatt gewährt.

vruck UN- Verla- W Kuldaer Aetien-rntlort» in fiulda lyarrnontt) Sernsprecher Hx «.

zum Besuche des heiligen Landes anzuregen ver- achte. Seit 1496 fand die Verleihung des Or­dens durch die Franziskaner als Hüter des hei- igen Grabes statt, 1847 übertrug Papst Pius IX. as Recht dazu an den Patriarchen von Jeru­salem. Derselbe Papst gestattete 1868 den Orden mdurch um, daß er drei Mafien: Ritterkreuze, komthurkreuze und Sroßkreuze schuf und dem Patriarchen von Jerusalem als besonderem Dele­gierten des apostolischen Stuhles daS Recht, den Orden im Namen desselben zu verleihen, bestättgte. Das Ordenszeichen ist ein rotes, sogen. Jerusa- emkreuz mtt einem kleinen ebensolchen Kreuz in den Winkeln und wird am schwarzen Bande ge- tragen. Die Inhaber des Großkreuzes, zu denen

Züste an und tragen zugleich einen mtt dem )rdenszeichen belegten silbernen Stern auf der inken Brust.

♦ In der heutigen Vormtttagsfitzung der internwttanwlen WirtfchaftlicheuKonferenz wurden Vorträge gehalten über die Besteuerung derGeschäftSreisenden, Agenten und Kommisfiouäre, über di- Zoklbchandlung von Retourwaren, Larenproben usw. und über die Führung von ikozeffen gegen Firmen im AuSlande. I« der NachmittagSfitzung wurde die Not­wendigkeit der Sammlung der internattonalen . Handels- und SchiffahrtSgebräuche betont. Dr. PodewilS empfiehlt die Gründung einer intet- nationalen Zeitschrift in deutscher, englischer und ranzöfischer Sprache, die die mehreren Ländern gemeinsamen Handelsgebräuche veröffentlicht, um einen Kodex internationaler HandelSgedräuche zu chaffen.

* Ein deutscher «vloniulknugreß soll vom 5. bis 7. Oktober zu Berlin stattsinden. Bereits im Jahre 1902 war ein derartiger Kon­greß abgehatten worden. In dem Zirkular »rißt es, daß sich den 70 gemeinnützigen Ver- einen und Instituten, die damals an der Ver­anstaltung beteiligt waren, inzwischen weitere 11 Vereine angeschloffen hätten. Präsident des Kon» grefieS ist Herzog Johann Albrecht zu Mecklen­burg, Vizepräsident Geheimrat Dr. v. Holleben. Welcher Seist über dem Kongreß watten wird, geht daraus hervor, daß die deutsche Kolonial- gesellschast unter den Veranstalte« an erster Stell« steht, neben ihr daS Kolonialwirtschaftliche Komitee und der deutsche Flottenverein. Jedoch wird der Kongreß keineswegs einseittg zusammen, gesetzt sein, sondern man will auch andere Rich­tungen zu Worte kommen laffen. GS werden u. a. auch mehrere katholische Missionare als Redner auftrete» und sich an de» Beratungen beteiligen. Auf welchem Gebiete sich die Ver- Handlungen deS Kongreffes erstrecken werden, er- gibt sich auS der Bildung folgender Sektionen: 1. Geographie, Ethnologie und Naturkunde der Kolonien und überseeischen Jntereffengebtete; 2. Tropenmedizin; 3. die rechtlichen und poli­tischen Berhältniffe der Kolonien und über- seeische» Jntereffengebtete; 4. die religiöse» und kulturell« Berhältniffe der Kolonien und über- seeische» Jntereffengebtete; 5. die wirtschaftlichen Berhältniffe der Kolonien und überseeischen In-

Sie wachte während de« größten Teile- der Rächte, Der Ball rauschte Wetter ; vte Paare achten sich bereitete die von Fravz verordneten Suppen, Kraft- in immer schnellerem Takt«, iudeß die langen Schlrtpm brühen und, wa» weiß ich, mit höchst eigenen Händen, der Damen fich wie riesige, schillernde Pfau-nsäch« kurz, zeigte fich dem Dokwr in leder Hinsicht al» da» auf dem Parkett entrollten. Die deckenhohen P:eller- gerade Gegenteil unserer Salondamen. Sie war da» spiegel wufen da» Funkeln der Mamanten nuddee Ideal, nach welchem er gesucht: fein, liebenswürdig, ganze zauberhafte Fmbenpracht in vavielfacht«, unb bemroS häuslich erzogen, schön und — sehr reich, Glanze zurück. Musik und Stuumrn schwttrten durch- sehr reich/was Wunder, wenn er daschmll Feuer fing!" einander, und die drückmbe Schwüle de»

»Wetter," bat der Maler. «ahm immer mehr zu. — Ein zwischen dem Ballsaal

.Run, das übrige kann fich doch jeder vernünftige u,d dem Mutergarteu liegende» Gemach war zu Mensch dazu denken. Wtnden würde vielleicht nicht rin« reizenden Blumenhalle ^geschaffen wmdeu. gewagt haben, schon jetzt um die Hand der reichen Hohe Palmen und andere anSkäud sche Gewächse b» Erbin avzuhattem Aber der Barüier hatte während s deckern die Wände und ließen^zwischen ihren brrit« der Tage der Wiedergenesung längst da» heiße Er- röten feinet Tochter bemerkt, wenn der Hausarzt ein« trat oder deffeu Name genannt wurde. Sr bat daher nnfecn Freund, ihm den Betrag seiner Schuld zu nennen, und legte e» ihm sehr nahe, daß er alle» fordern dürfe, wa» er, Brunn nämlich, ihm zu gehen imstande sei. Wenden verstand den Wink und bat

tereffengebiete; 6. di« Ueberfiedelung in brutsch«! Kolonien und di« Auswanderung in fremde Länder; 7. die weltwirtschaftlichen Beziehungen I zwischen Deutschland und seinen Kolonien und überseeischen Interessengebiet«.

* Der geschäftsführende Vorsitzende des Deutsche« Wotreuveretas, Generalmajor z. D. Menges, sowie der Beisitzer des Präsidium- Generalmajor a. D. Kaim, haben dem ,Berl. Lok. Anz.' zufolge heute ihre Aemter bei der Präfidialstelle deS Flottenvereins niedergelegt. Die Geschäfte des General- z. D. Menges hat der geschäftsführende Vorsitzende Schetmer Re- gierungSrat Profeffor Busley bis auf weiteres übernommen.

§ Die Freude der Freisinnigen über den Be- fchluß der Sozialdemokraten des IS. wwd 14. sächsischen «eichstagswahlkreiseS (Leipzig Stadt und Land), bei den Landtags- wählen gegebenenfalls auch solche bürgerliche Kandidaten zu unterstützen, welche für die Haupt, forderungen des sozialdemokratischen Landtags­programms, insbesondere für daS allgemeine, | gleiche, geheime und direkte Wahlrecht bei de» Landtagswahlen etnzutteten entfchloffen feien, scheint etwas verfrüht zu fein. Nach dem »Bor- wärt-' haben die Sozialdemokraten beschlossen, die auf die LandtagSwahl bezüglichen Befchlüffe der am 2b. und 26. April abgehaltenen fächfi- I sheNiLandeSversammlung anzuerkennen. In der in Betracht kommenden Resolution ist aber kein Wort über die Unterstützung von irgendwelchen bürgerlichen Landtagskandtdaten enthatten, sie spricht nur den Grundsatz auS, daß die Sozial­demokratie sich ttotz des Dreiklafien-WahttystemS an den Landtagswahlen beteiligt. In der DiS- kuffion der Leipziger Parteiversammlung wurden nur die taktische» AaSsührunge». die einige Ge- , offen in der LandeSoersammlung gemacht hatte», wiederholt. Befchlüffe darüber wurden aber weder in der Landesversammlung, noch in der

«kaufen können. Ich für meinen' Tell möchte nur wissen, ob unser Freund wirklich so glücklich ist, al» er e» ben llmstänben gemäß sein müßte."

„DaS unterliegt keinem Zweifel," meinte »er Anwalt. .Franz schien diese Liebe schon lang, mit sich herum getragen zu haben, denn so still unb träumerisch wie in bem letzten Jahre habe ich ihn wach nie gesehen. Den ganzen Sinter hindurch war er web« zum Besuche be» Kasino noch eine» Balle» zu bewegen. Wenn ich ihm von Zerstreuungen, Damen- bekaantschaften rc. sprach, brummte er etwas von geist« und gemütlosen Mobepuppen, nur ein Mäbchen mit einfachem, häuslichem Sim» fei nach feinem Geschmack. An verschied«« Abenden suchte ich I ihn in feiner | Wohnuag auf, fand diese ab« stets verschloffen. DeS anderen Tages schützte et notwendige Krankenbesuche als Grund fein« Abwesenheit vor, — wer ihm nicht glaubte, da» war ich."

„Biele haben sich um Fräulein Brunn'- Hand beworben," sagte Belling nachdenklich, .weißt Du nicht, wie der Doktor mit ihr bekannt geworden und wie e- ihm gelungen ist, sie in so unglaublich kurzer Zett und, wie e» scheint, ohne jeden Kamps von Seiten de- BaukittS zu erobern?'

„Habe da» haarklein von ihm selbst «fahren," antwortete b« alle« wffsenbe »leine wichtig. _

„Du erinnerst Dich wohl noch an die plötzliche heftige Erkrankung de» Bankier», die so viel Aufsehen machte? Rm» wohl, Wenden, der, beiläufig gesagt, ein verteufelt geschickt« Kerl sein soll, wurde gnufen und behandelte unseren geehrten Gapgeb« mtt dem besten Erfolg."

„Ohne Zweifel, sonst ständen wir nicht hi«," schaltete fein Freund lakonisch ein.

Der Anwalt fuhr gemütlich fort: .Am Kranke» bette de» Later» hatte d« Doktor die beste Gelegen-

Bus dem Reichstag.

185. Gitzung vorn 18. Mai 1905.

Gröffmma 21/« Uhr.

Da» Misch« Deutschland und Lurembura getroffene «blommen, wonach da» Luxemburger Fletsch wie da» deutsche behandelt werden soll, wird tu de. 1. und 2. Beratung debattelo» genehmigt.

Da» Totaltsatorgesetz wird tn bet gaffun» der «ommisfion-beschlüffe mit einem ZufayaMraa «ecker-Köln (Ztr.) angenommen, wonach die BesiMv munien de» § 4, welcher auch den TotalisMwnSbertieb von 8tenx»«etuen, die nur eigene Mitglieder znlafle«, zur ReichSstempchchaabe heraugezogen w«d«n, erst am 1. Januar 1906* «rast treten soll.

Ferner liegen zwei Besolutionenjoor bntd) welche die Verbündeten Regietuvgen ersucht werd«, da» Gesetz auch aus Wett« bet öffentlich veranstaltet« Rennen mtt Fahrräder» und Automobilen anSMdehn« und wonach die Abhallung von Renn« am 1. Werh- nachtStag, am Raifteito«, am 1. Osttttage, 1. Pfingst tage und in Gegenden mit überwieg«»« katholischer Bevölkerung auch am Fronleichnamsfeste verboten

Blättern halb verborgene Maruwrstatuen h«v»r- fchimmrrn, deren blendende Weiße mit dem saftig« Grün be» Hintergründe» unb ben herrlichen Blume» bolben in feltfomem Gegensätze staub. Kleine, mit golbschilleruder Seide bezogene Divan» wmcen im »reife aufgefi-llt; ein leise plätschernd«^ Sprttrg- brsnnen v«brettete mit feinem hochaufstrigmd« Strahle angenehse Kühlung und ließ die- reizend« Plätzchen allen derjenigen verlvck«d «fchrMen, welche ke Hitze de» Ballsaal« scheut«.

G.ne Gruppe ölt«« Damen hatte fich hi« nieder, «lassen. Sie schlürft« ihr EG au» Nein« Krystell- umfcheln, plauderten und tritt fierten. Da war eine Dame, btt« Sohn fich vergebliche Heffauug auf die reiche Bankier»tochter gewacht hatte, und während die zärtliche Mutter die «izLcknden Festanordnung« besprach, erinrerte sie fich lebhaft, daß da» .Hau» Brunn" einmal sehr Bein begonnen und sich nur langsam zu diesem fürstlichen Lnxas emporgeschwungen haße. An ältere» hochadelige» Fräulein, welche» deu Gedanken au ihre eig-ne mögliche Hochzett noch imm«

zogen« p«stonsfähigen Dttnstrinkommens be­tragen und mit jedem weiteren Dienstjahre um 1/60 bis auf 45/60 steigen. Sämtliche hieiqu gestellten Anttäge wurden abgelehnt, auch die Borlage, sowett fie die Höhe der Pension betrifft. Hierauf vertagte fich die Kommission auf Frettag.

• Stuttgart, 17. Mai 1905. Das Staifr blatt des evangelischen Konsistoriums veröffentlicht ein« Erlaß, der die Beteiligung der Geistlichen in Fällen der Feuerbestattung neu regett. Hiernach find die Geistlichen er- mächttgt, vor bet Verbrennung der Leiche im eigentlichen V«brennungSra«m einen Tranet- gotteSdienst mit Rede, Gebet und ltthurgischem Akt zu hatt«. DaS kirchliche Geläute findet i* derselben Weise statt wie bei ein« BeerdiE Dageg« hat bei der Bestattung d« Ascheureste im Grabe oder im Kolumbarium die Mitwirkung d« Geistlich« zu unterbleiben.

ein solcher »erbot in Vorbereitung sei ««d die «er- bfinbet« Regierung« ersucht werden sollt«, in der d« gleich« Weise vor,»geh«. (Beifall.)

Di, Resolutionen werd« angevomm«.

«» folgt die Beratung de» Gesetzentwurf» betr. die «enderung der Ltvilprozeßordnung. Die Kommission hat btt Revisionssumme ««ist- onen an da» Reichsgericht von 1«» ans 2ö00 M«k «höht. Die Re,i«uugSvorlage hatte die RevistE- . 7 ' * Art an *-1 ** ---— — (An rAMrnvwn (Mw

um Elrna'S Hand. Sr erhielt da» Jawott ohne jede Sinwradung, unb so machte der Bankier zwei Wes« glücklich, d«m innige Liebe sonst gewiß jahrelang hvffnungSlo» geblieb« wäre. Wahrlich ein Mann von fett«« Uneigeuuützigkett." , ,

.Klingt fast zu uneigennützig, um nicht irgend einen geheimen Beweggrund dahinter v«wut« zu laffen," bemalte Bölling.

.S» ist wahrhaftig schade, daß Du nicht Unter- suchungSricht« geworden bist; wit Deimm Argwohn Mest Du gewiß alle möglichen BerdachtSgrüude in ben vttborgeüst« liefen sufgefpürt, brummte Rot- Hau» ärgerlich. ., . „ r . .

,vin rinstweil« noch »anz Alfrieden, fügte bet Rater hotten. Meine tre«n Lebensgefährten, Pinsel und Palette, nähr« mich mdltch. Doch »«, komm, wir dürf« hi« nicht läng« SSrafieh« spiel«. Ich glaube, der Tanz beginnt fort«.' Unb die beiden

•aftatfdbinSHBansb «sSirMl&WWf

VamttmorMcher

Leipziger Parteivttsammlung gefaßt.

* Die s»zinlde«»kr«tische Neichstags- fraktio« hat gestern gegm 3 Stimm« folg«de Erklärung beschloff«: «Die fozialdemokrattfche ReichstagSftaktton «klärt, daß fie die Stellung­nahme deS Fraktionsmitgliedes Genoffen PeuS im Anhattifchen Landtag in der Frage der Be- steuerung des Umsatzes d« Konsumvneine t>«. ------------ -------- -

urteilt, weil dieselbe unvereinbar mit den summe auf 2B00 M. für difforme, für konforme «ni- Grundsätze« der Partei ist." Wird et NUN Reibung« auf ftCOO Mark festgesetzt. Berichterstatter stieg«? «in Abgeordneter, deff« Stellung- ^g. rrtmborn (Z.^ länger« Aus-

nähme von seiner Fraktion in dieser Weise ver- 'ben «?mmisstonrbeschluß ein, ta bet er

urteilt wttd, weil sie mit d« Srundsätz« der besonder»' havorhebt. daß soziale Gesichtspunkte ge»« Partei unvereinbar sein soll, mußte doch eig«t- die Vorlage! nicht gett«d gemacht

* Die Fraktrnueu des Nbgenrdnete«- oeXfA[age, wenn von dm vetbleibmd« 6 Prozent «tu Hasses hielt« am Mittwoch tn Sachen der ^ntt wettet auSgeschloffm werte. Bergarbeiter-Novelle Sitzung« ab. Wie Abg. Himburg (kons.) ist ebmfall» für den Rom» D«lautet, bereiten die Nationalliberalen einen I (ntL) mttat ebenfalls, daß die

Kompromiß-Antrag vor. Kommission da» beste Mittel vorgeschlagen hLtte.

* Die «MbgetRammifftUtt des »eichs- Abg. Müller-Metuing« (fr. Bp.) erklärt, der LfL,L 8»,VLNSL

trag der Pension festsetzt. Illach der Mgierun^-1 #i^St»?Sftr,fHeb«M8ia’erwttwtt, eine solch« Vorlage soll die Pension bei 10;ähtiger oder Rmiston sri in dm nächsten zehn Jahren nicht zu «- kürzer« Dienstzett jährlich 20/60 des zuletzt be- wart«.

gratis von wenden.

Novelle von SRarga «rechten.

8 ------ Nachdruck verbot«.

An dem rin« Ende be» Saale» stauben zwei Si in einfachem, ab« elegantem vallanzuge, fie «zu d« vertrcmtest« Freund« de» BräMigam». md fie ihren Tee behagüch schlürften, betrach- ietm sie da» baute treiben und bedachten die Bor- übergehenden mtt witzigen Bemerkung«.

„Au wa» denkst Du bei dem Anblick dieser feen­haft« Pracht?" fragte Rechtsanwalt Rothhar», der Aeltere von beid«. t t „

„Ich denke," ertolbate sein Freund, „daß Frau, doch ein fabelhafte» Glück gehabt hat. Gchttn not i arm und abhängig vorn Erfolge feiner Praxi» unb beute Gatte be» liebm-würbigst«, schönst« Mäbchen» xnb Schwiegersghu eine» so reich« Mange»!"

„Ja," sprach d« Aub«e, „« kllngt zwar echt artstokratffch b« Name: „Erwin Franz von Wmbm", unb wie vornehm nahm « sich nicht auf der ele­gant« Bermäh!u»g»anzeige au»! Ab« Franz ii unb bleibt doch immer nur ein einfacher Doktor, b« außer fein« Knust und bem hochtönenb« Namen Nicht» fein eigen nennen konnte, al» seine staklliche Gepalt unb sein schönes, geistreiche» Gesicht. Dot > steh', so ein überspauutee Mädchmkopf legt groß« Lett darauf; ich glaube nicht, daß Elma »rann fich in Dich und Dein« ehrlich« «amen Volling, noch jn mich kleinen Kerl »«Hebt hätte. Frau Rothhau» würde auch zu gewöhnlich gedungen hab«.

„Du beurtevst Fräulein Bttmn!ftlsch," meinte Mal« Bollwa, „fie ha» d« Doktor weg« seine» rtlen, reMscheMenen stcharav«» acht« nutz lieb« ge­lernt, S Wt ihr« Gelbe hätte ste fich leicht em schöne» Gesicht nab vielleicht gar ein« Srafratttel

Deutfdies Reich.

Berlin, den 18. Mai 1905.

* Sine bisher unbestätigte Meldung will wiff«, daß die Urheber und Verbtettet bet Wil- heUwshafewer Kaiserrede üb« die Japan« und die SolteSgeißel wegen Majestätsbeleidigung vor Gericht gezogen werden soll«. Wie in Wil- helmShafen über die Japan«, so soll fich in Straßburg im Els. der Kais« abfällig üb« das rusfische Offizittkorps geäußert hab«. Anknüpfend an die militärischen Reden des Kais«s teilt ein Berliner Blatt eine weitere Aeußerung des Kaisers mtt, die im Geg«satze zu der angeblichen Aeuße- rung in WilhelmShaf« für die milttärischen Er­folge der Japan« volle Anerkennung ausdrückt. Dmtach foll d« Kais« im Kafino seines 145. Re- «im«teS geäußert haben: „Meine Herr«! D« Parademarsch meines Regimentes war nicht g«abe berühmt; ab« ich habe beide Augen zugedrückt, well man mtt dem Parademarsche nicht den Feind schlägt. DaS haben die Japaner gezeigt, die keine gute Parade machen, aber gut marschieren und kämpfen."

* Cadiaeu. Bei dem kürzlich erfolgt« Tode des Landrats a. D. Birkner-Ladinen ist durch die TageSzettung« erneut die Nachricht oerbrettet wor'sen, daß d« Verstorbene fein Gut Sabinen bem Kaiser geschenkweise Über- ‘ eignet unb vorher wiederholt die Ehre gehabt "habe, den Kais« und Mtglieder der Kaiserlich« Familie als Gäste bei fich in Sabinen zu sehen. .DieseMitteilungen entsprechen, schreibt die,Nordd. tAllgem. Ztg.', nicht ben Tatsachen. Weder der Kaiser noch feine Familie hab« Sieht« Dor .1896 kennen gelernt od'r besucht. In diefem ; Jahre nämlich ist das Gtrt Sabinen in das ' Eigentum des Kaisers auf gründ eine» Vertrages toergegangen, mhsltsdeffen als Gegenleistung die ;Ueberncchme d« mehr als eine halbe Million 'betragenden Hypothek« und sonstigen Lasten, die Zahlung einer reichlich« jährlichen Leibrente und endlich die Entrichtung eines dem Werte be» lebend« und tot« Inventars entsprechenden Ka­pitals stipulint wurden. Hi«nach handelt eS sich nicht um eine Schenkung, sondern um ein« zweiseitig« Vertrag, in welchem Leistung unb Gegenleistung genau fixiert war«.

* Der Orden vom heilige« Wrabe, bet dem Kaiser vom Kardinal - Fürstbischof Kopp in Metz überreicht wurde, ist nicht eigentlich ein Orden des Patriarchen von Jerusalem, sondttn ein päpstlicher Orden. Sein Ursprung wird auf die währ«d der Kreuzzüge «tstcmb«e Sitte zurückgefühtt, daß der Mt«fchlag am heiligen Grabe vollzogen wurde. Papst Alexand« VI. soll 1496 ben Franziskanern bas ausschließliche Recht zur Erteilung beS Ritterschlages bestätigt hab«, in Wirklich kett erfolgte damals aber die Stiftung beS Gebens, durch bie man b« Abel