MaerW Zeitung
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Novatrbeüager GeschichWätttt".
w-ch«EMz Illustrierte S^agsjtitinr
32. JahrgMg.
Fulda, Samstag, den 13, Mai 1905.
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25 pfg-r M «He** totaegee wird roWc Rabatt gewährt.
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Deutfdies Reich.
Berlin, den 12. Mai 1905.
(*) Arbeite,fchmtz trab Presse. Der preu. ßische Handelsminister hat bekanntlich vor kurzem m dankenswerter Weise durch einen besonderen Erlaß die Gxwerbeouffichts-Beamten angewiesen, bei Beschwerden der Arbeiter über die in § 139 b der G.-O. bezeichneten Angelegenheiten, die zu ihrer Kenntnis kommen, auch wenn dies durch die T a g e s- »resse geschieht, ausnahmslos zu untersuchen und, soweit fich dabei Mißstände Herausstellen, für deren Befestigung Gorge zu tragen. Als ein für die Geweroeaufficht neues Mittel, örtlich oder allgemeiner verbreiteten Mißständen entgegenzuwtrkm, möchten wir Bekanntmachungen in der Prefie empfehlen. Dadurch kommen die Bestimmungen des ArbesterschutzeS in die weitesten Kreise der Arbester und finden bei diesen Beachtung; andererseits werden fie für manchen Arbestgeber ein Anlaß sein, i« Punkte Arbeiterschutz einmal wieder ihren Betrieb darauf hin anzusehen, ob alles in Ordnung ist. Solche Bekanntmachungen, die fich z. B. auf die gesetzlich« Bestimmungen bett. Lohnzahlung, Lohneinbehaltung, Trucks«- bot, Kinderarbeit, Lehrlingswesen, Unfallverhütung und Gewerbehygiene beziehen können, sind in Baden bereits gebräuchlich und haben nach dem neuesten Jahresberichte der dortigen Sewerbe- aufficht auch die nölig« Beachtung gefunden. Die Presse wird zur Aufnahme solcher Notizen gern bereit fein. Der Sache des ArbesterschutzeS wird dadurch ein groß« Dienst «wiesen.
* Die Berabschiedung der Novelle zum B-rse«,esetz noch vor Vertagung de« Reichstages wird, wie auS parlamentarischen Kreisen »«lautet. von der Regierung dringend gewünscht, Die maßgebenden Parieren des HauseS scheinen nicht abgeneigt zu fei», wenigstens den Versuch I» machen, das Besetz noch zur Verabschiedung qu brstrzen. Ob der Versuch gelingt, das wird -zum großen Teil auch davon abhängen, ob fich die erforderliche Zeit dazu findet und ob bet Reichstag eine einigermaßen gute Besetzung auf- weisen wird.
* Die PetitivuSkommisiiou deS Reich-- tag- erledigte am Freitag eine Reibe von Petitionen, die nur persönliche Angelegenheiten der Petenten betrafen und für die Allgemeinheit lebt weiteres Interesse boten.
* Die Kommission deS Reichstages Mt Borberatuna des Entwurfes einer Matz- ««d Gewichtsorduuug nahm am Freitag § 1 Absatz 1 (Gefäße für Wein u. s. w.) unvttändert an. § 7 Absatz 2 erhielt auf Antrag Nacken-Osel (Zentrum) folgende Fassung: Stne Ausnahme findet bezüglich desjenigen aus- ländischen Weines, Obstweines und BierrS statt, besten Weiterverkauf in Originalgebinden erfolgt, selbst wenn Umfüllungen deS Weines unter Zollkontrolle stattgesunden haben," Die gesperrten Worte find neu. § 8, welcher die Eichung definiert, wurde un- »«ändert angenommen.
** Die Bubgetkommisfiou des Reichs- tages beriet das OffizierpensionS-Gesetz westet und nahm den § S an, welch« bestimmt, was als prnfionSfähigeS Dirnstei»kommen an- gerechnet wird; sie strich jedoch gemäß dem Anfrage deS Ref«enten den zweiten Absatz, nach westhem bei einem Diensteinkommen üb« 12 000 Mark nur die Hälfte deS Mehrbetrages penfions- fähig sein sollte. Nach länger« Debatte üb« Sen 8 6 wird die Sitzung geschloffen. Dienstag Westerberaiung und Kamerunbahn.
* Wie e- pommerscheu Laudlehreru ergehe« kau«, erzählt die.Ostsee Ztg.':
Der Rittergutsbesitzer iw einem Dorfe drS Regie- «mgSbezirtS Röt litt hatte eine Treibjagd veranstaltet, alS Treib« sollten auch Schulkinder fungiere« Und diese «schiene» bei dem Lehrer, um Urlaub ,u erbitten d« ihnen jedoch verweigert wurde, da von der Regierung die UrlanbSerteilung zwecks Teilnahme alS Treiber bei Jagden verbalen ist »m nächsten Tage «schien der EutSförster, auch jetzt mußte der Urlaub verweigert werden. Darauf fchrieb d« RittergulSbisitzer persönlich an den Lehr« und ver- längte Urlaub für die Kmder zu .landwirtschaftlichen Arbeiten'. D« Lehr« antwortete in einem Schreiben, daß « in diesem Falle die Benutzung zur Treibja,d mit d« landwirtschaftlichen Arbeit identifizieren müsse, und verweigerte den Urlaub. Dar ans kündigte d« Rittergut Sbefitzer dem Lehrer den MittagStisch, den er bi» dahin mit dem Inspektor zusammen er. hauen hatte, bei den andern Beamten erhielt «auch Nichts, und selbst die TagelShu« würden ihm sch««- lich etwas verabfolgt haben. Nachdem d« Lehr« ta drei Taaen kein »Mag «hallen batte, wandle « fich au die Uaigliche Regierung mit dem Arsuch«, ihn pr »ersetzen, welche» Wunsche auch .ntspwchen worden ist.
Bus deut Reichstag.
184. Aitznug vv« 12 Mai 1906.
Eröffnung 2'/. Uhr.
•inige RechnungSsachen werden ohne De- batte erledigt.
61 folgen Petitionen.
Hebet zwei Petitionen bett. Befähigungsnachweis fürdaSHandwerk und Berechtigung zur Anleitung »an HaudwerkSlehtlingen,
„Et« Kommentar ist wohl nicht nötig", meint das Stetttner Blatt. Sicherlich nicht, denn man weiß längst, «aS alles in Puttkamerun möglich ist. Aber ein Skandal ist «S doch, daß solche Dtnge fich noch im 20. Jahrhundert im Staate dre^eiu^!!ißepäck »ehr ««f bereisen- bahn. Wie verlautet, soll nach dem Jnkrast- treten d« Betriebs-Gemeinschaft, über welche die preußisch - hesfischen und die süddeutschen Bahnverwaltungen zurzett miteinander unterhandeln, Freigepäck, auß« Handgepäck, auch auf den preußisch-hesfischen Bahnen grundsätz- lich nicht mehr gewährt werden, wie dies in Süddeutschland jetzt schon der Fall ist. BtS- lang waren bekanntlich auf je eine Fahrkarte mit Ausschluß d« Rundreiseheste 25 Kilogramm Frei- gepäck im gesamten preußisch-hessischen Verkehr zulässig. Sine Entziehung dts Freigepäcks müßte, so fügte mit Recht die »Franks. Ztg/ dieser Meldung hinzu, sür Preußen-Heffen denn doch wohl eine entsprechende Verbilligung der Personenfahr. preise im Gefolge haben.
Berlin, 12. «ai 1935. Der Kaiser wird am 16. Mai in Wiesbaden eintreffen. — Die .Elb.Zt,/ will wiffen, daß fich Prinz Aitel Friedrich auf der Brautschau in England befinde; »eine Verlobung, die noch vor d« Hochzeit deS Kronprinzen publiziert «erden dürfte, wird daS Ergebnis dieser Zusammen- kirnst sein.' Die ,Elb. Ztg.' nennt gleich zwei englische Prinzefstnuen ,ur AnSwahl. (Wenn die Nachricht ebenso zuverlässig ist, wie fie geschmacklos und taktlos ist, dann muß fie fich unbedingt bestätigen. D. R.) — Nach dem Bericht deS ,Reichkau,eig«S' wurden außer den ge- meldeten Vorlagen in der gestrigen Sitzung drS BundeSratS die Entwürfe von Vorschriften zur AuS- führung gesundheitlicher Bestimmungen der «eemaunS-
und d« Antrag auf Verleihung von Korporationörecht«, an die mll Dem Sitze in Düffeldorf gegründete Sisal- Agaven-Eesellschaft. Außerdem «folgte die »ruemmng von Kommiffaren für die Beratungen im Reichstag und die Beschlußsaffuug üb« mehr«e Eingaben.
* Metz, 12. Mai 1905. Der Kaiser traf kurz nach 8 Uhr auf dem Sxerzifrplatze Freseatt ein, stieg daselbst zu Pferde und besichtigte zu- nächst daS Infanterie-Regiment Nr. 145. SS folgte eine Gefechtsübung des Regiments im Feuer, zu welcher Artillerie herangezogen wurde. Um 11 Uhr begann dann ein zweimalig« Vor- beimarsch d« Truppen d« Sarnifon Metz. Di« Infanterie defilierte daS erstemal in Kompanie- front, das zweitemal in RegimentSkolonne. Die Kavallerie rttt daS zweitemal im Trabe vorüber, beide Male führte der Kaiser daS Regiment Nr. 145, der Statthalter die 9« Dragon«. An der Spitze b« Fahnenkompagnie vom 145. Regiment ritt der Kais« nach btt Kritik zum Kasernement des Königs-Regiments, wo er im Offizier Skafino dar Frühstück eiunahm; an diesem nahmen auß« den Offizieren deS Regiments und den Herren der militärischen GrsolgeS der Statthalt«, der kommandierende General, der Gouverneur und di« Divifions« und Brigade Generale statt. Die Parade hatte bei schönem Wett« trotz streng« AbsperrnngSmaßregeln eine große Menschenmenge zusammengeführt. — Für den Kaisttbesuch in Mörchingen find folgende DiSpostttonen getroffen: D« Kais« trifft am Dienstag, 16. Mai 9’/* Uhr vormittags, von Schloß llrvillr kommend, auf dem Bahnhofe in Mörchingen ein, und wird dort von dem kommandi«enden General deS 16. Armeekorps Stortz«, dem Kreis- direktor aus Forbach und dem Mörchingtt Bür- germeister empfangen. Vom Bahnhofe begibt fich d« Kais« nach dem Sxerzierplatz, wo er eine Parade über die Truppen der Garnison abnimmt. Hinauf findet eine Gefechtsübung zwischen b« Forbach« und o«r St. Apolder Garnison statt. Im Anschluß hi«an nimmt der Kais« im Oifizierkastno zu Mörchingen da» Frühstück ein und tritt um 1 Uhr nachmittags üb« Saar- gemünd-Zwribrücken die Weüerrrise nach Wiesbaden an.
Rechnung über den RcichShanehall für 1901 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Fern« erfolgte die Beschlußfassung über die «eschlüffe deS Reichstags ,u den in den ReichStagSfitzungen vom 5. und 6, April verhandelten Petitionen, sowie zu den bei der Beratung deS ReichShauShaltremtS für 1905 miterörtert« Petitionen, außerdem auch Über die Resolutionen de, Reichs- ta,S zu den Eesetzentwürfen betreffend die Seststellung de» ReichShaurhaltSetatS und deS HanShallSetatS der Schutzgebiete für 1935. D« Vorlage betreffend die Erweiterung der Erlaubnis für den norddeutschen Lloyd-Bremen zur Beförderung von nichtdeutschen AuSwand«ern nach Euba und Mexiko wurde die Zu-
Hustend.
* I» Portxgal droht eine Minister- krtsts auszubrechen. Nach Meldungen Ma- drid« Blätt« wird in Lissabon infolge von Meinungsverschiedenheiten, welche zwischen dem Justizmiuistrr und dem Finanzmkister in der Frage der Verpachtung der Einnahme« auS dem Tabak herrschen, eine MtnisterkristS tot unvermeidlich gehalten. Die Zersur halte alle auf die politische Lage bezüglichen Depesche« zurück.
* Die Sage in Rußland. Der G««ral- gouvrrneur von Warschau empfing eine Deputation unter Führung des katholischen Erzbischofs Popiel, welcher der Dankbarkeit d« Bevölkerung für den Toleranzerlaß deS Zaren Ausdruck verlieh. — Der Ausschuß für ärztliche Examina an der Universität Moskau begann fritte Arbeiten in d« zwriten April- Koche. ES hatten fich überhaupt nur zwei Kandidaten gemeldet, «nd zwar eine Frau, die ihr Studium im Ausland« vollendet hatte, und eilt Mann, der gleichfalls von «in« ausländischen Univerfilät gekommen war. Die Prüfung dieser beiden Pttsonen kostete d« Univer- fität 4000 Mark, während di« Gebühre« nur 40 Mark betrugen. So könnte man also sagen, daß der russtsche Staat noch zu viel sür wissen- fchafttiche Zwecke ausgibt l! — In Nischni- Nowgorod wurde am Donnerstag gegen Mitternacht der au« dem Theater Heimkehrrade Gen, darmerie - Oberstleutnant Greschn« am Eingang seines Hauses durch Revolverschüffe ermordet; der Wächt« deS HauseS wurde schwer verletzt Der Mörder wurde ergriffen; er nennt sich Edelmann Nikiforow.
♦ Der neue chinesisch • ««erikauische Handelsvertrag findet in China wenig Anklang. I« Schanghai «hob eine große Versammlung einflußreich« Kaufleute gegen den Vertrag lebhaften Einspruch. Telegramme, die fich gegen diesen Vertrag wenden, wurden abgesandt an daS Weipnpu, die Vizekönige von Pet- schilt und Liauttang und an die Oberauffichts- beamten für den Handel in den südlichen Häfen. Es wurde einstimmig beschloss«, die amerikanischen Waren 8« boykottieren, bis b« Vertrag abgeändert wird. Di« Kaufmanns- gilben im ganten Reiche weiden anfgefordert.
üb« die die Abstimmung b«eits einmal auSgrietzt war, wird dieselbe auch heute mied« ausgesetzt.
«ne Petition der «reiSsyuode II in Berlin um Verschärfung d« strafg-setzlichen stimmungen zur Unterdrückung schlechter Lite- ratnr. und «unfterzeugnifse, insbesondere von »itzblStteru, brantragt die «ommisfion (Bericht- erstatt« Dr. Marcour (Z), der Regierung Mr Berück- fichtigung M überweisen.
Nach der sehr eindringlichen Befürwortung drS kommisfionSanttageS durch den Abg. Ro«eu (Zentr.) suchte der Sozialdemokrat Heine nachzuweisen. daß e« mit d« schlechten Literatur heute nicht übler bestellt sei, wie früh«, und daß ein polizeiliches vergeh« gegen bie Schnndlitttatur nur d« Willkür dienen würde.
Abg. Lattmaun (Antis.) «ellte stch aus d-nBoden der KommisfionSbeschlüffe. «r erklätte unnmwmiden, di« Zustände auf diesem Erbiete seien tatsächlich un> haltbar «W? »ss, tat bet «bg. Roeren den 3ta8- ffibtunpen deS Abg. Heine ab, und eS gelang dem letzten ebensowenig wie seinem Parteigenoffen Stadt. Hagen, die trefflichen Darlegungen deS Zentrum«. rednerS^M «»gtkr»sten^E (fts. vp.) und Patzig^ brachten dir Befürchtung poltzrilicher Neber- und Miß- griffe alS Erund für ihre Ablehnung deS SommifstonS- befchluffeS vor.
Bei d« Abstimmung wurde nach Ablehnung deS Antrags Seml« auf Urbergang zur Tagesordnung d«AntragderPetitionSkommisfion gearu dir Stimmen d« Sozialdemokraten, d« beiden fteiftenigen Fraktionen, d« Rationallibttaleu und drS Grafen Reventlow angenommen.
Die Petitionen, bett, dir Beseitigung der Theater« 8enfut und dir Stillegung von Kohlenzechen, wurden von d« Tagesordnung abgesetzt.
«nige weitere Petitionen wurden ohne Debatte nach den Vorschlägen der «ommiffion «ledigt.
»ine Petition betreffend dir «uschrwkun, deS F l a s ch e u b i r r h a n d e l S und »end« ung deS S ch a u k- konzessionSwesenS wurde in ihrem «steuTrlle auf Antrag deS Abg. «rzberger, den der «bg.Dr. Pichler (Ztr) befürwortete, »ur Erwägung über- wiefen, in ihrem zweiten Teile als Material.
Bei ein« Petition betreffend Sicherung der Bauforderuugen wurde nach kurzer Debatte Ueber- weifung Mt Erwägung beschloffen.
Eine Petition bett, die Ausdehnung der §§ 129 ff. der Eewerbeordrmng auf daS Kochgewerbe wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Der Abg. Erzberger (Ztr.) hatte klebrrweimng Mt Erwägung beantragt, um dem b«echttgteu Kern d« Petitton gerecht zu werden.
e Damit war die Tagesordnung «ledigt.
Prästdent »ras «allestrem schlug dem Hause vor, teil« wegen Mangels an Material, teil» um den kom- misstonen Zett sür ihr« Beratungen ,u lassen, die nächste Sitzung erst am Donnerstag nächster »oche abzuhtM«.
Abg. Bebel (fojb.) beantragte die Abhaltung ttneS SchwerinStageS am Dienstag. Der»ntrag Ede ab« abgelehnt. ES blieb beim Vorschläge deS Präfi- deuten. _ .
Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung stehen RechnungSsachen und kleine Vorlagen.
fich zur Erreichung dieses Zieles den Bestrebung«« b« Schanghai« Kaufmannschaft anzuichließsu.
♦ vom oftafiatischrn «rieg-schanpUrtz D« französisch-japanische Konflikt scheint osfiziell beigelegt zu sein, wen« aich natürlich wegen deS Verhaltens Frankreichs rin bös« Stachel in b« japanischen Volksseele 8«- rücköleiben wirb. Wie daS Bureau Reut« meldet, vttöffentlichte das japanische Auswärtige Amt am Donnerstag folgende Mitteilung: Sri! dem Kamrarch-Zwischenfall hat die ftanzöfische Regierung sowohl die Zivil- alS die MilitLche- hörden in Jndochina angewiesen, an de« Küst« des stanzöstschen Gebietes genau Wache »u halte« und die Schiffe der kriegführenden Parteien aufzufordern, nicht in die französischen> Se- wLff« zu fahren. Als berichtet wnrde, daß daS dritte Geschwader sich den ftanzöfische« Gewässern nähere, wies die ftanzöfische Regrernng die Marinebehörden in Jndochina an, g«l«e Wache zu hatten und mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln wirksame Maßnahmen zn fr- greifen, um eine Verletzung der französisch« Neuttalttät zu verhindern. Gleichzeitig d« russischen Regierung von diesem Befehl Kfrittt- niS. Die ftanzöfische Regierung unterrichtete auch die japanische Gesandtschaft tn Pari«, daß st« die telegraphische Nachricht erhalten habe, daß russtsche Schiffe bis zum 9. Mai nicht ta der Honkohebucht gesehen worden find-— eine Reuter-Melduttg aus Tok-o berichtet, datz die Auftegung in der japanischen Bevölkerung ab genommen hab«. Die Preffe verlangt von Frankreich Aufklärung über die Vorgänge zwssch« dem 3. und 9. Mai. — Das russische Wladiwostokgeschwader rührt fich in ein« für Japan recht bedenklichen Weis«. Kürzlich macht« russtsche Torpedoboote eine Streife und kapttt« zwei armselige japanische Segelschiffchev. Jetzt meldet daS Bmeau Reuter vorn DonnerStagarte Tokio: Es wird bestätigt, daß am 9. ds. MtS. zwei russische Kriegsschiffe, wahrscheinlich „Rossil« und „Otomoboi“, auf der Höhe von Aomfrt gewesen sind, seit dem 9. Mai sind sie nicht mehr ««sehen worben. Anscheinend hab« str tritt« japanischen Küstenfahrer auf gebracht Aomori in d« Provinz Mmsu ist ein Ort, der in der Tsugarustraße liegt, die auSber Japa- nischm See in ben Süllen Ozean sührt. SS ist dmchauS nicht unwahrscheinlich, fo schrelbt bte ,Voff. ata/, daß der Admiral Skrydlow dir Panzerkreuzer ^Gromoboi" und ^Rossija" und die TorpedobootSzerstör« von Wladiwostok dem Admiral Roschdjestwensky entgegenzusühren versucht- Die Jahreszett ist zu einem AuSbrech« aus Wladiwostok durchaus gütchig; der Kmo- Siwo, die warme äquatoriale Strömung, dringt in di« Japanische See ein und «zeugt bei ihrem Zusammentttffen mit den kalten Strömungen jen« ötett« Nebel, bie in dies« Monat« gerade vorherrschend find. Auch bri dem Ernlauf« in bie Tsugarustraße kann d« Admiral Skryd- low, der schon einmal im vergangenen Sommer die Straße glücklich mit dem MabnvofiA geschwader pasfiert hatte, durch diesen Umstand begünstigt worden sein.
(ghina hat, wie .Ruß' meldet, in letzt« Zett zwei Divisionen und mehrere Schnellfeuerbatterien nach «uldscha gezogen und dadurch große Unruh« unter den russische« Kirgisen h«oorgrrusen, die leicht in Aufstand auSartm können.
Römischer Wochenbrief.
[:] «om, 13. Mai 1905.
Frankreich» Ehre ist nunmehr ge- rettet! In demselb« Garten, in welchem sich seit einem Jahre das vom deuischen Kais« geschenkte Standbild GörheS erhebt, steht nun daS- fettig« deS französischen Dichter» Victor 6ugo. ES hat lange genug gebauert, bis dieser Plan zur Ausführung gelangte. Die Enthüllung fand in fast der glrichm Weif« statt, wie biejenige des Monuments bis deutschen Dickitttfürfl«: Argen- wart de« Königs Vcktor Emanuel, der Behör- den, b« betreffenden diplomatischen Vertretungen. Reden, Bankett», Empfänge usw. Alle« verlief programmäßig, nur konnte man beobacht«, da?; die noch im vorig« Jahre grlegentttch b« Ar- Wesenheit LoubeiS so gewaltige Begeisterung sür bie franzöfische Republik bedeulenb adge kühlt war. — Vor einigen Tag« reist« Herr Jos- Garcia MoriS von hi« nach Barzclona in Spanien ab. DaS besondere bei dies« Krise war, daß dies« Herr einen kostbar« Schatz mtt fich führte, näm- lich bie beiden Kronen, welche die Spanier dem berühmten Bilde ihrer ^Madonna del Pilar" schraken und welche hi« in Gege«vart ein« spanisch« Deputation vom hl. Vater geweiht wurde«. Diese Kron« stellen ein« oe- drutraden Wert durch daS Gewicht ihre« »olbeS,