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vruck und Verlag Hs SnldaerActtendruck«^ in Kulda (yarrnonietz Kerufprecher M. 9.

M LOS

Fulda, Dienstag, den 9. Mai 1905.

32. JahrgMg.

* Sozialdemokratie und Sozialreform.

Bor kurzem ging ein Artikel durch die sozial- demokratische Presse, der sich mit der Frage: „Arbetterfchutz und Zentrum" beschäftigte. Durch denselben sollte namentlich bei den katholischen Arbeüern der Glaube erweckt werden, daß das Zentrum nur deshalb für die soziale Reform ein* trete, weil es sonst seine Wähler an die „arbeiter- freundliche" Sozialdemokratie zu verlieren fürchte. Die Furcht vor der Sozialdemokratie sei das Leitmotiv für die Sozialpolitik der Zentrums* pavtei. An diesem Beispiele sehe man wieder die Heuchelei der Zentrums.Sozialpolitik. Da­gegen fet die ganze soziale Gesetzgebung daS „ureigenste Werk" der Sozialdemokratie, ihr vor­nehmstes Verdienst. Natürlich find bann auch die Motive der Sozialdemokratie der pursten Liebe zu« Arbeiterstande entsprungen rc.

Da nun die sozialdemokratische Preffe einmal wieder das Bedürfnis fühlt, den Beweggründen deS Zentrums nachzuspüren, möchte» wir diese an die Vorgänge auf dem Sozialistenkongreß in Gotha vom 19. bis 23. August 1876 (Protokoll S. 32, 33) erinnern, auf dem verlangt wurde;: „daß in der nächsten Session ein Arbeiterschutz' gesetz durch die Abgeordneten der sozialistischen Partei beantragt werde." Anfangs war keine Stimmung für diesen Vorschlag vorhanden. Da führte« aber Frohme und Haffeimann Gründe an, die bei der Mehrzahl durchschlugen. „Frohme beantragt (so heißt eS im Protokoll), das Ar* befterschutzzesetz soll als Agitationsmittel in einer gewissen Zeit ausgearbeitet und den Arbeiterverbindungen vorgelegt werden." Noch offener ging Haffelmann mit dem eigentlichen ®tunbc heraus. Er „verlangt daS Schutzgesetz alS ein Angriff-mittel gegen die Ultramon* tonen, welches zur Eroberung rheinischer Kreise gerade notwendig sei," Die „Ultramontanen" hatten nämlich, um mit Bebel zu reden, „den »rbetterschntz bereits auf ihre Fahne geschrieben", und so wurde die Sozialdemokratie gezwungen, den Ultramontanen folgend, als Mittel für ihre AgitatisnSzwecke den Arbeiterschutz auf ihre Fäh« zu schreiben und ihre Anträge zu stellen. DaS ist in Bezug auf obige sozialdemokratische Behauptung die Wahrheit!

Wenn aber die Sozialdemokratie in ihrer Preffe die Sozialreform als ihr „Verdienst" hinstellt, ja, warum hat ste sich dann nicht das weit höhere „Verdienst" erworben und für diese LrbeÜergesetze gestimmt?! Tatsächlich stimmte sie dagegen! Da* mit wollte sie doch feststen«, daß sie alle diese Gesetze, well nicht zum Besten des ArbeUerstandeS dienend, glaubte ablehnen zu müffen. Weshalb ist sie denn nicht so konsequent und lehnt auch daS „Verbiet st- an dem Zustandekommen dieser Gesetze, das sie durch ihre Abstimmung gegen dieselben zu verhindern suchte, ab, jenes Verdienst, das darin bestehen soll, daß diese „nur der Furcht oot der Sozialdemokratie" zu verdanken sei? — So redet sich nur derjenige aus, der in der Klemme sitzt und nachträglich etnsieht, daß er in seinem bisherigen Ntederstimmen fast aller Ar* beitergesetze „aus Prinzip" eine Dummheit ge* macht hat.

Das Zentrum aber hat, wie der Erfolg heute sonnenklar beweist, klug daran getan, Schritt vor SchrUt die Hindernisse der Sozial- refor« zu überwinden und so beständige Fort* schritte in der Besserung der Sage der Arbeiter zu machen. Und es kann auf diese seine jahr* zehntelange Reformarbeit hinwessen zum klaren Beweise, daß es aus Pflichtgefühl und nicht gus „Furcht vor der Sozialdemokratte" an der Sozialreform gearbettet hat. Das wissen auch die Arbett«; ihren Abfall hat daS Zenttum auch rveuiger zu befürchten. Aber notwendig ist er, die jeweiligen sozialdemokratische» Verdächtigun* gen und Entstellungen niedriger zu hängen.

bet •twetbBf&^iflteü, LezugrS von Unfall» W reuten »der an» anderen Gründen wefige* '< tätet.............. 464 120,

H MH 1. April 1806 liefen .... 748 428 gelte . . . 784875

«n 1. Januar 1885. ftte Zahl bet »ährend desselben Zeitraum» be*

willigten Alt er» rent en betrug .... 4« 187.

Invalidenrenten.

Rach der im SieichS-verficherungSamt «gefertigt« Zusammenstellung, welche auf de» Mitteilungen der Vorstände der verficherung»anstalt« und der ntge« laßeuen Safieueinrichtuugen beruht, betrug die Zahl bet fett bew 1. Januar 1891 bis einschließlich 81. Vkärz 1865 von den 81 Versicherungsanstalten und den » vorhanden« Rafsenemrtchiungen bewilligte« I». ualidenrenten.........12,2548.

Da»»« find infolge Tobe» »bet AuS- ______

Davon find infolge Tode» oder Aus­wanderung de» Berechtigten ober au» anderen

Gründe» «eggefalle»........ 287974,

so daß am 1. April 19C6 liefen..... 142213

. . . 145466 am 1. Januar -1906.

Invalidenrenten gemäß § 16 de» Invalidenver- ficherungSgesetze» («raukeurente») wurde» feit dem 1.

Januar 1900 bewilligt........ 45 680.

Davon find infolge TodeS, Niederer* lang»»» der Erwerbsfähigkeit oder a»S an­dere» Gründe» wrgzefall«...... 27645,

so daß am 1. April 1906 liefe»..... 17 886

gegen . . . 16977

am 1. Januar 1905.

Beitragrerstattunge» sind bi» zum 31.

März 1906 bewilligt;

a) an weibliche versicherte, die die Ehe getreten find . . 1240069

gegen .... 1204 989, b) an versicherte Personen, die durch einen Unfall dauernd erwerbsunfähig im Sinne de» JuvalideuverficherungSgesetzeS geworden find,..... 2970

gegen.... 2796

o) an die Hinterbliebenen von versicherten...... 270427,

gegen .... 261 488 zusammen 1513 475

gegen .... 1469218 bi» »um 81. Dezember 1904.

Zu Schillers Gedächtnis.

(Nachdruck verboten.)

Am 9. Mai 1805 schloß Friedrich von Schil­ler die Augen für immer. Am Morgen dessel­ben Tages war er in einen besinnungslosen Zu­stand verfallen; wenige Minuten nach 3 Uhr nach« mittags wußte seine Lotte, daß er nicht mehr war. In herzlicher tiefer Trauer drückte sie dem geliebten großen Manne die Augen zu..

Schiller selbst fühtte deutlich, daß ein langes Leben ihm nicht beschieden war. Aber an einen so schnellen Tod hatte er doch nicht gedacht. Noch im März 1805 begann er den zweiten Entwurf des „DemetriuS" auszuarbetten; und in einem an Körner gerichteten Briefe vom 25. April des­selben Jahres hatte der Dichter geäußert, er würde zufrieden fein, wenn er das 50. Lebens­jahr erreichte. Sein letztes vollendetes Werk ist „Die Huldigung der Künste", eines der bedeu* tendsten großartigsten Festspiele der gesamten Ltteratur, gedichtet zur Feier der Vermählung des Erbprinzen von Weimar.

So beschloß Schiller seine Tätigkeit, um eine Feier in dem Hause seines Fürsten zu verherr* lichen, derselbe Schiller, den die Welt zum ersten male als Verfasser der weltumstürzenden „Räu­ber" kennen gelernt hatte. Bekanntlich war der Dichter aber schon vor den „Räubern" an die Oeffentlichkett getreten, und zwar zum allerersten male im Jahre 1776 mit einer Ode, die den Titel „Der Abend" führt, jedoch nicht als Friedrich Schiller, sondern namenlos im .Schwäbischen Magazin' des Balthasar Haug. W

, Die Sonne zeigt, vollendend gleich dem Helden ß 1 IDem tiefen Tal ihr Abendangeficht — ■____

so beginnt die Ode, die einstweilen wenig von der späteren Schiller'schen Eigenart erkennen läßt und viele Anklänge an Osstan, Klopstock, Haller und Rousseau enthätt. Deutlicher schon tritt der eigentliche Schiller, wenigstens in den Empfin­dungen, hervor in dem Gedichts „Der Eroberer", daS ein Jahr später das Licht der Oeffentlichkett in derselben Zeitschrift erblickte.

Die „Räuber" waren ja nicht einmal die erste dramatische Arbett des jungen KarlSschülers. Ihnen gingen zwei Erstlingsversuche voraus: „Der Student von Nassau" und »Kosmos von Medici". Aber von beiden ist der Nachwell nichts erhallen geblieben. klebrigen- ist die viel­fach gehegte und stellenweise auch noch immer gelehrte Annahme unrichttg, daß man den Zög­lingen der Karlsschule die Beschäftigung mit Lite* ravrr verboten habe. SS wurden vielmehr von den Schülern sogar Dramen aufgeführt, so bet* spielsweise, wie wir bestimmt wissen, Goethe'S „Clavigo". Nur fehlle die Ltteratur als eigen!* kicher Unterrichts - Gegenstand in dem Lehrplane der Karlsschule, und zwar genau so, wie in den meisten ähnlichen Jnstttuten der damaligen Zett auch.

Interessant ist, welche Themata der junge Schiller zu seinen Dissertationen sich wählle. DaS erste Thema lautete: „Philosophie der Phyfio* logie." Die Professoren waren mit diesem Thema, wie man sich ohne weiteres denken tonn, wenig einverstanden; und Schiller mußte, obwohl dem Herzog manches in der Arbeit recht gut gefiel, noch ein Jahr länger in der Karlsschule ver* weilen. Unter dem Drucke diese» nur widerwillig ertragenen Zwanges bildete sich der Drang nach ungestümer Freiheit heraus, der aus den „Räu­bern" herausklingt und noch heute ebenso wie vor 18 Jahren die Jugend sortreißt; bii dahin, d«S haben alle ernsthaften Forschungen klar und

deutlich nachgewiesen, fühtte fich der junge Schil* ler nichts weniger als unglücklich in der Karls- schule.

Dann kam im Jahre 1777 zum zweitenmal die Prüfung. Auch diesmal schlug Schiller für die Dissertcttion ein philosophisches Thema vor: „liebte den Zusammenhang der tierischen Natur deS Menschen mit der geistigen." Man nahm das Thema an, ließ ihn aber noch eine zwette Arbett machen zu der eigentlich medizinischen Frage: „Ueber den Unterschied der hitzigen und faulen Fieber". Unter den Zuhörern bei der öffentlichen Prüfung, die im Dqember 1777 vor fich ging, befand fich ein junger Musiker namens Andreas Streicher, später ein inniger Freund Schiller'-, der von der Erscheinung deS Prüflings mächtig angezogen wurde. Streicher schrieb damals gleich an einen Freund üb« Schiller von dessen „tiefem, kühnem Adlerblick, der unter einer sehr vollen, breit gewölbten Sttrn hervorleuchtete." Streicher'- scharfes luge hatte den Genius richttg erkannt.

Exemplare auS der ersten und zweiten Auf* läge der „Räuber" gehören heutzutage schon zu den Kostbarkeiten, deren sich nur sehr wenige Bibliotheken i Simen können. Auf dem Titelblatt der zwetten, oder vielmehr, wie Schiller damals noch schrieb, „zwoten" Auflage prangt ein greu­lich anzuschauender Löwe mit gefletschten Zähnen und geschwungenem Schweif, und mtt der Unter* schrist „In Tirannos" — „Gegen die Tyrannen". Aber schon die Vorrede dieser 1782 bet Tobias Löffler in Frankfurt und Leipzig erschienenen zweiten Auflage zeigt die Selbstkritik und den sich selbst rasch läuternden Geschmack deS be* ginnenden großen Dichters. Diese „Vorrede zur zwoten Auflage beginnt folgendermaßen:

„Die achthundert Exrmplari« „der erste» Auflage meinet Räuber „find bälder zerstreut worden, als »alle Liebhaber zu dem Stück „konnten befriedigt werde». Maa „unternahm daher eine »wote, „die fich vo» der erste« a« Pünkt­lichkeit de» DrukS, und vermeid«»» Derjenigen Zweideutigkeiten „ausnimmt, die dem feiner» „Teck be» Publikums auffallend „gewesen waren. Sin« Verbesserung „in dem Wesen de» Stück», die de» „Wünsche» meiner Freund« „und Kritiker entspräche, „durfte die Absicht dieser Auflage „nicht sein."

War an den Räubern im allgemeinen auS* zusetzen, zu tadeln ist, hat der reifere Schiller später selbst ganz genauerkannt. „Unbekanntmtt Menschen und Menscheuschicksal — so schrieb er in der Ankündigung der Rheinischen Thalia — mußte mein Pinsel notwendig die mittleren Linien zwischen Engel und Teufel verfehlen, mußte |et ein Ungeheuer heroorbringen, das zum Glück nicht in der Welt vorhanden war. Wenn von den unzähligen Klagschristen gegen die Räuber nur eine einzige mich trifft, so ist eS diese, daß ich zwei Jahre vorher mit anmaßte, Menschen zu schildern, ehe mir nur einer begegnete." Daran aber ist nicht zu schütteln, daß die Räuber daS genialste Erstlingswerk find, dar ein deut* scher Bühnendichter jemals geschrieben hat. Dann drängten, trotz Not und äußeren Gefahren aller nur erdenklichen Art, die dichterischen Stoffe so mächtig, so überreich schon in Bauerbach in seinem Zufluchtsorte bei Frau von Wolzogev auf den rastlos schaffenden Poeten ein, daß sogar auch sein Rtesengeist beinahe auch davon überwältigt wurde. Der Unsterbliche hatte seinen Adlerflug begonnen!

Aber noch war eS wett bis zur wirklichen Unsterblichkeit. FieSco, mit dem vollen Titel: „Die Verschwörung des Fikkco zu Genua. Ein republikanffches 'Drama" — hatte nur geringen Erfolg und wurde von der Kritik auf» schlech­teste behandelt. Und von dem Trauerspiel „Luise Milletin", das erst von Jffland 'als „Kabale und Liebe" betttett wurde, konnte Goethe noch recht Whl schreiben, daß „diese» Stück mehr Aeußerung eine- ungewöhnlichen Talente» sei, al» daß eS von großer BildungSkrast des Autor» zeuge." Und noch lange, lange Zett hinterher blieb daS Leben für den Dichter ein Kampf. So schrieb er noch im Januar 1788 an Körner: „Ich führe eine elende Existenz, elend durch den inneren Zustand meine- Wesens. Ich muß ein Geschöpf um mich haben, daS mit gehört, das ich glücklich machen kann und muß, an dessen Dasein mein eigenes fich erfrischen kann. Du weißt nicht, wie verwüstet mein Gemüt, wie ver* finstert mein Kopf ist. ..." DaS liebenswür­dige Geschöpf, da- Schillern zur Lebensgefährtin wurde, fand fich gerade zu jener Zett in seiner nachmaligen Gattin, kharlotte von Lengefeld; und gerade au- dieser verfinsterten GerntttSstim* mung heraus traf Schiller, von feiner Sebn* sucht nach Glück getrieben, den richtigen Weg zur Liebe und Ehe. Diese letztere 'war ja stet* lich erst am 22. Februar 1790 möglich.

alS Herzog Karl August dem Professor zu der Professur noch ein besonderes Ehrengehalt von jährlich 200 Talern bewilligte. Denn auch die im Jahre 1788 ihm übertragene Geschichtkpro* seffur in Jena brachte Schiller« an irdischen SlückSgütern nut sehr wenig ein. Et hatte etwa 30 Hörer, und von diesen 30 pflegten ungefähr immer 20 mit dem Kollegiengelde durch* zubrennen! Erst von 1791 ad begann die Sorge um da- tägliche Brot von dem Dichter zu weichen, als Herzog Friedrich von Augustenburg ihm eine Ehrengabe von jährlich 1000 Talern zuwandte, die Schiller, ba, das Geschenk ihm in feinsinnigster Form geboten wurde, mit gerührtem Danke annahm.

In daS deutsche Volk und in fein Fühlen und Denken ist keiner seiner Dichter so tief ein­gedrungen wie Friedrich von Schiller. Da» wußte schon im voraus niemand besser alS Goethe. Am 10. August im Todesjahre Schiller'- wurde ein von Goethe verfaßter Nach­ruf auf Schiller in Weimar gesprochen, und dieser drückt am allerbesten und allerklarst« auS, wo- Schiller für da- deutsche Volk be­deutet. Wir können unsere kurze BetrachiuuH nicht besser und nicht schwungvoller beschließ« alS mit einer Anführung au» jenem Gsethe'sch« Nachrufe:

et wat unser! Ma» da» stolze Wort „bett laute« Schweiz gewaltig übertöne». „Et mochte fich bet un» im sicher« Port ,^ach wilbem Sturm »um Dauernde» gewöhn« „Jubeffe» schritt fein Seist gewaltig fort „in» Ewige be» Wahren, Guten, Schöne», i „unb hinter ihm, im wefenlofen Scheine „lag, wa» uns alle bänbt|t, ba» Gemeine."

— idn. —

vermischtes.

Fl "Sin passender Kerl gesucht. Sin HeiraUbsrean in Illinois erhielt von einer ländlich« Schönen folgen­de» Schreiben: „Teurer Herr! Hiermit tue ich Ibn« z» wissen, daß ich eine Witwe von dreizehn wohlge­borenen Kindern bin und drei Ehemänner gehabt habe, die sämtlich in Frieden, obwohl jeder in seiner eigenen Manier, dahingegangeu find. Ich besitze eine Heine Farm und möchte mir wohl wieder einen vierten Batten zulegen, wenn ich ein junge» Exemplar nachgewiesen bekommen könnte. Ein alter, bidföfpger, trockener Hering tut nicht», ihn würde ich nicht nehm«. Solche, die da» Kühemelken und Mistfahren verstehen, werd« dorgezogen. Zehn Dollar» Kommission für Sie, w«n Sie mir einen paffenden Kerl zusenden."

* Bayerische Kraftproben teilt man den .Leipz. N. Nacht.' mtt. Ein Bauet au» Jtfingen In Mittel- franken zog infolge einer Wette ein« 7 Zentner schweren, mtt 10 Zentner Heu beladene« Wag« auf dem 5 Kilometer langen Wege von Ettringen «ach Türkh-im innerhalb zwei Stunden, ohne die unterwegs «gebotene Erfrischung anzunehmen. Al» Wettbetrag erytett er die 10 Zentner Heu. Ein Schuhmacher in Haidenkosen (Niederbayern) erprobte die Stärke seines Schädels. Er bettete 5 Liter Bier, daß er fich zwei Maßkrüge an feiner Stirn zerschlag« werde. Wirk­lich schlug et die beiden Krüae mit solcher Wucht an seinen Schädel, daß sie in Scherben zerbrach«. Er trank bann die gewonnenen 5 Liter Bier und hatte außer dem Katzenjammer und ein paar Beul« an seinem edlen Denkerhaupte ander« Tag» nichts zu beklagen.

RdlMit*. nmtz Kniti|trieil.

Liferarifdies.

Die moderne Völkerwanderung, welche, wie ein neueret Agrarpolüiker fa»t, „an Umfang der bewegte» Maffe die vor eineinhalb Jahrtausenden weitaus in den Schatten stellt", ist vo» den schwersten sozialen und sitt­liche» Gefahren für jährlich Hunberttausend« begleitet. Stadt unb Laub müffen fich die Ha»d reich« bei Lösung brr vielfältige» Anf»aben sozialer und religiöser Fürsorge für diese hi»- und hergrschobrnen, meisten» sehr wenig sozial orientierte» und apologetisch geschulten »ollStrilr. Damit diese Fürsorge systematisch geordnet werbe unb damit bei ihr Kirche unb Gemrinde tt» möglichst erfolgreicher Weise »usamme»wirk«,macht dte »Soziale Lage-frage* 81. Heft mit b«n Titel »Fürsorge für bi« A bwa»ber-r vom La»d welchefoebenim Berlage be* Zentralstelle de» Bolls» verein» für ba» katholisch, Deutschland er­schien« ist (82Seitenitt8»,M.-»labbach,Prei»80Pfg.), den Vorschlag, fogenaume UeberweisungS^utral« tx bet Heimat der Abwanderer einzurichtw, welche an br- Bibex» bezeichnete Stell« be» neu« Wohndistritte» die reff« der Zuzieheudm übermittel», banit eine ge­ordnete Werbearbeit bei dies« ewsetzr unb soziale unb seelsorgerliche Maßnahmen für ste getrost« werd« Umun. Die Broschüre ist besonder» unter der Geist- lichkrit, den Lehrern, den BereinSvorständen, dem grau«» bund, wie überhaupt unter den Gebildet«, die gemein­nützig arbeite», weiteste Verbreitung zu wünsch«.

Die Königin

Myrrholineeife.