Jti. »8
Fulda, Montag, den 1. Mat 1905.
32. Jahrgang.
■ Mosel
AWstlrittt:Zos.V«t«
j wochenbMgez „Illustrierte Somtagrzettung
Apit|l [| A ääB ■R M U M MM I III lohngen wirb eetfp?
H, M |U Rabatt gewähr.
Druck unb Verla, bto
Kulbaer Actienbrucker»
mondsbdtafl«! „Mtzarr SeschMdlStter". "ÄÄ
-A
Krstes Wlall.
El Zum 1. Mai.
Den „Weltfeiertag der Arbeit" feiert heute Vie sozialdemokratische Presse in bombastischen Artikeln, die im umgekehrten Verhältnisse stehen zu der Bedeutung, welche der Arbeiter selbst diesem Feste entgegrnbringen. Die großen Hoffnungen, welche die internationale Sozialdemokratie auf die Arbeitsruhe am 1. Mai als allgemeines Demonstrattonsmittel, als „flammenden Protest" gegen die bürgerliche Gesellschafts-Ordnung gesetzt hat, sind elend zu Waffer geworden. Als „Kaffeekränzchen" 'oder „Bierskat" betrachtet ihn der bürgerliche Philister, den der „dröhnende Tritt der Arbeiter-Bataillone" nicht schreckt. Statt der Arbeiter stellen, wie uns Georg Schmidt in den.Sozialistischen Monatsheften'(Juni) im vorigen Jahre in einer zum Teil satirischen Betrachtung der Maifeier verraten hat, nämlich das Hauptkontingent der Feiernden, das große Heer der Arbeitslosen, in Kleinbetrieben Beschäftigte, Hausindustrielle und kleine Gewerbetreibende, Arbeiter und Angestellte in Partei-Betrieben u.O Krankenkaffen, Gewerkschafts - Beamte rc. Die große Volksmenge taffe den Maifestzug mit „derselben Neugier und ebenso tiefsinnigen Betrachtungen an sich vorüberziehen, wie den Schützengilden-, Turner-, Krieger- oder Karnevalszug."
Dir Opposition unter den sozialdemokratischen Arbeitern gegen die Maifeier ist vornehmlich hervorgegangen aus den sozialdemokratische« Gewerkschaften, Hier steht man in der Maifeier nicht nut ein« leere Demonstration von recht zweifelhaftem Wert, sondern fo-rar einen direkten Schaden, sofern hier in dm letzten Jahren Unsummen infolge der du ch die Maifeier verursachten Streiks und Aussperrungen nutzlos verausgabt werden mußten, wo doch sonst noch eine Reihe wichtiger gewerkschaftlicher Aufgaben ihrer Srsüllnng harren. Uns da sollen dir Gewerkschaften ihre Moschen für ein sozial- demokratisches Tamtammittel verpulvern, über das fich niemand mehr aufregt, und das für die allgemeine Arbeiterbewegung erfahrungsgemäß keinen Deut wert hat! Wozu den sozialdemokratischen Politikern die Gewerkschaften im Hinblick auf die Maifeier dienen sollen, das hat der Hauptreferent zu diesem Punkte „Genoffe" Richard Fischer auf dem letzten sozialdemokrati- schen Parteitage zu Bremen verraten: „Je stärker, so führte er aus, die Gewerkschaftsbewegung wird, je geschloffener ihre Organisationsformen, je mehr sie sich entwickelt, und je mehr ihre Aufgaben fich erweitern, um so- mehr lösen fich allmählich die äußeren Bande, die die Gewerkschaftsbewegung mit der politischen verknüpfen, um so größer wird für die Gewerkschaftsbewegung al« ganzes die Gefahr, daß ste über den Kämpfen des Tages, über dem Streit um Einzelfragen die großen Ziele
der Arbeiterklaffenbewegung, daS Endziel der Befreiung der Arbeiterklaffr aus dem Doppeljoch der ökonomischen und der politischen Knechtung, daß fie das Ziel der Zertrümmerung des kapitalistischen Lohnsystems mehr und mehr aus dem Auge verliert." Man fürchtet also in den Kreisen der sozialdemokratischen Politikern, daß die Gewerkschaftsbewegung der polstischen Bewegung über den Kopf wächst oder gar fich zur Herrin über fie aufwirft, und da soll die Feier deS ttften Males dazu benutzt werden, die Gewerkschaften auf das Glaubensbekenntnis der Sozialdemokratie festzunageln. Wie weit fie fich zu einer derartigen Degradierung, zur Dienerin der politischen Partei werden mißbrauchen laffen, das wird der fünfte freie Gewerkschaftskongreß lehren, der in diesem Monat in Köln stattsindet und auf dem ja über die Stellung der Gewerkschaften zur Maifeier verhandelt werden soll. Gerade nicht verheißungsvoll ist in dieser Beziehung schon für die Maffeieranhängrr die Erklärung deS Vorsitzenden dek 130 000 Mitglieder zählenden Maurerverbandes auf dem vor kurzem ab- gehaltenen VerbandStaz: es gehe nicht an, daß die Gewerkschaften zur Erringung der Arbeits- ruhe am 1. Mai große Summen auSgäben.
In der Gegnerschaft einer Teiles der freien Gewerkschaften gegen die Maifeier kommt der gesunde Sinn der gewerkschaftlichen Gegenwart!- arbeit zum Ausdruck. Für die sozialdemokratische Maifüerdemonstrationen kauft man sich nichts, Regierung noch bürgerliche Parteien laffen fich durch dieselbe zur Erfüllung der berechtigten Arbeite« wünsche auch nicht einen Schritt weiter vorwärts schieben. Dieselben Groschen, die der Maifeierrummel sonst kostet, zur Stärkung der Sewerkschaftsbeweauno aufgewandt, die 'der Re- gierung und der öffentlichen Meinung das soziale Gewissen schärft: das bedeutet einen wirklichen Erfolg, das dient der gesunden Arbeiterbewegung mehr als alle Proteste, die die internattonale Sozialdemokratie nunmehr seit 15 Jahren in die Welt hinauSposaunt hat und die wirkungslos verpufft sind.
Neben der Propaganda für den Aröeiterschntz, speziell für dm Achtstundentag, soll die Maifeier eine Demonstration sein für die internattonale Verbrüderung. Du lieber Gott! Sine Partei, die in Deutschland in ihrem eigenem Bau noch keine Ruhe halten kann, maßt sich an, den Weltvölkern den Frieden bringen zu wollen. Eine Partei, in der fich die Grnoffen tagtäglich wie die feindlichen Brüder katzbalgen, bietet den „Proletariern aller Ländern" die Bruderhand. Jst's Ironie oder Wahrbeit!
Die wirtschaftliche Entwickelung läßt fich durch noch so viele sozialdemokratisch« Deklama- tiorrest und Proteftrummel nicht dirigieren, und so wird auch die sozialdemokratische Maifeier den Gang der Welt nicht aushalten. Er solle dem Bürgertum seine Ohnmacht zeigen und hat bisher nur die Ohnmacht der Sozialdemokratie gezeigt. Daher auch die Opposition der gewerkschaftlich geschulten, an die Gegenwartssrbeit gewohnten Industriearbeiter.
Deuffdies Reich.
Berlin, den 29. Aprst 1905.
* Mehr svziale Tätigkeit der «e- bildete» ist unbedingt notwendig, wenn die Fortführung der Sozialreform nicht gefährdet werden soll. Darauf wird im neuesten 4. Hefte der DereinSzeittchrifr „Der Volksoerein" hingewiesen. Als Mittel, daS soziale Jntereffe der Gebildeten und Besitzenden zu wecken, werden empfohlen: Soziale Konferenzen unter den Gebildeten, Sozial-charitative Sludienzstkel an den Hochschulen, die Beteiligung an sozialen Ferienkursen, Benutzung der sozial w'iffenschasten Bibliothek der Volksvereins in M.Gladbach, Abonnement der Zeitschrift „Soziale Kultur" rc. Im gleichen Hefte werden praktische Winke gegeben, wie in Stadt und Land die Fürsorge für die vom Lande abwandernde Jugend systematisch zu organifieren ist. Weitere Artikel behandeln Arbeiterfragen im Deutschen Reichstage; unlauteren Wettbewerb im GeschäftSleben; das geistige Wirken der Hausfrau; die Tätigkeit des Volksvereins zur Hebung deS Handwerks; Enquete über die Lage der Prioarbeamten. Ein intereffantek Feuilleton schließt daS Heft. Die VersammlungS- chronik weift für 5 Winterwochen 112 Volksvereinsoersammlungen »ach.
§ Das Verkehrsministerium hat durch Beschluß vom 17. Oktober 1903 bestimmt, daß in Anwendung des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches staatliche« Arbeiter« bei Arbeitsver- säumnis infolge von Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten, insbesondere der Wahrnehmung von Terminen als Zeuge oder Sachverständiger, der Lohn für die Dauer der notwendigen Arbeitsoersäumnis writerzuge- währen sei, daß jedoch die etwa für den Zeitverlust anderweit gewährten Entschädigungen anzurechnen seien. Für die einzelnen Staatsverwaltungszweige find darüber entsprechende AuS- fühmngsbestimmungen erlassen. Zur Beseitigung von Zweifeln, welche über den Einfluß dieser Vorschriften auf die Gewährung von Zeugen- unb Sachverständig en gebühren durch die Justizbehörden entstanden find, bemerkt der Justizminister in einer am 26. April erlassenen allgemeinen Verfügung, betreffend die Gewährung von Zeugen- und Sachverständigen- gebühre», erläuternd folgendes: „Es hat nicht in der Abficht deS erwähnten Staatsmintsteria!» beschluffrs gelegen, staatlichen Arbeitern für die Dauer einer notwendigen Arbeitsversäumnis infolge von Vernehmungen als Zeuge oder Sachverständiger den Lohn ohne weiteres unverkürzt fortzugewähren, der Lohn soll vielmehr nur insoweit von dem Staate als Arbeitgeber gezahlt werden, als nicht den Arbeitern für die Vernehmung als Zeuge oder Sachverständiger auf Grund sonstiger Vorschriften ein Anspruch auf Entschädigung für Zeitverlust zusteht. Dies ift dadurch ausgesprochen, daß die Anrechnung der anderweit für den Zeitverlust gewährten Entschädigungen ausdrücklich vorgeschrieben ist. Da der StaatsministerialLeschluß nur einheitlich
Auf geheiligtem Soden.
Erzählung von Heinrich Ernst.
17 ------ tRachdnrS -schoten.)
„Iw Zeichen des Kreuzes 1" erwiderte dieser, und unter diesem Schlachtruf hob er sein Schwert. Mtt einer Kraft, al8 wenn St. Michael seinen Arm führte, fuhr die Klinge hernieder, und stehe da! heute Msplttterte Abdallahs Schwert wie neulich die Wo sie
Abdallah sank vom Rosse.
Aus einer klaffenden Kopfwunde drang durch den zerfetzten Turkau hindurch das rote Blut und mit ihm entströmte ihm das Leben.
„Christas, du hast gefiegt!" rief Jlmall, indem er die Arme zum Himmel erhob.
Stauuetid hörten das Bort die Seldschucken und die Wahidieh. War da? der junge Scherl, der Thristöm anrtef, ben (Bolt der Ungläubigen? Aber -s war keine Zeit znm Verwundern oder gsr zvm Frauen. Der Kampf nahm seinen Fortgang. Obwohl der Tod des Motfallam die Verwirrung uutrr ben Seldschucken erneuerte, leistete» fie dennoch Wide-stand; fie konnten ia zeden Augenblick die Ankunft der Abteilung Ibrahim» erwarten.
Wohl näherte fich jetzt Ibrahim» Schar, aber mit schrecklicherer, «in gewaltiger Feind für Seldschrcken wie für Wahidieh: der Samrm! Jetzt »ahmen alle, die vorher im heißen Kamplg-tümmel «icht Auge roch Ohr mehr für die mächtige Natur, die fie umgab, gehabt hatte«, das Nahe» de« Wüsten- Windes währ. Nicht Helles Licht me$r, sonders eia zraugelb flimmernder Nebel schien Son der letzt matt- glänzenden Sorraeffche.be auSzugehes; die Luft schien m»durchfichtig zu werde», so daß man selbst Ibrahim» Nester trotz ihrer Nähe nur ganz undeutlich sah. «n heißer, verzehrender Hauch wie cul dem Rache«
eines glutschnaubenden Ungeheuer» wehte vom Sude« her au» der arabischen Wüste, usb ein schwefliger, die Brust beengender Dunst legte fich ermattend auf sie Streitenden. Aengsttich schnaubte» die Pferde und drängten fort au» der Wüste, instinktiv die Gefahr erkennend, welche mit Riesenschritte» h-raneilte.
Im Angefichis deS gememlomi« Feindes schwand der wilde Kawpfmut beider Parteien. Die Seldschucken wandten fich zur Flucht, wie sehr auch die Tapfersten unter ihnen, vor allen die Führer, fie zu halten suchten. Die Wahidieh aber vergaßen die Verfolgung und wehrten nur mühsam ihren Pferde», die fich unter dem Drucke der Zügel bäumte» und mit aller Gewalt die Richtung nach d m rettenden Felsevhügel einschlageu wollten. Achmed und seine Söhne ermahnte» ihre Krieger dringend, nur jetzt nicht zu erschlaffen, nur jetzt nicht di« Gelegenheit zu versäumen, dem in voller Auflösung fliehende» Feinde eine gründliche, entscheidende Niederlage zu bereite».
Unb nochmals rafften fich die Wahidieh zum Kamps« auf und zwange» ihre Riffe, de» Seldschvcke» zu folgen, denen fie ihre Lanze» nachsandten. Noch mancher der Fliehende« sank blutend zur Erde, aber bald setzte der Samum der Verfolgung" unb dem Kampf et« Ende.
Tötltche Ermattung verbreitete fich unter ben Schwingen be» furchtbaren Winde», bet das Mark der Mäurer verzehrte. Und jetzt wurde er zum Sturm. Zitternd warfen sich dir Pferde zu Bode»; nichts vermochte fie wieder aufzurtchie» und anzu- feuetn. Da gaben auch die Männer fich dumpf ihrem Schicksale hin und kauerten am Bode», bereit, da» Verhängnis über fich ergehen zu laffen, in das fie al» fatalistische Mnhamedaver fich stumpfsinnig ergab n.
Auch die Seldschucken flohen nicht wehr, auch fie lagen in dem gelben Saude neben ihren zitternden Pferden, unb von Ibrahims Schaar war nicht» mehr zu sehe» ia der undurchstcht gerr Luft. Mochte der
Kambs oder die Flucht fich erneuern, wenn der schrecklich Samum über fir hinweg gegangen war — jetzt aber ruhte» die Waffe», und die Wüste, eben noch in wilder Schlacht da» Blut bet Männer trinkend, bot dar Bild eines tiefen Friedens — freilich eine» Friedens gleich einem Leichenfelde!
Neben ihre Pferde, auf der dem Winde abgekehrte» Sette, streckte» fich die Krieger ans und verhüllte« ihr Haupt in ihre Gewänder, damit der aufgewühlte Saud fie nicht ersticke.
Und doch mußten fie unter dem Sande Atem und Leben verlieren! Denn er wandelte über die Wüste hi», in wirbelnder Säule bi» zu den Wolke« erhoben: die iotbrinarnde Gefährtin deS Samum, die Trombe, flog über die Ebene dahin! Eine dichte Wolke von Sand, vom Wind erzeugt, schritt fie, alle» unter fich in Saud begrabend, durch die Wüste, au» dar fie immer wieder neue Stärke squgte
Nicht lange dauerte es, da war fie auch über die Walstatt hingezoge», und bald war fie wieder am nordwestlichen Horizont vrrschwunden.
Ein Toienfeld aber ließ fie zurück. Ihr waren Seldschucken und Wahidieh gleich, friedlich lagen gar manche von ihnen, Freund wie Feind, unter einer Deck« von Sand ftiedlich vereint--
Mühsam erhob fich Jrmail von bet Erde, auf bet auch er «et en seinem Rosse hatte Schutz suchen müsse». Ihn hatte dar furchtbare Sandgespenst nut mit dem Aerwel gestreift, und et hatte, noch bei Sinnen, die leichte Sandhülle mit dem BmnuS, der ihn bedeckte, abschüttelu können. Mit fiebernden Pulsen unb schwindelndem Kopfe richtete er fich auf und schaute um fich. O, wie hatte fich da» Schlachtfeld verändert! Gar manche« Gefallene« war e» eine Grabstätte geworden — aber auch mancher hatte lebend sein Grab gefunden.
JSmail nahm alle Kraft zusammen unb schritt, obwohl der Samum noch wehte, Über da» Schlachtfeld.
„Wahidieh," ries er, „ermannet euch 1 was noch lebt und bei Stare« ist, sammle fich bei mir."
seinem ganzen Inhalte nach zur Anwendung ge- bracht werde« darf, kann nicht etwa au8 feinem ersten Teile gefolgert werden, daß der Staat die Verpflichtung zur Fortzahlung des Lohnes für staatliche Arbeiter, die als Zeugen oder Sachverständige vernommen werden, für die Dauer der hierdurch bedingten ArbeitSversäumnis schlechthin übernommen habe. Hieraus ergibt es sich, daß staatlichen Arbeitern, die von Justizbehörden als Zeugm oder Sachverständige vernommen werden, die ihnen in dieser Eigenschaft zustehende Entschädigung für Zeiwerlust nicht unter Berufung auf die zur Ausführung des Staats- minisierialbeschluffeS ergangenen Verwaltungsvorschriften vorenthalten werden darf, und zwar einerlei, in welchem StaatSverwaltungszweige fie beschäftigt find ... . ES ist dafür Sorge zu tragen, daß die mit der Berechnung der Zeugen- und Sachverständigen-Gebühren befaßten Ge- richtsschreibereibeanmn hiernach verfahren."
§ Z« -er Bergarbeiterschntzuovelle nimmt Sie .Nordd. Allgem. Ztg/ in ihren „Rückblicken" abermals das Wort. Sie rechnet noch immer mit der Möglichkeit, daß das Plenum des Abgeordnetenhauses die Kommissionsbeschlüffr im Sinne der ursprünglichen Regierungsvorlage zurückrevidieren werde, betont aber auch mit erfreulicher Entschiedenheit die Notwendigkeit dieser Rückwirkung. U. a. schreibt fie: „Verschiedene Bergarbeiterversammlungen im Ruhrgebiet haben Resolutionen beschloffen, durch welche die preußische Regierung aufgefordert wird, die Vorlage zurückzuziehen, und fich mit einem entsprechenden Entwürfe an den Reichstag zu wenden. Hierzu muß aber bemerkt werden, daß ein solches Vorgehen vor Beginn der zweiten Plenarberatung ein durchaus ungewöhnliches Verfahren wäre, zu dem auch fachlich keine Veranlassung vorliegt, da noch keineswegs ausgemacht ist, daß die Beschlüsse drr Kommission auch für das Plenum deS Abgeordnetenhauses maßgebend sein werden. Daß die KommisfionSfaffung des Entwurfs in wesentlichen Punkten für die Regierung unannehmbar ist, haben wir bereits unmittelbar nach Beendigung der Beratungen der Kommission hervor- gehoben. Wenn also da» Abgeordnetenhaus auf Annahme des Gesetzentwurfs Wert legt, wird c8 für Beseitigung dieser die Vorlage ihrem eigentlichen Zweck entfremdende Bestimmungen Sorge tragen müssen ... Ein den berechtigten Erwartungen der Bergarbeiter nicht entsprechendes, die Versprechungen der Regierung nicht sinngemäß einlösendes Gesetz, wie es die Kommisfionsbe- schlüsse darstellen, böte bei der unter den Bergleuten nun einmal herrschenden Stimmung der Sozialdemokratte den denkbar ergiebigsten Agitationsstoff. SS wäre ein schwerer, politischer Fehler, wenn man, wie das zweifellos in der Konsequenz eines den Kommisstonsbeschlüsse« ent- sprechenden Gesetzentwurfs läge, die staatstreu gebliebenen Bergarbeiter der christlich-katholischen und Hirsch-Dunckrrschen Vereine, dle während des verflossenen Generalstreiks und auf dem Berliner Bergarbeitertag zum Aerger der „Genossen" durchaus keine Lust zeigten, sich von der Sozialdemokratie absorbieren zu lassen, schutzlos der
Sein Ruf hatte geringen, aber doch einigen Erfolg: in feiner Nähe richtete« fich mühsam wohl 50 bi» 60 seiner Stieger auf unb traten mit schwankenden Schritten, gleich Schlaftrunkenen, zu ihm. Etwa zwanzig von ihnen befahl er, nach seinem Batet und seinem Bruder Selim zu suche«, sowie die übrigen Wahidieh, soviel als möglich wieset rauntet zu machen ; mit ben übrigen suchte er unter den Pferden diejenige» an», welche sich »och im besten Zustande befanden. Diese wurden bestiegen unb angefeuert, um schnell rach der nahen Osse, wo da» Lag« grwesen war, zu gelangen. Hier sprudelte nämlich eine Quelle, die ihnen neue Kraft bringen sollte.
I» der Tat fühtten sich Roß unb Reiter, nachdem fie da» klare Wasser in langen Züge» getrunken neu gestärkt und ritten frischer wieder zu dem Schlachtfelde zurück. Hier gebot JSmail den Reiter«, alle Seld- schv ck-u, die Re noch lebend träfen, zu Gefangene« zu wache» und fie ae'iffrlt nach der Oase zu bringen. Et selbst begas fich zu ben Wahidieh, die nach seinem Batet und feinem Btud-r suchten.
Eine bange Ahxurg erfüllte ihn und beschleunig- feintn Schritt, alr er auf eine Gruppe seiner Krieget zueilte, die auf ben Sand niebergebeugt regungslos teils standen, teil» knieten. Scheu wiche« fie zurück, als fie ihn komme» sahen.
„Mein Vater!" schrie er auf und warf fich au? den Grei», der katt unb starr in dem Wüfiensasd lag, aus bera er nur mit dem Kopse, ben man aufgeftfiatt:, hervcrragte. S» lag Achmed, der Scheck der Wahl- dich, eingebettet im Sande der Wüste, in dem er auch gebeten war.
13.
Die Wahidieh hatten gefiegt, und der Samum hatte die Niederlage der Seldschucken vollständig ge* macht. Aber die Wahidieh hatten den «eg sehr ’euer erlauft. Zwar hatte das Schwert der ©ab* schucken richt gar viele ihrer Krieger hinweggamfft, aber dem giftige« Samum und der wandelndem Saud. Wolke wat fast der vierte Deck der waffenfichige«