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M S7.

Fulda, Samstag, den 29. April 1905.

32. Jahrgang.

Deutes Reich.

Berlin, den 28. April 1905,

\ Die Lehrkörper der englische« Uni« derfitäten Oxford «nd Cambridge und «nertkanische Profefforen beglückwünschten den Göttinger Senat zu seiner Eingabe gegen die Verfügung des Kultusministers. Ob die Herren in Oxford, Cambridge und Amerika überhaupt misten mögen, um was es sich handelt?

* Ist der Toleranzantrag nicht nnt« «endig? Da die gegnertfche Preffe die Sache so darzustellrn sucht, als sei der Toleranzantrag gar nicht nötig, wollen wir nach und «ach ihr eine Anzrhl von Fällen Mitteilen, die alle im amtlichen Bericht des Reichstages tniedergelsgt find. Fürzheute möge« folgende Beispiele genügen: In dem Badeort Heiligendamm in Mecklen­burg-Schwerin, wo eine katholische Kapelle be­steht, ist es einem zur Kur sich aufhaltendeu katholischen Geistlichen untersagt worden, da- selbst Messe zu lesen. Aus der har man bis jetzt nicht vernommen, daß rimm katho­lischen Geistlichen das Messelesen verboten wor­den ist, wohl aber einige Stunden von Berlin in einem protestantische» Bundesstaat des ident- schen Reiches! — Im Mecklenburgischen ersuchte ferner der katholische Geistliche von Ludwigs­lust bei der Regierung um dir Erlaubnis nach, ob er in Parchim eine hl. Messe lesen dürfe. Das Gesuch wurde ab gelehnt, obwohl viele katholische Aib riter daselbst und in der Umgebung wohnten und diese bis zur nächsten katholischen Kirche für die Eisenbahnfahtt mindestens 2,30 Mark auszugeben haben! To sorgt der Staat für die Erhaltung der Religion im Volke! Als 200 katholische Arbeiter in Altenhof ein Ge­such einreichten, es möchte doch hier für fie eine hl. Messe gelesen «mfren, lehnte dies das Kul­tusministerium in Schwerin rundweg ab! In Sachsen-Koburg-Gotha ist heute noch Ge­setz, daß kein Konzil und keine Synode abgehallen werden darf, ^ohne ausdrückliche vorhergegangene Genehmigung des Landesherrn.* Ob diese Be­stimmung nur für das kleine Ländchen oder für den ganzen Erdkreis gilt, ist nicht bestimmt! Jedenfalls leidet die Gesetzgebung dieses Landes nicht an Bescheidenheit, denn daß in Koburg oder in Gotha einmal ein Konzil o b gehalten würde, glauben die Gesetzgeber dieses Landes wohl selbst Ächt! —In Tlsaß-Lothringen aber besteht noch die alte französische Vorschrift: „Alle Geist­lichen haben in der landesüblichen Tracht zu er­scheinen. Die Bischöfe dürfen diesem Kostüm, das Hirtenkreuz und violettfarbrne Strümps-(!!) beifügen.* Damit wollen wir es für heute genug fein lassen! Wir sügen nur bet, daß all dies heute noch im Deutschen Reiche Gesetzes­kraft hat. Und da soll der Toleranzantrag Sberfiüfstg fein?

Auf geheiligtem öoden.

Erzählung von Heinrich Ernst.

16 ------ (Nachdruck verboten.)

Die Wahidieh jauchzten, die Seldschucken wankten. Die alte Furcht vor dem Schrecken Syriens, wie JS- mail bei de» Seldschucken genannt wurde, kehrte an« Mfichts dieser neuen Tat zurück und lähmte ihre Tapferkeit. Siegreich dränge« die Wahidieh vor und Katfea die zagenden Segnet mit Ungestüm zu­rück- Diese wichen, und viele wandte» fich zur Flucht — da erscholl neue» Allahgeschrei, die Fliehenden hielte» an und setzten fich wieder zm Wehr, den» ^-tzt eilte Abdallah selbst heran, um mit der Haupt­macht feiner Krieger dem schwache» Häuflein der Wahwieh Tor und Verdorben zu bringen.

„Nun haltet Stand, meine Brüder!- ries JSmail de» Seinen zu. „Auch wir werden bald nicht mehr allein streiten. Mit Allah voran!*

Heldenmütig warf fich die kleine Schar, in die da» Schwert der Seldschucken auch schon manche Lücke gerissen hatte, auf den hundertfach stärkeren Fand. Zeder kämpfte für zrha, JSmail für hundert, •ine »«geheute KarnpseLwut hatte ihn ergriffen; wie rin Rasender sprengte tc in die Reihen der Selb- schucke». unter deren sein Schwert ein wahre» Blut­bad anrichtete. So brach er seinen »achstürmenden Kriegern eine Bresche, indes sein ganzer Strebe« nur darauf gerichtet war, zu dem Motsallam vorzn- dringe».

Dieser hatte fich an de» linke» Flügel seiner Strettmachr begebe», da et diese» für am meisten gefährdet hielt und deshalb am linken Flügel selbst dir Führung übernehme» wollte. Er war nämlich, erstaunt über die kleine Schar der Wahidieh, die ihm «tgegengetreten war, argwöhnisch geworden und ver­mutete dahinter eine KriegLkst. Ku» aber konnte

* Toleranz in Sachse«. In dem braven Sachsen scheinen die Auseinandersetzungen im Reichstage bei Gelegenheit der Beratung des Toleranzantrages einen bleibenden Eindruck nicht suSgeübt zu haben. Die .Germania' berichtet nämlich ein Sttlcklei» aus Sachsen, das die Zu­stände dort in ein sehr unangenehmes Licht rückt. Es heißt da: „In Meerane, eher Fabrikstadt von ca. 30,000 Einwohnern, leben ca. 300 Katho­liken, die bisher einen Gottesdienst vollstän­dig entbehren mußten. Das Fahrgeld „nach dem zuständigen Pfarrort Werdau beträgt 1,50 Mark, was arme Arbeiter nicht oft erschwingen können. Im vorigen Jahre reichte nun das zu­ständige Pfarramt in Werdau an das fächstfche Ministerin« das Gesuch um Bewilligung von sechsmaligem MisfionsgotteSdienste pro Jahr für Meerane ein. Nach dreivier­teljährigem Warten traf die Antwort ein, daß nach Anhörung der untergeordneten politt- schen Behörden ein dringendes Bedürfnis für Einrichtung von katholischem Gottesdienste in Meerane nicht vorliege, und daß dadurch nur der konfesfionelle Friede gestört werde, und zwar im Interesse der Katholiken selber."(!) Das ist allerdings etwas, was fich der Bestra« fuuz eines ein Kind notiaufenven katholischen Pfarrers würdig an dir Seite Mm tamt.lih ’i

* Als „echte« uud rechte«" „„Prote- fta«te«"" pries bekanntlich die »Tägliche Rundschau' Ernst Häckel, weil er die katho­lische Kirche, den „PapiSmuS", wie er sagte, als „Leu größten Schwindel" beschimpfte, „der je die Geisteswelt beherrscht". Dazu schreibt nun der konservative »Bayerische Volksfreund' in Nr. 93 vom 19= April 1905:

„Die angeblich parteilose »TSgl. Rundschau' ist nicht dazu angetan, auszusprechen, wer et« echter und rechter Protestant ist. I» den Auge» aller Prote­stanten, die auch nur noch eine Idee von evangelischem Glauben tot sich habe», ist Häckel ein Mensch, mit dem man schließlich Mitleid haben muß, der aber mit dem Christentum nur soweit zu tun hat, al» er eS mit seinem MaulwurfShaß beehrt. Wen» das Berliner Blatt ihn nur deshalb einen „echten und rechte« Prote­stanten- nennt, wett er in der uuflSttgstes Weise auf die katholische Kirche schimpft, so müsse» wir gegen diese Beschimpfung der Protestanten durch ein charakter­lose» Blatt auf da» euer,ischste protestiere». Wahre Protestanten haben weder mit Häckel zu tun, noch mit einem Blatt, da» ihn al» Vorspann für seine re- ligionSsetndliche« Absichten benützt."

Ss ist nicht uninteressant, roi8 dsS bayerische konservattve Blatt hier feststellt. Die .Tägliche Rundschau ist nach ihm ein „charakterloses Blatt" das die „Protestanten beschimpft" und „reli­gionsfeindliche Abfichten" hat. Nun wird der »Bayerische Volksfreund' nicht bestreiten wollen, daß die »Tägliche Rundschau' vom Evange- lisch en Bund als offizielles und doch offiziöses Organ benützt wird. Derselbe Bund, der, wie er behauptet, - für das „reine Evangelium" ein- treten »UI, benützt also als Organ ein Blatt, das charakterlos ist, die Protestanten beschimpft und reliziousfeindliche Absichten hat. Es liegt uns fern, alle Protestanten mit der »Täglichen Rundschau' oder dem Evangelischen Bunde iden- ttfizieren zu wollen, so schwer es auch zuweilen

ihm vom Süden, also auf feinem rechten Flügel, keine Gefahr droben, den» von dort her konnte er jeden Augenblick feine eigenen Leute unter Ibrahims Füh­rung erwarten; also konnte die Gefahr, die er fürchtete, nur von Norden kommen und somit feine linke Flanke bedrohen.

Daß der erfahrene KriegSmann richttg gerechnet hatte, sollte fich alsbald zeigen. Denn er war noch nicht lange auf jener Seite, so tauchten, bereit» hinter den niedrigen Hügeln» die im Nordosten vorgelagert waren» die Reiter Achmed» auf und näherten fich mit Windeseile. Die Hauptmacht des Stamme»! Da» erkannte Abdallah sofort. Schnell ließ er «ine berittene Abteilung» die er al» Reserve zurückgehalten halte, hernmschwenken, um den ansprengeuden Wa­hidieh die Spitze zu bieten.

Kaum hatte er dies angeordnet, so hörte er I». mailr Stimme, der ihn laut zum Kampfe aufforderte. Ueber die Leiche» der von ihm Erschlagenen hinweg, stürmte der furchtbare KriegSheld der Wahidieh Hera». Abdallah fauste keine Furcht, aber gerade jetzt wäre er einem Zweikampf mit JSmail lieber ansgewichen, da er einssh, wie sehr seine Krieger inr nächsten Augenblicke, wenn die Haup:macht der Wahiedih ber- «usprengte, seiner Führung bedürfen würden; in einen Einzelkawpf verwickelt, war er aber al» Führer für fein Heer verloren.

Er befahl daher feiner Leibwache, die ihn umgab, wie eine Maner fepzusteheu und auf keinen Füll de» jungen Schrik der Wahidieh durchbrechen zu lassen. Jene auSetlefCBen Krieger fetzten auch tatsächlich dem Anstürmenden den zähesten Widerstand entgegen. JS- mail sah fich sogar, wie iurchtbar auch fein Schwert wütete, nach kurzer Zett von einer unüberwindlichen, undurchdringliche» Uebermocht umringt.

Seine wttoe Kampfbezter, feine Rachgier und Ruhmsucht hatte» ihn nun selbst in die äußerste Ge­fahr gebracht. Die Ueberzahl der Feinde war zu groß; wie lehr auch feine scharfe Klinge unter ihnen furchtbare Ernte hielt, an die Stelle der Gefallenen

ist, im Kampfe gegen die Katholiken einen Unter­schied zwischen der rationalistischen und ortho- doxen Richtung, wie »Tägliche Rundschau' und .ReichSbote' heraus zu finden. Aber ist es nicht tief traurig, wenn gläubige Protestanten fich einem Bunde ««schließen, der alles willig hin- und annimmt, auch Gottesleugner, charakterlose Religionsfeinde und Beschimpfer der Protestanten, wen« fie nur in der unfiä igsten Weise auf die katholische Kirche schimpfen?'

Bei der zweiten Lesung des Berg- arbeite«. Gesetzes im Äb.^ordnetenhaufr ge­denkt, wie berichtet wird, Graf Bülow ftlöst mit Nachdruck in die Verhandlungen einzugreifen.

* Zur PrivatbeaMte«verfichermeg. Im Hinblick auf die Frage einer staatliche« Zwangs- verficherung aller Prisatangestellten hat das ReichSamt des Innern das von der Organisation der Privatbeamten gesammelte Material dem Kaiserlichen Statistischen Amt überwiesen. Dieses hat es einer vorläufigen Prüfung unterzogen und eS als ausreichend zur Gewinnung eines Ueber- blickS über die einschlägigen Verhältnisse der Privatbeamten nach entsprechender Bearbeitung bezeichnet. Hinfichtlich der Art der Aufarbeitung des Materials hat das Statistische Amt Vor­schläge gemacht, die kürzlich in einer Besprechung zwischen Mttgltedern deS Reichstags und Regie- rungsvertretern im wesentlichen gebilligt worden find, sodaß mit den Arbeiten oorausstchtlich dem­nächst begonnen werden wird. Eine Denkschrift über das Ergebnis der statistischen Bearbeitung des Materials wird vor Frühjahr 1906 nicht fettig gestellt werden können.

* «vs Deutsch «übwestafrika. Gn Telegramm aus W i n d h u k meldet: Im Gefecht bei Narudas am 7. April gefallen: Sergeant Franz Berghammer, geb. 21. Okt. 1878 zu Schönberg, SanitätSsergeant Ernst Jürgens, geb. 9. Febr. 1882 zu Osnabrück; Gefreiter Albert Wehle, geb. 16. August 1882 zu Grün- metstetten; Reiter Heinrich Friedel, geb. 28. Juli 1883 zu Bielefeld; Retter Johann Kaffenberger, Seb. 18. Ott. 1883 zu Dachsbach; Retter lugust Marx, geb. 8. Febr. 1883 zu Buch­walde, Reiter Christian Reinecke, geb. 28. Aug. 1883 zu Altenragen. — Verwundet: Reiter Gustav Küster, geb. 29. Juni 1883 zu Hillerse, leicht (Streifschuß am Halse); Reiter Hermann Schäfer, geb. 23. März 1881 zu Niederdodde- leben, leicht, (Schuß in die rechte Wade); Reiter Heinrich Schäfer, geb. 27. Jan. 1883 zu Stieg- horst, leicht (Fleischschuß in den linken Oberarm); Reiter OSkar Kahl, geb. 2. Mai 1884 zu Gör- litz, leicht (Fleischschuß im rechten BrustmuSkel). — Gefreiter Karl Dießner, geb. 20. Febr. 1879 zu Ostrau, am 20 April im Lazarett Warmbad am Typhus gestorben.

* Ueber den Gaatewstand im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats April teilt das Kaiserliche Stattstische Amt mit: Die Saaten find im allgemeinen recht gut durch den Winter gekommen. Umpflügungen wurde« bei dem Roggen, der meist schon kräftig bestockt in den Winter ging, nur vereinzelt nötig, und waren mehr durch tierische Schädlinge als durch

traten immer neue Krieger. Auch er erkannte jetzt die Gefahr; wie kam er heraus aus diesem eisernen Ringe?

Ismail tobte wie ein Ratender; aber ob auch feine Hiebe hageldicht zstedersauster», hier stemmte fich ihm heldenmütige Tapferkeit und standhafter Opfer- mut entgegen, und immer auf» neue, schier unerschöpf­lich, schlosse» fick die Reihen. Auch die gewalttgste Kraft, der wildeste Zorn mußte hier erlahme», und bald wußte selbst JSmail die» erfahre«. A» die Stelle der Rrfetei trat nun — nicht etwa Kleinmut oder Furcht, die fannte der junge Held nicht — aber mehr Ruhe und Besonnenheit; nicht mehr auf de» Angriff, sondern auf die Abwehr wußte er bedacht sein, und dazu bedurfte er eben kühlen Blute».

Aber an eine Schonung seiner Kraft war gegen­über der Menge der Feinde nicht zu denken. Hatte er fich vorher wirllich zu viel zugetraut, oder hatte er, gegen Erwarte», doch noch »ich; die ganze stühere Zähigkeit feit feiner Genesung wikdergewonnen: kurz, er fühlte, daß fein Arm ermattete.

Trotzdem hätte er fich wohl feinet Feinde noch so lange erwehren könne», di» ihm von Achmeds Sttett- macht Hülfe kam, wen» fich nicht auch hinter ihm die Reihen der Seldschucken gerade jetzt wieder ganz geschloffen hätten; bisse konnten fich jetzt ihm zuweuven, da fie gegen die ihrem Führer nachdrängenden Wahidieh, die auch nickt weht voran konnten, fich nicht mehr zur Wkhr zu setzen brauchten. So sühtte den» JSmail plötzlich einen stechende» Säwetz im Rücken — eine Lanz« stak ihm zwischen den Schnliern.

Er schien verloren.

Noch gab er fre lich die Gegenwehr nicht auf, aber die Verwundung ließ ihn erkennen, daß er fich nicht nach allen Seiten verteidigen konnte und daher in der höchsten Gefahr schwebte. Einen Augenblick schien ihm der Tod gewiß, aber der Gedanke an den Tod ließ ihn auch an Maria, fein teuerste» Kleinod, dal er auf Erven zurücklaffen mußte, denke«. Da» erschüt­terte ihn mächtig, erinnerte ihn aber auch zugleich au die Gespräche, die er mtt ihr gepflogen über die ernste«

Fröste verursacht. Bei spät gesäte« Weizen, be- sonders bet englischen Sorte«, waren Auswinte­rungen etwas häufiger. Im großen und ganze« beftiedigt der jetzige Stand der Wintersaat«?, wenngleich fie unter dem naßkalten Wetter der letzte« Wochen zum Teil gelitten haben und in der Entwicklung etwas zurückgeblieben find. Im Reichsdurchschnttt stellen sich die Noten für Weizen auf 2 4, für Spelz auf 2,1 und fit Roggen auf 2,4.

Der ruölidi-japan. Krieg,

• Der Nachrichten quell vom Kriegsschauplatz fließt immer dürftiger, zu Lande und zu Waffen hat fich in de» letzten Tagen nichts von Be­deutung ereignet. Die Gefechte in der Mand­schurei waren nur Borposterplänkeleien. Die Erwntungen derer, die mit Spannung einer großen entscheidenden Seeschlacht entgegensahen, find gleichfalls arg enttäuscht worden. Niemand weiß genau, wo zurzett die beiden Flotten fich befinden, namentlich verstehe« es die Japaner meisterhaft, die Welt Über ibre strateatsches Pläne im Dunkeln zu lassen. Es liegt offenbar System in der Sache, und die Tattik des Schwei­gens hat ja auch bisher den Japanern stets große Erfolge gebracht. Rofchdjestwensky scheint von ihnen gelernt zu haben. Nicht einmal in Peters­burg weiß man etwas genaues Über die Plärr dieses Admirals, dessen Verhalten vorteilhaft abfiicht von dem Gebühren eines Alexejew Md Karopatkln, die in ellenlangen Telegramme« »ach Petersburg solange von Ausfichten und Erfolgen berichteten, bis fie schließlich ihre Schläge von den Japanern weg hatten.

Ueber die Schweige- und BerfchleierungS- tattik der Japaner berichtet ein Reuter-Tele- gramm aus Totto vom Donnerstag wie folgt:

Die BttteidiguugSpläne der Japaner gegen Roschd- jefiwenSky find unbekannt, da die Behörde« dre äußerste Gchemchaünng beobachten. Die Verhängung de» Kriegsrechts über Formosa, da» stark und in aM< gedehntem Maße in Verteidigungszustand gesetzt ist, ist die einzige öffentliche Bekanntmachung. Mu» weiß nicht, wo sich Togo» Flotte aufhält, da Offiziere wie Mannschaften auf gehört habe» an ihre Familie» oder an Bekannte zu schreiben. Der voraus sichtlichen Bereinigmg der rusfischen Flotten sehen die Behörden und das Volk mit Ruhe entgegen.

Japanisch russische Vorpasteugefechte in der Mandschurei. Sin Telegramm des Generals Linewitfch an den Kaiser vom 26. ds. MtS. meldet: An der linken Flanke setzte« die Vorposten-Abteilungen ihre Bewegung fort. Am 22. April wurde eine Abteilung bei einem Paffe, 10 Werst südwestlich von Sekirniaodzy, vom Feinde angegriffen. Der Angriff wurde abgeschlagen. Der Feind zog sich nach dem Dorfe Radzytazyz zurück. Die zu einer anderen rusfischen Abteilung gehörende Reiterei wechselte in den Päffen Ehamatin und Jarvangulm Schüsse mit der feindlichen Infanterie, letztere ging in der Richtung auf Ufanlou zurück. Am 23. April besetzte unsere Kavallerie die Dörfer

Fragen, die jetzt, wo er der Ewigkeit fich näher sühtte, um so schwerwiegender für ihn waren. Blitzschnell fuhr die» alle» durch feinen Geist, indes sein Arm nicht ablasien burfte, daS Schwert zu führe«.

Nach MuhamedS Lehre hätte er jetzt blind und gleichgültig daS Verhängnis feinen Gang gehen lasse» müssen, aber gerade jetzt zeigte fich, daß er im Herzes nicht mehr mnhamedanisch fühlte: sei» Herz rief »ach Beistand, nach Rtttung, «ach Sieg, e» drängte ihn übermächtig — um Hülfe zu bitten!

„Maria, Christen, ihr habt Recht!" rief er laut. „O Gott, laß auch mich nur al» Christen stetoen! Siebe mir bei, c JesuS, an de» ich glaubet

In diesem Augenblicke hörte er die Stimme seine» Vater»: „JSmail, mein Sohn, ermatte nicht 1 Sogleich bin ich bei DK."

JSmail sah die Rettung winken, mit Löwenmut führte er seine K-inge, begierig wieder vorzudringen, nm seinem Bäte: entgegtnjufommen. Die Seldschucken wankten bereits, da ihre hinteren Glieder von den Wahidieh bedrängt wurden, welche die von Abdallah ihnen entgegengestellte Reiterschar zurückgeworfen hatten. Achmed, der die gefährliche Sage feine» SvhncS erkannt hatte, drang mit einigen feiner Reiter zu diesem vor, während Selim dem langsam weichenden Mottallam folgte.

Noch wentge Augenblicke und Vater und Sohn hatte» fich erreicht; aber e» war keine Zett zu Um» armungen, denn noch waren die Seldschucken an dieser Stelle in der llkbermacht. Zum Glück war die Lanze, die JSmail im Rücken getroffen, nur schräg und daher nicht sehr tief eingedrungen. und hinderte ihn richt, den Kamps fortzusetzen.

Di« Seldschucken, der Führung an diesem Flügel beraubt, stark vermindert und in Verwirrung gebracht, vermochten trotz ihrer größeren Zahl nicht lange mcot standzuhalten. Sie wichen nach der Mttte Hb» Mtta und stießen habet auf die Retter abteilmrg, die vo» Achmed bereits zntückgeworfen war; dadurch vermehrte» fie such hier die Settoittung, die fich bald auf da»