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Druck und Verlag G zuldarrAeNendruck« in Hulda <harm»W Hrrnlprecher to. R

Fulda, Freitag, den 28. April 1905

32. Jahrgang.

Deuffdies Reich.

Berlin, bett 27. April 1905.

§ Da» Preußische Staatsschuldbuch ist auch in dem Enoe März d. I. abzelausenen Geschäftsjahr lebhaft in Anspruch genommen worden. Die Zahl der eingetragenen Konten be­trug Ende März 1903: 31383 über 1629887550 Mark, 1904: 32477 über 1709584050 Mark; fir ist bis Snoe März 1905 auf 33957 über 1781172 750 M. gestiegen. Von diesen Konten entfalten 85 8 Prozent auf Kapitalforderungen bis zu 50000 M. und 14 2 Prozent auf größere Kapitalanlagen. Für physische Personen waren Ende März 1905 20493 Konten über 682490250 Mark und für Vermögensnraffen ohne juristische Persönlichkeit 64 6 Konten über 210345500 M. eingetragen. Die Zahl der Konten für Bevor- mundete oder in Pflegschaft flehende betrug 1761. Von den Zinsen taffen sich die Empfangsberech­tigten halbjährig 19579 Posten von der Staats- schuldenlügungskaffe tu Berlin durch Postanwei­sung oder Wertbrief direkt zusenden, 6570 Posten werden haljährig durch Gutschrift auf das Reichs- bankgirokonto der Empfangsberechtigten und 14797 Posten durch bare Auszahlung bei der Staatsschuldentilgungskaffe und den damit be­trauten Königlichen Kaffen und Reichrbankan- stalten bertch jgt. Von den Konten entfallen auf Äuchgläubiger in Preußen 29171; in anderen Staaten Deutschlands 4395, in den übrige» Staaten Europas 300, in Asien 17, Afrika 12, Amerika 59 und Australien 3.

* Eine Anzahl Veränderungen iw Offi­zierkorps der Schntztrnppe har stotigefunsen, die wichtigste ist die, daß dem Oberst Leut­wein, Gouverneur von Südwestafrika, unter Belassung ä la amte der Schutztruppe für Süd- westafrika, der Charakter als Generalmajor ver­liehen wurde.

*, Der .Vorwärts' macht wieder einmal laute Reklame für das im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienene großartigeWerk vouRosenow und Ströbel, „Wider die Pfaffenherrschaft «, das nunmehr mit dem zweiten Bande zum Ab­schluß gelangt ist. Wiewohl es, wie das bei Kolportageromanen, die heftweise ii 10 Pfg. ver­kauft werden üblich ist, ganz unverhältnismäßig viel kostet, ist doch nicht zu zweifeln, daß die „Zielbewußten" in Massen ihre „Arbettergroschen" für daS tendenziöse Machwerk hergeben werden. Zum Kaufen u«d Lesen der „wissenschaftlichen" Zeitschrift .Neue Zeit' reicht Geld und Wissens­durst meist nicht, aber der Kolportageschund, das ist willkommene Lektüre, an der man Herz und Geist bilden und für die große Aufgaben, die der Partei im Zukunftsstaate harren, vorbereiten kann. Sogar die .Leipz Volksztg/ kann sich dem Eindruck nicht entziehen, daß diese Dinge für die Partei doch eigentlich ein wenig blamable seien. Sie bemerkt zu dem Rundschreiben des Partei­vorstandes für die,N;ue Zeit': „Völlig einver­standen. Nar möchten wir eine kleinen Vorbehalt machen. Wenn der Partetoorstand die .Neue Zeit' empfiehlt und die unter der Kontrolle des Vorstandes arbeitende Buchhandlung des .Vor«

Auf geheiligtem Soden.

Erzählung von Heinrich Ernst.

15 ------ (Nachdruck verboten.)

12.

Durch die Wüste jagt die Drombe, AlleS fort im Wirbel ziehend, — AufzeschreSte Wüste» tiere Eilen durch die Orde fliehend. — Stürzt sich auf die Karawane, 88 rft zu Boden Tier und Retter: I» dem Sand find die bestattet, Sie zieht ihre Straße weiter. Eine große Letchenstätte Ist der Wüstensand geworden — Da zerstiebt sie und verschwindet, Satt von Leichen, satt von Morde».

(Macke.)

JSmail war in dieser Nacht mit seiner Reiterschar der HeereSmacht der Motsallam entgeaengezoge», vor Begierde brennend, dem Wüterich Auge in Auge gegenüberzutreten Aber soviel er auch tn die Kreuz und Quer herumstreiste, soweit er sich auch vorwagte, in dieser Nacht sah er vom Feinde keine Lanzenspitze.

Gegen morgen schickte ihm Achmed den Befehl, mit dem größeren Teile seiner Schaar zurückzükehrcu und nur einige wenige Reiter zur Sicherung der Hauptmacht zurückzulaffeu. Denselben Befehl hatte Selim erhalten. ES war Achmeds Absicht, die Seld- schucken irre zu führen, indem er die Oase verließ, aus welcher jene ihn im Lager zu überfallen gedachten. Etwa eine Meile nordöstlich von der Oase zoq sich ein unbedeutender, flacher Hügelrückm durch die Wüste. Diesen wollte der Scheck benutzen, um sich mit seinen Kriegern dort zu verberge» und unversehens aus diesem Hinterhalt die Seldschucke« -umgreifen.

wärks' Llrferungswerke wie: Wider dir Pfaffen­herrschaft und ähnliches hrrausßibt, so steht er stch ja selbst im Lichte. Tmmal werden die Groschen oder viele von den Groschen, die für diese Lieferungswerke ausgegeben werden, der .Neuen Zeit' entzogen, und oann verderben, was schlimmer ist, solche Werke den Partrinenoffen de« Gffchmock utt wirklich gediegener Literatur. Zn Leipzig hatte daS Werk Wider die Pfüffrn- Herrschaft etwa 1000 Abonnenten. Man kann wirklich nicht oerlaxgen, daß neben einer fachen Verbreitung minderwertiger Parteiliteratur die .Neue Zeit' mehr als 70 Abonnenten haben soll."

(*) Znr Organisation deS Handwerks Der Minister für Handel und Gewerbe hat Veranlassung gehabt, die Frage zu prüfen, ob es Innungen gestattet werden könne, einem Ar- beitgeberoerdande beizutreten und für ihn Aufwendungen aus d«m Jnnunsüoermögex ob.t durch Erhebung von MitgliederbeitrSgen zu machen. Auf eine E ngade des Vorstandes des Jnnungsverbondks Bund deutscher Schneider- innungen bat der Minister, wie das „Ministeriell, blatt der Handels- und Gewerbeverwaltung" mit­teilt, erwidert: „Nach § 88 der Gewerbeordnung dürfen zu anderen Zwecken als der Erfüllung der.statutarisch oder durch das Gesetz bestimm­ten 'Aufgaben der Innung sowie der Deckur g der Kosten der JnnunzSverwaltung weder Bei­träge von den Jnnungs Mitgliedern ober von den Gesellen erhoben werden, noch Verwendungen aus dem Vermögen der Innung erfolgen. Die Zulässigkeit deS Beitritts von Innungen zu einem Verbände, dessen Mitglieder zur Entrichtung von Beiträgen verpflichtet sind, ist daher — sofern andere Umstände richt im Wege stehen — davon abhängig, ob die Beitragsletstuug nach der eben erwähnten Bestimmung statthaft ist. Diese Frage ist in Ansehung des Allgemeinen Deutschen Ar­beitgeberverbandes für das Schneidergewerbe zu verneinen. Dieser Verband ist seiner Bestim­mung nach, wenn eß auch in den Statuten nicht klar hervortritt, ein Kampfoerein gegenüber den Organisationen der Arbeitnehmer. Seine Be­stimmung steht somit im Widerspruche zu § 81 a Ziffer 2 der Gewerbeordnung, wonach die Förde­rung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen Aufgabe der Innungen ist. Hierzu kommt noch, daß den Innungen auch Mitglieder angehören, die nicht Arbeitgeber find, und daß es eine Unbilligkeit sein würde, die von ihnen mitavfgebrachten Jnnungsmittel einem Verbände zuzu wenden, dessen Aufgabe lediglich die Vertretung der besonderen Interessen der Ar- beitgeber bildet."

** Im Hinblick auf die Frage einer staut lichen Zwang-Versicherung aller Privat­angestellten hat das Reichsamt des Innern das von der Organisation der Privatbeamten ge­sammelte Material dem Kaiserlichen Statistischen Amt übrrwiesrn. Dieses hat es einer vorläufigen Prüfung unterzogen und es als ausreichend zur Gewinnung eines Ueberblicks über die einschlä­gigen Verhältnisse dir Privatbramten nach ent­sprechender Bearbeitung bezeichnet. Hinsichtlich der Act der Aufarbeitung des Materials hat das Statistische Amt Vorschläge gemacht, die kürzlich

Roch tm Daniil der Nacht führte der Scheck die Absicht aus. «IS er die Hügelkette erreichte, zog dämmernd im Osten der Morgen herauf. Der Dämme­rung, die in jenen Ländern nur kurze Zeit dauert, folgte attbald das leuchtende Tagesgestirn selbst. Bluttot stieg die Sonne empor, ihre Scheibe erschien größer als gewöhnlich, und ihre Ränder schwankten in einem ungewissen, flackernden Glanze. Allmählich stieg fie höher, aber noch immer strahlte sie in glühendem Rot, während ein eigentümlich flimmerndes, rötliches Licht von ihr ausging.

Achmed schaute besorgt zum Himmel. „Ich fürchte," sprach er zu seinen Söhnen, „daß vir einen bösen Samirn*) zu erwarten haben.

„Hier find wir ziemlich geschützt", entgegnete Jr- mail, „aber ich habe eine andere Sorge: wie tonmt es, daß Abdallah, der uns doch offenbar im Lager überraschen will, nicht die Nacht zum Angriffe wählte ? Er könnte längst hier angelangt sein."

„Auch ich habe mich schon darüber gewundert", erwiderte Achmed, „doch ist es möglich, daß er durch Umwege ausgehalten wurde, weil er wahrscheinlich keine in diesem Telle der Wüste kundige Führ'r hatte. Ibrahim aber mag mit seiner Abteilung noch viel roetier entfernt sein, da er, um uns von Süden her anzugreifev, einen viel größeren Umweg zu retten hatte, als der Motsallam sich anscheinend vorgestellt."

Ja diesem Augenblicke sprengte einer der weit- hinaus entsandten Späher mit verhängte» Zügeln au die Hügel zu. Fast atemlos kam er an, so daß er kaum die zwei Worte hervorbringen konnnte: „Sie kommen!"

„Woher?" fragte Jsmall schnell.

„Bon Nordwester,"

So ist es der Motsallem selbst!" rief Ismail

*) Sin überaus heißer und heftiger Südwind, der namentlich tu der Wüste sehr gefährlich ist.

n einer Besprechung zwischen Mitgliedern des Reichstages und Regierung?Vertreter im wesent- ichen gebilligt worden find, sodaß mit den Ar- leiten voraussichtlich bald besonnen werden wird. Eine Denkschrift über das Ergebnis der fiaüsti- chen Bearbeitung des Materials wird vor Früh­jahr 1906 nrcht fertiggeflellt werden können.

* Die eisenbMhnfnchwiffenfchastlichen Borlesnngen finden im Sommerhalbjahr 1905 in folgender Weise statt: In Berlin werten n den Räumen der Universität Vorlesungen über rreußisches E'.ftnbahrrrecht sowie über den Be­trieb der Eisenbahnen gehalten werden. I» BreSlau erstrecken sich die Vorlesungen auf die Verwaltung der preußischen StaatSeisen- baynen, Nationalökonomie und technologische Groligie, tn Köln und Frankfurt a. M. auf EisenbahrbettiedSlehre.

§ Am Schluffe eine? Artikels über die Trimmung der Bergleute in» Puhrge- biete sagt Professor Franke in der Soz. Praxis': „Wir wissen bestimmt, daß die Ltaatsregie- rung die Dinge sehr ernst nimmt; wenn auch noch keine bindenden Beschlüsse des Staats- ministeriums vorlegen, so ist doch die offiziöse Meldung, die Regierung erachte die KommisflonS- beschlüsse in einer Reihe wichtiger Punkte für unannehmbar, durchaus begründet und zutreffend. Im Hinb'ick auf diese Tatsache bitten wir unsere Freunse im Ruhrrevier, nach Kräften auf Be­ruhigung und geduldiges Abwarten unter den Bergleuten hinzuwirken. Versagt der Landtag abermals, wie im Jahr 1892, findet auch hier wieder „der große Moment ein kleines Sesckäft", so muß das Reich unter Initiative des Reichs­tags helfen. Dir Geschichte wird dann den Konservativen die Verantwortung zu weisen, daß sie in Gegnerschaft gegen die preußische Staats- regierung und die vaterländische Arbeiterschaft unter Erschütterung der Staatsautorität die Ge­schäfte de? Kapitalismus und der Sozialdemo­kratie zugleich besorgt haben."

Der rufflldi-Japan. Krieg.

lieber den Verbleib des russischen Ostsee- geschwaderS fehlt eS heute gänzlich an Nach­richten. Die Japaner scheinen Roschdjeflwensky in der Formosastraße zu erwarten. Wie Reu­ters Bureau aus Tokio meldet, wurde am Mitt­woch aus Grund eines Beschlusses des Geheimen Rates daS Kriegsrecht für die ganze Insel Formosa erklärt.

Heber die gegenwärtige trostlose Finanzlage Rußlands bringt die ,Welsche- maja Poschta' (Äbendpofi) folgende bemerkens- werte Aeußerungen: ____

Während der letzten Zeit herrschte auf der Börse tn Moskau eine sehr ,«drückte Ettmmun,. Nach den Aeußerungen einiger Börsengrößen ist die Lage über­haupt nicht zu übersehen. Insbesondere wirkt un­günstig auf die Börse die zettweilige Schließung der Putilow-Fabrik in Petersburg- durch welche die Aktio­näre derselben riesige Verluste erlitten haben. (Die Buttlow-Fabrtk ist das größte metallurgische Werk Rußlands. Sie beschäftigt über 14.COO Arbeiter.) Der durch Schließung der Fabrik erlittene Verlust betrug bis zum 19. d. M. bereits 720,000 Rubel. Infolge des

jubelnd. „Möchte Allah ihn bald vor meine Klinge führen, au; daß ich bett Schimpf räche, den er mit angetan 1"

„Daran erkenne ich," sagte Achmed, daß Siechtum und Gefangenschaft Deinen Geist nicht gebeugt haben. Ich bin flolz auf Dich, mein Sohn! Und auch ich will, daß Du Dich rächest! Darum sollst Du zuerst dem Motsallam entgegentreteo; wähle Dir fünfzig Beferer besten Männer suS und reite mit ihnen zurück zu unserem verlassenen Lagerplätze. Hier erwarte den Anmarsch der Ee'dschucken, und erst, wenn sie auf hundert Schritt heran gekommen sind, brich hervor und greife sie mit Ungestüm an. Ich werde ihnen dann von hier aus in die Flanke fallen."

Jsmall, beglückt über die Gelegenheit, die ihm sein Baier bot. «men Kriegsruhm zu erringen, hatte bald ein Fähnlein von fünfzig Reitern ausgesucht, und dann ging es mit Windeseile her verlassenen Oase zu. Noch war nichts von dem Feinde zu sehen, aber kaum was JSmail am Ziele, so kam wieder einer der Patrouillenretter — um einen modernen Ausdruck zu gebrauchen — im schnellsten Galopp angeritten, um zu melden, daß die Seldschucke» nicht mehr fern seien und jeden Augenblick amHorizontsichtbar werden müßten.

In der Tat erhob gleich darauf am nordwestlichen Rande der Wüste eine Wolle, die rasch sich vergrößerte: offenbar die Borhut der Seldfchvcken.

Sie kam näher und näher. Jetzt konnte man be­reits die vordersten Reiter, welche wett vorauf ritten, unterscheide». Plötzlich machten fie Halt — was hatte sie stutzig gemacht? Wahrscheinlich waren fi-erstaunt, nicht d-e weißen Zelle aus dem Grün der Oase her­vorleuchten zu sehen. Einige ritten zurück, vermutlich um ihre Wahrnehmung dem Führer der Borh'tt zu melden. Diese hielt jetzt auch an. Hatte der Feind Verdacht geschöpft? ober war er nur unschlüssig, was zu tun sei, da er daS Lager verrissen fand? Vielleicht auch wollte man nur die Hauptmacht abwarten, em vereinigt anzugreifen.

Krieges und der inner en Unruhen schmelzen di« Ver- wö,eo, welche in Staats- und Privatpapieren angelegt sind, nicht täglich, sondern flürwltch Mammen.

In Ergänzung dieser Arußerurgen stellt das Russkoje Slowo (Russisches Wort) Berichnungen über die Verluste an, welche durch den Kurs­sturz im Laufe des Krieges entstanden find. Danach hat der Gesomtverlust die kolossale Höhe von 1,775.000,000 Rubel erreicht.

Da- Kabel nach der chinesischen Insel wurde, wie der Londoner ,Daily Mail' au» Hongkong telegraphiert wird, zerschnitten- Man glaubt, so füct der Absender dieses Teie- gravm s hinzu, dcß russische Agenten die Tat begangen haben.

General Wladimir Iwanowitsch Charkewitsch st zum Stabschef des neuen Oberbefehlshabers )et russischen Armee im fernen Osten GenerrW Lenewttsch ernannt worden. Er gehört zu d« Offizieren, die während des kurzen Lebens der türkischen Provinz Ostrumelien während der Jahre 1879 bis 1885 als Instruktoren der ostrumelischen Miliz zugeteilt waren. 8$ ist im Jahre 1856 geboren, feine Erziehung genoß er zunächst in der MchailowSker Artillerie- chule und dann in der Nikolajewsker Akademie

General Charkewitsch, der neue Stabschef de» Generals Lenewttsch.

M, M

des GemralfiabeS und wurde im Jahre 1876 Offizier. Im russisch-türkischen Kriege hatte er keine Gelegenheit, sich besonders hervorzutu«. Im Jahre 1892 wurde er mit dem Range eines Obersten zum Chef der M ilitörksmmunikatir» des Wilnoer Militärbezirkes ernannt. Beim Ausbruch des russisch japanischen Krieges wurde Charkewitsch dem Ginerol Rurcpaitin zur Ver­fügung gestellt. Ende des vorigen Jahres fun­gierte et als Eeneralquartiermeifier der mand­schurischen Armee und wurde dann Chef deS Feidstabes der 1. Armee.

~W. Petersburg 27 April 1905. (Peterb. Telegraphen - Agentur.) Ein Telegramm des

Wie auch immer der Fe-nd die Lage auffasse« mochte, jedenfalls handelte er so, als ob er, dnrch irgend einen Umstand putzig gemacht, größerer Vor­sicht zu bedürfen glaubte. Während auch der Haupt- trupp bereits am Horizont sichtbar wurde und sich mehr usd mehr ferner Bo.Hut näherte, ging diese keinen Fußbreit voran und schickte nur wieder einige Rttter gegen die Oase vor. Diese näherten sich zu­nächst sehr vorsichtig, doch al» sie keinen Feind be­merkten, ritte« sie kühner auf daS verlassene Lager zu.

JSmall hatte sich mit seiner kleinen Schar g*t gedickt, und so wurden die seldschnckschen Kund­schafter in dem Glauben b Bättt, daß die Wahidieh sich zurückgezogen hätten. Einer der Retter ritt zu­rück, um dem Anführer der Borhut diese Ansicht mit* zuteilen. 88 schien ja auch kein Zweifel mehr ms^ I ch, und so setzte sich den« der Vortrupp wieder tt, Bewegung. Bald war er kaum noch hundert Schritt von der Oase entfernt — der Augenblick zum Angriff war für JSmail gekommen.

JSmailS Reiter waren abgeseffen, um sich nutz ihre Pferde biffer unter den Palmen verbergen zu können, jetzt sprangen fie auf einen leisen Befehl ihriS Führers wie der Blitz auf die edlen Tiere, und aus Sturmesflügeln ging es h nonS auf die sandige Ebene. Die Burnusse der Araber leuchteten in der Sonne, und ihr betäubendes Alftlrillah-Geschrei erfüllte die Lust.

Schon lagen die vorwitzigsten Seldschnck-n im gelbe« Sande, den fie mit ihrem Herzblute rot färbten. Hin­weg über ihre Leichen stürmten die leichtbeschwingte« Brvuinenresse. Urruhe zeigte sich in dc» Reihen der feindlichen Vorhut; man hörte ihre Führer schreie« und zornig die vor Schreck gelähmten Seldschucke« zum Vordringen anfeuern. Und - war ihnen dies fast gelungen, und es schlosse« sich bereits fester dre Reihen antinanter, al» die Wahidieh in gewauige« Anfiurm daberbravsten.

Vom rrsien furchttarkn Anprall wankte btt vor-